Wir sind beim Speedtasting und wir haben einen Sparkling. Ja, nicht nur irgendeinen Sparkling, sondern die Königin des Sparklings. Ein Champagner. Ein Champagner. Ein Champagner für 10 Euro. Oh, hey. Unter 10 Euro. Und die Kunst ist, eine Flasche Champagner so aufzumachen, dass der Korken nicht raus, dass es ganz leise ist. Okay, und wie? Und das versuche ich jetzt gerade. Warte mal. Ich bin jetzt gerade dabei. Und das muss man mit sehr viel Kraft Nicht sagen, nichts sagen. Warst du das Lars? Aber sag mal ganz kurz, wie kriegt man das denn so hin? Gegenhalten. Extrem gegenhalten und dann leicht anschrägen in dem letzten Teil und dann geht ganz langsam die Luft raus, aber das strömt jetzt also keine... War das jetzt okay? Es geht noch leiser, aber das war eigentlich okay. Das war schon sehr leise, ne? Ja gut, aber das klang ja schon ein bisschen... Und kriegt man das auch hin, wenn die Flasche vorher sehr stark bewegt wurde. Eher weniger. Habt ihr schon mal gesäbelt eigentlich? Habt ihr schon mal eine Flasche mit so einem Champagner-Säbel? Aber würde ich gerne machen. Ja, lass uns das mal machen. Hast du so ein Säbel? Ich habe ein Säbel zu Hause, wir haben einen in der Firma. Und was macht man dann? Erklär mal, was macht man dann? Also es ist gar nicht so schwer. Es gibt immer eine Naht bei jeder Flasche. In dem Fall ist die hier. Und dann machst du oben die.
Agraffe ab. Und die Agraffe ab, genau, und die Folie. Und dann fährst du ganz flach entlang der Flasche. Und hier bei diesem Widerstand, da bricht das dann. Von unten nach oben geht man. Also du fährst da entlang und zack. Und wieso entlang der Naht? Der Naht, weil das die am leichtesten hier dann abbricht. Okay, die Naht sieht man, ach da ist das. Und wo geht jede Flasche zum Naht? Aber dann geht trotzdem der Korken raus. Es geht nicht, oder geht die Flasche kaputt? Nein, der Korken bleibt in der Flasche, in dem Flaschenhals bleibt der Korken. Das heißt, was übrig bleibt, ist hier eine sehr raue, extrem schneidige, also scharfe Kante. Und dann? Und dann ist der Korken mit dem Stück Glas weg und die Flasche ist geöffnet und es ist nur ein bisschen Flüssigkeit rausgegangen. Okay, das heißt, aber geht da nicht ganz viel Splitter und so? Überhaupt nicht. Da ist ja irgendwie so fünf Bar drin, wie so ein Autoreifen. Das heißt, es kann kein Splitter in dieser Flasche sein. Null. Aber trotzdem macht man das normalerweise in einem Restaurant nicht. In einem Restaurant nicht, weil der knallt ja irgendwo hin und dann knallt ein anderer Gast ab oder so. Ja, aber ich war mal in Klauz oder so, da tanzende Türme da oben. Da gibt es auch irgendwie so eine Flasche irgendwas für sehr, sehr viel Geld und die wird dann angeblich mit dem Säbel geöffnet.
Ja, das ist... Leute! Wichtig. Das ist so neureichend Zeug. Also wenn ihr mal von einem Glas umgebenden Korken irgendwie auf den Kopf kriegt, auf den Kiez, dann wisst ihr, woher er herkommt. Aber das ist also das Erstaunlichste, finde ich jetzt, dass ich, jetzt sehe ich das auch, jede Flasche hat so eine Naht. Ja. Echt? Ja, also auf jeden Fall bei der Champagnerflasche ist es so. Ach so, aber bei Weinflaschen? Das weiß ich gar nicht. Ich habe jetzt in der Nase so, kennt ihr geraspelten Apfel? Habt ihr das früher als Kinder? Ja, Geraspelapfel habe ich in Naturjoghurt immer gemacht mit Müssen und Honig. Bechermüssen ist der Stichwort. Also wir trinken Le Gras und Haas Cuvée Intuition heißt dieser Champagner. Der besteht aus allen drei dieser wichtigen Champagner Rebsorten. Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Hinten steht sogar drauf und das ist eigentlich ganz cool. 64% Chardonnay, 22% Pinot Noir und 14% Menü. Chardonnay ist die einzige weiße, die anderen zwei sind zwei roten. Dann steht Base 2021, das heißt, die Mehrheit dieser Weine, Champagner, wenn er kein Vintage ist, ist ja immer eine Cuvée aus mehreren Jahrgängen. Nochmal, was ist Vintage für alle, die das nicht kennen? Wenn die Trauben nur aus einem Jahrgang kommen. Wie bei jedem Wein. Also bei fast jedem Wein. Bei 98%. Aber hier steht kein Jahrgang drauf, sondern es steht nur drauf, die Base ist aus 2021.
Meistens sind so 70 Prozent. Dann steht drauf, das Degorgement-Date. Degorgiert nochmal? Wisst ihr, was heißt? Degorgiert? Ja, das weiß ich. Auch rein, Axel. Das wird ja so schief gelagert und dann ganz kalt oder sowas und dann fliegt vorne irgendwas weg. In der zweiten Vergärung wird die Hefe mit Zucker nochmal quasi die natürliche Kohlensäure kommt in die Flasche und dann wird das gerüttelt und am Ende, Steht die Flasche Kopf, die Hefe ist in diesem Flaschenkopf drauf, dann wird das in ein Eisbad getaucht, aufgemacht, ist ja nur mit der Kronkorken verschlossen, dann schießt die Hefe raus und dann wird es mit der Dosage aufgefüllt und dann ist es verkaufsfertig. Und das ist dieser Zeitpunkt der Dosage und das haben die gemacht im Januar 2024. Aber ist das deswegen, dass es verschiedene Jahrgänge sind, weil die Dosage nie aus dem... Nein, das hat mit der Dosage nichts zu tun, sondern sie wollen, dass die Blend, die Base Blend oder diese Intuition möglichst immer gleich schmeckt. Blend nochmal bitte. Blende ist die Cuvée.
Das heißt, wenn du... Blende ist die Cuvée. Es gibt ja, oder es gab, keine Ahnung, von der Reihenfolge, nochmal, wo wir durch diese ganzen Dinge durchgehen. Noch einmal eine einzelne Sitzung mit mir, wo wir quasi die Weinwelt nochmal erklären. Das haben wir uns vorgenommen. Für alle, die jetzt später dazukommen. Aber ich habe jetzt gerade auf der Weinmesse am Hamburger Hafen, habe ich ausgeschenkt. Also in Wochenende, da kam einer dazu und sagt, oh Mensch, Michael Kutte von den vier Flaschen. Und ich so, ja. Ja, ich bin jetzt bei Folge 42. Keine Ahnung, also vor zwei Jahren oder so. Und ich sauge jedes Wort auf, das ihr drei sagt. Und ich so, wow. Hat er ihr drei gesagt? Sei ehrlich. Er hat nicht ihr drei gesagt. Er hat nur gesagt, was Axel und du sagst. Wenn ich jetzt rot geworden bin, dann hat das damit gar nichts zu tun, dass ich jetzt ihn verlegen halte. Das war wirklich so. Er hat auf jeden Fall gesagt, die Kombi ist mega. Und dann steht nochmal drauf, Dosage, Brüt, also es ist trocken, sechs Gramm pro Liter. Und das ist entscheidend. Das heißt, das, was dann rausschießt durch die Hefe, wird aufgefüllt mit der Dosage. So heißt das Produkt, das da reinkommt. Das kann sein, dass ein Weingut sagt, ich nehme das, was da rausgekommen ist und fülle es mit dem nächsten auf. Dann ist es Zero-Dosage. Das heißt, die fügen nichts mehr dazu, sondern nur das gleiche Produkt und füllen es einfach auf. Das kommt da raus und die fangen es auf und tun es wieder rein? Nein, nein, nein. Sondern die öffnen eine weitere Flasche und aus der schütten sie das dann da rein. Man muss ja sagen, wir haben noch nicht über den Geschmack gesprochen.
Ich finde es mega. Es ist wirklich mega gut. Ich befürchte, es wird nicht unter 10 Euro kosten. Aber es ist wirklich... Und ich bin ja überhaupt kein Champagner-Fan. Anders als ihr beiden kleinen... Nee, nee, nee. Sagen Sie bei Hasen. Aber ich muss sagen, das ist so... Sag den Spitz noch mal. Das ist richtig, richtig geil. Ich finde es richtig gut. Und versuch mal, das zu beschreiben für die Menschen.
Ja, ich versuche es zu beschreiben. Brioche. Ja, Brioche, aber es ist auch nicht so typisch. Ich finde, es ist nicht so wahnsinnig brioche, cremig. Es ist nicht zu schwer. Ich finde, es hat so eine tänzelnde Leichtigkeit. Finde ich wirklich. Die ist so charmant. Genau. Charmant finde ich auch gut. Es ist irgendwie ein charmanter Wein. Überhaupt nicht aufdringlich, leicht, beschwingt. Nee, gar nicht brioche. Also ja, so ein bisschen. Aber diese Zitrus, Zitrone hast du stark. Bleibt auch lange richtig zitronig. Ein bisschen, dass einem sich fast so ein bisschen den Mund verzieht. Und am Gaumen hinten habe ich fast so ein bisschen Salbei oder so.
Und ich war in Südafrika und dann haben die mir die besten Cup-Klassik, die nach gleicher Methode gemacht werden. Und das waren tolle Sekte, aber... Nichts kommt an diese Finesse der Champagner. Diese Säurestruktur. Wobei, ich finde am ehesten noch englische Sachen. Diese Nighttimber-Sachen, die wir mit Francis Fulton Smith zusammen getrunken haben, das geht schon sehr. Weil sie quasi auf der anderen Seite sind. Deswegen fahre ich ja jetzt demnächst im Sommer durch Südengland, um mir das mal anzugucken. Wunderbar. Also die Region Sussex, rund um Brighton oder so, say hello. Es gibt einen Meinungsgrund, Gus Bourne. Die machen einen fantastischen Rosé mit Jahrgang. Kostet leider 60 Euro oder so. Jetzt denkst du, kann ich auch Champagner kaufen. Weil der übrigens... 40 Euro. Ja, 39,90. 40 Euro. Und ich gebe... Pass auf, Leute. Das ist Entry-Level für... Ich gebe 10. Komm, ich bin in der... Doch, ich finde es Preis-Leistung. Champagner, alle wollen Champagner. Und das ist mal... Wenn ich immer einen Champagner habe, der mir wirklich schmeckt, dann muss ich 10 geben, weil sonst bin ich immer bei 5. Hm. Also bin ich mit 10. Ich weiß, dass ihr beide darunter bleiben werdet. Ja, stimmt. Ich gebe auch 10. Nein! Du bist auch 10? Ich finde es richtig gut. Das sind 10 Michael-Q-T-Punkte. Das sind 10, Michael, gute Punkte sind 14.
Axel und 23 Lars-Punkte. Ich kriege fast schon Gänsehaut. Ich finde es echt stark. Jetzt kommt man, jetzt Axel sagt 4. Nein, es sieht auch schick aus. Machst du 8. 28 Punkte, aber es ist schon gut. Ich glaube, wenn du jetzt rausgehst, zu den Kollegen, das einschenkst, sind die alle total begeistert. Und für ein Champagner ist es, Michael, nicht zu teuer. Wenn du hier rausgehst und dir das einschenkst, das können wir gleich mal machen. Dann verlängern wir diese Folge. Wir gehen gleich mal raus und sagen, wie schmeckt dir das? Das würde mich mal interessieren. Auf einer Skala von 1 bis 10. Auf einer Skala von 8 bis 10. Man darf nicht beim Alkohol ausschenken am Arbeitsplatz.
Aber ich würde den Test... Das ist hier jetzt ja... Aber wenn der Chef sauft. Nein, der Chef sauft auch nicht. Der Chef verschluckt sich am Champagner. Der Chef degustiert. Das ist wirklich, Leute... Das ist schon richtig gut. Ich finde, die Flasche sieht jetzt nicht so elegant aus. Wenn wir hier zu anderen da gehen und das da ausschenken, dann sagen die, ja. Das hast du gesagt. Wir haben noch fünf Sekunden. Ich möchte mich davon distanzieren. Aufs Leben, Leute. Bis nächste Woche. Tschüss.