Music.
Unser Partner Havesco macht jeden Wein zum Erlebnis. Das vorgestellte Vier-Flaschen-Paket ist bestellbar auf havesco.de. Zusammen mit über 9000 weiteren Weinen. Heute wird es ganz bitter, weil heute der Lars nicht dabei ist. Er liegt da nieder und hat keine Stimme mehr, was für so einen Podcast natürlich immer schlecht ist. Aber es wird auch bitter, weil es heute um Wermut geht. Und Wermut, das ist per Definition ein Aperitif, der aus aromatisierten, aufgespritzten, mit Kräutern und Gewürzen versetzten Wein gemacht wird. Und warum man sich damit beschäftigen sollte, als Weinliedhaber, das muss uns erstmal einer erklären. Und dieser einer, das ist Kai Kengott, der heute bei uns ist. Kai, du bist Unternehmer mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung in der Gastronomie und Hotellerie. Du hast eine eigene Gastro-Weinbar. Aber du kannst nicht nur Gastro, du kannst auch Wermut. Du machst nämlich Wiemut. Und das ist ein handgemachter Wermut aus Wiesbaden, den du zusammen mit dem Weingut Goldatzel aus dem Rheingau machst. Und zusammen mit der Kellerei, jetzt müssen wir einmal. Ja, Brennerei. Brennerei. Kaltenthaler. Kaltenthaler, genau.
Genau, aus Rheinhessen kommen die, ne? Genau. Genau, genau. Und mit denen bringst du das auf die Flasche. Ja, und damit bist du unser Experte für heute. Und dann tauchen wir jetzt mal ein in die Welt von Kräutern und überraschenden Aromen und Riesling. Ja, ausgezeichnet. Ja, ich bin Michael. Servus, Kai. Wirklich cool, dass du da bist extra aus Wiesbaden, muss ich sagen, hier nach Hamburg gekommen, um bei uns im Podcast-Stuhl zu sein. Und du hast auch Deutschlands einzige Wermutteria.
Ja, das hat sich so entwickelt. Wir sind vor drei Jahren angetreten, die Aperitivkultur nach Deutschland zu bringen. Seitdem gibt es bei uns die Laura del Vermut. Das, was in Spanien, in Katalonien uns bekannt ist, geht ab 11 Uhr da morgens schon los. Und ich war 2017 auf dem Jakobsweg und um die Schmerzen zu lindern, wenn das Voltaren-Gel nicht mehr geholfen hat, dann war es die nächste Vermuteria, die uns geholfen hat. In Spanien gibt es Vermut from the tap, so wie bei uns Bier vom Hahn. Gibt es in Spanien überall diese Wermutterien, wo du, wie wir hier auf dem Tisch sehen, Chips dazu kriegst, Oliven als gedeckt zum Wermut dazu.
Ich glaube, wir müssten einmal das, du hast es aufgespritzt oder aufgespritet, ist das schon die Definition von Wermut? Gibt es da noch andere Regeln oder gibt es da noch andere gesetzliche Bestimmungen? Es gibt natürlich in Europa gesetzliche Bestimmungen. Es gibt eine EU-Verordnung dazu. Da sind auch nochmal die Süße gerade ganz genau definiert an Gramm Zucker pro Liter. Ich habe das hier auch mal mitgebracht. Das geht also bei wirklich extra dry oder sehr trocken oder die Franzosen würden extra sec sagen, los bei unter 30 Gramm. Dann gibt es die nächste Stufe bis 50 Gramm pro Liter, 50 bis 90, 90 bis 130 Gramm und dann alles, was über 130 Gramm Zucker pro Liter hat, wäre dann Sweet.
Okay, also das heißt, Wermut muss nicht dieses ganz Bittere sein, was ich angekündigt habe. Ich dachte, das Last Dice und du nicht. Aber dass du trotzdem da bist, auch wenn du sagst, bitter, bitter, bitter. Ja, aber ich bin großer Negroni-Fan. Also wenn ich Cocktail trinke, dann gerne Negroni. Also ich mag dieses Bittere schon, aber hätte gedacht, dass Wermut eigentlich immer bitter sein muss. Also es kommt ja aus der Medizin oder schon aus der römischen Antike. Es gibt eines der ersten römischen Kochbücher, wo man mit aromatisiertem Wein gekocht hat.
Speisen damit mariniert hat und auch die Hildegard von Bingen, also wirklich aus diesem Ort Bingen am Rhein, die hat den sogenannten Maidrunk seiner Zeit auch schon erfunden, wo man wirklich so eine Leberentgiftungskur gemacht hat, weil der Wermut als solches ist appetitanregend, er ist verdauungsanregend und soll auch entgiftend und blutdrucksenkend sein. Aber das heißt, er hat schon immer eine Bitternote? Absolut, absolut. Und du hast aber eine Weinbar, da wird nur Wermut getrunken oder auch andere Sachen? Nein, also... Wie heißt die Weinbar? Wine in the Hood. Und wo ist die in Wiesbaden für die, die jetzt zufällig mal nach Wiesbaden fahren und sagen, den Kai, der ist so nett, den gehe ich mal besuchen. Genau, im sogenannten Bergkirchenviertel in der oberen Webergasse. Das ist im Grunde so der neue Trend-Ausgehbereich in Wiesbaden.
Und wir sind dort alles Einzelhändler mit Sportmoden, mit Fahrradläden, mit Fahrradläden. Und Tätowierer haben wir, wir haben kleine Cafés, wir haben Galerien, eine Pizzeria, zwei Weinbars, ein Tagescafé und alles inhabergeführte Geschäfte bis hin zur Nähmaschinengeschäft, wo du Nähmaschinen kaufen kannst. Und es ist halt so ein wunderbares Gegengewicht zu der Öde der Fußgängerzonen in Deutschland, die alle von Detailisten bevölkert sind. Und wie wichtig ist Wermut dann in deiner Bar, wenn du sogar sagst, das ist eine Wermutarier? Ist das geschützt? Kann das jeder sagen, der zwei Wermuts auf der Karte hat, ich bin auch eine Wermutarier? Oder muss man da irgendwas erfüllen? Nein, das ist kein geschützter Begriff als solches. Ich denke, das macht Sinn, wenn man so wie wir rund 30 Wermuts auf der Karte hat, die unterteilt sind in Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Jetzt am neuesten auch Griechenland und Mexiko. Also ich gehe natürlich überall jetzt auf Wermut-Shopping-Tour.
Und der letzte Wermut aus Mexiko hat mich 75 Euro gekostet, weil allein das Porto von Mexiko City in unserem Urlaubsort war so teuer. Okay, und du hast uns ein paar Flaschen mitgebracht. Ich glaube, das bekannteste ist dieser Martini Extra Dry, so aus der Flasche, wie man das kennt. Und auch Neuprat ist etwas, was man, glaube ich, so ziemlich in jeder Bar hat manche auch zu Hause, auch zum Kochen, zum Ablöschen. und darüber hinaus probieren wir aber auch heute vier verschiedene Wermuts? Auf jeden Fall, mindestens vier. Wenn du die verkostest, wie verkostest du die? Also ich gehe immer so vor, dass wir erstmal ohne Eis, ohne Tonic, ohne Filler quasi verkosten. Ich denke, so bei Raumtemperatur hat man einen großen Zugang zu den Aromen als solches, in der Nase, im Gaumen.
Und dann kann man so ein bisschen experimentieren. Wermuts verändern sich auch mit dem Filler, verändern sich auch in Temperatur. Und ja, du hast die Dry-Martinis schon angesprochen, sind sicherlich die bekanntesten, weil ohne trockenen Wermut gäbe es keinen Dry-Martini-Cocktail. Wobei auch da muss man ja, wo du gerade auf die Flasche gezeigt hast, immer wieder unterscheiden. Es gibt einen Martini-Cocktail und es gibt die Marke Martini als Hersteller von Wein-Aperitim. Ja, das darf man nicht.
Früher habe ich Martini von meiner Mutter geklaut und auf den Dachboden getrunken. Da war ich noch sehr klein. Aber das war bestimmt Bianco. Ja, genau. Bisschen süßer. Stimmt, das war Bianco. Also damals hat es mir nicht geschmeckt. Aber ich war auch sehr klein. Und trotzdem hast du es quasi illegalerweise entdeckt. Ja, genau. Weil es halt geknallt hat. Ja, genau. Hat es verboten, wie ich, den heimlichen Schlüssel für die Bar für die Hauspart zu hauen? Das war gar nicht abgeschlossen. Tochter Johanna sagt immer, muss nicht schmecken, muss wirken. Genau.
Aber jetzt nochmal. Also dieser Mettini, das ist jetzt aber, das kann man nicht als Wermut bezeichnen? Ganz streng genommen ist es wie Lele ein Wein-Mischgetränk. Aber jetzt kommen wir mal wieder zu dieser EU-Verordnung. Das ist gut, dass du es nochmal ansprichst. 75 Prozent des Wermuts muss Wein sein und der Wermutanteil muss einen bestimmten Grad auch haben und die Wermutnote muss deutlich schmeckbar sein. Das ist wichtig. Und Martini Bianco als solches ist ein Weinmischgetränk, streng genommen kein Wermut. Aber heute produziert Martini Reserva einen roten als auch weißen und natürlich jetzt auch wieder den Extra Dry, weil der Extra Dry hier von Neupra, Dolin mit 200-jähriger Wermut-Geschichte in Chambéry sind alles Wermut-Hersteller, die sehr stark auf dem amerikanischen Cocktailmarkt vertreten sind. Da geht es ganz stark um Marktanteile und wenn du in New York in Barst bist, siehst du ganz viel Dolin im Moment. Aber als reines Getränk, Wermut, gut, in Spanien hast du gesagt, es ist ganz populär.
Also in Deutschland ist es noch nicht so angekommen offenbar. Du sagtest ja, du hast die erste Wermutteria, aber hier spielt es eher als Mischgetränk. Also ich war jetzt gestern Abend in einem sehr bekannten Viertel hier von Hamburg mit einem ganz tollen Restaurant. Und da gab es jetzt zwei Wermuts auf der Karte. Ich wünschte mir, und deshalb bin ich heute in dem Podcast auch, dass Wermut seinen Siegeszug jetzt hinlegt und dass man mehr Craft-Wermuts auf der Karte hat. Ich meine, wir sind in Hamburg. Einer der ersten ist hier der Helmut gewesen. Auch an den habe ich mich seinerzeit orientiert. Es gibt Abross im Schwarzwald. Es gibt einen Wermut von der Insel Föhr inzwischen.
Also auch Gegenden, die man nicht vermuten würde. Und das Tolle ist daran, es ist alles immer auf qualitativ gutem Wein aufgebaut. Das ist der große Unterschied, sage ich mal, zu einem Martini in den 70er Jahren, wo man Wermut als Pennerglück oder Wermutbruder bezeichnet hat, wo es wirklich industriell gefertigste Ware war. Perfekt. Magst du uns schon mal einen einschenken, wie du denkst, wo wir anfangen? Und mich würde noch mal fragen, du hast es gerade gesagt, das Wort, es muss also Wermut-typisch schmecken. Was heißt das denn? Nach was schmeckt denn der Wermut? Also beim Gin weiß man, es muss nach Wacholder schmecken zum Beispiel. Das ist ja klar definiert. Aber wie ist Wermut-Geschmack? Ja, wie ist Wermut-Geschmack? Ihr werdet es gleich mal schmecken. Beziehungsweise erst mal riechen.
Aber riecht geil, macht mich schon mal. Also hier haben wir, um deine Frage zu... Also immer diese Bitternote. Es ist natürlich... Erst mal medizinisch, würde ich sagen. Als ob du so ein bisschen in die Apotheke reinkommst. Je trockener.
Beim Neu-Brat ist es so, die lagern ja ihre Fässer noch ein Jahr lang an der Sonne, im Außenbereich, an der Meeresluft in Marcellian. Und da bekommt er so eine oxidative Note. Eher unangenehm. Deshalb entweder im Cocktail oder in der Fischsoße. Und Valem auch ganz interessant. Den hast du eingeschränkt? Bei Valem White. Ist das dieser Föhr? Okay. Genau, der ist zwar sweet, also wenn du jetzt schmeckst, der hat einen hohen Zuckeranteil, über 130 Gramm. Aber er hat Meereslavendel, er hat Quella. Und als Grundwein haben die Solaris, Johannita und Hibernal. Das sind meines Wissens alles Peewies. Das sind alles Peewies, ja. Also gelzresistente Rebsorten, die auf Föhr wahrscheinlich auch wachsen. Da wächst halt kein Riesling oder so, es wird alles nicht reif. Ach, der Wein kommt auch von Föhr? Der Wein kommt von dem Weingut Wadem und der Sohn von dem Besitzer, der studiert in Geisenheim. Und Geisenheim ist die bekannte Uni, nebst Heilbronn, glaube ich, wo man Weinbau studiert oder Weinwirtschaft. Und ich finde es toll, dass die das gemacht haben und dass die eben auch regional, dass die sagen, okay, wir nehmen diese Hagebutten, diesen Meereslavendel, diesen Queller. Strandflieder, was ist das denn?
Strumpflieder. Du pätst auch alles. Krass. Also ich finde die Flasche wahnsinnig schick. Das Getränk mag ich auch. 16 Alkohol, das ist so die Range. Port hat immer so 20 oder so, aber hier sehe ich so 16, 15, 18. Er darf bis 22, aber macht keiner. Also je höher der Alkohol, desto stabiler der Wermut. Weil Wermut ist doch auch ein Produkt, was wenn es nicht gekühlt wird, wenn es erstmal offen ist, umkippen kann. Das ist ein Naturprodukt. Es flockt gerne aus, als auch, es kann auch umkippen. Also das passiert mir in der Weinbar auch, weil wir 30 Wermutsoffen haben dann. Die werden natürlich alle gleich schnell getrunken und da muss man schon vorher taste. Also lagert man die im Kühlschrank? Ja, im Kühlschrank. Wir haben bei unserem Wermut bewusst jetzt die Halbliterflasche auch gewählt, indem das dann nach zwei, drei Gläsern Für dich ist die Süße kein Problem bei diesem Wermut? Nein. Ich finde, weil es auch sehr viel Bitterkeit hat. Also die Nase liegt schon für mich so irgendwie beim Zahnarzt oder so. Wenn man nachdenkt, nehmen Sie mal erst mal.
Ich spüle erst mal den Mund aus nach der Zahnreinigung. Zu Beginn so ungefähr. Aber da mag ich das geschmackstypisch. Es wäre mir trotzdem zu alkoholisch jetzt, um das jetzt einfach so pur zu trinken. Aber ich bin ganz gespannt. Ich bin so unbefleckt, was Wermut betrifft. Deswegen habe ich mich auch sehr auf diesen Nachmittag heute gefreut mit dir.
Jetzt kaufe ich mir so eine Flasche. Wie lange kann ich denn den kühloffen lagern? Also meine Empfehlung wäre zwei Wochen. Und danach, ich meine, wie auch auf vielen Dingen steht immer.
Mindesthaltbarkeitsdatum. Das kommt drauf an, kommt viel Luft dran, kommen Gerüche dran. Ich würde zwei Wochen empfehlen, würde dann aber immer nochmal kosten. Und kann man das erkennen oder nur schmecken? Das kann man schmecken. Kann man es dann danach noch zum Kochen verwenden? Ich habe es dann immer weggeschüttet. Wir hatten das letztens bei einem roten, der dann einfach umgekippt ist und dann schüttel ich ihn lieber weg. Also wir hatten jetzt auch mal so einen massiv quarkigen Wein. Den habe ich an die Küche gegeben und dann hat mein Küchenchef gesagt, ey, ich schmecke diesen Quarkgeschmack. Das haben wir nicht weggekauft gekriegt. Dass es physikalisch geht. Genau. Wenn du sowas hast, mitbring. Ich muss das mal schmecken. Ja, ja. Wir hatten gerade letzte Woche großes Tasting, da waren drei Flaschen und so. Also erzähl, ich habe es wieder vergessen. Aber mache ich. Und jetzt hast du Fatsau. Zweimal Fevertree, einmal Premium Indian und einmal Mediterranean. Sollen wir uns das jetzt mischen oder gibt es nochmal Bescheid? Ihr könnt beides, es passt ja, das Mediterrane passt vielleicht zur See. Wie ist das Mischungsverhältnis? Einfach jetzt, wir haben ja jetzt auch nicht volles Glas einfach. Und auch ein Eiswürfel oder nicht? Wir können erstmal ohne und dann gerne mit Eis. Aber wirklich nur so ein Schuss da rein? Also ist jetzt ungefähr genauso viel Wermut wie Tonic? Oder... Also sonst ist es wie beim Gin auch mehr Filler als... Aber wir haben ja jetzt auch noch.
Eingeschenkt.
Beim Gin Tonic habe ich ja genau mehr Filler. Jetzt habe ich ungefähr gleich. Aber jetzt ist so ein bisschen dieses medizinische weg. Das stimmt, ja. Ich habe so ein bisschen Eisbonbon jetzt. Also ich habe in meiner Mischung so ein bisschen Eisbonbon. Gletschereis. Und wenn du jetzt noch einen Eiswürfel reinmachst, dann besteht die Gefahr, dass du wirklich sagst, oh, lecker, trinke ich weg. Das ist ja ganz schön, das ist ja was, was wir wollen. Ach so. Wir haben eine kleine Bar hier aufgebaut mit Kai. Schack. Ein oder zwei? Ja, ein ist gut.
Oh Mann, das ist ja Hammer hier. Ja, Axel, ich habe dich genau im Blick. Du sollst den letzten auch noch erleben, mein Freund. Der letzte steht noch hier unten am Tisch, den siehst du noch gar nicht.
Und dann ist es ein klassisches Aperitif-Getränk, das vielleicht den Gin Tonic, den Aperol Spritz quasi Paroli bieten kann? Ja, zum einen ist es ja inzwischen durch diese Kraftbewegung in Deutschland ein handwerklich sauber hergestelltes Produkt. Es gibt No Artificials. Es ist zwar Süßungsmittel und Färbemittel erlaubt laut dieser EU-Verordnung Und so ist es auch oft, dass ein roter Wermut aus Frankreich oder... Aus Italien gar kein roter Wein ist, sondern das weiße Rebsorte ist, die dann mit rote Beete oder mit Zuckerkouleur, mit Karamell gefärbt wird. Und dadurch bekommt eigentlich dieser italienische Vermut diesen braunroten Touch. Wenn du ein antiker Formula oder Carpano aufmachst, dann hat der ja so eine braunrote Note. Aber das gibt es gar nicht, dass man das mit Rotwein macht? Doch, in Deutschland schon. Ja, aber was machen wir mit dem Ausland? Also ist das ein deutsches Phänomen? Neulibra macht alle seine, ob das Amber ist, ob das der Rouge ist, egal, alle mit weißem Wein. Die sitzen im Longendoc da unten in der Provence, die kaufen dort, ich habe das nochmal nachgelesen, Pickpool, Depignet und Clariette Blanche. Du kennst dich da besser.
Das sind so Massenträger Rebsraten, also das ist schon eine große Produktion. Genau, ich meine, wenn du da unten bist, das siehst du ja, da ist Hektoliter, werden da angebaut und da geht einiges durch. Und ich sage jetzt mal eben in Deutschland, Schweiz auch, Österreich, da kommen wir nachher zu was spannendes Uhudler. Ja, klar. Das freut dich sicherlich.
Da geht man auf Qualität und da ist auch der Grundwein ein guter Wein und kein Überschusswein oder irgendwo, wo der Winzer noch ein Fass rumstehen hat. Und was kostet jetzt? Was kostet dieser bei Wale im Wild Wermut? Ich hatte jetzt vorhin nicht mehr so schnell die Zeit, war so aufgeregt. Ungefähr, ungefähr. Brauchst du gar nicht. Also ein guter Wermut in Deutschland liegt um 25 Euro für die Dreiviertel-Liter-Flasche. Du kriegst in Spanien einen Wermut für vier Euro im Supermarkt.
Du kriegst in Italien den Wermut nachgeschmissen. Aber wenn du ihn wirklich in Deutschland produzierst und ich habe zum Beispiel einen Riesling Spätlese vom Weingut Goldatzel genommen. ein Goldarzel ist mein, das Weingut, was ich im Ausschrank bei Riesling habe. Riesling, Kaffee, Feiner, trocken und entalgoolisiert. Und ich hatte dem Johannes vor drei Jahren schon gesagt, du Johannes, ich würde gerne einen weißen Wermut machen. Könntest du mir was zurückstellen? Ich kann es aber noch nicht bezahlen. Weil 600 Liter Grundwein zu kaufen, das war ein junger Rastobarbesitzer einiges. Und der Johannes hat sich auf das Abenteuer eingelassen und hat auch von der ersten Minute an recherchiert und hat dann über den Bruder von Felix Kaltenthaler, mit dem er schon Weinessige machte, den Kontakt zum Felix bekommen. Und du brauchst immer einen guten Brenner, der sich mit Mazerat auskennt, mit Mazeratisieren. Du legst das Wermutkraut ein in Alkohol.
Also wie so ein Tee, es zieht da drin. Genau, wir haben drei bis vier Wochen bei uns gezogen. Kurze Frage nochmal, der Grundwein, ist der immer süß oder ist es nur bei deinem? Nein, nein. Ist das deiner auch schon der nächste, den wir trinken? Könnten wir machen, weil dann würden wir ein wenig vielleicht Zugänglichkeit erfahren. Und eben zum Mazerat, der Felix hatte uns drei Stiele angesetzt. Einer war sehr tropisch, da fanden wir, das passt überhaupt nicht zum Riesling und zu Wiesbaden und zum Rheingau. Den haben wir gleich verworfen. Einer war sehr wehrmutig, wirklich sehr bitter, wie ich das gerne mag. Aber nicht sehr massenkompatibel. Genau, und der zweite war... Der dritte? Der dritte, danke. War dann sehr weinig, was dem Winzer natürlich gefallen hat.
Und dann haben wir nochmal ein viertes Mazerat angesetzt. Und schlussendlich haben... Der Felix war gut, der hat uns da beraten. Der sagt, du musst es am Ende des Tages auch noch verkauft kriegen. Ja, und es muss zugänglich sein und es ist das, was wir jetzt in unserer Restorbar und Bermutteria erfahren, dass viele diese Zugänglichkeit lieben. Das Warme von der Vanille, vom Kardamon, aber trotzdem so eine gewisse Frische. Aber es schmeckt ja nun ganz anders als der erste, ne? Also ich finde, der schmeckt sehr viel weiniger, wirklich wie so ein Süßwein auch, auch am Gaumen, ehrlicherweise.
Aber, und wo würde ich jetzt sagen, aber das verbindet den ersten mit dem zweiten, also wo ist dieses typische Wermut oder gibt es, sagt man einfach, wenn, sobald das mit Kräutern und aromatisiert und dann aufgespritet ist, dann ist es auch ein Wermut. Genau. Ja, also weil das hat jetzt ja nichts Medizinales. Naja, aber es ist schon noch, also ich schmecke schon noch diesen Wermut. Es sollte dich eigentlich ein bisschen an deinen Martini Bianco, finde ich, erinnern. Ich meine, das ist schon sehr, sehr lange her mit dem Artin Bianco, aber mich hat das Erste gerade fast mehr daran erinnert.
Aber auf jeden Fall geländegängiger, ne? Der hier. Also nicht so extrem wie der... Ja, ja, genau, genau. Also der hat nicht so wehrmutig sozusagen wie der Erste, aber ich schmecke es ihm doch noch. Und das ist ja auch das Schöne daran. Unbedingt. Und jetzt schick aus deine Flasche. Aber hat der mehr Zucker als der von eben? Oder ist der süßer? Nee, der hat weniger Zucker. Der ist semi-sweet. Der hat 110 Gramm. Kann man das am Label erkennen? Ja, wir haben diese fünf Süße gerade. Von dry bis sweet. Ja, von dry. Habt ihr freiwillig gemacht? Ja. Die Essener machen das auch von 0 bis 10 bei ihr beiden. Und damit kann man immer super erkennen, wie süß ist der eigentlich. Mir kommt der fast süßer vor, oder?
Ja, weil das Bittere nicht so ist. Weil das Bittere nicht da ist. Ja, okay, weil das ist so. Und können wir den auch mal mischen jetzt, Kai? Absolut. Aber das ist auch wieder mit dem Mediterranean. Wollen wir mal mit Indian Tonic probieren? Da kriegen wir so ein bisschen mehr Genin. Genau, aber die Bitterkeit ist ja schon irgendwie, also es ist ja drin, aber ist das denn einfach weniger? Oder wodurch kommt der mir nicht so bitter vor? Ich glaube, der kommt ja deshalb nicht so bitter vor, weil wir eben Kardamom haben, weil wir Vanille, weil wir Enzian haben, weil wir dieses Sandhaus, Also dieses Warmwood haben, dieses Warme, dieses Vanillige. Das hat der Walem Wermut gar nicht. Der ist genauso wie die Küste dort rau, kantiger und spiegelt auch die Region wieder. Und der Wiemut spiegelt natürlich ganz klar, wie du sagst, die feine Rieslingnote wieder, die präzise Rieslingnote vom Winzer. Und das ist das Schöne. So unterscheiden sich dann natürlich auch regional sehr stark die. Und findet der Winter das nicht schade, das sei ein toller Wein mit Alkohol? Anderen Dingen versetzt wird quasi? Ich finde es viel schlimmer, wenn ein Gast irgendetwas in einen Wein füllen möchte, wo der Winzer sich ein, zwei, drei Jahre.
Wirklich Mühe gegeben hat, einen präzisen Riesling herzustellen und dann schüttet man etwas da rein oder macht einen Eiswürfel rein. Hier ist es ja wirklich so, dass es gewollt ist und es ist eines der beliebtesten, Getränke jetzt auch dort im Verkauf. Die haben einen kleinen Weingut. Die haben so eine kleine Schenke, also gute Winzerküche im Sommer und der Johannes fragt jede Woche.
Kann ich wieder aus dem Lager welche nehmen und verkauft sich auch wirklich gut, weil er eben diese Zugänglichkeit hat. Vielleicht noch zum Etikett, weil du das auch gesagt hast, das ist noch interessant. Heute muss man ja auch sehr, sehr viel aufbringen. Man muss die Botanicals oder sollte die Botanicals nennen. Der Alkoholgehalt ist sehr wichtig. Wir haben das extra mit 16 Volumenprozent gemacht, dass er stabiler ist. So hält er sich länger. Die Gefahr, dass er umkippt, ist geringer. Aber höhere Alkoholsteuer, also vom Herstellungspreis etwas teuer. Dann braucht es einen EAN-Code, wenn du ihn über die Kasse ziehen willst. Und dann braucht es ja jetzt neu, du kennst das von den Weinen, einen QR-Code, der auf eine neutrale Seite verweist, wo die Nährwertangaben sind. Also wenn du diesen QR-Code scannst. Oder du machst die Nährwerte direkt drauf. Oder du machst sie direkt drauf. In Spanien gibt es da ganze Anbieter, die auch für die Weinbranche das anbietet. Wir haben wirklich noch eine Seite drinks-wiesbaden.de, weil es darf nicht auf der wimut.de, es darf nicht auf der Herstellerseite stehen. Warum nicht? Gesetz. Gesetz. Aber es ist nicht so, was ich... Also ich kann eigentlich doch flühen.
Was sagst du? Ja, also ich überlege gerade, Kalber, du schreibst selber auf die Flasche drauf, am besten pur auf Eis mit Orange oder Zitrone. Wie serviert ihr das denn? Wir am liebsten genauso. Ich sage immer, bist du beermuttig genug? Es traut sich nicht immer jener. Gerne mögen sie mit Crement oder mit Winzerseck den Spitzen. Tut mir dann eher immer ein bisschen weh. Ich versuche, die Gäste immer zu überzeugen, ihn pur zu trinken. Und in der Regel, also neun von zehn sagen. Aber ist man da nicht schneller Knülle, wenn man den Pur trinkt? Ja, absolut.
Aber Orange oder Zitrone? Ja. Auch wenn es Pur macht? Weißt du was, ich habe den Zestenschneider dabei, aber die Orange vergessen. Okay. Ah, Zestes. Wir hatten noch neulich, haben wir sehr lange über Zeste gesprochen. Und dann war ich hier im Hotel Reishof, da am Hoppenhof. Und da habe ich eine Groni getrunken und so eine Zeste gekriegt. Denn das war so geil. Also wie ich diese Zesse behäutet habe, das war schon nicht mehr schön. Ja, und die wird ja einmal gedreht, dass diese ätherischen Öle aufbrechen und dann nochmal über diesen Glas ran, damit du dieses... Wir haben das Glück in Wiesbaden, dass wir wirklich, ich hatte ja von diesen Einzelhändlern gesprochen, wir haben einen schönen Gemüse- und Obstladen an der Ecke unten. Und da kann ich mal schöne Almalfi-Zitronen holen, die natürlich einen enormen Geschmack haben. Und auch die Orangen sind tiptop von denen. und eine Orange reicht mir den ganzen Abend. Wir haben so einen Zestenschneider, der macht so breite Zesten, so ganz schmales, fein, wie so ein Engelshaar. Und das reicht schon an Aroma. Aber wichtig ist es halt, dass es eine Bio-Orange ist oder eine Bio-Zitrone und dass es ein schönes Aroma hat.
Und was kostet es deine Flasche hier? Die kostet 20 Euro. Okay, und das ist 0,5 Liter? Das ist 0,5, deshalb im Literpreis nicht ganz so günstig, aber handwerklich eben toll hergestellt mit einem sehr wertigen Etikett, wie du auch schon vorhin gesagt hast.
Und dann kann jemand sagen, ich hätte gerne den Tonic oder ein Aperol irgendwas und dann sagst du, ich würde gerne dir einen Wermut-Tonic einschenken. Und da muss man selber so ein bisschen herausfinden, welches Tonic mit welchem Geschmack man so am liebsten mag, ob orange Zitrone. Also in der Regel, das Mediterranean ist bekannter vom Geschmack. Indian Tonic, du weißt selber, früher hat man in die Kolonien das Tonic geschickt, wegen, glaube ich, Malaria-Prophylaxe. Ginin galt zu der Zeit als Medizin. Kleiner Ausflug zum Gin, ich weiß gar nicht. Kennst du die Geschichte mit dem Navy Strength? Gibt es ja auch hier in Hamburg auch. Navy Strength Gin. Jeder denkt, ja, die Seeleute, die könnten besonders saufen und deshalb gibt es einen mit 55, 54 Umdrehungen. Das ist nicht der Grund. Der Grund ist, dass die Fässer früher geleckt haben und wenn der Gin ausgelaufen ist und sich mit dem Schießpulver verbunden hat, ist das Schießpulver nicht mehr was nass und konnte nicht mehr entzündet werden. Und deshalb hat man dann irgendwann den Gin aufgespritet, noch höher destilliert. Oder es ist ja eine Mischung zwischen Alkohol und destilliertem Wasser. Und hat ihn dann höher gemacht für die Schiffpassagen. Damit das Schiffspulver trotzdem brennt? Trotzdem brennt, genau.
Und servierst du das? Das sind tolle Oliven, die du gemacht hast. Das serviert ihr auch bei euch? Ja, wir machen jeden Tag die erste Stunde der Öffnungszeit machen wir die Laura del Vermut. Da gibt es ein Set Chips, Oliven und Wermut Del Casa. Den suche ich dann aus, was es an dem Tag gibt. Und das machen wir, glaube ich, 6,50 Euro kostet das. Und wir schenken ja dem Wermut grundsätzlich auch wieder eine Sache, die uns unterscheidet, in 0,1 aus. Also wie ein Glas Wein. Nicht 0,4, also nicht 4 Zentiliter, wie in den meisten Bars. Ich ruiniere mich finanziell dann wahrscheinlich immer dadurch. Das heißt, du schenkst deinen? 0,1 aus. Und der kostet 6,50? Der kostet 6,50. Und die Flasche kostet 20, 5 Gläser. Das sind gerade mal so 32 Euro. Ja. Wow. Und da kriegst du das auch noch dazu? Bei dieser Laura del Bermud, ja. Wann ist die Öffnungszeit? Wir haben unter der Woche Donnerstag, Freitag ab 17 Uhr geöffnet. Quatsch, 18 Uhr. Donnerstag, Freitag, 18 Uhr und Samstags ab 17 Uhr. Aber dann könnte ich mich am Samstag ab 17 Uhr, also zwischen 17 und 18 Uhr... Eine Stunde lang kannst du dich hier in Weimut reinpeitschen. Warum wollen wir da nicht mehr hinfahren?
Wir stellen schon Folge auf und sagen, dass wir die Ersten sind hier. Ja, aber diese Aperitivkultur, dieses Mediterrane, das ist ja unser Ziel, auch das zu schüren. Sind das die Riespartner? Also machen die da mit?
Dauert das so wahnsinnig lange, bis man die Leute dann dazu... Also ich gebe das nicht auf. Du hast jetzt zwei, dreimal Aperol erwähnt. Bei uns gibt es kein Aperol. Wir haben eigentlich keine industriell gefertigten Getränke bei uns außer Campari. Und vielleicht einen Neubrat, den es braucht, um diese Wermutbreite und Historie darzustellen. Aber Ziel ist es bei uns überall Craftspiritosen, auch im Gin-Bereich. Wobei ich den Gin bewusst zurückgefahren habe, weil, wie gesagt, wir kommen vom Wein und die logische Konsequenz ist dann natürlich ein Weinaperitif auch anzubieten, sprich den Wermut. Und wenn du den zum Beispiel mit irgendeinem Cava, Cremant, wie viel machst du da rein? Also wie viel CL-Wermut machst du da rein? Ich fülle den Tumblr auf. Okay, gibt es auch im Tumblr auch den Sparkling.
Ja, spannend. Axel, ist das jetzt für dich jetzt, wo du mal nachdenkst? Ja, wirklich. Ich bin sofort total dabei. Also wie gesagt, ich trinke gerne Negroni. Wenn ich dann mal einen Cocktail trinke, kommt nicht so oft vor. Aber deswegen ist dieser Geschmack total für mich. Und wo du sagtest, Wermutonic ist tatsächlich, dass ich das eigentlich noch nie irgendwo gelesen habe. Aber es ist ja total sinnvoll. Also ich wäre wirklich auch sofort dabei und würde den Gin Tonic stehen lassen und den Wermutonic. Auf jeden Fall. Aber wäre vielleicht ein gutes Stichwort, mal zum Roten zu springen. Du hast ja zwei, dreimal... Du hast ja einen roten Wermut mit. Gibt es auch Rosé-Wermut jetzt in einer Welt, wo alles auf Rosé steht? Es gibt einen Rosé-Helmut, sogar hier aus Hamburg. Der Markus macht das super.
Und diesen roten hier, ich habe jetzt bewusst keine antiker Formular von Carpano, kein Puntemest mitgebracht, sondern Trapo. und ich war bei meinem letzten Besuch in Hamburg. Rappo, Wermut, die Torino. Ja, genau. Also Torino, jetzt muss man, schlage ich die Brücke zur Erfindung des Wermuts. Der erste Wermut wurde 1786 in Turin erfunden von dem Antonio Benedetto und da kommt er her und deshalb einen roten Wermut di Torino.
Und ähnlich wie beim Wein, Michi kann das bestätigen, gibt es auch hier nur zwei Appellationen. AOC de Chambéry, also in Frankreich, südlich von Genf. Und die Torino, das sind die beiden einzigen geschützten Herkunftsbezeichnungen beim Wermut. Und Wiesbaden demnächst. Ich arbeite dran, gute Idee. Fast aber ganz anders. Ich habe jetzt schon mal eingerochen und probiert. Aber genau, also es wird an mehreren Orten, also gut, wie ist man für, also selbst auf Föhr angebaut, aber bis das eine Appellation wird, was muss man da? Ich glaube, das wird sehr lange dauern und wie gesagt, beim Gin gibt es ja, ich glaube auch nur zwei oder drei, Plymouth Gin ist glaube ich, geschützter Ursprung und noch einer von Plymouth. Mallorca, glaube ich, oder Ibiza oder so, irgendeiner balearischen Insel.
Ja, ich glaube, das wäre ein weiter Weg, aber ja. Das ist ein krasses Teil. Ich finde, das ist voll dieses Nussige hinten raus. Extrem. Erinnert mich fast schon an so einen Port oder so. Schön, gell? Ja. Ein schönes Eichenfass gewesen. Aber würde ich jetzt auch sagen, es schmeckt wie Portwein. Ja, also da würde ich ja fast sagen, mischt man das auch noch? Muss man nicht, gell? Muss man gar nicht. Und auch jetzt ohne Eis, ohne alles, lecker.
Aber auch das wirkt wieder recht süß. Wie ist das jetzt? Trapo ist sweet, ja, auf jeden Fall. Die ganzen Italiener sind grundsätzlich eher auf der semi-sweet-sweeten Seite. Mit viel Karamell-Couleur. Also Zucker-Candys, weißt du? so karamellisierter Zucker. Es gibt auch viel Geschmack und Farbe natürlich auch. Gab es denn eigentlich einen Grund, warum das damals erfunden wurde? Oder war das irgendwie ein Zufallsprodukt? Ich kenne die, also es gibt ja eben, ich hatte es ja schon erwähnt, dieses römische Kochbuch. Würzweine gab es schon in der Antike. Sie gab es schon in Griechenland. Es gab diesen Maidrunk. Und irgendwann, denke ich, hat dieser schlaue Herr Benedetto gemerkt, Mensch, das schmeckt auch lecker. Und das kann man auf der Piazza schön trinken und dazu ein paar Trüffelchips und ein paar Oliven genießen, so wie wir das jetzt tun. Und jährt sich dann ja nächstes Jahr, Zum 240. Mal und ist auch der Grund, warum wir im Kopf haben, vielleicht noch einen roten zu machen. Okay.
Aber hier auch wieder, ich kannte den bis vor zwei Wochen nicht. Als ich das letzte Mal hier in Hamburg war, war ich in der schönen Dachterrasse vom Fontenay Hotel. Steffi Hehn, die war schon bei uns im Podcast, die Sommerjahr. Ah ja, und hatte den jungen Mann angesprochen, welchen roten Wermut er für den Negroni benutzt. benutzt und da hat er mir Trapo gesagt, kannte ich nicht. Dann setze ich mich natürlich immer interessiert an die Bar und frage alle aus und habe dann noch rechtzeitig zum Podcast meine Italiener noch ein bisschen aufgestockt und bin begeistert. Was ist nochmal im Negroni genau drin? Genau.
Also erstmal wäre meine Frage, ob das immer roter Wermut ist für den Negroni? Es gibt einen Rezept für einen weißen Negroni, hat sich aber nicht durchgesetzt. Und Gin ist im Negroni drin, ne? Es sind immer drei Spiritosen. Campari. Zu gleichen Teilen. Campari, Roter Wermut und Gin, London Dry Gin. Und man kann den Gin ein bisschen erhöhen, auch wenn man mag. Bei Schumanns in dem Barklassiker ist der Gin, glaube ich, etwas reduziert sogar. Da kann man ein bisschen spielen, aber im Grunde ist es ein Cocktail aus drei. Man wird gerührt Ja, auf Eis. Und Campari hat doch auch Wermut schon, oder?
Das Campari Wermut hat... Oder Campari besteht aus der roten Tintillerlaus. Ja. Okay. Aus der Blattlaus. Okay, da ist kein Wermut. Nicht, dass ich wüsste. Das ist der Farbstoff, aber was die Basis ist von Campari. Aber weil Campari, wenn du es so trinkst, das ist ja auch relativ bitter. Sehr bitter sogar. Sehr bitter. Ja, also ich war schon immer, so wie du, Hausbar. Ich habe früher schon immer heimlich. Mein Vater war ja ganz schlauer. Der hat irgendwann gemerkt, dass wir, mein Bruder ist fünf Jahre älter, dass ich mit 15, mein Bruder mit 20, dass wir ab und zu mal an die Hausbar gehen. Vor allem an den Rumtopf, den wir immer angesetzt hatten. Da wurden mal weniger. Und dann hat er irgendwann die Hausbar abgeschlossen.
Was er aber nicht wusste, war, dass es ein Schloss war, was, wenn man mit einem Schraubenzieher dagegen drückte, drückte, war das so federgelagert und dann konnte man das einfach wieder umdrehen. Das hat mein Vater dann auch irgendwann spitz bekommen und dann hat er, glaube ich, Striche mit Edding an die Flaschen gemacht und dann waren wir wahrscheinlich alt genug, uns selber was zu bestellen. Klasse, dass ich alle in Hausbarte zu Hause hatte. Ja, das sah toll aus früher, mit so Spiegeln drin und so bunten Schirmchen und so Anhängern mit Affen und so, das war super. Das war einfach, das konntest du wirklich so aufmachen und dann war da so Wenn wir Samstags Gäste hatten, mein Vater hat draußen gegrillt im Garten und dann haben wir die Hausbar aufgemacht. Eben wie gesagt, so verspiegelt innen drin mit so Rauchglas. Das war schon cool.
Viel zu gut, um das wegzukippen. Ja, ich wollte dir eigentlich noch Gin mitbringen und Campari. Dann hätten wir noch einen Negroni gemacht. Bei mir in der Weinbar oder in der Restobar, Wermutteria, Wiesbaden. Wir bieten ja diese, bist du wehrmutig genug Schulung an und am Ende mischt jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sich am Ende ihren, seinen Negroni mit dem roten Wermut. Der war ja. Der am besten geschmeckt. Wobei für mich ist das jetzt ein Getränk, das mir fast besser geschmeckt hat ohne irgendwas. Ja, kann ich gut nachvollziehen. Und schmeckt wirklich wie Portwein. Weißt du, was der kostet, dieser Trappe ungefähr? Der hat jetzt, glaube ich, so 18, 14, 16, 18 Euro gekostet. Und den würde man aber, ihr macht auch roten Wermut mit Tonic oder macht man mit roten Wermut was anderes als Mischgetränk? Ich lasse es den Gästen immer frei. Also es kommen jetzt mehr und mehr junge Frauen, die über Artikel...
Aufmerksam geworden sind, die ihre Partner zu den Wermut-Tastings einladen. Der eine oder andere Wermut verändert sich sehr interessant. Wenn ihr wollt, bleiben wir beim Roten. Dann können wir gleich nochmal dieses Experiment probieren mit Spritzen. In Spanien gibt es ja immer diese Sodaspender. Ich habe mir einen mitgebracht, aber leider wird der ja in Deutschland nicht aufgefüllt. Man kann Sodawasser noch dazu geben. Aber das Coole ist ja beim Roten, so wird es ja in der Vermonteria getrunken, dass du so ein Dash Sodawasser draufkriegst und dann eben eine Scheibe Orange oder Zitrone und dann trinkst du das weg. Aber auf Eis? Auf Eis, ja. Du hast noch einen Roten mitgebracht? Ich habe mir noch etwas Tolles rausgesucht. Die Lisa Bauer ist Brennerin und stellt den Uhudler her. Sagt ihr das was?
Uhudler. Uhudler, also in der Steiermark nennt man das auch Heckenclasher. Also ein Getränk, das dich quasi in die Hecke wirft. Okay, danke. Clasher. Clasher, also dich wumst es in die Hecke. weil du nach Hause gehst. Und das ist jetzt quasi ein österreichisches Brennblasendestillat mit der Basis Rotwein? Ja, richtig. Bermut Uhudler. Also Uhudler, ich habe noch gelernt, dass der Uhudler lange Zeit verboten war als Rebsorte. Den hat man, glaube ich, aus Amerika geholt, nachdem die ganzen von der Reblaus die Bestände zerfressen waren. Und er durfte lange nicht ausgeschenkt werden, lange nicht angebaut werden. Und jetzt ist er wieder zugelassen und kommt eben aus der Südoststeiermark. Und es gibt eine schöne Reportage in Arte über die Binzer und deren Bestrebungen. Aber hier...
Speziell, oder? Ja, sehr speziell. Er geht ja mit 21,9 sehr an Grenze. Gerade noch Wermut-tauglich. Ich finde, der hat jetzt mit den anderen nicht so viel zu tun, weil im Vordergrund doch irgendwie so Süße und so eine Pflaume. Man merkt, dass die von der Brennerei kommen, glaube ich. Was meinst du damit? Das Brennen von Spiritosen, das eigentliche Handwerk ist. Daher würde ich auch diesen erhöhten Alkoholgehalt dem zuordnen. Und der Uhudler, der ist ja bekannt für seinen sogenannten Foxtone. Was heißt das? Foxtone? Guckst du mich an, Kai? Ja, ich gucke dich an.
Ja, Fuchsschweif, Foxtone. Also der Uhudler ist auch, wenn ich das richtig habe, die heißen ja, Clinton heißen die Rebsorten. Die haben so verschiedene Namen amerikanischer Herstellung. Und dieser Foxtone ist eben so ein Fuchsschweif, Fuchsurinton. Das hört sich ja sehr verkaufs... Ja, ja, ja, das ist richtig. Die haben durchaus da auch... Die haben dann tatsächlich das verglichen mit Fuchs-Urin? Axel, probier das mal mit dem Indian-Tonic. Weil es sofort aufbricht, diese Schärfe. Ja, die Schärfe ist enorm, gell? Ja, finde ich auch.
Ja, aber das Problem ist irgendwie nicht nur die Schärfe, sondern auch der Geschmack bei dem. Also für mich jetzt. Ich finde, das ist irgendwie, ja es ist sehr süß, aber es hat so eine, ich kann es mal wieder nicht beschreiben, ist das Pflaume oder was da durchkommt? Pflaume, Orangenblüte. Ich finde, es hat nicht mehr so diese, Bitterkeit. Also es ist schon noch ein bisschen bitter, aber es hat nicht mehr so diesen Wermutgeschmack, den ich bei den anderen beiden hatte. Drei hatten wir schon? Oh shit. Wir müssen echt aufpacken. Fünf hatten wir schon.
Das finde ich fast ein bisschen schade. Das geht mir zu sehr. Also hier spürt man wirklich, dass die Die Uhudler Rebsorte natürlich auch sehr dominant ist. Das ist etwas Ungewöhnliches, nicht sehr gefällig, regional auch. Aber ich wollte eben auch im Rahmen dieses Podcasts ein bisschen den, auch die Lanze brechen dafür, weil es eben Frauen gibt und Männer, die sagen, jawohl, wir stellen mit dem Grundwein, den wir in der Region anbauen, der typisch ist, deren schweren Stand hat, bauen wir den an. Und wir machen auch Wärme daraus. Aber wie schmeckt es dir?
Ich finde es auch schwieriger, also eindeutig schwieriger. Ich finde es mit Soda ein bisschen, also mit Tonic ein bisschen besser und ich habe auch noch Eiswürfel reingemacht, aber es ist für mich nicht so appealing. Ich merke auch diesen Unterschied an Alkohol, finde ich drastisch. Es ist sofort schärfer, es ist eine andere. Und ich denke immer, wenn ich, also mir geht es so, dass der harte Alkohol für mich eher die Gefahr birgt, eines unkontrollierten, also ich bin jetzt kein Freund des Rausches per se, Und schon gar nicht, es nicht mehr so ganz Herr meiner Sinne zu sein, das hasse ich, dieses Gefühl. Und da hätte ich eher die Sorge, weil mir es noch mal so massiv schmecken würde, dass ich das komplett verpeile und huppti-hupp, Kartoffelsupp.
Da bin ich schon richtig fröhlich drauf und leide den ganzen nächsten Tag dann. Und der ist dann auch weg. Und mit zunehmendem Alter ärgert mich das immer mehr. Und ich bin ständig mit Alkohol umgeben, dass ich das eigentlich mit diesem harten Alkohol habe ich wirklich wenig Berührungspunkte. Das ist wahrscheinlich auch genau richtig so. Ja, es schützt so ein bisschen. Aber trotzdem fand ich das schon spannend. Also ich fand die ersten drei deutlich spannender jetzt, obwohl es auch aus Österreich kommt und eine Frau macht. Das ist auch wirklich bestimmt spannend. Aber es ist, Kai, wie du sagst, eben völlig richtig. Es kommt schon mehr aus der Brennerecke als aus der... Es ist Uhudler Brand und Uhudler Wein drin. Und das Mazerat ist ganz klar. Ja, aber interessant. Ich wollte nur die Bannbreite euch zeigen. Dann hast du mitgebracht. Da steht Gisbert drauf. Es ist nicht französisch, spanisch, aus Sitges. Und ich habe da einen guten Freund, den Miguel Diaz, der nicht nur Chips dort herstellt, sondern auch Aber gibt es das so zu kaufen, oder ist das Das ist aus seinem eigenen Bestand. Und er hat gesagt, Kai, wenn du mir die nicht wieder mitbringst nächstes Jahr, dann gibt's. Ärger.
Und... Stark, also wir sehen jetzt hier so ein, ja, das ist jetzt wieder typische spanische, wie sagt man, Wermutblasen, wie sagt man, Flaschenblase, wie man in Spanien das typisch macht, oftmals auf dem Dach des Hauses, wir haben ja viel so Flachdächer in Katalonien. Und dann macht man eine sogenannte Warmmazeration. Dann kommt das Wermutkraut, die Botanicals, der Alkohol in so eine große Blase, Glasblase. Und dann oben aufs Dach, gib ihm die Hitze und dann merkst du richtig, wie das brodelt da oben. Und ist natürlich die Auslaugung der Kräuter und des Wermutkrauts viel, viel intensiver und schneller. Bleibt das dann offen oder muss er irgendwie auch umweichen können? Genau, da gibt es so einen speziellen Fropfen wie bei den Weinfässern, wo wir das dann entweichen. Okay, und dann ist das in so einem Gießeimer drin. Das ist so, wie man in Spanien, in Katalonien zu Hause, es ist auch keine Kunst, sage ich mal, es ist eine recht einfache Herstellungsweise, ähnlich wie beim Gin, wie man Wermut herstellen kann. Dass man die Tünktur hat, dass man guten Grundwein hat, dass man das dann absüßt, wie man das mag.
Und hier ist das Spannende, dass das wirklich eine Traube ist, die heißt Malvasia Nera de Sitges. Malvasia kennt man unter verschiedenen Synonymen. Eher so aromatische Rebsorte. Ja, eher als Malvasia Blanc, aber es ist wirklich eine Nera des Sitges. Also die wird da in der Ecke angebaut, Autochon sozusagen. Und ich bin gespannt, was du so vom Aroma sagst.
Können sich über die Jahre, Jahrzehnte erarbeiten und das alles in den Wein und diese ganze Erfahrung einfließen lassen. Beim Wermutmachen ist das eher Wein, Kräuter, Gewürze, fertig. Der Markus vom Wermut würde mir jetzt widersprechen, weil der wirklich viel, viel rumgedoktert hat und ich glaube, wenn man da halt keinen familiären Hintergrund hat, wie die Katalonien und die Spanier das haben. Ich meine Reus oder Reus ist die Hauptstadt des spanischen Wermuts. Das ist zwischen Tarragona und Barcelona. Wir sind da letztes Jahr mit dem Motorrad hingefahren. Da gibt es ein Museum del Vermut. Da kannst du tolle Poster, tolle Flaschen entdecken. Schöne Katamiro, so sind so diese bekannten Iris de Mulla, das sind so die großen Marken, die es da gibt. Aber da hat jeder, jede Familie hat da ihr Familienrezept. Und jetzt bin ich gespannt, was du sagst, was du schmeckst, weil der ist ja jetzt nochmal ganz anders. Komplett anders. Ich habe was sehr, sehr Teigiges. Riecht viel weicher jetzt. Dann habe ich so Gewürznelken, ein bisschen Sternanis. Schmeckt immer so was Pflaumiges? Ja, auch. Also es hat eher was für mich von zur Weihnachtszeit. Ja, ja. So Lebkuchen, ja. Ein bisschen wie ein Lebkuchengewürz.
Ja, Backpflaumen. Ich denke immer, das Ganze ist, also Also wer kriegt das Wort Eimersaufen eine ganz andere Dimension dann, wenn du aus so einem Eimer diese Flasche in diesem Eimer vermehlt und der ist jetzt in der Trockenheitsskala. Semi-sweet. Also semi-sweet.
Hast du eigentlich auch einen ganz trockenen? Wir haben noch die extra dry, also wir haben noch den Dolan Dry, glaube ich, hier stehen und zwei extra dry. Also das schmeckt auch wie Weihnachten. Also das hat schon was weihnachtliches, so Kardamom, Wombud, Sandholz. Wollen wir das auch nochmal irgendwie mischen mit irgendwas? Ja, kann man. Würde ich auch mit ein bisschen Tonic nochmal. Was sagst du? Was sagst du? Was sagst du? Du hast doch Mediterranean Sosages, oder? Ja. Aber eigentlich erstaunlich, was es so weihnachtlich schmeckt, weil der Anwendungsfall ist ja jetzt nicht nur Weihnachten, oder? Also bei ihm ist es jetzt wirklich der Hauswermut. Also der hat noch drei, vier andere weiße, rote, die er auch dort verkauft. Natürlich in den Ladengeschäften. Die sind alle nach den Stränden. Wer Sitches kennt, von Barcelona kommend, gibt es da verschiedene Strandbuchten, meist beliebt bei der Klientel, die dort unten ist.
Und deshalb sind die ganzen Wermuts von ihm sonst nach diesen Buchten benannt. Und Stränden, Balmins ist so ein bekannter Strand, großer Gay Beach in Sitches. Und das Ding habe ich ihm wirklich abgequatscht. Sein Vater hat in den 60er, 70er Jahren, Papa spricht fließend Deutsch, hatte ein Restaurant dort unten. Damals, zu der Zeit in Spanien, nur deutsche Gäste, Holländer, Deutsche, vielleicht ein paar Schweizer noch und spricht fließend Deutsch, der Papa. Und die hatten das wirklich da oben stehen. Und ich sage, was ist das? Ja, das ist unser Haus, Bermut, den trinken wir dann immer. Und ich sage, komm, gib mir das mit. Natürlich auch aus Marketing-Gesichtspunkten, wenn ich in der Restobar-Bahn mir das einschenke, ich habe eine 6-Liter-Hafen-City-Gin-Flasche hier vom Röne aus Hamburg, haben das auch immer einen riesen, riesen Hingucker, natürlich. Lustig, wenn du dieses Mediterranean Tonic nimmst, bricht es ein bisschen von dieser Adventszeit, finde ich, auf. Ich habe hinterher vielleicht so ein bisschen Zedernholz, Süßraspel, aber es ist nicht mehr ganz so weihnachtlich, aber ein bisschen Zimt bleibt dann schon, ein bisschen Orange ist da.
Vielleicht für die kalten Tage. Ja, ich habe fast auch ein bisschen Schokolade. Es ist krass, also aromatechnisch gibt ja schon sehr viel her. Also Malvasia Nera ist bekannt für diese Schokoladenrote auch. Aber was ich interessant finde, ich würde sagen so, Schmeckt man den Wein da noch durch am Ende, wenn er so viel, wenn er hat, harter Alkohol, Zucker, so viel Aromen? Also wie wichtig ist die Basis wirklich?
Also je süßer wird, desto schwieriger. Und umso mehr, wenn wir jetzt mal zurück zum Wimuth gehen, das Erste, was du gesagt hast, das ist doch sehr weinig. Also uns war es wichtig, uns, dem Inza Mir, doch die geografische Herkunft noch erkennbar sein zu lassen. Das war uns wichtig jetzt. Kann in Wermut so ein Trend sein, wie jeder Hansel Franzel macht einen Gin bis zum Ende hier mit der teuersten Flasche? Hat Wermut das Potenzial? Das werden wir sehen. Die nächsten Jahre wird sich das zeigen. Ich sehe Winzergenossenschaften am Kaiserstuhl, die ihre ersten Wermuts herstellen. Es gibt mehr und mehr Craft-Personen.
Ferdinands hat auch nach dem Gin den Wermut für sich entdeckt. War gestern Abend auch auf dieser Barkarte. Und ich hoffe, dass... Ich finde natürlich den Wermut viel vielfältiger. Ich glaube, das können wir heute nach dem Tasting sagen. Ich weiß nicht, beim Gin-Tasting, wie oft man sagt, wow, wir gehen jetzt hier wirklich von weihnachtlich zu weinig, zu herb, bitter nach Föhr. Und wenn du nochmal den krassen Kontrast jetzt möchtest, zu einem dry oder extra dry. Hat der Axel gefragt, freiwillig noch etwas, was anderes trinken. Ja, aber wenn ich das trinke, dann denke ich so, ja, geil wäre es. Empfehlen, wirklich einmal mit Wasser auch. Geil wäre es, wenn da die Süße halt nicht wäre. Weißt du, weil ich wirklich das Bittere sehr mag. Wurde da lustig, du bist ja völlig bipolar. Ja, das stimmt.
Aber ist das jetzt nicht wahnsinnig schwer? Das ist dry, da wäre extra dry. Okay, aber ist das nicht wahnsinnig schwer? Egal, ob dry oder extra dry. Jetzt wieder auf diese trockene Geschichte? Ja, natürlich. Aber süß auf trocken ist schon echt. Der Weg wäre ein anderer. Aumentechnisch ist das schon da habe ich großen Respekt, ich kann das eigentlich nicht. Also wenn ich verkoste oder so, ich probiere so maximal sechs, sieben Süßweine und dann ist mein Gaumann durch. Wenn ich dann irgendwas anderes, ganz Trockenes probiere, dann denke ich nur so. Wenn du so alt bist wie ich, Michi, dann kannst du das auch. Vielleicht ein ewiger Junge. Vielleicht zu den beiden. Wir haben noch zu Dolin, Französisch, Chambéry und Neu-Brat erzählt. Also wie gesagt, Neu-Brat habe ich schon gesagt, die lagern noch ihre Fässer auch im Außenbereich in In Marcellan. Dulin sitzt in Chambéry. Und wer sich so auf der Landkarte ein bisschen auskennt, Neubrat saß ursprünglich in Lyon.
Und die Würze und Kräuter wurden immer in Marseille von den Schiffen gebracht. Dann fuhr der Eselskarren nach Turin, dann ging es nach Chambéry. Und Möly hat dann immer als Letzter die Kräuter bekommen. Quasi der Eselskarren mit ein paar Säcken mit so Staub gewordenen Kräutern. Und deshalb sind die dann irgendwann umgezogen, erst nach Marseille, um näher an den besseren Kräutern zu sein. Und dann später nach Marsellian, da gab es einen kleinen Hafen und dann hat man das umgeladen, die Kräuter, auf so eine kleine Parkasse, sage ich mal. Und bis heute ist dort ja die Produktion ansässig. Und wie heute so ein Bürgermeister irgendwo vielleicht auf dem Plattenland sagt, hier für Familien mit vier Kindern gebe ich einen Bauplatz gratis. So hat man damals der Bürgermeister gesagt, hier, wenn die sich hier ansiedeln, haben sie so und so viele Jahre eine Steuerersparnis und so sind die nach Marseillan gekommen, wo sie bei Zed ist das dort. Wo kamen denn die Kräuter her von den Schiffen? Aus Indien.
Madagaskar. Diese typischen Kräuterländer, wo die Sachen angebaut werden. Gar nicht Kamille oder so, aber Kardamon. Zimt. Sandelholz. Und Wermut auch, oder? Wermutkraut gibt es im Grunde so zwei Richtungen. Einmal hier so die europäische und einmal die mediterrane Gattung. Wermutkraut wächst in jedem Garten. Wenn du willst, morgen kannst du anbauen. Nächstes Jahr ernten. Das heißt, Wermutkraut ist immer drin? Ja, muss immer drin sein. Was meine Ursprungsfrage ein bisschen beantwortet. Okay. Bringst du das Pult? Es ist noch pur. Aber jetzt sprechen wir von 20 Gramm Zucker. Wir kommen jetzt von über 130 zu 20. Was ja auch nicht ganz wenig ist. Für Wein wäre das schon immer noch viel Zucker. Aber ja...
Ist es mir doch lieber, weil ich dachte, es würde sich mehr noch die Bitterkeit rausarbeiten jetzt. Aber das tut es gar nicht. Sondern es ist einfach nur ein bisschen dünner. Habe ich das Gefühl, oder? Geschmackstechnisch ist es schwer im Gaumen, wenn du diesen Zucker hattest, der nun alles belegt und dann etwas hast, was wirklich recht trocken ist. Damit kann man recht schwer umgehen. Es ist wirklich schwer. Also du meinst, ich würde erst mehr schmecken, wenn ich das... Ganz klar. Im Grunde falsch angefangen. Ja, okay. Ich wollte jetzt, also ich habe ja aktiv danach gefragt. Kai, du hast uns mitgenommen auf eine Wermut-Reise, die für mich schon spektakulär war, ich habe wahnsinnig viel gelernt. Total. Was war dein Favorite, Axel, jetzt? Der erste. Ja, der erste und der Wermut, den fand ich auch super. Aber der erste hat mich doch hat hat irgendwie so diese richtige Mischung für mich gehabt. Du bist halt ein nordischer Junge. Ja, ja. Nordisch by nature. Das fand ich schon gut. Also ich kann mir diesen Wimut gerade mit Tonic sehr gut vorstellen, weil ich finde, es ist noch ein bisschen.
Massenkompatibler. Also nicht ganz so extrem. Ich mochte auch diesen Draporosso Straight mit einer Zigarre. Dieses Nussige, dieser Süß hat mich sofort erinnert sozusagen. Und ich finde 16 Alkohol geht auch noch, also hier mit so 22, ich schmecke das sofort, das ist so ein bisschen ein bisschen Abtörner, der hohe Alkohol. Kai, dich braucht man nicht fragen, du kannst nicht.
Ich finde die Vielfalt einfach spannend, die wir heute erlebt haben und mir war es wichtig, eben auch wenn er 22 hat, die Lanze zu brechen für die Steiermark oder Ost-Steiermark, Südost-Steiermark. Und eine vergessene oder beschränkte Rebsorte, die es nicht so leicht hat. Und alle, die sich dort engagieren zum Thema Wermut und deine Frage, ob es ein Riesentrend wird, ob es, können wir nicht beantworten abschließend, aber Fakt ist, kein Negroni ohne Wermut, kein Martini-Cocktail ohne Wermut und viele andere Klassiker, auch nicht in der Barkultur. Und ein Glück gibt es das Getränk, ein Glück haben sich wieder Frauen und Männer der Herstellung verschrieben. Also man muss ja schon sagen, in Amerika ist das ja riesig. Du kannst es dir nicht vorstellen. Mit wer? Mit hartem Alkohol. Also riesig. Also ich habe ja nun zwei Jahre in L.A. Gelebt und die Leute hauen sich vorweg vor einem Abendessen drei Martini-Cocklicks rein. Und dann sagen die quasi, ich hätte ihn gern extrem trocken. Und dann ist es eigentlich Gin.
Und quasi, du fährst mit der Wermutflasche einmal vorbei. Oder du machst einmal Wermut rein, stierst die Eiswürfel einmal drin, gießt es ab, nur dass die Eiswürfel ein bisschen diesen Wermut, und das ist so extra trocken, extrem trocken. Und dann sagen die, dann sagst du zum Essen, zur Vorspeise vielleicht ein schönes Glas Wein, sagt, oh nee, wir müssen gleich noch in die Oper. Und ich denke so, wenn ich drei Martini-Cocktails trinke, dann kann ich danach ins Bett gehen und nicht in die Oper. Also das ist eine andere Kultur. In Europa ist es wirklich ganz anders. Das wird deutlich weniger von diesem harten. In Amerika brauchst du gar keine Bar aufmachen, wenn du nicht mindestens 20 Wodkas, 20 Gins, alles infused links und rechts. Also das ist schon... Ja, plus den Whisky. Wenn du kein Rye Whisky hast, kannst du gewisse Mixgetränke gar nicht machen. Und Rye Whisky und... Wow. Wie ist denn deine Erfahrung jetzt nochmal, wenn du jetzt ein normales Schweppstonic oder ein Thomas Martin Du hast jetzt Fevertree mitgenommen, aber muss jeder für sich dann doch auch herausfinden, was er so besonders gerne mag? Ja, ich hatte Aqua Monaco am Anfang. Aus München? Aus München. Finde ich selber sehr schön. Ansprechend vom Geschmack als auch vom Design her.
Leider sehr schwierig, weil die noch nicht sehr verbreitet sind über den Getränkefachhandel. Und wenn, wollen die von mir 300, 400, 500 Euro Abnahme angetränken und da ich ja sonst nichts aus dem Portfolio beziehe. Ich habe kein Paulaner Bier, wir haben Eulchenbier von der Mikrobrauerei aus Mainz, wir haben keine industriell gefertigten Spiritosen oder Biere oder Weine und deshalb habe ich das irgendwann nicht mehr nehmen können, weil bei mir stapelte sich das Leergut und ich kann es ja nur nicht wirtschaftlich sinnvoll nach München fahren. Also ich wäre gerne mal Aquamanaco geblieben und jetzt im Moment, da hat man einen Schweizer Tonic.
Tolle Flaschen, so quadratisch, so kleine. Ich habe jetzt gerade den Namen vergessen. Super Sache, neues Start-up, super lecker. Hat dieses Rückgabezeichen des Pfandautomatens, aber hat überall gestreikt wegen der Flaschenform. Also wenn das auf diesem Bad da lief, dann Annahme verweigert, Annahme verweigert. Und wenn ich da samstags beim Rewe stand, wollten sie mich dann schon kreuzigen. Wollte ja keiner hinter dir stehen, da wusste man, das war's. Mit 300 Flaschen, das war's. Und auch da war die Rückgabe ein Problem. Die haben gesagt, nee, das Pfandzeichen ist drauf, das wird zurückgenommen und haben mir das auch nicht erstattet. Und ich meine, als Wirt, wenn du dann auf dem Pfand sitzen bleibst, dann ist das auch blöd. Und schlussendlich ist das jetzt mal im Moment ein Notgriff. Und auch da, ich versuche ja den Wermut ohne Filler anzubieten. Ich denke, mit Fevertree haben wir eine ganz gute Alternative. Aber auch da kann man immer mehr haben. haben. Man kann empfehlen, wirklich auch zu dir zur Eröffnung kommen. Ich mag sonst keine Trüffelchips, mich nervt dieses Trüffel, aber das ist nicht so künstlich. Du bist einfach besoffen schon. Ich bin auf jeden Fall besoffen.
Nicht so besoffen wie du. Hast du das spuckt? Gar nicht. Zero, nada. Alles reingepiffen. Das kann ich nicht. Du hast den Roten weggeschüttet, dann muss man den noch mal einschränken. Das ist einfach das, weißt du, full of self-control. Ich? Ich bin auch schon ein bisschen angeschossen, ehrlich gesagt. Ich würde eigentlich noch was nehmen, aber ich traue mich nicht. Alles gut. Ohne Lars und dennoch mit ganz viel Freude, lieber Kai. Wie toll, dass du unser Gast heute warst. Und du kanntest die vier Flaschen vorher schon. Ja, ich habe ja gesagt oder habe dir ja geschrieben, du bist der Mann meiner schlaflosen Nächte. Ja, und wie schön. Da wurde ich ganz verlegen. Ich bin jetzt heute noch. Du, wir gehen jetzt. Ich kann dich alleine lassen. Also als Wirt und als Selbstständiger hat man doch manchmal viel im Kopf und dann grübelt man nachts und dann mache ich mir immer mal einen Podcast ein und dann lerne ich unheimlich viel bis zur Minute fünf, wo ich dann einschlafe. Und dann mache ich es aber so, dass ich es am nächsten Tag immer nochmal höre und fand euren Podcast.
Besonders lustig und illust und hat Spaß gemacht, zuzuhören und daher mein Approach. Ja, toll, also wirklich für mich echt tolle Folge, also weil es wirklich jetzt mal wieder anders war und ja, wirklich was gelernt. Also ich werde definitiv demnächst noch Wermut fragen, wenn ich mal was trinken gehe. Schön, dass du unser Last hast. Aufs Leben. Danke.
Music.