Vier Flaschen, der Wein-Podcast der Funke Mediengruppe. Unser Partner Havesco feiert 60-jähriges Jubiläum und macht jeden Wein zum Erlebnis. Das vorgestellte Vier-Flaschen-Paket ist versandkostenfrei bestellbar auf havesco.de. Herzlich willkommen heute zu einer sehr besonderen Folge. Zum einen ist Lars nicht dabei, ich weiß gar nicht, wo er ist, weißt du das? Im Urlaub.
Aber er hat mir noch gesagt, bitte vergesst nicht, euch vorzustellen. Ah, genau. Also genau, ich bin Axel Leonhardt und das ist Michael Coutet. Er ist Geschäftsführer der Hanselounge, ein Private Business Club in Hamburg, der neben extrem leckerem Essen auch sehr, sehr gute Weine serviert. Und Michi kennt sich wie kein Zweiter mit Weinen aus, würde ich sagen. Ganz im Gegensatz zu mir, ich bin ja hier dazu gekommen wie die Jungfrau zu dem Kinde. Eigentlich wollte ich nur die Technik machen, aber dann sollte ich hier sitzen, weil ich keine Ahnung von Wein habe und deswegen Fragen stellen kann, die das Niveau nicht zu weit in den Himmel schießen lassen. Und das ist heute super geil, weil heute geht es darum, die Leute abzuholen, die noch gar nichts über Wein wissen. Oder ganz, ganz wenig Lust haben, aber eben gerade erst in dieses Weinbusiness eintreten. und denen fühle ich mich auch immer noch ein bisschen zugehörig. Um das ein bisschen zu sortieren, habe ich ChatGPT gefragt, was man denn zum Weinwissen zählen muss. Und ChatGPT sagt, dass man eine gewisse Kenntnis über Rebsorten haben sollte, über Weinregionen, also wo denn diese Rebsorten angebaut werden, weil das beeinflusst natürlich auch den Geschmack eines Weines. Man sollte sich ein bisschen mit Weintypen auskennen, darüber wollen wir reden, also Weißwein, Rotwein, aber auch Champagner oder andere Sparklingweine.
Ja, über die Weinherstellung, ich weiß nicht, ob wir da so viel drüber reden werden, aber da gibt es natürlich auch Unterschiede, also wie Winzer denn den Wein erzeugen. Wir wollen ein bisschen über das Verkosten reden, wie man das macht, was das Prozedere ist. Über Serviertemperaturen finde ich auch sehr wichtig. Lagerung hat Chagibitino vorgeschlagen, ist vielleicht nicht ganz so wichtig. Wir wollen kurz über Wein und Essen reden und ich würde auch gern ein bisschen über Weinetikette reden und vielleicht damit auch anfangen. Michi, folgende Situation. Ich bin irgendwo eingeladen und habe also keine Ahnung von Wein, weiß aber, mein Gastgeber hat Ahnung von Wein. Und ich will irgendwie durch den Abend kommen, ohne mich total nackt machen zu müssen und zu sagen, ich kann gar nichts, aber ich muss die größten Klippen irgendwie umschiffen.
Und vielleicht mal so ganz offen gefragt, was sind so denn die Sachen, was sind die Sachen?
Wo du sagst, das sollte ich am besten nicht verfolgen. Wow, okay.
Ja, also ich glaube erst mal die Leute, die uns schon seit viereinhalb Jahren verfolgen, ich glaube für euch ist das jetzt nicht die perfekte Folge heute. Kann man so sagen. Und das sind ja sehr, sehr viele, die uns wirklich sehr, sehr treu hören. Ich meine, ihr könnt natürlich dabei bleiben und man hört immer wieder Sachen vielleicht, die man noch nicht wusste, hoffentlich. Und natürlich auch probieren wir vier wirklich coole Sachen. Also ich habe etwas Pricklendes ausgesucht, einen trockenen Weißwein, einen klassischen Bordeaux und dann gibt es hinterher noch mal etwas mit ein bisschen Süße, weil ich weiß, dass es deinem Gaumen besonders schmeckt. Zu deiner Intro, die wahnsinnig toll war, muss ich sagen, es hat sich natürlich viel verändert in den letzten Jahren, wo wir zusammen sind, dass du auf jeden Fall kein Newbie mehr bist, auch wenn du manchmal damit kokettierst. Also wie du über Wein sprichst, wirklich hat sich extrem verändert. Aber heute die Folge soll eigentlich abzielen, nicht zu nerdig zu werden, sondern wirklich so ein paar Basis-Dinge für Leute, die wirklich sagen, Wein hat mich immer mal interessiert. Diesen Podcast habe ich das Gefühl, da steige ich irgendwo rein und bin mittendrin, muss also wirklich von ganz Anfang an anfangen, was ja einige auch machen, die bingen das dann durch, das weiß ich, das wird uns auch geschrieben und heute wollen wir dazwischen einen Cut machen für Leute, die sagen, pass mal auf, das ist mein Wein-Podcast, hör jetzt in die aktuelle Folge rein, du bist noch nicht so im Wein und wir nehmen dich so ein bisschen an die Hand. Also das nochmal kurz mein Einstieg. Deswegen ist es vielleicht auch gar nicht so schlimm, dass Lars nicht dabei ist, weil es geht jetzt quasi heute um den... Ich weiß, du hast eigentlich gut zu wissen alles. Ja, Lars kennt sich schon aus, aber auch jetzt noch nicht so wahnsinnig gut.
Naja, ihr beide könnt das wahnsinnig, die Weinwert ist so groß und kenne ich mich auch wahnsinnig gut aus. Nein, aber ich beschäftige mich natürlich jeden Tag auch damit. Denn die Frage ist wahnsinnig komplex. Also wie kannst du dich jetzt nicht komplett daneben, also wie kannst du, wenn du irgendwo eingeladen bist bei jemandem, der sich mit Wein auskennt, ist immer schon die Frage, was macht ihn zu einem Weinkenner? Weil er viel Wein zu Hause hat, weil er viel Geld ausgibt dafür, ist er noch lange kein Kenner. Das stimmt, aber vielleicht kenne ich einfach mal, also zum Beispiel, bringe ich dem Wein mit? Wieso nicht? Weil ich mich nicht auskenne. Also ich kenne mich mit Film aus sozusagen. Und wenn jetzt jemand kommt und mir eine DVD mitbringt, weil ich mich mit Film auskenne.
Denke ich, selbst wenn ich die DVD nicht habe, würde ich sie wahrscheinlich nicht wertschätzen, weil ich denke, der hat einfach keinen guten Filmgeschmack und deswegen kriege ich auf keinen Fall, was auf dieser DVD drauf ist. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er mir etwas mitbringt, was ich nicht mag, ist halt extrem hoch. Deswegen würde ich mich über andere Sachen mehr freuen, die ich sozusagen in meinem Revier... Also das ist natürlich jetzt generell die Frage, wie hoch ist das Budget, das du hast für so ein Geschenk? Also wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ich würde ihm etwas mitbringen für 50 Euro, Weil ich weiß, der macht Weine auf, die kosten bestimmt mehr oder eben auch nicht, weil er sagt, der hat eh keine Ahnung, das mache ich nicht, aber der wäre ein schlechter Gastgeber. Ein guter Gastgeber sagt, ich trinke selber auch was Gutes, wie dem meinem Gast eine Freude machen. Also wenn du in ein Weinfachgeschäft gehst und sagst, ich habe 50 Euro, ich möchte ein Geschenk mitbringen für jemanden, der sich mit Wein auskennt, dann glaube ich, wirst du immer eine Flasche Wein bekommen, wo auch ich mich darüber freuen würde. A, wüsste ich relativ schnell, oh, das ist schon was Ordentliches. Wenn du sagst, ich habe einen Zehner, dann würde ich nichts. Das ist dann zu wenig, um mich irgendwie abzuholen, dass ich sage, wow, ich finde, das wäre auch jetzt nicht genug Wertschätzung. Das würde ich schon über den Preis definieren. Okay.
OMR, das ist das Festival für das digitale Universum. Und wir können unser Glück nicht fassen, denn wir sind live mit dabei. Am 7. Mai ab 20 Uhr sind Michi, Lars und ich auf der Foodstage mit einem vier Flaschen Special zum Thema Weinwissen, das Eindruck macht. Seid auch ihr auf der OMR mit dabei und sichert euch den Hamburg-Pass für den 7. Mai ab 13 Uhr für nur 89 Euro. Dafür?
Folgenden Code ein. OMR25 minus Hamburg und den gebt ihr ein auf tickets.omr.com slash festival. Und dann kriegst du also zum Beispiel jetzt, wir starten jetzt heute mit einem, Schaumwein, einen Cremant von der Loire. Und der kostet normal 28, den gibt es aktuell gerade für 14 Euro. Über den würde ich mich schon freuen, jetzt nichts zum Durchdrehen, aber es ist schon wirklich sehr, sehr gut. Würde ich jemanden, der wirklich, wo ich glaube, der hat so viel Weinahnung, du müsstest ja zwei Sätze dazu sagen. Die müsstest du dir natürlich merken. Du kommst zu mir und sagst, ich würde gerne für 50 Euro sagen, hier, das ist so ein ganz toller Chiraz aus Australien. Das Besondere daran ist, dass er, keine Ahnung was, nur im gebrauchten Holz ist. Deswegen ist er nicht ganz so opulent, nicht ganz so international, eher europäisch. Das würde ich dir sagen, wenn ich dir den Wein gebe? Genau, dann würdest du sagen, Ich habe dir den mitgebracht. Warum habe ich dir den als Geschenk mitgebracht? Weil das Besondere finde ich, und dann würde der Beschenkte, der Gastgeber schon denken, oh Mensch, der hat sich dann Gedanken gemacht. Ich glaube also sehr wohl, dass du Wein mitbringen kannst. Aber würdest du das nicht merken, wenn ich jetzt wirklich keine Ahnung von Wein habe? Natürlich würde ich es merken. Aber ich unterstelle mal, dass die absolute Mehrheit der Menschen überhaupt keine Ahnung von Wein hat. Auch die, die so tun.
Wirklich, das ist so. Das ist ganz böse. Ist aber überhaupt nicht schlimm. Weil ich habe auch wenig Ahnung vom Wein, obwohl ich schon viel Ahnung habe, aber es ist so weit, so groß dieses Feld. Aber ich meine, wenn du merkst, ich erzähle dir jetzt da was über den Wein und du merkst, ich habe mir das angelesen und weiß das gar nicht so richtig, wäre ich dann nicht irgendwie in deinen Augen so ein Aufschneider? Das weiß ich nicht, aber wenn ich nun selber auch ein Aufschneider bin, weil ich selber auch nicht, dann wäre es schon schwierig. Ich würde sagen, ich würde es nicht so empfinden. Ich würde mich freuen, weil du weißt, das ist meine große Leidenschaft und da hast du dich so ein bisschen reingefuchst, dann würde ich das als wertschätzend empfinden. Okay. So würde mir das gehen. Ja, okay. Okay, wir fangen jetzt an, wenn ich diese Flasche aufmache schon mal. Ein Schaumwein, den erkennt man in der Regel, wenn er also ein Flaschengärverfahren hat, Das ist schon mal, okay, wo fangen wir an? Da fangen wir schon mal an. Also wenn die Kohlensäure auf natürlichem Weg über die zweite Vergehrung und die Hefe in diese Flasche gekommen ist, dann hat er einen gewissen Druck und damit dieser Korken nicht einfach rausfällt, wird er nochmal gesichert mit dieser Agraffe.
Das heißt, ich löse den ersten Teil dieser Öffnung, das ist meistens so angezeichnet, das kann man hier wunderbar, die, die uns auf YouTube ansehen, sehen das in dem Video. Uns kann man übrigens auch auf YouTube ansehen dann, klappe ich das runter, drehe das auf, allerdings bin ich da schon immer vorsichtig und ich halte immer meinen Daumen schon drauf, weil ich nicht weiß, zum Beispiel wenn ich den aus dem, Kofferraum bei 30 Grad in den Tiefkühlschrank packe, weil ich denke, ich muss ihn ganz schnell kalt kriegen, dann wird da drin nochmal mehr Druck sein und das kann mir dann schon um die Ohren schließen, also es ist nicht ungefährlich also man hat also fünfeinhalb, sechs Bar Druck, so eine Sekt-Champagner-Flasche. Das ist also wie so ein Autoreifen und da kann man sich schon wirklich wehtun. Das muss man also aufpassen. Autoreifen hat eigentlich, also beim Pkw eher so zwei, drei, oder? Dann ist es deutlich mehr so.
Und dann, in dem Fall, drehe ich es ein bisschen und dann merke ich schon, er kommt mir entgegen. Das heißt, ich halte die Flasche auf jeden Fall so, dass ich niemand anders verletze, weil das schießt dann schon richtig raus. Okay, aber hält man sie nicht ein bisschen schräg eigentlich? Das in dem Fall muss ich jetzt nicht machen. Man kann es schräg halten, wenn man es vorher ein bisschen geschüttelt oder bewegt hat, habe ich nicht. Und deswegen muss ich es überhaupt nicht schräg halten. Wie ein Damenfurz. Genau, so ganz leise. Und dann prickelt auch nichts raus. Man kann es auch säbeln. Das ist die Kunst des Zabrierens. Genau, das man schon mal gehört hat. Dann macht man quasi nur die Agraffe ab und geht entlang der Naht der Flasche. Jede Flasche hat eine Naht. Die seht ihr, wenn ihr mal diese Flasche genau anschaut. Geht man dann entlang und kann den Kopf hier wegsäbeln. Das war schon sehr fortgeschritten. Aber wir sind ja jetzt bei Weingattungen sozusagen. Also das ist ein Schaumwein oder ein Sparkling, sagt man auch. Ja genau, ein Schaumwein ist es.
Was gibt es denn für Schaumwein? Also erstmal die Königsdisziplin ist der Champagner. Das ist also der teuerste Schaumwein, den es gibt, der nur aus der Champagne kommen kann. Das ist eine Weinregion mit den Hauptstädten Reims und Epernay. Das ist eine Stunde von Paris entfernt, relativ nördlich.
Und das Besondere daran ist, Champagner darf nur Champagner heißen, wenn die Trauben und die Produktion innerhalb dieser Region Champagner stattfindet. Alles andere, zum Beispiel die Amerikaner, bezeichnen alles, was irgendwie Kohlensäure hat, immer Champagne, was nicht richtig ist. Aber wir in Europa sind da schon ein bisschen genauer. Aber darf er auf der Karte Champagne heißen? Darf er auch nicht auf der Karte Champagne heißen. Und früher hat man auch gesagt, Auch nicht in Amerika. Auch nicht in Amerika. Und früher hat man gesagt, dass ein Sekt, der nach Champagnerverfahren gemacht wurde, das hat die Champagne auch juristisch eingeklagt. Also es darf das Wort Champagner auf keinem Produkt stehen, das außerhalb der Champagner produziert wurde. Auch nicht Champagnerverfahren? Auch nicht Champagnerverfahren, sondern man sagt jetzt nach traditionellem Verfahren. Was eben heißt, oder Flaschengärverfahren, was aber die Methode heißt, die auch in der Champagner erfunden wurde, wie diese Kohlensäure da reinkommt. Genau. Und in der Champagner sind es drei Hauptrebsorten. Da können wir das Thema Rebsorten schon ein bisschen anschneiden. Das ist der Chardonnay, der Pinot Noir und der Pinot Meunier. Also Chardonnay, Pinot Noir, anderes Wort, ist auch Spätburgunder. Und der Pinot Meunier ist Schwarzriesling, ist aber auch eine Rotweinrebsorte. Also in der Champagne mehr, zwei Drittel Rotweinrebsorten, ein Drittel Weißweinrebsorten.
Dann vermengen wir so die Kategorien. Okay, bleiben wir bei einer. Bleiben wir bei der Schaumwein. Bei der Weingartung. Das ist ein Schaumwein. Wir haben beim Sparkling oder Schaumwein, also prickelnden Wein, den Champagner als Königsdistrikt. Was kommt denn als zweitunterst? Kann man so eindeutig nicht sagen, aber diese Art, wie Champagner gemacht wird, die gibt es ganz, ganz viel und überall auf der Welt. Diese klassische Flaschen-Gärform. In Österreich gibt es tolle Winzersekte, In Deutschland gibt es tolle Winzersekte. Also dann heißen? Heißen die Winzersekte. Genau, Winzersekte. In dem Fall jetzt gibt es zum Beispiel Andalois, in der Burgund, im Südfrankreich gibt es Cremence. Es gibt Cavas in Spanien. Also ist das nun eine andere Bezeichnung für Winzersekte? Genau, das ist eine andere Bezeichnung für Winzersekte. Bevor es jetzt zu detailliert auch wird, da gibt es also auch nochmal unterschiedliche Bezeichnungen. Aber wir fangen jetzt einfach in der Top der Pyramide an. Da gibt es also auch Sekte aus Italien, Franciacortas, die wirklich auch nur aus einem Jahrgang sind. Das ist so ein bisschen die Königsdisziplin, wenn es nur aus einem Jahrgang kommt, da steht dann auch der Jahrgang drauf.
Und ansonsten werden in der Regel genauso wie dieses Produkt und wie jeder Wöff, Cliquot, Mouillet, Chandon, Bollinger, alles was man so kennt in der Basis, wird aus unterschiedlichen Jahrgängen zusammengemischt, ja, küvetiert, um am Ende ein Produkt zu haben, das möglichst immer gleich schmeckt, um einen Signature-Geschmack zu haben, dass man sagt, ich mag gerne Wöff, Cliquot und diese orange Label schmeckt immer gleich. Ich mag gerne Bouvet-Ladobé, das ist der Produzent jetzt von diesem Cremant de Loire, ein Blanc de Blanc.
Kommen wir gleich zu. Ja, aber was heißt das? Das wissen wir jetzt ja schon, quasi ein reinsortiger Chardonnay bei den anderen beiden. Also in dem Fall ist es ja kein Champagner, sondern ein Cremant, aber nur aus weißen Rebsorten. Das ist Chardonnay, aber von der Loire auch, nicht ungewöhnlich, auch Cheninblanc, auch eine Rebsorte, die dort wächst. Also das ist ja im Blanc-en-Blanc nur weiße Rebsorben. Das ist ja der Top-Bereich. Da muss man aber auch unterscheiden.
Wie trocken ist dieser Champagner? Der kann eben von ganz trocken bis extrem süß sein. In der Produktion ist das erstmal, alles wird das immer gleich produziert, bis zum Zeitpunkt der Dosage. Ich glaube, ja. Jetzt ist es schon kompliziert? Ja, ich wäre schon längst ausgestattet. Okay, nein, bleibt dran, bleibt dran. Genau, ich glaube, wir müssen das, also um das noch einmal sozusagen abschließend hinzukriegen, wir haben diesen Schaum, da haben wir den Champagner an der Spitze, Also da haben wir diese Winzer-Sekte. Genau. Die können genauso gut oder noch besser als Champagner sein, aber quasi in der allgemeinen Wahrnehmung ist Champagner das Top-Level. Genau, auch noch teuerst. Das stimmt nicht zwingend, aber in der Regel ja. Und die teuersten Schaumweine kommen auf jeden Fall aus der Champagne. Okay. Und sag mal, Winzer-Sekte, sind die dann da drunter? Ja, da gibt es also noch Perlweine oder Sekkus, wo quasi die Kohlensäure nicht über die Flaschengärung reinkommt, sondern quasi ein Stillwein mit Druck, wird die Kohlensäure reingepowert in diesen Stillwein, in so Drucktanks.
Die ist dann nicht ganz so fein, die ist härter, die ist schneller auch weg, wenn die Flasche einmal auf ist, aber ist natürlich deutlich günstiger und es hat in der Regel auch weniger Druck. Dann zahlt man auch keine Sektsteuer, sonst ist 1,07 Euro Sektsteuer automatisch drauf auf in jeder Flasche. Die mindestens diese 300 Bar hat und ist natürlich von der Wertigkeit, wie zum Beispiel Prosecco wird so gemacht. Als Beispiel, das kennt man, das ist groß, ist international, gibt es überall. Prosecco wird in der Regel immer so gemacht, dass es nicht die Kohlensäure natürlich reinkommt, sondern immer in Tanks diese Kohlensäure reingepressiert. Dadurch ist es in der Produktion deutlich günstiger und dadurch ist es auch für dich zum Kaufen deutlich preiswerter. als Champagner. Ist das so ein Supermarkt-Sekt dann? Ja, aber es gibt auch Supermarkt-Champagner. Es gibt auch ganz billige Champagner bei den großen Discountern, die aber meistens irgendwelche künstliche Namen haben und nur Überproduktionen von berühmten Champagnerhäusern sind, die da reinkommen. Da kann man mal etwas Glück haben, aber in der Regel ist das recht miserabel. Wenn ich jetzt so einen Deinhard kaufe, ist das ein Winzer-Sekt? In dem Fall ist der Deiner so bekannt oder der Rotkäppchen-Sekt. Das ist in dem Fall ein deutscher Sekt. Das ist etwas kompliziert, weil er in Deutschland produziert wird.
Aber ist das so ein Sekt, wo die Kohlensäure so reingepresst wird? Genau, das ist keine Flasche. Auch Deiner nicht? Nein, auch nicht.
Das würde mir reichen zu sparen. Okay, perfekt. Also wichtig ist schon noch mal zu wissen, Wenn du also deutschen Sekt kaufst, ja, In diesem Preissegment für 1,50, 1,90, 2,50, 2,90, keine Ahnung was, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass da auch noch deutsche Trauben drin sind. Das ist ein bisschen irreführend.
Weil es nur deutscher Sekt heißt, wenn es in Deutschland produziert wird, egal woher die Trauben kommen. Und dann kommen die Trauben meistens aus Rumänien, aus Mazedonien, aus keine Ahnung woher. In Deutschland wird das versektet und dann heißt es deutscher Sekt. Weil viele glauben, ich kaufe, support your local dealer, ich kaufe deutschen Sekt. Das tun sie aber nicht wirklich. Und was dann noch wichtig ist, ist quasi, wie kann ich erkennen, wie trocken dieser eben ist. Weil hier, das sehen wir anhand dieser Flasche, da steht drauf Brüt, relativ klein. Und Brüt heißt, er hat zwischen 0 und 12 Gramm Zucker. Und das wird ein bisschen kompliziert. Extra Brüt heißt bis 6 Gramm Zucker. Und jetzt wird es extra dry, heißt aber 12 bis 17 Gramm Zucker. Und dry heißt 17 bis 32 Gramm Zucker. Ich bin schon ausgestattet. Aber es steht dry drauf auf einer Flasche Sekt und es ist sehr, sehr süß. Das muss man wissen. Ja, okay. Also Brüt ist trocken bis 12 Gramm und dry ist sehr, sehr süß. Okay. Ja. Okay. Und genau, vielleicht kommen wir nochmal zu diesen, die Leute wissen vielleicht gar nicht, haben schon mal gehört, Wein kann trocken sein oder süß oder halbtrocken oder feinherb oder feinfruchtig.
Lass uns das mal einsortieren. Was heißt denn sozusagen, kann man das Zuckergehalt daran festmachen, wann ein Bein trocken, bei einer halbtrocken und bei einer süßen Bein? Genau, ja, das kann man festhalten. Ehrlicherweise ist es so, dass es aber auch unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Gesetzen gibt. Und der Einfachheit halber, nehmen wir jetzt einfach mal Deutschland her, Da sagt man, dass Weine bis 9 Gramm Zucker, also bis 4 Gramm Zucker eigentlich trocken sind, bis 9 Gramm Zucker immer noch trocken sind, wenn die Säure bis 2 Gramm an diesen Zucker rankommt. Immer pro Liter gerechnet. Der Einfachheit halber. Das heißt, auch ein deutscher Wein mit 9 Gramm Zucker und 7 Gramm Säure oder alles, was mehr Gramm ist als Säure, darf in Deutschland als trocken verkauft werden. Okay, also Säure kann man, gibt es eine Maßanheiz? Säure kann man auch messen. Den Säuregrad misst man auch. Und je höher die Säure ist, umso weniger schmeckt man den Zucker.
Wir sprechen immer über die Balance und über die Harmonie. Je weniger Säure ich habe im Wein, umso weniger Zucker brauche ich, dass er süß schmeckt. Je höher die Säure ist, umso mehr Zucker kann ich haben und er wirkt immer noch recht trocken. 9 Gramm Zucker ist aber faktisch das, was man als trocken bezeichnet. Alles darüber und dann gibt es so eine Grauzone, die nicht so richtig definiert ist. Wir haben heute einen feinherben Wein mit. Feinherb ist aber eigentlich keine offizielle Bezeichnung, sondern die wäre halbtrocken. Und das ist so diese Stufe, meistens so ab 10, 12 Gramm bis 18 Gramm, die man so Feinherb nennt. Und danach ab 18 Gramm auf jeden Fall offiziell halbtrocken. Und danach gibt es nochmal Edelsüß, alles was über 35 Gramm Zucker hat pro Liter. Okay, was ist denn so das Süßeste, was man so... Das Süßeste kann so 250 Gramm Zucker sein, durchaus auch mit einer sehr, sehr hohen Säure, muss dann allerdings, glaube ich, mindestens 5,5 Volumenprozent Alkohol auch haben. Sonst ist es dann kein Wein mehr. Ah, okay. Also das heißt, das ist denn so ein Eiswein? Genau, das wäre ein Eiswein, der in gefrorenem Zustand verarbeitet werden muss. Das wäre der Eiswein.
Von der Skala, das hatten wir ja ganz am Anfang, gibt es den Gutswein. Ach so, ja, da kann man nochmal... Da kommen wir nochmal dazu. Ich komme immer so vom 100. Es ist wirklich gar nicht einfach, das so zu machen. Ja, das ist echt nicht einfach. Okay, also das ist sozusagen... Süße, also genau, trocken war bis 9 Gramm, dann gibt es so einen Graubereich, zwischen 9 und 18 Gramm wird es langsam so halbtrocken. Und dann bis 35 Gramm ist es dann aber auf jeden Fall halbtrocken und ab 35 Gramm Zucker geht es dann sozusagen ins Süße rein. Es ist schwierig, du kannst es in der Regel am Etikett nicht erkennen. Das macht es natürlich für den Konsumenten echt schwer. Ja, was ist ein Anhaltspunkt? Unser feiner, aber Wein, den wir am Ende probieren heute, hat 11 Gramm Zucker.
Das könnte ein Ansatzpunkt sein, wobei mit 11 Gramm Zucker könnte er auch noch trocken sein. Aber zum Beispiel mit 9 Gramm Alkohol kann der eigentlich nicht mehr trocken sein. Und diese sehr hohen Prädikate, Eiswein zum Beispiel, trocken werden aus, die haben oft so 6,5, 7, 8 Gramm. Das kann nicht trocken sein. Das heißt, je geringer der Alkohol ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Wein nicht trocken ist. Alles, was einstellig ist, in der Regel, ist nicht trocken. Okay, und wie viel Alkohol kann denn ein Wein eigentlich normalerweise haben? Ich glaube, der Wein darf bis 18 Alkohol haben und darüber ist es dann eine Spiritose. Okay, aber normalerweise?
Normalerweise haben Weißweine in deutschen Landen bis 14,5 Alkohol und Rotweine auch. Aber bei Weißweinen ist es ja bei uns meistens so, dass wir uns bei 12 Gramm häufig einpern. Genau, da gibt es Veränderungen in der Stilistik und in dem Geschmack der Menschen über die letzten 100 Jahre. und aktuell leben wir in einer Phase, wo die Menschen eher leichtere Weine trinken möchten. Also davor gab es eine Phase, da gab es diese globale Erwärmung noch nicht so und man hatte eher Probleme, dass das reif wird. Dann hat man also oft das auch aufgezuckert, um den Alkohol nach oben zu bringen. Und ein guter Wein war es, wenn es sehr, sehr kräftig war. Aktuell leben wir in einer Phase, in der die Menschen eher trocken mögen, vom Zucker her, Und eher wenig Alkohol, weil man diese sehr gesunde Longevity, wenig trinken und das, was man trinkt, weil wenig Alkohol haben, das ist aktuell so die Phase. Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Genau so ist es ungefähr. Genau. Also vielleicht kann man das einmal erklären.
Dieses Verhältnis zwischen Alkohol und Süße liegt daran, liegt eben an der Vergärung. Genau, also der Wein ist ja erstmal in der Traube, die Traube ist ja nicht alkoholisch, da ist nur Zucker drin. Und Wein wird eben produziert, indem Hefen nach der Ernte diesen Trauben zugefügt werden und diese Hefe wandeln den Zucker in Alkohol um. Und wenn sie quasi, je mehr Zucker drin ist in diesen Trauben, umso höher ist der Alkoholgehalt. Wenn ich diese Vergärung allerdings stoppe, zu einem relativ frühen Zeitpunkt, dann habe ich also einen sehr, sehr niedrigen Alkoholgehalt und einen sehr, sehr hohen Zuckergehalt und habe eben diese nicht trockenen Weine. Wenn ich es aber bis zum Ende durchgären lasse, dass der ganze Zucker weg ist.
Dann ist es eben davon abhängig, wie hoch war der Zuckergrad in der Traube vorher und so hoch ist dann auch mein Alkohol in der Flasche Wein final. Was Winzer eben machen, um diesen allgemeinen Trend jetzt zu befriedigen, ist sehr häufig, ich war gerade in Südafrika und da sagt der Winzer eben, wir fangen sehr früh an, einen Teil schon zu lesen, der vielleicht noch gar nicht reif ist an Trauben, aber weil der Zucker da noch so gering ist, dass wir am Ende, wenn wir küvetieren, einen Wein rausbekommen, der zwölfeinhalb Alkohol maximal hat, weil das ist, was der Markt möchte. Das heißt, der Winzer am Ende des Tages versucht auch, die Erwartungen und die Herausforderungen und die Vorgaben des Marktes zu erfüllen. Also es ist ein Geschäft. Ja, okay. Aber prinzipiell, so ganz einfach gesprochen, kann man sagen, am Anfang ist sehr viel Zucker und wenig Alkohol, dann kommt die Vergärung und dann nimmt der Zucker ab, weil aus Zucker Alkohol entsteht quasi. Und deswegen kann man sagen, je weniger Alkohol, desto süßer ist er und je mehr Alkohol, desto trockener ist er wahrscheinlich. Genau so ist es. Okay.
Genau, jetzt eine persönlich wichtige Frage, weil ich kriege ja, also ernstzudehender Weinmensch, der trinkt ja auf jeden Fall trockenen Wein. Jedenfalls ist das meistens so, dass Leute, die halt, das wird ja auch so gesagt, Leute, die neu einsteigen in dieses Weinbusiness, die mögen süße Weine. Und je mehr sie sich auskennt, desto trockener werden die Weine, die sie wahrscheinlich trinken.
Lasse ich erst mal so stehen, weil du bist ja noch nicht fertig mit deinem Satz. Genau, genau. Und ich, bei mir ist das so tatsächlich, also weil ich einfach süßen Wein auch lieber mag. Aber kann man denn, wenn man sich sozusagen entwickeln möchte, damit zufrieden sein? Oder würdest du sagen, nee, man sollte sich schon versuchen, irgendwie in den trockenen Wein mal hineinzuprobieren? Und wenn ja, warum überhaupt? Sehr gute Frage, ehrlich jetzt. Also ich glaube, natürlich fangen die meisten Menschen ja nicht an, mit 16 Wein zu trinken. Und das ist eine Frage der allgemeinen Lebensmittel, die ja so viel Zucker beinhalten. Es gibt ja von Toastbrot überall, also in jedem Lebensmittel ist sehr viel Zucker. Spricht also jetzt von dieser Coca-Cola-Generation, die damit groß geworden ist, dass du quasi extrem viel Zucker in deinem normalen Leben zu dir nimmst, wenn du nicht wirklich darauf achtest, dass du es bewusst nicht tust. Und deswegen magst du am Anfang, wenn du überhaupt mal Wein magst, erstmal nur süßen Wein. Also diese ganze Wildberry-Lilay-Geschichte, das ist alles extrem viel Zucker. Und.
Und das ist überhaupt nicht schlimm, dass es dir heute auch noch so geht. Nur der Zucker hat natürlich im Geschmacksbild eine extreme Dominanz. Diese Süße kaschiert so ziemlich alles, was sonst noch da ist. Es ist also sehr, sehr schwer, über den Zucker hinaus noch Dinge zu schmecken, außer, würdest du jetzt sagen, ich versuche das Wort zu verwenden, lecker. Das ist also ein Pauschalbegriff für etwas mag ich. Aber der Zucker ist eben zu stark in seiner Ausprägung, als dass du dahinter noch Sachen richtig schmecken kannst an Feinheiten. Und je mehr Zucker drin ist, umso richtig dickflüssiger ist ja auch dieser Wein. Also wenn du so eine ganze alte Eiswein hast, das ist wie so ein Motoröl. Das heißt, du nimmst das in den Mund. Meistens haben die auch noch sehr hohe Säure, zumindest in diesem Bereich hier. In Deutschland, Österreich und so weiter, in Kanada ist es ein bisschen anders, haben wenig Säure und sehr, sehr süß. Du nimmst das im Mund und es setzt sich überall hin. Und das kannst du wirklich dann auch probieren. Selbst ein Glas Wasser würde dir nicht mehr schmecken. Also es schmeckt eigentlich nichts mehr nach irgendwas. Und das ist so ein bisschen das Problem, dass die Süße des Weines alles andere dominiert. Und wenn du die Feinheit und die Nuancen der Böden und des Terroirs quasi, Quasi kannst du dann mit der Süße sehr schnell nicht mehr wahrnehmen.
Aber wenn es dir schmeckt, ist es überhaupt nicht verkehrt. Wir können die Leute bestärken und sagen, hey, du kannst stark sein und sagen, ich mag das einfach nicht. Ich mag gerne süßen Wein und das ist auch völlig legitim. Ja, genau. Also vielleicht ist es für Leute, die eh nicht viel vom Boden schmecken, weil vielleicht der Geschmacksinn nicht so ausgeprägt ist, ist es vielleicht am Ende gar nicht schlimm. Wenn sie süßen Wein trinken. Aber wir müssen jetzt auch noch verkosten. Deswegen können wir jetzt ja einmal... Den Bereich wechseln und einmal zum Verkosten kommen. Ich bin bei meiner Einladung, wo ich eingeladen bin, bei dem Typen, der so viel Ahnung von Wein hat. Ist er zwingend männlich? Nee, ist nur ein Zufall. Könnte auch eine Frau sein. Ich wollte es nur wissen.
Aber ich stelle mir so jemanden wie dich vor, aber nicht so nett und so ein bisschen und auch nicht so verzeihend. Weißt du? Schon so ein alter Hansi Arth hat schon seine Millionen gemacht und da kommt jetzt ah, pass auf, ich bin der neue Freund seiner Tochter. Also ich kann da die erste Sorge nehmen und euch auch, die uns hier zuhören, die Regel, die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieser Schwiegervater in Spee, keine Ahnung, ist extrem hoch. Das darfst du natürlich nie sagen und du musst mitspielen, du musst ein guter Schwiegersohn sein und du musst eher natürlich sagen, so wow, Wahnsinn, wir haben sich das ganze Wissen hier erarbeitet und so ein toller Weinkeller und so weiter. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der sich nicht sehr gut auskennt mit Wein, ist wirklich sehr, sehr hoch. Okay. Das kann dich ja ein bisschen beruhigen vielleicht. Ja, das stimmt. Grundgefühl. Ja, das kann ich. Okay. Okay, gut. Aber mein Wissen ist auf jeden Fall noch geringer. Ja. So, und jetzt komme ich an und dann schenkt er mir hier was ein. Mhm. Was mache ich denn jetzt? Erstmal ist natürlich, bist du gut beraten, wenn du schaust, das machen die anderen. Also du wartest vielleicht auf ihn. Er macht gerade nichts. Er wartet auf dich. Er will dich herausfordern.
Dann machst du natürlich, um ein bisschen zu flexen, würdest du das Glas erstmal in die Hand nehmen. Also wir haben jetzt ein... Also ich mache das, warte mal, die Fingerposition ist ja schon... Ja, das ist jetzt meine Fingerposition, weil ich das immer so schwenke.
Also erstmal, du nimmst es immer im Stiel. Das ist wichtig. Das wäre schon der erste Fehler, wenn du es am Bauch anfasst. Okay, das machen wir nicht. Genau, das machen wir nicht. Mehrere Gründe. Deine Körpertemperatur wärmt den Wein. Es macht das Glas milchig und eklig und unappetitlich. Wenn es zum Anstoßen kommt, gibt es keinen Klang, weil wenn du das Glas oben anfällst, gibt es eben keinen Klang. Und es ist einfach viel eleganter und stilvoller und schöner, wenn du es am Stiel anfällst. Deswegen ist es ja auch ein Stielglas. Ja. Genau, damit fängst du an und dann würdest du es immer so leicht schräg halten und quasi von oben würdest du die Farbe so ein bisschen dir anschauen und auch die Ränder und damit könntest du ein bisschen das Alter definieren, ist alles zu kompliziert in unserem Einstiegsfall. Aber das wirst du ja vor dem Schwiegervater zumindest wirken, wie einer, der sich jetzt hier, vor dem man auch Respekt haben kann, weil auch in Sachen Wein du mit dabei bist. Du kennst dich bei Filmen ganz toll aus und die können den ganzen Abend über Filme, aber auch bei Wein schaust du also einmal rein. Und dann würde man beim Schaumwein, muss man ein bisschen vorsichtig sein. Das würde man auch machen, auch wenn man sich eigentlich nicht so auskennt. Genau, das wäre so ein kleiner Flex. Okay, dann steht ja die Gefahr und was sehen Sie? Ja, dann würdest du sagen, du hast natürlich vorher aufs Etikett geguckt und sagst, Aha, okay. Also du siehst ja hier, dass zum Beispiel Perlen aufsteigen, so eine kleine, das heißt du weißt, das ist ein Schaumwein.
Es könnte auch ein junger Weißwein sein, aber der würden die Perlen nicht so aufsteigen. Er würde ein bisschen Schaum am Rand haben, aber nicht zentral würden die Perlen aufsteigen. Beim Wein würdest du dann, wenn er recht hell ist und du hast vorher gesehen, zum Beispiel der Weißbegründer, der wir hier haben, ist 2023, würde ich sagen, er ist noch ein sehr junger Wein. Du hast natürlich vorher aufs Etikett geguckt, aber du würdest das erkennen, weil er sehr hell ist in der Farbe. Er ist auch von der Viskosität. Das heißt, in dem Moment, wo du es schräg hältst, siehst du, wie die Kirchenfenster, quasi die Viskosität. Er ist sehr, sehr flüssig, der Wein. Also da bleibt nicht so viel am Rand hängen. Genau, da bleibt nicht viel am Rand hängen. Das ist ein sehr junger, frischer Wein. Das kannst du durch diese schräge Haltung des Glases schon machen. Und es sieht natürlich erstmal schon professionell aus, finde ich, wenn du es leicht schräg hältst. Beim Schaumwein muss man ein bisschen vorsichtig sein. Beim Weißwein geht es besser. Ich schwenke trotzdem auch, also ich drehe das Glas etwas, um mehr mitzubekommen von der Aromatik, weil der Wein sich verteilt im ganzen Glas. Kein links oder rechts rumdrehen. Es ist wurscht, genau. Keine politische Aussagen. Keine politische, überhaupt nicht. Und dann riechst du einmal rein.
Und das ist jetzt schwer. Das kann man nicht von Anfang an. Also vielleicht, wenn man weiß, gibt es dann so ein paar Grunddinge, die du immer sagen kannst. Zum Beispiel beim Schaumwein wirst du immer sagen können, ja, das riecht so ein bisschen, hat so ein bisschen Brioche-Töne. Weil du hast ja die zweite... Er hat ja die zweite Vergärung, gerade dieser Schaumwein. Also er ist zum zweiten Mal mit Hefe in Berührung gekommen. Doppelte Hefe heißt die Wahrscheinlichkeit, dass wie so ein Brot, das mit Hefe gebacken wird, ist relativ hoch. Deswegen kannst du schon sagen, es ist ein sehr schöner Hefeton. Wow, sehr gut. Ja, dann würde der andere schon sagen, ja. Und in dem Fall jetzt...
Riecht es so ganz zart nach Aprikose. Man muss aufpassen, dass man das Glas nicht zu schräg hält, dass die Nase eintunkt in dem Wein. Das wäre zum Beispiel sehr, sehr peinlich. Also da muss man schon aufpassen. Und der Schwiegervater könnte dich herausfordern, indem er dir nur einen kleinen Schluck einschränkt und sagt, verkoste du doch mal. Was will er damit erreichen? Er will, dass du quasi sagst, jawohl, der Wein ist in Ordnung für uns alle. Das wäre schon sehr gemein von ihm, weil er dich so ein bisschen jetzt dann in die, durch seine dominante Art in eine Zwickmühle bringt. Aber du bist natürlich sehr souverän, weil du dieses Gespräch natürlich jetzt kennst, durch unser Gespräch jetzt, und sagst, und dann riechst du rein. Und wenn du nichts riechst, was dir wirklich komisch vorkommt, dann sagst du, wunderbar. Aber ich schmecke nicht, ich rieche nur.
Damit könntest du in einem sehr schönen Konter geben. Wenn du nur riechst, ohne ihn zu probieren und dann sagst, das ist in Ordnung, dann zeigst du ihm, hey, ich bin auch, ich habe was auf dem Kasten. Das wäre richtig schick. Das wäre ein schöner, das würde ihn auch gleich einbremsen. Okay, also die Wahrscheinlichkeit, dass das der nicht in Ordnung ist, ist ja sehr gering. Ja, das ist nicht wahr. Ich würde sagen, die Wahrscheinlichkeit, auch beim Sekt würde ich sagen, die sind von zwölf Flaschen, ist eine nicht in Ordnung. Also die Wahrscheinlichkeit ist irgendwo bei was, acht Prozent. Ja, okay, gut, aber trotzdem, ich meine, ich würde ja den Teufel tun, zu sagen, der Wein ist nicht in Ordnung, weil ich kann es am Ende, ich weiß, selbst wenn er korken würde, würde ich es nicht schmecken. Ja, okay, also Kork, dann riecht es richtig so pilzig, eckig und so weiter, also wirklich, wo du sagst, du riechst rein und denkst so, uh, okay, ja, wenn das passiert, dann würde ich also sagen, hm, ja.
Ich bin mir nicht ganz sicher. Könnten Sie vielleicht auch nochmal, Sie sind ja der Experte, nicht, dass wir jetzt irgendwas einschenken, was vielleicht gar nicht gut ist. Dann kannst du immer den Ball wieder zurückspielen. Aber man muss auch Corking-Wein mal gerochen haben und geschmeckt haben, damit man das versteht und dann kriegt man es relativ schnell. Es ist eben sehr, sehr unnatürlich. Das Problem aber bei den Weinen ist gar nicht diese sehr plakative Fehlerhafte. Das Problem ist eher so diese leichten Nuancen, die diese Frische wegnehmen, die Frucht wegnehmen. Das ist auch das Problem für die Winzer, dass man denkt, der hat wahrscheinlich keinen Fehler, aber so richtig geil ist er auch nicht. Und das ist eher das Hauptproblem. Das würde man aber bei so einem Date mit dem Schwiegervater würde man das trotzdem trinken. Es sei denn, er sagt, oh, der hat aber was. Und dann sagst du natürlich, ja, ich war mir nicht ganz sicher. Ich habe es mir auch schon so ein bisschen gedacht. Okay, okay. Okay, gut. Aber das ist ja schon mal eine sehr griffige Regel. Man riecht rein und sagt, in Ordnung. Genau. Das ist auch im Restaurant so. Wenn du einen Wein bestellst, dann wird die Flasche geöffnet. Und dann wird dir ein Schluck eingeschenkt. und dann entscheidest du quasi, ob das in Ordnung ist. Ja, genau. Aber in diesem Fall würde ich allen einfach sagen, pass auf, böser Schwiegervater, reinriechen, kurz warten, sagen in Ordnung, egal was ist, man riecht eh nichts.
Das ist schon mal gut. Dann nimmst du aber trotzdem vielleicht einen Schluck, weil du sagst, du willst jetzt nicht so angeben und du bist cool und du musst es erst probieren auch. Weil oft schmeckst du auf der Zunge mehr als die Nase. Es riecht so, du bist verschnupft und weißt es nicht genau. Und nimmst dann einen kleinen Schluck in den Mund und versuchst es, dass es im ganzen Mund und vor allem auch auf der Zunge verteilt wird. Weil die Zunge, früher war man der Meinung, die Zunge ist ganz klar strukturiert in unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Süß, sauer, salzig, bitter. Ganz hinten ist Umami später noch dazugekommen. Mittlerweile weiß man, dass die gesamte Zunge, die Geschmacksrezeptoren komplett verteilt sind. Außer Umami ist ganz hinten, das weiß man. Umami schmeckt so ein bisschen wie Sojasauce. Und das heißt, du verteilst es auf der ganzen Zunge, und bringst dann diesen kleinen Schluck. Dann mache ich mal so.
Echt? So kann ich machen? Würde ich nicht machen, weil es wirkt ja so ein bisschen wie ein verträumter Nerd. Ja, aber wenn ich das überall verträumte. Genau. Nein, aber du würdest also quasi einen Schluck nehmen. Du riechst, du hast ja die Farbe schon mal überprüft, und dann nimmst du einen Schluck. Und schaust eher konzentriert nochmal auf die Farbe, während du das dann hast. In der Champions League würdest du beim Trinken auch nochmal einatmen, um das wirklich nochmal, also wenn du trinkst, nochmal. Ah, dann muss man aufpassen, dass es nicht verschluckt wird. Und dann verteilst du es im Mund und dann merkst du, ist da irgendwas erdig, ist da irgendwas so ganz bitter. Das ist oft beim Kork auch, dass es so ganz Gerbstoff richtig reinzieht. Merkst du, ist es gar nicht. Ist es scharf? Ist es brennig? Was spürst du auf der Zunge? Ist es angenehm? Ist es perlt noch? Dann sagst du natürlich erst mal, wow, das schmeckt toll. Das sagst du natürlich. Du gehst dann davon aus, dass der was Gutes tun möchte. Okay. Gut bestanden. Okay, und was sind jetzt Dinge, die ich schmecken kann? Also was kann mir jetzt ganz allgemein beim Wein... Naja, also es gibt wahrscheinlich so circa.
800 Begrifflichkeiten, die dir einfallen können, die du mit Wein in irgendeiner Form verbinden kannst. Das ist also schon sehr, sehr komplex. Aber was ich jetzt meine ist, ich habe also über süß und trocken, also süß und trocken würde ich sagen, das ist ein bisschen sauer. Haben wir schon gesprochen. Aber es gibt ja sowas wie den Boden oder Terroir hast du erzählt. Da gibt es vielleicht Frucht. Okay, das ist ja sehr, sehr komplex und am Ende ist es ja erstmal dein Geschmack. Also man macht ca. 70% des Weines kann man über die Nase schlafen. Die Nase ist also der wichtigste Teil. Also bevor man trinkt, muss man sich sehr konzentrieren aufs Riechen. Und das kann man üben. Man kann also Beschreibungen über diesen Wein, über diesen Sekt, den wir zum Beispiel haben, lesen. Und dann kann man reinriechen und dann überlegen, rieche ich das auch, was da steht? Und wenn ich es nicht tue, woran liegt es? Also wie riecht denn jetzt Himbeere oder wie riecht Aprikose? Weiß ich überhaupt, wie Aprikose riecht? Ja, und dann so kann man sich da der Sache annähern.
Aber das wäre die Frucht. Das ist die Frucht, das ist das, was man riechen kann. Erstmal, riechen tut man die Frucht. Oder die Kräuter oder die Salzigkeit, die Mineralität kann man auch ein bisschen riechen. Wird jetzt gleich sehr schnell komplex. Aber das sind die Hauptdinge, die man riechen kann. Holz kann man riechen. Ob der Wein im Holz oder im neuen Holz ausgebaut wurde, das kann man riechen. Die Süße nicht zwingend, ein bisschen, aber das kann auch irreführend sein, die kann man eigentlich vor allem schmecken, die Säure auch. Die Säure kann man nicht riechen zum Beispiel, die kann man nur schmecken. Okay, aber gut, dann kann ich sozusagen… Gerbstoff kann man nicht riechen, kann man nur schmecken. Ja, okay. Das Tannin, das dann wirklich an der Lippe, an der Seite der Zunge wirklich zusammenzieht, richtig herb wird, das ist der Gerbstoff. Der kann vom Holz kommen, aber kommt häufig einfach auch nur von den Traubenhäuten. Okay, gut. Also dann haben wir Frucht und Kräuter, sage ich mal, die man riechen kann, die man auch schmecken kann. Auch Gemüse. Oder Gemüse? Genau, ja. Und im Geschmack, also vor allem im Geschmack, habe ich dann das, was man den Boden vielleicht auch... Den Boden zu riechen oder den Boden zu schmecken, das ist nichts für die Anfängersendung. Also wer mir erzählt, dass er irgendwo den Boden schmeckt.
Das ist im Promillebereich der Menschheit, die den Boden schmecken können. Ja. Ja, das ist so. Okay. Und der Boden ist ja nur das eine, das Terroir ist also quasi der Boden, aber der Alter der Rebstöcke, welche Ausrichtung klimatechnisch dann Fluss ist, der das nochmal spiegelt. Und ein wichtiger Teil beim Terroir ist auch das Handwerk des Winzers. Das heißt, es ist ein super Beispiel, weil es gerade aktuell jetzt war, ich war auf der ProWein in Düsseldorf und zum Beispiel das Weingut Dönhoff, das kennt man auch bei uns und die hatten massiven Frost im Jahrgang 24 und haben ganz wenig geerntet. Und dann haben sie so ein paar Winzer-Kollegen angerufen und habe gesagt, Mensch und dann haben zwei gesagt, weißt du was, ihr könnt zu uns kommen und ich schenke euch ein paar Trauben, ihr müsst die nur selber abholen, ernten und dann verarbeitet ihr die und wenn es uns mal schlecht geht und wir so viel Frost haben, machen wir es bei euch auch so ungefähr. Und dann sind die von da nahe.
Einmal zu Philipp Wittmann, weil der nächste Wein kommt von ihm, nach Westhofen gefahren und haben das geerntet und sind wieder zu ihrem Weingut und haben es dort verarbeitet. Und dann sind die zu Bürklin-Wolf, war auch schon bei uns, und sind nach Wachenheim gefahren und haben das Dito gemacht. Und haben dann dort diese Trauben verarbeitet. Und ich habe alle Weine getrunken, quasi von Bürklin aus Wachenheim und von Dönhoff, von der Nahe, die mit den gleichen Trauben vereint haben. Die Weine schmecken sehr anders. Und die Weine schmecken komplett anders von Wittmann und von Dönhoff aus der gleichen Lage, nur weil der Winzer das anders verarbeitet hat. Das heißt, Terroir heißt auch wirklich, und das sieht man daran extrem, wie der Winzer, welche Hefekultur, welche Fässer, was er wann zu welchem Zeitpunkt macht. Allein schon, wie groß sind die Kistchen, wie er die Trauben erntet. Werden die schon gepresst, die Trauben, oder sind das nur kleine Kistchen? Hat er das sofort in einen Kühl-Lkw, damit die Trauben sofort gekühlt werden? Wie weit ist die Fahrt quasi von dem Zeitpunkt, wo er es erntet, zu dem Zeitpunkt, wo er es verarbeitet, sehr, sehr komplex. Das heißt, in diesem Bereich fällt auch das Handwerk des Winzers hinein und nicht nur die klimatischen und sonstigen Begebenheiten. Und das kann man eher wirklich nicht schmecken. Also du kannst aber, es gibt Lagen, die sind sehr, sehr dominant.
Und da kann der Winzer quasi, da muss er sich so sehr dämlich anstellen, dass du die Lage nicht mehr schmeckst. Was wäre denn so ein Beispiel für so eine Lage? Für mich ist, weil wir jetzt gerade bei Wittmann gesprochen haben, eine der Lagen Moorstein. Ich war beim Weingut geil und die haben eine kleine Parzelle jetzt Moorstein auch bekommen und der Wein war irre gut und so energetisch und ich habe den Winzer gefragt, den Johannes, der war schon bei uns im Podcast und er hat gesagt, ich kann dir sagen, das ist einfach, die Trauben sind so genial, das hat so eine Energie, ich bin selber auch so genial und fühle mich eigentlich schäbig, dass wir auch andere Weine machen, die sind ja auch sehr, sehr gut, aber das ist einfach... Das gehört, glaube ich, seinem Cousin oder so. Das ist so, so gut. Das heißt, die Trauben, die dort wachsen, genau in dieser Mikrolage Moorstein in Rheinhessen, die sind dann schon besonders gut zum Beispiel. Aber das wäre dann der Boden, den man da schneidet?
Ja, das Zusammenspiel vom Boden und auch von der klimatischen Ausrichtung. Aber der Boden ist natürlich entscheidend, aber auch das Alter der Rebstöcke. Das heißt, je älter die Rebstöcke sind, umso tiefer haben sie sich in den Boden reingegraben. Ja, je weicher der Boden ist, umso leichter tun sie sich, je härter der Boden ist umso länger dauert es, umso schwerer ist es auch, umso mehr müssen sie sich anstrengen, um an die guten Nährstoffe zu kommen. Aber kann man nicht eigentlich also das habe ich bisher für den Boden gehalten also für den Boden habe ich bisher nicht nur den Boden gehalten, sondern natürlich auch also sozusagen der Boden die Ausrichtung zur Sonne? Ja, also der Boden als Ergebnis aller Einflüsse, also der Boden wie er geworden ist, weil die Sonne drauf geschrien hat, weil der Regen gekommen ist, weil es in der Nacht abgekühlt ist, weil die Trauben... Ja, aber das ist nicht richtig, weil das ist zu wenig. Also wenn du diese Mikrolage hast zum Beispiel, es ist entscheidend, wie ein Wein schmeckt, als Beispiel, wie hoch ist der Unterschied von der heißesten Temperatur am Tag zur kühlsten Temperatur in der Nacht. In der Nacht können also die Trauben sich erholen und wieder entspannen und Energie tanken. Und wenn ich also einen großen Unterschied habe zwischen der heißesten Temperatur am Tag und der Nacht oder dann ist es für den Wein viel besser, als wenn es auch abends.
Warm bleibt. Das ist zum Beispiel schlecht. Wenn du keinen Wind hast, weil du nichts Hügeliges hast, wo irgendwo der Wind durchkommen kann, die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du Pilzbefall hast. Weil der Wind, der trocknet die Trauben und dann kann der Schimmel sich gar nicht erst bilden, dieser Pilz. Und deswegen ist das genauso wichtig, in welchem Mikroklima deine Weinberge eben liegen. Es ist wirklich komplex. Also der Boden allein ist ein Teil, aber auf keinen Fall das, was du so hundertprozentig, du kannst schon sagen, das schmeckt nach Schieferboden. Das kann man schmecken, weil gewisse Charakteristiken im Bein sich da widerspiegeln, aber da musst du dich schon wirklich sehr damit beschäftigen oder etwas so mögen, dass du sagst, das schmecke ich immer. Okay, also das heißt, der Boden ist das eine, aber die Lage, also man würde sagen, ich kann eine Lage schmecken. Terroir würde man das bezeichnen als Gesamtkonzept. Ja, aber gut, wenn du sagst, Terroir ist ja auch nochmal das Handwerk des Winzers. Genau. Man könnte ja sagen, die Lage ist der Boden plus die klimatischen Gegebenheiten. Kann man sagen, das kann man sagen, ja. Und weil du eben vorhin sagtest, also im Promillebereich bewegt das Leute, die halt den Boden schmecken. Wie viele können denn eine Lage schmecken? Ja, das geht ja meistens einher dann. Ja. Ja.
Also mir ist es auch schon gelungen, dass ich einen Wein blind probiert habe und habe gesagt, das schmeckt aber total nach Morstein ist ein Beispiel dafür. Oder ich probiere den Topwein vom Weingut Clemens Busch aus Pünderich an der Mosel. Der heißt Raffes. Den habe ich schon so oft probiert, dass ich das durchaus, wenn mir blind mal jemand den Raffes einschenkt, dass ich dann sagen könnte, Gott, das schmeckt wie Raffes. Und dann wüsste ich anhand der Säure, welcher Jahrgang das ist, oder anhand der Reife und der Farbe, wo ich sagen könnte, das wird wahrscheinlich so 10, 12 Jahre alt sein. Und vor 10, 12 Jahren gab es zum Beispiel einen Jahrgang 13, der war extrem säurelastig, das könnte es sein. Oder 14, das war eher regnerisch und kühl, das könnte es auch sein. Oder 9, das war sehr heiß, das kann es nicht sein. Das heißt, da kann ich die Lage schmecken, die eigentlich wichtiger ist als der Jahrgang, als die Vegetation in dem Jahrgang. Aber das ist dann eben auch entscheidend. Weil in einem heißen Jahr wie 2003 oder 2009, waren alle Weine opulent und hatten weniger Säure und einen höheren Alkoholgrad wie in Europa. Okay. Ja. Okay, also genau. Ich bin immer noch bei meinem Schwiegervater.
Das wird heute eine XXL-Folge. Ja, genau. Aber egal. Es wäre auch schade, wenn wir in einer Stunde das gesamte Weinwissen verpacken. Auch in drei könnte es nicht schaffen. aber ich hoffe, wir verlieren hier niemanden und ihr könnt uns noch folgen, das wäre sehr schön. Wie schmeckt dir der Cremor über jeden Fall? Schmeckt gut.
Hat zwölf Gramm Zucker, also ist an der oberen Grenze, dass es noch Brüt heißen darf. Okay. Deswegen magst du es vielleicht auch lieber, weil es nicht ganz staubtrocken ist. Ja, das kann sein, das kann sein. Also ich mache mir ein bisschen Sorgen darum, weil ich glaube, wenn ich da ankomme und erstmal eine Viertelstunde das Glas schief halte. Nee, eine Viertelstunde, ja. Und dann noch fünf Minuten da reinrieche und eigentlich den Wein, da schon gar kein Wein mehr drin ist, weil er schon in meiner Nase verdunstet ist. Da gibt es wahrscheinlich auch das macht man wahrscheinlich beiläufig oder was würdest du sagen? Also wenn er die Flasche aufmacht und dir das einschenkt, dann ist es ja voller Fokus auf dich. Das ist ja nichts Beiläufiges. Und dann ist dieser Prozess relativ schnell. Du guckst an, schwenkst, riechst einmal rein, probierst einen Schluck oder eben auch nicht. Okay, aber ich mache das wirklich so und dann also einmal riechen.
Kann ja auch sein, dass das Glas zum Beispiel stinkt, kann ja auch sein, man nimmt das Glas aus dem Schrank, Schwiegervater ist ein alter Räder, der noch so einen tollen Holzschrank hat, das Glas stinkt total nach Holzschrank und du kannst nichts riechen außer diesen Holzschrank, ich kenne total dieses Gefühl, schwer, da musst du auf jeden Fall einen Schluck probieren weil die Nase führt dich komplett die Irre, weil die Nase sagt dir gar nichts außer riecht nach Holz, aber das kann gar nicht sein bei dem Produkt.
Und dann musst du einen Schluck probieren und dann merkst du, ob irgendwas nicht passt, ob es dir unangenehm ist. Okay, aber es ist wirklich, also nicht so, dass ich jetzt, wenn ich jetzt versuche, was zu riechen, das habe ich ja bei uns im Podcast ja andauernd.
Rieche ich da rein und denke so, ja, ich rieche was, aber was ist das? Und dann rieche ich und habe wirklich 30 Sekunden meine Nase in diesem Glas drin. Und es kommt nichts, es passiert nichts, es riecht alles nach Wein. Also für Leute, die anfangen, am Anfang habe ich auch überhaupt nichts gerochen. Ich dachte, es riecht alles nach Wein. Was haben die Leute, wie können die da labern? Da musst du dich schon echt ein bisschen damit beschäftigen. Deswegen würde ich sagen, beim Schaumbein sagst du, ja, so eine schöne Brioche-Note reicht. Wird immer sein, weil muss sein. Okay, aber ich glaube, das ist der Fehler, den ich die Leuten vielleicht ausreden möchte. Wenn ihr eh nichts riecht, dann hört auf, 30 Sekunden lang den Riechkolben da reinzuhalten. Das macht es nicht besser. Nein, der Druck steigt. Alle gucken dich schweigend an und so quasi, was sagt er jetzt gleich? Genau, der hängt da. Und du denkst, okay, was sage ich, was sage ich? Und am Ende des Tages ist ja, das ist die Wahrheit. Ich sage, es riecht nach Aprikose und du sagst, es riecht nach Papaya und keiner hat Recht. Oder beide haben Recht. Es gibt keine Wahrheit. Wie ist es denn, könnte ich denn selbstbewusst behaupten, für mich ist das Erdbeer? Das kannst du machen. Okay, aber... Aber ich würde vorsichtig sein. Ich würde sagen, ich habe so eine leichte Erdbeer-Aromatik in der Nase. Das würde ich sagen. Und damit öffnest du die Türen für die anderen, die dann auch sagen, oh, entweder Erdbeere habe ich gar nicht oder.
In deren Hirn kommt jetzt, wann hatte ich das letzte Mal Erdbeere, wie schmeckt das, wie riecht das? Und dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du sie beeinflussen kannst. Je dominanter du auftrittst, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch irgendjemand dabei, deine Freundin zum Beispiel, wenn sie dir zur Seite steht, sagt sie, oh Mensch, Erdbeere habe ich auch. Und dein Schwiegervater sagt, also da ist ja überhaupt keine Erdbeere drin. Dann haben wir natürlich ein Problem, dann ist er auf Konfrontationskurs. Und dann sagst du vielleicht, tatsächlich, was riechen Sie denn? Vielleicht kann ich mich dann eher in ihre Richtung einklinken.
Und dann sagt er Himbeere. Und dann sagst du, okay, das ist auch nicht so etwas ganz anderes. Er sagt jetzt ja nicht Sellerie oder Kartoffelkeller. Okay, gut. Aber da du ja sagtest, die meisten haben eh keine Ahnung. Das sollst du für dich, das sollst du nie sagen. Das sollst du für dich, nur es soll dich gut fühlen lassen. Weil du fühlst dich ja schlecht, weil du keine Ahnung hast. Das ist nicht dein Terrain. Filme werden dein Terrain. Wein ist nicht dein Terrain. Aber dieses Wissen, dass dein Gegenüber mit großer Wahrscheinlichkeit auch wenig Ahnung hat, soll dich eigentlich sicher fühlen lassen, dass du mit einem guten Gefühl in diesen Abend gehst. Ja, okay. Also aber dann besteht ja durchaus die Chance, dass mein Gegenüber, weil tief in seinem Herzen wird er vielleicht wissen, dass er gar nicht so viel weiß. Das ist so. Ja, kann sein, muss aber nicht. Okay, dann ist so eine selbstbewusste Aussage, vorsichtig formuliert, aber durchaus selbstbewusst darin, dass man sagt, das riecht für mich so und so, kann funktionieren.
Ich würde es eher pauschal halten, logischerweise. Und es ist natürlich schön, je mehr du dich damit beschäftigst, du riechst dann auch Sachen und dann verändert es sich auch mit Luft und mit Temperatur und mit Essen. Und dann kann man da nochmal, ich meine, Wein soll ja auch was Begleitendes sein. Es soll ja nicht jetzt im Fokus sein. Man will sich unterhalten, man will sich kennenlernen. sondern der Schwiegervater stellt vielleicht ein paar Fragen, du stellst ein paar Fragen, bist ein interessierter Schwiegersohn und bist eben sehr höflich und aufmerksam und, und, und. Da wird man nicht den ganzen Abend über Wein reden. Genau. Man würde wahrscheinlich sowieso nicht in dieses Verkostungsprotokoll eintreten, wenn es nicht aktiv gefordert ist. Absolut. Würdest du auch nicht. Und wenn du dann merkst, er springt komplett drauf an, wie du das gemacht hast mit dem Glas und Brioche und so weiter, er möchte eigentlich nur über Wein mit dir reden, dann musst du natürlich sofort die nächste Ausfahrt rechts nehmen und musst sofort sagen so, naja, ich habe mal so ein Sekt-Seminar mitgemacht, aber bei den anderen Weinen kenne ich gar nicht aus und so weiter. Und dann bist du dann aus der Nummer schon wieder raus, weil das ist einfach nur oder ich habe mal im Podcast gehört eine Folge, weil mir langweilig war, vier Flaschen und da habe ich abgeschaltet nach dem Sekt und ja.
Weil du wirst natürlich nicht, dass er dich dann hier bloß wenn er höflich wäre, würde er es auch nicht machen, aber es gibt immer natürlich eine Gefahr, dass er das eigentlich möchte. Er möchte das zeigen. Und er muss dann natürlich als der... Weinwisser der Runde am Ende des Abends übrig bleiben lassen. Das kannst nie du sein. Ja, okay.
Wir kommen nicht so richtig dazu, diese Flaschen zu besprechen. Das stimmt. Aber wir lassen es jetzt beim Sekt. Der hat so eine leichte... Der duftet ein bisschen nach Steinobst. Ein bisschen Aprikos, hat ein bisschen Pfirsich, alles sehr, sehr zart und elegant. Hatte gewisse Cremigkeit. Eine sehr gute integrierte Säure. Du hast ein bisschen Brioche in der Nase. Der Wein ist jetzt nicht staubtrocken, das kannst du nicht ablesen, aber das schmecken wir. Du kannst es nachlesen. Wenn du zu Gast irgendwo bist, weißt du nicht, was es zu trinken gibt, deswegen muss man da aufpassen. Du kannst auch nicht zu Hause so angehen, wenn er zu dir kommt, weil du dich stundenlang über alle Weine eingelesen hast und dann kommst du zu ihm und kannst keinem irgendwas sagen, weil du natürlich überhaupt nicht weißt, was es gibt, sondern du musst dann dieses Wissen schon irgendwie drauf haben und auch sensorisch mitbekommen, organolettisch. Genau. Aber das würde mich noch interessieren, weil das habe ich ja bei wichtigen Folgen bei unseren Live-Verkostungen, habe ich das am Anfang gemacht, dass ich mir, also dann habe ich in Erfahrung gebracht, welche Weine gibt es und habe mich dann eingelesen und festgestellt, dass wir die ganz anders verkostet haben. Also wenn da Stand da ist, was weiß ich, da ist eine Pfirsichnote drin oder eine Erdbeernote. Und dann haben wir im Podcast kein Wort Pfirsich. Genau. Ja, genau.
Also was... Das passiert mir ja selber, der ich nun auch für den Pfalz da verkoste, dass ich Weine beschreibe und drei, vier Monate später gibt es dieses gedruckte Büchlein und ich kriege den Wein nochmal ins Glas und ich probiere den und lese dazu, was ich geschrieben habe vorher, drei, vier Monate und denke so, wer war das? Welcher Wein war das? Von daher ist das völlig legitim. Das liegt daran, dass der Wein natürlich meistens dann verkostet wird, ganz zu Beginn oder noch bevor er überhaupt auf dem Markt ist. Und da ist er entweder noch ein bisschen unruhig, er ist einfach noch zu jung und mit ein bisschen Reife legt sich das und das Geschmacksbild verändert sich auch. Und diese absolute Primärfrucht, die manchmal sexy ist, manchmal nervig, manchmal einfach, die geht so ein bisschen weg und dann kommt die Ernsthaftigkeit und der Wein ist dann demaskiert. Weil diese erste, diese Gärkohlensäure, die siehst du hier auch noch, sogar noch ein bisschen, aber jetzt nur vom Einschenken. Der Wein ist 23, den ich jetzt einem Weißburgunder von Philipp Wittmann eingeschenkt habe. Fantastischer Wein für mich. Deswegen habe ich hier auch mitgebracht, diese Anfangskohlensäure verschwindet und auch diese allererste Frucht und der Wein schmeckt dann einfach anders. Und, Ehrlicher, so wie er auch echt schmeckt. Okay. Und heißt das, dass ich diese Weinbeschreibung eigentlich in der Pfeife rauchen kann?
Nicht wirklich, aber dich nur an der Weinbeschreibung festzuhalten, ist kein guter Rat. Und gibt es verschiedene Weinbeschreibungen? Also das eine und derselbe Wein ganz unterschiedlich beschrieben? Genau, es gibt unter... Genau, weil das immer noch Menschen machen. Das machen keine Maschinen. Du kannst zwar auch wie jetzt heute ChatGPT befragen und da wirst du eine relativ gute Info bekommen, also auch über diesen Wein. Wie er schmeckt und die werden die Infos von unterschiedlichen Verkostern zusammenziehen und daraus dann Überschneidungen berichten und das könntest du natürlich auch machen. Aber diese eine Wahrheit gibt es nicht. Und ob er dir schmeckt, schon gar nicht. Da steht nämlich nirgends drin.
Und wenn er mir schmeckt, muss er dir nicht schmecken und umgekehrt. Also wenn ich sage, da ist jetzt Pfirsich drin, weil ich das gelesen habe, dass es für sich drin ist und mein Schwiegervater sagt, nee, da ist Ananas drin, dann könnte ich nicht sagen, nee, nee, aber da in Pfalzdaf stand, da ist Pfirsich drin. Natürlich nicht, also da wirst du nicht der Klugscheißer sein, sondern du würdest dann sagen, aha, ja, Ananas habe ich auch ein bisschen. Du hast mich doch gesehen die letzten vier Jahre, ja, genau. Und dann könntest du natürlich sagen, ich meine, du riechst rein und du hast Pfirsich gelesen und riechst rein und denkst dir so, Pfirsich, Pfirsich, komm jetzt bitte, Baby, gib mir, wo bist du? Und vielleicht findest du ihn irgendwo, ja, und dann sagst du so, oh, ist vielleicht nur so ein Weinbergspfirsich, der nicht so wie so ein saftiger, eingelegter Pfirsich in der Dose ist, sondern wirklich einfach ein bisschen anders, ein bisschen heller, ein bisschen gelblicher, weißer, weißer. Und dann kannst du natürlich sagen, jetzt habe ich den Pfirsich oder ich bringe es trotzdem raus. Und dann sagt er, nein, es schmeckt Ananas. Und dann kannst du natürlich sagen, Pfirsich haben sie gar nicht. Und dann, wenn er nett ist, sagt er, ja, vielleicht. Oder er sagt, nee, also das ist ja wirklich wie Ananas. Und dann sagst du, okay, mein Stur, wichtig, Tue.
Da muss die Frau schon echt sehr, sehr nett sein, dass man ja, aber das sieht natürlich, vielleicht ist der auch total nett und er denkt sich, er will erst mal so eine gewisse Distanz aufbauen oder er will mal zeigen, so irgendwie keine Ahnung, bei uns oder du willst meine Tochter nur wegen des Geldes, man weiß es ja immer nicht das kann ja auch wirklich einfach nur so ein erster Abend sein und man denkt so, Gott, das war anstrengend und danach wird es aber total nett ja, also, man weiß es nicht Was ich jetzt eingeschenkt habe, ist ein weißer Burgunder von Weingut Wittmann. Der kann weißer Burgunder oder weiß Burgunder. Das ist immer das Gleiche. Gehört zu den Rebsorten der Burgunder-Familie. Da gehören dazu Chardonnay, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder, also ein Rotwein gehört auch zur Burgunderfamilie. Oxarrois, das sind die Main Characters der Burgunderfamilie. Das heißt, da kannst du immer sagen, das ist ein schöner Burgunder. Heißt also, das ist ein Wein aus einer dieser von mir gerade erwähnten Rebsorten. Auch wenn da kann auch Pinot Blanc draufstehen, ist die französische Bezeichnung für Weißburgunder, ist alles immer das Gleiche. Oder Pinot Gris oder Pinot Grigio oder Pinot Bianco. Pinot Grigio ist das Gleiche wie Grauburgung. Genau so ist es. Aber Grauburgung und Chardonnay sind unterschiedlich. Unterschiedliche Rebsorten, die aber verwandt sind. Kommen ja aus der gleichen Familie.
Ich gucke, ich sehe, das ist auch ziemlich hell. Erstmal guckst du natürlich schon heimlich auf das Etikett. Ja, habe ich. Was kannst du erkennen am Etikett? Am Etikett kann ich also erstmal den Jahrgang erkennen, also 2023. Es steht sogar drauf, dass es trocken ist. Also es steht ja meistens drauf, dass es trocken ist, wenn es trocken ist. Dann sehe ich den Winzer, also Weingut Wittmann und dass er aus Rheinhessen kommt. Und ich sehe 12 Volumenprozent Alkohol. Auch eine wichtige Information. Genau, da siehst du noch Öko-Zertifikat und hier unten ist noch irgendwie, in der Speck-Gruppe ist er auch noch.
Also weißt du, der Wein ist relativ jung und er ist relativ leicht, weil 12 Alkohol ist relativ leicht für Weißwein. Wäre auch für Rotwein leicht. Also leicht, wenn er trocken ist. Genau. Alles 12, 12,5 ist immer leicht. Und alles so über 13. Bei 13 würde man es nicht kommentieren. Zumindest was auf dem Etikett steht. Und bei einem Rotwein mit 13 wäre aber auch leicht. Ein Rotwein ab 14 würde man nicht mehr kommentieren. Über 14,5. Wenn er so 15 steht, könnte man schon sagen, oh, das ist aber ein kräftiger Rotwein, weil es viel Alkohol ist. Und auch der Weißwein, der über 13,5 hat, also 14 Alkohol, würde man auch beim Weißwein schon sagen, das ist immer ein kräftiger Weißwein. Okay. Okay, aber der sieht jung aus, weil er so hell ist. Genau, die Farbe ist das eine. Ein junger Wein kann auch tieffärbiger sein, wenn er im Holz ausgebaut wurde. Ja. Genau, dann gibt das Holz noch ein bisschen Farbe ab. Und der wurde jetzt nur im großen Holzfass ausgebaut. Also da bleibt auch nicht viel hängen an den Rändern, jetzt so kirchenfenstermäßig, würde ich sagen. Nee. Dann rieche ich rein. Ja.
Ja, das ist dieser Weingeruch, den ich rieche, aber den ich irgendwie, ich weiß nicht, wie ich den beschreiben soll. Ja, also hier habe ich tatsächlich jetzt vielleicht auch nur, weil du es vorher gesagt hast, weiß ich nicht, aber ich habe ein bisschen Ananas. Okay. Tatsächlich, ja. Und ein bisschen Zitrus, ein bisschen Zitrone in der Nase.
Am Raum und die Zitrone ziemlich stark. Einen leichten Schmelz, nicht sehr cremig. Eine gute, frische, eine sehr lebendige Säure. An der Unterlippe merke ich richtig, dass es ein bisschen vibriert. Das ist für mich das Zeichen für die Säure. Er ist nicht wahnsinnig lang. Also das heißt, wenn ich den Wein runtergeschluckt habe, wie lange bleibt er in meinem Mund? Und ich fange an zu zählen und sage, runtergeschluckt, eins, zwei, drei, vier, fünf und dann ist er schon weg. Dann ist das jetzt nicht wahnsinnig lang. Es gibt auch Weine, die bei drei schon weg sind. Und es gibt Weine, da kann ich zweimal bis 60 zählen und die sind immer noch da. Damit würde man die Länge definieren. Du wirst dem Schwiegervater nie sagen, der ist aber nicht lang. Der ist aber kurz. Nee, da sollte man lang und kurz komplett vermeiden.
Aber da könntest du sagen, ein bisschen Ananas, ein bisschen Citrus habe ich, sehr lebendige Säure, sehr, sehr elegant, sehr fein. Der Wein hat also nichts Plakatives, keine laute Frucht, keine kitschige Frucht, sondern hat eher eine Eleganz und am Ende so eine leichte Salzigkeit auch, eine leichte Salinität auch, wenn es hinten am Gaumen zusammenfließt. Das ist schwer zu, aber kann man ja schmecken. Das ist ein bisschen so an der Seite. Ja, genau. Genau, so eine leichte Salzigkeit. Ja, super, super Wein.
Also man sagt ja, Weißburgunder, ich meine, zu diesen Rebsorten sind wir gar nicht so großartig gekommen, aber Weißburgunder ist so ein bisschen weniger sauer als Riesling zum Beispiel. Ja, also Riesling transportiert die Säure mit am besten auf jeden Fall. Aber der geht ja ein bisschen in eine Riesling-Richtung. Naja, man muss wissen, dass der Winzer bekannt ist für seine Rieslinge und auch sehr viel Riesling produziert. Und das sind meistens dann Winzer, die auch darauf achten, dass auch ihre anderen Rebsorten mit einer guten Säurestruktur ausgestattet sind, indem sie vielleicht ein bisschen Riesling damit reinpacken. Das dürften sie. Dürfen sie bis 85 Prozent einer Traube muss drin sein, dass die auch draufstehen darf. Im deutschen Weingesetz, im österreichischen übrigens auch, ist es in manchen Ländern ein bisschen anders.
Und die anderen 15% kann man aber frei wählen. Das ist jetzt kein Problem, wenn man beim Weißburgunder ein bisschen Riesling mit reinpackt, damit es einfach noch frischer wirkt und eleganter und weniger Alkohol. Ich brauche aber zum Beispiel bei einem Weißburgunder nur 5% einer sehr, sehr aromatischen Rebsorte, wie zum Beispiel Gewürztraminer oder Muscat Ortonel oder Sauvignon Blanc reinpacken. Und der ganze Wein würde nur nach Gewürztraminer riechen und schmecken. Also die machen das und dann würde es zwar nicht draufstehen, aber du würdest denken, Alter, aber das schmeckt ja überhaupt nicht nach Weißburgunder. Und auch das muss man wissen, kann man nicht erkennen. Krass, okay. Also 5 Prozent war das das, was okay ist, was ich reinkippen kann? Nee, 15. 15. Reinkippen mag ich nicht. Das Wort reinkippen klingt nicht, also kuvertieren, verblenden, also reinkippen. Nee, also reinkippen.
Ja, man muss die Weinwelt auch ein bisschen herausfordern. Das muss man und man darf das auch nicht zu aristokratisch sehen. Ich bin ja auch bei dir. Wenn ich jetzt, ich muss gleich los, weil ich den nächsten Termin habe. Aber vielleicht ganz kurz zusammengefasst, wenn jetzt jemand heiß geworden ist auf Wein und sagt, da will ich mehr von wissen, der weiß natürlich, okay, jede Woche diesen Podcast hören, das hilft natürlich enorm. Aber was kann der in der Zwischenzeit machen? Was wäre der nächste Schritt, um sich jetzt mehr mit Wein zu beschäftigen? Also zum einen kann man und soll man sehr viel lesen, um erstmal die Theorie zu verstehen, die ganze Weinwelt, die Regionen, die Rebsorten, wo ist was. Und dann bleibt es nicht aus, dass man eben viel verkosten muss, probieren muss, um zu sagen, ich nehme mir einen...
Extra-Brüt, einen Dry, einen Extra-Dry, einen 3, um zu sagen, wo ist überhaupt die Süße, damit ich das mal schmecke. Schmecke ich das auch? Und dann ist es ja unter Umständen ratsam, zu so Verkostungen zu gehen vielleicht. Das ist vielleicht am Ende günstiger, als sich selbst die ganze Weine zu kaufen. Das ist es, weil du brauchst, um das verkosten zu können, immer nur einen kleinen Schluck und musst aber immer die ganze Flasche kaufen und aufmachen. Und deswegen ist es dann eigentlich, und was macht man oft, dann trinkt man es auch. Und das ist ja dann, das ist nicht so gescheit. Das ist natürlich auch Alkohol und da sollte man bedacht damit umgehen. Aber da kann man zum Beispiel Wein messen, gibt es ja auch für Endverbraucher, also gar nicht nur für Experten, kann man hingehen und das schon mal durchprobieren. Aber sich wirklich einmal konzentrieren und vielleicht vom Weingut dann mit dem Schluck Wein und mit der Beschreibung, wie das Weingut das beschreibt.
Und zu schauen, wo sehe ich Übereinstimmungen mit meinem persönlichen Geschmacksprofil und da ist ein Geruch, den ich nie so definieren konnte und da ist er wieder und da ist er wieder und dann frage ich jemanden oder versuche es mir einzulesen und denke, okay, in allen drei Weinern steht, dass das nach bananisch riecht. Aber ich kriege Banane und Wein nicht in mein Hirn rein. Ja, aber wenn ich diesen Geschmack oder diesen Geruch dann herausgefunden habe, das ist zum Beispiel oft bei jungen Chardonnays, die kurz nach der Gärung schmecken wie nach Banane. Das ist komplett krass. Das ist also eigentlich nie bei Rieslingen. Bei Rieslingen kann der so nach Gletschereisbonbon. Sehr intensiv. Wenn ich aber es nicht bezeichnen kann, aber ich lese bei allen drei Weinen etwas, was immer übereinstimmend ist und ich habe es auch geschmeckt, dann kann ich sagen, okay, rieche ich jetzt nicht so wie für mich diese klassische gammelige Banane, die jetzt schon so braun ist, dass ich überlege, wie verarbeite ich die.
Aber es ist Banane, aber es ist vielleicht eine ganz junge Banane, die noch ziemlich grün ist und einen sehr zarten Bananenduft hat. Und dann musst du es natürlich für dich abspeichern und manche können das sehr, sehr gut und können in dieser Branche wirklich quasi groß werden und andere können es überhaupt nicht gut. Ich kann mir zum Beispiel überhaupt nicht gut merken, bei dem Film, was da passiert ist und so weiter, habe ich schon wieder komplett vergessen, obwohl ich den Film schon geguckt habe. Wird dir nie passieren. Und ich weiß aber noch, was ich vor 20 Jahren dort und dort getrunken habe, weiß ich noch ganz genau, wie es geschmeckt hat. Das ist krass. Das habe ich schon mal erzählt, aber das ist so bezeichnend für mich. Das ist ein Jahr her, ich habe ein Wassereis gegessen.
Und ich dachte, den Geschmack kenne ich doch. Also ein Wassereis. Künstliches Aroma, hoch 20. Aber ich bin nicht drauf gekommen. Irgendwann dachte ich, das muss doch schmecken. Minutenlang bin ich nicht drauf gekommen. Dann gucke ich nach, es ist Ananas.
Da dachte ich, okay, vielleicht bin ich nicht der Typ, der sich so krass im Geschmack kenne. Aber wer der Wettermeyer zu Gast, der sagt, ich trinke eigentlich auch gar kein Wein, weil es schmeckt für mich alles gleich. Dann ist es doch nur Alkohol. Und das ist dann auch, das ist ja auch eine Erkenntnis. Ist auch gar nicht schlimm. Wichtig ist schon, dass man sagt, ich habe hochwertige Weine, gerne naturnah ausgebaut oder mit Einklang der Natur, mit möglichst wenig Schwefel, um einfach bekömmlich keinen Schädel zu haben. Ja, Michi, wir müssen diesen Podcast leider, wir müssen zum Ende kommen, weil, Termine, Termine, Termine. Was ist denn in dem Weinpaket für heute noch enthalten? Ja, also zum einen glaube ich, da merken wir an der Stelle, vermissen wir Lars, weil er ist immer der, der auf die Uhrzeit schaut und wir verplaudern uns in dieser bunten Weidwelt. Ich habe einen roten Bordeaux ausgesucht, weil ich das eine wahnsinnig spannende Region finde, die klassifiziert wurde im Mitte des 19. Jahrhunderts. Das hat sich nie verändert, diese Klassifikation ist also wirklich, wirklich spannend. Der Wein heißt Lamotte Bergeron aus dem Jahrgang 22, ein fantastischer Jahrgang. Ja, gerade er ist auf den Markt gekommen. Vielleicht machen wir ein Speedtasting daraus irgendwann und verkosten den Wein nochmal nach und dann habe ich extra für dich einen feinherbernen Riesling von Nick Weiß noch ausgesucht, der dir hundertprozentig geschmeckt hätte, wo wir nochmal über die Süße, aber haben wir da vorher schon gesprochen, auch hätten sprechen können.
Es ist, so ganz strukturiert kann man sowas glaube ich nie machen. Und es ist auch zu groß und zu weitläufig. Wir haben über Temperaturen und Gläser und deswegen gibt es diesen Podcast. Aber ich hoffe, dass wir den einen oder anderen vielleicht damit gekriegt haben, sich ein bisschen mehr zu beschäftigen. Und wir haben wirklich auch einige Hörer, die sich reingefuchst haben, unterschiedliche Sommediploma schon gemacht haben, Wettbewerbe mitgemacht haben und wirklich die Leidenschaft zum Wein auch entdeckt haben. Und vielleicht kommen noch ein paar dazu nach der heutigen Folge. Schön wär's. Genau. Ja, schön wär's. Also ich kann das auch nur unterstreichen. Ich bin ja wirklich als totaler Newbie in diesen Podcast gekommen und glaube auch nicht, dass man das so, dass man irgendwann mal alles über Wein wissen kann, sondern dass das irgendwie ein sich ausprobieren und reinprobieren ist. Ja, und jemanden wie dich da zu haben, das ist ein Geschenk. Ach, wie schön. Ja, geht mir genauso. Weil ich glaube, am wichtigsten ist, dass man diese Leidenschaft für Wein, dass man das irgendwie, das ist ein Produkt. Und ich war jetzt gerade in Rom und am Weingut Omina Romana. Und wenn du dort siehst, wie das dort ausschaut und den Winzer siehst oder die Winzerin Katharina Börner war schon bei uns im Podcast. Du hast sofort eine Emotion dazu. Und das ist es. Es ist eben nicht nur Alkohol, der dich irgendwann mal schugge macht, sondern es ist eine.
Jahrtausende alte Kultur. Und das hat wirklich eine Magie. Sehr schön. Super Schlusswort. Aus Leben. Danke.
Music.