Hallo und herzlich willkommen zu einem Speedtasting. Axel ist schon wieder gut drauf und begrüßt den lieben Michi und den netten Lars. Hallo Axel, du bist ja in einer besonders... In einer Bombenstimmung, weil wir gerade einen Wein-Podcast hatten vom anderen Stern.

Und das ist jetzt aber auch gar nicht so einfach. Man kann es ja sagen, wir hatten gerade Rotweine, die wirklich von Parker so 99, 98 Punkte kriegen. Die hätten die Kriterien für diesen Podcast, wo es ja darum geht, dass die Weine eigentlich unter 10 Euro, du hast einen Wein unter 10 Euro mitgebracht. Unter 90. Also 10 Euro darf es, unter 10 Euro soll er kosten. Das hätten diese Weine um etwa das 65-fache, die anderen verfehlt. Und wir dürfen jeweils zehn Punkte vergeben, jeder von uns. Am Ende. Und in zehn Minuten. Die stecken aber heute, glaube ich, ganz tief in der Tasche, diese zehn Punkte. Warum? Das ist gemein. Ja, es ist gemein. Da kann der rein, ist doch nicht verführer. Gut, ich meine, Frey ist ja auch toll. Aber klar ist, es ist schwer auch für den Profi, nach intensiven Rotweinen, wobei es jetzt nur vier waren, Weißweine zu probieren, aber es geht. Wie schwerer ist es nach Süßweinen? Trockene Weine zu probieren. Das ist fast unmöglich. Und das andere geht schon. Du musst einmal jetzt richtig ausspülen, bevor du das erste Mal das richtig verkostest. Aber ich finde jetzt, ich sage jetzt mal, was du mitgebracht hast. Ich finde, es riecht jetzt richtig gut. Ich habe richtig Lust auf dieses Wein. Er riecht so, dass man ihn gern trinken möchte. Er riecht erfrischend. Er macht mich wach. Was ist es? Also gewusst habe ich ja den Zeitpunkt der Verkostung und deswegen habe ich eine, eigentlich eine Aroma-Reb-Sorte oder eher aromakräftigere Rebsorte gewählt. Und das ist jetzt ein Muscadet.

Und zwar Muscadet Sèvres et Mains Surly 2024 La Griffe Bernard Chereau heißt dieser Wein. Kommt aus Frankreich, glaube ich, oder? Könnte sein. Surly? Achso, Surly. Was heißt das? Also Surly heißt auf der Hefe, also unter der Hefe. Ah. Ne, auf der Hefe. Sur heißt auf der Hefe, genau. Das gibt es erst seit 1977 für Muscadet-Weine, offiziell Muscadet-Syrly, weil sie eben sehr lange unter der Hefe sind. Diese Muscadet-Traube kennt man auch unter den Namen Oxarrois, das ist eher bekannter in Deutschland dafür.

Oder später weißer Burgunder. Aber es hat nichts mit Muscatella zu tun. Nee, nichts mit Muscatella zu tun. Und den findet man vor allem an der Loire in Frankreich. Und das sind Weine, ich glaube, wir haben schon mal einen gehabt, den uns Nils Flackner mitgebracht hat, der Sommelier auf Sylt, der Austern-Sommelier, der auch auf dem Segelschiff hier der Sommelier ist auf der Sea Cloud, weil es ein sehr guter Wein zu Austern ist. Wolltest du eigentlich mitfahren? Bitte, wollte ich auch mal mitfahren, aber das wäre diese Route im November gewesen und das kann ich nicht aus dem Club November, es ist Gänseentenzeit, das ist bei uns zu wichtig. Hättest du mich schicken können. Also was sind das Weine, die nicht ganz so viel Säure haben, die eine gute Frucht haben und wenig Alkohol. 12 Prozent. Und ganz, also wenn man ins Glas geht, ist sie natürlich auch schön kalt gerade, aber sehr, sehr frisch, sehr, sehr erfrischend, sehr, sehr aufweckend. Weil das ist doch traumhaft, oder? Gute Frucht, irgendwie wenig Alkohol. Also das ist jetzt nach dem, was wir gerade haben, dass es eigentlich ein richtiger Auffrischer ist. Genau, das ist so ein bisschen wie runterkiffen.

Bitte? Also Michael hat ja auch noch nie gekifft. Ich auch nicht.

Ernsthaft? Nein. Du nicht? Nein, ich habe es mir noch nie getan. Ich möchte auch nicht. Wollen wir mal zusammen? Nein, nein. Ich möchte nicht mehr. Das wäre witzig. Ich möchte nicht. Es wäre noch, es wäre noch, ja, ich habe neulich mit einem gesprochen, der so verrückt ist, so ein Typ, der jedes Mal gefragt wird, bei Partys, bei allem von Freunden, welche Drogen er nimmt. Und der nimmt gar keine Drogen, der isst halt so. Das stelle ich mir noch schlimmer vor. Ich würde bei jeder Situation sagen, was nimmst du, hast du noch was für mich? Nein, wieso? Du bist so absurd drauf und so. Ja, so bin ich. Okay. Ist nicht dein Ernst. Na gut. Aber toll. Also ich muss noch mal dazu sagen.

Muscadé, also zumindest das, was wir jetzt haben, die Weine dieser Gegend profitieren von einem besonderen Terroir mit Schiefer, Granit und Kneisbeet, so wie in einem gemäßigen Maritimen. Die Weißweine werden ausschließlich aus der Rebsorte Melon de Bourgogne gekäldert. Das ist die Rebsorte. Muscadé Soli heißt quasi nur der Ort. Ach so. Also Muscadé heißt Ort und Soli heißt der Ausbau. Das heißt alles, was du eben gesagt hast, war falsch am Anfang. Das stimmt. Ja, das freut mich. Nach sechs Jahren erwischen wir dich mal. Nee, das war bei Nieslack da auch schon falsch. Wo er auch gesagt hat, nee, das ist keine Rebsorte. Müscadee, es ist keine Rebsorte. Aber sagt mir mal, was schmeckt? Es ist schwer zu sagen, außer dass es schön kühl ist und sehr erfrischend schmeckt. Ein bisschen Birne. Birne, ja, aber ganz wenig. Ja, so wenig kann ich glaube ich. Also im Geschmack finde ich auch, oder?

Ja, für mich. Leichtes Zitrisches, leichte Zitrone. Zitrone, jetzt doch starke Zitrone, auch so in Richtung Aholl-Brause. Auch eine leichte Bitternote, finde ich. Ja, auch diese Bittermandler. Mandler habe ich auch, tatsächlich. So was ganz, ganz, ganz hinten, was ganz leicht cremiges tatsächlich auch. Ganz wenig. Aber auch gar nicht so viel Säure, ne? Nee. Müsste dir das jetzt eher gefallen, ne? Ja, ja, also nicht süß genug wahrscheinlich, oder? Nee, glaube ich, auch sehr trocken. Ja, aber ich finde, das schmeckt mir nicht so, weil irgendwie, keine Ahnung, diese Bitterkeit, ich glaube, diese Bitterkeit ist etwas, was mir sehr gefällt. Also generell in Wein, wenn die so eine leichte Bitternote haben, das kann so eine Süße irgendwie ersetzen, weil...

Aber ich hätte jetzt damit gerechnet, dass wir völlig so nach diesem vier... Gar nicht schmecken. Aber ganz im Gegenteil, das macht einen wieder, man könnte jetzt schon wieder nochmal sechs hinterher tun. Genau. Ich finde es auch krass. Aber hast du was mit? Nee, hast du was mit? Das hört sich wirklich in meiner Kieferprade an. Hast du? Ich meine, hast du? Nee, habe ich nicht. Aber habe ich auch noch nie gekauft und auch noch nie selber irgendwas gemacht. Aber du bringst es immer in den Stoff, das muss man sagen. In den Stoff, ja. Aber ich kann was mitbringen. Aber das ist der Einzige, dass hier Syrolit draufsteht auf der Flasche. Das finde ich auch echt spannend, dass quasi die Ausbaumethode, dass der eben unter der Hefe, deswegen, wenn er lange unter der Hefe liegt, wird auch die Säure abgemildert, abgebuffert und wenn es ab und zu ein bisschen, Batonnage gemacht wird, diese Hefe aufgerührt, dann kommt so eine Cremigkeit, die da ist auch gerade auch... Und er bleibt, also ehrlich gesagt, man denkt so, der bleibt gar nicht so kurz. Also ich finde auch echt, für 9 Euro ist das so wegschüffeln.

Mich stört ein bisschen, dass er einen Kork hat. Also ich glaube nicht mal einen Naturkork, aber so einen Plastikkork, aber das ist diese französische... Aber ich glaube, damit kannst du Leuten auch haben Leute Spaß. Wenn du Leute zu dir nach Hause sagst, wir haben ja vor ein paar Wochen mal darüber gesprochen, wie es ist, wenn man jetzt Leute zu Hause hat, wo man denkt, oh, auch gemein, das sind vielleicht letztlich die ganz großen Weinkenner, aber da hast du Freude dran und da haben auch die Freude dran, die vielleicht nicht die ganz großen Weinkenner sind und du bist aber auch noch preislich im Rahmen mit unter neun Euro. Ich habe gerade das Gefühl, dass man den gut zu Krustentieren trinken kann. Stimmt das? 100%. Esst ihr denn so viele Krustentiere? Gar nicht. Aber wir haben letzte Woche einen Shrimps-Cocktail Mary Rose bei uns im Club gemacht. Der heißt so. Und da werden die Shrimps gebacken. Mit Cocktailsoße und Kopfsalat. In so einem Glas und drunter ist Crushed Ice und damit es frisch bleibt, wird quasi auf dieses Eis draufgesetzt in dem Glas und ist total leicht, total low carb. Also es ist das Shrimp, das Soße und das Salat. Aber in dem Moment, wo Cocktailsoße im Spiel ist, ist doch völlig egal, was noch dabei ist. Schmeckt nach, ich liebe Cocktailsoße, aber schmeckt nach Cocktailsoße. Macht ihr nicht selber die Cocktailsoße? Ich hatte doch keinen Mittag. Das ist echt. Aber die ist so Charant ein bisschen, abgewandelt, aber im Prinzip ist es eine Cocktailsoße. Jetzt habe ich voll Hunger.

Also was, aber ich würde sagen, ich würde dem jetzt, das ist jetzt irre, ich würde dem jetzt Preis-Leistungs-Verhältnis, also wir kommen zur Punktevergabe, weil die 10 Minuten gleich um sind. Preis-Leistungs-Verhältnis ist, da würde ich fast eine 10 geben, aber das ist natürlich ein bisschen übertrieben, aber ich gebe eine 9. Ich gebe tatsächlich für das, eine 9. Für 8,99, für diese Vielfalt der Aromen, die man schmeckt, für diese Leichtigkeit, für das für das Überraschende. Also bin ich bei neun. Du gehst da nicht mit, ich ahne es schon, aber ich habe Axel auf meiner Seite. Axel, was gibst du? Eine acht. Eine acht, da sind schon 17. Das heißt, Michael, wir brauchen nur drei, da haben wir schon 20. Ja, die gibt es auf jeden Fall. Also das Überraschende finde ich auch. Also wie man auch merkt an meiner Unwissenheit, probiere ich das auch nicht alle Tage und ich finde es eigentlich ein bisschen schade, weil ich finde es auch immer, Ziemlich unik. Ich finde schon, zum richtigen Essen ist auch so ein Terrassensommer- Idee schon mal. Auch für die, die jetzt noch sagen, ich fahre nochmal in die Sonne im ersten, Quartal. Kann man so eine Flasche schon mitnehmen. Ich würde auch neun geben. Ich finde, für den Preis ist das sehr viel geil.

Das ist, glaube ich, jetzt fies. 27? Ne. 27? Ne. Nein, nein. 9 und 9. 26. Aber 26 ist schon, und das ist schon stark. Und man muss nochmal sagen, direkt getrunken nach Weinen, die irgendwas zwischen 80 und 630 Euro kosten. Sich da zu behaupten, irgendwie das kann man dem Thomas Sommer, dem Kollegen, der gerade hier war, der für diese Weine hier war, kann man es fast gar keinem sagen. Der hätte bei Mämmen mittrinken sollen, wie der das jetzt gefunden hat. Aber schon hast du sehr gut ausgesucht, Michael. Ja, mega. Ich freue mich auch. Also ich freue mich selber für mich. Das ist schön. Und das öffnet natürlich für uns alle, wollen wir jetzt nicht nur deutsche Weine oder... Das öffnet Horizonte. Kommt zum Schluss, wir sagen gute Nacht. Aufs Leben, aufs Leben.