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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge mit dem lieben Lars. Hallo. Dem Michi. Servus. Ich bin Axel.
Ja, und heute nehmen wir euch mit ins österreichische Südburgenland. Und das ist eine Region, wo die Böden vor Eisen quasi gerade zu funkeln. Die Nächte kühl und klar sind und in der ein junger Winzer sich gerade anschickt, ein sehr traditionsreiches Weingut in eine neue Ära zu führen. Die Rede ist vom Weingut Krutzler und die Rede ist von Clemens Krutzler, der, obwohl er erst 23 Jahre jung ist, schon ziemlich gut weiß, was er will. Und natürlich möchte er Weine machen, die von ihrer Herkunft zeugen, aber er möchte diese Weine leichter machen. Also das bedeutet weniger Holz, vor allem weniger Alkohol und auch mehr Eleganz in die Weine bringen.
Und über diesen modernen Weinstil haben wir ja schon ab und zu mal gesprochen hier in dem Podcast, aber heute haben wir ja quasi einen echten Kronzeugen, weil Clemens eben die Weine macht, also zu der Generation gehört für dir, die Weine macht. Und uns vielleicht ein bisschen mitnehmen kann, was die Ansprüche der jungen Generation sind und warum er diese eine macht. Und Clemens, deswegen freuen wir uns sehr, dass du heute da bist. Herzlich willkommen. Servus. Ich sage nochmal für alle oder ihr beide als Österreicher, Südburgenland. Ich war im vergangenen Jahr, glaube ich, im Burgenland in einem Hotel, das hieß Larimar. Kennt man das? Kennt man nicht? Sehe ich gerade schon. Also Burgenland ist genau... Wir kennen nur bis sechs Sterne plus alles drüber hinaus. Das ist uns so nicht bekannt. Also es sind ungefähr, was war das damals ungefähr so? anderthalb Stunden von Wien entfernt, kann man das sagen?
Ja, also wir ganz im Süden sind ungefähr zwei Stunden von Wien entfernt. Das heißt, ihr seid an der Grenze? Zu Ungarn, genau. Quasi das ganze Burgenland grenzt ja an Ungarn und war ja vor 100 Jahren auch mal Teil von Ungarn. Das heißt, wir haben auch die Nähe, glaube ich, auch zu dieser Kultur, zu Pannonien grundsätzlich.
Und ich würde auch sagen, dass das Burgenland von Norden bis Süden auch sehr unterschiedlich ist. Also Pannonien steht für Ungarn? Ich würde sagen, das Burgenland läuft quasi so in diese panonische Tiefebene aus. Okay, weil ich habe immer von panonischen Winden oder sowas gehört. Ich weiß gar nicht, was Pannonien eigentlich ist. Also das gehört zum Burgenland und läuft bis umsonst. Gehört zum Ungarn und läuft ins Burgenland hinein. Genau, so würde man das eigentlich sagen, diese panonische Tiefebene. Deswegen ist auch der Neusiedler See so viel Segelsport, Windsport, Kitesport und so weiter, weil es ja immer ein bisschen Wind ist und das hilft ja natürlich auch den Winzern. Dieser Wind hilft ein bisschen, der Fäulnis entgegen, den Pilzdruck ein bisschen geringer zu haben, wenn es immer so eine leichte Brise eben gibt. Und du kannst aber von Wien schwächer, der Flughafen ist ja südlich von Wien, bist du relativ schnell schon im Burgenland, aber halt relativ lange dauert es dann, bis du im Südburgenland bist. Und da fährst du manchmal sogar, wenn es schneller geht, durch Ungarn durch, weil das Burgenland sich da so ein bisschen windet quasi, dass es schneller, dass du einmal durch Ungarn durchfährst, um dann in Südburgenland zu fahren. Und von den Weinregionen, also wenn man die verschiedenen Weinregionen Österreichs so einschätzen würde, was würde man über das Burgenland sagen, was die Qualität anbelangt und was sozusagen die Ausrichtung anbelangt? Kann man da was sagen? Also generell würde ich sagen, dass das Burgenland per se eher etwas ist, eine Weinregion, die für Rotwein steht.
Und vielleicht auch ein bisschen für Süßwein. Da kommt auch dieses, was aus Ungarn eben sehr, sehr bekannt ist, würde ich sagen, mit der bekannteste Süße Formint, den es gibt auf der Welt als Süßwein, würde man eben mal für das Burgenland generell sagen, dass es eher rotweinlastig ist. Aber auch das zeigt jetzt auch schon quasi auch den neuen Ansatz von Clemens, weil wir haben heute zwei weiße, einen rosé und einen roten. Also wir haben jetzt eher wirklich weiße Rebsorten. Warum ist eher mehr Rotwein? Weil eigentlich das Burgenland doch eine sehr warme Region ist und eine eher flache Region ist und oft ein bisschen Probleme hatte in der Vergangenheit auch Säure überhaupt in diese Weine zu kriegen. Ob der Wärme und eben steht ja für opulente Rotweine. Jetzt sein Rotwein, den wir heute mit haben, der hat zwölfeinhalb. Also das ist jetzt nicht gerade diese par excellence Opulenz. Aber ist es etwas, Clemens, dass ja der weltweite Weinmarkt eigentlich schon lauter nach Weißwein schreit? Ist das etwas, was ihr auch schon merkt und man sich dann verändert und dem anpasst? Ja, also einerseits wird natürlich Weißschießling bei uns immer mehr ein Thema. Das ist quasi neben Blaufränkisch, würde ich mal sagen, vor allem bei uns in der Region, die wichtigste Weißweinsorte. Und sollte man auch lieber nicht mit dem Riesling verwechseln.
Natürlich ist Riesling im Namen beim Weißschießling, aber die Sorte ist eigentlich nicht damit, Also der Welsch-Riesling kommt aus meinem Wissen eigentlich eher aus dieser Gegend im osteuropäischen Raum, wenn man jetzt zum Beispiel Kroatien oder Slowenien oder Ungarn erwähnt und eben dadurch auch das Burgenland natürlich. Aber ist es auch ein Riesling? Also hat das sozusagen geschmacklich? Gar nicht. Wir hatten ja schon Welsch-Riesling, also Welsch-Riesling nehmen wir auch diesen Riesling Italico und das andere ist der Rhein-Riesling. Und das sind wirklich also zwei... Welche Familie ist das dann eher? Wo ist der Weltschriesling dann eher?
Gibt es sowas wie nahe Verwandte? Ja, das ist nämlich das, was sich nicht so genau sagen lässt. Es gibt ein paar Theorien, wo der jetzt auch herkommt, ob jetzt der Ursprung irgendwo in Frankreich liegt und der dann von dort daherkam oder auch in Rumänien zum Beispiel. Also das weiß man nicht so ganz genau. Also es gibt ein paar Theorien natürlich, aber vom Geschmacksprofil her würde ich Welschüsling eigentlich sehr einzigartig beschreiben, weil es jetzt eigentlich nicht diese Sorte ist. Erstens mal ist es keine aromatische Rebsorte, ist eigentlich sehr, sehr, sehr klar. Was auch sehr, sehr vom Vorteil ist, wenn man die Typizitäten einer Region herzeigen will, weil Welschüsling das auch ganz gut repräsentieren kann. Und andererseits hat es für mich immer so diese Struktur, diese Phenolik, diesen Gerbstoff, da wer schließlich auch dickere Schalen hat, was natürlich auch infolge des Klimawandels natürlich auch hilfreich ist. Und andererseits hat es auch eine gute Säure oder beziehungsweise hält es die Säure auch besser im Weingarten. Und 10,5 Prozent Alkohol sehe ich hier gerade bei dem ersten, dem wir hier ein Geschenk bekommen. Aber das ist ja dein Ziel, ne? Das ist dein Ziel tatsächlich, Weine zu machen, die weniger Alkohol haben?
Und grundsätzlich, ich würde sagen, es ist nicht mein Ziel, aber mein Ziel ist es, Weine zu machen, die Leichtigkeit versprühen. Und das funktioniert auch mit Weinen, die auch 13 Alkohol haben. Oder da geht es jetzt quasi per se jetzt nicht unbedingt um den Alkoholwert. Es geht auch mehr um die Balance. Es geht um die Säure. Es geht um, wie reif waren die Trauben zum Erntezeitpunkt. Und grundsätzlich ist mein Ziel, Weine zu machen, die Energie und Leichtigkeit versprühen. Und da schaue ich jetzt gar nicht so sehr drauf, dass der Alkoholwert unbedingt niedrig ist. Das ist in dem Jahrgang, den wir jetzt hier im Glas haben, 2023 halt einfach auch so passiert, weil es ein sehr kühler Jahrgang bei uns war.
Und ich war eigentlich selber überrascht, dass der Alkohol so niedrig war. Bin aber dann auf der anderen Seite auch wieder sehr überrascht, wie viel Wein wir da im Glas haben, trotz des niedrigen Alkohols. Ich habe ja am Anfang gesagt, genau, du bist sozusagen unser Kronzeuge für das, was die jungen Leute wollen. Wie würdest du das beschreiben? Also was möchten... Deine Freunde und deine Generation dafür. Ja, da wollte ich eigentlich eher auch darauf anschließen, auf deine Frage, weil du auch gefragt hast, Martin, Michi, sorry, wo ich auch die Zukunft sehe, ob das jetzt eher Richtung Rotwein oder Weißwein geht und ich muss, also ich war jetzt vor kurzem in den USA, also vor allem dann auch an der Westküste sehr viel unterwegs und da habe ich eigentlich für mich erfahren oder da war auch irgendwie so der Tenor, dass vor allem jetzt dass leichtere, gekühlte Rotweine sehr im Trend liegen. Und gerade das ist, worauf die junge Generation dort abfährt, in den Weinbars. Und das hat mich eigentlich sehr überrascht, weil hier so im deutschsprachigen Raum das gar nicht so ein Thema ist. Und ich kannte es eigentlich aus Paris, weil da habe ich vor drei Jahren in einem Bistro gearbeitet. Und da haben wir über den Sommer auch sehr viel leichtere, gekühlte Rote serviert. Und das hat mich eigentlich auch inspiriert, mit meinen Weinen auch eher in diese Richtung zu gehen, weil ich glaube, auch mit der Rebsorte Blaufränkisch würde das sehr gut machen können.
Und ich würde auch schon sagen, dass das auch in Zukunft noch immer mehr ein Thema werden wird. Weißt du, woher das kommt?
Weil Michi nämlich seit sechs Jahren in diesem Podcast immer sagt, kühlt den Rotwein. Das hat sich jetzt bis in die USA umgesprochen. Ja, ich sage auch, chill the red wine. Das war der Grund, warum das dann auch quasi in den... Clemens, du musst natürlich noch einmal sagen, ich habe es ja eben mal kurz ausgedacht, es gibt am Tisch Menschen, die könnten dein Opa sein. Das sagen wir, die sagen, das ist geheim. Aber das ist die Ehre mit 23, du bist der Chef des Weinguts. Ja, also ich meine, mein Papa wird das vielleicht nicht so ganz unterschreiben, aber mein Vorteil ist es ja irgendwie, dass ich einerseits natürlich mit ihm gemeinsam schon das Weingut führen darf. Das heißt eigentlich sind wir beide natürlich mehr oder weniger in gezeigter Verantwortung. Aber bei meiner eigenen Linie bin das ich ganz allein. Und das ist für mich auch sehr spannend, weil ich so die Möglichkeit habe, Erfahrungen zu machen, die ich im anderen Teil des Weinguts nicht könnte.
Gibt es einen jüngeren Winzer auf dieser Welt als der, den wir jetzt am Tisch sitzen haben? Mir nicht bekannt, ehrlicherweise. Mir nicht bekannt. Aber ich glaube, du musst es trotzdem noch einmal auch jetzt für Axel und Lars und alle jetzt nicht Österreicher oder nicht komplett im Wein drin. Der Name Kutzler ist in Österreich einfach ein Begriff und das seit Jahrzehnten. Der Name Perwolf, das ist ja Top-Wein, den man sofort mit kusser. Dann gibt es das Weingut Pichler-Kutzler, wo sich zwei Winzer, quasi zwei bekannte Winzerfamilien, Dynastien zusammengetan haben. Kannst du das vielleicht einmal kurz erklären, quasi wer zu wem gehört und wo du her bist? Ja, diese Frage, mir komme ich hier sehr oft und viele stecken mich auch am Anfang, wenn sie den Namen hören, oft auch gleich mal in die Wachau, weil das Weingut-Pichler-Krutzler natürlich über die Grenzen Österreichs hinaus wahrscheinlich das bekanntere Weingut ist, weil klar, Wachau ist natürlich außerhalb von Österreich die bekanntere Region.
Also, ja, also einerseits natürlich bin ich jetzt, ist es glaube ich keine so große Überraschung, dass ich mit meinem Jungalter schon so sehr im Weinbusiness drinnen bin, weil ich natürlich damit aufgewachsen bin und irgendwie meine ganze Familie das Thema Wein auch lebt. Und die Entwicklung hat bei unserem Weingut daheim, sage ich mal, in den späten 80ern angefangen, als meine Großeltern dann irgendwie vom Bauernhof, von diesem Mischbetrieb übergegangen sind zu Wein. Und das haben dann quasi mein Onkel und mein Vater am Anfang weitergeführt, gemeinsam mit meinem Großvater.
Und irgendwie hat es dann meinem Onkel zuerst mal nach Slowenien verschlagen, und über Umwege dann in die Wachau und mein Vater, der ist zu Hause im Südburgenland geblieben und so hat sich das dann bei uns auch aufgeteilt. Also mein Vater hat dann Anfang 2000 das Weingut zu Hause übernommen, mein Onkel ging nach Slowenien und das heißt quasi, dass ich jetzt dann der Nachfolger werde im Südburgenland. Wann hast du zum ersten Mal Wein getrunken? In welchem Alter? Jetzt ist es egal. Jetzt ist es schon egal. Also natürlich, so mit 13, 14 beginnt man schon so ein bisschen zu probieren. Und natürlich habe ich dann eben auch sehr früh dann die Erfahrung gemacht, eben Weine zu verkosten und Weine zu probieren, weil ich irgendwie auch die Möglichkeiten dazu hatte.
Und das natürlich hat mich auch ziemlich früh, glaube ich, in die richtige Richtung bewegt. Und du hast eh von deiner eigenen Linie gesprochen, die heißt CK, oder? Ja, so hat das eigentlich angefangen. Das heißt, ich hatte quasi meine Initialen als Logo, wobei ich eigentlich mit dem neuen Jahrgang 2024 dann mehr oder weniger schon in die Richtung des Familienweinguts... Haben wir gleich noch den Rosé aus 2024. Wobei beim 23er-Weltschluss ja auch noch einen Wolf oben drauf auf dem Etikett. Weil hier ist dann das CK bei dem Blaufränkisch aus 22. Ah, okay. Genau, und dazwischen ist dann mein Wolf. Aber war das ein Markenproblem? Also bei CK verbindet man ja auch durchaus mit einer anderen Marke. Das war eigentlich kein Problem, muss ich sagen. Aber es war für mich dann, über die Zeit ist es mir eigentlich klar geworden, wohin ich mit meinen Weinen will. Und da ich auch im Weingut dann immer mehr Verantwortung übernommen habe, wollte ich das auch über die Zeit auch zusammenführen. Und das wird ja auch in Zukunft dann so der Plan sein, dass meine Linie quasi irgendwann einmal auch der Einstieg vorliegt.
In das Weingut werden soll. Und der Wolf ist das Symbol eures Weinguts? Richtig. Also das hat mit unserem wichtigsten Wein auch zu tun. Du hast es ja auch schon ein paar Mal erwähnt. Das ist ja eben der Perwolf. Und der Perwolf ist ein Blaufränkisch mittlerweile. Also als er in den Anfängen 1992, als dieser österreichische Rotweinboom mehr oder weniger gestartet hat, war es natürlich sehr populär, auch unsere österreichischen Sorten mit internationalen Sorten zu verschneiden, quasi als Cuvée und diese dann in neuen französischen Eichenfässern auszubauen. Das waren eigentlich die Anfänge des österreichischen Rotweins. Und damals war das bei uns eben der Perwolf, der aus unseren ältesten Blaufränkisch-Lagen aus Eisenberg und Deutsch-Schützen kommt. Und Perwolf ist eine historische Herkunft, die das Gebiet des heutigen Eisenbergs beziehungsweise des Dorfes Deutsch-Hützen, also das ist eigentlich genau die beiden Dörfer, wo wir Wein machen, wo wir herkommen, bezeichnet. Das heißt, im 12. Jahrhundert hieß diese Region Perwolf.
Also mit dem Wolf jetzt nichts zu tun im ersten Schritt, dass wir den Wolf gesichtet haben und deswegen haben sie den Wein Perwolf genannt. Dass der isst den ganzen Wein auf. Ja, genau. Jetzt haben wir den Weltschristig und ich habe schon währenddessen schon mal so... Du hast es probiert, ne? 20, 23 Weltschrössling, ja. So ein bisschen Zitrisch ist das, so ein bisschen Zitrusfrüchte habe ich da jetzt und extrem leicht tatsächlich. Das ist so wirklich irgendwie so ein sehr moderner Wein, ich glaube, der gerade so jungen Leuten, die anfangen, Wein zu trinken, total gut schmecken wird. Erstmal riecht er, finde ich, er riecht relativ nach viel. Also ich finde er riecht relativ intensiv in der Nase, weil Weltschrössling ist ja oft ein sehr leichter, säurehaltiger Mischwein. Was hast du in der Nase noch? Also ich habe Zitrusfrüchte, Ja.
Ein bisschen was kräutriges, ein bisschen was gelb-fruchtiges habe ich in der Nase. Ja, so Quitte und mich erinnert es sehr an so Fichtenwipfel oder Tannenwipfel, so diese ganz jungen Triebe bei diesen Bäumen, die auch so eine Aromatik entwickeln. Was kräutriges, ja. Und ist es ein natural one? Naja, Natural Wine. Ich mag den Begriff eigentlich gar nicht so, weil Wein für mich ja eigentlich... Was ist denn nicht natural?
Eigentlich ist gar nichts natural am Wein, würde ich sagen. Ist gar nichts natural? Ja, Wein entsteht ja nicht. Weißt du, warum nicht? Wein entsteht für mich ja gar nicht. Also aus der Natur heraus, wenn wir da genau sind, wird die Rebe wachsen und dann würden die Trauben die Vogel fressen. Und das ist quasi ja, so hat sich ja die Rebe auch damals vermehrt. Mehr oder weniger ist ja Wein für mich ein Naturgut, ein Kulturgut, das es nur gibt, weil es uns Menschen gibt, die Reben anbauen, die den Weingarten pflegen und dann daraus Wein machen. Deshalb bin ich eigentlich mit dem Wort Naturwein gar nicht so d'accord. Natürlich, glaube ich, beschreibt es irgendwie am besten mehr oder weniger, wo ich quasi hin will mit meinen Weinen, weil ich will die Weine relativ naturbelassen in die Flasche bringen. Das heißt, ich will erstens mal natürlich im Weingarten versuchen.
Naturnah zu arbeiten. Das heißt, ich will die Böden gesund halten. Ich will auch jetzt mit keiner Chemie oder sozusagen im Weingarten arbeiten. Und das heißt, gesundes Traubenmaterial, das ich dann im Keller aber so wenig wie möglich verändern möchte. Mir geht es darum eigentlich so klar wie möglich die Herkunft und den Jahrgang und die Rebsorte und auch irgendwie unseren Charakter damit einzufangen. Ich würde sagen, es ist auch jetzt nichts, was jetzt wenig so low intervention, natürlich ist vielleicht ein Wort, das gut passt. Also wir arbeiten zwar viel in den Weinbergen, aber im Keller wollen wir eigentlich nicht mehr viel tun. Das heißt, die Weine werden dann gekeltert und verbringen dann eine Zeit lang im Fass in der Regel. Da passiert auch nicht viel, da wird auch jetzt nichts irgendwie hinzugesetzt. Die vergären spontan und die werden dann auch unfiltriert mit einer ganz wenig Schwefel dann auch in die Flasche gefüllt. Deshalb würde ich eher sagen, dass es vielleicht naturnahe Weine sind, die... Die den Charakter der Region und unseren Charakter widerspiegeln sollen. Also eigentlich ist das, was wir hier machen, eine Kultursendung. Sowieso. Sowieso, das war einfach einfach. Was hast du, wenn ihr es jetzt trinkt?
Hast du Apfel? Ja. Ich habe auch noch ganz stark dieses Zitrische jetzt. Und vor allem, das bleibt, wenn man sich über die Lippen fährt, ist da ganz viel so, als hätte ich so ein bisschen frisch gepressten Zitronensaft mit so ein bisschen irgendwas. Also was schon cool ist, ist der Gerbstoff, weil das wirklich packend ist am Gaumen auch noch. Und das ist schon eigentlich fast die Überraschung mit dem Alkohol-Level. Weil da hast du oft einfach nach zehn Sekunden nichts mehr im Mund, weil du denkst, was hast du gerade getrunken? War das Wasser oder war das schon Wein? Und das finde ich, das mag ich, weil es dadurch einfach sehr lange haften bleibt. Und das bei dem wenigen Alkohol, das ist schon... Sehr, sehr lange.
Aber auch führerisch natürlich, weil ich finde, man schmeckt den Alkohol fast nicht. Also würdest du sagen, ja, ist das jetzt vielleicht ein Alkoholfreier? Könnte man am ersten Glas denken. Wie nah kommt denn dieser Wein Clemens schon an das ran, was du dir so im Kopf vorstellst, ich meine es ist ja dann wann war dein erster Jahrgang, Eigentlich habe ich ja 2020 ein erstes kleines Fass abgefüllt, aber da war das eher so eine Spontanentscheidung kurz vor der Lese, weil ich mal was probieren wollte und das war dann sozusagen der Startschuss, würde ich sagen. Und dann 2021 habe ich meine ersten, mit dem Jahrgang 2021 habe ich meine erste Linie rausgebracht mit drei verschiedenen Weinen. Das heißt, da warst du unter 20 noch? Ja. Krass. Und dein Vater, ist der da d'accord mit oder musst du dich da durchsetzen? Nein, irgendwie. Vielleicht, dass ich heimlich in den Keller und sauf deinen Wein aus. Den Tank aufmachen.
Nein, muss ich gar nicht. Ich habe das Privileg eigentlich, dass ich einen Vater habe oder generell eine Familie habe, die mich da voll unterstützt und die das gut heißt und die das auch zulässt. Weil ich glaube, es ist nicht selbstverständlich, wenn du einen Betrieb zu Hause hast und da die nächste Generation kommt, dass die gleich mal diese Freiheiten bekommen. Absolut. Natürlich war am Anfang Skepsis da, das ist ja klar. Also vielleicht dann eher mehr bei meinen Großeltern sogar als bei meinen Eltern, weil die sind ja nochmal eine Generation zwischen, die sind auch noch da. Aber sonst muss ich eigentlich sagen, dass das eigentlich schon auch sehr wichtig war, glaube ich, für das Weingut, um auch einen frischen Wind auch reinzubringen. Und mischt sich dein Vater ein? Also sagt er, mach mal hier, ein bisschen da oder sowas? Hin und wieder gab es mal so ein paar Momente, das habe ich auch nicht gut geheißen.
Aber grundsätzlich natürlich ist es mir schon wichtig, dass ich da so viel wie möglich natürlich selber mache. Und da nehme ich auch gar nicht so viel Hilfe an, würde ich sagen, weil ich irgendwie auch mit dieser Verantwortung auch lernen will, umzugehen, die man da hat. Was machen denn andere Schulfreunde von dir? Sind doch alle jetzt, die studieren oder machen Auslandsreise oder so. Gibt es schon einen, der so im Geschäft ist wie du? Naja, ich habe eigentlich keine Weinbauschule gemacht, deshalb ist es schwer zu sagen. Ich meine, ich sage normale Schule, selbst die, die in der normalen Schule waren, sind ja jetzt vielleicht gerade mit dem Studium fertig oder so, oder? Wahrscheinlich oder gerade mittendrin im Studium. Ich muss auch sagen, dass ich dann eigentlich einen sehr unkonventionellen Weg gewählt habe eigentlich, weil ich habe mich eben nicht, wie es eigentlich üblich ist, für eine nächste Generation eines Weinbaubetriebs für eine Weinbauschule entschieden, sondern ich bin in die Tourismus-Schule gegangen. Das heißt, ich habe eine Gastro-Ausbildung, Koch, Kellner und so wie mich. Sehr sympathisch, sehr sympathisch. Was man da mit machen kann, gucken wir das halt.
Nicht jeder vermurkst sein Leben so wie ich, sondern gibt auch Marke, die mir in so früh richtig abbiegen. Aber ist ja cool, weil du natürlich dann die andere Seite auch kennenlernst, also die Gastronomie und was. Und das hat mich ja dann eigentlich wieder für Wein begeistert, muss ich sagen, weil ich bin natürlich mit Wein immer in Verbindung gewesen und habe es eigentlich dann gut gefunden, dass ich mal was anderes sehe. Aber irgendwie dann vor allem, als ich dann mit Wein mehr gearbeitet habe, habe ich auch für mich realisiert, wie spannend und wie persönlich das eigentlich auch ist. Weil irgendwie habe ich dann erst realisiert, was Wein eigentlich für eine Bedeutung hat für Menschen, die Wein trinken.
Also Wein am Tisch, das initiiert ihr Gespräche, erweckt Emotionen und Wein erzählt ja auch Geschichten über Herkunft, über Persönlichkeiten. Und das habe ich dadurch erst so richtig kennengelernt, als ich selber dann am Gast gearbeitet habe und Wein ausgeschenkt habe. Und das hat mich dann auch dazu inspiriert, selber was zu machen und hat mich eigentlich wieder für Wein begeistert und war eigentlich so auch der Grund, warum ich dann zu Hause einsteigen wollte. Und jetzt haben wir einen gemischten Satz. Ich liebe gemischte Sätze. Heißt nochmal genau was? Das heißt, es ist ein Satz von einem Weinberg, einer bestimmten Stelle an einem Weinberg, wo aber verschiedene Reben sind? Verschiedene Rebsorten angebaut werden? Genau, das ist richtig. Und zeitgleich geerntet und verarbeitet werden müssen. Muss das immer die gleichen, es gibt diesen Wiener gemischten Satz? Ja, der hat eigene Regeln. Der sagt eben, dass mindestens drei Rebsorten, wovon mehr als ein Drittel sein darf und so weiter, um wirklich diese Vielfalt zu haben. Wie ist das im Burgenland? Gibt es eine Regelung für den gemischten Satz? Nein, also da ist es nicht so streng, aber natürlich versuche ich mich irgendwie auch dann daran zu halten. Wie viele Rebsorten sind denn da jetzt drin? Weil Axel und ich würden die jetzt gleich nacheinander, ich würde nur anfangen, erraten. Immer abwechslend. Ja, okay. Schade.
Scheiße. Axel, du.
Oje. Aber es ist eine Burgunder Rebsorte, die dominiert. Weißburgunder. Richtig. Gut, Axel. 1-0 für Axel, warte. Ist da dann auch Welch Riesling drin? Genau. 2, 2, mach weiter Axel, komm. 2 haben wir schon. Aber Burgunder ist auch gut. Oh Gott, der hat bestimmt auch... Ach ja, ich weiß.
Grauburgunder? Nein. Scheiße, ich hab gedacht. Charronie und Grauburgunder nicht. Nein. Aber ist das noch eine Burgunder Rebsal, die noch mit drin ist? Nein. Aber noch zwei andere sehr wichtige österreichische Weißweinsorte. Okay, die man nicht kennt. Die man kennt. Und die andere habt ihr in Deutschland auch. Die andere haben wir in Deutschland. Michi, du weißt es ja. Ich weiß auch nicht. Die andere haben wir in Deutschland. Aber es ist nur ein ganz kleiner Anteil Riesling. Das heißt, es ist hauptsächlich Weißburgunder, danach grüner Wettliner und Weißrüsling und dann noch etwas Riesling. Und wie kommst du darauf? Dass ich den Wein jetzt mache. Ja, genau. Und dass du diese Kombination machst. Ja, also die Kombination daraus ist ja schon vorgegeben, weil die so im Weingarten steht. Aber wir haben den Weingarten, also 2023, das wir jetzt im Glas haben, ist auch das erste Mal, dass ich das gemacht habe. Das heißt, wir haben den Weingarten, der steht bei unserem Eisenberg, da haben wir sehr eisenreiche Grünschieferböden. Und dieser Weingarten wurde in den 70ern gepflanzt. Das war eine Zeit, wo man eigentlich in ganz Österreich noch gemischte Sätze gefunden hat. Das wird ja eigentlich jetzt immer seltener, muss man sagen, weil nach dem Weinskandal ging alles so in die Richtung eine Rebsorte.
Und deshalb fand ich das eigentlich spannend, wieder so eine traditionelle österreichische Stilistik aufzugreifen. Und ich glaube, diese Verbindung aus diesen Sorten macht den Wein auch dazu so spannend, weil man eine Rebsorte hat, die eigentlich viel früher reift als die anderen. Vor allem viel früher als Weißburgunder und Riesling. Das heißt, wir haben eine Sorte, die ist jetzt der Weißburgunder, die die Reife bringt, die Fülle. Ja. Und dann haben wir andere Rebsorten, eben wie Riesling und Wäschwiesling, die so diese Frische und diesen leichten Gerbstoff auch in den Wein reinbringen. Und deshalb, da man das ja gemeinsam lesen muss und gemeinsam verarbeiten muss, ist der Wein ja von Haus aus dann auch schon so balanciert, weil man irgendwie so alle Komponenten durch die verschiedenen Rebsorten in den Wein reinbringt. Und das war ja auch die ursprüngliche Idee eines gemischten Satzes, dass man quasi jedes Jahr oder dass man leichter so eine gleichbleibende Balance und Qualität auch in den Wein bringt, weil ja die unterschiedlichen Rebsorten auch unterschiedlich… Genau, und auch eine Risikominimierung, dass ja wenn das Arme nichts wird, dass da… Aber ist es dann auch so ein bisschen so, ja, irgendwie, also kann man auch schnell auf die Gefahr laufen, nichts Halbes und nichts Ganzes?
Naja, du kannst natürlich der Wein ist ja jetzt im Vergleich zum Weltschließlichen deutlich stoffiger. Von Anfang an schon merkst du, dass da irgendwie eine andere, ich sage jetzt nicht Cremigkeit, aber eine andere Struktur nochmal da ist im Vergleich. Der Weltschließlichen ist ein sehr leichter, frischer, feiner Wein und der ist jetzt schon einfach ein bisschen kraftvoller, ein bisschen opulenter. So ein bisschen Pepp oder sowas. Trotzdem noch zwölf Alkohol. Ja, genau. Aber das heißt eben, was Clemens gerade erklärt hat, das heißt, er hat gewartet, bis der Weißburgunder, der hat schon eine ganz gute Reife und die anderen fangen dann an und dann sagst du, ja, du kannst natürlich aber sagen, ich warte nochmal zwei Wochen und dann hat der Weißburgunder nochmal mehr Alkohol und die anderen sind auch reifer. Dann kommt ein ganz anderer Wein raus.
Also da sind drei Tage, das Geschmacksbild verändert sich komplett. Könnte man nicht eigentlich so am Anfang ernten und dann ein paar Tage später nochmal ernten und dann zwar unterschiedliche Weine daraus machen? Könnte man, aber dadurch, dass das alles so gemischt gepflanzt ist, war das mir eigentlich auch zu viel Aufwand und weil die Anteile auch so gering sind. Das sind nur ungefähr 1000 Liter, die da rausgehen aus dem Weingarten, das heißt sehr kleine Menge. Sehr limitiert. Und das finde ich auch das Spannende dran, wenn man das gemeinsam liest, irgendwie so den Zeitpunkt, den richtigen Zeitpunkt erwischen, damit der Wein auch noch diese Balance hat. Und ich habe wieder ganz viel so etwas Zitroniges, Limettiges fast und so. Habt ihr das auch? Also du hast Pfeffer gesagt. Ist ja immer wichtig, das schreiben ja auch immer Hörer, Leute, wenn ihr uns sagt, es schmeckt stoffig, es schmeckt opulent und so, sagt uns gern, wonach es schmeckt. Und zwar deshalb, schreiben sie, damit man es nachschmecken kann. Ganz ja opulent und stoffig kann man nicht schmecken. Aber wenn man sagt, schmeckt man jetzt Pfeffer oder Zitrone? Also was habt ihr noch, so was konkret ist? Ja klar, aber wenn du jetzt die beiden Weine hintereinander verkostest, dann kannst du schon das Wort stoffig auch verstehen, dass der Wein einfach ein bisschen dir im Mund ein größeres Völlergefühl gibt als der erste. Das würde man unter stoffig dann auch bezeichnen. Von der Aromatik her ist es, finde ich, eher zurückhaltend. Also es ist überhaupt nicht laut, überhaupt nicht wahnsinnig duftig.
Aber das ist ja irgendwie, das ist ja so, deshalb sage ich das ja, weil es schrieb neulich ein Hörer, auf einmal die ganze Zeit, sagt er.
Ihr schreibt dann immer so Sachen, es ist nicht laut, es ist ernsthaft und so, aber ich kann ja nichts damit anfangen, weil mich würde interessieren, was schmeckt ihr, um dann zu testen, schmecke ich das eigentlich auch, also konkret, schmeckt es nach Banane, schmeckt es nach Citroën? Es schmeckt würzig, also das ist, was ich, also eine leichte Schärfe, ne? Ja, genau, im Vergleich zu dem anderen, also das ist für mich das deutlichste, Unterscheidungsmerkmal, dass es einfach würziger ist und das gibt vielleicht auch diese Stoffigkeit, dass man mehr das Gefühl hat, dass man mehr im Mund hat.
Aber ich sehe schon, euch beiden fällt es schwer zu sagen, oder es schmeckt rückwärts? Ich glaube, es übernimmt jetzt, logischerweise. Wonach schmeckt das? Also mich erinnert der Wein dann doch eher, also wenn man es jetzt mit dem Welschweising vergleicht, ist da reifere Frucht da und auch so eine leichte Cremigkeit, aber gleichzeitig eben auch dieses Zitrische und, Diese Struktur, dieses strukturierte. Also ich würde den Wein dann doch eher in eine Richtung geben, der sich dann mehr in diese Richtung Speisenbegleiter auch bewegt, weil man hier auch, glaube ich, super auch so salzige Fischgerichte oder generell so Gerichte mit Meeresfrüchten begleiten kann oder auch so Gemüsegerichte. Deshalb würde ich den gemischten Salz eigentlich dann eher mehr also als gastronomischen Wein auch sehen, weil er diese Voraussetzungen auch mitbringt, sich mit anderen Gerichten gut zu vertragen. Beziehungsweise im Vergleich, wer der Weltschüssing dann für mich da ja eigentlich doch ja so diese Leichtigkeit hat, wäre dann für mich das mehr so der Wein, den man auch so alleine gut genießen kann. Auch weil ich jetzt, ich stelle es ja gerade fest, weil es uns konkret schwerfällt zu sagen, wonach er schmeckt. Man kann nicht sagen, bei anderen Weinen hat man das mal, Der schmeckt nach grünen Apfel, der schmeckt nach Kirsch. Das kann man bei dem Wein nicht so. Dieses Zitrische, genau. Zitrische, ja. Und dann, glaube ich, diese leichte Schärfe, die hinten rauszumachen. Kommt das aus dem Boden?
Kann ich mir schon gut vorstellen, weil wir eben auch sehr eisenreiche Böden haben, die, glaube ich, generell auch die Weine sehr beeinflussen bei uns in der Region. Und die schaffen für mich auch immer so diese Würze und diesen Biss, diesen Charakter, die die Weine auch haben. Und natürlich schmeckt man, glaube ich, dadurch, dass der Wein jetzt auf sehr kargen Böden steht, glaube ich auch viel mehr, ist es gar nicht so aromatisch und fruchtig, weil die Böden einfach auch nicht so viel Fülle haben oder nicht so schwer sind. Deshalb ist der Wein eher ein bisschen zurückhaltender, was das angeht. Und ist eher expressiver, was jetzt so die Säure angeht und das Gerbstoffgerüst, also jetzt diese laute Frucht. Bei der Gerbstoff ist es schon auch fein und elegant bei dem Wein. Beim Weltschrissing, lustigerweise, ist es essentiell mit 10,5 Alkohol, dass du den Gerbstoff hast, weil sonst das sehr langweilig wird. Finde ich wahnsinnig spannend. Jetzt deine Leute in deinem Alter, wir lesen immer, die jungen Leute trinken nichts mehr und so weiter, die sagen genau, das sind Weine, die uns ansprechen, und trinken das dann deine Großeltern auch oder sagen die, was hast du da gemacht.
Wo hast du da verrennt? Würde ich gar nicht sagen. Also ich will auch gar nicht irgendeine Richtung gehen. Ich würde eigentlich Weine machen, die sowohl als auch anspricht. Also die genau auch die Weintrinkerinnen anspricht, die vielleicht vorher auch klassischere Weine getrunken haben. Weil ich meine, mein Stil ist jetzt nicht sehr verrückt und ausgefallen. Es ist eigentlich alles sehr klar und präzise, aber gleichzeitig auch wieder sehr verspielt und leichtfüßig. Eigentlich eher so eine Zugänglichkeit und eine Verspieltheit, aber trotzdem mit einem gewissen Anspruch. Und ich glaube, dass dieser Stil auch besonders viele verschiedene Gruppen anspricht. Also ich würde sagen, dass genauso meine Großeltern oder die Generation, die auch in erster Linie die Weine, das Weingut von meiner Familie quasi anspricht, dass auch meine Weine da reinpassen. Und genauso spricht es aber wieder eine jüngere Generation an.
Woher nimmst du denn deine Inspiration? Gibt es irgendwelche Vorbilder, die auch außerhalb deiner Familie liegen, also da kommt bestimmt was her? Ja, hauptsächlich eigentlich. Also ich bin ja viel, ich bin eigentlich sehr viel unterwegs und ich liebe es eigentlich, wenn ich wo bin, in Restaurants zu gehen und verschiedene Weine zu probieren und das auch mit dem Essen zu verbinden und, Weingüter zu besuchen in Weinregionen. Ich war jetzt auch schon in Südfrankreich auf Praktikum zu einer Lese und in Südafrika und habe das auch in Zukunft noch vor, das zu intensivieren, um einfach andere Perspektiven mir reinzuholen. Gibt es jemanden, wo du sagst, der macht eigentlich so Weine, also gibt es ein Vorbild? Das kann ich so nicht sagen. Ich bin jemand, der sich viel ansieht und mir dann so Kleinigkeiten herausnimmt und mich damit dann befasse. Also wie könnte ich das dann auch in meine, wie passt das in meine Welt rein? Wer ist denn dein Vorbild eigentlich, Axel? Ist das schon Michi? Michi sowieso. Menschlich einfach. Menschlich? Ja, menschlich.
Rede, rede. Ja, und Wein mäßig bin ich noch auf dem Weg. In der Findungsphase. In der Findungsphase, ja. Jetzt habe ich den Rosé eingeschenkt, während ihr so schön gesprochen habt. Und sehe dabei auf die Rücketiketten, Clemens, und da habe ich eine Frage, bevor wir uns mit dem Rosé beschäftigen. Da steht dann Weinland drauf und österreichischer Landwein. Ist das nicht ungewöhnlich oder warum ist das so?
Da steht auch Wein aus Österreich, jetzt beim Blaufränkisch zum Beispiel. Warum ist das so? Also das liegt daran, dass wir in Österreich, wenn wir quasi eine genauere Herkunft, also eine DAC-Region draufschreiben müssen, dass unsere Weine durch eine Verkostungskommission müssen und die entscheiden quasi, schmeckt der Wein regionstypisch und, schmeckt der Wein quasi nach einem gewissen Verkostungsschema. Und dadurch wollte ich meine Weine in erster Linie gar nicht mal durchschicken, weil ich sagen würde, dass meine Weine schon sehr eigenständig sind und weil sie vielleicht nicht dementsprechend, was jetzt so die klassische Vorstellung von Südburgenland, von Eisenberg ist. Und da wir in Österreich da leider sehr konservativ noch sind. In Deutschland auch. Und in Deutschland auch, wollte ich bewusst nicht das draufschreiben und wollte mich eigentlich bewusst rausbringen. Aber Wein aus Österreich allein ist ja schon Qualitäts- Absolut. Ja, aber vielleicht von der eine oder andere, man darf es nicht unterschätzen. Wir haben wirklich Hörer auch, die dann wirklich mich anrufen oder schreiben und fragen uns, was steht dann da drauf und kann das nicht. Hatten wir schon mal ein Rosé aus Blau-Fränkisch?
Weiß ich gar nicht. Aber? Ist geil. Ja, das wollte ich nur sagen, ist geil. Das ist sehr cool. Also erst mal eine relativ kraftvolle Farbe. Also es ist jetzt nicht zu vergleichen mit dem, was man so kennt aus der Provence oder dieses Ansinnen. Warum? Weil der Blau-Fränkisch einfach diese Farbe auch hergibt? Oder weil du das bewusst ein bisschen länger am Maischenstand seid, um genau die Farbe zu kriegen? Also ja, beides irgendwie. Also der Rosé ist jetzt schon aus 2024 und davor hatten wir ja zwei 2023er Jahrgänge.
Und 2024 war das komplette Gegenteil davon. Also 2023 war kühler und da war Meerregen und 2024 war heiß und trocken. Das heißt, es ist schon von Haus aus, man merkt es ja auch in der Nase, dass hier so eine reife Kirsch, Sauerkirsch, Preiselbeerfrucht da ist. Das heißt, es ist einfach mehr Reife und Konzentration da, was jetzt die Frucht angeht. Deshalb ist in erster Linie mal die Farbe dünkler. Und andererseits hat der eine kurze Maischestandzeit. Also ungefähr so ein, zwei Stunden stand der auf der Presse, weil ich eben bewusst nicht diesen klassischen lachsfarbenen Sommerroséwein machen wollte, sondern ich wollte was machen, was ein bisschen mehr Anspruch hat und was auch ein ganzes Jahr lang funktioniert. Sieht halt ähnlich aus wie das, was du vorhin beschrieben hast. Sieht aus wie ein gekühlter, leichter Rotwein. Ja, es kommt halt drauf an, wie man es sagt. Aber wenn eine kurze Maischelstandzeit, also heißt das nicht eigentlich, die Farbe kommt doch aus den Schalen. Und wenn die Maischelstandzeit kurz ist, dann dürfte doch eigentlich weniger Farbe da rauskommen. Genau, sonst wäre es noch dunkler. Also 24 hat eben schon sehr viel Farbe in den Schalen von Hauser. Das heißt, die Weine waren von Hauser schon etwas dünkler. Okay, und diese Lachsfarben haben dann eine noch kürzere Maischelstandzeit. Ja, die werden auf direkt gepresst. Also da kommen die Trauben in die Presse und werden sofort gepresst. Und die werden ja auch mit einer geringeren Reife gelesen.
Und hier war es ja eigentlich das Ziel, einen Rosé-Wein zu machen, der aber nicht weniger anspruchsvoll ist als ein Weißwein und ein Rotwein, weil das ist ja irgendwie oftmals das Problem, dass der Rosé dann immer weniger Wertschätzung erfährt. Und ich habe ihn eben deshalb bewusst nicht in eine weiße Flasche gefüllt, sondern auch in eine dunkle. Und ich habe jetzt... Nicht diese Idee gehabt, einen klassischen Rosé-Wein zu machen. Ich wollte so in die Mitte aus einem Rosé-Wein und einem leichten Rotwein, weil er dadurch auch viel versatiler ist. Man kann ihn genauso gekühlt im Sommer trinken, also jetzt im Herbst. Es ist eigentlich halb Rosé, halb Rotwein und ich finde, man muss aber vor diesem Wein wirklich warnen und man sieht das hier.
Ich meine, wir würden das so genial, weil es auch ich finde, es ist eine neue Art von Wein, den du da geschafft hast. Es ist kein Rotwein und es ist kein Rosé, aber ich finde, das ist das Kompliment. Also das ist, guck mal, die Flasche ist quasi leer. Und Clemens trinkt am wenigsten, der kennt ihn am besten. Als ich den mal probiert habe, Clemens war vor ein paar Wochen bei mir und dann habe ich auch gesagt, bitte komm im Podcast, weil A, so ein junger Typ und dann B, wirklich auch so tolle Weine.
Die spannend sind und wo ich dann auch gedacht habe, das ist, weißt du, es gibt so viele, echt so banale, belanglose Rosés Rosés mit 13,5 Alkohol, wo eigentlich wahrscheinlich 13,9 drin ist, die der Markt überflutet. Und das ist echt, das ist richtig cool. Also da würde ich auch sagen, wenn jemand mir so ein Rosé hinstellt, der langweilt mich den ganzen Abend nicht. Das kann ich den ganzen Abend trinken. Du kannst es halt auch im Dezember trinken, du kannst es auch im Februar trinken. Das ist mittlerweile eh passiert, dass Rosé gar nicht mehr so zesonal ist. Ich finde, wenn du so einen hellen Rosé hast und draußen ist es dunkel, du hast den Kamin, dann ist es schon komisch. Aber das ist wirklich... Kurze Frage. Weil wir das noch nicht gesprochen haben. Über die Preise. War mir klar, dass du das fragst. Also der Rosé kostet 18,50 Euro und ist gleich teuer wie der Weltschrieg. Und der gemischte Satz kostet 21, also ein paar Euro teurer. Und der Rotwein ist gleich, der kostet 23. Das ganze Paket kostet 81 Euro und ist, glaube ich, eine super Idee, mal hineinzukriegen. Also auch für junge Leute, um zu sagen, im Schnitt... Dieser Rosé ist halt wirklich... Ich finde, das ist eine mega Entdeckung. Also danke dafür.
Ich frage mich, weil das natürlich so weit weg ist von dem quasi ganz konventionellen, was man so kennt. Würdet ihr das einschenken für eine Party mit 50 Leuten, die ihr Freunde habt? Total. Ja, aber das ist cool. Und zwar auch sagen, ich finde, dieser Ansatz zu sagen, Leute, lass uns leicht gekühlte Rotweide trinken. Da schreiben ja auch immer wieder Hörer, ist das wahr? Und wenn du unterwegs bist oder wenn wir Gäste haben, so wie gestern. Und dann holst du den gekühlten Rotwein, dann gucken die dich immer noch an und sagen, du hast deine Rotweine im Kühlschrank und dann sagst du ja, warum nicht? Sorry. Ich finde, meine erste Situation, als ich reingerochen habe, das war Capri, sondern Kirsch. Es hat sowas, ich finde, dieser Wein, obwohl ich natürlich deutlich in Alkohol schmecke, geht aber eher in so eine Non-Alkoholik-Richtung, weil es irgendwie, das soll überhaupt nicht respektierlich klingen, aber es hat so ein bisschen, Saftanteile, also Sachen, die ich am Saft total mag aber es ist trotzdem genauer trotzdem wein mit weingeschmack aber das ist eine kombination die ich total ist und es nicht kitschig also man hat schon diese frucht in der nase aber am gaumen hat es für mich auch so eine würze und frische und das finde ich am blaufränkisch so so genial dass er eben dem wein doch immer noch diesen diesen tick anspruch, auch wenn es jetzt ein Rosé ist. Und ich war jetzt in den USA auch mit dem Wein unterwegs und jeder Zweite meinte, das ist der Thanksgiving-Wein.
Oder jetzt auch hier bei uns. Man hat ja auch jetzt so diese Küche, wo jetzt Geschmortes oder Wildgerichte kommen oder Wurzelgemüse, Pilze. Und ich finde, der Wein passt ja perfekt da rein, weil es eben einerseits so diese Preiselbeer-Sauerkirschfrucht hat, aber andererseits auch diese Würze und Frische am Gaumen. Und das war mir eben beim Rosé wichtig. Ich wollte jetzt nicht so diesen Trink-Rosé machen, sondern was er vielleicht auch ist. Aber ich wollte in erster Linie auch einen Wein machen, der in der Gastronomie gut funktioniert oder mit Essen gut harmoniert. Und das ist eigentlich mein Ansatz bei Wein, weil ich ja eigentlich aus dieser Richtung auch herkomme. Und das war ja eigentlich der Grund, warum mich Wein so fasziniert, weil es irgendwie... Hast du ihn in der Hansa Lounge? Nein, ich wollte jetzt einmal den Podcast abwarten und eure Reaktion, die ja für mich auch immer wichtig ist. Genau, danke. Nein, wirklich. Die Weine haben mich schon berührt. Aber klar, wir sind ja schon im November und je weniger Wein ich habe zur Jahresendinventur, umso schneller bin ich durch und umso versuche ich das eben runterzufahren.
Was ich mich gefragt habe, Clemens, wie wichtig ist denn das, dass der so ganz jung getrunken wird? Oder sagst du, in zwei Jahren ist der noch besser? Weil das ist ja so dieser, bei diesen ganzen Hype-Rosés, ist, die wollen ja alle nur diesen Jahrgang und dann kriegst du es ab März um minus 20, 30 Prozent, weil jeder den Neuen dann haben möchte. Wie viel ist das bei dem jetzt? Das ist ja genau eben das Gegenteilige, was da hier die Absicht war. Also ich wollte auch ein Rosé machen, das ist ja oft auch das Problem, dass immer sofort der neue Jahrgang da sein soll, vor allem beim Rosé und auch bei den Weißen oft. Und das war mir auch irgendwie wichtig, dass ich ein Rosé mache, der lagerfähig ist und der auch über mehrere Jahre eine Berechtigung hat. Und ich finde Dadurch, dass meine Weine ja auch sehr auf der Vollhefe ausgebaut werden, in alten gebrauchten Holzfässern, macht das die Weine.
Auch irgendwie lagerfähig, weil sie vielschichtiger dadurch werden und weil sie erst über die Zeit auch diese ganzen Schichten auch entfalten. Also du kannst die Weine auch, die sie vier, fünf Tage oder vielleicht sogar noch länger offen im Kühlschrank stehen haben. Und die werden das auch halten und die werden wahrscheinlich jeden Tag noch eine andere Facette herzeigen. Und das ist auch bei Weinen auch sehr wichtig, dass eine Flasche Wein nicht sofort getrunken werden muss, sondern dass die sich noch weiterentwickelt mit der Zeit. Und dass nicht alles rot geschwefelt wurde, damit auf keinen Fall was passiert, sondern das kann eben über Tage, ob es besser oder schlechter wird, es wird anders. und da muss man für sich herausfinden, wie man es am liebsten mag. Genau, ja. Cool, und jetzt habe ich zum Abschied, nicht ich, sondern Lars hat es eingesteckt, als letzten Wein deinen Blaufränkisch 2022 eingeschenkt.
Blaufränkisch, die Rebsorte, ist da der meiste Druck für dich drauf, weil das natürlich dafür ist, wofür ihr auch steht, das Weingut? Natürlich bedeutet es mir, glaube ich, am meisten, würde ich sagen. Und vor allem, als ich das das erste Mal gemacht habe, war hier wahrscheinlich die Skepsis, größten, vor allem bei meinen Großeltern, als die dann die Farbe gesehen haben, die ja nicht tiefdunkel ist. Und vor allem war der nur sehr kurz auf der Maische, was eigentlich auch unüblich ist. Das heißt, wir haben da jetzt nur fünf Tage Maischestandzeit. Und ich würde sagen, grundsätzlich ist ein Blaufringes eine sehr versatile Rebsorte. Das bewegt sich für mich so in den Dreieck aus Syrah Cabernet Franc auf der einen Seite, dann so Pinot Noir und Gamel auf der anderen und dann geht es für mich auch teilweise sorge in die Richtung Nebbiolo mit so einem dichten Gerbstoffgerüst. Und ich meine, das kommt immer darauf an, auf welchen Böden der Wein wächst. Zum Beispiel, wenn er auf eher Kalk wächst, kann es eher so in die Richtung Nebbiolo auch gehen. Und wenn er auf Schiefer wächst, so wie hauptsächlich bei uns oder wie bei uns zum Beispiel, dann wird das für mich eher ein bisschen dünkler von der Aromatik her. Und der Gerbstoff wird dichter, es ist ein bisschen reifer. Das heißt, es ist mehr so Richtung Syrah und Cabernet Franc. Und ich wollte eigentlich eine Stilistik machen und das hat mich auch in Paris sehr inspiriert, weil da haben wir ja sehr viele leicht gekühlte Rotweine ausgeschenkt. Und ich wollte das einfach mal ausprobieren, weil wir diese Kultur in Österreich und in Deutschland, glaube ich, gar nicht so haben.
Und deshalb dachte ich mir, ich mache eine sehr kurze, sehr schonende Meistersstandzeit. Das heißt, hier haben wir eigentlich entrappt, also gerebelte Trauben, aber wir haben die Beeren nicht aufgequetscht, um quasi nicht so viel Schalenkontakt zu haben. und es ist auch ein kleiner Anteil ganzer Traum dabei. Das heißt, es geht so in die Richtung Carbonique, Masaraccio Carbonique, ist es aber nicht ganz, weil es ja schon nach fünf Tagen abgepresst wurde. Das heißt, das macht den Wein einfach ein bisschen heller, ein bisschen zugänglicher. Der Gerbstoff ist nicht so dicht und zupackend, sondern einfach ein bisschen zarter. Und das macht den Wein für mich dann so vielseitig und auch so zugänglich, Weil ich glaube, viele fürchten sich oft vor Blaufränkisch oder vor allem die, die es, glaube ich, noch nicht so wirklich probiert haben. Klingt ja auch irgendwie, Blaufränkisch klingt erstmal so... Lemberger ist das auch, oder? Das ist genau, Lemberger ist Blaufränkisch. Ich meine, ich fürchte mich auch vor Blaufränkisch und du auch ein bisschen. Fürstest du dich vor Blaufränkisch? Ich fürchte mich vor gar nichts. Aber ich finde auch hier, was für ein Feuerwerk. Ich finde es genial, was man da alles schmeckt und wie. Es schmeckt völlig unerwartet. Aber hat der schon ein bisschen Kohlensäure auch noch? Es kommt einem so vor. Ist er drin?
Findest du nicht, dass du es so empfindest? Genau, die Frage. Ich frage mich, ist Kohlensäure zugesetzt? Nein, nein, nein. Also das war eben auch in 2022 so ein bisschen mein Gedanke, weil 2022 auch ein wärmeres Jahr war, so ein bisschen damit zu spielen, noch einen zusätzlichen Schutz zu haben für den Wein, um auch weniger Schwefel zu verwenden. Und da der Wein quasi bei der Gärung, wie der kohlensäure auch entsteht ja auch kohlensäure und.
In der Regel, wenn man den Wein dann abzieht, lässt man den Wein so plätschern, planschen, um das auch wieder rauszubekommen. Aber ich habe den Wein dann quasi vom Tank, wo der fertig vergoren ist, schonend in den Fass rübergezogen, um das ein bisschen auch in der Flasche zu behalten als zusätzlichen Schutz. Also wenn man den Wein jetzt quasi in der Karaffe gibt, ist das weg. Oder wenn man den Wein jetzt ein zweites Mal probiert im Glas nach ein bisschen Schwenken, ist das auch raus. Das ist quasi nur so, das ist eben Jahrgang 22 und da dachte ich mir, ich probiere das mal aus, wie sich das... Um die Frische so ein bisschen zu pushen. Um die Frische so zu pushen. Das ist zum Beispiel im 2023er Jahr bei meinem Blaufring gar nicht der Fall, weil das war eh ein bisschen kühler, ein bisschen niedriger vom pH-Wert. Das heißt, das war auch ein bisschen so, ich experimentiere auch viel noch mit meinen Weinen und versuche eben auch andere Dinge zu probieren. Das ist ja auch sehr wichtig. Aber du sagst ja, du machst nichts Verrücktes. Aber ist das nicht ein bisschen verrückt? Für manche schon, ja. Aber für mich ist es eigentlich...
Logisch. Was habt ihr da? Ich habe so ganz viel Blaubeere gerade. Blaubeere, ich hatte ja am Anfang so ein bisschen Pfeilchen, vielleicht auch nur, als du Kammernefrohr gesagt hast, war das für mich so ein bisschen, was ich damit verbunden habe. So was Violett ist. Ja, genau. Auch die Farbe ist ja eher so Violett. Das hat auch viel mit den eisenreichen Böden zu tun. Aber das ist noch was anderes, was so Pritzelndes. Das ist die Kohlensäure. Das ist die Kohlensäure, ja. Ich würde auch sagen, es ist so ein bisschen.
Metallisch, also ich finde, man schmeckt das auch, also das ist jetzt nicht so, das ist nicht so ein Kompott oder so eine Grütze, sondern das ist eher so eine andere Frucht, die.
Sehr viel feiner ist und auch nur zwölfeinhalb Alkohol, obwohl es ja eben so ein heißer Jahrgang war. Und trinkt man den dann eigentlich abends oder so leichter gekühlter Rotweil? Am besten funktioniert es jederzeit. Das war irgendwie die Idee. Das war schon ein Marketing-Sprech hier. Ich wollte so einen Everyday-Blau-Fränkisch machen, weil das ist es ja auch bei Rotwein in erster Linie, ist es so, dass man hauptsächlich in der kühleren Jahreszeit Rotwein trinkt und vor allem auch in Kombination mit entweder schwereren Gerichten oder eher am Ende eines Abends. Und es kommt eigentlich selten vor, dass man mal zu Mittag eine Flasche Rotwein trinkt oder am Beginn eines Abends. Und das ist ja der Wein ja absolut. Der Wein funktioniert vor einem Weißwein oder auch nach einem Weißwein, und man kann danach wieder was anders trinken. Ich finde, der Wein hat eben diese Leichtigkeit und Verspieltheit. Trotzdem aber diesen Anspruch. Aber es ist nie ein Wein, der sich jetzt... Irgendwie dominant über irgendwas drüberlegt, dass quasi deine Geschmacksknospen vom Gerbstoff vollgeballert werden oder so, ist ja gar nicht der Fall. Aber sitzen die Leute in San Francisco nachmittags in der Sonne und trinken so einen Wein? Das war so auch die Idee. Okay, krass. Das kann ich natürlich jetzt noch nicht so bewerten, weil die Weine auch jetzt erst ziemlich neu in den USA sind. Aber das war auch so der Gedanke, auch so wie ich es eben in Frankreich erlebt habe, dass Leute auch sich mittags im Sommer eine Flasche Rotwein bestellen und wenn der leicht gekühlt ist. Passiert das in Hamburg auch mal?
Also mal, ja mal, aber de facto passiert es eigentlich nicht nur in Hamburg. Weil es nicht warm genug ist in Deutschland? Ja und weil man sagt so nein und vor allem natürlich roten in der Regel deutlich mehr Alkohol und man sagt, wenn ich Mittag, dann kann ich mich schlafen. Ja natürlich, weil es ist... Verstehe ich auch. Genau, verstehe ich. Aber wo verkaufst du deine Weine vor allem? Hauptsächlich sogar ins Ausland, ja. Also ich mache ja nur, also aktuell sind es nur 10.000 Flaschen. Insgesamt. Insgesamt. Von deiner Linie. Von meiner Linie. Das wird auch in Zukunft noch mehr werden. Also wir haben 13 Hektar daheim als Familienweingut und in meine Weine fließen momentan so ungefähr 2 Hektar rein. Aber da kannst du ja auch schon einiges mit reißen, sag ich mal. Ja, schon. Und ich würde sagen, das Weingut Krutzler ist eher hauptsächlich, würde ich mal sagen, in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland etabliert. Und meine Weine gehen eigentlich viel weiter weg. Also nach Skandinavien, nach Kanada, in die USA, nach Japan. Und das ist, glaube ich, auch super, weil ich durch meine Weine auch in Zukunft neue Märkte erschließen kann für das Weingut.
Und werden denn vielleicht sogar die Top-Sachen bei euch noch besser, wenn ihr so eine Basislinie eingefügt habt, die schon sehr, sehr gut ist, aber die eben quasi nochmal eine andere Klientel bedient und ein bisschen anders gemacht wird? Dass man wirklich sagt, jetzt können wir uns noch besser fokussieren auf unsere Icon Wines? Ja, und natürlich die Weine, die dann darüber hinauskommen, sind dann einfach spezifischer. Das heißt, wir haben jetzt diese Weine und dann haben wir eben die Ortsweine, also die Dorfweine und die Lagenweine, die dann quasi die Charakteristiken von Eisenberg, von Deutschützen und von den einzelnen Lagen widerspiegeln. Und wir merken jetzt auch schon bei diesen Weinen oder auch beim Perwolf, dass... Dass dadurch auch sich die Richtung der Reine verändert. Wenn wir jetzt hier in der Basis eben schon anfangen, mehr Richtung Leichtigkeit und Energie und Eleganz auch und Verspieltheit arbeiten, dass wir jetzt schon auch Effekte merken, dass die neuen Jahrgänge, die ich ja gemeinsam mit meinem Vater jetzt auch schon machen darf, dass die auch in eine Richtung gehen, die ein bisschen feiner wird, weniger opulent, und auch ein bisschen weg von diesem altbackenen Rotweinstil hin in Richtung eines zeitgemässeren Stils, der Rotwein, glaube ich, auch ein bisschen ein neues Image verpassen wird in Zukunft.
Ich würde sagen, das hilft uns eigentlich auch extrem, dass wir diese Linie haben und die gibt uns eigentlich auch relativ viele Erkenntnisse, in welche Richtung es mit den anderen Weinen auch gehen kann. Vielen Dank. Letzte Runde, letzte Frage. Die kannst du jetzt, die kann du heute verantworten. Was meinst du, welcher Wein hat uns dreien am besten geschmeckt? Das ist zu einfach heute diesmal, ne? Heute ist es, also für mich ist es einfach. Und für Michael, glaube ich, auch, oder?
Ja, ehrlicherweise auch. Es ist der Rosé, aber der Rosé, nichts gegen die anderen beiden, gar nicht. Aber der Rosé ist wirklich eine tolle Entdeckung. Und wir sagen danke, dass du extra unsentwegen, hoffentlich nicht, sondern sowieso, du warst doch nicht sowieso in Hamburg. Nein, ich war... Erzähl doch mal deine Tournee. Ich fahre eigentlich schon, deshalb fällt es mir jetzt auch gar nicht schwer, so Hochdeutsch zu sprechen mit euch. Du hast doch souverän gelöst. Weil ich schon seit einer Woche jetzt in Deutschland unterwegs bin. Mit meinem Händler Werner Turell hatten wir quasi eine Österreich-Roadshow. Und da sind wir quasi jeden Tag in einer anderen deutschen Stadt unterwegs gewesen. Und wir sind quasi über Leipzig und Hannover, dann waren wir auch Anfang der Woche schon in Hamburg, bis nach Sylt. Und jetzt quasi bin ich von Sylt wieder zurück nach Hamburg gekommen, um euch hier zu besuchen. Davor in Amerika. Und davor war ich drei Wochen in den USA. Also ich bin quasi so ab nach der Lese. Ein Exil. Da habe ich die in die Koffer gepackt. Wann geht es nach Hause? Heute Abend geht es noch zurück nach Deutsch. Schützen wieder. In die Provinz. In die Provinz. Aber da freut man sich doch schon ein bisschen trotzdem wieder. Natürlich. Ich war jetzt selten daheim nach der Lese. Also in den letzten anderthalb Monaten. und dann tut das schon manchmal gut, auch wieder wohin zu kommen, wo gar nichts los ist und wo man... Bist du jetzt ja hier.
Wir sagen vielen Dank und sagen allen anderen, ich habe nichts mehr aufs Leben. Ich habe einen Schluck noch. Vielen Dank. Bis nächste Woche.