Vier Flaschen, der Wein-Podcast der Funke Mediengruppe. Unser Partner Havesco feiert 60-jähriges Jubiläum und macht jeden Wein zum Erlebnis. Das vorgestellte Vier-Flaschen-Paket ist versandkostenfrei bestellbar auf havesco.de. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge, heute ganz ohne unseren Lars, aber mit Axel. Hallo. Servus Axel. Servus. Mit meiner Wenigkeit, mein Name ist Michael und wir haben einen extrem charmanten Besuch aus der Toskana, aus der südlichen Toskana, aus dem Bulgari. Dieses Kult-Weingut-Ornelaya, also anschnallen, jetzt geht's los. Herzlich Willkommen, dass sie nämlich bei uns ist, verantwortlich für die Märkte, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Früher auch noch für Russland, aktuell jetzt eben nicht Russland. Eigentlich eine Schwebin und deswegen wird es ein perfekter Podcast in deutscher Sprache. Sarah Schmidt, herzlich willkommen. Ja, vielen Dank. Ich freue mich sehr, dass ich da sein darf. Große Freude. Sarah, wir kennen uns schon ganz lange. Und jetzt hast du es endlich mal zu uns geschafft. Ornelaya ist ja, kannst du so ein bisschen was über das Weingut erzählen? Jetzt zum Beispiel für alle Axels dieser Welt. Ja, das wäre super. Wir hatten aber Ornelaya, hatten wir glaube ich schon mal. Ja, wir hatten schon mal Ornelaya.
Alle Wolte hatten wir glaube ich auch schon mal. Ja, ich erinnere mich nur extrem gut, extrem teuer. oder? Ja. Also könnte ein lustiger Morgen werden. So kann man das zusammenfassen. Perfekt. Aber genau, wo ist das Weingut genau?
Also unser Weingut liegt in der Toskana, das hast du ja schon quasi angekündigt. Und wir sind... Tatsächlich so eine Stunde von Pisa, eineinhalb Stunden von Florenz Richtung Meer. Wir sind ziemlich direkt am Meer. Und das ist auch so die Besonderheit klimatisch. Da kommen wir vielleicht später nochmal drauf zurück. Die Region, in der wir sind, heißt Bolgari. Ist vielen wahrscheinlich bekannt, weil dort die Super Toskans irgendwie beheimatet sind ursprünglich. Und ja, im schönen Bolgari habe ich auch fast drei Jahre gelebt. Jetzt bin ich wieder zurück in Deutschland und lebe in der Nähe von Frankfurt. Aber wie du schon gesagt hast, verkappte Schwäbeln. Supertoskens, was ist das nochmal? Supertoskens, es gibt eigentlich keine richtige Definition dafür. Also das ist so, über die Jahre hat sich das so eingeschliffen. Und das kommt einfach daher, dass wir keine, und das ist auch wichtig, wir machen keine typischen italienischen Weine, sondern wir machen Bordeaux-Blends. Das heißt, wir produzieren Cabernet Merlot, Petit Verdot, Cabernet Franc.
Und eben kein Sanchovese, um jetzt mal die typische italienische Ripsorte zu nennen, die in der Toskana beheimatet ist. Also ich habe gehört tatsächlich, das war super, Tarsken, ich weiß nicht, ob du die Geschichte auch teilen wolltest, aber ich habe gehört, dass eben, glaube ich, was Robert Parker selber auf jeden Fall, ein bekannter Weinkritiker, der war dann, Sassicaia ist einer mit der ersten und bekanntesten Weine aus dieser Ecke und der hat dann ihn probiert und fand den mega und hat dann einen Journalisten der New York Times quasi eingepackt und mit ins Bolgari genommen, das vorher natürlich die Leute gar nicht so auf dem Zettel hatten. Und der hat diesen Wein probiert und hat dann gesagt, oh, it's a super Tuscan, also es ist ein ganz toller Toskaner. Und da hat dieses Wort dann irgendwie quasi, ist dann gestartet damit mit diesem Begriff für quasi nach Bordeaux Blend internationale Weine, die auch schon, preislich im Luxussegment schon auch sind. Also es muss nicht nur ein super Wein aus der Toskana sein, sondern es muss auch ein Bordeaux-Blend sein? Also zumindest in Bulgari ist das so, da kommen diese super Tuscans her und das sind dann immer Blends, wo eben kein Sanchovese, keine Biolo, also nichts, was eben.
So typisch für Italien wäre, eigentlich wächst. Und dennoch gibt es zum Beispiel auch und deswegen schenke ich auch ein, weil es ja ein Wein-Podcast wo auch was probiert wird, nur nicht nur gequasselt, es gibt auch einen Weißwein, Das stimmt. Wir haben sogar zwei Weißweine. Heute verkosten wir nur einen davon. Tatsächlich etwas, das viele Leute noch nicht wissen, dass wir auch Weißwein produzieren. Und überraschenderweise gab es tatsächlich immer auf Ornelaya Weißwein. Also Ornelaya, du hast ja eben schon angesprochen, Sassikaya, alles nah beieinander und verbandelt, auch familiär. Sassikaya waren die Ersten, die dort eben angefangen haben in der Region, das ursprünglich war Bulgarienes Sumpfregion. Die dort angefangen haben, Weinbau zu betreiben. Und Ornelaya ist gegründet 1981, also relativ kurze Geschichte. Das ist übrigens für alle Weingüter in Bolgeri der Fall. Das ist einfach eine sehr junge Region, muss man sagen, im Vergleich zu Bordeaux zum Beispiel.
Ludovico Antinori hat es gegründet 1981 und es gab immer Weißwein auf Ornelaya. Aber tatsächlich, und da muss man als Deutscher immer so ein bisschen schmunzeln, hat das früher die Familie selber konsumiert. Das heißt, der Weißwein wurde nicht vermarktet. Große Familie, ne? Große Familie, die sind großen Familien eben. War der so gut oder haben Sie keine Absatzchancen gesehen? Ich glaube, man hat einfach keine Absatzchancen dafür gesehen. Und der war sicherlich auch damals schon gut. Es war viel einfacherer Trinkwein mit einem sehr viel höheren Anteil Vermentino.
Heute ist es hauptsächlich Sauvignon Blanc, aber da kommen wir dann gleich nochmal drauf. Ganz kurz, Vermentino, muss man sagen, ist ja eigentlich die Hauptrebsorte, die auch in der Toskana als Weißwein wächst. Genau, und der DOC, also die Appellation von Bolgeri für Weißwein, die ist noch viel jünger als die für den Rotwein. Das heißt, es war einfach wie nur die Tafelwein, es war einfach ein Tafelwein und das hat die Familie selber getrunken. Initialer Ausschlag hat eigentlich Axel Heinz gegeben, der ja bis vor zwei Jahren unser Önologe und Gutsdirektor war, der ja halber Franzose und eben halber Deutscher ist. Wie der noch nicht so sagt, Axel Heinz ist ja typisch französisch. Auf jeden Fall. Und er hat eben die Weißweine probiert und hat dann irgendwann gesagt, wir müssen das ausbauen. Und den ersten Jahr haben wir 2011 gemacht. Und dann ab 13 ist das auch ziemlich nach draußen durchgestartet. Und wir haben jetzt hier Porcho alle Gaze. Genau, das heißt der Hügel der Elster. Da ist auch ein Elster drauf. Genau, ist auch so ein kleiner Vogel. Das ist auch das historische Etikett. Also das hat es immer gegeben. Aber den gibt es jetzt schon länger auch in der Vermarktung? Ja, also seit 2013, der Jahrgang, ist es auf jeden Fall auch in größeren Mengen verfügbar. Seit 2011 ist es ausgebaut. Zeigt man die Kamera vielleicht?
Ja, perfekt. Das ist historische Etikett. Also das ist natürlich ein bisschen angeglichen über die Jahre, aber dieser Vogel war immer drauf. Liegt tatsächlich daran, dass der Weißwein auf einem Hügel, ich sage extra Hügel, weil wir sind ja nicht so hoch in unseren Lagen generell. Was heißt nicht so hoch? Wie hoch geht es da so bei euch? Also die höchste Fläche, die wir haben, sind so 132 Meter über Meeresspiegel. Also das ist wirklich relativ flach. Und da waren eben früher sehr viele Vögel auf dieser Fläche. Zu dieser Zeit haben wir aber auch noch Orangen angebaut. Und sie nannten ihn eben Hügel der Elster. Also alle Namen haben irgendwie einen Hintergrund. Und ja, man hat ihn dann einfach beibehalten. Es war der Hügel der Elster und da haben wir dann den Sauvignon Blanc angepflanzt und den Vermentino. Also ist das eine Cuvée aus Sauvignon Blanc? Mittlerweile hauptsächlich Sauvignon Blanc mit ungefähr 35 Prozent Vermentino. Und dann ist jetzt in diesem Jahrgang ein bisschen Semillon und ein bisschen Vionier noch mit drin.
Das heißt aber, wenn es Sauvignon Blanc lastig ist, dann ist ja auch quasi das die Bordeaux. Oder ist Bordeaux die Messlatte oder ist weißer Bordeaux das, was man sagt? Das ist quasi, da wollen wir hin? Ja. Auch beim Weißen? Also es ist vom Stil her schon eher französisch. Wobei ich finde, beim Poggio Legazze im Verhältnis zu auch Nalaya Bianco, der ja dann die Spitze der Weißweine bei uns bildet, die zwei, ist das schon so, das ist schon ein französer Stil. Poggio Legazze ist vielleicht durch diesen Semillon, der noch mit drin ist, so ein bisschen, und wie und je, ein bisschen floraler einfach in der Nase. Also ich sage jetzt mal, er springt dich mir an, er holt dich besser ab. Er hat aber so ein bisschen was Tropisches auch, oder? Ich muss noch mal kurz nachhaken. Also, war es aber doof, Das ist auch eine Neuigkeit jetzt für mich, ehrlich gesagt. Deswegen reden wir drüber. Also in Bordeaux gibt es eben neben Rotwein auch Weißwein, auch wenn es überhaupt nicht so eine ganz große Relevanz hat. Und da sind vor allem zwei Rebsorten, Sauvignon und Sémillon. Also auch jetzt vielleicht der bekannteste weiße Bordeaux ist Chateau Iquem, der als Süßwein ausgebaut ist, vor allem Sémillon.
Und die weißen Bordeaux sind eben, also die Top-Sachen kosten auch 600, 700, 800 Euro, La Mission, Brion, Blanc, Smiths, La Fitte, Blanc und so weiter und es ist auch immer wirklich nur ganz klein die Menge, aber auch die werden eigentlich gut alt, aber die Leute haben es nicht so auf dem Zettel. Allerdings ist es jetzt schon ein bisschen interessanter, weil halt einfach immer mehr Weißwein auch getrunken wird und man auch die weißen Bordeauxs entdeckt hat ein Stück weit, auch in der internationalen Weinwelt. Aber preislich sind die schon nochmal ganz anders, der kostet jetzt so 59 Euro. Ja, 60 Euro.
Dafür kriegt man in Bordeaux auch schon was, aber man misst sich bei Sauvignon Blanc natürlich auch sehr oft an die bekannteste Region vielleicht in Frankreich, wo Sauvignon Blanc wächst an der Loire. Und ja, wie schmeckt er dir, Axel? Riechst du, schmeckst du? Als du gesagt hast, dass es ein Sauvignon Blanc ist, dachte ich so, ach ja, genau, danach riecht es. Schon diese Fruchtigkeit? Ja, schon diese Fruchtigkeit. Ich weiß nicht, ob ich jetzt so von alleine aber mich so angesprungen hätte als Sauvignon Blanc. Und im Geschmack, Ja, also Sauvignon Blanc auf jeden Fall, aber es gibt dann etwas, was es deutlich dann abfängt und irgendwie so eine herbe Note irgendwie am Ende, finde ich, die es sehr interessant macht und sehr spannend macht, finde ich. Genau, also ich finde schon, es ist wirklich so ein bisschen Passionsfrucht, den du auch erstmal hast auf der Zunge. Und dann kommt dieses Zitrische, vielleicht wirklich so eine Amalfi-Zitrone, also gar nicht Limette, die ja so ein bisschen dieses Herbe bringt. Wie ist es mit Holz, Sarah? Ist da Holzeinsatz? Genau, wir benutzen Barrickfässer, allerdings nur noch 25 Prozent neue Holzfässer.
Und da sind wir mittlerweile auch auf diese Zigarrenform-Holzwässer übergegangen, das ist sehr spezifisch, aber das sind eben etwas größere, die haben nicht 225 Liter, sondern ich glaube 500 und so. Der Kontakt mit dem Holz ist etwas geringer, früher haben wir mit wesentlich mehr Holz gearbeitet, aber das hat man einfach über die Jahre gelernt. 25 Prozent sind bereits benutzt und die anderen, jeweils ein Viertel geht auf Beton-Eier und, Stainless-Steel, also Stahltanks, Edelstahltanks, sodass man wirklich versucht, nicht zu viel Holzeinfluss reinzubekommen und diese Frische zu erhalten. Ich finde, es ist auch so ein bisschen eine Salzigkeit. Es ist ja so ein bisschen was, was animierend ist trotzdem. Also du hast schon so Lust, nochmal einen Schluck zu trinken. Das macht dich nicht so satt vielleicht, wie was, wenn du nur so ein holzausgebauten, Chardonnay jetzt zum Beispiel im Hinterkopf hast. Und die Frucht ist natürlich durch diesen, sagen wir mal, Holzeinsatz jetzt nicht ganz so quietschig. Die ist da, aber die ist dadurch, wirkt die so ein bisschen gedeckelt Ist das ein Wein, den du aus deiner Erfahrung eher jung trinkst oder sagst du nach fünf Jahren? Oder sagt man, hey, das muss man weg... Also was ist so deine Erfahrung damit? Also es ist nicht so, dass er jetzt sofort dir wegbricht, wenn du den mal zwei Jahre im Keller vergisst. Aber er bekommt natürlich eine andere Reifaromatik. Das muss man eben mögen.
Wir haben vor, ich würde schätzen, drei Jahren auf Diamkorken umgestellt für diesen Wein. Und bei Diam, das ist jetzt natürlich auch wieder sehr spezifisch, gibt es ja unterschiedlich, wie lange du, also es gibt Diam 5, Diam 10 und diese Zahlen stehen immer dafür, wie lange der Wein eben reift und wie viel Oxidation da eben möglich ist. Und du siehst ja schon, bei uns sind das 5, also das ist so der geplante Zeitrahmen. Du kannst das sicherlich auch länger liegen lassen.
Die haben Korken, das war, dass die keinen Kork haben können oder irgendwie sowas, ne? Genau, das sind quasi künstliche Korken, die dem aber sehr ähnlich sehen. Also ich glaube, wir würden mit einem Schraubverschluss jetzt nicht so gut fahren. Also man bleibt bei dieser traditionellen Verschlussmethode, hat aber eben nicht die Gefahr, dass man einen Korkschmecker wirklich hat und haben einfach festgestellt, dass wir das bei den Weißweinen, dass wir damit gut fahren, einfach um die Oxidation auch zu limitieren. Und würde ein Schraubverschluss, also würde das irgendwie stilmäßig überhaupt gehen bei euch? Ich glaube, das ist so ein bisschen der Kritikpunkt. Aber ich könnte das bestimmt auch mit einem Schrauber machen. Ich meine, gerade die Deutschen sind ja da auch, die Österreicher. Ja, aber lustigerweise, die Italiener und die Franzosen tun sich schon noch schwer. Die sind so traditionell. Also ich kenne überhaupt niemand bei uns in der Region, der da auch Schraubverschluss auf der Basis, also auch auf einem Le Volte oder so. Das wäre undenkbar für uns. Also deshalb dann die Wahl und auch damit fahren wir wirklich sehr, sehr gut. Also es gab so eine Phase, als dieser Diamcork auf dem Markt kam, dass man so leichte Bitterkeit auch im Wein dann gemerkt hat irgendwie. Das ist aber mittlerweile ausgemärzt, dass die topgrößten, teuersten Weingüter der Welt arbeiten mit diesem Korken. Und ich finde es auch wirklich gut, ehrlicherweise.
Mir würden auch 60 Euro schon echt wehtun, wenn ich die bezahle und dann der Weinkork hat und ich ihn einfach in den Ausguss gießen muss. Das tut dann einfach schon weh. Und das ist ja begrenzt. Das ist ja, ich meine, und das ist ja auch bei euch, Weißmann spielt ja nicht die Hauptrolle am Weingut. Das heißt, jede Flasche, die dann nicht gut ist, ist wieder eine weniger und es ist ja nun endlich. Also von daher. Ich glaube, unser größtes Problem damit ist tatsächlich, dass ein privater Kunde, und das meine ich jetzt überhaupt nicht negativ oder so, unter Umständen diesen Kork nicht erkennt und einfach denkt, dass der Wein so schmecken muss und eben dann auch so ein negatives Erlebnis damit hat. Und nicht jeder hat ja die Möglichkeit, noch eine zweite Flasche zu verkosten, beziehungsweise weißt du wie wir, wie der schmecken sollte. Natürlich, wenn du so weißt, wie er schmecken sollte, dann merkst du, dass die Flasche nicht gut ist. Seitdem wir diesen Podcast machen, möchte ich eigentlich mal einen Wein probieren, der Kork hat, um zu schmecken, ob man das schmeckt. Und ich erinnere mich auf der MS Europa. Da gab es einen Stand und du meintest, also einen Weinstand und du meintest, der Wein hat Kork und die haben ihn ausgeschenkt und da hat keiner was gesagt. Du hast es irgendwann gesagt. Also ich glaube, dass... Aber ich bringe dir mal mit, weil das schon in einer gewissen Regelmäßigkeit passiert. Ja, das wäre toll. Ich meine, ich habe die drei Rotweine heute noch gar nicht probiert.
Ich drücke die Daumen. Nee, ich drücke überhaupt nicht die Daumen. Aber, also ist das quasi, also wie wichtig ist dieser Wein jetzt für euch oder ganz generell vielleicht mal kurz für uns zur Info, wohin verkauft ihr, was sind die Märkte? Ich habe erwähnt oder du hast mir gesagt, du warst für Russland zuständig, aktuell ist Russland quasi nicht existent oder ihr verkauft da nichts hin. Also bleibt sowas in Italien oder geht das raus? Oder wie alle anderen, ist das gleich mit dem Weißen wie mit dem Roten? So ein bisschen eine Idee, wie das läuft. Ja, also wir sind tatsächlich sehr weit verbreitet. Also weltweit exportieren wir in ungefähr 86 Länder. Das muss ein bisschen schwanken. Es gibt Länder wie Russland zum Beispiel, wo einfach jetzt nicht viel geht, die vorher sicherlich starke Märkte waren. Um euch so eine Grundidee zu geben, Deutschland, Österreich, Schweiz macht über ein Drittel vom Gesamtumsatz, von Ornelaia, also ist einfach schon, sind sehr starke, wichtige Märkte für uns. Einfach, weil die Schweizer und die Deutschen auch so eine Affinität einfach zu Italien haben. Und diese Italienliebe ist sehr universell.
Und die Österreicher sind einfach so ein kleines Land. Die gewinnen zwar Songcontests und so weiter, aber beim Ornelaia lassen sie aus. Also die doch, die trinken auch gern den roten. Beim Weißwein haben wir uns in den letzten Jahren immer ein bisschen schwer getan, weil natürlich Österreich.
Eher so ihre eigenen Weißweine trinken. Aber ich muss euch sagen, also die letzten zwei Jahre, sehr steigende Nachfrage auch für unseren Weißwein. Und damit kommen wir so ein bisschen zu deiner Frage. Porcelle Gatze wird schon immer wichtiger. Also es ist tatsächlich so, dass die allgemein, die Bevölkerung trinkt ja eher weiß. Da haben wir schon so eine Tendenz hin. Und Porcelle Gatze ist die Nachfrage tatsächlich sehr steigend. Und das weltweit. Also wir haben natürlich auch einen großen heimischen Markt. Italien ist für uns wichtig. Wie viel darf man wirklich Italiener trinken? Das ist immer so die große Frage. Oder wird das viel von Menschen getrunken, die in Italien Urlaub machen? Das weiß ich nicht genau. Und dann USA natürlich, bis vor kurzem auch ein sehr großer Markt für uns, so ungefähr 20 Prozent. Und was ist jetzt mit USA? Ja, wir haben noch nicht so eine finale Lösung gefunden. Also wir hatten ja schon mal Tarife von USA vor Corona. Damals war es aber so, also Deutschland war damals nicht betroffen zum Beispiel. Italien hat es aber damals auch getroffen. Und wir haben versucht, alles vorweg einfach rüberzubringen. Das hat damals geklappt, weil man mehr Vorlauf hatte. Dieses Mal war Herr Trump etwas radikaler. Short Notice. Genau. Wie viel zahlt ihr denn? 20 Prozent der Preisaufschlag. Okay, und ist das dann noch irgendwie konkurrenzfähig? Also ist es noch möglich, den Wein trotzdem zu verkaufen oder ist das eigentlich nicht mehr drin? Also unsere Weine, glaube ich, tangiert das etwas weniger, weil wir natürlich schon in einem sehr hochpreisigen Segment spielen.
Tun dir da die 20 Prozent weh? Natürlich.
Aber es tut, glaube ich, viel mehr weh auf den Einstiegssachen. Also wenn du jetzt gerade mal an so Prosecco oder sowas denkst, sie haben wirklich ihre Hauptabsatzmärkte dort und da tut es halt richtig weh. Was wir versuchen ist mit dem Importeur, also wir arbeiten in jedem Land, das ist vielleicht auch noch so ein Geschäftsmodell, das man erklären sollte, wir versuchen in jedem Land einen Importeur zu haben. Es gibt Ausnahmen, aber...
Das ist so die Strategie und dieser Importeur übernimmt dann für uns die Distribution im jeweiligen Land, ist also auch verantwortlich dafür, dass da die Preise respektiert werden, dass wir da keine Sauereien sehen, sag ich mal. Ja, dass die richtigen Orte diese Weine haben. Genau, die richtigen Orte ist wichtig, dass nicht alles einfach nur in den Kellern landet, sondern hoffentlich auch getrunken wird, das ist auch ein großes Thema. Und wir versuchen in den USA mit unserem Partner eben eine Lösung zu finden, wie wir diese Kosten schultern können. Ob das 50-50 ist oder der Großteil bei uns und ein Teil bei denen, da sind wir noch nicht final angekommen bei der Lösung. Und ansonsten haben wir natürlich immer das große Glück, dass die Nachfrage unserer Weine einfach nach wie vor sehr hoch ist, sodass wir wahrscheinlich einfach umverteilen. Wenn wir jetzt da keine Lösung finden, dann werden wir einfach Allokationen vergeben in andere Länder. Das heißt, ihr könntet mehr Wein verkaufen, als ihr habt? Ja, also On a Liar definitiv. Serra Nova auch. Und ist das dann tatsächlich so, dass man so, oh ja, On a Liar, da lassen wir von Trump mein On a Liar nicht verbieten, dann kostet halt irgendwie, ich weiß nicht, was kostet denn mehr, 100 Euro? Ich habe keine Ahnung, was ist dann am Ende, weil die Komplex, also die Kette in den USA ist sehr komplex. Ja, okay. Da kommt es so ein Three-Tier-System, also es gibt drei verschiedene Stufen und die wollen natürlich alle auch ihr Geld verdienen, müssen sie auch verdienen.
Was das dann im Endeffekt für den Endverbrauch ausmacht, weiß ich nicht. Aber ehrlicherweise, wenn du jetzt an Ornelaya denkst und ob du den jetzt für 280 Dollar kaufst oder für 300, das tut dir wahrscheinlich dann wirklich, macht das keinen Unterschied mehr.
Wenn ich vorher ein Prosecco für 5 Euro gekauft habe und jetzt kostet der irgendwie, das tut dann schon mehr weh, vor allem in der Gastronomie. Okay. Wie groß ist nochmal das Weingut? Nur, dass man eine Idee hat. Ich weiß, auch einige Winzer hören uns zu quasi, was für ein toller Luxus wirklich zu sagen, auch in Zeiten wie diesen. Hey, wow, ist eigentlich cool, wir könnten mehr haben, auch heute noch. Und müssen uns eher darum kümmern, dass das richtig verteilt wird.
Ja, es ist ein großer Luxus, das muss man ehrlicherweise sagen. Wir sind heute 134 Hektar groß. Wir haben heute drei Hauptgebiete. Also das gibt ja den historischen Kern von Ornelaya, wo auch das Weingut steht. Und in diesen Mauern, sage ich mal, sind ungefähr 60 Hektar. Das ist die historische Kerngröße der Gründungszeit. Und mittlerweile sind wir deutlich gewachsen. Und dann gibt es eine sehr wichtige Zone. Und wer schon mal bei uns auf Onelaya war, der kennt das auch. Das nennen wir Bellaria. Es ist einfach eine sehr langgezogene Fläche, die quasi vom Meer bis in die höchste 136 Meter über dem Meeresspiegel in die Lage geht. Und dort bauen wir zum Beispiel auch den Sauvignon Blanc an. Das Schöne daran ist, dass es wirklich eine sehr gute Ventilation gibt. Also Tag- und Nachttemperatur, Unterschiede durch das Meer, sehr hoch. Es wird natürlich nicht Minusgrade, sondern es wird halt irgendwie, ich weiß nicht, 12 Grad in der Nacht im Sommer. Aber das hilft einfach, die Frische zu erhalten. Und auch an den heißesten Tagen, wenn du dort bist, du hast immer Wind. Es ist einfach ein magischer Ort. Ja, ja, auf jeden Fall. Herrlich. War ich schon, weil ich das ja im September. Ja. Ja, du hattest erzählt. Bei dem Wind um die Nase pfeifen. Also wie viel Wind? Also interessiert mich jetzt aus Surf-Sicht. Also aus Surf-Sicht glaube ich nicht ausreichend. Nee, naja, gut. Dann hast du da doch nicht hinaus. Dann doch Sebastian Bumont.
Jetzt habe ich uns eingeschenkt, ich glaube, ein Wein, den die meisten unserer Hörer kennen werden. Le Volte. Wir hatten ihn auf jeden Fall auch schon bei uns im Jahrgang 2023. Das ist Current Release. Das ist der aktuelle Jahrgang. Perfekt. Ich sage mal, damit habe auch ich die ersten Kontakte mit dem Weingut bekommen. Das war früher mal der Zweitwein und ist mittlerweile der Drittwein. Richtig, richtig. Wir probieren auch jetzt noch den Zweitwein und den Erstwein. Aber der Weute ist so das Einzige, was ich auch kannte von der Leier. Und was man öfter auch mal hört. Auf jeden Fall. Also deswegen hat es mich gewundert, dass das eigentlich gar nicht so der Wichtige ist. Aber... Also Le Volte ist definitiv wichtig, ist ja auch produktionstechnisch wie so eine Pyramide, also die größte Menge, die wir machen. Wo nicht nur eure eigenen Trauben sind, sondern wo ihr auch Trauben dazu kauft. Es wird zugekauft, genau, sonst könnten wir das gar nicht stemmen. Wie viel macht ihr davon? Ist eine Zahl, die wir so nicht in den Raum werfen dürfen. Ah, okay. Aber es ist eine bedeutende Menge. Könnt ihr sagen, wie viel ihr insgesamt produziert? Insgesamt knapp eine Million Flaschen. Wow. Ja. Und okay, okay. Das teilt sich auf alle unsere... Das ist nicht so wenig, ja. Aber andererseits auf die Hektarzahl gesehen ist das dann, also es ist jetzt nichts, was mich jetzt so überrascht. Was dich schockt, ja.
Also es ist, ja, also es klingt erstmal so riesig, aber also 134 Hektar sind natürlich auch nicht klein. Auf alle unsere fünf Weine aufgeteilt, wobei eben Levolte definitiv die Basis bildet. Und wie ihr beide ja auch schon gesagt habt, ist es auch der Wein, den die allermeisten Leute schon mal irgendwie gehört haben. Vielleicht getrunken haben. Ich sage immer so ein bisschen der Everybody's Darling in unserem Portfolio. Und so ist er auch gedacht. Also es ist wirklich ein Wein. Du musst dir eigentlich nie Sorgen machen. Du kannst ihn aufmachen. Und er schmeckt eigentlich jedem.
Das ist auch so ein bisschen das Geheimnis, warum die Gastronomen am Ende den auch gerne auf der Karte haben. Den kennt jeder. Und es ist sowas so ein No-Brainer. Also gerade wenn du Probleme mit dem Service hast oder kein Sommelier an der Rand oder so. Was ja viele haben. Genau, das ist ja heutzutage fast die Norm. Ist das wirklich einfach ein super Wein.
Der jetzt von der Reb zusammensetzt oder was ist da drin? Das hat sich sehr verändert. Also es gibt bestimmt auch Zuhörer, die das noch kennen mit Sangiovese. Ich glaube, das ist der eigentliche Grund, warum man eben Anfang der 90er diesen Wein als Zweitwein produziert hat. Weil man muss sich einfach vorstellen, es war total ungewöhnlich, sich Bordeaux-Rebsorten in der Toskana anzupflanzen. Das war einfach... Man würde vielleicht sagen, so eine Freakshow, es war einfach ungewöhnlich. Und dann hat man sich gedacht, wie kann man jetzt den Weg zum Konsumenten ein bisschen ebnen. Und dann hat man eben einen Blend mit Sanchovese gemacht, weil Sanchovese kannte halt jeder aus der Toskana und hat so ein bisschen die Brücke geschlagen, sag ich mal. Also hat einfach einen Blend gehabt aus Sanchovese und Merlot. Das hat man über die Jahre logischerweise und konsequenterweise einfach zurückgefahren, weil man halt gesagt hat, Onelaya, erst einmal sind wir heute viel größer. Und wir sind halt nicht Sangiovese, sondern wir sind halt nun mal Cabernet Sauvignon Merlot, Bordeaux Blenz halt. Und so wurde der Anteil immer weniger. Nagelt mich jetzt nicht fest, ab wann diese 5% Sangiovese dann auch verschwunden sind. Aber wir haben schon einen deutlichen Switch auch in der Stylistik hingelegt, das auf jeden Fall. Das heißt, jetzt ist der Hauptteil dieser Cuvée? Cabernet Sauvignon mit Merlot. Und in diesem Jahrgang sind auch 5% Pütti Verdot verschnitten. Hat ein bisschen was mit dem Jahrgang auch zu tun. 23 war was für ein Jahrgang? Schwierig, sehr schwierig, sehr verregnet.
Und dann eben, das ist ja immer das Problem, eben sehr verregnet das Frühling und dann super, also die warmen Temperaturen dazu, die dann dazu führen, dass du wirklich im Weinberg sehr viel Arbeit leisten musst, damit du eben nicht... Aber auch wenn du den Wind hast, der ja das natürlich eigentlich ganz gut trocknet und ein bisschen Verfeule schützt. Aber auch dann. Und dann haben wir natürlich immer noch die 60 Hektar, die bei uns in unserem direkten Gebiet sind. Da hast du nicht diese starke Ventilation. Schmeckt man das eigentlich? Also könntest du das schmecken so, das war jetzt ein schwieriges Jahr im Wein? Oder ist das einfach sozusagen durch die Arbeit des Winzers?
Naja, also mittlerweile, und das ist die Wahrheit, da ist natürlich Kellertechnik und Arbeit im Weinberg schon so, man weiß so viel mehr und man hat so viele tolle Möglichkeiten, dass es so die ganz schlechten Jahrgänge, glaube ich, eigentlich gar nicht mehr gibt oder andersrum gesagt, dass solche großen.
High-End-Marken sich gar nicht leisten könnten, einen schlechten Wein zu machen. Da würden die einfach so drastisch viel weniger produzieren, um trotzdem noch ein Level zu halten und das hat sich schon verändert. Und ist das ein schwieriges Jahr, also was beregnet ist, dass das also auf die Menge geht, was man sozusagen gut verwerten kann. Aber die Traum, die verwertbar sind, die sind von der Qualität her, So gut wie immer? Ja, die sind halt vielleicht nicht, also die sind dann zum Beispiel nicht ganz so heiß, nicht ganz so fett, nicht ganz die Frucht so im Vordergrund, so wie dieser Wein eben ist, sondern die sind vielleicht, die wirken ein bisschen kühler, ein bisschen zurückhaltender, auch von der ganzen, auch nicht so alkoholisch. Wenn die Trauben einfach nicht so viel Zucker dann haben, weil die Sonne jetzt einfach nicht wie im Jahrgang davor, oder es gab ja ein paar sehr heiße Jahrgänge, wo du es einfach schon merkst, dass es ein bisschen scharf wird und der Alkohol dann einfach fast die Frucht ein bisschen dominiert. Okay, ja. Wie magst du denn den Wein? Ja, super. Du hast schon ausgetrunken. Ja, aber ich habe gespuckt.
Es ist früh heute Morgen und gestern war es spät, weil der HSV aufgestiegen ist. Naja, nee, finde ich super. Ich finde, der hat eine sehr große Länge, wenn man das so sagen kann. Und viel Grip irgendwie. Viel Tannin. Was hast du von der Frucht? Kirsche. Bisschen Pflaume vielleicht auch.
Also ich finde, er hat für einen Levolte eine ziemlich starke Würzigkeit. So ein bisschen fast was Pfeffriges. Was sicherlich auch durch diese 5% Pétipédo kommt.
Mir gefällt er gut. Aber ich gebe dir recht, es ist nicht so dieses ganz runde Modell von Le Volt, was man vielleicht so aus Top-Jahren kennt oder aus wärmeren Jahren, sondern eher eine schlankere Version, vielleicht eine etwas seriösere Version, wenn man das so sagen kann. Aber Axel, würdest du das so sehen als einen Wein, den du immer einschenken könntest, also als Crowd-Pleaser? Würde deine Crowd der bepleasen? Ich glaube schon. Ja, ich glaube schon. Also ich glaube, man müsste schon auch ein kräftiges... Ich weiß nicht, wie viel Alkohol hat der? Also auf dem Label steht 13,5. Ja, okay. Also man muss schon irgendwie...
Tim Melzer würde sagen, die Schnauze voll Wein oder sowas. Man muss schon ein bisschen was essen dazu vielleicht. Ja, genau, man muss einfach auch einen kräftigen Wein jetzt mögen und vielleicht was dazu essen. Aber dann sehe ich nicht, warum der nicht jedem schmecken wollte, ehrlich gesagt. Okay. Oder? Also ich sage immer, der Weinkost ist 24,90. Das ist natürlich auch schon, da gibt es immer auch schon andere Weine, klar. Aber es ist, und das sehe ich auch immer wieder, es ist einfach so, es ist so eine Bank, auch im Restaurant das zu bestellen, weil dann sofort alle wissen, oh, da steht auch noch, also da steht ja Le Volte del Ornelaya, ich glaube, das ist irgendwann dazugekommen, ich glaube, ich hieße es nur Le Volte, ich weiß nicht, ob das immer schon da war.
Und dann sagt man, ach, das kann ja gar nicht so schlecht sein, Ornelaya kennt man ja auch, also von daher, der Pocho Allegazia heißt ja auch Pocho Allegazia del Ornelaya, also man ist ja da schon sehr schlau, finde ich, dass man das immer noch aufs Frontlabel draufschreibt, weil das die große Marke ist. Und so hat man das Gefühl, für relativ kleines Geld doch den großen Orteleia zu trinken, zumindest einen Teil davon, das ist, glaube ich, gar nicht unwichtig. Was kostet der im Restaurant? Im Restaurant kommt auf an, aber ich würde sagen, irgendwo ab 50 Euro bis 80, 90 Euro kostet dieser Wein, je nachdem in der Güte. Bei uns eher weniger in der Hansel-Lounge, weil wir da sehr knapp kalkulieren. Und weil ich eben auch finde, es gibt auch schon ernsthafte Alternativen, aber zum Beispiel habe ich ihn immer wieder mal aus der 3-Liter-Flasche, weil es gibt gar nicht so viele Weingüter, die das dann in so einem großen Format machen. Und das ist eigentlich dann ein schöner Party-Wein und eine schicke Flasche und alle sind happy und am Ende geht es auch darum. Ich finde jetzt diese für mich dann, sag ich jetzt mal, relativ neue Version mit dem Petit Verdot.
Lässt mich beim jeden probieren schon kurz innehalten, weil ich finde, dass der Bayern eine andere ich sage mal eine andere Ernsthaftigkeit hat, zumindest in diesem jungen Stadion. Also ich finde, wenn ich das verkoste, denke ich so, wow, okay, das ist nicht mehr so, deswegen freue ich mich, wenn du sagst, Axel, ich finde es immer noch Everybody's Darling. Für mich ist es eher so quasi, wow, das ist so ein extra Spice, das ist jetzt schon, da muss ich mir überlegen, was mache ich dazu, passt das vielleicht doch auch ganz cool zu so einer Ente-Rotkohl-Gänse-Zeit hinein jetzt in meinem Kopf schon, wenn ich das jetzt so probiere. Ich würde es für mich jetzt, als nur so zu trinken, würde ich es nicht so perfekt finden. Ich finde wirklich, da kannst du ruhig ein Essen auch dazu haben. Also, weil? Weil es dafür für mich nicht, es ist nicht so aufgeweicht. Ich finde es eher, kernig. Also ich finde es nicht so ausgeschaut. Nicht geschmeidig vielleicht. Vielleicht auch, weil weniger Merlot drin ist, der früher vielleicht das so ein bisschen umarmender da gemacht hat und das ist es jetzt so nicht mehr. Aber ist es nicht schön, wenn das so einen eigenen Charakter hat? Das ist auch keine Kritik, ich versuche es nur zu beschreiben. Aber ist es auch nicht nur zum Sohtrinken irgendwie schön, wenn es so ein... Ja, wenn es so eine eigene Mahlzeit ist, sozusagen. Ja, ich verstehe, was ich meine. Ja, bis zu einem gewissen Grad. Der Grad ist dann, wenn es zu kompliziert wird, also wenn es zu anstrengend wird. Dann ist es nur zum Sohtrinken.
Also es soll mich nicht strecken. Also nur zum Sohtrinken trinke ich Wein, wenn ich ein Glas Wein trinke und nicht drüber nachdenke. Aber sobald ich dann denke, wie verändert sich das jetzt? Wie kommt dieses, ich habe auch so ein bisschen, jetzt am Ende spüre ich so ein bisschen so eine rote Paprika oder diese rote Paprika, die mit so einem Bunsenbrenner einmal so quasi angebrannt wird, um die Haut zu lösen. Genau so einen Geschmack habe ich jetzt gerade auf der Zunge. Dann würde ich das ja. Das ist mein Empfinden. Also die Geister scheiden sich da tatsächlich so ein bisschen. Also wir zeigen den Wein natürlich, jetzt ist er seit April auf dem Markt. Wir zeigen den natürlich regelmäßig und dann kriegst du natürlich auch Feedback. Also von Gastronomen wie von Kunden, die den Wein natürlich sehr gut kennen. Und tatsächlich scheiden sich die Geister so ein bisschen. Es gibt natürlich Kunden, die diese Merlot Charming Version deutlich angenehmer fanden. Und dann gibt es ganz viele, die auch sagen, ja, der ist jetzt einfach erwachsen geworden. Man muss sagen, die Rebsorten, der Rebsortenspiegel auf Onelaya ist ja tatsächlich hauptsächlich Cabernet Sauvignon. Und dann die zweitgrößte angebaute Rebsorte ist Merlot. Das heißt, es spiegelt sich in diesem Wein eigentlich auch, was wir hauptsächlich machen in diesen Proportionen wieder. Manche sagen, er ist einfach erwachsen geworden.
Wunderbar. Und jetzt geht es aber jetzt in den offiziellen Zweitwein und mein insgeheimer Preis-Leistungssieger des Weinguts. Und das ist Le Serre Nove del Ornelaya. Seit wann gibt es diesen Wein? Was heißt Le Serre Nove? Le Serre Nove heißt eigentlich die jungen Gewächse, könnte man sagen. Ein bisschen irreführend. Auch das Thema Zweitwein finde ich immer so ein bisschen irreführend in dem Fall. Und es gibt ihn seit 1997. Also Le Volte gab es davor und dann 1997 hat man den noch mit eingeführt als Zweitwein. Und wir haben auch ganz lange gesagt, das ist unser Zweitwein. Ich bin immer nicht so ganz glücklich mit diesem Begriff, weil Zweitwein unter Menschen, die Weine in diesem Level kennen und trinken, schnell mit Bordeaux assoziiert wird. Und ein Zweitwein in Bordeaux ist eben genau aus jüngeren Rebflächen und eine Selektion während der Weinlese. Aber dann heißt er auch noch aus jüngeren Rebflächen. Ja, also heißt er die Serenove, also die Gewächse, die jungen Gewächse. Man hat auch oft, also wir haben wirklich schon oft diskutiert, gerade weil Serenova auch so kompliziert ist, auszusprechen. Viele können das auch nicht richtig aussprechen, ob man das einfach nur in Les Serres zum Beispiel umändert. Am Ende ist es natürlich die Ursprung und man lässt es dann so. Aber es gibt auch ein Chateau Les Serres.
Das so anzufassen und zu ändern, ist natürlich immer so ein kritischer Step. Bei Serenova ist es tatsächlich so, dass wir die Selektion der Rebsorten und der Fässer nicht, Also wir machen das nicht während der Weinlese. Das ist keine Selektion während der Weinlese, sondern nach zwölf Monaten in den Fässern. Das heißt Ornelaya und Serenove sind die ersten zwölf Monate eigentlich identisch. Und dann macht unser Kellerteam eine Selektion der Plots und der Barrickfässer. Wir haben ungefähr so 70 verschiedene Plots, die einzeln ausgebaut werden und selektiert Plots sind, wie sagt man das? Gemarkungen, also so kleine Felder, würde ich sagen. Also wo du halt ein besonderes Mikroklima hast, sprich besonderen Boden. Über diese 134 Hektar sind es ungefähr 70 unterschiedliche Gemarkungen. Gemarkungen ist vermutlich das richtige Wort, ja.
Genau, und dann wird eben diese Selektion gemacht. Und dann geht Serenove, wenn die Cuvée entschieden ist, geht Serenove nochmal zurück als Blend für drei Monate und auch eine Leier nochmal sechs Monate auf die Holzfässer, einfach damit sich die verschiedenen Grundweine nochmal... Vereinern und verbinden. Also diese Mikroklimatage sind im Weingut sozusagen. Ich bin auf diese 134. Aber wenn der Wein dann in den Fässern liegt, zwölf Monate, dann spielt das doch, also dann ist der Wein ja schon in den Fässern. Genau, es verändert sich jetzt quasi dann ja, also um diesen Serenove zu machen quasi, selektiert man nicht im Weinberg schon und sagt du nicht, du nicht, sondern man macht erstmal alles gleich und verkostet dann und sagt dann eben dieser Plot, also diese Lage, dieser Teil oder diese Rebsorte aus diesem Hang, die ist so besonders gut in diesem Jahr, die kommt jetzt in den Ornelaya rein, in den Erstwein. Wird das dann so abgefüllt, dass ich weiß, also aus diesem Plot fülle ich alles nur in ein Fass? Das macht man sehr genau. Oder in sieben Fässer oder zwölf Fässer sind dann nur aus diesem Hang. Dann kann ich mixen. Aus diesem Hang und dann mixen. Mixen hat sich nicht so schön an die Kuvertieren, aber im Grunde ist es auch nicht so viel anders.
Aber wenn es dann, aber okay, es ist dann drei Monate länger, aber im Prinzip sagst du ja selber, wir mit gleichem Aufwand betrieben, nur was ist denn das richtige Wort, wenn du eigentlich Zweitwein nicht magst oder wenn du sagst, Zweitwein wollen wir eigentlich nicht, dass es heißt. Ja, das ist schwierig. Man könnte den dann den kleinen Bruder nennen.
Ja, mein ehemaliger Chef hat immer gesagt, wenn ihr dann Prinz Harry habt, dann ist das Prinz Harry und der andere ist halt William. Also es ist halt irgendwie dieselbe, auf jeden Fall dieselbe Detailarbeit. Und der große Unterschied ist eben die Rebsortenzusammensetzung, weil man natürlich möchte, dass Serenove auch klassisch Zweitweinkonzept eigentlich schneller zugänglich ist, also früher trinkfreudig ist und Spaß macht, dass dort mehr Merlot verschnitten wird, und weniger Cabernet Sauvignon und bei Onelaya ist es genau umgekehrt, mehr Cabernet Sauvignon und dann ein kleinerer Anteil Merlot. Und ich finde, ich kann mich erinnern an den Jahrgang 2006, der ein sehr großer Jahrgang war bei euch und in der ganzen Toskana, dass zum Beispiel.
Jetzt Robert Parker den Erstwein und den Zweitwein sehr knapp beieinander bewertet hat. Also da lag nur ein Punkt oder so dazwischen. Und das ist natürlich schon auch, glaube ich, beim Blending, wäre so doofer, wenn quasi der Le Cere Nove dann gefühlt besser rauskommt. Weil Ornelaya ist natürlich the Brand und kostet, weiß ich nicht, Faktor 4, ja, zu dem jetzt. Das heißt, ich glaube, das ist eben auch wichtig, wenn man den Wein macht, das man im Hinterkopf schon hat, pass mal auf, er muss auch in unser Pricing hineinpassen. Also er muss schon gut sein, er soll sehr gut sein, aber er darf jetzt auch nicht quasi so knapp dran sein, dass er auch bin. und kommen über vier Flaschen davon als eine von dem ganz Großen. Und das ist ja nun auch Teil der Geschichte. Auf jeden Fall.
Diese Verantwortung, diesen Blend zu machen, diese Cuvée, das ist schon auch eine Riesenverantwortung. Aber es spielt natürlich auch die Menge eine große Rolle. Also man macht von Serenove natürlich die vierfache Menge wie von Ornelaia. Und es ist jetzt nicht so, dass die jedes Jahr bei Null anfangen mit ihren 70 unterschiedlichen Rebflächen, sondern die wissen natürlich schon, diese Fläche geht normalerweise, historischerweise immer in Ornelaia am Ende. Und ich glaube, das ist wirklich super wichtig. Was wir suchen, ist eine bestimmte Stilistik. Und da kommt es jetzt nicht so drauf an, da ist man nicht dogmatisch mit den Rebsorten, sondern das kann sich auch mal verschieben. Es gibt auch Jahrgänge von Ornelaia, wo Merlot und Cabernet Sauvignon fast identisch sind in der Zusammensetzung oder ein höherer Anteil Merlot ist. Einfach weil man glaubt, dass in diesen Jahren dann eben der Merlot besonders gut rauskam. Was ist das für eine Stilistik? Kannst du das beschreiben? Die gesucht wird? Wir sind immer auf der Suche nach Eleganz und nach Frische. Und ich behaupte mal, das findet man auch in allen unseren Weinen, auch in sehr heißen Jahren. Jetzt mit Cerenove mit 22 haben wir wirklich eines der zwei heißesten Jahre, an die wir uns erinnern können, auf Ornelaie. 75 Tage kein Regen, komplett dürre.
In 22 hat es auch sehr viel gebrannt in der Toskana tatsächlich. Und wenn wir jetzt den Wein probieren, ihr habt es schon probiert, ich habe noch gar nicht probiert, hat er schon diese Frische. Man würde jetzt nicht vermuten, dass das so ein super heißes und trockenes Jahr gewesen ist. Obwohl die Weinlese natürlich, es gab noch nie eine Weinlese so früh wie diese. Also wir haben schon Ende August angefangen, Merlot zu lesen. Und den Weißweine 8. August.
Wie mit dem 4. August, hat man da überhaupt Leute, die das machen? Ja, wir haben Leute, die wissen das mittlerweile auch. Weil ich meine, diese Extreme sind eigentlich das New Normal, muss man leider sagen. Dieses Jahr zum Beispiel jetzt auch wieder super viel geregnet. Also bis jetzt eigentlich nur Regen in der Toskana. Ihr habt den ganzen Regen bekommen? Ja, genau. Aber der kam nicht nach Hamburg. Nee, der kam nicht nach Hamburg. Und wie macht ihr das dann, wenn ihr da eure Erntehelfer bucht, dass die dann so früh kommen schon? Wir haben keine externen Lesehelfer tatsächlich. Das ist sicherlich was, was sehr speziell ist. Ich kenne eigentlich kein Weingut, was das nicht hat. Wir haben 80 festangestellte Lesehelfer oder Weinbergsmitarbeiter, muss man eigentlich sagen. Und das sind bei uns alles Frauen. Hat also nichts mit der Frauenquote zu tun, war schon immer so, sind historisch alles bei uns Damen. Sind Frauen die besseren Pflückerinnen? Ja, also wenn du unseren Außenbetriebsleiter fragst, das ist ein Mann und der ist seit erster Stunde dabei. Der sagt, sie sind einfach mehr in den Details. Und die haben auch scheinbar ein besseres Gedächtnis. Diese 80 Mitarbeiter sind bei uns auch nicht...
Wenn du jetzt auf Ornaleia kommst, siehst du jetzt nicht so eine Horde von 80 Leuten, sondern du siehst, wenn du über die Weinberge, über die Flächen fährst, siehst du hier mal 10, dort mal 15. Die sind wirklich in Teams eingeteilt. Und in diesen Teams kümmern sie sich das ganze Jahr über immer um dieselben Plots, um dieselbe Fläche. Macht total viel Sinn, weil wir sind natürlich mit 134 Hektar groß. Und auf der einen Fläche hat es geregnet, auf der anderen eben nicht. Da musst du entblättern, da musst du das nicht machen. Und dadurch, dass sie immer den gleichen Einblick haben, können die natürlich ganz anders reagieren, als wenn sie jetzt überall eingesetzt werden würden. Das ist so ein bisschen wie ihre eigenen Kids irgendwie so. So ein bisschen diese Rebstöcke, je nachdem wie alt die sind, das ist eben für die wirklich Daily Arbeit. Und wenn sie dann nicht in den Weinbergen sind, dann helfen die bei uns eben auch im Keller. Also bei uns wird nach wie vor, wir haben eigentlich eine viel zu kleine Bottlinglein, also bei uns wird nach wie vor jede Flasche händisch in Kartons gepackt und händisch kontrolliert, dass die Kapseln richtig sitzen, die Etiketten richtig sitzen. Und das machen die dann, wenn die nicht draußen sind. Bei einer Million Flaschen ist das schon auch echt eine Arbeit. Und das ist okay. Ja, so kann man auch 80 Mitarbeiter dauerhaft beschäftigen. Aber dann gibt es eine Urlaubssperre, wahrscheinlich August, September, Oktober, weil man ja nicht genau weiß, hey, wir brauchen nichts. Es ist schwierig geworden, ja. Die sind natürlich aber auch alle lokal, regional.
Das heißt, wenn jetzt wirklich so eine... Erstmal sieht man das natürlich. Man sieht ja ab, dass es sehr heiß wird oder sehr heiß ist und man wahrscheinlich früh lesen muss. Aber sie sind natürlich auch vor Ort. Also die werden dann einfach einbestellt und dann heißt das, okay, wir müssen jetzt anfangen zu lesen. Also Ende August ist auch echt normal für unseren Sauvignon Blanc. Aber eben Anfang August, das ist schon eben dem extremen Jahr geschuldet. Jawohl. Jetzt lass uns mal in den Laissez-Renove reinriechen. Axel, du hast den Morgen schon mal ordentlich befeiert. Ja, ich konnte ihn nicht ausspucken. Das ist ja auch nur konsequent. Fest vorgenommen. Und was sagt er? Ja, toll. Also es ist noch so ein bisschen, ich würde noch eleganter als der Le Volte sagen, weil es irgendwie so ein bisschen mehr zusammenfließt und irgendwie harmonischer ineinander greift. Vielleicht ist das ja ein Wein, den du auch ohne Essen trinken würdest. Tatsächlich für mich jetzt auch eher. Ich habe ein bisschen diese rote Paprika in der Nase jetzt schon.
Ich finde, er ist natürlich ein Jahr älter, was natürlich, glaube ich, auch hilft, gerade in dieser Jugend. Ich finde, man merkt trotzdem, dass es ein warmer Jahrgang ist, finde ich schon, dass du es hast am Grauen und am Ende, dass es schon warm ist. Aber ich finde, er kann trotzdem eine gewisse Frische dabei erhalten, was ich eigentlich ganz cool finde. Also ein Stück weit ist es das, was du gesagt hast.
Alkohol steht 14,5 drauf, das tut es eh meistens, sage ich mal, aus dieser Ecke auch. Wäre jetzt für mich kein Grund, darüber nachzudenken. Und ich finde, er hat aber auch Hohen etwas, was ich unter Trinkfluss reingebe. Also ich würde sagen, du stellst Glas hin und kannst eigentlich sagen, oh Mensch, jetzt probiere ich gleich weiter. und ich glaube auch, also das ist ein Wein, den wir bei uns auch echt viel verkaufen, dass der sich eben auch verändert. Also wenn Leute das zu zweit trinken, dann dekartieren wir das eigentlich nicht, sondern sagen, dann erleben sie es über den Abend, aber wenn derzeit zu viert oder so, dann dekartieren wir es schon, wo quasi der erste Schluck gleich schon, wo die Flasche aufgeteilt ist und dann leer ist, weil wir einfach wissen, dass der Wein durchaus schon ganz, dass es ihm ganz gut tut, wenn er ein bisschen Luft bekommt. Das auf jeden Fall. Was sagst du, Sarah? Mir gefällt er sehr gut. Es ist der erste Jahrgang, an den ich mich erinnern kann, in dem kein Pétit Verdot drin ist, tatsächlich. Obwohl der Pétit Verdot in dem Jahr sehr, sehr gut ausgehalten hat. Also die Hitze verkraftet so ein Merlot in der Tendenz schlechter. Das muss man eben früher lesen als jetzt der Pétit Verdot. Aber wenn der Pétit Verdot drin wäre, wäre der dann nicht mehr wie der Le Volte? Also in der Cuvée von Serenova ist eigentlich immer Pétit Verdot immer so um die 5%. Ja.
Er hat eigentlich nicht diese Stilistik vom Le Volte am Ende, sondern eher so ja, das harmoniert super gut miteinander. Er fehlt mir jetzt auch hier nicht. Also ich muss jetzt nicht, das würde mir jetzt nicht frappieren. Ich finde, das fehlt jetzt nicht an Dichte oder so. Es fällt jetzt nicht auf. Also im Le Volte war Petit Vido, ne? Das hat diese Würzigkeit gegeben. Aber das würde bei dem keine Würzigkeit geben dann? Doch, du findest eine Würzigkeit, aber vielleicht nicht in dieser Kraft. Ja, in dieser Dominanz vielleicht. Du merkst ja einfach schon, da ist schon das ist schon eine irre Substanz auch, die dieser Dessert Renove hat jetzt. Also ich finde schon, dass es eine andere Tiefe hat, auch dieser Wein. Also er würde den Petit Werdou denn anders aufbauen? Genau, er würde ihm nicht ganz so viel Platz lassen in dieser Blend. Ich bin gespannt, was du gleich sagst, weil wir probieren ja danach den Großen, den Ornelaian und Petit Werdou. Wollen wir schon mal einschenken? Ich habe den gar nicht dekantiert.
Und was ganz besonders nett ist, und das gibt es leider quasi, können wir euch nicht versprechen, wenn ihr das kauft, aber der hat ein ganz besonderes Etikett, das viel besonderer ist als das, was man eben kennt. Nämlich, da steht dann zwar eine Laie drauf, aber es heißt La Determination. Also die Determination, die Erschütterung. Ja, Determination ist ja so ein bisschen negativ behaftet. Wir haben es mit Entschlossenheit übersetzt. Weil jemand, der determiniert ist, ist ja nicht gerade sehr positiv konnotiert. Genau, aber das ist quasi jetzt ein, das müsste jetzt einmal Sarah erklären, weil, Ich werde immer wieder gefragt, Mensch, das ist aber gar kein Onelaya, das kenne ich gar nicht. Aber es ist doch ein Onelaya, auch wenn man es nicht kennt. Aber zeig mal das Etikett. Sorry, sorry, sorry. Warte mal, Katze, Katze hier. Perfekt, wo bist du? Ja, da.
Das ist auch wie so ein Fingerabdruck. Oder was stellt das da? Also die Frage nach dem, was es darstellt, das ist immer sehr schwierig, weil es ist ja ein Kunstwerk und natürlich hat sich der Künstler dabei was gedacht, um etwas auszuholen. Wir haben seit dem Jahrgang 2006 dieses Konzept, dass wir quasi ein Schlagwort suchen, was den Jahrgang möglichst gut beschreibt. Ihr könnt euch vorstellen, das ist natürlich tricky, weil wir haben natürlich nicht nur ein heißes Jahr, sondern mehrere heiße Jahre Und wir müssen eben versuchen, bevor der gefüllt wird, also aus den Fässern heraus, wenn die Cuvée steht, als Team sitzen wir zusammen und brainstormen, wenn wir den verkosten, natürlich immer mit dem Wissen, was uns das Winemaker-Team auch gibt, wie es halt im Weinberg war und wie das Jahr war, ein Schlagwort zu finden, was diesen Jager beschreibt. Und in 22 ist eben La Determinatione, die Entschlossenheit, weil 22 eben extrem war und zwar vor allem extrem trocken und auch extrem schwierig, extrem herausfordernd für alle, nicht nur für die Reben, sondern auch für unser Team.
Und wir einfach dann gesagt haben, es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit, wie wir zu dieser Cuvée gekommen sind, von der ihr gleich merken werdet, dass sie nicht heiß ist und nicht so fett und marmeladig. Und das war die Entschlossenheit aller, die mitgearbeitet haben. Und wenn du jetzt auf dieses Etikett guckst, du siehst, dass das so konzentrisch ist und so Kreise. Und das sind kleine farbige Punkte. Das sieht man jetzt nicht so gut in dem Licht hier.
Und das ist quasi die Aneinanderreihung aller einzelnen Elemente, die dazu beigetragen haben, dass wir zu diesem Ergebnis gekommen sind. Und der Künstler, den man dafür ausgewählt hat, ist aus Kamerun, Pascal Martin-Tayou. Also wenn man sich jetzt nicht so mit Modern Art befasst, dann ist das wahrscheinlich kein Begriff. Und er ist eben dafür bekannt, dass er sehr energetisch und sehr lebensfrohe Gemälde und Kunstobjekte kreiert. Und den haben wir eben dafür ausgewählt. Und deshalb ist auch alles sehr farbenfroh. Der hat extra für den Wein das Etikett gestaltet. Genau. Und das ist auch immer noch was, was viele unserer Kunden nicht wissen, weil man natürlich, wenn man so eine Sechserkiste kauft, die ist ja verschlossen, die meisten stellen das erstmal zur Seite und warten, was dem Wein ja auch sehr gut tut, aber machen es nicht auf und sehen deshalb nicht, dass oben in der Mitte immer eine von den sechs Flaschen dieses Sonderetikett hat. Und dieses Etikett ändert sich jedes Jahr. Und wir haben darauf auch keinen Einfluss, um deine Frage zu beantworten, was das darstellt, sondern das kann halt sein, es gab auch mal einen, da war nur so ein roter Klecks drauf. Es gibt welche, die sind für einen persönlich super schön und dann gibt es andere, von denen ist man eben nicht so Fan. Aber es ist immer dann ein Künstler, der ausgewählt wird. Genau, der wird von uns ausgewählt. Und Determination, das habe ich so mit Bestimmung oder sowas.
Determination. Schicksalshaftigkeit oder sowas. Aber gut, egal. Das ist eben die nächste Herausforderung, die wir dann haben. Ist das denn im Italienischen? Entschlossenheit.
Die, Wirklich mit, also ich habe ja noch drei Kollegen, also ich mache ja den deutschsprachigen Raum, dann haben wir noch jemand, der macht Rest of Europe, einen in Amerika und einen, der Asien mit betreut. Wir kommen dann immer alle zusammen, zweimal im Jahr. Und wir müssen natürlich ein Wort finden, das möglichst sowohl im asiatischen Raum als auch im amerikanischen und im italienischen und im deutschen nicht negativ behaftet ist. Und das ist eben die nächste Challenge, die man hat, was zu finden, was irgendwie dann, du machst ja nur diesen einen Begriff und du kannst ihn nicht für jedes Land ändern. Was zu finden, was da passt. Ich habe noch eine tolle Geschichte aus dem Urlaub, aber das kann ich mal von anders erzählen. Aber heißt das jetzt, Sarah, es ist aber der gleiche Wein wie das reguläre Ornelaya-Etikett? Genau derselbe Wein. Aber hat der quasi jetzt für den, wenn ich diese Kiste kaufe, neige ich dazu wahrscheinlich, den erstmal nicht zu trinken. Hat er einen höheren Wert, hat er einen höheren Verkaufswert? Also ist das eher so eine Sammlergeschichte? Kann ich alle Sonderetiketten als Vertikale, ist das schon was Besonderes? Sag ich es mal ehrlich jetzt.
Es ist natürlich, es gibt nur ein Sechstel von der Gesamtmenge, die so sind. Das ist natürlich schon was Besonderes. Aber auch da scheiden sich so ein bisschen die Geister. Also wir haben durchaus Importeure, die dann die Kisten aufmachen und die rausnehmen und die zum Doppelten verkaufen, sag ich jetzt mal etwas extrem, weil es gibt natürlich weniger. Aber ich habe auch ganz viele Gastronomen, die mir sagen, sie können dieses Etikett nicht gut verkaufen, weil der klassische Kunde natürlich das klassische Etikett auf dem Tisch haben möchte und das ist natürlich immer auch ein bisschen erklärungsbedürftig, es sei denn, du bist mit dem Konzept vertraut.
Kriegst du dafür wirklich mehr? Ich behaupte mal eher nicht. Wenn, dann wäre ein künstlerischen Wert. Gibt es eigentlich so bei Ebay oder sowas, gibt es da irgendwie so einen Zweitmarkt? Es gibt auf jeden Fall einen Zweitmarkt, einen Graumarkt. Ich wäre da immer ein bisschen vorsichtig, weil man eben nicht weiß, welche Reise diese Weine schon hinter sich haben und wo die gelagert waren. Es gibt meines Wissens nach nicht sehr viele Fälschungen, aber auch da... Also, dass die Leute die Flasche nehmen und was anderes reinkippen? Ja, also das gibt es natürlich. Wobei, das habe ich auch schon gehört, also quasi auch bei Le Volte, dass sowas kursiert. Wie kann man als Konsument das sicher gehen, dass man da nicht drauf reinfällt? Also bei Le Volte ist es super schwierig. Auf On a Lie haben wir deshalb hier diese Proof Tags, da sind wir ja auch nicht die einzigen, diese Proof Tags, die man abscannen kann, mit denen man dann eben kontrollieren kann. Du wirst dann auf eine Webseite geführt und du kannst dann die Authentizität der Flasche überprüfen. gibt dir noch keine Garantie dafür, dass der Wein, bis er zu dir gekommen ist, richtig gelagert wurde, dass er nicht in irgendeinem Transporter ist, sondern dass es eine echte Flasche ist. Also das kann ich mit dem Handy abscannen? Genau, du kannst es abfotografieren und dann kommt das direkt zu uns auf die Webseite und dann wird eben gesagt, es ist okay oder auch nicht.
Aber ja, es gibt natürlich einen großen Graumarkt dafür, auf jeden Fall. Aber kann man vielleicht sagen, lieber beim Händler des Vertrauens zu kaufen, weil der schon quasi nur das direkt von diesem Importeur bekommt und der auch nur diese echte Ware bekommt und wenn ich das irgendwo angeboten bekomme zu irgendwie obskuren Preisen, muss irgendwas faul sein und wenn ich es zum regulären Preis angeboten bekomme von irgendeinem Händler, den ich nicht so kenne, Kann ich jetzt nicht ganz ausschließen, dass es vielleicht auch Ware ist, die vielleicht jetzt nicht genau das ist, was es sein soll. Genau, also das wäre auf jeden Fall mein Rat. Auch einfach daher, weil wir ja natürlich vom Weingut aus schon gucken, dass die Weine im Juli, August möglichst überhaupt nicht transportiert werden. Weil natürlich auch die Fahrer irgendwann Pause machen müssen. Der LKW steht dann in der Knall Sonne. Die Paletten stehen unter Umständen irgendwo draußen, am Lager irgendwo. Darauf achten wir. Und wenn das tatsächlich einen Notfalltransport gibt, weil irgendjemand jetzt dringend was braucht, dann müssen das wirklich temperiert, also mit Kühlung LKWs sein. Und das ist schon der erste Schritt, um wirklich sicher zu gehen, dass die Qualität auch so ankommt, wie wir es gerne hätten. Von daher würde ich immer sagen, kaufen also nur da, wo man wirklich weiß. Ist dieser Graumarkt ein Problem? Oder ist das eher so, dass er sagt, okay, das gibt es, aber nicht so schlimm? Nein. Also wir werden das nie komplett stoppen. Wir versuchen das aber schon einzudämmen, einfach weil es natürlich auch die Händler stört.
Und da geht es nicht mehr so sehr um die älteren Sachen, weil von den älteren gibt es natürlich proportional weniger. Das ist zumindest der Idealfall und ich glaube auf Annalaya trifft das auch zu. Unsere Weine werden noch getrunken. Da gibt es andere, die haben eher das Problem, dass die zu 100 Prozent im Keller landen und eben dann Mengen irgendwann auf den Markt zurückkommen, die dann wirklich auch den Preis stören. Das ist jetzt bei uns nicht so. Bisher, toi, toi, toi, du kannst das einfach nicht komplett unterbinden. Du wirst immer Sammler haben oder Witwen, die dann sagen, ich trinke den Wein nicht mehr und da ist der Keller und bitte auflösen und verkaufen, das wird es immer geben. Und das sind dann noch die, wo du dir relativ sicher sein kannst, dass das okay ist. Und dann hast du natürlich auch die, die ihr Schindluder treiben, klar.
Ich habe jetzt tatsächlich den, mir hat jemand angeboten, den Weinkeller von Lars Windhorst, diesem Investor, der auch bei Hertha BSC und so weiter ist wohl in die Insolvenzmasse gegangen. Da waren auch einige Flaschenwelleleier dabei. Ich habe das jetzt auf dem Tisch, muss ich mal schauen, ob ich das mache. Aber das gibt es immer wieder tatsächlich, dass Weine dann auf den Markt kommen, wo man dann erstmal davon ausgeht, dass die schon gut gelagert sind. Aber oft haben Menschen dann, die gucken dann ins Netz und dann sehen die 350 Euro und dann glauben die, sie kriegen 350 Euro. Und das entspricht eben nicht der Realität, weil der Händler natürlich auch nochmal was verdienen muss, weil oft das Fantasiepreise sind. Der hat das seit zehn Jahren drin und verkauft es nicht. Also ist es nicht der reelle Preis, den man dafür erwirtschaften kann. Also wenn man da so einen Weinkeller vererbt bekommt, glaube ich, sollte man die Erwartungshaltung so ein bisschen gedämpft erstmal haben, um nicht zu groß enttäuscht zu werden. Aber jetzt wollen wir über diesen Orneleiher 22 sprechen. der, also Le Cernovo nochmal jetzt zum Preis, der kostet 65,90 und hier sind wir im Bereich 260, 270, 280 Euro. Deswegen Lars, selber schuld, dass du nicht da bist. Wir spucken das alle nicht, jetzt trinken wir das einfach aus. Also, was sagt die Nase? We start 2022.
Barillen zu Le Cernovo von der Nase? Ein bisschen, hast du auch ein bisschen diese rote Paprika? Ich habe dir so ein bisschen rote Ich würde eigentlich im Leben nicht drauf kommen, aber ich glaube, das ist einfach ein Bereich, in dem sich meine Nase nicht auflösen kann.
Also den Pütti Verdot, den du jetzt bei Serenor vermisst hast, der ist jetzt in etwas erhöhterer Anzahl eben auch eine Leier gelandet. Das heißt, jetzt könntest du deine Frage selber beantworten, ob diese Spiciness diese Cuvée irgendwie bereichert oder stört. Also sie ist auf jeden Fall nicht so wie beim Le Volte. Sie ist ganz anders eingebunden. Das liegt auch am Ausbau, den Holzfässern natürlich. Wie viel Prozent ist das hier? 10 Prozent. Also eigentlich beim Le Volte waren es 5. 5 Prozent und ja. Du merkst den Unterschied. Du merkst einfach, wie viel genau, also diese Intensität dieses Weines auch. Und dann hast du schon so ein bisschen diese Vanille, du hast es vorhin gesagt, so eine leichte Fruchtsüße auch, die da ist, aber es ist so.
Und Sarah, da müssen wir vielleicht mit so einem Nimbus aufräumen. Ich finde es, also ich habe es nicht dekantiert, die haben es aufgemacht jetzt vor einer Stunde. Und ich finde, also ich könnte schon so wegtrinken irgendwie. Das ist doch, also das hat sich doch auch verändert. Jetzt nicht nur bei euch, sondern eigentlich überall auf der Welt, dass die Beine, wenn sie auf den Markt kommen, eigentlich auch schon echt, dass du die schon einfach trinken kannst. Ja, definitiv. Also man muss natürlich auch sagen, das Konsumentenverhalten hat sich total verändert. Wir haben jetzt vorhin über die Sammler gesprochen, die irgendwie auch aussterben, weil man natürlich heute eine andere Mobilität hat und man hat nicht mehr diese Weinkeller. Es gibt sie natürlich, die Menschen, die das noch haben, aber der Großteil der Leute, die heute Wein trinken, die kaufen den auch heute oder vielleicht vorgestern, aber die lassen den eben nicht noch zehn Jahre liegen. Dementsprechend muss man auch sagen, wir müssen dann auch unsere Stilistik anpassen. Auf Onelaya finde ich das nicht so extrem, aber ich behaupte immer, dass auch Bordeaux diesen Schritt gegangen ist und einfach Cuvées macht, die jung schmecken, weil das eben auch die Realität ist, auch in der Gastronomie. Wo findest du noch Gastronomen, die heute nicht nur das Geld, sondern auch den Platz haben, das zur Seite zu legen und nochmal irgendwie fünf Jahre zu warten, dass du findest Onelaya 21, 22 jetzt auf den Karten. Und ich möchte jedem die Sorge davon nehmen, diesen Wein zu öffnen. Es ist natürlich ein Baby, aber der schmeckt. Du kannst dann ohne Probleme trinken. Du hast nicht das Gefühl, du beißt auf Holz, oder? Nee, nee, nee, gar nicht. Aber mich würde nochmal, kenne ich nochmal von dem Le Serra. Wie heißt der? L'Essere Nouvelle. L'Essere Nouvelle.
Probier doch mal dagegen. Genau. Da hast du recht. Danke.
Am Ende finde ich, am Ende habe ich so ein bisschen so einen Rumtopf. Also ich habe so ein bisschen so eine Erdbeere, die vielleicht da so eingelegt war oder so. Ich finde, da spürt man so ein bisschen die Wärme des Jahrgangs. Ich bilde mir ein, auch wenn du es mir vorher nicht gesagt hättest, dass ich das so gemerkt hätte. Aber ich mag es trotzdem. Was heißt, ich mag es? Ich finde es eigentlich spektakulär. Also ich finde der Weinhardt, der ist so, das ist schon echt ziemlich perfekt. Ja, aber ist das krass. Weil eben, als ich ihn getrunken habe, dachte ich so, ja, also, ja, super. Aber der davor war auch super. Aber wenn ich jetzt nochmal das Serenove probiere, dann schmeckt mit der Ornelay ja schon nochmal besser. Ja, das wäre auch quasi, wäre eigentlich cool für dich, wenn es anders wäre. Ja, ja, aber auch wenn du da sagtest, dass die Weine von Robert Parker damals so ähnlich bewertet wurden. Das ist das Magab, ja. Dass man einfach auch schauen muss, aber das geht ja auch deutschen oder österreichischen Winzern immer so, wenn sie ihre Blends machen, um zu sagen, hey, und manchmal, wenn ich verkoste, auch für den Pfalzdorf, probiere ich den Ortswein und der gefällt mir besser als der Lagenwein. Und wenn ich den zum Beispiel gleich hoch bewerte, ist das eigentlich schon eine Ohrfeige für den Lagenwein, der deutlich mehr kostet. Aber wenn er mir nun einfach besser schmeckt, wenn ich einfach finde, da ist einfach alles so viel besser gelaufen, dann ist das so. Aber so richtig cool für den Winzer ist es nicht, weil er muss natürlich sein Geld damit verdienen.
Und gibt es denn, Sarah, jetzt sagen wir, diese Weine sind so jung schon trinkbar, aber man spricht auch immer so von wellenförmigen, reife Zuständen. Also gibt es dann so einen Moment, wo man sagt, nach fünf Jahren, sieben Jahren, dass der Weiner auch in erstmal so ein Loch fällt und aus dieser Fruchtwasser raus. Was ist da deine Erfahrung? Definitiv. Also das verändert sich total. Und ich würde schätzen, dass wir in zwei Jahren mit dem weniger Spaß haben als jetzt. Weil er sich einfach wirklich total verschließt. Er geht dann mehr auf die Tannine, die Nase geht zu. Also wenn ich sage, die Nase geht zu, dann meine ich, man riecht nicht mehr viel von der Aromatik. Und dann, sage ich mal, nach fünf Jahren, so fünf Jahre, dann geht es wieder aufwärts. Ist das typisch? Gibt es bei allen Weinen, dass die in so einem Wachwein? ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass es diese primäre Fruchtphase gibt, diese ersten zwei, drei Jahre, nachdem er auf den Markt kommt.
Und danach, also auch bei jungen Weißen, hat ja viel damit zu tun, wenn er mit Kohlensäure abgefüllt wird, wenn diese Kohlensäure sich dann quasi verflüchtigt hat, dass dann dieser frische Faktor auch weg ist und der Wein schon wirklich anders schmeckt am halben Jahr. Das ist dann schon so, aber kann man das umgehen oder muss man einfach jedes Jahr eine Flasche aufmachen und sagen, wie schmeckt der mir jetzt oder Das ist so schwierig, weil ich finde, es macht einfach auch andere Umstände machen so viel mit dir und mit dem Wein. Also wir probieren diese Weine ja wirklich so oft und an so verschiedenen Orten auch auf der Welt und das kann dir heute sein, dass dir der heute super gut schmeckt. Und dann probierst du den Morgen in Moskau in einen ganz anderen Raum, der vielleicht nicht wirklich so hell ist oder so und der schmeckt dir ganz anders. Verwandt auch noch wahrscheinlich. Genau, ja, das natürlich auch noch. Aber das ist wirklich so. Also es hat was mit dir selber zu tun, mit deiner Stimmung, mit so vielen Faktoren. Deshalb finde ich es... Es ist wirklich schwierig. Und dann natürlich dekantieren hilft total. Wenn du den dann dekantierst, hast du dann vielleicht auch wieder einen Wein, der zugänglicher wird.
Was war denn dein bester Onelaya, den du jemals getrunken hast? Also ich hatte ja schon das Glück, wirklich alles zu probieren von Anfang. Also vom ersten Jahrgang, der ja 85 war. Also bei auch einem privaten Sammler. Und da muss man ehrlicherweise sagen, das kommt ja auch oft die Frage, wie lange kann man die denn überhaupt lagern? Man darf nicht vergessen, dass 1981 die Reben gepflanzt wurden. 1985 wurde der erste Jahrgang gemacht. Und das macht natürlich auch was damit, wie lange der jetzt reift. Also den würde ich jetzt jedem empfehlen aufzumachen, weil das macht keinen Sinn, den noch liegen zu lassen. Bester Jahrgang, also ich finde 2.1, 2.6, finde ich großartig auch im Moment.
90er Jahre auch großartig, 95. Super toll, wenn man da die Hände drauf bekommt. Aber wenn du jetzt nur einen Jahrgang dir aussuchen dürftest für bester Jahrgang, welcher wäre das? Aktuell würde ich sagen 2006. Okay. Und dann einfach für unsere Hörer, weil es gibt natürlich einige Freaks schon oder Leute, die wir quasi von normalen Weintrinkern zu Freaks gemacht haben und auf diesem Weg begleitet haben, gibt es auch einen weißen Ornelaya. Den haben wir jetzt heute nicht, aber kannst du uns kurz was dazu sagen? Weil bemerkenswerterweise dieser sogar teurer ist als der rote Ornelaya. Genau, also wir machen ein Onelay Bianco, ein Weißwein, das ist 100% Sauvignon Blanc. Es gibt davon nicht viel, wir machen von den 134 Hektar knapp 15 Hektar Weißwein und davon ein kleiner Teil wird Onelay Bianco, das hängt auch immer so ein bisschen vom Jahr ab, also in 2022 definitiv weniger als sonst. Das sind dann ein paar tausend Flaschen. Ja.
In der weltweiten, das klingt immer so viel, aber in der weltweiten Verteilung ist das nicht viel.
Und da kommt dann auch der Preis her. Also es ist nicht so, dass wir den Abruf teurer verkaufen, sondern es ist einfach die Preisentwicklung, die Nachfrage, die dann eben auf dem Markt stattfindet. Es gibt wenig und natürlich auch ein Gastronom, der den hat, sagt halt, ich möchte nicht, dass XY den einfach weg bestellt, sondern ich möchte den schon zu einem Preis auf der Karte haben, dass man sich das gut überlegt. Onelaya Bianco ist deshalb auch immer noch relativ unbekannt, weil es gibt einfach nicht viel. Aber sagen wir, der 2006er Onelaya, also was würde der kosten, wenn ich den jetzt haben wollte? Würde ich den überhaupt kriegen? Also ich sage jetzt mal, der hat mal wahrscheinlich gekostet, wenn du den gekauft hättest in 2008, ungefähr seit so lange handel ich mit diesem Wein, vielleicht zwei, drei Jahre länger, wahrscheinlich hat der mal gekostet 129 oder 139 Euro, wenn du den gekauft hättest. Und heute kostet ja 279, glaube ich, der aktuelle Release jetzt. Das heißt, allein das würdest du immer wahrscheinlich bekommen wie der aktuelle Jahrgang und im besonders guten Jahrgang vielleicht sogar mehr. Also vielleicht nur? Ja, mit großer Wahrscheinlichkeit mehr. Aber was heißt mehr? Naja, vielleicht hat sich dann der Preis für dich verdreifacht. Ich würde schätzen so 400, 450 Euro. Okay. Aber die Wahrscheinlichkeit, den zu kriegen, ist relativ gering. Ja, wir haben ihn gestern getrunken. Achso, ja, natürlich.
Wir hatten gestern eine Vertikale mit 14 Jahrgängen. Und da hat zwei Sex gewonnen. Überrascht dich nicht, ne? Ja, nee, das frage ich auch. Ist ja auch egal. Na gut, das ist mein Job. Du, was soll ich machen? Ich treffe mich mit tollen Menschen und trinke tolle Wein. Morgen, morgens Haus V-Trainer und Vorstand und abends eine Bleihe 2006. Das ist halt ein He. Das ist Welcome to my Life. Hartes Leben. Ich werde sogar noch rot. Es muss mir gar nicht unangenehm sein. Das ist harte Arbeit. Das fällt nicht auf. You bring me into Verlegenheit und nicht in Determination. Ja. Herrlich. Haben wir über alles besprochen, was wir sprechen mussten? Achso, ich hatte noch eine Frage. Verkauft ihr auch nach Frankreich? Wir verkaufen nach Frankreich. Frankreich ist aber kein so groß am Markt. Okay, weil die irgendwie das Bordeaux haben und sagen, wir machen das selber hier, die Rotweine? Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob es daran wirklich liegt, aber es ist tatsächlich so, dass der Franzose im Allgemeinen eher französische Weine trinkt. Spanien zum Beispiel kannst du genau gleichsetzen. Spanien ist ein super schwieriger Markt für uns. Du hast natürlich die Sterne Gastronomie.
Die nehmen das dann schon auf die Karte. Und ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass der gemeine Franzose und Weintrinker und Liebhaber auch super dankbar ist, wenn der Mann einen deutschen Riesling irgendwo findet oder ein Italiener. Aber es ist halt so, sie haben selber eine große Produktion und ihre eigenen Weinen sind natürlich auch, also sie haben einfach eine große Vielfalt. Ja, das ist vielleicht so ein bisschen wie wir unser eigenes Bier trinken oder so. Kann man das vergleichen?
Wahrscheinlich, wobei man freut sich auch über belgisches Bier. Ja, so ein Löffel. Aber ich bin jetzt auch nicht so der krasse Biertrinker, aber wenn man das so guckt, dann ist so die deutsche Bier Tradition auf den Deutschen. Aber du bist doch bei uns als der Biertrinker und Apfelschweintrinker in den neuen Eingang. Ja, aber ich muss einen Grund finden, warum ich gar keine Ahnung... Unabhängig von deiner Menschlichkeit, deiner genialen technischen Profession und allen anderen Gründen, tausend Gründen, warum du hier bist. Müsstest du noch weitere Gründe finden? Ja, musste ich noch weitere Gründe finden. Deswegen war ich der Biertrinker. Zeigst du erst mal. Ja, genau. Aber dann hatte ich Angst, dass mir jemand eine Bierfrage stellen würde. Graf Heuer, der ist ja gelernter Brauereinmeister. Habe ich vorsichtshalber auch dieses Geheimnis gelüftet. Wobei, ich habe noch eine Frage quasi, wem das Weingut gehört. Ich glaube, oder kannst du vielleicht kurz zur Historie, weil ich glaube, das ist so ein bisschen Wissen, das man mal mitnehmen kann, wenn man irgendwo mal sitzt und kann vielleicht damit glänzen. Fresco Baldi. Fresco Baldi, das ist absolut korrekt. Tatsächlich denken viele Leute nach wie vor, dass wir zu Antinori gehören. Und das ist auch so gewesen. Wir sind, habe ich vorhin schon mal kurz erwähnt, von Ludovico Antinori gegründet worden.
Und Ludovico Antinori hat aber dann im Laufe der 90er Jahre auch finanzielle Probleme und hat Onolaya Macedo verkauft. Achtung, er hat sie nicht direkt an Frescobaldi verkauft. Frescobaldi ist sicherlich die größte Konkurrenzfamilie, wenn man sich eine aussuchen könnte in Italien. Dann ist es sicherlich die Konkurrenz zwischen Familie Frescobaldi und Familie Antinori. Sondern sie haben an Mondavi verkauft.
Aus dem Rappavalli. Genau, also amerikanische, auch sehr große Wein-Familien. Also bevor ich den Nachbarn verkaufe, verkaufe ich es ans andere Ende der Welt eigentlich. Genau. Ich würde mal sagen, der ist überall eigentlich unüblich, dass das so ist. Genau, sie haben da so ein bisschen vielleicht eine Milchmädchenrechnung gemacht, weil die Familie Mondavi dann Anfang der 2000er selber in die Finanzkrise kam und mussten auch verkaufen. Und sie haben dann 2001 den ersten Teil 50 Prozent an die Familie Fresco Baldi verkauft und dann 2005 die zweite, 50 Prozent, also die zweite Hälfte. Und seit 2005 gehören wir zu 100 Prozent zur Familie Frescobaldi. Und wie findet das die Familie Antinori, dass die Frescobaldis jetzt die Inhaber sind? Ich hatte noch nie die Gelegenheit, Ludovico selber zu fragen. Aber nach allem, was ich gehört habe, ist das also, an was wir auch fühlen, also als direkte Nachbarn, wir sind ja wirklich direkte Nachbarn, ist es schon was, was sehr nachhängt. Also Ludovico hat 2016 im Dekanter mal ein Interview gegeben Und da haben die ihn auch gefragt, was der größte Fehler seines Lebens war. Und da hat er auch gesagt, also Masseto und Ornelay zu verkaufen, war der größte Fehler seines Lebens. Und wir merken das auch. Also wir verkosten zum Beispiel zweimal im Jahr unsere Nachbarn einfach mit blind, also weiß und rot, einfach um so ein bisschen zu benchmarken. Da kommt dann auch mal ein Bordeaux mit rein oder einfach andere Sachen, die auch Bordeaux Blends machen.
Wenn wir eine Flasche Sassicaia möchten, wir müssen die ihm mal kaufen. Also es gibt keine Kommunikation, es gibt keinen Austausch, es ist komplett... Also direkte Nachbarn heißt wirklich, ihr seid Grundstück an Grundstück? Also von der Verwaltung her nicht. Also von unseren Büros, da ist schon Platz dazwischen. Aber wenn du auf Onelaya reinfährst, kannst du die Hänge von Sassikaya sehen. Also Sassikaya-Hänge sind oberhalb von Macedo. Also es ist wirklich nah beieinander.
Krass. Und grüßt man sich dann? Schwierig. Also auf Messen, wir sind natürlich auf Messen auch oft in unmittelbarer Nähe. Also Onelaya, Sassikaya sind teilweise auch mit denselben Importeuren. Und dann sind wir oft nebeneinander oder direkt gegenüber. Man sagt sich schon Hallo. Also ehrlicherweise, ich habe ja auch mit der Familie nichts zu tun. Ich bin einfach nur eine Angestellte, in Anführungsstrichen. Und trotzdem merkst du diese Distanz, diese Distanziertheit, diese gewollte Befangenheit. Und Sassikaya gehört an die Neure-Familie? Ah, okay. Und dann gibt es aber noch Biserno. Biserno ist ja gegründet von Ludovico. Genau, aber es gibt auch einen Wein, der Ludovico heißt. Genau, das ist seine Top-QV. Und er hat ja selber dann wieder ein Weingut gegründet und das wiederum grenzt direkt an, also seine Rebflächen grenzen direkt an Bellaria, also an die Rebfläche, von der ich vorhin kurz erzählt habe, die mir in der direkten Lage am Wasser und da hinten dran hat er quasi dann sein Weingut gegründet. Das klingt dann nach einer großartigen Geschichte. Falkencrest. Ja, wirklich. Ich glaube, da muss man irgendein Filmemacher so ein Italo-Ding drüber reden. Über stolze, stolze Männer. Naja, also es ist einfach, ich glaube auch, die Frescoballi-Familie ist ja, ich war ja nun letztes Jahr bei euch am Weingut.
Man kennt es ja gar nicht mehr aus mit den ganzen Cousins und Onkeln und dann kommt der quasi Grand-Senieur und so weiter. Das ist ja auch eine große Familie. Die sind riesig. Ich versuche immer mal so einen Blick auf einen Stammbaum zu bekommen, weil ich wirklich, also ich meine, seit 2016 bin ich jetzt da angestellt und ich treffe immer noch Menschen, die ich noch nie gesehen habe. Und das sind jetzt nicht einfach irgendjemand, sondern das ist wirklich also direkte Familie, weil es ist einfach riesig. Die Familie ist riesig und die sind ja auch nicht nur im Weinbau. Also das muss man ehrlicherweise sagen, das trifft übrigens auch die Familie Antinori genauso zu. Also erstmal gehört ihnen Halbflorenz an Palazzi und so weiter. Aber es ist dann eben auch so, sie sind mit Rennpferden, sie haben Landwirtschaft ansonsten. Also die Familie Frescoballi hat insgesamt fast 1000 Mitarbeiter.
Als jeder in diesem Glas quasi aufbauend am Weingut saß, gab es einen ganz riesen runden Tisch mit internationalen Sommees. Das war wahnsinnig spannend. Da gab es eine Verkostung auch mit dem Kellermeister. Da haben wir 22 schon probiert. Und da war auch einer aus der Familie, Fresco Baldi, am Tisch. Und ich fand, der hat sich so wahnsinnig gut ausgekannt damit. Also ich war so begeistert, weil oft sind das ja quasi die Inhaber, die freuen sich über die wirtschaftlichen Kennzahlen. Aber ich hatte so das Gefühl, die sind so voll mittendrin im Thema, was ich als positiv empfunden habe. Ist das auch wirklich so?
Show für die... Nee, also das ist schon auch die letzten Jahre sehr viel mehr geworden. Und die Person, an die du dich erinnerst, ist Lamberto Frescobaldi. Das ist unser, wie sagen wir, Präsident ist der offizielle Titel. Also er ist eben derjenige, der das Unternehmen in dem Moment führt und der natürlich dann auch den Vorsitz, sage ich mal, über Onelay hat. Hat er in Englisch gesprochen? Da hast du gar nichts gehört. You don't really hear that. Was italienisch? You're really good. Also es war schon cool. Das sind wirklich schon sehr, sehr gebildet, das muss man sagen. Und auch immer noch sehr down to earth, finde ich. Also so in allem sehr bescheiden, aber sie sind regelmäßig auf Ornelaia und es ist auch so, dass die im Sommer da übernachten. Wir haben ja Gästezimmer, die wir nicht vermieten, aber die wir auch nutzen, wenn ich ja zum Beispiel unten bin oder so. Und das kommt schon vor, dass die dort dann einfach raus aus der Stadt, aus Florenz raus und dann eben vermeintlich ans Meer, dass die dann da sind. Das war so die eine große Falle, in die ich getabt bin. In 2016 bin ich ja aus Bordeaux nach Bollgeri gezogen. Und es war August, also ich habe am 22.08. angefangen. Und es gab natürlich keine Wohnungen mehr, weil alles ist vermietet an Touristen. Und dann hat es geheißen, du kannst die ersten sechs Monate auf dem Weingut wohnen. Und das war auch völlig okay.
Es hat mich nie jemand darauf vorbereitet, was mich da erwartet. Nicht nur von der Sprache, sondern auch von der Familie oder so. Und ich habe da am Wochenende, natürlich, wenn man da ist, Man geht dann da so leichtsinnig, bin ich da rausgegangen in Hotpants und Flipflops mit meinem Müllbeutel und wollte einfach nur das wegbringen und dann zum Meer fahren. Und dann sitzt da die gesamte Familie Frescobaldi wirklich, der Who is Who, unten, rauchen Zigarre und trinken ihr Gläschen, weil sie danach auf irgendeine Dinnerparty eingeladen waren. Und das hat mir natürlich keiner gesagt, da denkt auch bei uns keiner dran, aber ich bin da voll reingeladen. Und das war mir so ultra peinlich. Aber was haben die gesagt?
Buongiorno. Die waren super nett. Die waren einzig selber auch so überrascht. Aber ich sah wirklich so unmöglich aus. Ich habe mir gedacht, bringen Sie den Plastikmelik extra raus? Das ist unmöglich. Unmöglich. Schöne Geschichte. Thanks for sharing. Super Geschichte. Super peinlich war das. Nein, nein. Das wäre die Wassermelone gewesen. Genau. Aber dann ja sehr positiv entwickelt. Ja, Mensch, tausend Dank. Sarah Schmidt for coming. Und uns diese Weine mitzubringen, ist natürlich auch für uns etwas, was wir nicht jeden Tag trinken. Also ich gestern schon, aber heute nicht. Ich habe jetzt gestern mal ausgelassen. Und zeigt einmal mehr, finde ich, auch diese ganz großen Beine. Da sind immer Menschen dahinter, die es machen. Und wenn die noch so sympathisch sind, ist das noch viel angenehmer. Und man hat dann ein Gesicht auch dazu. Und du bist nun jetzt nochmal das Gesicht quasi auch für dieses Deutschland, Österreich, Schweiz, Region. Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Dankeschön. Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Vielen Dank, dass du da warst.
Music.