Herzlich Willkommen. Hier spricht der Lars. Und den, den ihr lachen hört, das ist natürlich der Axel. Und der, der gerade die Flasche aufploppen lässt. Und wir sind in einem Speedtasting, das heißt ein Wein. Theoretisch unter 10 Euro. Haben wir noch nie geschafft. Heute auch nicht. Heute auch nicht, dankeschön. Und es gibt von jedem von uns, kann maximal 10 Punkte vergeben und minimal einen Punkt. Oder Null. Null geht auch, du hast recht. Also Null bis Zehn. Der Wein kann theoretisch Null Punkte oder 30 Punkte. Und wir haben heute einen Wein, der schon so aussieht, als würde er... Deutscher Riesling sein. Nein, nicht nur das, als würde er... Nein, weil wir haben das, glaube ich, schon mal gehabt, Kathäuserhof. Kann sein, dass wir es schon mal gehabt haben. Und eines der wenigen Weingüter, das ja kein klassisches Etikett hat, sondern die ganze Information quasi ganz oben am Flaschenhals mit eingedruckt ist. Und das ist das Weingut Kartäuserhof von 1335.
Und die sitzen in Trier-Eitelsbach an der Ruwer. Und ich habe euch mitgebracht, den 2022er Alte Reben, Wiesling, trocken. Sorry, Axel, aber... Und dieser Adler da oben, ist das... Das ist der VDP. Das ist der VDP-Adler. Aber steht nicht VDP dabei, ne? Nee, aber da steht auch schon Kartäuserhof, dann ist der Adler, dann ist das Kartäuserhof-Logo. Also das ist schon ziemlich... Da ist schon viel los. Ja, das stimmt, aber normalerweise habe ich doch eigentlich VDP unter dem Adler stehen, oder nicht? Nein, nicht zwingend. Sie machen das Emblem drauf. Und diese sechs Punkte, das gehört zum Emblem in diesem Adler? Ja, das soll eine Traube sein, eine Weintraube. Das ist verbunden der Adler mit der Traube. 2022, hast du es gesagt? Ja, 2022. Und da muss man ja für alle mal sagen, wie riecht ein Riesling? Und wenn man hier rein riecht, so riecht ein Riesling. Also das ist so der klassische, verbessert mich da jetzt bitte, aber das ist so der klassische Riesling-Geschmack. Ja, das ist vor allem Riesling, wenn er auf Schiefer wächst. Das muss ich nochmal dazu führen. Ja, präzisieren.
Der riecht gar nicht trocken, finde ich. Ja, und der hat jetzt auch fast 4 Gramm Restzucker, aber auch eine hohe Säure von 7,4 und auch nur 12 Alkohol. Also eigentlich ist das schon cool. Also wenn ich jetzt so die Analyse lese, ist das eigentlich super spannend. Und das ist so ein bisschen Petrolgeruch? Ja, also bevor ich probiere, sage ich dir meine Meinung eigentlich zu diesen Weinen. Ich finde, denen steht aber oft der Zucker. Also ich finde, und auch viele Mosel-Winzer aus meiner Sicht wollen unbedingt trockene Weine machen und ich finde sehr oft, bleibt das stehen dann in dieser Trockenheit. Oh, aber du wärst es? Ja, ich bin selber gespannt. Ich glaube, du wärst es... Oh, was ist das? Das ist ein Petrol-Doruch, den man hört. Nein.
Petrol ist ja Öl. Findest du das ölig? Ja, ganz bisschen. Es ist irgendwo zwischen einer, was ich sehr oft habe, ist so eine leicht reife Ananas, so eine Dosenananas, so eine reife. und das ist dann sehr nah auch schon so einem leichten Petrohltankstellen, Gasolin, Duft. Ich sage auch Duft jetzt. Ich versuche das nur zu beschreiben. Ich finde, es riecht extrem vielversprechend. Aber die Ananas ist brutal gut. Es ist eine brutal gute Ananas und du hast dieses Mineralische, du hast diese Ananas und du hast so ein bisschen, es ist, ich finde es, also da kann mir jemand erzählen, dass es hundertmal trocken ist, ist es sicherlich auch. Ich finde es aber nicht trocken. Du musst was sagen, was dir auch total schmeckt. Ja, aber es ist nicht süß. Nein, süß ist es auch nicht, aber es ist auch nicht trocken, oder? Würdest du sagen?
Ich finde es ein total cooles Gefühl am Gaumen. Es hat eine gewisse Breite eigentlich am Gaumen. Fast mit diesem wenigen Alkohol. Die Säure finde ich super. Da habe ich manchmal das Problem bei diesen jungen Moselweinern, dass die Säure ein bisschen spitzer ist. Finde ich jetzt gar nicht. Da könnte ein bisschen kälter sein, oder? Wenn man probiert, eigentlich ist es so ideal. Ja? Ja, also der wird jetzt haben, würde ich sagen, sieben Grad. Ach echt? Ja. Okay, ja gut. Mosel muss man ja auch immer sagen, Mosel kann auch mal gern unter zwölf Prozent Alkohol sein, kann auch mal elf sein, kann auch mal zehn sein, kann auch mal neun sein. Ja, also alles, was trocken ist, eigentlich in der Regel mindestens zehn, eher zehneinhalb. Und alles, was drunter ist, dann ist es ein Prädikat. Also mit einer Süße, das ist wirklich trocken. Aber es...
Ich finde es auch irgendwie so komplett unaufgeregt dabei. Also ich finde, es wirkt gar nicht jetzt, ich wäre so gern ein ganz, sondern die Kraft kommt aus diesen alten Reben, die wahrscheinlich mindestens 40 Jahre alt sind. Fahr dir mal mit der Zunge über die Lippen. Das ist irre. Genau wie du sagst, diese Breite und das nimmt irgendwie fast alles ein und finde, die bleibt auch extrem, extrem lang. Es ist einfach richtig, richtig, richtig guter Wrestling. Aber weißt du, wenn du jetzt, wenn du diesen Wein probierst, unter der Oberlippe, finde ich, kommt ein bisschen diese Phenolik, dieser Gerbstoff, dieses leicht packende, bitter ist mir zu viel, ist es nicht bitter, aber du merkst, wow, ist ja nicht im Holz, sondern, und da merkst du, dass der Gerbstoff richtig noch intensiv ist und das ist auch cool, weil das gibt echt Spannung für einen Wein, der leider nun auch nicht 10 Euro kostet, sondern 21. Aber nochmal, wir reden über einen drei Jahre alten Riesling aus einem VDP. Gut, was ist das? Ist das ein Ortswein, ein Gutswein? Was ist das? Naja, es ist, denke ich mal, offiziell ein Gutswein.
Ne, es ist ein Ortswein. Ein Ortswein. Eitelsbacher Riesling. Also Eitelsbacher, es ist ein Ortswein. Ortswein-Qualität. Also nochmal für alle, die das nicht kennen, sozusagen die zweitunterste oder dritthöchste Kategorie, je nachdem, wie man zählen will. Ja, also es kann die QBA sein und dann erst kommt der Kurzwein. Von daher ist das schon recht hoch, muss man auch sagen. Und ich finde, das merkst du auch. Also ich finde, es bleibt auch echt gut haften am Raun. Also hat eine Präsenz. Aber wenn du den runtergeschluckt hast, der ist immer noch da. Aber es ist super angenehm, super. Und auch so was Leichtes, das ist wirklich was Sommerliches, finde ich, dieser Wein.
Mir fehlt so ein bisschen irgendwie... Das ist total gemein. Mir schmeckt er total, ich kann es total verstehen, aber irgendwie geht alles in die gleiche Richtung. Es gibt nicht irgendwie so einen Gegensatz, also irgendwas, so Salzsäure oder... Findest du? Ich finde, ich habe sowohl dieses mineralische, ich habe auch diese starke Ananas, aber jetzt überwiegt wieder dieses Schiefer, als ob man an so einem Stein lutscht gerade. Am Anfang hatte ich nur dieses, genau so gesagt, diese Dosenananas hatte ich massiv. Und jetzt ist es so eine Mischung. Ich glaube, was Axel, und das verstehe ich auch, es plätschert so ein bisschen dahin. Es ist jetzt keine Highlights, keine nichts, was so richtig Action macht. Bin ich bei dir. Bin ich bei dir. Aber ist nicht schlimm? Finde ich überhaupt nicht schlimm, weil ich finde, muss auch nicht sein. Ja, aber klar, wäre noch cooler, wenn es das wäre, weil es sich noch mehr fordern würde am Gaumen. Aber so ist das, würde ich sagen, ein sehr guter quasi.
Gesamtüberblick wie ein trockener Mosel-Riesling eigentlich zu schmecken hat. Das finde ich wirklich ein deutlich besseres noch, als ich es schon getrunken habe. Also es gibt viele große Gewächse von Mosel, die deutlich teurer sind, die ich nicht so cool finde und nicht so harmonisch, auch in der Jugend schon, wie diese beiden. Okay, dann ist das ja ein echter Preisschlager. Das musst du sagen, seid ihr? Also ich bin echt angetan davon. Also es ist natürlich so, es ist so ein bisschen so, ich habe mal geguckt, ich hatte neulich mal ein Geheimrad J mal wieder gekauft, der kostete 40 Euro. Ich glaube auch, 2022. Wobei das Rheingau ist. Ja, genau. Also kostet das Doppelte. Und ist, glaube ich, angemessen. Also das ist noch eine andere Liga, Geheimrat J. Und ich würde trotzdem jetzt, wo wir an die Punktevergabe schreiten, ich neige im Moment zu, aber ich würde neun Punkte geben tatsächlich. Auch bei 21 Euro. Bist du denn als Rieslingliebhaber, trinkst du auch Moselweine? Ja, absolut. Manchmal so ein bisschen, finde ich sie, da bin ich übrigens bei dir, ich finde, die schmecken eigentlich alle sehr ähnlich, die Moselweine. Auch weil sie relativ wenig Alkohol haben, Ich bin zum Beispiel ganz weg, darf ich das sagen, von diesen Orte Grafe-Weinen. Die haben mir früher total gut geschmeckt. Heute, ja. Habe ich noch nicht mal wieder getrunken, Otto Grafen. Aber fand ich ziemlich cool, weil ich hatte von Otto Grafen und ich hatte auch von hier Weingüter Wegeler. Und Wegeler, das gibt es ja auch von der Mosel auch. Ja, genau, aber irgendwie für 13 Euro, also irgendwie Bernkastel irgendwas.
Und da war der von, die waren wir beide so hängen geblieben für wenig Geld. Günstige, süße Rieslinge. und da war von Orthografen deutlich besser. Ihr müsst jetzt Punkte geben, wir haben nur noch knapp 60 Sekunden. Neun kommen von mir schon dazu. Ich bin beeinflusst worden und deswegen gebe ich acht. Stark! Sind 17? Ich gebe auch acht. Habe ich gewusst. 25? Gut. Also sehr gut ausgewählt. Ja, auf jeden Fall. Und ich finde es auch lustig, dass Sie vorne kein so fettes Elikett haben. Das sieht eigentlich sehr elegant aus. Das sieht so ein bisschen aus, als ob es abgegangen ist. Ein großes Alleinstellungsmerkmal. Ja, aber man traut sich fast nicht hin zu gucken. Es sieht ein bisschen nackt aus, weißt du? Pierre Kaufmann ist der Kellermeister, der früher bei Bollinger war. Der macht auch Sekte. Und ich finde schon, dass das Weingut so ein bisschen eine Renaissance erlebt gerade, muss man echt sagen. Und deswegen habe ich mich auch gefreut, euch das zu zeigen. Ich finde, es ist mehr als wert, wieder mal zu probieren. Bei Kennen tut man das aus den 80ern und so, würde ich mal sagen. Sieht auch so ein bisschen aus, als das... Kurt Häuser, ist das eigentlich ein Wort, das etwas repräsentiert? Das müssen wir nächstes Mal klären, weil der Podcast ist leider an dieser Stelle zu Ende. Tschüss.