Wir haben eine Speed-Tasting-Folge, das bedeutet, wir haben 10 Minuten Zeit, einen Wein zu verkosten. Jeder von uns darf 10 Punkte geben oder auch 0 Punkte oder irgendwas dazwischen. Und gegenüber von mir sitzt der Michi. Servus! Und links von mir sitzt der liebe Lars. Moin! Und rechts vom lieben Lars und gegenüber von Michi sitzt der Axel. Hi! Cool! Schön, dass ihr wieder alle mit dabei seid. Und ich bin aufgeregt heute. Ich habe das richtig Fettes mitgebracht für euch. Ernsthaft. Ernsthaft, ernsthaft, ja. Und zwar ist das für mich ultimativ, ultimativ, ich sage es vorher schon beim Einchecken, ultimativ in Sachen Sommerwein. Oh krass, der sieht ja aus wie Wasser. Ja. Das einzige kleine Problem ist der Preis, aber über den sprechen wir hinterher. Es ist vom Weingut JJ Prüm von der Mosel eine Welener Sonnenuhr-Riesling-Kabinett aus dem Jahrgang 2023. 23, Kabinett Feinherb mit 8,5 Alkohol. Kannst du die Flasche mal rüberstellen?
Nee, nee, nee. Das ist ja selbst mir ein Begriff. Eine der Top-Lagen Deutschlands, kann man gar nicht anders sagen. Und wieder ein Wein unter 10 Euro. Nein. Aber auch hier so eine ganz leichte Petrolnote, oder? Nee, nee, lass mal ein bisschen kreisen, dann ist es weg. Habe ich jetzt nicht. Man muss sagen, diese Sonnenuhr, 65 Grad Hanglage, das ist extrem steil. Und das ist so aufwendig, diese Weine zu bewirtschaften, das ganze Jahr. Und von daher, für mich ist das wie so eine Zitronenlimo, ich könnte mich reinlegen. Ich denke, warum trinken die Deutschen nicht nur das? Ehrlich. Ich frage, what's wrong if you're German? Also du bist schon bei 10 Punkten ohne was... Ja? Weiß ich nicht. Ich finde es... Aber ich meine, weißt du, was ist ein... Das könnten ja meine Worte sein. Also warum trinken die Leute nicht nur das? Weil das ist ja hervorragend und schmeckt ja toll. Aber warum trinken wir dann so viele Weine, die ganz anders schmecken? Das ist unsere Aufgabe, aber ich könnte das jetzt hier so wegtrinken. Ich könnte es komplett wegtrinken jetzt. Okay, aber das wundert mich, weil... Also was magst du so sehr daran?
Ich mag die Säure, ich mag den Zucker, ich mag die Energie, ich mag das Gefühl am Raumen, ich mag diese zarte Aprikose, die sich so ein bisschen auf der Zunge so schön hinsetzt, bei mir jetzt im vorderen Teil der Zunge. Ich mag die Viskosität, ich mag das Nicht-Anstrengende dabei, ich mag... Ich mag den Kork in dem Fall, weil es ein echter Kork ist. Du hast ja das Gefühl, es ist alkoholfrei. Es ist so leicht. Es ist so leicht. Und ich finde wirklich, was du gesagt hast, du hast ja Zitronenlimo gesagt, es schmeckt ein bisschen, das darf jetzt nicht despektierlich klingen, es schmeckt nach Sprite. Es hat einen leichten Sprite-Geschmack. Also dieses, weißt du, wenn du Sprite hast, du trinkst das und hast dann diese Zitrone, diesen Zitronengeschmack. Und ich liebe Sprite, also nicht falsch verstehen, bitte.
Ja, aber bei Sprite, das ist natürlich künstlich und hier ist es irgendwie, also echt ist es ja auch nicht, aber es schmeckt, finde ich, deutlich biologischer, sag ich mal, als so eine Sprite. Nein, nur damit sich das jemand zu Hause vorstellen kann. Axel hat sich ausgetrunken. Ja, die Gefahr bei der Sache ist natürlich, ist es eigentlich, ist es so hell, weil es so wenig Alkohol hat? Nein. Nein, das ist ein sehr junger Wein, der nur kein Holz gesehen hat.
Aber es ist sehr, weißt du, wenn ich jetzt nicht wüsste, dass es ein junger Wein ist, dann würde ich... Ja, weil es schon so harmonisch ist, alles so eingedampft. Aber schon noch sehr frisch, finde ich, sehr, also schon super frisch. Aber ganz kurz, wieso hat Axel jetzt ein Nachtgeschenk bekommen? Weil seins leer war. Meins ist ja auch leer. Ach so ein kleines... Ja, das gilt noch nicht, aber ich habe dich im Auge. Ich habe dir keiner eingeladen in den Podcast, der das ja nicht verdurstet. Also was ich auch total mag, wenn er länger weg ist, was ich noch am Gaumen habe, ist dann, bei mir wird es fast so ein bisschen so eine karamellisierte Orange oder so, die du so bei Krebs-Gesette hast, weißt du, ist so ein leichtes Karamell, das bei mir am Ende dann bleibt, wenn das alles weg ist, ja, und dann kommt nochmal so ein Pfirsich, so ein Dosenpfirsich, auch nochmal im Mund isst. Also, ja, ich finde es abgefahren gut. Wie viel Zucker hat er?
Weiß ich nicht. Aber ich würde sagen bestimmt.
40, 45 Gramm, vielleicht 50. Wow. Okay, also dann hat er auch viel Säure wahrscheinlich? Ja, genau. Aber die man nicht schmeckt, finde ich. Nein, nein, nein. Es wirkt auch nicht lustig, hier die Havesco-Leute schreien, Lagerpotenzial 20, 27, ich glaube viel länger. Also ich glaube, dass der Weihnacht 10, 15 Jahre viel trockener schmeckt. Und ich finde es jetzt schon, also wir schenken aktuell den Kabi aus oder haben ausgeschenkt zur Matthias-Zeit, die ist jetzt ja auch schon vorbei. Und da habe ich das gar nicht dazu gesagt. Ich habe gesagt, es ist nicht ganz trocken, aber er ist männlich genug. Und das darf man da sagen, er ist männlich genug? Naja, also beim Fallstaff darfst du das nicht mehr sagen, aber ich habe einen sehr männerlastigen Club und ich habe oft das Gefühl, dass nicht trocken für die Menschen so ein bisschen nicht männlich genug ist, für die Männer. Und um ihnen diese Scheu zu nehmen, sage ich das, weil ich es komplett albern finde. Und was kostet der? Ja, das ist das Problem. Was wäre er denn wert, sage ich mal? Der ist schon in dem Bereich von, um die 40, 50 Euro, wird er wahrscheinlich kosten. Lars hat geluschert. Nein, ich habe nicht geluscht. Ich war im Alsterhaus gestern, habe da genau diese Flasche gesehen und wollte sie nicht kaufen für meinen guten Freund, sondern habe den Geheimrat J gekauft. 47,90 kostet. 47,90.
Und so ein Kellner, der lernt dann schnell, wenn die Gläser leer sind, dass man nachschenkt? Ja, das lernt er auch. Jetzt sehe ich gerade bei dir, was ist denn hier los? Und was sehe ich denn bei Axel nochmal? Erkenne ich da noch ein leeres Gläschen? Und was ist denn der Spucknapf? Der hat sich nicht verändert. Der Spucknapf ist genauso schwer wie noch vor zwei Minuten. Du hast auch nicht ausgespuckt, ne? Aber der Michi, der kann, bei Michi kann er mal... Ihr wollt mich abfüllen, ja. Nee, aber das haben wir nicht. Oh, hör auf jetzt. Frau Dr. Katharina Brüm macht das, war ein gut, ja. Nein, nein, nein, das darf man nicht, das darf man nicht. Doch, das darf man nicht. Das darf man sehr wohl, das ist überhaupt kein Problem. Wie, das ist halt, knickemäßig geht das gar nicht. Nein, das ist... Ich bin im Vorstand, deswegen, wenn ich das mache, ist das massiv... Achso, hast du eigentlich, Michael, im Fernsehen... Hast du mich alle nochmal empfohlen? Ja. Kann man das einfach googeln? Michael Coutet, Knickel? Das weiß ich nicht. Mein Name ist da nicht, aber beim NDR das rote Sofa, meinst du, das war mit Wanser Morsonet im Kölner Sternekoch und da war ein kurzer Einspieler aus Hansel-Long. Das waren fünf Minuten. Stimmt, der relativ lang. Und dann habe ich was gesehen. Darf ich das kurz sagen?
Der Wein ist sowieso so exorbitant gut, dass man nicht viel sagen muss. Also gut. Ich finde es wirklich top. Aber da ist ein Bild von mir, wo ich sage, und das stimmt, das habe ich auch gesagt, mein Zitat, das ist auch in der Deutschen Knickegesellschaft, auf Graf Clemens von Heuers und so weiter, Knigge zitiert, gutes Benehmen ist kein Mittel zur Selbstdarstellung, sondern soll helfen, dass sich die Menschen in meiner Nähe besser fühlen. So wie du es machst. Hoffentlich. Nicht immer perfekt, aber ja. Machst du. Und dann haben darunter, wie viele Leute kommentiert auf Facebook? 620 Kommentare unter diesem Bild. Und was haben die gesagt? Ich mache, worauf ich Lust habe und habe überhaupt keinen Bock, mich da irgendwelchen Konventionen zu unterwerfen. Ja, der Typ da in der Hanse-Launch im zweiten Stock, da bei der Schickimicki-Gesellschaft, also teilweise auch einer hat geschrieben, also ich habe den schon mal in einem Vortrag gesehen, das ist ein super humorvoller, sympathischer, angenehmer Mensch, dieser Michael Kutte, auch total nett.
Ich war nur überrascht, dass sich so viele Menschen einfach nur äußern, dass sie die Zeit haben, sich zu äußern, einem Satz. Ja, aber weißt du, wenn ich dich nicht kennen würde, also wenn ich diesen Podcast nicht machen würde, dann hätte ich ein komplett anderes Bild von dir. Nein. Also doch, doch. Wenn ich diesen Beitrag sehe, dann würde ich auch vielleicht denken, Business Club und Schnösel und so weiter.
Aber den Leuten sei gesagt, das ist ein Hippie. Du bist ein. Du hast ein Hippie-Herz. Das ist der Wahnsinn. Aber alle Leute, die ich kenne, die Michael kennenlernt, von denen ich dann vorschwärme. Und dann lernen sie ihn kennen. Nach zwei Minuten sagen sie, du übertreibst. Und nach zwei Minuten sagen sie, du hast untertrieben. Er hat sowas, dass man... Es ist ja so. Es ist total lieb. Nehme ich gerne an. Dankeschön. Also es gibt kein besser, muss man auch sagen, es gibt in Hamburg, glaube ich, keinen besseren Gastgeber. Das ist sehr charmant. Ich bin nur sehr überrascht, dass Menschen quasi unter etwas, wo ich... Ich habe nichts Böses. Ich habe nichts Provokantes. Nichts, um zu sagen, ich benehme mich gut, damit die anderen sich wohlfühlen, wenn ich dabei bin. Das kann ja nicht so off the record sein. Das ist eine ganz ungewöhnliche Herangehensweise ans Miteinander. Und trotzdem gibt es da so viel Bedarf, sich zu äußern. Kurzer Hinweis, wir haben nur noch 30 Sekunden. Achso, ich würde 10 Punkte geben. Ich gebe auch 10. 10 Punkte, Axel? Dann gebe ich auch 10. Ding, ding, ding, ding, ding, ding. 30 Punkte.
Butterfly war auch 10. mit auch nicht trocken, ne? Aber das ist schon wirklich, das ist ganz großes Kino. Ich bin das Züngler an der Waage. Ja, du bist ja sehr streng. Aber das ist schon cool. Deshalb ist die Flasche auch leider fast leer. Ja, das stimmt. Aber ich meine, es ist teuer. Aber es ist schon cool. Es ist besonders. Toll und teuer. Leute, aufs Leben. Holt euch diese Flasche. Genießt sie. Feiert schön. Und bis zur nächsten Woche in einer langen Folge. Tschüss. Tschüss. Servus. Vielen Dank.