Herzlich willkommen zu einer Speedtasting-Folge. Wir sind zu dritt, das heißt, vor mir sitzt der liebe Michi. Servus. Und hier der liebe Lars. Hallo. Ich bin Axel und ich werde heute alles richtig machen und das Reglement einmal vorstellen. Wir haben zehn Minuten Zeit, um einen Wein zu verkosten. Jeder von uns kann zehn Punkte vergeben oder null. Meist finden wir irgendwas dazwischen und ich bin gespannt, was es heute wird. Michi, was hast du uns mitgebracht? Ich habe noch eine Idee nach der... Ich habe eine neue Art zu klatschen gelernt. Und das sollten wir vielleicht auch in diesem Podcast einmal machen. Und zwar, man zählt einfach... Zieht uns keiner. 3, 2, 1 und dann klatscht man einmal für Axel. Verstehst du? Einmal? Das finde ich ganz gut. Wir probieren das gleich mal aus, wenn du ein Geschenk hast. Geht los. Warte, warte. Warte, warte. Soll ich mit klatschen oder klatschen? 3, 2, 1. Ist cool, oder? Super. Wow. Das verändert die Welt gerade für mich. Ich habe das jetzt bei den Goldkirchen gelernt, mit denen ich im Moment viel Zeit verbringe, diesem Hamburger Männerkronen. Warum verbringst du viel Zeit? Weil ich mich überlegt habe, ich habe eine Biografie über Olaf Scholz geschrieben, ich habe eine Biografie über Markus Lanz geschrieben und jetzt habe ich gedacht, muss ich was völlig Verrücktes machen? 75 Biografien über 75? Nein, ich habe eine Biografie über die Goldkirchen und die den schönen Titel hat.

Wir haben nie behauptet, dass wir singen können. Ist doch schön, oder? Kennen denn außerhalb Hamburgs die Menschen, die Hamburger Gold kriegen? Das weiß ich nicht. Ich fand es nur phänomenal, dass wenn eine Gruppe von 70 Männern, die nicht singen können, sich vornehmen, in die Barglies Arena und in den großen Saar der Elbphänomene zu kommen und es schaffen, und die Barglies Arena ausverkauft ist mit 15.000 Leuten, dann ist ja theoretisch sogar möglich, dass Axel und ich zu Weinkennern werden. Oder? Und deshalb habe ich gedacht, muss ich mich diesem Phänomen mal nähern. Und da habe ich dieses 3, 2, 1, und das fand ich lustig. Ihr anscheinend nicht, also schneiden wir raus. Nein, nein, nein, nein, nein, nein, das werden wir noch machen. Eigentlich ist es tatsächlich lustig. 3, 2, 1. Sky, ja siehst du?

Mein bester Freund hier und ich bin sein Trauzeuge, ist der neue gastronomische Leiter der Barclays. Das heißt, ich werde demnächst ein bisschen helfen vielleicht, die richtige Weinhauswahl zu finden. Wie, ist er ganz neu, ganz frisch? Am 16. September angefangen. Wie krass. Wie heißt der? Helge. Ach, Helge? Ach, die kennt ihr doch auch. Ja, genau. Der gastronomische Leiter, der Bargläser. Junge, ey. Bis zu 400 Aushilfen haben die bei einer Veranstaltung. 400 Aushilfen. Sind deine Töchter nicht auch mal?

Die arbeiten daneben an. Aber vielleicht demnächst auch dort. So, aber jetzt soll es auch um den Wein gehen für alle, die sagen, ihr habt nur 10 Minuten Zeit und spricht dann über die Hamburger Goldkirchen. 3, 2, 1. Wir sprechen über einen Bordeaux.

Aus dem Haute-Médoc, das ist das linke Ufer. Dodon-Garonn teilen ja das Bordeaux, haben wir gelernt zusammen mit Axel Heinz. Also Cabernet-Souviant. Cabernet-Souviant und Lastix. Sehr gut, wow, stark. Musst du wissen, Axel, es gibt sozusagen Bordeaux, Cabernet-Souviant und Merlot. Und auf der linken Seite dieses Flusses, vor allen Dingen Cabernet-Souviant, also überwiegend auf der rechten Seite Merlot. Damit kann man total punktenden. Das stimmt. Linkes Ufer, rechtes Ufer. Und wir haben das Chateau Lamotte-Bergeron aus einem wirklich großartigen Jahrgang, der ist gerade auf den Markt gekommen, und das ist der Jahrgang 2022. Und man muss wirklich sagen, das ist vermutlich, vermutlich wirklich einer der Top, Top, Top-Jahrgänge der letzten 30 Jahre. Im Bordeaux? Im Bordeaux. Echt? Weil? Weil es, ganz genau verstanden haben es die Bordeaux-Winzer auch nicht. Aber sie haben gesagt, und ich war in 2023 da und habe wirklich 250 Weine aus dem Jahrgang im Bordeaux verkostet, und sie haben gesagt, das erste Mal ist uns das gelungen, oder die Trauben haben das gemacht, die Rebstöcke haben es für uns gemacht, dass wir, obwohl wir sehr, sehr warme Temperaturen hatten, also eher ein Problem mit Alkohol.

Haben wir vollreife Traum bekommen. Das kriegt man automatisch. Und trotzdem einen einigermaßen noch akzeptablen Alkohol und eine Frische in den Weinen, die bemerkenswert ist. Und Robert Parker, den wir oft zitieren, bekannteste Weinkrieg, der hat, glaube ich, 12 oder 13 Mal 100 von 100 Punkten für verschiedene Weine gegeben aus dem Jahrgang. Das hat er in diesem Jahrzehnt überhaupt noch nicht gemacht. Oder in den letzten 2000er Jahren. Und von daher ist das wirklich spannend. Wird da halt das milde? Ja, das weiß ich nicht, aber die großen Chateaus haben nicht die Probleme. Die?

Die Leute international kaufen nach wie vor Aubriant und Cheval Blanc und Lafitte und Petrus ein Problem hat, aber haben aber ganz, ganz viele darunter. Das hat Neidberg ja uns auch erzählt, Graf Neidberg, als er bei uns war. Und das ist eben so ein Weingut, wo ich denke, die haben 93 Dekanter, 92 Falstaff, 92 Sackling. Sie sind sehr, sehr hoch bewertet. Das kostet 20 Euro. Wow. Und das Coole an dem 22er-Jahrgang ist, die Weine sind sehr früh schon antrinkbar. Also die, das ist nicht so, ja, 22, ich muss erst mal zehn Jahre in den Keller vergraben? Nein. Kann man wirklich schon gut aufmachen. Warum? Weil die mussten auch reagieren und sagen, okay, die Welt will eigentlich eher Weine, die früher schon auch zu genießen sind. Und das ist fast ein bisschen schwieriger am linken Ufer, weil der Cabernet immer ein bisschen härter ist, ein bisschen schroffer, ein bisschen eckiger als der Melon. Ein bisschen saftiger, ein bisschen runder, ein bisschen weicher. La Motte-Bergeau war im Weingut immerhin gegründet 1868. Also hat er ein bisschen eine Historie. Das Interessante ist ja irgendwie, dass man denkt ja immer so als Laie, so wie wir beide, wir drei, naja, wir beide, dass Bordeaux automatisch immer total teuer sein muss. Und siehe da, nein. Und es geht auch günstig und richtig gut. Das probieren wir jetzt. Ich bin der Meinung, dass es das genau ist. Und ja.

13,5 Alkohol, was eigentlich schön angenehm ist. Ja, vielleicht so eine leichte Minznote zu diesen dunklen Beeren auch rein. Aber die dunklen Beeren, oh ja. Oh ja. Aber die dunklen Beeren, so, du hast richtig schon so, du hast auch Kirsche, aber du hast auch so ein bisschen, habe ich so ein bisschen Brombeere oder sowas, also richtig dunkle Beere. Ja.

Da war es mal wieder, nach langer Zeit. Das war übrigens, als du nicht da warst, da hatte ich zwei Treffer mit dem anderen Axel. Und da war mich, ich habe zuerst mal das Gefühl, das war so ein bisschen auch Stolz. Stolz, ja. Oh, das war ganz, es ist tief gegangen. Nein, es war eine Mischung aus Stolz und tiefer Ehrfurcht. Sehr gut. Also sag mal, Brombeere sagst du nein. Nee, nee, Brombeere sage ich auch. Ich finde es, Also A finde ich, jetzt habe ich gesagt, sie ist schon sehr gut trinkbar. Und doch merkst du natürlich, dass sie noch sehr jung ist. Also der Gerbstoffe ist schon noch da. Er ist überhaupt nicht grün. Also es ist ein schönes Tannin, ein reifes Tannin. Das ist nicht ganz feinkörnig. Ich finde es ein bisschen grober. Das heißt, die Zunge raut schon ein bisschen auf. Es ist so ein leichter Pelz. Aber ist das nicht was, also das habe ich auch gemerkt, aber ist das nicht auch was Gutes? Ich finde ja. Also wenn es jetzt diese marmeladige Süße ist eigentlich nervig und auch schnell weg. Das bleibt einfach viel länger dadurch. Haften am Gaumen und auf der Zunge. Und gibt, finde ich, hinten raus so eine frische. Also im Mund hat man dann so ein frisches Gefühl. Also nicht so ein Rotwein-Gefühl, Primitivo-Gefühl, sondern so ein frisches, leicht kräutriges Gefühl vielleicht, das in den Mund bleibt. Was ist das Kräuter? Ist das so Pfeffermünsch? Ja.

So ganz ätherisch ist es nicht. Also Cabernet ist ja oft auch wirklich diese grüne Paprika. So schlimm ist es aber jetzt nicht. Aber vielleicht ist es ein bisschen Lorbeerblatt. Es geht eher so in die Kräuter, mit denen man auch wirklich kocht. Vielleicht ein bisschen Thymier. Und ich finde, es ist auch sehr trocken. Sehr trocken. Also deshalb für Axel... Nö, bei Roter habe ich nicht so ein Problem mit trocken, ehrlich gesagt. Aber wie würde sich das in Punkten auswirken? Wir haben nämlich schon so viel Zeit in Punkten. Also ich würde mal vorlegen und würde sagen ...

Ich würde acht Punkte geben. Acht Punkte? Ja, ich auch. Das wäre tatsächlich meine Punktzahl auch gewesen. Ernsthaft? Drei, zwei, eins. Danke, das ist so schade. Das geht so schnell. Geht es so schnell? Und ich finde, immer wieder muss man sagen, Bordeaux gucken, günstig. Wie weit runter geht es mit Bordeaux? Also ich glaube, das ist so die Preisrange aus meiner Sicht und meiner Erfahrung. Also unter 15 wird es dann schon eigentlich meistens nicht so viel Freude verstrahlen. Das kostet jetzt 20 und da gibt es dann auch schon was, ehrlicherweise. Ich finde, wenn du nochmal einen Fünfer drauflegst für 25, da kann man auch schon was erwarten. Gerade im Saint-Emilion, wir haben eine andere Klassifizierung jetzt als das Bendoc, da sind alles Grand Cru's oder sehr, sehr viele Grand Cru-Klasse's. Klingt auch nochmal toll und ist eben sehr Merlot-lastig.

Da kriegt man für den Preis auch schon die Vielzahl der Beine ist allerdings irgendwo im Rahmen 40 bis 60 Euro. da ist also die Mehrheit der Winzer sind da. Aber es sieht auch schon, der muss man sagen, vom Cover her, also vom Etikett her sieht es elegant aus. Also es macht auch was her und man sieht ihm nicht, das finde ich ja toll, man sieht den Wein jetzt nicht an, dass er nur, muss auch vorsichtig sein, nur 20 Euro Geld, aber dass er nur 20 Euro kostet. Das ist das Original Chateau, was hier drauf ist. Genau, das ist sowieso, sah das Chateau 1868 aus. Lamotte Bergeron. Ich glaube, was man noch dazu sagen muss, ich glaube, es ist kein Wein einfach zum Soh trinken. Es ist schon ein Wein, dem es gut tut, wenn ihr ein Essen dazu bekommt. Fragt mich bitte jetzt nicht, was man dazu essen soll. Ich werde immer das Gleiche sagen, weil das ist langweilig für euch. Aber das ist wirklich ein Essens... Was würde man dazu essen? Das weiß ich nicht. Und leider ist die Zeit auch schon vorbei. Leute, dann bis nächste Woche. Komm, es geht immer. Kein Fleisch. Tschüss.