Ich bin Axel. Ich bin Lars. Ich bin der Michi. Und wir freuen uns sehr, dass ihr heute da seid zum Speedtasting. Kurz nochmal die Regeln erklärt. Ein Wein besprechen wir in genau 10 Minuten. Jeder von uns kann maximal 10 Punkte für diesen Wein vergeben. Und das dritte sage ich schon gar nicht mehr, dass er ursprünglich mal unter 10 Euro kosten sollte. Das klappt eigentlich nicht. Heute sind wir nicht so weit weg, aber es klappt nicht. Aber es klappt, muss ich auch sagen, Michael, es klappt auch deshalb nicht, weil als dieser Podcast vor inzwischen sechs Jahren begann, da waren die Weinpreise auch noch andere. Da konnte man noch so Weine unter 10 Euro der Qualitätsgüte, die wir damals auch besprechen wollten, die gab es damals noch mehr als heute. Kann man das sagen? Das stimmt, wobei momentan ist schon immer noch sehr viel Druck im Markt. Man rudert schon so ein bisschen zurück. Also viele haben ja zumindest die Preise nicht erhöht. Aber das Problem ist vor allem auch mit der Steigerung des Mindestlohns, der ja auch vor allem die Winz haben, wirklich massiv trifft, auch in Deutschland, mit den gestiegenen Glaspreisen. Es ist nicht möglich, günstiger Wein zu produzieren. Dass er nicht am Ende noch ausreichend bleibt, dass man davon leben kann. Aber steigt denn auch sozusagen dieser Durchschnittswert, den die Deutschen für eine Flasche Wein ausgeben? Das war ja immer so um drei Euro. Das werden wir schauen. Das ist ja immer ein bisschen zeitverzögert, dass da erst die Auswertungen kommen.

Ich hatte jetzt einen österreichischen Winzer, einen jungen österreichischen Winzer, den ich auch hierher gebeten habe. Der ist erst 21, der mit seinem Vater das jetzt schon ein bisschen überlegt hat. Das ist ein sehr bekanntes österreichisches Weingut. Das ist Weingut Kutzler aus dem Burgland. Und der hat gesagt, früher waren das 30 Winzer und jetzt sind wir bei uns im Ort noch sechs, die selber das quasi etikettieren und mit eigener Ausstattung, weil es eben natürliche Auslese, weil irgendwann sagt man, da stelle ich mich nicht mehr hin für den ganzen Aufwand, wenn am Ende nichts übrig bleibt. Ich hatte neulich auch mit dem Chef von Wacken, Wacken Open Air, Holger Hübner, der sagt, wir zahlen den Leuten mehr Geld, aber sie arbeiten dadurch nicht besser.

Also das ist natürlich sozusagen aus Unternehmer-Sicht dann das Gefühl, ich zahle eigentlich für die gleiche Leistung immer und immer mehr Geld. Wir bekommen aber nicht mehr Leistung. Wir bekommen nicht mehr Leistung, ja, das ist natürlich auch. Aber das wollen wir jetzt nicht, jetzt hast du uns einen Wein mitgebracht. Einen fröhlichen Sommerwein. Und ich gucke rein und ich denke mir, ich habe noch nie etwas gerochen, jenseits eines Grapebrut-Safts, was so nach Grapebrut riecht wie dieser Wein. Und ich bin da schon, oder? Ich bin da schon begeistert. Also das ist schon irre, oder? Ja, das stimmt. Ein wunderbarer Grapebrut-Geruch.

Es ist ein Sauvignon Blanc von der Loire mit nur 11,5 Alkohol. Deswegen habe ich euch den mitgebracht. Das finde ich immer cool, wenn du sowas findest, was einigermaßen noch schmeckt. Ob man das, immer Geschmackssache, weil Sauvignon Blanc die Nase riecht, ist eine Aromarebsorte. Das heißt, da ist einfach viel los schon in der Nase. Das geht gar nicht anders. Ich werde euch mit meiner Freundin und ihrer Freundin essen. Und die haben dann ein Sauvignon Blanc bestellt und waren total baff, als der kam, wie der riecht, wie der schmeckt. Also waren total begeistert. Deine Freundin wusste das nicht. Sie könnte ja aufgrund meiner Expertise aus den letzten sechs Jahren... Meine Freundin hört diesen Podcast genauso oft wie eure Frauen. Aber kann es sein, dass unsere Frauen das noch nie... Können wir nicht mal einen Podcast machen, wo wir die einladen? Das würde meine Frau so hochgradig unangenehm empfinden. Ernsthaft? Das wäre eine Katastrophe. Oder dass die drei Frauen mal einen Podcast machen. Meine Freundin ist dann die Expertin, Deine Frau ist die Technikerin und deine ist die Riesling-Liebhaberin. Meine wurde neulich von ihrer Freundin, die das manchmal hört, angesprochen und sagt, Lars hat das so schön beschrieben. Und dann hat der Michael gesagt, dass das nach Banane schmeckt. Und der Axel hat gesagt, es hat einen leichten Petrol-Charakter. Habe ich gesagt? Und dann guckte sie mich an und sagte, was redet ihr da eigentlich für ein Quatsch?

Also der Wein heißt, sehr, sehr schön, Rivière Bellejour, Grand Vin de Loire. Ein Sauvignon Blanc aus dem Jahrgang 24. Auch exklusiv für Havesco gemacht. So ein bisschen gemacht schmeckt auch, finde ich. Es ist dieser Nase sehr, sehr impulsiv. Aber am Gaumen ist er gar nicht so laut, finde ich. Er ist gar nicht so intensiv, sondern so ein bisschen abgeschwächt dann. Aber da ist natürlich schon, was Axel manchmal vermisst, so ein Feuerwerk gerade. Ich finde, man schmeckt relativ viel. Diese Grapefruit. Aber da habe ich auch so was tatsächlich, jetzt habe ich es gerade gesagt, wie Banane.

Aber es ist nicht... Ist ja trocken auf jeden Fall. Aber tut nicht weh, ne? Finde ich. Ich glaube, genau dafür ist er auch gemacht, ehrlicherweise. Aber auch nicht mehr. Also tut nicht weh, aber hätte ich jetzt nicht nachhaltig, dass du sagst, was hatten wir denn da, Portsplitz? Hast du auch dieses Banane? Oder habt ihr auch dieses Banane am Ende? Ja, so eine grüne Banane. Der Wein kostet 14,90. Die Wahrheit ist eben auch so ein sehr... Also der bekannteste Sauvignon Blanc von der Loire gibt es fast nicht mehr unter 20, eher Richtung 25, auch in der Basis. Woran liegt das? Weil Sancerre, allein der Name schon... Einen großen Weltruf, da sind 107 Winzer oder so, die im Sancerre sich da streiten und es hat immer noch so ein Branding. Und ich finde auch nochmal ein bisschen anderen Druck als alles, was ich an Sancerre probiert habe. Ich finde das brav, ich finde das tut nicht weh, aber es ist eben auch nicht mehr. Aber es ist vielleicht ein schönes Beispiel, wenn man sagt, jetzt probieren wir mal einen Sauvignon Blanc, da habt ihr eine Aromarib-Sorte, die ein bisschen Krebsfrut, ein bisschen Litchi, vielleicht ein bisschen Zitrone mitbringt und dann ein bisschen die Banane am Gaumen. Aber jetzt auch nicht unendlich bleibt.

Dieses Trockensäure ist auch nicht viel Säure, glaube ich. Deswegen ist der Zucker, wirkt das jetzt auch nicht so wahnsinnig furztrocken, sondern du hast was Saftiges. Die Kette ist schön. Wenn ihr jetzt eine Feier hättest, einen Sommerwein ausstecken möchtest. Das ist doch toll. Sieht gut aus. Ja, ich bin da so ein bisschen so, also ich bin da auch so ein bisschen so, ich war begeistert, wie es roch. Das war irgendwie so, ich dachte, so stark. Aber jetzt ist mir das einfach, es ist mir so ein bisschen zu viel. Und auch ehrlich gesagt, ein bisschen, ich finde es.

Zu viel durcheinander. Ich finde es ein bisschen, hast du was gesagt, wie gemacht. Ich finde es so ein bisschen künstlich. Ein bisschen, nicht dropsig, so wie sonst, sondern so ein bisschen künstlich, finde ich. Also die Sache ist halt auch, glaube ich, so als Sommerwein oder so, als weiß ich gar nicht, ob man zwingend was aus Frankreich oder ob man nicht was aus Deutschland jetzt hier nimmt, eine Scheurebe oder so oder ein deutsches Sauvignon Blanc, weil das ist schon oder ein Blondenoir oder so, das sind für mich auch so Sommerweine.

Und vor allem, mich nervt immer der Kork noch. Also ich denke, das ist anstrengend. Was hast du denn mit dem Kork neuerdings? Nein, nicht neuerdings, aber für den Sommerwein, das ist jetzt ja so ein Plastikkorken, den die da haben, finde ich jetzt nicht so cool. Aber es ist bestimmt in großer Auflage ein Massenhaus und das ist auch für den Massenmarkt tauglich. Da wäre es schöner, wenn es unter 10 kosten würde, da würde ich es nochmal besser bepunkten, glaube ich, als ich es tue. Wir sind jetzt gespannt auf die Punkte. Ich gebe 7. Ernsthaft? Trotzdem 7? Ich glaube auch, ich würde auch 7 geben, weil ich finde, das ist nicht der tollste Wein aller Zeiten und so, aber ich glaube, das Produkt ist richtig richtig gut. Es schmeckt genauso, wie es aussieht. Das ist ein guter Fairpoint. Das stimmt, es sieht schön aus. 14, genau, das wäre schöner, wenn es unter 10 wäre. Aber das ist, wenn du jetzt so Gartensprit, das ist was ganz anderes, aber wenn du in der Liga sozusagen so einen Wein ausschenkst, oder in dieser Klientel Wein ausschenkst, da kommt es ja jetzt nicht auf den.

Letzten Extrakt an, sondern einfach einen netten Wein zu haben. Genau. Wo die Leute auch ein zweites Glas trinken, ohne dass er sich nervt. Das tut er, glaube ich, nicht. Das ist das Coole, was Sauvignon Blanc machen kann. Und die Frucht ist so, dass ihr einen Sauvignon Blanc-Trinker mitnimmt, aber einen Sauvignon Blanc-Hater nicht allein stehen lässt, sondern der sagt vielleicht, ich würde das auch mal mitnehmen. Trotzdem bin ich, ich bin jetzt genau, ich wollte eigentlich 5 gehen, mache jetzt aber 6, damit es wenigstens nicht unter 20 ist und so. Aber bei mir ist es so wirklich so, ich denke, nee, da würde ich jetzt, ich würde sogar jetzt ungern noch ein zweites Glas trinken. Ja, das ist irgendwie, das strengt mich sehr an und ich habe fast so, wenn ich davon jetzt drei Gläser trinke, ob ich denn nicht doch morgen, wahrscheinlich nicht Kopfschmerzen habe, aber es ist nicht, obwohl ich ja gerne mal ein Sauvignon Blanc trinke, ist mir zu, ich weiß gar nicht, es ist zu künstlich am Ende. Also in der Sommel-Welt oder so ist es meistens verpönt. Das ist wieder selten, dass man Sauvignon Blanc trinkt, weil es einfach zu laut, zu vordergründig kommt. Da gibt es ein paar Ausnahmen von Dagonot, Silex oder Peuson von der Loire. Das sind dann auch Weine, die jenseits der 50 Euro kosten.

Aber ansonsten ist Sauvignon Blanc meistens nicht... Oder aus der Südsternmark. Wie wir auch hatten, wir hatten ja von Sabat. Das stimmt, der war super. Der war auch echt gut. Aber der war schon Richtung 20 dann, glaube ich auch 16 oder 17, 90. Und das 14, 90 kann man machen. Es ist August. Kann man machen. Aber vielleicht ist es so ein bisschen Popcorn-Kino. Das ist ja irgendwie, wenn du es auf die Filmbranche überträgst, das ist ja auch irgendwie häufig verpönt. Und manchmal sind das richtig gute Filme. Und ich glaube, du bist auch mal aus deiner, du bist auch mal was anderes. Also viele haben ja so ihren Haus- und Hofwein und irgendwann sagst du, oder meine Frau sagt relativ schnell so, ich kann jetzt nicht mehr sehen, wenn ich mal eine Kiste von einem Wein habe. Und ich denke so, ja, und dann kann man sagen, da probieren wir mal den. Das ist auch gut, dann jetzt mal den nächsten. 20 Punkte, vielen Dank, dass ihr zugehört habt. Nächste Woche kommt wieder eine Langfolge und bis dahin sagen wir natürlich aufs Leben und tschüss. Servus. Servus.