Vier Flaschen, der Wein-Podcast der Funke Mediengruppe. Unser Partner Havesco feiert 60-jähriges Jubiläum und macht jeden Wein zum Erlebnis. Das vorgestellte Vier-Flaschen-Paket ist versandkostenfrei bestellbar auf havesco.de. Grüß Gott und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Mein Name ist Michael Kutte und meine zwei Kollegen Axel und Lars, Die sind heute nicht da, sondern ich bin ganz alleine. Wobei ich einen spitzenmäßigen Gast da habe. Und den stelle ich jetzt vor. Ich habe es mir sogar aufgeschrieben, damit ich keine Fehler mache. Pass mal auf. Das Weingut Wittmann im rhein-hessischen Westhofen ist ein klassisch familiengeführtes Weingut. Bereits seit Ende der 80er Jahre arbeitet man dort zertifiziert biologisch, seit 2004 biodynamisch. Die Weine werden im großen Gewölbekeller von 1829 fast ausschließlich im Holzfass ausgebaut. Hier entstehen Weine mit eigenem Charakter, großem Terroirbezug und von hoher Güte. Unser heutiger Gast studierte an der Hochschule Geisenheim und ist seit dem Jahrgang 1999 Kellermeister, Mitbesitzer seit 2007 und der Önologe des Weinguts. Er war von 2005 bis 2019 Vorsitzender des VDP in Rheinhessen und ist Vizepräsident des Bundesverbands des VDP. Zumindest steht das alles so auf Wikipedia. Herzlich willkommen, Philipp Wittmann. Hallihallo, wo bist du? Du bist bei den vier Flaschen und jetzt bin nur ich da. Es tut mir so leid. Jetzt sind wir zwei Flaschen.

Es bezieht sich auf die Anzahl der Weine, die wir probieren. Und wir haben auch vier Weine dafür. Aber es war so relativ spontan, dass du mir gesagt hast, ich bin in Hamburg und ich habe am Nachmittag ein kleines Zeitfenster. Und das finde ich natürlich so fantastisch, dass du an uns gedacht hast und du dir die Zeit nimmst. Ja, sehr gerne. Du warst direkt Hamburg oder warst du vorne unterwegs? Nein, ich war auf Sylt. Okay. Und morgen geht es dann weiter Richtung Heimat. Okay. Und wie wichtig ist der norddeutsche Bereich für dich jetzt? Ich glaube, überall da, wo Genuss zu Hause ist, wo gut der Wein eine Rolle spielt, ist es uns auch wichtig, dass wir präsent sind. Wir sind ein kleines Wein, das heißt, wir können jetzt nicht die große, starke Markenpower bringen. Das heißt, die Weine sind begrenzt. Aber wie gesagt, die Nadelstiche an den besonderen Orten in ganz Deutschland und am liebsten in der ganzen Welt sollten schon sein. Ja, cool. Also das heißt, auf Sylt gibt es, bist du auch quasi in den... Den einen oder anderen Wein gibt es ja schon.

Und aus Wienster fährt man vielleicht auch lieber nach Sylt als nach Kastro-Brauxel. Darf man das sagen? Also ich sage mal so, Kastro-Brauxel kenne ich jetzt nicht so gut, aber Sylt ist schon sehr fein. Das ist immer eine Reise. Ja, absolut. Perfekt. Was wir jetzt quasi in der Kürze der Zeit ausgesucht haben, sind durchaus Weine, die mir auch am Herzen liegen. Vor allem einer, den ich wahnsinnig, wahnsinnig gut finde. Ich verrate jetzt nicht vorher, sonst sind die Leute schon voreingenommen. Wir probieren jetzt einmal deinen Basis Grauburgunder. Dann gibt es den Weißburgunder Chardonnay in der Ortsweilqualität. Und dann haben wir den Riesling Estate da. Das ist quasi dein Signature-Wein oder dein Visitenkarten-Wein. Und dann gibt es den Westhofener Riesling. das sind die vier Weine, die wir jetzt gemeinsam verkosten und haben den großen Wunsch, die ich quasi unseren Hörern ein bisschen vorzustellen, weil.

Ziemlich am Anfang, als wir hier mal so quasi angefangen haben, vor vier, fünf Jahren, kannst du dich noch erinnern? Ich bin schon eine Zeit lang her. Was es gab nämlich bei uns, es gab nämlich ein Live-Tasting mit dir, wo die Leute die Pakete nach Hause bekommen haben und du hast dich dann da zugeschalten. Aber da ist was passiert. Kannst du dich noch erinnern? Meine Erinnerung ist, dass ich ausgefallen habe. Ja, du hast jetzt einen Unfall. Du hast dich irgendwie verletzt. Ach Gott, das war die Nummer. Ja, das ist also eher tatsächlich eine unangenehme Geschichte gewesen. Ich war mit Freunden in Berlin und die wunderbaren E-Scooter waren dann in dem Fall auch meine Falle. Und insofern bin ich da tatsächlich ausgefallen. Jetzt haben wir das aufgelöst für alle, die damals schon dabei waren. Ich wusste gerade mehr, warum ich nicht dabei war. Ja, das haben wir natürlich nicht erzählt. Ich wusste das tatsächlich, aber wir haben es nicht erzählt. Hat das Sascha das gemacht? Das hat mein damaliger Mitarbeiter Matthias gemacht. Okay, genau. Auf jeden Fall war das trotzdem ein voller Erfolg. Und erstmal, bei allem Respekt deiner Person, ist ja wichtiger, dass die Leute die Weine haben als dich dann dazu. Deswegen war das schon erfolgreich. Aber umso schöner, dass wir dich jetzt auch wirklich so kennenlernen können. Und jetzt sind die anderen Kollegen nicht da. Und es wird viel immer über den Grauburgunder gesprochen, weil ich persönlich immer Denken habe. Das ist so eine Verlegenheitsentscheidung. Und die Leute, ich habe nichts gegen den Grauburgunder. Es ärgert mich nur, dass vieles andere nicht getrunken wird, weil das bevorzugt getrunken wird, aus Angst oder Sorge irgendwie einen Fehler zu machen oder wenn Leute so unsicher sind. Wie stehst du denn zum Grauburgunder?

Ich könnte jetzt sagen, das ist nicht meine Sorte und ich bin jetzt privat kein Grauburgunder-Trinker, aber ich kann auch sagen, dass der Grauburgunder eine ganz wichtige Rebsorte ist, um kühle, frische Weißweine im Vordergrund stehen zu lassen und Fruchterlebnis, ein guter Gaumen, trockener Wein.

All das, was auch große deutsche oder gute deutsche Weine ausmacht, durchaus erlebbar macht. Das heißt, es ist halt ein Wein für jeden Tag so ein bisschen.

Diese Ausgewogenheit, die Cremigkeit, die etwas mildere Säure, das schmeckt den Leuten einfach. Und das ist dann auch zu respektieren. Und deshalb ist es, sage ich mal, auch selbstverständlich zu sagen, na klar, machen wir auch einen Grauburgunder und stehen da auch zu und der soll dann halt auch möglichst gut sein. Dann hat man ja immer noch die Wahl, in welcher Stilistik man unterwegs ist. Und die Grauburgunder, die so ein bisschen dazu führen, dass wir Weinverrückte nicht so ganz drauf abfahren, sind ja eigentlich die, die dann so zu mächtig sind und diese Öligkeit haben und vielleicht besonders weich sind. Man kann Grauburgunder aber ja auch kühl, frisch und vielleicht auch sogar zartsalsig am Gaumen interpretieren. Und dann ist das durchaus auch ein angenehmer Wein zum Trinken. Dennoch gebe ich zu, dass es die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, dass ich aus dem eigenen Keller in Grauburg runterholen würde. Wenn gar nichts mehr da ist. Wenn es dann wirklich eng werden würde. Aber du hast gesagt, wir sind ein kleines Weingut. Wie groß seid ihr? Wir bewirtschaften ein paar und 30 Hektar. Alles rund um Westhofen. Und es ist eben so organisiert, dass es wirklich ein Familienbetrieb ist. Natürlich habe ich ein ganz wichtiges Team um mich herum. Wir sind insgesamt 15 Leute. Aber die Menge an Wein, die wir erzeugen, ist begrenzt und das auch ganz bewusst. Also ich habe vor gut zehn Jahren mich dazu entschieden, nicht mehr in die Breite zu wachsen, auch wenn die Möglichkeiten im Markt zweifelsohne da waren.

Ich wollte mich auf die Qualität konzentrieren. Ich wollte auch meine Infrastruktur im Weingut nicht noch einmal verändern und nicht mein Leben lang irgendwo am Bauen sein und zu wenig Platz haben, sondern irgendwie das, was man hat, dann auch so gut wie möglich zu machen. Und das ist ein Ansatz, der Spaß macht. Und dieser Wunsch, immer besser zu werden, dieser Drang danach ist umso größer, wenn man nicht an anderen Drehschrauben drehen kann. Und das war deshalb die Entscheidung. Ist das vielleicht, also wenn wir heute Mitte 2025, wo allgemein schon noch viel Druck ist bei den Winstern, wo viel Wein da ist allgemein, die Medien oder sagen, du sollst weniger trinken, man muss aufpassen, ist es vielleicht damals mit dem Wissen von heute sogar eine sehr kluge Entscheidung zu sagen, nicht wie noch größer werden noch mehr Menge noch mehr sondern wirklich zu sagen ich fokussiere mich auf das? Das fühlt sich auf jeden Fall ganz gut an nicht diesen Druck zu haben dass man sagt okay jetzt habe ich da einen Jahrgang im Keller liegen und der muss jetzt irgendwie.

Raus und ich muss jetzt irgendwie gucken wie ich das verkauft bekomme sondern das funktioniert eigentlich Gott sei Dank dann, Ich will jetzt nicht sagen von selbst, sondern halt entsprechend mit guter Logistik und vielen, vielen Partnern. Aber es ist natürlich nicht der Druck im Nacken, wenn man weiß, okay, das schiebt von hinten ein gewisses Volumen, das auch dann irgendwann abgefüllt werden muss und auch verkauft sein muss. Das hilft im Moment schon, wobei ich auch Nachteile sehe. Also zum Beispiel kannst du, wenn du mit einem sehr begrenzten Faktor an Flaschen arbeitest, auch deine Marke nicht so krass an besonderen Orten platzieren, weil du einfach die Volumen dazu nicht hast. Und manchmal müssen wir auf Dinge verzichten, die vielleicht dennoch interessant sind, weil wir einfach sagen, okay, wäre schön, aber können wir nicht, haben wir nicht genug Wein für. Und insofern ist natürlich diese Markenbildung, dass man ein Weingut wirklich auch in der Breite wahrnimmt, deutlich einfacher, wenn ein paar Flaschen mehr hinten dran stehen.

Aber ich hätte jetzt gesagt, du bist schon, also wenn man jetzt sagen würde, die Top Ten Weingüter Deutschlands, wird der Name fallen. Aber das ist ein Mikrokosmos. Wir produzieren in diesem Mikrokosmos der Feinwein Freaks international, sag ich mal. Und na klar, ich meine, das ist letztendlich ja dann auch mein Ziel gewesen. Ich wollte einer der besten Winzer in Deutschland sein. Und es ist jedes Jahr eine Herausforderung, wenn man sich so ein Image erarbeitet hat, das dann auch nachhaltig zu zeigen, dass es auch stimmt.

Und insofern ganz klar... Teil unserer DNA, aber es ist natürlich dennoch eine kleinere Gruppe an Weinfreaks, die sich damit so auseinandersetzen, die das weiß.

Der Grauburgunder per se Trinker weiß es vielleicht gar nicht unbedingt. Okay, gut, die haben wir auch, aber wir haben natürlich auch viele Hörer mittlerweile, die eben schon uns, die wir mitnehmen auf diese Reise quasi. Und das ist auch gut so. Ja, total, das empfinde ich auch wirklich so. Das heißt, wir haben jetzt deinen Grauburgunder, wie du sagst. Es gibt die Winzer, die den auch salzig, mineralisch und schlank machen könnten. Es ist quasi dein Gutswein, der jetzt hier bei unserem Partner Wetzgut, der kostet 15,50. Ich sage es mal so, für Gutswein ist das ja schon erstmal eher im oberen Bereich in Deutschland auch generell, oder? Ja, am Ende dem geschuldet, dass es halt handwerkliche Arbeit ist. Die Weinberge werden intensiv von Hand gepflegt. Und selbstverständlich werden auch alle Trauben von Hand geerntet. Und wir versuchen auch hier bei unseren vermeintlich kleinen Weinen tatsächlich eine Güte in die Flasche zu bringen, die was Besonderes ist. Und das funktioniert natürlich nur mit einer ganzen Portion an Mehrarbeit, mit guten Lagen. Und das soll dann eben halt auch in dieser Kategorie umgesetzt werden. Und ich denke, man schmeckt das dann auch.

Man kann natürlich, wenn man so drüber huscht und man trinkt am Abend schnell zwei Gläser und es gibt diverse Flaschen auf dem Tisch, merkt man vielleicht nicht so sehr, aber wenn man sich mal mit auseinandersetzt, stellt man fest, dass halt eben... Ein gewisser Tiefgang in dem Wein ist. Und ich will es gar nicht so hochheben. Es ist am Ende ein Grauburgunder Gutswein. Und es ist zweifelsohne ein Grauburgunder Gutswein der gehobenen Preiskategorie, wenn es um die 15 Euro ist. Aber dafür ist er lecker.

Lecker ist ein Wort, das ich nicht so gerne mag bei meinen Angst haben.

Hört sich da immer rauf. Also was er ist, und das sage ich auch immer, und ich finde, das kann man als Faustregel machen, wenn du einen Riesling-Winzer hast, der einen Grauburgunder macht, dann hat der immer einen Spannungsbogen, dann hat der immer eine Energie, Dann hat der immer eine Mineralität, die du auch wirklich schmecken kannst. Und ich finde, das ist hier wirklich genauso. Ja, also ich muss jetzt gestehen, mir schmeckt es gerade auch. Also ich finde, dass es einfach schon frisch ist und man hat auch Lust auf den nächsten Schluck. Das finde ich beim Wein sowieso wichtig. Also wenn ein Wein anstrengend ist, wenn ein Wein nicht animiert und man irgendwie gar nicht ins Trinken kommt, sage ich mal, dann ist es schon schade. Klar gibt es die Momente, wo man jetzt keine Weinlust hat oder wo das irgendwie nur wirklich ein kleiner Schluck auch sein soll. Aber es gibt auch nichts Schöneres, wie eine gute Flasche Wein auf dem Tisch zu haben, die einem auch wirklich schmeckt und man einfach mit Lust auch das zweite und im Notfall auch das dritte und vierte Glas trinkt. Und dafür ist der Wein gedacht. Absolut.

Funktioniert. Funktioniert auch bei mir. Das mag ich auch. Würde ich auch immer sagen. Ich mag auch manche Grauburgung. Das ist nicht die Mehrheit, aber es gibt auch welche. Was ich mag, geht es dir auch so, dass manchmal Weine zu verkopft sind? Das gibt es ganz häufig. Und da muss man auch als Winzer aufpassen, dass man sich nicht selbst dabei ertappt, dass man zu sehr in eine Freakshow abtaucht, weil man einfach irgendwas rausarbeiten will, was vielleicht gar nicht da ist. Also die besten Weine sind meist die entspannten Weine, die einfach so daherkommen, wie sie ganz natürlich gewachsen sind. Und das hilft in der Regel. Das heißt, man kann letztendlich aus einem Pony auch kein Rennpferd machen.

Und dessen sollte man sich auch bei den Trauben, die man eben entsprechend erntet, immer bewusst sein. Aber zum Thema Grauburgunder vielleicht noch, wenn man über Grauburgunder Winzer spricht. Wir waren mit unseren rhein-hessischen Kollegen aus Westhofen, waren wir in Baden und haben den Friedrich Keller besucht. Und ich muss gestehen, ich habe selten so viel Grauburgunder verkostet, aber ich muss gestehen, das war schon geil. Also das ist schon, das kann auch eine Rebsorte sein, die Terroir im wunderbaren Sinne transportiert.

Ich glaube, in Baden ist tatsächlich der Grauburgunder auch zu Recht ein Stück weit zu Hause, was jetzt Herkunftsweine betrifft. Und da war ich durchaus beeindruckt und musste es dann auch zweifelsohne zugeben, dass Grauburgunder schon auch was kann. Aber ich glaube, dass der normale Konsument, den ich mit dieser Grauburgunder-Phobie anspreche, dass dem das gar nicht so schmeckt. So ein Grauburgunder, der so ganz stringent, knochentrocken, sehr reduziert daherkommt, dass eben dieses 6-Kam-Rest-Zucker... Zumindest braucht es dann einen Moment, den Zugang zu finden. Wobei jetzt Beisewehe, der Wein hier ist auch knochentrocken. Also der ist unter zwei Gramm Restzucker. Weil ich persönlich bei den Burgundern in Deutschland, es wird es ja ganz gern gemacht, dass das so ein bisschen abgeschmelzt ist hin noch mit drei, vier Gramm. Das mag ich überhaupt nicht. Also ich meine, meine Orientierung in der Sensorik ist tatsächlich in dem Fall eher.

Wir sind weiter nördlich gelegen als jetzt die Burgundier, im Besonderen nehmen wir mal das Chablis-Gebiet, was vielleicht, wenn dann am nächsten noch den deutschen Stilistiken käme. Und diese Weine zeigen immer wunderbar Herkunft, auch mit im Sinne, dass sie halt wirklich ganz trocken sind und mal am Gaumen auch wirklich die Details feststellen, ob da Zug da ist, ob da Biss da ist. Und wenn dann aber drei, vier Gramm Rest sogar drüber liegen und vorne noch die Frucht da ist, die in den kühleren Regionen bei uns eben automatisch im Wein drin ist, ja dann ist davon immer viel zu spüren. Und das mag ich nicht so. Ich mag es schon, wenn man irgendwie einen Wein, wenn er wirklich ehrlich ist und alles zeigt, was er hat, dann ist er meistens auch ganz trocken. Das würde Axel jetzt nicht gerne hören, aber ich bin natürlich hundertprozentig bei dir. Macht ein guter Winzer auch immer die Weine so, wie er sie selber mag?

Also wenn er es ganz anders machen würde, wäre er ein Trottel, weil das macht ja dann keinen Spaß. Aber wenn der Markt jetzt sagt, oh, wir brauchen ein paar mehr Zucker und dann sagst du als Winzer vielleicht so, oh, ich muss eine verkaufte Flasche. Da komme ich jetzt wieder an den Punkt, ich mache ja gar nicht so viel Wein. Insofern, also bisher habe ich es dann immer ausgeschlagen. Also ich hatte in der Tat mit einem Handelspartner die Diskussion um einen Grauburgunder, habe ein Fassmuster hingeschickt und es ging um eine größere Menge. Und dann wurde mir halt gesagt, dass das eben nicht konventionell kommerziell genug ist, das müsste ein bisschen süßer sein, ein bisschen runter. Und dann habe ich gesagt, nee, dann mache ich es nicht. Also das bin nicht ich. Das ist ja konsequent. Ja, aber wenn ich jetzt im Nacken 15.000 Liter stehen gehabt hätte, die irgendwo hingemusst hätten, hätte ich natürlich gesagt, okay, ich guck mal, was ich machen kann. Aber so ging es. Und das ist ein Stück weit zwar der Luxus, dann sagen zu können, nee, net my cup of tea. Und das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Klar, aber gut, da steht ja auch der Name drauf, am Ende des Tages. Da musst du auch den Kopf hinhalten, wenn jemand dann sagt, mag ich aber nicht. Dann kannst du sagen, okay, ist okay, dass du es nicht magst. Ich mag es.

Wie viel ist der Anteil von Grauburgunder? Ich habe noch nie so lange über Grauburgunder gesprochen. Nein, wir machen ruhig weiter. Also der Anteil ist, ich produziere einen Wein. Und das ist, sage ich mal, das sind unter 5% unserer Produktion. Und ist das der schnellst verkaufteste? Also ist das der schnelle Dreher? oder? Der Wein ist am Ende des Jahres verkauft, aber es ist nicht so, dass das jetzt die gefragteste Flasche im Sortiment wäre. Das sind andere. Okay, wunderbar. Dann bin ich jetzt fertig mit meinem Grauburg.

Und bedanke mich schon mal für diesen wirklich äußerst gelungenen Grauburg unter 23. Lass uns über den Jahrgang 23 sprechen, weil ich glaube, es ist alles aus 23. Ist das der aktuelle Jahrgang jetzt bei dir auch noch? Und wie war 23? Also Also zunächst mal, 23 war wieder eines der warmen Sonnenjahre, mit einer frühen Vegetation, mit einem sehr frühen Austrieb, zum Leidwesen von manchen Regionen, wo dann der Frühjahrsfrost nochmal zugeschlagen hat. Und dann tatsächlich auch dadurch deutlich Eindverluste. Aber bei euch nicht? Wir hatten Glück, es war behaschhaft. Also ich war in zwei Frostnächten auch draußen in den Weinbergen unterwegs. Was habt ihr gemacht da? Ja gut, wir hatten Frostkerzen stehen und es war die Frage, zünden wir sie an, zünden wir sie nicht an, um einfach wirklich diese, du schaffst es dann so ein bis anderthalb Grad Celsius, kannst du die Temperatur im Bereich der Rebe erhöhen und wenn du so in dem Bereich minus eins liegst, dann macht das Sinn zu sagen, okay komm, wir machen das, weil ab minus zwei, minus drei Grad fängt es dann an, dass es eben Schäden gibt und das frisch gewachsene Grün einfach erfriert.

Und dann ist es halt so, da kommen zwar wieder Triebe, aber die haben in der Regel keine Trauben mehr. Das heißt, der Ertrag ist von vornherein im Frühjahr dann tilt. Und die Arbeit hat man dennoch, weil man muss das neue Grün natürlich wieder erziehen, um für das nächste Jahr wieder Reben zu haben. Und insofern ist das schon eine ganz blöde Nummer mit den Frühjahrsfrosten. Wie bei uns ist es gut gegangen in 2023. Wie gesagt, es war haarscharf, aber es hat gelangt.

Ja, dann hatten wir im Prinzip eine relativ ausgewogene Saison. Ausreichend Niederschläge, deutlich bessere Niederschlagsmengen als in 2022 zum Beispiel, was ein sehr trockener Sommer war. 2023 kam eigentlich immer rechtzeitig ein Gewitter und auch entspannt, nicht mit irgendeinem blöden Hagel oder mit Sorgen. Und ganz ehrlich, natürlich haben wir Bauchweh, wenn wir an den Himmel schauen und da oben ist alles schwarz und du weißt, okay, gleich rappelst du hier. Es ist extremer geworden, das Wetter zweifelsohne und deshalb muss man auch immer ein bisschen Bauchweh haben. Und letztes Jahr, also in 23 war es so, dass es kamen die Niederschläge über die Gewitter, aber es waren in der Regel entspannte Landregen und es hat 10, 15 Liter geregnet, danach hat die Sonne wieder geschehen und alles war gut. Also das war in 23 schön, hat den Reben auch viel Vitalität gebracht und am Ende war dann auch die Ernte doch sehr früh, weil das ganze Jahr ist marschiert, die Trauben sind früh in die Reife gegangen. Und dann war eigentlich das große Glück, dass die kalten Nächte während der Erntezeit auch die Säure ein bisschen stabilisiert haben, sodass die ausreichend Frische und Eleganz in den Weinen war. Die Alkoholwerte sind gar nicht so in die Höhe geschnellt. Der Riesling hat da irgendwie auch so eine Sicherheitsschublade eingebaut. Das ist ganz interessant. Also alle reden ja immer davon, dass Riesling mit den neuen klimatischen Bedingungen die größten Probleme haben wird, weil das ja eine Rebsorte ist, die eigentlich in den kühleren Regionen steht.

Der Riesling stellt, wenn es zu warm ist und wenn die Sonne zu sehr viel scheint, einfach auch die Zuckerproduktion ein. Und dann marschieren jetzt die Mostgewichte nicht so in die Höhe, dass hier nachher Alkohol ohne Ende rauskommt. Das passiert eher bei anderen Rebsorten. Sonst wäre Beisewehe auch in Australien kein Riesling möglich. Und insofern war 23 dann am Ende ein Jahrgang, der tolle Reife hatte, sehr viel Aromen hatte. Also dieser warme Sommer und diese frühe Reife hat schon unheimlich viel Aromenausbildung auch gefördert. Das sind sehr intensive Weine, sehr geschmackvolle Weine.

Eine präsente, aber doch sehr reife Säure Weine, die unheimlich zugänglich sind. Also die 23er-Weine schmecken einfach wunderschön im Moment und ja, wir sind jetzt quasi im zweiten Frühjahr. Letztes Jahr im Frühjahr ging es los mit dem Jagen und da kommen wir jetzt zu dem Thema, wann kommen bei mir die Weine auf den Markt? Ich fände es eigentlich ganz schön, wenn wir erst im September überhaupt anfangen würden, im darauffolgenden Jahr mit dem neuen Jahrgang zu verkaufen. Das schaffen wir, das ist nicht ganz realistisch, weil wir einfach dann zu wenig Wein haben. Irgendwann ist der Keller leer, irgendwann muss es auch wieder weitergehen, auch die Gastronomie braucht wieder Wein. Das heißt also, wir waren in der Vergangenheit so drauf, dass die einfachen Weine tatsächlich dann auch schon Ende März, Anfang April auch in den Markt kamen. Dieses Jahr haben wir es geschafft, dass wir ein bisschen später sind. Wir haben jetzt mal vier, fünf Wochen gewonnen. Also wir sind jetzt im Mai und die ersten Weine sind jetzt in der Flasche und auch kommen jetzt nach und nach auf den Markt. Und die höherwertigen Weine kommen generell erst im September und die ganz großen Weine erst im nächsten Frühjahr. Das heißt, wir haben jetzt unsere großen Rieslinge, 23 sind jetzt vor anderthalb Monaten erst das Weingut verlassen. Das hatte ja auch immer eine Liquiditätsfrage für dich jetzt aus wirtschaftlicher Sicht. Ich meine, du musst das ja alles finanzieren, wenn das nur im Keller liegt und noch nicht quasi... Keine Frage. Wir haben bei den großen Weinen das Glück, dass wir mit einer Subskription arbeiten können und letztendlich die Weine dann schon ein halbes Jahr vorher auch bezahlt werden, weil sie eben auch dann zugeteilt werden.

Das ist ein Luxus, dass wir in der Situation sind und das darf man nicht als selbstverständlich ansehen. Aber ja, am Ende ist es natürlich so, dass diese hochwertigen Weine schon dann auch eine Nachfrage haben, eine Begehrlichkeit haben und dann eben entsprechend auch ihren Preis haben, sodass wir hier eigentlich in diesem Bereich auch unsere Kernkompetenz sehen und das klappt eigentlich ganz gut. Super, ich habe jetzt schon eingeschränkt in der Zwischenzeit Weißburgunder Chardonnay aus Westhofen. Das ist also quasi Ortsweinqualität.

Du hast die beiden Trauben zusammengepackt, weil... Warum? Weil das einfach ein Match ist. Der Weißburgunder bringt die Eleganz, die Finesse, das Zarte auch mit in die Cuvée. Und der Chardonnay bringt... Aromen auch ein bisschen einen größeren Druck am Gaumen, ein bisschen mehr Länge, ein bisschen mehr Textur mit rein, und vom Weißbohr hat man ein bisschen feinere, zittrische Säure, die mit rein spielt, sodass letztendlich hier eine Cuvée entsteht, die einfach unheimlich harmonisch ist und der Westdorfen Weißbohrner Chardonnay ist, unser Burgunder, der so in der Kategorie, most charming irgendwo unterwegs ist, in der Gastronomie ein ganz wichtiger Wein, weil es ein toller universeller Essensbegleiter ist, eine super Cremigkeit hat und auch eine Wertigkeit hat. Also das sind schon richtig gute Trauben, das sind schon richtig gute Lagen, deshalb steht auch Westhofen drauf. Das würden wir nicht draufschreiben, wenn das jetzt irgendwo aus Basisflächen käme. Das ist schon Kalkstein geprägt auch und der Weißbrunner ist in 600 Liter Fässern ausgebaut und der Chardonnay in den 228 Karikfässern.

Ganz einfach deshalb beim Weißbrunner das etwas größere Fass, weil Weißbrunner so zart und filigran ist und Holz in dem Sinne oder ein Toasting vom Fass auch nicht so wegstecken kann. Und dann würde das zu laut werden. Wohingegen der Schardonnay durchaus auch diese Mikrooxidation über die kleinen Fässer braucht, um noch mehr zu zeigen von dem, was er hat. Wir arbeiten hier mit so gut wie keinem neuen Holz, nur einem kleinen Anteil, weil wir letztendlich auch diese ganz zarte Röstnote, das leicht Toastige, das soll ein bisschen unterstützend da sein. Aber eigentlich sollen die fruchtigen Elemente im Vordergrund stehen und am Gaumen einfach auch das klare mineralische Element. Und insofern ist es ein Wein, das ist einer der Weine, wo ich schon sage, da spielen wir mit am meisten, weil da kommen so viele Elemente zusammen, um einfach auch dem Weinstil ein bisschen zu folgen. Also das ist auch eine Fassselektion.

Man muss sich so vorstellen, sowohl der Weißboden als auch der Schadeneck kommt aus den wirklich guten, großen Weinbergen, wo wir dann darüber auch Reserveweine machen oder auch einen Premier-Grülleffel erzeugen. Und dann werden die Fässer rausgewählt im Herbst, die ein bisschen weicher, die ein bisschen cremiger sind und die kommen hier in die Cuvée, sodass wir einen Wein haben, der auch in der Jugend einfach schon wunderbar passt und noch nicht zu sehr aneckt und zu sehr kantet. Die Fässer, die eher so sind, die bleiben noch einen zweiten Winter im Fass und werden dann eben als Reserven abgefüllt.

Also wenn du diesen Wein im Mund hast, also wenn du ihn geschluckt hast und lang danach, finde ich, hast du ständig diesen Drang, dass du das Glas wieder in die Hand nimmst und weiter trinkst. Es gibt da so an der Unterlippe, tänzelt es bei mir da so, es zieht irgendwie so, Ich kann es gar nicht sagen, aber es macht mich komplett an, dass ich das Gefühl hätte, also gerade als Gastronom denken, das ist ein perfekter Wein, weil du willst eigentlich sofort die zweite Flasche gleich bestellen als Gast und du willst natürlich einfach, du willst es trinken, du willst Spaß daran haben, aber was mir so oft passiert ist, dass ich so schnell genervt bin, den Wein durchschaut habe und mich dann langweile. Und da habe ich jetzt gar nicht das Gefühl bei diesem Wein. Ich habe das Gefühl so, wow, was passiert da jetzt noch? Wie, wenn er ein bisschen wärmer wird, wird er ein bisschen breiter? Was kommt da jetzt? Und das finde ich irrsinnig spannend. Aber das ist schon auch natürlich ein cooler Blick drauf, wenn man sagt, ich habe den Wein durchschaut, ich weiß, ich kenne mich aus und es langweilt mich. Dazu muss man aber schon auch richtig viel Verkrustungserfahrung haben, wenn man so tickt. Aber gefällt mir, gefällt mir gut. Gefällt die Aussage, finde ich auch schön. Naja, die Sache ist ja die, dass ich quasi auch mit meiner Frau oft diskutiere und sie dann auch sagt, das ist mir jetzt aber zu anstrengend. Wo ich dann einfach sage, für mich, es gibt aber Weine, die beides abführen, wo alle happy sind, auch wenn wir Freunde da haben, die sich so mit Wein gar nicht beschäftigen und sagen, oh na, dann bitte bei dir, was trinkt man da, sondern da gibt es eben auch Weine und das wäre jetzt für mich ein perfektes Beispiel, wo man sagt, du hast ein bisschen...

Durch den Ausbau im Holz die Säure ein bisschen abgebuffert. Die ist da, die ist lebendig. Und ich finde, der hat eine Frucht, vielleicht ein bisschen Steinobst und so weiter, aber ist nicht wahnsinnig fruchtgeprägt für mich. Sondern es kommt wirklich über die Klarheit, über die Frische. Und das musst du im Mund fühlen eigentlich, um es richtig beschreiben zu werden. Und das geht nur, wenn er ganz trocken ist. Stell dir den Wein vor, wenn hinten raus dann die Süße wieder hochging. Also ist der genauso trocken? Er wirkt ein bisschen. und quasi durch diese Fülle. Ein bisschen höhere Reife der Trauben natürlich, aber ganz trocken ausgebohrt. Und das ist jetzt, also wir reden jetzt hier auch von Wein, der hat knappe 12,5 Volumenprozent Alkohol, also keine 13,5 oder 14, sondern schon viel Saftigkeit, viel Tiefe für einen Burgunder immer noch in einem.

Auch in einer Alkohol-Balance, die nicht übertrieben ist. Und das ist eigentlich ganz schön. Und das hat aber auch der Jahrgang gebracht, muss man fairerweise sagen. Also oft können wir ja gar nichts dafür. Wie viel macht der Jahrgang? Ja, das ist sehr bescheid. Wenn du aber jetzt, sag jetzt mal, du sagst, es ist ein warmer Jahrgang und trotzdem gelingt es dir bei dem Graubach unter 12, hier 12,5 und das ist ja eigentlich, was der Markt auch will. Der Markt sucht ja eigentlich Alkohol, also nicht so alkoholkräftige Weine, die trotzdem diese volle physiologische Reife haben und es gelingt aber vielen nicht. Warum gelingt es dir? Was sind da die Stellschrauben?

Also ich glaube, ein Stück weit ist es eine Standortfrage. Es gibt sicher Standorte, bei denen das einfach deutlich schwieriger ist, wenn die Rewe einfach marschiert und immer weiter produziert, aber noch nicht wirklich reif ist, dann geht es halt nur mit viel Alkohol. Und die Weine können trotzdem großartig sein. Also zum Beispiel eine Region, die ich sehr mag, die auch tolle Weine hervorbringt, ist Südtirol. Und da ist es in der Regel schon so, dass die Weißweine dennoch, aber dann auch eine gewisse Kräftigkeit im Alkohol haben, weil einfach es in den Bedingungen nicht anders geht. Es ist großartige Vielfalt an Weinen, die es da gibt und mag ich total. Es ist überhaupt nichts abwertend. Es ist nur einfach, die Naturbedingungen sind halt da so, dass es schwieriger ist, den Alkohol in etwas moderaterem Level dann auch zu bändigen. Bei uns ist es so, wir mussten schon auch lernen, als dieser verrückte Jahrgang 2003 damals kam. Da war ich ja noch ein junger Keil und da ging es ja gerade erst los. Da haben wir uns während der Ernte erstmal wahnsinnig gefreut über diese hohen Wurstgewichte, über diesen hohen Zuckergehalt der Traube und wie das alles so immer weiterging. Und wir haben natürlich verpasst, die Trauben zu ernten vor lauter Freude.

Und dann war das natürlich am Ende ein Jahrgang, der halt unheimlich viel Kraft hatte, der auch beeindruckend war, aber halt natürlich waren die Weine allzu alkoholisch. Also zweifelsohne, heute würde man den Jahrgang nicht mehr so vinifizieren. Wir haben dann in 2005 das nächste Mal die Situation gehabt, dass wir so ein Sonnenjahr hatten. Aber da war es schon so, da war die Trockenheit noch mit im Spiel. Und dann hat der Riesling schon aufgehört mit dem Zucker produzieren. Deshalb sind die auch etwas ausgewogen. Aber trotzdem ist der Jahrgang in seiner Prägung auch sehr stark von der Sonne beeinflusst gewesen.

2009 kam dann der nächste richtig warme Jahrgang.

Und da waren wir schon schlauer. Da haben wir gesagt, das passiert uns nicht mehr, dass wir die so spät lesen. Klar wollen wir physiologische Reife, aber wir müssen halt die paar Tage früher ernten. und es ist ungewohnt für den deutschen Winzer, die Trauben zu ernten, wenn das Laub noch nicht gelb ist. Aber wenn dann die Trauben schon so sind und ich schaue mir die Beere an und mache sie auf und sehe, dass die Kerne braun durchfärbt sind, dann sind die Trauben reif. Egal, ob das Laub grün oder gelb ist. Das mussten wir erst lernen. Aber 2009 war es dann trotzdem so. Der Himmel war blau, die Laune war gut und am Ende haben wir da immer noch ein bisschen zu spät gelesen und vielleicht auch noch nicht das perfekte Laubwandmanagement gehabt und das perfekte Ertragsmanagement, um diese Balance zu bekommen. Weil wir einfach im Sommer viel zu aufgeregt mit Grünernte, mit Erträge senken, um die Qualität zu fördern, unterwegs waren, vielleicht ein bisschen zu viel Laub weggemacht haben, dann hat die Sonne wieder draufgeschieden im August. Also wir sind heute so drauf und das ist die große Schwierigkeit, weil wir haben ja auch manchmal ganz andere Jahrgänge, die eher wie früher sind, kühl und säurebetonter und da muss man auch anders arbeiten. Aber in den warmen Jahrgängen ist es heute so, idealerweise kein Laubschnitt zwischen Mitte Juli und Ende August. Das heißt, lass die Reben wachsen, lass die Trauben zuwachsen, lass die Trauben im Schatten, nicht zu viel Sonne.

Mehr Trauben pro Stock, höhere Grunderträge. Erstmal die ganze Kraft, die da ist in die Trauben, sich verteilen lassen, sodass nicht die paar wenigen Trauben am Stock dann den ganzen Zucker und den ganzen Inhalt bekommen, sondern einfach tatsächlich über einen höheren Grundertrag erstmal die Energie in mehr Trauben gehen lassen. Entscheidend ist dann nur, dass die Trauben, die zu viel sind, dass die dann rechtzeitig wegkommen und hinterher nicht dabei sind. Und das sind halt so Details. Und es ist halt auch zum Beispiel so, wenn ich jetzt so einen Rebtrieb habe, der hat dann eine Traube, zwei, im Extremfall sogar eine dritte Traube oben. Und es ist tatsächlich von der Versorgung der Traube so. Die dritte Traube oben, die ist am schlechtesten versorgt. Die hat aber auch am wenigsten Mineralien, am wenigsten Textur. Also diese Traube kann ich so oder so nicht gebrauchen. Die haben wir früher im Sommer sofort weggeschnitten und haben gesagt, das brauchen wir nicht, das wollen wir nicht, macht keinen Sinn. Heute sage ich, diese dritte Traube, wunderbar, lass es doch erstmal dran, da können wir doch immer noch Ende August oder Anfang September rausholen, dann hat die ein bisschen was abgefedert und der Rest ist in der Besserung voll aus hinterher. Schwierig wird es nur dann, wenn dann das Wetter sich so ändert, dass du plötzlich kalt, regnerisch und sonst was hast und die Traubenreife geht nicht weiter. Dann kommst du ein bisschen in Trouble, weil dann hast du halt letztendlich vorher auf die Bremse getreten. Und dann hast du auch keinen Schub mehr. Und der Schub ist weg. Und wenn es dann nicht mehr bergab geht, sondern bergauf, dann wird es halt schwierig.

Aber veränderst du als Winzer quasi jedes Jahr etwas? Ja, es ist ein Spiel. Am Ende ist es ein großes Pokerspiel, Weil letztendlich, ich weiß nicht, was in vier Wochen ist. Das Wetter ist einfach, na klar gibt es Langfristvorhersagen und so, aber, Also seriöserweise wissen wir alle, länger wie drei Tage kannst du im Wetterbericht nicht wirklich trauen. Klar, wenn du jetzt siehst, du hast eine stabile Hochdrucklage, dann weißt du, okay, das wird die nächste Woche bestimmt noch gut sein. Wenn du Glück hast, sogar zehn Tage, aber manchmal kippt es dann auch überraschend. Also das ist, soweit sind wir immer noch nicht, kurioserweise, auch wenn wir sonst was können.

Wettervorhersagen sind nach wie vor schwierig. Und das verursacht natürlich, dass du so ein bisschen nach deinem Bauchgefühl auch deine Arbeit im Weinberg machst. Also wir haben jetzt dieses Jahr zum Beispiel schon wieder ein sehr trockenes Frühjahr. Wir sind super dankbar, dass wir im Winter und im Herbst wirklich Niederschlag hatten. Das hilft uns jetzt. Aber natürlich denkst du jetzt so nach, wie interpretiere ich das? Was mache ich mit meiner Begrünung, die im Weinberg auch wächst? Lasse ich die jetzt wachsen, damit ich so viel Vielfalt wie möglich habe? Viel blühende Pflanzen habe, damit was für die Insekten da ist, was absolut ideal ist für die Nachhaltigkeit. Oder aber sage ich, so schön das wäre, ich mähe das jetzt ab oder ich breche es sogar um, mache den Boden auf, um Wasser zu sparen, dass die Rebe am Ende genug Wasser hat. Und diese Entscheidung muss ich jetzt treffen, ohne zu wissen, was in vier oder in sechs Wochen für ein Wetter ist. Und das ist halt ein Spiel. Und die kannst und musst nur du treffen mit allen Konsequenzen. Das heißt, das ist ja deine Verantwortung, wenn du jetzt eine falsche Entscheidung triffst, das kann ja passieren und das passiert wahrscheinlich ja auch immer wieder mal, dann musst du das ausbaden im restlichen Vegetationsjahr. Nein, das ist ganz klar so. Schaut man da so links und rechts, was machen die anderen? Das ist natürlich. Warte, der ist raus. Es ist schon so, dass natürlich jeder auch links und rechts guckt, manche mehr, manche weniger.

Und es ist auch so, dass es irgendwie, man hat schon das Gefühl, es gibt Kollegen, die haben es drauf und es gibt Kollegen, die liegen immer falsch. Also das ist also...

Manchmal wundert man sich halt einfach und man hat selbst halt auch nicht immer recht. Manchmal läuft es halt auch nicht so, wie es sein soll und manchmal hat man auch mit dem Wetter ein bisschen Pech. Und wenn es jetzt um die Güte des Jahrgangs geht von dem, was wir an Möglichkeiten haben, wie viel können wir rausholen, wie großartig kann ein Wein sein? Also ich sage mal, wenn ich zehn Jahrgänge nehme, dann schafft sind Spitzenwinser vielleicht zweimal ins Schwarze zu treffen und dreimal relativ nah dran. Dann nochmal vielleicht so ein bisschen weiter weg, aber immer noch sehr nah dran. Aber so ein, zwei Schüsse sind dann schon in einem Bereich, wo du sagst, okay, passt, aber...

Das ganz große Ding ist es jetzt nicht. Und meistens ist es dann so, dass die Bedingungen einfach schwieriger waren. Und merkt man das gleich oder merkst du das erst, wenn du den Wein drei Jahre später probierst und denkst so, oh Mensch, wieso haben wir nicht und da hätten wir doch. Und wenn du was anderes kriegst, dann... Mal so, mal so. Also ich bin schon von Jahrgängen überzeugt gewesen, bei denen ich über die Zeit gelernt habe, so gut ist es nicht.

Umgekehrt ist es aber, und das ist eigentlich die schönere Variante so, dass du auch von Jahrgängen überrascht wirst, die du für gut hältst, aber jetzt sagst, naja, ob das jetzt groß wird, keine Ahnung. Und plötzlich fangen die über die Reife an zu strahlen und zeigen, was so Besonderes, was andere Jahrgänge eben nicht haben. Und insofern ist die Betrachtung der Qualität eines Jahrgangs auch eine, die man besser immer rückblickend macht über einen gewissen Zeitraum. Und wenn man einen Winzer fragt, wie ist der neue Jahrgang, der ist immer überragend. Verkauft werden auch. Und natürlich ist man ja auch voller Einfrüge aus dem letzten Jahr und hat es präsent. Und wenn alles einigermaßen ordentlich gelaufen ist, dann waren wir ja auch erfolgreich. Und insofern ist der neue Jahrgang immer erst mal zunächst nicht der beste, aber zunächst mal ein wirklich guter Jahrgang. Das sollte auch so sein. Und wenn es sich dann anders zeigt, dann muss man halt auch so ehrlich sein und muss erzählen, woran es liegt. Und dennoch ist es heute so, toi toi toi, also normalerweise ist es jedes Jahr möglich, wirklich guten Wein zu verifizieren.

Also für mich war das erste Jahr mit Verantwortung zu Hause, war das Jahr 2000, was schrecklich war, weil wir eine nasse Ernte hatten und es war warm und es gab Portritis, die Trauben sind gefault, es war ganz schwer. Wir haben sehr viel sortiert, wir haben sehr viel weggeschmissen, die konsequent war. Wir haben halt einfach super wenig geerntet. Und war das denn okay für deinen Vater?

Das war hart an den Nervenstrengen kratzend für uns alle. Und das war damals akzeptiert, aber natürlich froh war keiner, dass es so war. Dann war 2006 nochmal Sonja, dass es in Österreich grandios war und bei uns hat es halt geregnet. Und ich weiß noch, wir haben am 3. Oktober 2006 geerntet, im strömenden Regen waren meine Leute draußen und haben Trauben geerntet, was du normal nie machst, weil du willst gar keine Verdünnung von Wasser drauf und wie auch immer. Also wenn es regnet jetzt, abgesehen davon, dass es für die Leute auch nicht schön ist. Aber es war klar, bei den hohen Temperaturen, die wir haben, bei der Feuchtigkeit, die wir haben, wenn du nicht erntest, das geht über, das kriegt Essig, das geht kaputt. Also haben wir geerntet. Wir haben aus dem Jahrgang das Beste gemacht, was ging. Und ich habe lustigerweise jetzt gerade vor drei Tagen abends einen 2006er Riesing vorgeführt, kriegt aus dem eigenen Weingut. Ich muss sagen, ich war super zufrieden damit. Ich erinnere mich auch noch genau an das Fass. Das war aber halt auch wirklich nur 1200 Liter aus einem Hektar, die wir da rausgeholt haben. Das war dann viel Arbeit. und ja, am Ende wird es aber nie so sein, dass so ein Jahrgang wirklich großartig sein kann. Aber kannst du als Winzer oder sag ich jetzt mal, kannst du als Spitzenwinzer dir das leisten, oder wie viele Jahrgänge könntest du dir leisten, wenn das jetzt zwei Jahre hintereinander zum Beispiel alles komplett versemmelt wird? Wie wird es dir da wirtschaftlich gehen? Also ein bisschen was muss immer gehen.

Du wirst Lösungen finden müssen, wie du einen gescheiten Wein machst. Und am Ende ist es so, dass unser Modell, so funktioniert, dass wir was Gutes auf die Flasche bringen müssen. Es bringt mir nichts, wenn ich jetzt Durchschnitt in ordentlichen Mengen habe, weil das danach fragen meine Kunden, meine Kunden fragen nach einem wirklich guten Wein. Also lieber ist es weniger und der schmeckt dann auch und der ist dann ein Wertversprechen, was auch funktioniert. Weil das langfristig zu sehr beschädigen würde, das Weingut, wenn du... Ja, das ist keine Frage und naja, klar, ich meine, also früher Früher war das Modell so, dann hieß es ein Jahrgang am Stock, ein Jahrgang im Keller und ein Jahrgang auf der Bank. Das ist leider heute nicht mehr so ganz realistisch, aber das hat ganz gesund geklungen. Das schaffen wir so natürlich nicht und am Ende ist es natürlich so, auch ein Winzerunternehmen, auch ein Weingut kommt natürlich an seine Grenzen, wenn die Natur es nicht gut meint. Und nochmal toi toi toi, so dramatisch ist es ja eigentlich gar nicht. Wir reden jetzt schon relativ intensiv über schlechte Jahrgänge, haben aber, wenn wir ehrlich sind, eigentlich die letzten 15 Jahre keine erlebt. Also deshalb... Toll, soll das so bleiben. Ja, genau.

Okay, Philipp, ich habe Riesling eingeschränkt. Riesling ist der Eid, du sagst selber über den Wein, das ist eigentlich, sagst du, das ist der wichtigste Wein des Weihens? Ja, ist er zweifelsohne. Ganz einfach deshalb, weil hinter diesem Wein 25 bis 30 Prozent der gesamten Produktion stehen. Das heißt, es ist eine Cuvée von ganz vielen verschiedenen Weinwerken, rund um Westhofen.

Und es ist mir wichtig, dass dieser Wein ist quasi eine Marke in der Marke, weil es ist ein Statement, es ist wirklich einblendend. Es ist nicht so, dass wir aufgrund des Volumens dann sagen, okay, wir haben drei verschiedene Abfüllungen, die schmecken alle ein bisschen unterschiedlich. Nee, ich möchte das einmal wirklich zusammen haben, identisch haben, sodass man das ganz verlässlich weiß, was dahinter steht. Und der Riesling Estate ist Fingerprint Wittmann, Fingerprint Westhofen, Fingerprint-Riesling und es soll auch Fingerprint-Jahrgang sein. Da sind auch Schwankungen drin, aber die Grundidee der Stilistik, die ist da, aber er soll den Jahrgang zeigen. Und es ist im besten Sinne eine Qualität, die vergleichbar von dem, also wenn man jetzt so ein Bourgogne-Blanc aus einem Top-Haus.

Da möchte ich unseren Riesling auch in dem Sinne sehen, dass es eben halt der Regionalwein ist, mit unserem Namen, der einfach schon auch die Qualität ausdrückt, die wir dann weiter oben in den Lagen natürlich noch viel besser ausleben können. Und arbeitest du, ich habe jetzt gerade, als wir auf der OMR-Bühne waren, habe ich mich vorher nochmal mit dem Jochen Freisiger unterhalten, wir haben einen Vintages probiert, der aus mehreren Jahrgängen besteht. Ich war letzte Woche bei Birkin Wolf, Nicola Libelli, die haben ein Fass jetzt, wo sie unterschiedliche Jahrgänge immer so Reserve reinmachen, um quasi, machst du sowas auch? Denkst du darüber nach, quasi zu sagen, ich habe so eine... Nein, okay.

Ich finde, alles schön, kann man auch alles machen und Jörns Vintage-Idee ist großartig. Es ist ein Wein, der Harmonie bekommt durch verschiedene Jahrgänge und direkt trinkbar ist. Das ist der Geschäftsmodell bei dem Wein, aber die anderen sagen ja, ich mache ja trotzdem einen Jahrgangs-Riesling, aber behelf mir Vielleicht zur Würze und zur... Glaube nicht daran, dass mir ein Vorjahrgang oder ein Vorvorjahrgang hilft in der Frage dessen, was ich ausdrucken möchte in der Flasche. Es ist was anderes. Die Idee beim Champagner ist wunderbar. Das ist eine sehr gewachsene Idee, die letztendlich sowohl Jahrgangsschampagner als auch eben die große Cuvée möglich macht und die.

Verlässlich verlässliche, gleichbleibende Texturjahr fürjahr bringt. Ich möchte gar nicht haben, dass der Wein jedes Jahr die genau gleichen Charakteristiken aufhört. Ich möchte gern haben, dass der Jahrgang nach dem Jahrgang schmeckt, weil das ein Naturprodukt ist und weil der Jahrgang genauso wie der Winzer und der Weinberg dazugehören zu der Story, die hinter dieser Flasche steckt. Und deshalb möchte ich nicht einen leichten 24er mit einem aromatischen 23er aufpimpern, sondern ich möchte den leichten 24er als leichten 24er im Glas haben und den aromatischen 23er, den nehmen wir so aromatisch, wie er ist und gehen damit ins Glas. Am Ende ist meine Aufgabe, in den Weinbergen für Balance zu schaffen, zu sorgen. Mein Job ist es, dass die Weinberge nicht zu extrem reagieren auf die unterschiedlichen Widerungsbedingungen, sodass dennoch eine verlässliche gleichbleibende Textur, eine Wiedererkennbarkeit Jahr für Jahr entsteht, Und dann muss aber der Jahrgang obendrauf seinen Stempel geben und dann ist die Aussage da. Und deshalb so, auch wenn das alles ganz tolle Experimente sind und natürlich qualitativ überhaupt nichts dagegen zu sagen ist, aber meine Idee ist eine andere. Okay. Und könnte sich das ändern? Könntest du das in drei Jahren ändern? Nee. Okay. Jetzt probiere ich den 23er gerade und feiere das, feiere ich gerade, ich würde es ja auch anders sagen.

Ich finde, der hat, das ist so viel Wein. Ich bin total geflasht über die Substanz, die dieser Wein hat, für Estate, also für Gutswein, das ist ja aus meiner Gänsehaut, ungespielt. Wie geht das, mit zwölf Alkohol in einem warmen Jahrgang so viel Energie da hineinzukriegen, die aber auch unaufgeregt wirkt? Das wirkt nicht, ich wäre gern mehr, als ich eigentlich bin, sondern... Also ich glaube, dass das Standortthema ist, wie gesagt, wichtig und wir haben tatsächlich das Glück, dass die Weinberge rund um Westhofen, insgesamt der Bonnegau, das südliche Rheinhessen mit diesen schweren Tonböden, der Ton speichert das Wasser sehr gut und der Kalkstein, der im Untergrund ist, das ist schon ein stilgebendes Element für die Weine, etwas, was den Weinen Länge am Gaumen gibt. Und am Ende ist es ja so, von einem einfachen Boden, der irgendwie ein sandiger Boden oder ein reiner Lössel im Boden ist.

Kann man nicht erwarten, dass er am Gaumen eine große Aufregung bringt, weil es eben nicht diese mineralische Substanz gibt. Immer dann, wenn mineralische Böden ins Spiel kommen, schmeckt man das auch in den Weinen, wenn man denn versucht, Herkunft auch im Wein schmeckbar zu machen. Es gibt ja ganz viele Winzer und Kellereien, die gar nicht diese Idee haben. Da geht es ja gar nicht darum. Aber wenn man sich selbst als Herkunftswinzer bezeichnet, dann muss ja das Ziel sein, so viel Authentizität wie möglich aus diesem Weinberg ins Glas zu bringen. Und das macht natürlich nur dann Sinn, wenn das auch gute Weinberge sind. Und ich kenne meine Weinberge in- und auswendig, weil ich jeden Weinberg komplett separat ausbaue und jeden Weinberg in einem eigenen Fass liegen habe im Winter und weiß, wie schmeckt es und weiß, wo es herkommt und Rückschlüsse ziehen kann. Und weißt du aber auch, wie die miteinander funktionieren, wenn du die zusammenblendest? Natürlich weiß ich das über diese lange Zeit mittlerweile auch sehr genau. Und es gibt Weinberge, bei denen du jedes Jahr denkst, guck mal, toller Boden, tolle Exposition, da muss doch mehr gehen. Aber der Weinberg performt nicht. Und du fragst dich, woran liegt es? Aber du siehst halt auch immer nur die Oberfläche, du siehst etwas unten drin ist im Boden. Und ich habe jetzt zum Beispiel eine Rieslingparzelle, die habe ich letztes Jahr, ein alter Weinberg, 40 Jahre alt.

Den habe ich letztes Jahr gerodet, weil ich gesagt habe, verdammt nochmal, es klappt einfach nicht. Ich glaube in dem Fall, dass es tatsächlich die Genedik der Reben war, das Pflanzgut, was irgendwo, auch wenn es ein alter Weinberg ist.

Da irgendwo ein Fehler war. Und ich hoffe jetzt, dass wir bei der neuen Pflanzung mit anderen Reben da Erfolg haben werden, weil der Weinberg müsste eigentlich schmecken, der Wein müsste schmecken. Aber ich stufe ihn jedes Mal ab, weil ich am Ende sage, okay, also ich erwarte ein erstes Gewächs und am Ende waren da dann gut zwei. Jetzt rodest du den Weinberg. Was macht man dann mit so einem Boden, um quasi den zu revitalisieren? Und wie sieht das irgendwie aus? Wir haben jetzt erstmal eine Einser drin, sehr stark Leguminosen geprägt, um ein bisschen Stickstoff zu sammeln und wollen ein bisschen Vitalität rein geben. Das heißt also einfach eine grüne Mulschmischung, die eingesetzt wird, damit letztendlich einfach mal ein Jahr komplette Erholung für den Weinberg ist und auch noch ein bisschen, Humussubstanz aufgebaut wird und im Folgejahr wird er dann wieder neu gepflanzt, wird das ein bisschen eingearbeitet und dann geht es mit neuen Reben und neuem Glück los. Dann kann ich dir in sieben, acht Jahren sagen, aber was kann er denn nicht? Aber es wird auch wieder Riesling sein? In dem Fall habe ich mich sogar für Schadner entschieden. Was hast du da für Klone? Kannst du dir das verraten? Ja, in dem Fall ist es so, dass beim Riesling ist es so, dass man schon sagen muss, es gibt auch gutes Klonmaterial aus Deutschland. Da wurde auch viel, viel Schlaues gemacht. Aber spannend ist es in der Regel.

Altes Selektionsmaterial zu bekommen. Also ich pflanze keine Klone. Ich pflanze nur Selektionsmaterial, massales Material. Das heißt also, ich möchte die Diversität haben, ich möchte nicht die exakt gleiche Genetik Rebstock für Rebstock haben, sondern ich möchte gern aus einem Sammelsurium individueller Genetik den Weinberg entstehen lassen. Und das geht deshalb, weil es heute ganz großartige Rebzüchter gibt, die aus ganz altem Weinberg eben immer wieder Reben schneiden und vermehren und dadurch eine ganz besondere Vielfalt an Diversität genetischer Form der gleichen Rebsorte natürlich hervorbringen. Und das mache ich jetzt schon seit, ich glaube 15 Jahren oder so. Was kostet denn ein Rebstock? Ja, um die 3,50 bis 4,50 Euro kostet das kleine zarte Pflänzchen. Okay. Aber bis so ein Weinberg steht, so ein Hektar kostet 50, 60.000 Euro, bis er gepflanzt ist. Okay, okay. Und wann kannst du das nutzen, die Trauben, die du dann... Also für hochwertigen Wein geht das so vielleicht nach sieben, acht Jahren los. Das ist wirklich toll, wird es dann vielleicht nach zwölf, dreizehn Jahren, dass man merkt, okay, eben kommt auch die Herkunftstextur. Aber natürlich, die ersten Trauben gibt es im zweiten Jahr. Ja, das kannst du schon verheben.

Aber könntest du jetzt nicht einfach mal runterbuddeln und schauen, was ist denn da jetzt drunter? Also könntest du nicht mal eine Bodenprobe jetzt machen? Ja, aber würde ich es dann verstehen? Ich bin ja jetzt auch noch ein Hobbygeologe.

Wir Winder sind alle Hobbygeologen. Wir gucken uns das an. Guck mal, was da für Kalkstelle drin sind. Sehr überragend. Aber das Zusammenspiel, Von Boden, von Nährstoffen, von Wasserversorgung, von klimatischer, kleinklimatischer Situation, von Rebsäule, von Pflanzen. Das sind so viele Faktoren. Also insofern, ich will jetzt nicht sagen, wir fischen im Trüben. Wir wissen schon, was wir machen.

Es ist hochgradig komplex. Es ist komplex. Und generell sage ich halt auch, nur Wissenschaft hilft halt auch nicht. Ja, klar. Ja, also das ist, letztendlich kann man den Job als Winzer, man kann das studieren, man kann unheimlich viel wissen. Und ich bin in Geisenheim gewesen, habe Weinbau studiert, da gab es Jungs, die waren in dem Studium viel besser als ich. Machen die heute bessere Weine? Muss jeder entscheiden. Also insofern, das ist immer die Frage, bin ich jetzt Forscher, nach was suche ich? ich mache Wein, ich bin Winzer. Letztendlich ich stehe auch, bei mir kommt dann so ein Punkt, wo ich sage, lass mich doch in Ruhe. Ja, cool. Aber könntest du jetzt zum Beispiel, wenn du während der Ernte, bringt dir jemand so eine Traube.

Aus deinem Kiffspiel und eine Traube aus dem Moorstein, könntest du das schmecken? Anhand der Traube? Wüsstest du? Kann man das? Also das ist schon, wenn du jetzt wirklich sagst, Traubenproben blind nebeneinander und du probierst jetzt die einzelnen Beeren und das kommt aus dem Morschen und aus dem Kirschwild, das ist schon sportlich, weil das ist schon abstrakt, weil du musst einfach schon sehen, das ist das primäre Produkt, was sehr stark von Fruchtaromen der Beere geprägt ist und du kannst ja jetzt nicht den Nachhall, mineralische Substanz in so einem Saft wirklich so erkennen. Ich sage mal so, eine gewisse Gefühlswelt dafür gibt es und ich habe auch das Problem, in Anführungszeichen, dass ich, glaube ich, tonnenweise Trauben im Herbst esse, weil ich über das Verkosten schon sehr stark entscheide, ernte ich oder ernte ich nicht. Und nicht erst trotz, ich würde jetzt nicht so weit gehen, dass ich da im Treffer landen würde. Das ist nicht einfach. Aber wir haben eine ganz lustige Situation gehabt. Wir haben einen Praktikant gehabt aus Südafrika, den hatten wir in den Weinberg geschickt, Traubenproben holen.

Und der war am Ende im falschen Weinberg. Aber das war so, da habe ich in den Eimer geguckt, als er ankam, die Trauben gesagt haben, das kann es nicht sein. Wo warst du? Aber ich war beim Nachbarn. Man kann schon auch an der Traube einiges erkennen, aber ja, also ich meine, wenn es wirklich gleich ausschaut und dann nur die Frage, welche Herkunft ist es. Spannendlich. Ich habe bei Anne Dönhoff einen Wein probiert, wo die Traum von dir kamen. Kannst du mal dazu was sagen? Ja, wir haben vorhin das Thema mit den Frostnächten gehabt. 23 war halt eben dieser Mist, um es wirklich so zu sagen, dass es halt einfach in manchen Regionen geknallt hat im April, die jungen Triebe abgefroren sind, damit klar war, keine Erntemöglichkeiten und das in relativ breiter Fläche. Und meinem Freund Cornelis Dönhoff ging es eben so, dass er das mittlere Nahertal, das Herzstück der Nahe, die besten Lagen, da hat es halt reingehauen.

Und wir haben das, ich war da relativ nah dran, weil ich auch mit ihm telefoniert hatte, auch sogar in diesen Frostnächten, weil nach dem Motto, wie ist es bei dir, bei uns sitzt es gerade so aus und wie auch immer. Zwei Uhr morgens ist er so, sonst keiner wach. Ja, aber na klar waren wir wach, weil wir waren eine Woche vorher zusammen unterwegs und hatten dann noch diesen Draht da drüber und so, warum muss man da Angst haben, wie auch immer. So, und dann war es aber am Ende so, Bei uns waren es maximal minus zwei und da waren es minus sechs. Und da hast du keine Chance mehr. Da kannst du so viele Kerzen aufstehen, wie du möchtest, so viel Stoffeinsatz hast du keine Chance. Ja, und da war natürlich das Gespräch auch das, okay, wie gehen wir jetzt damit, von seiner Seite aus, wie gehe ich jetzt damit um? Ich muss ja irgendwie auch, ich brauche ja Trauben, ich muss ja irgendwie auch ein Wein ausbauen, ich muss ja meinen Kunden was anbieten. Ich brauche ja auch für die Wirtschaftlichkeit eben entsprechende Möglichkeiten. In der Basis kann man sowas ein bisschen einfacher machen, Aber wenn es dann um die Herkünfte geht, wird es dann halt schwierig, weil die sind ja ersetzbar, die hat man nur einmal.

Und zum Glück war es dann auch so, dass es eben Möglichkeiten im Basisbereich gab, auch noch entsprechend auch Weinberge zu übernehmen, Trauben dann zu übernehmen. Aber wie gesagt, die Herkünfte, die fallen halt aus, weil die gibt es nur einmal.

Und dann ist die Idee entstanden, dass der Cornelius eben gesagt hat, dann brauche ich eben andere Herkünfte, aber gute. Und dann kam eben die Idee, Westhofen, Wachenheim war es am Ende, Birgdenwolf und Wittmann, zwei Betriebe, die glaube ich auch mit im Fokus für große Weine stehen, mit guten Herkünften.

Und dann haben wir darüber gesprochen, wie könnten wir es machen, welche Fläche macht Sinn, wie viel Menge brauchst du, damit du damit wirklich auch eine wirtschaftliche Einheit hast, mit der man arbeiten kann. Und dann haben wir gesagt, ja okay, komm, dann lass es uns probieren. Mit der Basis dessen, dass ich meine Weinbergsarbeit gemacht habe, so wie ich sie immer mache, bis zur Ernte hin. Ich wusste, dass diese Weinberge dann jemand anders ernten wird. Also die kann man auch, um die zu ernten. Ja, natürlich. Und jetzt würde man erstmal sagen, ja, komisches Gefühl, ja, war auch ein bisschen spannend Und ich freue mich, wollte es dann ja auch gut machen. Also mein Interesse war ja auch gewesen, dass wenn der Döni die Trauben erntet, dass der hinterher einen gescheiten Wein hat. Und dann hat er gesagt, ey Wittmann, was hast du mir da gegeben? Und insofern haben wir unseren Job gemacht und war dann spannend während der Ernte, als dann das Dönhof-Team nach Westhofen kam zum Ernten mit großer Mannschaft. Da war richtig was geboten und dann haben die da so einen Tag lang Trauben gelesen. Und die haben auch, das fühle ich komisch an, wir sind in der ganz fremden... Es ist erst mal viel flacher, haben die gesagt, es ist viel entspannter zu ernten, als bei sich zu Hause, hat die Anne erzählt.

Und dann haben die quasi die Trauben mitgenommen und bei sich verarbeitet. Genau. Hast du diesen Wein schon probiert? Na, selbstverständlich. Ich habe den das erste Mal im Dezember im Fass verkostet. Und dann auf der Pro-Wein- und auf der Mainzer Weinbörse natürlich. Und das Schöne ist, und das ist halt...

Das macht A, gute Lagen aus und B, gute Winzer aus. Man schmeckt diese Herkünfte. Man schmeckt Westhofen in dem Dönhoffschen Westhofener Riesling. Diese kalkmineralische Textur. Man schmeckt aber auch den Fingerprint von Dönhoff in bester Form. Die Finesse, die Details, die Feinheit. Also mich freut es total, dass daraus aus dem Projekt so gute Weine entstanden sind. Auch der Wachenheimer Riesling aus der Pfalz ist sehr spannend. Und das ist letztendlich das Ergebnis aus einer eigentlich erst mal blöden Story, nämlich Naturgewalten, die uns da in Problemzonen bringen. Ich konnte in dem Fall helfen, habe es super gern gemacht.

Vielleicht geht es dir ja auch mal so. Keine Ahnung, wie gesagt. Und es ist am Ende, keiner hat jetzt die Idee, dass sowas jährlich entstehen soll, sondern es war einfach wirklich ein einmaliges Ding, wo man gesagt hat, hey komm, das machen wir jetzt einfach. Und es war gut und es war jetzt auch die Resonanz, muss ich sagen, also ich kriege ein bisschen was von dem Sonnenschein ab, den der Cornelius gerade für diese Weine bekommt und das finde ich mehr als fair und absolut gut. Also ich habe das ja auf der Probeinness auch probiert und ich habe mich, das würde ich auch sagen, wenn jemand anders von der Nahe hier sitzen würde, habe mich schon in deinen Wein verliebt und habe mir gedacht, es ist schon krass, wie unterschiedlich die Weine schmecken können, nur mit dem Handwerk des Winzers, Das ist ja nun auch ein Teil dieses Begriffs, Terroir ist das Winzerhandwerk. Und das muss man eben, das wird ja oft, da geht es nicht nur um den Boden und das ist eben so entscheidend. Und deswegen wollte ich unbedingt diesen Wein haben, weil ich mich ein bisschen auch in diesen Westhoferner 23 verliebt habe, den wir jetzt eingeschenkt haben. Und auch der hat nur zwölf Alkohol. Also der Estate hat gleich viel wie auch schon diese erste Lage. Okay.

Obwohl, man könnte ja meinen, Westhofer, da ist ein Ortswein, obwohl es ist ja erst erste Lage. Nun, das ist ja wie in der Bourgogne auch. Ein Chambol-Müsseni oder ein Bohn-Premier-Cru gibt es ja auch. Der Name des Ortes steht im Vordergrund, aber es ist trotzdem eben eine erste Lage. Warum machen wir das? Wir haben in Rheinhessen die Situation, zum einen würden wir, wenn wir jetzt diese ganzen ersten Lagen kleinteilig noch bespielen würden, nochmal 60, 70 Lagennamen in die Welt reinrufen. Keiner kennt sich mehr aus. Keiner kennt sich mehr aus. Und? Es sind eben relativ große Stücke, die homogen vom Boden und vom Klima sind, die aber unterschiedlich heißen. Wir würden teilweise der Menschheit keinen Gefallen damit tun, zwei, drei verschiedene erste Lagen zu machen, die aber eigentlich in ihrer Identität Brüder und Schwestern sind. Also fassen wir die besten Stücke Westhovens zusammen, nennen den besten Namen, den das haben kann, nämlich Westhofen. und dennoch ist es ein Premier Cru, weil die Qualität einfach da ist. Der Wein hier, der Westhofener Riesling, der wächst in den Satellitenweinwerken des Moorsteins, also so rundum dieses Kernstück, was als großes Gewächs eben existiert.

Und das ist ein Wein, der natürlich Terrorprägung durch und durch hat, der diesen mineralischen Kern trägt, der auch in der Jugend schon auch ein bisschen herausfordernd ist, der auch ein bisschen Kanten hat zu Beginn. 23 ist auch da wieder eine eher charmantere Variante, weil 23 eben diese Fruchtaromatik so intensiv trägt. Und der einzige Unterschied zwischen Westhofen-Riesling und jetzt so einem Moorsteingroßen-Gewächs ist halt dann, dass vielleicht der Westhofen-Riesling ein bisschen fruchtiger ist, ein bisschen zugänglicher ist, ein bisschen mehr Schmelzigkeit noch hat und dann das große Gewächs, der Moorsteing, der geht halt duschgerade aus. Das macht vielleicht noch viel weniger Freude, wenn wir den heute trinken. Das kann unangenehm sein. Naja, unangenehm nicht, aber noch nicht so richtig.

Also dieser Wein, ich habe mit einem unserer Rüder darüber gesprochen, der berührt meine Seele, ehrlicherweise. Ich spüre, also das ist schon bewegend. Also ich finde es einfach irre, dass es Menschen gibt, die sowas machen, mit der Natur zusammen. Philipp, jetzt ohne Scheiß, jetzt ehrlich. Das ist echt. Das ist ein Riesenkompliment, wenn du das so sagst. Das freut mich wirklich sehr und es ist aber halt wirklich so ich weiß aus tiefstem herzen wenn ich im falschen ort wäre könnte ich es nicht es ist einfach einfach auch das glück am richtigen platz zu sein um um eben solche weine zu machen und das ist das ist das wahnsinnige dass irgendwie, diese vielen parameter die da rein spielen eine rolle spielen und und, An anderer Stelle kannst du dich anstrengen wie ein Verrückter und du kommst nicht dahin. Gut, aber du hättest schon noch das Potenzial, das auch zu versemmeln oder nicht ganz so gut zu machen. Das ist schon die Wahrheit. Natürlich, natürlich. Ja, klar. Aber lustig, der war auch schon bei uns im Podcast, der Johannes Geil vom Ökonomie hat geilen. Und der hat von seinem Cousin oder ne? Der hat einen Moorstein, ja. Und den habe ich probiert. Und ich war so, what, was ist das denn? Auch auf der Messe. Und dann hat der gesagt, da kann ich nichts dafür. Das ist der Moorstein. Und es nervt mich total, weil ich kann mich anstrengen, wie ich will.

Und das, ich kriege nochmal die Gänse aus. Kann ich eine schöne Geschichte erzählen? Der Johannes Geil-Berschenk und ich haben zusammen studiert, wir haben zusammen gewohnt. Ja, okay.

Guter Freunden von mir. Und er kommt aus dem Nachbarn Bechtheim. Und das Bechtheim hat im Vergleich zu Westhofen den Vorteil, dass es ein bisschen früher in der Reife ist. Was in früheren Jahren dazu geführt, dass die immer ein bisschen reifere Weine hatten. Und früher war ja auch das Thema, wie viel Mostgewicht und Züge gehalten hat, die Trauben haben, so ein bisschen auch so ein Qualitätsfaktor. Und die Bechtheimer haben immer dieses Gefühl gehabt, so ein bisschen vor Westhofen zu stehen, weil halt einfach alles ein bisschen schmeckiger, ein bisschen intensiver war. Und in den kühleren Jahrgängen war das natürlich schon auch ein Wert, der ein Plus ist. Und dass Westhofen dann über die letzten 20 Jahre diese Entwicklung genommen hat mit seiner Textur vom Boden und all dem, was dazugehört, einfach so eine so eigenständige Nummer zu spielen. Damit haben viele nicht gerechnet, auch der Johnny nicht. Und insofern geht es ihm schon so, okay, aber es ist halt dann doch gut. Und umgekehrt ist es natürlich so, auch da ist es so.

Wenn er neben sein Geiersberg, neben Drangsteller aus Bechtheim, neben den Moorstein, dann scheint auch der Geiersberg, weil er zeigt seine eigenständige andere Charakteristik. Das heißt, am Ende bei Herkünften geht es oft nicht, also bei guten Herkünften, die wirklich auch spürbar sind, da kannst du diskutieren, ist es besser, schlechter? Nee, es ist nur anders. Und der Geiersberg schmeckt eben anders wie der Moorstein. Und wenn man dann auf die Dinge abfährt, dann ist es halt so. Dann ist man lustig, gut für dich. Lustig, spannend. Also ich würde jetzt mal sagen, ich lehme mich aus dem Fenster und würde sagen, Lars wird dir einen Heiratsantrag machen. Obwohl er auch glücklich verheiratet ist. Weil das ist schon, ich meine, das ist schon ziemlich Endstufe. Der Wein kostet 32 Euro, das Paket kostet übrigens 86, die Estates kosten 15,50, der Weißbueck und Schadling kostet 23, damit wir über die Preise gesprochen haben.

Und ich bin wirklich der Meinung, und dafür machen wir auch diesen Podcast, die Leute, ich bin total dabei zu sagen, man muss aufpassen mit Alkohol, man kann auch gern weniger trinken und dann was Gescheites, ich glaube, dann tut man allen eine Freude damit, und dafür gibt es auch, ich habe jetzt in der Vorbereitung für das heutige Gespräch, weil ich gedacht habe, was ist, wenn wir, wenn uns die Worte ausgeben, was komplett albern war, wenn ich jetzt das Gespräch merke und ich könnte auch zwei Stunden mit dir reden und ich hoffe, dass wir heute niemanden verloren haben, dass es nicht zu spezifisch und weinördig war, weil das wollen wir gar nicht sein, habe ich sowas wie, ich habe auf Instagram immer da kriege ich so Sachen vorgeschlagen, wie so Wordraps oder so. Und das habe ich jetzt vorbereitet, das möchte ich mit dir machen. Du darfst immer nur eine Antwort geben und es geht los. Weißburgunder oder Grauburgunder? Weißburgunder. Weißburgunder oder Chardonnay? Chardonnay. Chardonnay oder Riesling? Riesling. Okay, das war nicht so schwer. Wittmann oder von Klösserath? Oh!

Ich will das nicht. Was? Wer das nicht weiß, seine Frau hat betreut ein wunderbares Wein oder Moseln, das heißt von Klösserath machen wir wirklich tolle Weine. Okay. Rehbolz oder Klaus-Peter Keller? Ist auch gemein. Oh, ist auch gemein, ja, aber deswegen mache ich das. Okay, du bist ja sehr diplomatisch, aber jetzt lasse ich dir keine zwei Optionen mehr. Du musst jetzt immer eine Option. Westhofen oder Nierstein? Westhofen. Westhofen oder Gundersheim? Westhofen. Okay. Aulerde oder Kirschbüh? Kirschbühel. Kirschbühel oder Höllenbrand?

Höllenbrand. Ist ja relativ neu. Höllenbrand. Höllenbrand oder Moorstein? Moorstein. Moorstein oder Brunenhäuschen? Moorstein. Moorstein oder Laboren? Moorstein. Okay, wow. HSV oder St. Pauli? HSV. HSV oder Bremen? HSV. HSV oder Mainz 05? Mainz 05. Mainz 05 oder Bayern München? Bayern München. Das war klar. Ich wusste das, ja. Harry Kane oder Robert Lewandowski? Harry Kane. Okay. Toten Hose oder die Ärzte? Die Ärzte. Ärzte oder Bon Jovi? Die Ärzte. Ärzte oder Elbphilharmonie? Elbphilharmonie. Schiefer oder Tonmergel?

Tonmergel. Tonmergel oder Kalk? Kalk. Schrauber oder Kork? Kork. Ich fand, das war ein wahnsinnig cooles Gegenüber hier. Das war schwer eben. Ja, das war die Idee. Lieber Philipp, ich glaube, warum, und ich bedanke mich bei allen, die bis jetzt zugehört haben oder vielleicht uns auf YouTube auch gesehen haben, warum das auch hilfreich ist, solche Formate wie dieses Podcast-Format, weil es jetzt jedem, der sich jetzt reingezogen hat, bei jeder Flasche widmet man mit diesem hellblauen Etikett, dann hat er ein Gesicht dazu, es gibt eine Emotion dazu, es ist nicht nur eine Flasche, es ist jemand, dem man noch reden hört, warum er sich dafür hergibt, was seine Leidenschaft ist, warum er nicht irgendwas abfüllt, warum man ein Versprechen abgibt, dass das, was drin ist, er dahinter steht. Nämlich quasi, man könnte dich irgendwo, wenn man dich mal trifft, auf irgendeiner Messe oder sagen, pass mal auf, das hast du da gemacht, das ist in dem Jahrgang mit dem ein. Und du würdest dich hinstellen und sagen, pass mal auf, jetzt erkläre ich dir aber, warum das so und so war. Und ich finde, das ist besonders. Und deswegen bedanke ich mich herzlich, dass du unser Gast warst. Vielen, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Danke dir lieber Philipp.

Music.