Hallo und herzlich willkommen zu einer Speedtasting-Folge. Das heißt, wir trinken einen Wein in zehn Minuten. Jeder von uns darf maximal zehn Punkte vergeben. Und wir sind zu dritt. Das heißt, neben mir sitzt der liebe Lars und der liebe Michi. Servus. Servus. Michi, was hast du mitgebracht? Und wer bist du? Ich bin Axel. Ich sage euch nicht, was ich mitgebracht habe. Ein Rotwein. Ein Rotwein, weil Lars dagegen Ressortiments hat. Oh, Ressortiments. Was weiß ich? Woher weißt du das? Wieso? Ich bin ein aufmerksamer Zuhörer der letzten Jahre. Ich habe Ressortiments gegen einen Rotwein, weil er zu viel Alkohol hat. Das werden wir gleich sagen. Okay. Das wirst du mir gleich sagen. Also ich habe auch einen Rotwein. Ressortiments gegen... Ach, es kommt aus Georgien. Richtig.

Oh, das geht jetzt schnell. Oh Mist. Es ist ein Grand Vin de Georgie, was ich netter finde als Georgien. Aber ganz kurz, wieso habe ich was gegen Georgien? Du kommst wieder nicht mit so einem georgischen Wein. Habe ich mal gesagt? Ja, mehr sagt. Ich glaube, es war... Also, weil ich nicht glaube, dass das... Das geht ja hier hin und her. Ich glaube, dass das gelogen ist. Ja? Das können wir... Es gibt Beweise, alles aufgezeichnet. Michael Mallert oder so. Ja. War der, hat der was mit georgischem Wein zu tun? Nein. Nee. Aber wo kam der noch her? Hatten wir... Also, Michael Mallert kommt aus Krems, Eingang der Wachau. Ganz toller Winzer, lieber Freund. Ja, genau, genau. Wir hatten mal eine Folge mit ganz krassem Wein. Ich glaube, der kam irgendwie... Aus Georgien. Warum sollte ich was dagegen haben? Ich kenne wie so einen Weinrassist.

Das Gefühl hatte ich auch. Deswegen wollte ich eigentlich die Flasche nicht zeigen. Aber jetzt haben wir es schon. Wir trinken Chateau Mukrani. Das wurde schon 1878 gegründet. Dieses Chateau war das erste Chateau, das sich auch so genannt hat, in Georgien. Und die Rebsorte heißt Saparavi. Und das ist eine autokrone Rebsorte, die aus Georgien kommt. Und Georgien ist ja das Mutterland des Weinbaus. Also im Prinzip die ersten Weinreben, die man nachweisen kann, kamen aus Georgien und über Griechenland, dann zu den Römern und dann in die Welt hinaus. Von daher gibt es wirklich einen... Hatten wir schon mal? Ja, hatten wir schon mal. Kann man alles nachvollziehen? Ja, aber manchmal ist es ja... Michael. Ich werde heute Abend einmal alles durchhören. Viel Spaß. Viel Spaß. Der ist ausländisch weiß, der mag das bitte schon mal hier uns reinschreiben. Aber toll, also für mich, ich verliebe mich immer wieder neu in diese Informationen. Ach, ist schön. Und man muss eben sagen, dass es schon einen gewissen Trend nicht, aber georgischer Wein kommt mehr jetzt auch in unseren Breiten. Ich glaube, in Berlin gibt es ganz georgische Restaurants und so weiter, die wirklich nur georgische Küche machen und so ein bisschen Russland angehaucht. Und dann gibt es auch nur georgische Weine und vieles ist da auch natural. Und in Amphoren, das ist jetzt im Holz ausgebaut. 13,5 Alkohol, das ist der Jahrgang 2021.

Und es riecht, wenn man rein riecht, riecht es ganz toll. Nämlich so ein bisschen, rumtopfig, so ein bisschen vanillig. Vanille, Kirsche. Kirsche natürlich auch, aber... Altbeere.

Georgien ist ja auch bei der Basketball-Europa-Meisterschaft weit gebracht, nämlich bis ins Viertelfinale. Völlig überraschend, weil sie wen geschlagen haben? Das passt im Achtelfinale. Spanien haben sie geschlagen, oder? Frankreich. Und Deutschland spielt jetzt gegen Finnland. Das wissen wir schon. Aber auf jeden Fall ist Georgien auch da am Kommen. Ich finde, das riecht gut. Und du hast schon getrunken. Ich habe schon verkostet.

Das ist die Rebsorte Saparavi, die sag ich jetzt mal so, das ist auch recht karg dort, auch das Weinheim und so schmeckt das auch. Das ist jetzt kein absoluter Crowdbleaser, sondern eher ein eckiger, kantiger, rustikaler Wein, keiner von Finesse getrieben, sondern ein bisschen grobmotorig. Findest du? Also, wenn du das so, das klingt so krass, das klingt so wie jemand, den du von der Fahrrad fährst und du sagst, das ist hier einer, der knallt eigentlich alle zwei Meter hin. Ich finde ihn hart jetzt. Ja, hart. Ja. Finde ich auch. Finde ich auch, aber nicht schlecht. Also schon... Ich finde ihn gar nicht so hart. Also ich finde ihn nicht... Also hart im Sinne von spritig oder... Nee, hart im Sinne von Gerbstoff. Okay. Also ich finde, es ist ein bisschen austrocknend auch. Austrocknend im Mund, finde ich. Und ich finde, der Gerbstoff ist auch hart. Also diese Bitterstoffe, das ist schon sehr, sehr präsent. Also der Wein wirkt auch noch so entsprechend jung. Und ich finde, es ist am Gaumen gar nicht mehr so fruchtig. Am Anfang im Mund habe ich so ein bisschen wie so, eingemeischte, wie so eine rote Grütze, wie so ein eingemeischtes Obst oder wie so ein Kirschkompott oder so, aber hinten raus wird es eher sehr trocken und da ist.

Also trockensensorisch und trocken durch diesen Gerbstoff auch, dass ich jetzt finde... Das ist ein Wein, den du nicht einfach so trinkst. Ich glaube, da brauchst du wirklich nur ein Essen dazu. Was für ein Essen würde dazu passen? Ich kenne mich zu wenig aus mit der georgischen Küche. Aber meistens passt logischerweise Wein aus dem Land zu Gerichten aus dem Land, weil diese zwei Kulturen sich miteinander gewachsen sind. Aber ich kann mir schon jetzt in den Herbst hinein vorstellen, dass du irgendwie so geschmorte Kalbsbäckchen oder so als Beispiel... Ich wusste das, was mit Kalbs sagt. Ich wusste es. Weil er immer was mit Kalbs sagt. Nein, das ist meine Retour-Couture jetzt. Ganz häufig auch Ceviche. Eher noch Ceviche, aber eher was mit Kalb. Man kann mir gut Kalbgeschnitzel das vorstellen. Ein schönes Wiener Kalbschnitzel. Das Schumi kommt oft, oder? Nee, kommt gar nicht. Das ist auch was Vegetarisches. Das hat doch schnell beleidigt, Lars. Ich bin gar nicht beleidigt. Er hat mich jetzt beleidigt, jetzt muss ich ihn auch sofort. Nein, ich bin nicht beleidigt. Ich wusste nur, dass du was mit Kalb sagst. Ich wusste es. Also ich finde diesen Wein jetzt ehrlich gesagt nicht so schlecht wie ihr. Ich finde ihn auch nicht so schlecht, aber schon sehr speziell. Das kann man sagen. Und was kostet der denn? 1990. Ist der speziell?

Also schmeckt man, dass der aus Georgien kommt? Nein. Dafür, nein. Er hat keine eindeutige DNA, um zu sagen, so schmeckt georgischer Wein. Aber wie schmeckt spanischer Wein? Da musst du schon mal unterscheiden. Stimmt, stimmt. Also, aber wie schon denkt, nur seländischer Sauvignon Blanc, ja, kannst du schon wissen. Aber ich finde, das würde mir jetzt auffallen, dass ich sage, der Wein hat schon Gerbstoff, dadurch hat er auch Charakter, dadurch hat er Spannung. Also ich finde es schon tanninreich. Und ist es eigentlich nur der Gerbstoff, der ihm die Spannung gibt? Ja, so viel Säure hat er nicht, finde ich. Okay Säure, aber jetzt nicht wahnsinnig viel. Aber er ist natürlich spannender dadurch als vieles andere, was man so kennt. Und kann schon etwas sein für...

Mal in eine Weinrunde hinein, kennt ihr vielleicht noch nicht. Also ist, glaube ich, schon etwas besser auch. Kostet auch schon zwar nicht. Aber es ist jetzt auch nichts quasi, es ist keine leichte Kost. Also es ist jetzt nicht, den trinke ich so nebenbei, werden wir uns intensiv unterhalten. Da würdest du immer wieder, das wird jetzt, glaube ich, nicht so weggehen, so einfach. Habt ihr Georgischen Wein in der Hanselot? Nein, wir haben keinen Georgischen Wein. Das ist ja auch mal ein Zeichen dafür, dass es im Kommen ist, aber es ist noch nicht so im Kommen. Wir sind bestimmt kein Gradmesser, aber wir haben Slowenischen Wein, ja, von Michi Groß, aber keinen. Ah, dann war das vielleicht Michi Groß, den wir mal verboten haben. Den hast du gemeint. Aus Slowenien. Ja, genau, genau. Und das war auch wirklich ziemlich harter. Das war vor allem viel von Mint. Die Weine sind großartig. Die neuen Sachen finde ich wirklich fantastisch. Aber sicherlich nicht Everybody Style. Ja, genau. Dann war das auch kein Formant. Ich sage sechs Punkte. Ja, da bin ich dabei. Da bin ich dabei. Sechs würde ich auch geben. 6, 6, 6, 18 Punkte. Es hätte keine Rolle gespielt, wenn man nicht gewusst hätte.

Dass er aus Georgien kommt. Wobei ich habe neulich von Jared Dibaba einen schönen Satz gehört. Der hat gesagt hat, am Ende denken wir alle rassistisch. Der eine mehr, der andere weniger. Das fand ich einen interessanten Satz. Da ging es darum, Jared Dibaba, der Moderator, der Plattdeutsch spricht und aus Äthiopien kommt. Und er sagt, natürlich hätte sich niemand für mich so interessiert, wenn ich ein ganz normaler, das ist normaler, normaler ist er ja, wenn ich ein Weißer gewesen wäre, der Plattdeutsch spricht und genau umgekehrt wäre, aber wenn ich jetzt jemanden hätte, ein Weißer, der die Dialekt, das den Dialekt meiner Heimatregion sprechen würde, würde ich auf den auch interessanter blicken als auf jeden anderen. Und das ist schon rassistisch, nur wenn man interessanter drauf blickt? Nee, das ist, glaube ich, ich verstehe, er sagt ja, natürlich ist es so zu sagen, wie sagte er, ich bin für die Leute der Schwadde Platzschnacker. Und natürlich ist das wenn man so will, rassistisch. Aber er sagte, es ist nicht schlimm. Ich weiß ja, dass es so ist und ich habe es ja für mich genutzt. Es ist in dem Fall nicht schlimm. Er sagte auch, nur weil man rassistisch denkt, in Teilen ist man kein Rassist, ein großer Unterschied. Fand ich interessant. Das dachte ich jetzt, passt vielleicht gerade. Aber es hat doch keiner einen Georgien-Rassismus, oder? Sowas hat man doch nicht. Doch, ein bisschen. Nein, es gibt ja Länder, wo man sagt, bei allen Sachen, wenn du sagst, woher du kommst, ist doch in Hamburg, wenn du sagst, wenn du aus einer bestimmten Ecke kommst, Hamburg, Also so wie ich aus Harburg. Da schwingst du immer mit O. Oder wenn einer sagt, ich komme aus Blagenese, dann O.

6, 6, 6, 18 Punkte für 20 Euro. Aber wie glücklich das als Österreicher hat man das gar nicht. Das stimmt.

Weil ihr auch mal nett zu allen seid. Bis nächste Woche. Auf Wiedersehen. Vielen Dank.