Il Brucciato steht hier vor mir und dahinter ist ein lächelnder Michi. Servus! Und neben mir schielt der Lars rüber auf diese Flasche. Moin! Ist eigentlich schlimm, dass man uns nicht mehr sieht auf diesem Bildschirm da? Nö, das ist nicht schlimm. Das ist nicht so schlimm. Also, das hoffe ich. Ja, und ich bin Axel und ich schiele auch auf diese Flasche. Die wollen wir nämlich jetzt verkosten in einem Speedtasting. Und die kann bis zu 30 Punkte kriegen, weil jeder von uns 10 Punkte vergeben darf. Und die kann auch bis zu 30 Euro kosten, was sie heute tut. Ah, dann bist du gleich damit um die Ecke gekommen. Wenn du das vorher sagst, das ist so lustig, weil die Erwartung sofort steigt. Oder Leute schalten sofort ab und sagen, so billige Weine trinken. Aber da steht auch Antinori und Bulgari drauf. Gut, das heißt ja erstmal gar nichts. Doch, das heißt schon sehr viel. Ja, aber das heißt nicht, dass es ein guter Wein sein muss. Kann sein, muss nicht. Das stimmt. Also Bulgari heißt aber automatisch, dass es nichts unter 10 Euro sein kann. Okay, das stimmt. Und ich war letztes Jahr im September in Bulgari. Sagen wir mal für alle, die jetzt nicht wissen, wo das liegt. Das liegt circa eine Stunde südlich von Florenz.

Und das ist ein relativ junges Weinbaugebiet erst. Und das wurde bekannt durch Weine wie Sassicaia und Ornelaya. das sind also diese Super Tuscans, die Weine. Was heißt eigentlich, das frage ich immer, was heißt Super Tuscans? Also im Ursprung kommt die Geschichte von einem amerikanischen Journalisten, der dorthin gefahren ist, die die Weine probiert hat, oder von einem amerikanischen Weinhändler, der hingefahren hat, die Weine probiert hat, kannte es vorher nicht, und hat gesagt, das ist genial, ich muss den, ich glaube, das war damals Chefsagdorger der New York Times oder so, ja, herholen, der ist dann nach Italien geflogen und hat dann diesen Wein probiert und hat gesagt, oh, that's a super Tuscan, also ein ganz toller toskanischer Wein. Und dann gab es diesen Begriff super Tuscan, was sie unterscheidet von den restlichen Italienern, quasi Piemont vor allem Nebbiolo, Barolo, Barbaresco, Toskana vor allem Sanchovese, Brunello und, und, und, Ternello. Und in der Ecke ist vor allem Cabernet Sauvignon, Merlot, also eher diese Bordeaux-Rebsorte. Es ist sehr, sehr heiß, aber die bekommen so kühle Winde von den Bergen und vom Meer. Das heißt, es ist für das, dass es schon sehr heiß ist, trotzdem relativ kühl. Also man könnte fast sagen, ein Klima ähnlich wie dem Bordeaux ist, nur ein bisschen wärmer. Und in dem Fall ist aber auch ein bisschen Syrah auch noch drin. Also Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Guadu Altazo ist ein sehr, sehr bekanntes Weingut. Der Top-Wein kostet tatsächlich deutlich mehr.

Und da sind wir auch schon dreistellig. Und Ibu Shato ist quasi der Einstieg in diese Bulgari-Welt. Und mir gefällt es wahnsinnig gut. Es ist immer noch sehr, sehr jung. Hat 14,5 Alkohol, ist also sehr, sehr kraftvoll. Und ich probiere das jetzt mit euch gemeinsam. Was heißt hier Antinori? Antinori ist eine der bekanntesten und größten Winzerfamilien Italiens. Die haben mittlerweile so viele Weingüter, glaube ich, dass sie oft selber gar nicht wissen, wie viele Weingüter sie haben. Okay, okay. Wenn man von Antinori spricht, dann gehört immer auch ein Weingut dazu, was aber unterschiedlich sein kann. Genau, und sie schreiben auch gar nicht immer Antinori drauf auf ihre Weingüter. Also zum Beispiel Ornelaya ist ein sehr bekanntes Weingut, das der Familie Antinori gehört. Und weiß ich gar nicht, ob das dann draufsteht als Beispiel. Und da gibt es noch andere, auch in Napulien und so weiter, da weiß man es gar nicht mehr. In dem Fall schreiben sie es drauf fest. Natürlich auch durchaus positiv sein kann, aber es gibt auch Leute, die sagen, du kannst mit Antinori eigentlich eine komplette Weinkarte machen, mit italienischen Weinern, alles da vom Fermentino und, und, und, also weißrot. Gibt es eigentlich sowas wie eine Weinmafia? Also irgendwie große Familien? Vorstand Österreicher. Logisch.

Also gibt es da sowas, das was, unter Druck setzen, verkauf jetzt deinen Acker, wir wollen ihn haben und solche Sachen. Es wäre wahnsinnig ungewöhnlich, wenn es das nicht gäbe. Und ich habe als Kind geliebt Falken Crest. Habt ihr das geguckt? Genau ging es darum. Das war ja nur Machenschaften. Was riechst du, Michael? Riecht auf jeden Fall schon kraftvoll. Sehr kraftvoll finde ich. Ich finde, das hört sich immer komisch an. Ich hoffe, dass die Leute uns, dass wir sie nicht verlieren. Ich finde, es riecht trotzdem ein bisschen elegant. Es ist nicht so bäuerlich, sondern es hat schon eine Noblesse in der Nase. Ehrlich gesagt, es ist sensationell. Wenn das der Einstieg ist. Aber wir haben ja mal On Leia, haben wir auch schon das eine oder andere Mal hier probiert. Das war ja auch eigentlich in der Regel immer sehr, sehr gute Weine. Aber zu anderen Preisen. Ja. On Leia kostet 300 Euro. Schön sehr fruchtig. Ja, es ist fruchtig, aber kriegt am Ende schon noch den Twist, diesen seriösen Twist hin. Also es ist dann am Ende der Gerbstoff ist sehr weich, es ist überhaupt nicht hart oder grün, aber.

Also der Alkohol ist natürlich ein Thema, das ist sehr häufig, und das ist es hier leider, aber das ist auch... Ja, du spürst schon, also die Kraft, der Kraft kommt auch durch diesen... Genau, so ist es leicht Bittere hinten raus, dieser Bittermandel, das ist der Alkohol, aber das ist auch schön jetzt so im November, Dezember, ewig, dunkle Januar, finde ich, da kann so ein Wein, ich will jetzt nicht sagen Seelentröster, also Alkohol müssen wir aufpassen, Aber der Wein kann einem das schon besser anfühlen lassen, das Leben und die Welt und alles, was so schlimm ist da draußen. Und wenn man sowas probiert, kostet das auch schon Geld, klar. Aber du merkst trotzdem, das ist eine andere Qualität nochmal. Das ist einfach so, finde ich auch. Der Syrah, gibt ja ein bisschen diesen Pfeffer, dieses so schwarzen Pfeffer, so eine Schärfe fast. Genau, ich finde es auch so. Es ist ein bisschen, es kommt, dass es beim Alkohol ist. Ja, auch, aber es ist schon scharf. Es ist nicht so ein leichter Gaumenschmeichler, aber es ist, glaube ich, einer, an den du morgen noch denkst.

Und es ist quasi ein kleiner Baby Guadualtasso. Das ist auch eine Marke, muss man eben auch sagen. Das ist für Leute, es gibt ja doch mehr noch als man glaubt, auch Leute, denen wirklich auch quasi die klassische Form des Etikettentrinkers, dem eben sehr wichtig ist, auch was draufsteht. Vielleicht auch basierend auf einer gewissen Unsicherheit, weil man in dieser großen Weinwelt, bis man da mal ordentlich navigiert, navigieren kann, geht ja schon ein bisschen Zeit ins Land. Und dann ist man eigentlich bei solchen großen Namen, geht man eigentlich immer auf Nummer sicher. Das kann eigentlich nicht in die Hose gehen und das tut es auch nicht. Man wird da auch nicht enttäuscht. Vielleicht erlebt man auch nicht mehr das ultimative Wow-Erlebnis. Aber ja. Und die Ecke, da ist es wirklich schön. Wir saßen ja da an dieser ganz langen Tafel mit 1.100 Leuten. Stimmt, hast du erzählt. 100 Personen an einer Tafel und dann irgendwie 5 Meter Abstand und dann die nächsten 100. Da gab es dann so Taglioloni mit so einem Wildschwein-Ragout.

Taglioloni? Ja, das sind quasi so wie Penne, nur größere Nudeln wie so ein Abflussrohr quasi. Und die waren al dente, die waren heiß. Das war mega. Und das für so viele Leute. Da geht mir immer so das Herz auf, wenn man das so hinkriegen kann. Und hier geht man häufig in irgendeinem Restaurant, da sind drei Tische besetzt und die Pasta ist verkocht. Und ich check's nicht. Und die kriegen das für 1100 Leute hin. Da denke ich mir so, die wissen, wie das Leben funktioniert. Man freut sich da. Oder die macht einen so Nudeln. Dazu, ehrlich gesagt. Und dazu irgendwie, und dazu Nudeln. Einfach jetzt eine schöne Pasta dazu, oder? Ganz einfache Pasta. Ich finde, Pasta passt. Nee, Pizza würde ich nicht machen. Mir wäre auch zu mächtig, zur Pizza. Ich glaube, das ist, und auch der, also nee, wäre mir nicht. Pasta? Pasta ist ja auch nicht. Doch, eine leichte Pasta. Ja, aber da kannst du schon So ein Sugo, also Bolognese oder so. Passt das schon gut. Aber du brauchst keinen.

Parmesan, Olivenöl. Du brauchst kein Essen dazu, oder? Nein, du brauchst nicht zwingend ein Essen dazu. Aber ich glaube, dass der, also wenn du das Ganze ohne Essen hast, geht es natürlich relativ schnell in den Kopf. Das ist wohl wahr. Du sagst, jetzt trinke mal ein Glas. Auf jeden Fall ist das Glas ja auch schon leer, aber du hast natürlich ausgespuckt. Ja, ja, genau. Mit dem Tipp auch einfach nicht zu warm. Nicht zu warm. Richtung Fenster, gekipptes Fenster jetzt in der kalten Jahreszeit, dass es schön kühl bleibt oder in den Kühlschrank auch mal. Mutig auch mal in den Kühlschrank eine Stunde rein. Mutig? Alle Mut zusammen und tue es in den Kühlschrank rein. Ja, weil du sagst, rot wird in den Kühlschrank, kann man das nicht. Doch, doch, doch, das haben wir ja gelernt. Das haben wir ja von dir gelernt. Und ja, schon stark. Also ich würde dann wieder vorlegen mit der Punktzahl, warum eigentlich immer. Ich würde neun Punkte geben tatsächlich. Und hoffe, das ist nicht zu viel. Ich würde aber auch neun Punkte geben. Oha, ja. Ich gebe auch 9, ich finde das auch echt gut. 27 Punkte, das ist gut, ne?

Obwohl 30 Euro, ne? Ja, aber 27 Punkte für 30 Euro ist ja angemessen, oder? Und ich meine, generell ist man, glaube ich, Richtung Weihnachten meistens zu sich ein bisschen großzügiger als vielleicht Ende. Zu sich selber auch im Zweifel. Leider ja, leider bedarf es dann das Weihnachtsfest, um zu sagen, da gönnen wir uns mal was. Aus meiner Sicht ist das nicht richtig. Bei uns ist es ja, glaube ich, immer so, bei uns dreier, wir gönnen uns ja andauernd was. Und wir gönnen uns allein hier mit zusammenzusetzen. Also ich hatte heute Nils Verburg von Ladaid aus Südafrika zu Gast. Und der macht einen Eikenwein in so einer Dreierkiste. auf einer steht Keep, auf der anderen steht Drink und auf der anderen Friend. Also eine sollst du behalten, eine sollst du jetzt trinken und eine sollst du deinen besten Freund schenken. Wow, das ist ein schönes Ende. Ihr Lieben, bis nächste Woche. Bis dahin. Ciao, ciao.