Vier Flaschen, der Wein-Podcast der Funke Mediengruppe. Unser Partner Havesco feiert 60-jähriges Jubiläum und macht jeden Wein zum Erlebnis. Das vorgestellte Vier-Flaschen-Paket ist versandkostenfrei bestellbar auf havesco.de. Herzlich willkommen zu einer Folge ohne Axel. Was ist lieber Michael? Hier spricht der Lars. Warum ist der so oft weg? Weil der so viel Urlaub hat. Weißt du was, ich habe heute gelernt, nein, ich habe heute gelernt, der hat so viele Überstunden, dass der wirklich, glaube ich, 20 zusätzliche freie Tage hat, die er irgendwann mal abbauen muss. Aber es ist doch gut, dass er die auch dann bekommt von dir. Du bist ja ein sehr... Das weiß ich nicht. Ich würde am liebsten natürlich, dass er sagt, also für die vier Flaschen könnte er doch verzichten. Finde ich auch. Das hat ja nichts mit Arbeit zu tun. Zumal er für diese Weine, glaube ich, eigentlich immer reinkommen wollen würde. Eigentlich müsste er es. Weil wir haben nämlich zu Gast erstmal Hans Rehpols. herzlich willkommen. Dankeschön. Lieber Hans, du kommst aus dem weltbekannten Siebeldingen. Wo ist das genau?
Siebeldingen ist ein kleines Dorf. An Deck war ich gelegen, flussaufwärts, nähe Landau. Landau in der Pfalz ist vielleicht noch ein Begriff. Absolut. Wenn das dann noch größer sein soll, dann sage ich mal zwischen Karlsruhe und Mannheim-Ludwigshafen auf halber Strecke, sage ich mal.
Und du hast, also erstmal, wie schön, dass du da bist. Sie sind heute um drei in der Früh losgefahren aus der Pfalz. Wow. Um hier um 10 Uhr morgens einen Podcast aufzuzahlen. Ja, wow. Das ist ganz groß. Und ich habe mich schon, als ich dann gestern Abend mich so ein bisschen einlasse, habe ich mich schon gedacht, ich freue mich wieder. Es ist ja oft so, das ist ja Zufall, wenn Axel nicht da ist, haben wir manchmal so herausragend überraschende Weine. Und mein Gefühl ist, dass es heute auch so sein könnte, Michael. Oder ist es ein Gefühl, was trügt? Überhaupt nicht. Ich bin ein großer Rehpols-Fan. Ich muss sagen, ich habe Hans jetzt auch erst kennengelernt. Ich kenne deinen Papa Hans-Jörg schon seit vielen Jahren. Der übrigens letztes Jahr ja offiziell auch zum Ökonomierad. Also das Weingut heißt Ökonomierad Rebholz. Ja, genau. Weil der Ökonomierad, was ist das für ein Titel? Das ist eigentlich ein Berufsehrentitel, den wir in Rheinland-Pfalz noch vergeben können für besondere Dienste in der Landwirtschaft. Das wird vom Land Rheinland-Pfalz vergeben. Damals war es mein Urgroßvater und der hat den Titel bekommen, weil er eigentlich ein absoluter Pionier im Qualitätsweinbau an der südlichen Weinstraße war. Also im südlichen Teil von der Pfalz, war in den ersten Nachkriegsjahren einer der Betriebe, der ausschließlich auf Flaschenweinvermarktung im Premiumbereich gesetzt hat und damals auch schon Naturrein. Also das Weingut hieß in der Anfangsjahre auch Naturweingut Rebholz.
Das wurde dann im Laufe der damaligen Weingesetzänderungen verboten. Naturrein darf ja auf keinem Etikett an sich stehen, man kann das so betiteln, aber an sich darf das nicht mehr so genannt werden. Und da wir im Dorf viele Familien Rebholz haben und auch damals mehrere Weingüter aktiv waren und auch ein nahestehender Familienzweig in Landau Kellerei betrieben hat, wurde das Weingut dann Ökonomierad Rebholz benannt, nachdem Naturweingut Rebholz nicht mehr möglich war. Das heißt, du bist die dritte Generation? Die vierte. Die vierte Generation, okay. Genau. Und war für dich klar, dass du das machen würdest oder musste dein Papa dich überreden? Ja, also ich weiß nicht, wie unsere Eltern, muss ich eigentlich sagen, angestellt haben, weil ich habe ja noch einen Zwillingsbruder und es gab nie das Gespräch zwischen Vater und Kinder, so jetzt müsste man mal so langsam drüber sprechen, ihr kommt jetzt in ein Alter, wie geht es weiter, sondern das war eigentlich ein fließender Übergang mit der Aussage irgendwann, ja gut, die Schule ist dann rum, da sollte man was machen, sondern es war vielmehr so, okay, parallel zu der Schulzeit war es immer das, okay, was passiert eigentlich gerade im Betrieb.
Man wird natürlich dann auch vom Großvater mit so Sachen wie Traktor fahren mit zwölf oder sowas, wird man dann so ganz langsam angefixt, wie ein Kind auf dem Pausenhof, darf man Traktor fahren im Weinberg und das ist natürlich ganz besonders. Irgendwann merkt man, okay, es ist viel mehr als Traktor fahren, sondern es sind auch der ganze Prozess von Reben, Pflanzen bis dann am Schluss zum Wein und das ist, Also ich muss wirklich immer wieder, wenn ich drüber nachdenke, sagen, es gibt keinen Beruf, der so vielfältig ist wie Weinbau. Und ich könnte mir auch nicht vorstellen, in einem anderen Beruf tätig zu sein.
Ich habe noch nie überlegt, morgens, wenn ich aufstehe, das ist mir jetzt zu viel. Das kann man sich so vorstellen. Man denkt immer, aber wir auch darüber reden, dass es Michael sagt immer, Vorsicht an der Bahnsteigkante, es ist harte Arbeit. Aber na klar, ich glaube, wenn man da reingeboren wird, und es kann ja eigentlich nichts Schöneres geben, als sich auch mit diesem Produkt zu... Wie viele Leute stellen irgendwie, Entschuldigung, langweilige Maschinen? Oder ich habe neulich einen Freund von mir, der vertreibt so Lichtschalter. Also Lichtschalter, so Schalter für Geräte. Und fährt durch die Welt und verkauft Schalter. Das ist eigentlich nicht ganz so emotional aufgeladen. Nein, das verstehe ich schon. Ist ein Schwindingsbruder dann auch? Ja, genau. Also ihr macht das zusammen? Ja, richtig. Und das ist auch, das klappt? Ja, also im Weingut, wie ihr gerade schon gesagt habt, gibt es genug Arbeit für alle. Also es ist eigentlich eine Riesenschance sogar, mit vielen Familienangehörigen zu arbeiten. Man muss sich natürlich gut absprechen in vielen Bereichen, aber das ist wie in jedem mittelgroßen Unternehmen. Ist die Betriebsführung, die Absprache mit Mitarbeitern und der Familienangehörigen das wichtigste. Aber der Papa ist ja auch noch nicht so alt, ne? Ja, der ist jetzt fast noch Mitte 60, also er geht aber auf die 70 zu und hat jetzt dann, der ist ja früh in den Betrieb gekommen, also der hat den ersten Jahrgang 1977 allein ausgebaut, weil mein Großvater gestorben ist und dementsprechend der.
Er würde niemals ganz aufhören, also das würde ich mir auch nicht abnehmen, wenn er sagt, er will kürzer treten, also das kann ich mir nicht vorstellen, aber ich denke, wenn er weiß, dass er nicht muss, das fällt ihm schon ganz gut, aber so ist es jetzt auch die letzten Jahre. Was war dein erster Jahrgang? Das ist schwierig zu beziffern, wir sind halt so langsam mit reingewachsen, ich habe mit der Ausbildung 2011 angefangen, der Valentin hat einen anderen Weg von der Ausbildung gewählt, der hat 2012 begonnen, dementsprechend sind wir dann immer wieder, während wir in andere Weingüter waren, natürlich auch zu Hause dabei gewesen. Also da hat niemand auf uns gebaut, also wir waren jetzt nicht notwendig als Arbeitskraft, das wäre jetzt vermessen, das zur Sache, aber ab dem Zeitpunkt 2014, da war ich dann mit der Ausbildung fertig, bevor Geisenheim dann losging, war es dann so, dass wir teilweise, okay, ach mal, über zwei, drei Monate fest im Weingut waren, in irgendwelche freie Phase im Studium. Und dann hat der Vater schwere Auge-Operationen gehabt, in zwei Jahren, das wird ja dann bei einem Auge erst links und rechts gemacht, und dann hat er gesagt, okay, in der Phase, wo er nicht weiß, okay, wie gut das verheilt, möchte er, dass einer von uns Jungs dauerhaft zu Hause ist im Weingut, in der Weinlese, und das war dann 2017 eigentlich auch so geplant gewesen, aber dann war es so, dass wir beide nochmal gute Praktikumsmöglichkeiten hatten, das war dann das letzte Jahr, wo wir beide nicht da waren. Also 2017 ist sozusagen ein Jahrgang, wo dann ein bisschen später war, wo mein Vater wieder voll in der Verantwortung war, in der ganzen Leseproduktion.
Aber ansonsten würde ich sagen, dass eigentlich 2018 so der erste... Der richtige Jahrgang war vom Wallen hin mehr. Ihr habt sieben Hektar, stimmt das? Habe ich das richtig nachgeführt? Nein, nein, 25 Hektar. Fünfmal, wie so auf sieben Hektar? Weil ich irgendwas verschichte auf eurer Internetseite. 25 Hektar, dann wage ich mich jetzt nicht vor und sage, was sind eure Hauptriebsorten, die ihr anbaut? Also Hauptriebsorten sind Rissling und Spätburgunder. Risslings sind 45 Prozent, Spätburgunder sind 25 Prozent. Dann jeweils nochmal 10 Prozent Beißburgunder, 10 Prozent Chardonnay. Und dann haben wir noch einen kleinen Rest an Prozenten frei. Und das ist dann Grauburgunder, Muscatella und Gewürztraminer. Grauburgunder gleich wichtig wie Muscatella und Gewürztraminer, das ist natürlich Musik in meinen Ohren. Für mich ist er nicht gleich wichtig.
Also noch wichtiger. Du hast jetzt nicht einen Gewürztraminer hier reingeschmuggelt heute, doch. Hätte ich vielleicht auch Lust gehabt, aber es gibt jetzt zwei Rieslinge und danach gibt es zwei aus der Burgunderfamilie, ein Weißburgunder und ein Chardonnay. Chardonnay eher für mich einer der besten Chardonnays Deutschlands, wirklich. Okay. Und auch der Riesling ist es, es wäre aber auch der Spätburgunder Kastanienbusch, habe ich schon so viele tolle Weine wirklich getrunken. Von daher starten wir, und das finde ich eigentlich ziemlich cool, mit einem Guts Riesling, allerdings aus 21.
Aktueller Jahrgang bei euch wäre jetzt? 23. 23, okay. Bei uns ab Hof bekommt man auch nichts anderes als 23. Das heißt, ihr verkauft mindestens mit einem Jahr Verzögerung? Nein, also 24 liegt ja noch im Fast im Moment auf der Hefe. 23 ist der aktuelle Jahrgang im Verkauf. und das ist eigentlich auch so der gängige Rhythmus. Das heißt, wann verkauft ihr den 24er? Ab Mai geht es los. Ab Mai geht es los mit den ersten Warnungen von 24 und dann die große Gewächsikommen im September. Und 2021 ist jetzt, wir haben uns vorher kurz drüber gehalten, weil du selber gesagt hast, oh, ich war selber überrascht, das ist ja so jung. Man sieht vielleicht an der Farbe, dass es ein bisschen tieferes Gelb schon ist und nicht so ganz, das kann diese vier Jahre Reife sein, aber die Säure ist extrem knackig. Ein bewusstes Stilmittel, ist es der Jahrgang, sind das eure Böden? Also bei uns, sag ich mal, unseren Typ Wein, unsere Idee von Wein ist immer knochentrocken. Es ist immer... Oh, das wäre für Axel jetzt vielleicht doch gar nicht so traurig. Gar nicht so schlecht, genau. Aber es ist mega trocken. Was ist natürlich Liebe.
Du trinkst jetzt hier, wie muss man sagen, wir sind hier morgens um 10 und du trinkst einen Schluck... Aber es schmeckt schon ganz gut, oder? Mondags. Du trinkst einen Schluck und denkst, kabumm, da bin ich irgendwie. Also entschuldigung, knochentrocken. Das ist gut. Also Knochen, trocken, aber auch aromatisch und ausgewogen. Also das ist was, wo viele Leute im ersten Moment nicht verstehen, wenn sie hören, okay, das ist Knochen, trocken und oft säure betont, gerade in Jahrgängen wie 2021. Das heißt aber nicht sauer. Also uns säure betont muss nicht sauer sein. Und das ist auch ein ganz wichtiges Ding, wenn wir entscheiden, wann wir ernten, dann ernten wir immer nach der Aromatik von der Traube. So war es auch in 2021, als ich die Weine vorhin vorprobiert habe. Ich habe nicht auf das Etikett geschaut, ich habe sie schnell durchprobiert. Ich habe es nicht gemerkt, dass es 21 ist, weil der noch so extrem frisch ist. Ich bin sehr happy mit dem Wein, wie er sich entwickelt hat als Gutswein. Jetzt drei Jahre quasi mehr oder weniger im Verkauf. Und das ist für mich jetzt eigentlich ein idealer Trinkzeitpunkt für den Wein. Also ich bin mir sicher, dass der nicht mehr Freude gemacht hat als jetzt in den letzten zwei Jahren. Also der Wein macht absolut viel Spaß. Aber wenn man überlegt, dass der schon vier Jahre alt ist und noch so, also wenn ich es nicht wüsste, hätte ich gesagt, ja es ist aktuell, es ist schon 24. Ja genau, das hast du gedacht, oder? Das heißt, wie lange kannst du den denn liegen lassen? Also bei uns sind alle Weine sehr, sehr haltbar, wir sind auch bekannt für die Trinkreife.
Mein Vater, den ärgert es immer extrem, wenn man sagt, Repuls kann man nicht trinken in den Jugendjahren, das muss gereift sein. Wir sehen das anders, weil wir sind da vielleicht auch irgendwie betriebsblind. Wir trinken es dann ab und zu auch mal ganz gerne. Wir probieren es gerne, wenn sie jung und frisch sind. Aber also die Lacherfähigkeit von unserer Weine ist sehr bekannt. Und selbst schon Gutswein hat auf jeden Fall eine Lacherfähigkeit von fünf bis zehn Jahren. Das ist überhaupt kein Problem. Und für jetzt ein großes Gewächs, den wir dann später noch probieren, für den Kastanebusch würde ich sagen, da sind fünf Jahre zwingend Lagerungen. Oder im allerersten Jahr, also ein ganz, ganz junger Rissling hat auch seinen Charme. aber dann würde ich auf jeden Fall die Finger davon lassen und einen 21er Kastanienbusch würde ich jetzt, Eigentlich auch noch nicht aufmachen, weil das so schade ist. Da ist ein Riesepotenzial noch da.
Wer natürlich jetzt nichts Älteres im Keller hat als 21, dem würde ich tatsächlich empfehle, lieber ein 23er zu trinken, Klaas. Wird jetzt nicht die perfekte Kombination zum Essen sein. Aber vier Jahre sind auch schnell rum. Also wenn man überlegt, jeder weiß noch, was 21 war. Das war so voll in der Phase von Covid oder 20. Das Denkmal war erst gestern. Von daher ist auch ein Wein schnell gereift, sage ich mal. Ein bisschen beschreiben, Michael, er hat so ein bisschen was Zitroniges, er hat aber auch so was ganz leicht, ganz, ganz leicht, schon ganz, ganz wenig cremig hat er bei mir so ein bisschen hinten. Ja, ich finde auch, Stor ist auch ein bisschen so Apfel, diese frische, so einen leichten Tick Exotik habe ich auch, aber sehr dezent und über alles strahlt dieses, also diese wirklich aufweckende Lebendigkeit, würde ich jetzt sagen. Man kann das ja gar nicht erklären, weil man denkt ja immer, Alkohol macht müde. Ich weiß nicht, wie viel Alkohol hat der jetzt? Zwölf.
Aber du bist total wach gerade. Das finde ich schon, das ist schon stark. Vollständig kostet 12,90. Muss man auch sagen, das ist so der Eintritt quasi. Aber ist das nicht im Vergleich zu anderen Rieslingen in der Preisklasse, wir wollen es nicht teurer reden, aber eigentlich ist es günstig. Das ist halt immer so der Knackpunkt bei unseren Weinen, weil wir sind zwar in der Kategorie dann oft sehr teuer, aber wenn man halt allein den Preisvergleich mit einem gleichbepreisten Wein sieht, dann sind sie meistens doch sehr, sehr stark. Das für ein Gutswein ist natürlich 13 Euro, das sind schon Geld. Wir machen uns auch immer viel Gedanken, wie setzt man die Preise bei allen unseren Weinen.
Aber ja, also erstens ist es ja, muss man auch klar sagen was nichts kostet, ist auch nichts wert am Schluss, vor allem steckt da auch ein Haufen Arbeit drin auch in dem Brutswein. Aber das meine ich ja, also wie findest du das jetzt, 12,90? Ist so ein Wein den man, ich glaube den du super gut anbieten kannst und wo dann alle sagen, boah, es ist ein toller Wein. Ja, es schmeckt schon nach mehr. Es schmeckt nach mehr. Du merkst auch, was am Graumen bleibt, so dieses.
Steinig-salzige das wirklich, also haften bleibt auch und das ist immer schon, wenn du dann, also es ich finde, das elektrisiert schon. Das ist auch so, aber das ist typisch 21. Also die Säure, die so saftig ist, die so ewig auf dem Mund bleibt, ist 21. Und aber auch die Weinberge und die Böden. Also bei uns im Gutswein, das muss man vielleicht auch noch dazu sagen, wir machen uns auch beim Gutswein schon ein bisschen Gedanken, im Gutswein sind nur Bunzahnsteine und rot liegende Schieferböde drin. Also wir haben überhaupt gar keine Kalkböden dabei, wir vermischen das nie, in keiner unserer Weine werden die grundlegende Boteader miteinander verwischt, weil die Bodenart in einer Ausbauweise wie wir das machen, ist so geschmacksprägend. Wenn du die vermischt, dann wird das so diffus. Dann verläuft das so, dann ist das irgendwie so das schmeckt vielleicht noch nach Ritzling, aber hat nicht diese absolute Stringenz und hat verliert den Charakter letzten Endes auch.
In dem Wein sind mit Sicherheit, über 50 Prozent der Menge in großer Gewächslage geerntet worden. Wir haben überall eine super Situation, dass mein Urgroßvater sehr visionär war und viel Fläche getauscht hat. Wir sind da sehr, sehr gut ausgestattet. Und die anderen 50 Prozent sind fast alles uralte Weinberge, die älter als 25, 35 Jahre sind. Und dementsprechend hat man dann halt auch eine anständige Gutsweinqualität. Aber Hans, ist das jetzt ein bisschen ein Problem? Jetzt probieren wir einen Kastanienbusch. Ich schenke mir Kastanien. Euren Top-Riesling, der ist jetzt aus 23. Warum trinken wir den als zweites? Weil Riesling, Riesling und dann Weißburgon. Genau, der Chardonnay und Spätburgon. Genau, der ist es. Ne, Weißburgon und Chardonnay. Okay, so. Ist es nicht eine gewisse Gefahr jetzt für euch als Winzer, wenn der Gutswein schon so gut ist und trotzdem preislich natürlich attraktiv, dass vielleicht Leute, die zu euch am Weingut alles durchprobieren und sagen, ja, Kastanenbusch ist auch super, aber für eine Flasche Kastanenbusch kriege ich, ich weiß nicht, drei, vier Flaschen von dem Gutswein.
Und der Gutswein ja auch trotzdem so viel Arbeit hat, dass dann mehr davon gekauft wird. Also es ist ja die Visitenkarte, aber wie schafft man das, dass man das wirklich so ganz klar schärft und sagt, das ist die Qualität, das ist die nächste Qualität und das ist die Top-Qualität und dass es auch ganz klar ist, jeden Jahrgang, dass jeder das versteht. Also wir sind doch Gott sei Dank in der Situation oder in der Luxussituation, sage ich mal, dass wir uns über so Geschichte, wenn wir die Weine probieren, wenn wir überlegen, welche Fässer kommen zusammen, welche Weinberge nehmen wir für was, da machen wir uns nie Gedanken drüber, sondern die Weine, die am Schluss auf die Flasche kommen, müssen halt für das stehen, was sie sind.
Wir hatten es jetzt auch noch nie, dass wir gesagt haben, okay, der Gutswein ist zu gut, wir müssen jetzt irgendwie versuchen, ein bisschen schlechter zu machen, um diese Abstufung hinzubekommen, sondern das ergibt sich immer. Weil wir probieren immer, wenn wir überlegen, okay, wenn die Küvetierung, jetzt hört sich der ein oder andere vielleicht blöd an, aber von einem Kastanienbusch, wir haben 15 Fässer im Keller liegen, wo Kastanienbusch großes Gewächs werden können. Und dann probieren wir die halt durch und gucken, okay, von den 15 Fässern, was sind denn jetzt die 5, 6, 7, 8 guten Fässer, die wir nehmen, um das bestmögliche Wein des Jahrgangs zu bekommen. Das sind immer, also wir kennen die besten Weinberge, das sind nach immer die besten Weinberge, sind dort gesetzt, aber es gibt so ein paar Weinberge außenrum, die sind so vakant, je nach Jahrgangstyp, wo man sagt, okay, in diesem Jahrgang ist einfach der östliche Teil der Lage oder der westliche Teil der Lage vielleicht besser und dann bleibt ja immer noch was übrig. Dann gehen wir weiter und machen die Ortsweine daraus. Die Ortsweine bestehen zu 100% nur aus, Der jeweiligen großen Gewächslauch, wir haben jetzt keinen Ortswein dabei, das wäre jetzt ein Birkwalderer Rissling vom Brotliegenden, der kommt zu 100% aus dem Kastanienbusch und dann, das hört sich jetzt immer dann vielleicht so ganz schlimm an, der Rest, der dann ach da noch übrig bleibt, das wandert dann in der Gutswein.
Das heißt, die Qualität der verschiedenen Weine entsteht auch immer durch eine Probe der Weine und eine Zusammenstellung der Weine von oben herunter. Was aber auch bedeutet, dass immer noch sehr gute Partien in den Gutswein kommen und wir mit keinem einzigen Weinberg oder mit wenig Weinberge, vor allem beim Rissling, in das Rennen gehen und wissen, in der Ernte, das wird Gutswein. Das ist ein Bruchteil bei uns von der Fläche und das hat auch was mit der ganzen Bewirtschaftungsart übers Jahr zu tun. Also es ist erstens alles Handlese, das ist alles biodynamisch erzeugt, wir kaufen keine Trauben zu für irgendeinen Handelswein, wir haben durchschnittliche Ertrag von 5000 Liter im Betrieb und dann sagen immer viele oder fragen auch Mitarbeiter, Azubis, eigentlich Azubis, vor allem Praktikanten, okay, ja was macht ihr jetzt dann in der großen Gewächslage anders? Oder das fragen dann auch Kunden, was habt ihr da mehr gemacht? Eine Arbeit, also warum kostet der auch mehr? Letzten Endes, so offen muss man sein, die Arbeit, die im Weinberg passiert, ist die gleiche, von Grunzmann bis zum großen Gewächs. Aber das, was am Schluss in die Flasche kommt, das hat einfach unterschiedliche Qualitäten. Und dann ist es halt auch eine Mischkalkulation für euch. Also wenn ihr jetzt, ihr könnt ja nicht von rein. Genau. Aber ich muss sagen, weil erst mal.
Also ich da mal rein bitte. Ja, nein, das wollte ich gerade sagen. Das ist schon, du riechst halt. Ich besuchte gerade in meiner Erinnerung, weil wir zuletzt einen Riesling getrunken haben, der schon so verheißungsvoll riecht. Und ich bin da ganz, Michael, ich bin da fast ganz am Anfang. Die Folge, das war ein Riesling, die Folge mit Luisa Neubauer. Wurde ein Riesling, hat es welcher, war das nochmal?
Kirchspiel? Nee, nee, es war 96, ihr Jahrgang, 1996. Ich glaube, von Buhl war das, ich glaube, Kirchenstück war das. Kirchenstück, so rum, Kirchenstück. Und die Flasche für 129 Euro, habe ich so einen Eindruck. Ich befürchte, die wird nicht ganz so viel kosten, aber das ist allein schon da reinzuriechen. Das ist aber beschreibend, du kannst es natürlich besser beschreiben als ich. Wir brauchen jetzt Hans, erst einmal Kastanienbusch oder wie ihr sagt Kästebusch. Kästebusch. Also Kästebusch, so hört sich an wie Kästebuch, aber es ist Kastanienbusch. Das ist ja wirklich eine der Toplagen Deutschlands. Was macht diesen Kastanienbusch aus? Ja, also Kastanienbusch, der Name sagt es, alle Lagennamen in Deutschland entspringen eigentlich einem ganz praktischen Grund heraus, dass die Winzer wissen, wo der Weinberg ist, wenn sie miteinander sprechen. Da kommen dann noch mal die kleine Gewanne, das ist ein kleiner Parzellename, das nennt jeder Winzer gleich, das ist aber auch in Frankreich so, das ist überall ein ähnliches System, Kastanienbusch heißt so, weil der Weinberg umschlossen ist von Kastanienbäumen, das ist eine kleine Lage gelegen im Felser Wald. Das heißt, der Weinberg ist auch komplett abgeschlossen, klimatisch vom Rheingraven.
Und vom Quaichtal. Und dementsprechend ist das vom ganzen Mikroklima auch extrem unterschiedlich. Es ist tagsüber sehr heiß. Es ist eine der heißesten und trockensten Lagen, die wir haben in der Pfalz. Weil das ein sehr, sehr skelettreicher Boden ist. Die Lage ist für Pflzerverhältnisse auch sehr steil. Da haben wir 35% Hangneigung. Aber nachts ist es auch wiederum sehr kühl. Weil durch den Wald fließt Kaltluft raus. Und das ist das perfekte Zusammenspiel, was man braucht für Rissling. Tag- und Nacht Unterschiede in der Temperatur. Amplitude nennt man das. Wie groß sind die dann in der Spitze? Ja, also da haben wir tagsüber, haben wir im Sommer oft irgendwie geht es mal an die 40 Grad im Hochsommer. Das ist wirklich, man hält es fast nicht aus, wenn unser Team weiß, okay, wir haben jetzt Arbeit zu erledigen im Kasanebusch, ist das, was morgens als erstes gemacht wird und dann geht man lieber mal nach Siebeldingen in den Sonnenschein und da ist immer Wind nämlich, weil das ist dann, rausgelegen vom Quaichtal, da kommt immer Wind aus dem Westen oder da hält man es noch aus, aber ein Kastanienbusch, das ist eine Buhlehitze und nachts hat man dann, geht es immer so Richtung Fuchtsähe, 20 Grad, weil halt aus dem Wald, 20 Grad, ja genau, weil halt aus dem Wald die Kaltluft abfließt, das kennt jeder, wer abends in den Wald geht und eine Jacke vergessen hat, weil er denkt, okay, es ist so warm gewesen, ein schnelles Erlebnis und ein Problem.
Das heißt, ihr erntet auch relativ früh dann? Ne, sehr spät. Das macht es besonders. Kastanienbusch durch den leichten Boden erwärmt sich die Erde sehr schnell und die Rebe ist so gestrickt, wenn die irgendwann mal den Impuls hat, jetzt will sie austreiben, weil der Boden warm ist, dann geht es los. Das ist halt auch ein Risiko. Haben wir letztes Jahr erlebt, 24 hat mal Froscht das erste Mal in unserem Betrieb, relativ, sag ich mal, übergreifend.
Die Rebe treibt dann aus, wenn der Boden warm ist. und das ist im Kastanienbusch halt schneller, weil das steil ist. Der Bode erwärmt sich einfach besser als ein nasser Tonbode. Und durch die Höhenlage, das sind wir bei 320 Meter und die kühle Nachttemperatur erntet man sehr spät. Das heißt, wir haben das längste Vegetationsfenster von allen unsere Weinberge dort. Und jetzt ist, Micha, es ist so, es ist, man kann es, man möchte es gar nicht trinken, so gut riecht es. Nein, ich habe es ja schon verkostet. Ich finde es so, es ist ein Meisterwerk. Also mir hat die Gänsehaut ausgezogen. Nein, es ist ein Meisterwerk, aber du musst einmal trotzdem noch, was riechst du, was schmeckst du, das zu beschreiben, das eine ist ja ein Meisterwerk, weil es ist so unglaublich harmonisch. Ja, ich finde, die Nase ist gar nicht so fruchtbetont. Für mich ist das eher so Austernwasser, Umami, so dieses leicht jodige, reduktive, sehr, sehr, sehr, sehr klare. Und am Gaumen hast du dann, finde ich, so eine schöne, so eine unschuldige Aprikose, erst mal auf der Zunge vorne, so ein bisschen Mandel.
Das nimmt dich komplett ein. Ich habe Versich, ist eigentlich Versich dasselbe wie Aprikose? Nee. Aber ich finde, ich habe jetzt so diesen ganz, ein wunderbarer, milder Fersig. Ganz, ganz top. Also wirklich, indem du in jemand reinbeißt, wo er wirklich optimal ist. Und dann hast du gleichzeitig dieses Mandel, hast aber auch noch so ein ganz bisschen so, ganz wenig Zitrone, so ein bisschen so, aber.
Und war unglaublich, was da passiert im Mund. Also ihr habt es eigentlich perfekt beschrieben, wie ihr nicht so euch aufgeschrieben habt vorher. Was ganz typisch ist, ist die Würze. Die hat man ja extrem ausgeprägt, auch in der Nase. Die ist je nach Jahrgang, ist ja mal mehr kräutrig oder einfach rauchig, ein bisschen reduktiv. In 23 war ein Jahrgang, der insgesamt schon zu Reduktionen geneigt hat. Also der, sag ich mal, ein bisschen schweflig riecht. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass da anders gearbeitet wurde. Das ist einfach Jahrgangscharakter. Unsere Weine sind von Jahrgang zu Jahrgang immer extrem unterschiedlich, wie der Jahrgang halt war. Und das Geschmackliche, das Aprikose, das ist für mich ein absolut typisches Geschmacksmuster von Weinen, die auf rot liegendem Gewachse sind. Wenn man jetzt nach Österreich geht, beispielsweise wenn man in der Heiligenstein geht, auf dem Perm, das ist ein ähnlicher Bote, der einen geringeren Eisengehalt hat als die Kastanenbusch, natürlich ist er nicht so rot, aber eigentlich in derselbe Epoche entstanden, brauchst du auch diese Aromatik. Wenn du einen heiligen Stein aufmachst aus einem heißen Jahr und dann neben einen Kastanienbusch stellst, dann stellst du noch einen Petental nebendran auf einen roten Hang und vielleicht noch einen witzigen Wirtsgarten. Dann hast du perfekt die Terroir-Studie. Und das ist der perfekte Beleg. Wer behauptet, sowas wie Terroir gibt es nicht, der schmeckt auch bei Wasser keinen Unterschied. Und wer mir erzählt, dass er bei Mineralwasser keinen Unterschied schmeckt.
Dann brauche ich nämlich weiter zu. Das muss man nur wissen, wenn man einmal, wenn man einmal, aber das liegt vielleicht auch an der Schulung hier durch Michael. Wir haben so einen Entkalker eingebaut bei uns zu Hause. Und dann, als sich das erste Mal das Wasser, was entkalkt war, schmeckte, hat meine Frau gesagt, was ist denn mit dir? Das schmeckt völlig anders.
Aber ist das jetzt schon sozusagen, ist das die Endstufe? Oder gibt es Kastanienbusch noch? Erstmal, was kostet das?
63 Euro. Ehrlich gesagt, das ist unglaublich viel Geld. Das ist ja gar keine Frage. Aber ich finde, hier muss ich sagen, da lohnt es sich auch. Also ich würde den jetzt nicht jedes Mal auf, ich würde den jetzt nicht jeden Tag trinken, geht auch gar nicht, aber wenn du den aufmachst und der ist ja jetzt noch im Verhältnis, was hat ihr dir gesagt, wann ist der? 23. 23. 23, das heißt, der ist... Das ist noch ganz aktuell. Ja, genau. Aber würde dein Vater jetzt sagen, habt ihr sie noch alle denn jetzt schon zu trinken? Nein, nein, der sieht es eigentlich ähnlich wie ich, weil 23, wir haben jetzt 21 und 23. Das sind beides Jahrgangs, die zählen für mich zu den besten Jahrgang für Risslingen in den letzten zehn Jahren. Aber sehr unterschiedlich. 21 ist ein Jahrgang, der zwingend noch Reife braucht. Das ist für mich, außer jetzt bei einem Gutswein, der einfach schon früher reif ist, oder auch bei einem Ortswein, kann das jetzt schon mal Spaß machen, das Potenzial von dem Jahrgang vielleicht zu probiere, aber die großen Gewächse müssen unbedingt noch liegen bleiben. Aber 23 ist ein Jahrgang, der für mich ähnliche Größe hat wie 21.
Aber in der Jugend schon viel ausbalancierter ist und das merkt man jetzt auch. Der Wein ist knochentrocken auch, der hat weniger als ein Gramm Zucker, also so wie immer, komplett durchgeguckt. Und nur zwölferer Beikohl. Und er schmeckt aber nach so viel. Er ist perfekt balanciert auf der Zunge, ist nicht sauer. Weißt du, wann du es sehen kannst, Weißt du, was das größte Kompliment von Michael ist? Er hat es getrunken. Ja, das stimmt. Er hat es getrunken. Das passiert ganz, soll man mal sagen, ganz, ganz selten. Aber man kann, ich finde, man hätte ein schlechtes Gefühl, wenn man ihn ausspucken würde. Ich finde es einfach so gut. Und ich denke so, es wirkt auch so, weißt du, Hans, es wirkt so natürlich. Es wirkt nicht so konstruiert. Es wirkt nicht so, ich will so Energie reinpacken, sondern die ist einfach da. Die kommt so von unten, finde ich. Also es kommt auch so in Schüben am Gaumen. Also es ist für mich echt schon spektakulär. Wenn wir reden über diese Aprikose oder Pfirsich, über dieses Steinobst, dieses junge, zarte, ist das im Alter dann weniger? Bleibt das bestehen? Wie verändert sich das? Weil vielleicht kann es ja auch sein, dass man das... Nie so gern mag wie heute. Also wenn diese primäre Aromatik erstmal noch da ist. Also was auf jeden Fall halt weniger wird, ist das, was man riecht. Das ist immer so. Der Geruch verändert sich bei jedem Waren am stärksten. Das Mundgefühl, der Geschmack bleibt am meisten.
Was jetzt typisch ist für einen Kastane-Busch, ist, dass er fast eine Art schwarze Johannisbeer bekommt, eine Reife, also so Kassels-Aromatik. Der bekommt so eine, ja, Wie so Pink Grapefruit, das merkt man jetzt eigentlich auch schon, dieses Herbe, aber trotzdem diese Fruchtigkeit. Genau, man fragt sich, was am Ende das ist. Ich will nicht sagen, das ist jetzt nicht pfeffrig, aber da ist irgendwas Herbes, fast schon Scharfes. Ja, ja, das ist das, was dann sehr, sehr typisch wird. Also er bekommt einen leicht grünen Touch mit der Zeit, sage ich mal, aber er ist natürlich dann auch stark jahrgangsabhängig. Es wird mit Sicherheit 21 mehr sein, weil der Jahrgang auch insgesamt nicht diese warme Reife hatte. Es ging eher über Dauer, es wurde sehr spät geerntet und 23 hatte schon auch Hitze. Es war ja auch ein sehr, sehr heißes Jahr im Sommer, sehr, sehr trocken. Und dann haben wir Gott sei Dank nochmal Regen bekommen in 23 Ende Juli, Anfang August, was für die Rissling dann absolut perfekt war. Das hat auch die Qualität des Jahrgangs ausgemacht. Für die Burgunder hat uns das riesige Schwierigkeiten bereitet. Aber jeder Jahrgang ist unterschiedlich und dementsprechend macht es dann am Schluss der Reiz aus. Aber wenn du das jetzt trinkst und dein Bruder und dein Papa, wie denkt dir dann so.
Also kann man nicht auch mal sagen dann so, wir hätten es gar nicht besser machen können. Oder gibt es da Dinge, wo du sagst, hätten wir doch noch drei Tage gewartet mit dem Wissen jetzt. Oder sagst du genau, also wenn der Wein so schmeckt jetzt nach zwei Jahren, was willst du mehr?
Was geht da noch mehr? Es geht nur anders, aber besser geht es doch nicht. Ich weiß nicht, ob das so ein Winzer-Ding ist, aber ich glaube tatsächlich, das ist vielleicht ein bisschen schade, dass wenn wir Winzer-Wein probieren, dass wir ganz selten nichts kritisieren. Es ist so ein Ding, also ich habe das auch schon erlebt, wenn wir dann mit einem Sommelier oder Weinfreund einen Wein probiert haben, und dann gesagt, ihr Winzer, ihr seid so schlimm, jetzt trinkt den Wein und genießt den und merkelt den immer rum mit irgendwas. Also man findet immer irgendwas. Nur beim eigenen oder generell? Nein, generell. Also das ist immer so, man probiert ja auch einen Wahn von einem Kollege und dann denkt man, wo ist jetzt das Haar? Aber das ist vielleicht die Stärke der Deutschen, die ja immer sozusagen immer an allem noch was auszusetzen haben. Aber diese Perfektion hat wahrscheinlich dann dazu geführt... Dass das Land so ist. Man sieht ja auch, wie das läuft, wenn es nicht so ausgeprägt ist. Also ich finde, die Österreicher sind immer sehr schnell, nein, ihr seid nicht sehr schnell zufrieden, nehmen alles zurück. Hast du das auf der Karte Kastanienpusch bei der Hansa-Lounge? Immer wieder mal gehabt, aktuell nicht. Warum nicht? Ja, frage ich mich jetzt. Wenn ich das probiere, denke ich mir, also ich bin total verliebt in diesen Wein. Gibt es das, Hans, gibt es das eigentlich auch zu kaufen? Weil wir erleben ja immer, wenn wir hier Weine ganz toll finden, dass dann die Winzer sagen, ja, schön und gut. Also wir haben das ja in das Paket gepackt. Im Paket, aber normalerweise gibt es das dann auch, kriegt man es?
Das ist ja ganz abhängig, würde ich sagen. Im Moment, 23 sind noch ein, zwei Flaschen da. Aber es ist natürlich auch zu empfehlen, wenn man jetzt hier dieses wunderbare Paket kaufen kann, auch mit dem 21er, der jetzt absolut perfekt ist und dem Chardonnay nach dem Weißburg runter, dass man dann auch gerne bei so einem Paket zuschlägt. Aber üblicherweise ist es tatsächlich so, das Hauptgeschäft bei uns ist die Vorreservierung. Das meinte ich, genau, ja. Wir senden im Sommer ein Angebot raus an unsere Kunden und dann können die die Weine reservieren, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Stark. Nochmal zu den Flaschen, wenn das Leute sehen, sie es im Video sehen, es gibt sozusagen die großen Flaschen, sind praktisch die großen Gewächsflaschen, kann man das so sagen? Ja, das sind die Schlägel, das sind ja eine klassische Schlägelflasche und du siehst hier bei der großen Gewächsflasche ist das GG drauf und jetzt bei dem, ich habe uns jetzt gerade schon den Weißburg runtergeholt, Siebeldingen vom Muschelkalk 23, gleiche Flasche.
Schlägelflasche, aber eben nicht mit dem großen Gewächs, aber relativ lang halt. Aber wie wird das jetzt sein? Also wir haben jetzt eben, wie du sagst, es ist ja wirklich einen unglaublich guten, perfekten Wein getrunken. Und man kann sie auch nach unten schlafen, heißt es. Weil Günther ja auch mal gesagt hat, man trinkt sich immer nach oben, aber das passiert jetzt, also ich würde jetzt denken, man kommt vom Riesling sozusagen aus meiner Sicht ja die Königsklasse unter den Trauben und dann von einem perfekten Wein und kommt jetzt zu einem Weißburger und dann denkt man, oh, jetzt wird es schwierig. Es wird anders, aber die Dramaturgie, die zwei Rieslinge und zwar Basis-Riesling und dann Top-of-the-Top-Riesling und jetzt machen wir so ein bisschen quasi ein.
Burgunder, würde ich sagen, in einem sehr, sehr guten, aber nicht Top-Segment bei euch und dann haben wir Chardonnay in dem Top, euren Top-Chardonnay. Das ist auch ein teures Paket dann heute, oder? Ja, teuer ist es verhältnismäßig, aber es ist wurscht. Wir reden jetzt nicht mehr über den Preis. Nein, nicht preiswert, aber den Preiswert. Burgunder kannst du hinterher machen, Lars. Warum? Weil sie vielleicht jetzt nicht ganz so viel Säure haben, sie werden ein bisschen mehr Alkohol einfach haben, weil sie diese, es ist ja trotzdem warm, es ist die Südpfalz und deswegen kann, wir können den Riesling am Ende probieren und der wird uns immer noch schmecken. Obwohl er weniger Alkohol hat. Aber da bin ich sicher. Das ist normal, weil die Pakete, wir erleben es ja immer wieder, es sind oft die Pakete, die teuren Pakete, die sich am besten hinterher verkaufen. Und muss das einmal probiert haben. Also man muss mitreden können und sagen, warum haben wir den Hans erst hier? Es gibt ja noch viele, die werden... Wir sind jetzt im vierten Jahr und der kommt jetzt erst. Was ist denn da los? Ja, das stimmt. Axel ist ja oft auch da.
So gesehen muss man ja sagen, wenn du erst seit 2018 richtig komplett drin bist, dann ist es noch alles okay. Siebeldingen vom Muschelkreich 2023. Das ist ein Ortswein, das ist ein Lagenwein. Ein Ortswein. Perfekt. Jetzt haben wir also gleich einen Jahrgang wie der Riesling. Und das wächst quasi bei euch vor der Tür. Ja, genau. Siebeldingen, dort wo das Wein gut gelegen ist, ist ein Ortswein. Bei uns im Betrieb ist die Besonderheit, dass wir alle Ortsweine ausschließlich aus großer Gewächslage und teilweise erste Gewächslage machen. In dem Fall sind es jetzt 100% Traube aus der großen Gewächslage im Sonnenschein. Das macht dann auch wieder die Qualität aus in dem Segment. Wir haben vorhin darüber gesprochen, okay, ist das jetzt ein harter Schritt, gerade vom großen Gewächs zurückzuprobieren. Ich vergleiche es ganz gern. Wer gern gut essen geht. Freut es sich auch mal, wenn er in ein sehr, sehr gutes Gasthaus kommt. Absolut. Und das ist auch schlüssig. Solange die Qualität in der jeweiligen Kategorie schlüssig ist.
Und Sinn macht, dann kannst du immer von oben nach unten probieren, von unten nach oben und sofort zurück die ganze Zeit. Ich nehme auch alles zurück, weil ich finde jetzt gleich wieder, es ist schon gleich wieder erfrischend. Und ich muss sofort denken daran, als wir jetzt in Österreich waren, in der Riederalm, da gibt es morgens immer so einen großen Entsafter und dann haue ich mir immer so drei Äpfel da rein. Ganz frisch gepresste Äpfel. Und das hatte ich jetzt eben im ersten Moment aber unglaublich erfrischend. Aber so grüne, richtig unglaublich erfrischende, saftige Äpfel. Und tatsächlich kann man das dann auch gut trinken, weil es ist ganz anders in der Stilistik, aber genau wie du es gesagt hast. Es ist ganz anders. Ich glaube, dass viele, wenn ihr das Paket so auch probiert zu Hause, dass viele vielleicht sagen, das mag ich aber, weil die Säure natürlich erst mal wirkt deutlich abgemildert. Weil einfach der Weißburgunder per se die Säure zwar gut, aber nicht in diesem Umfang transportiert wie der Riesling. Das heißt, es wirkt milder, würde ich jetzt erst mal sagen. Ist ein bisschen Holz dabei? Gar kein Holz? 100% Stau. Okay, da hätte man so fast das Gefühl, weil der Wein gar nicht so fruchtig ist. Sondern man hat das Gefühl, ich habe sogar ein bisschen den Apfel, den habe ich auch. Ich habe so ein bisschen Melone. tatsächlich auch am Gaumann.
Aber sehr frische Früchte, also es ist nicht so ein altes Mousse, sondern richtig frisch, knackig und so und wieder extrem, findest du nicht, extrem belebend auch wieder. Belebend, würzig auch, ja, diese Würze auch, vielleicht so ein bisschen was Rauchiges.
Und bleibt auch wieder, ich hab jetzt irgendwie mal einen Schluck getrunken, aber bleibt, bleibt, bleibt, bleibt. Und ich will nicht sagen, dass der Riesling vergessen ist, aber tatsächlich kann man das auch super gut in der Reinfolge trinken. Das Mundgefühl, die Länge, das, was es ausmacht. Wir arbeiten ja ganz bewusst bei allen unseren Weißboden komplett ohne Holz, weil in unserer Auche, auf unsere Böde, man das auch nicht benötigt. Weißboden ist eine Rebsorte, die von Natur aus eher säurearm ist oder weniger Säure hat als ein Riesling, weniger Säure hat als ein Chardonnay, weniger Frucht betont ist als ein Chardonnay. Und dementsprechend ist es so, arbeitet mein Weißburgunder mit Holz, gerade mit neuem, kleineren Holz, kann das auch mal sehr, sehr kräftig, sehr, sehr behäbig werden. Steht da noch ein Chardonnay nähend dran, findet jeder den Chardonnay, den brillierenden Wein und dementsprechend hat der Vater dann irgendwann Anfang der 90er gesagt, okay, er hat nämlich ein paar Jahre parallel mit derselben Ausstellung wie der Chardonnay hat er auch einen Weißburgunder ausgebaut und dann hat er gesagt, okay, das funktioniert nicht. Diese Weine kann es nicht nebeneinander geben, die können nicht nebeneinander existieren. Er muss beim Weißbogen da mehr oder weniger eigene Identität finden oder er muss eigentlich dort eher auf dem Puristischen bleiben und das ist mit Sicherheit auch die.
Das ist mit Sicherheit der Grund, warum unsere Weißbogen da so erfolgreich sind, so nachhaltig erfolgreich, weil die ganz eigene Charakteristik haben. Wenn du versuchst, aus dem Weißbogen dann Chardonnay zu machen, dann lässt man es nach fünf Jahren bleiben und macht Chardonnay, aus Chardonnay. Das funktioniert einfach nicht. Du kannst dem.
Weißbuch nicht verkleiden. Das wird nicht funktionieren. Mich würde jetzt interessieren, ich probiere schon so lange, was sind die drei Hauptsachen, die ihr verändert habt? Also jetzt kommt ihr zwei Jungs quasi mit neuen Ideen, habt Praktika gemacht, habt die Welt gesehen. Da ist der Vater, der das ja schon wahnsinnig gut gemacht hat, der natürlich auch eine starke Persönlichkeit ist. das muss man schon so sagen. Wie kann man sich das vorstellen? Wie konntet ihr da quasi punkten und ihn überzeugen auch? Was sind denn so die Dinge, wo man sagt, hey, seitdem wir da sind? Also es sind ein paar Sachen, die halt eigentlich...
In jedem Betrieb irgendwann passieren, okay, man will das verändern. Das ist natürlich auch immer die Frage, wie geht man mit dem, um was war. Bei uns war das vor allem beim Spätvergunder so ein Thema, wo wir gesagt haben, okay, hier wollen wir vieles verändern, hier wollen wir einiges anders machen. Haben bei manchen Sachen versucht, das Rad neu zu erfinden, sind jetzt wieder zurückgerudert nach und nach. Deshalb war auch dann eine Sache, wo die neue Generation halt eigentlich nur respektvoll umgehen muss mit dem, was war. Vor allem, wenn es gut war. wenn es jetzt wirklich beschissen ist, dann ist das vielleicht was anderes.
Dann kann man sagen, okay, es war alles scheiße. Aber in unserem Fall muss man wirklich dazu sagen, dass der Vater das auf einem absoluten Top-Niveau gemacht hat. Also wir können es nicht besser. Wir können es vielleicht anders machen. Oder wir können vielleicht daran arbeiten, dass es in der Zukunft, wenn die Gegebenheit sich ändert, weiterhin so gut bleibt. Aber das ist dann halt die größte Aufgabe, sowohl dass die scheitende ausscheidende Generation, respektiert, wenn die neue Generation was verändern will oder wenn das loslassen zu können. Das hat der Vater von Anfang an in eine absolute Gelassenheit gekonnt. Hat wahrscheinlich auch was damit zu tun gehabt, dass er so viel Jahrgang alleine gemacht hat. Und irgendwann ist es so, oder was heißt alleine? Wir haben immer super Mitarbeiter gehabt, das ist nicht falsch verstehbar, in der alleinigen familiären Verantwortung, wo vorne raus geht und die Richtung vorgibt. Und irgendwann ist halt so, da kommen dann die Kinder mit ins Spiel und dann hat man 40 Jahrgänge hinter sich und ich meine, ist man glaube ich auch bereit, loszulassen. Wenn man jetzt 20 Jahre das gemacht hat und denkt, ey, ich bin jetzt, ich habe mein Leben gelebt, habe jetzt nur 20 Jahrgänge gemacht und ich habe eigentlich selbst, bin ich mit mir noch nicht zufrieden, dann kann ich nicht loslassen. Und ein Wiener hat perspektivisch gesehen in seinem Leben vielleicht 45 Schüsse. Und wenn er viel hat.
Manche haben weniger, manche haben 25, 30 Jahrgänge. Wenn du denkst, wenn du mit dir selbst noch nicht im Reine Wenn du selbst schon nicht fertig bist, dann kannst du auch nicht loslassen. Und das ist das, der Vater, der war wohl mit sich sehr im Reine und hat dann ehrlich gesagt, so, jetzt können die ja mal gucken, was wir machen. Habe ich so noch gar nicht gesehen, dass du sozusagen jetzt, wenn du eine Tageszeitung machst oder ein Restaurant, hast du jeden Tag die Chance, es ist irgendwie besser. Wenn du dich gestern geärgert hast, hast du heute, machst du es besser.
Aber wenn ein Jahrgang nichts ist, dann musst du halt ein ganzes Jahr, das ist schon. Und du hast ja, ich habe mal vor dem Winzer gelernt, du hast vielleicht zwei, maximal drei wirklich herausragende Jahrgänge in diesen 30 Jahren, wo du Wein machst. Und da liegt es natürlich, dass du da alles richtig machst. Nochmal, wenn der Jahrgang perfekt ist und mit deinem Zutun, du dann wirklich ein komplett Perfekt ist. Aber sag mal wirklich jetzt auch für uns, ich weiß, dass uns auch ein paar Winzer zuhören, quasi was sind Dinge jetzt auch beim Spätburgunder, oder wo er sagt, das haben wir konkret verändert und wir sind auch sehr happy, dass das Ergebnis besser ist. Magst du das erzählen? Ja, insgesamt ist es so, dass wir tatsächlich durch das, dass wir mittlerweile ja ganz andere klimatische Bedingungen haben, jedes Jahr eher eine ganz andere Situation. Mein Vater hat geerntet nach Säure. Wenn die Säure im ertragbaren Rahmen war und der Zucker hoch genug war, dann wurde geerntet, weil wir haben ja wie gesagt nie schabtalisiert, nie entsäuert, nie irgendwelche andere Veränderungen an den Weinen vorgenommen. Bei uns ist es eigentlich so, wir gehen in den Wingert, wenn die Traube gut schmecken, dann wird geerntet. Aber auch erst dann. Also wir gehen jetzt auch nicht in den Wingert und sagen, okay, die Säure ist jetzt niedrig, in dem Rahmen wollen wir sie ernten, weil das kann man nicht wissen. Das haben wir jetzt auch gelernt. Also ein Winzer, der vor dem Jahrgang denkt, er weiß, wie das wird und wie es schmeckt, der hat es auch nicht so richtig verstanden, weil am Schluss wird es immer ganz anders.
Also das A und das O ist, da ein bisschen Vertraue reinzubringen, die Traufe zu probieren und es danach zu ernten, wenn man denkt, das passt jetzt. Das heißt, es kann auch sein, ihr erntet und dann trinkt ihr das erste Glas und denkt, meine Güte, was ist das? Also sowohl im Guten als auch im Schlechten. Das war bei 23 zum Beispiel so der Fall. Wir haben gewusst, okay, Rissling ist ein sensationeller Jahrgang, aber wir haben gedacht, okay, mal gespannt, wie der sich entwickelt oder wie der sich zeigt, weil der halt so wild war, das war rauchig ohne Ende.
Hat sich sensationell entwickelt. Aber jetzt nochmal zu dem Punkt zurückzukommen, ich rede die ganze Zeit um den heißen Brei. Also wir sind relativ strikt, wir checken dann zweimal, wir kontrollieren schon, weil wir sind naturwissenschaftlich geprägt, wir gucken auch mal, was der Zucker ist, bevor wir ernten, also wir sammeln mal eine Probe, aber wenn wir uns entschieden haben, der Winger wird jetzt geerntet, dann wird er geerntet, fertig. Das ist der größte Unterschied, dass wir tendieren eher dazu, in dem vorderen Bereich der perfekten Reife zu sein, niemals zu früh, das hasse ich, wie die Pest dich hassen, du Ralf geändert war und da gibt's, Gibt es mittlerweile so viel, wie es noch nie gab, würde ich sagen, also in der aktuellen Zeit. Weil die Leute natürlich, die versuchen mit niedrigem Alkohol reinzukommen, weil der Markt das ein Stück weit verlangt. Ja genau, aber das ist dann auch immer ein Manko von zu viel Ertrag und was weiß ich. Also wir legen extreme Wert auf Balance in den Weinen, auf Intensität und Aromatik und auf Finesse und Eleganz. Bei der Weißbühne ist es zum Beispiel so, ich mag beim Weißbühne keine Risslingart. Also ich mag nicht, wenn das zu frisch ist, zu knackig, zu säurebetont, zu fruchtbetont ist. Das war eher was, wo mein Vater oder unseren Vater sehr gern gehabt hat. Also ein 21er Weißbruder, sage ich ganz offen, ist nicht mein Lieblingsweißbruderjahrgang, weil die Säure ist da wahnsinnig hoch. Mit unserer Ausbauart ist das dann schon Risslingartig für den einen oder anderen. Das ist auch nicht meins, aber das ist so ein Jahrgang, wo der Vater sagt, das ist super.
Und wiederum beim Chardonnay ist es so, Chardonnay war mein Vater, der Erste, der Chardonnay in Rheinland-Pfalz gepflanzt hat, 1987. Das heißt, der konnte von niemandem irgendwas irgendwie in der Region sich abschauen, ganz und gar nichts. Er musste das alles selber machen. Er musste alles selber machen. Irgendwie Intuition, überlegen, wie macht das mit anderen Rebsorten. Und der hat Chardonnay immer sehr spät geändert. Chardonnay reift extrem schön. Die Traube werden mit der Reife wunderbar und die werden dann ganz Gold, traumhaft, faul nicht. Und das ist mittlerweile so, wenn der Chardonnay schmeckt, wenn 50% von der Traufe Gold sind, dann wird er geerntet. Das reicht. Also Chardonnay ist Rebsart, die verzeiht gar keine Überreife, gar keine Vollreife, in meiner Auge.
Chardonnay darf er auch nicht unreif, dass es nie dafür Rebsart unreif geerntet wäre. Und dementsprechend haben wir fast das getauscht. Also wir ernten Chardonnay tendenziell vor dem Weißbegründer, Beim Vater war es immer andersrum, das ist so der größte Unterschied. In der Ausbauart ist eigentlich alles gleich geblieben, das haben wir auch schnell gemerkt. Das passt für unsere Weine sehr gut, wir machen immer Maischstandzeit, also die Trauben werden von Hand geerntet, werden entrappt, Bären kommen weg vom Stiel, werden gequetscht, stehen 24 Stunden im eigenen Saft. Das ist eine absolut perfekte Geschichte, die früher aus einer rein verarbeitungstechnischen Geschichte kam. Die Trauben lassen sich besser pressen, hat einen Weinstiel begründet. Mittlerweile erzeugen wir einen Weinstil, weil er uns sehr, sehr gut schmeckt. Die Presstechnik ist so gut, man braucht es nicht mehr. In anderen industriellen Betrieben kann man alle möglichen Zusatzstoffe nehmen, dass sie sich sowieso gut pressen lassen. Das schließt sich bei uns einfach aus Prinzip aus.
Aber dementsprechend arbeiten wir mit meist Standzeit. Bei Chardonnay nur zum Teil. Aber das ist auch eine Rebsaufe-Geschichte. Und der heißt jetzt, der Chardonnay, ist das noch dein Vater? Ganz kurz noch, ich muss auch zu dem Beispunkt sagen, 26 Euro, nur ein Preispunkt. das mal reinzubringen. Und das ist für mich als Weißbegründer, ich habe den 23 jetzt auch schon ein paar Tage nicht mehr probiert. Ich bin auch sehr extrem positiv verrascht, weil er diese, diese Fruchtigkeit nämlich nicht hat und er war eine wahnsinnig fruchtbetonende Jugend. Frucht ist für mich überhaupt kein Weinfehler, also nicht falsch verstehe, aber die Textur, wo der Wein hat, die Kalkigkeit am Schluss, da merkt man, okay, das kommt halt aus extrem guten Weinbergen und der Weißburgunder steht bei uns immer in den steinigsten Stellen. Also bei uns ist es so eher, wenn man jetzt an einen Berg guckt, Weißburgunder am höchsten Punkt im Hang, im mittleren Punkt Spätburgunder und am tiefsten Punkt der Rissling, in der Lage im Sonnenschein und je tiefer man kommt am Berg, umso mehr Lehm hat mal dabei oder umso kräftiger ist der Bode und der Weißboden da, der ist einfach von Natur aus schon ein bisschen speckiger, kräftiger, massiver und der muss auf dem kargen Bode stehen.
Und jetzt haben wir uns eingeschenkt den Chardonnay R, der hat ja so ein ganz schwarzes Etikett, wenn man das hier ein bisschen mit Wein beschäftigt hat, das hat man auf jeden Fall schon mal gesehen. Hans-Jörg ist dann jetzt der Vater? Der Vater, ja. Weil der das sozusagen entdeckt hat, aber das ist sozusagen sein... Also die Geschichte dahinter, ich war nicht dabei, Das ist schon so lange her. Es war wohl so, dass der Vater gesagt hat, okay, kleine Holzfässer, das ist so was, was ihn interessiert.
Das war eigentlich was, was dann mit seiner Frau in der Aufkunft ist. Es gibt ja die fünf Hinsicht für einen Freund, das ist eine ewig lange Geschichte. Also können wir jetzt leider nicht mehr... Weil wir ganz kurz, weil Fritz Becker Senior vor kurzem verstorben ist.
Also das Weingut Becker ja auch immer schon wieder mal Weine von ihm gehabt. So ist es. Schickt mir nach oben einen Schluck von eurem Schadenwein. Also genau, jetzt wollte ich aber nicht unterbrechen. Genau, und das war dann so ein Punkt, wo er gesagt hat, okay, das mit dem kleinen Holzweißer interessiert ihn auch sehr, er möchte das machen. Aber in der damaligen Zeit waren die Weine ja nicht zugelassen für Qualitätswein. Das waren alles Tafelweine. Dann auch bei Bäcker beispielsweise gab es ja lange den Chardonnay TL, äh TW, den Tafelwein. Und dementsprechend war klar, okay, das wird keine Qualitätsweinprüfung bestehen. Dann kam auch noch die Chardonnay dazu. Der Vater hat dann Chardonnay gepflanzt irgendwann, was auch nicht zugelassen war. Es war Wein aus Versuchsanbau. Und dann muss man argumentieren als junger Winzer mit seiner Mutter, die quasi doch den Betrieb leitet, weil der Großvater oder mein Großvater tot war. Und dann hat er echt mal gesagt, so, er will jetzt mal mit den kleinen Fässern anfangen. Und das Resultat war klar, das wird Tafelweinwerder. Und unser Betrieb hat nie Tafelwein gemacht. Unser Betrieb steht für naturreine Prädikatsweine in der höchsten Qualitätsstufe, die möglich waren, die er damals jetzt hat. Eine Zersur, ja. Genau, da sind wir beim Punkt. Und dann hat scheinbar meine Großmutter gesagt, ich habe sie zum Glück ganz, ganz lange erlebt und sehr, sehr gemocht, aber die war sehr strikt mit vielem und ich kann mir das richtig vorstellen, wie sie dann scheinbar gesagt hat, ja, wenn du das machen willst, dann mach's. Aber schreib deinen Namen drauf, kauf die Fässer mit deinem Geld, nimm ein anderes Etikett.
Und genau so ist es entstanden. Das ist total plausibel. Das ist der Grund, warum Hansjagd Rehpols draufsteht, nicht Ökonomierad Rehpols, das Etikett ganz anders aussieht. Und wir halten das Etikett, weil es erstens traumhaft schön ist, dann Geschichte erzählt. Aber es ist alles wieder ein Unternehmen. Das ist ein, ja genau. War es dann am Ende so, dass du das selber bezahlen musst? Ja, ja. Mein Vater hat dann mit seinem kleinen Winzerlohn, was man so kriegt, als mitarbeitender Familie angehörig. Mein Vater hat wahrscheinlich mit, ich weiß gar nicht genau, hat dann echt mal mit 45, 50 der Betrieb dann mal von meiner Oma überschrieben bekommen. Hat dann mit seinem kleinen Lohn sich da zwei, drei Fesselscher gekauft am Anfang und hat dann da einen Wein draus gemacht. Und dann war das halt noch kürzester Zeit eine riesige Erfolgsgeschichte. Du hast es ja gerade gesagt, Michi, dass der Chardonnay, das kennt man schon, also wer sich ein bisschen mit Wein auskennt, mit deutschen Weinen, der hat Kastanienbusch mal gehört, der hat mal R. Chardonnay von Rehpols gehört. Das ist, kann man wahrscheinlich schon so sagen, der erfolgreichste Chardonnay, den es in Deutschland gibt, über die lange Historie. Der erste Jahrgang, der gefüllt wurde, war 1989, der erste, der in der Verkauf war, war 1990 und immer mit dem Etikett, unter dem Namen. Ununterbrochen. Das ist der erfolgreichste deutsche Chardonnay, den es in der Länge, in der Historie so gibt.
Ich denke nicht, dass es was anderes gibt. Ohne uns so jetzt irgendwie dummselbstlofe zu wollen, weil das ist mir auf jeden Fall fern, aber es gibt ganz, ganz große, großartige Chardonnays in Deutschland, aber mir ist keiner bekannt, den es durchgehend in der Historie auch unter derselben Bezeichnung in der Qualität gibt. Also da muss man sich mal vorstellen und das muss man sich schon mal quasi.
Und 1987 dann als erster, da überhaupt Chardonnay zu pflanzen, da muss man schon, das ist schon ein großer Vordenk. Eben war es 1989. Was ist 1987? Erster gefüllter Jahre 1989. Okay, 1987 die Pflanze. Okay, sehr gut. Und das ist natürlich quasi vor dem Hintergrund und damals schon sich eine Stilistik zu überlegen, die bis heute Bestand hat, die also quasi wirklich... Also bis da war Chardonnay tatsächlich in Deutschland verboten, gab es nicht? Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz, so. Okay, Steffi. Das dann auch, okay. Und ist das R für, ist das Reserve, ist das Rebholz? Das ist Rebholz. Man sieht das Traubenetikett. Es wird zwar oft mit Reserve oder sowas assoziiert, aber in der Traube, in unserem Familienlogo, ist ja das R ganz präsent in der Mitte. Und dementsprechend hat dann damals dieser Künstler, Designer, das R auch aufgegriffen. Und beschreibt nochmal, Michael, weil das auch natürlich wieder, boah, es ist irre, ne? Es ist irre. Also ich glaube, für alle Menschen, die Chardonnay mögen, ist das so, wenn du den trinkst? Also jetzt würde ich sagen, man riecht erst mal, also es ist jetzt 22, das ist natürlich relativ jung jetzt auch, aber das Holz hast du schon in der Nase, das hat natürlich Präsenz, das muss auch so sein.
Ich finde in der Nase mehr noch als am Gaumen. Am Gaumen ist diese Energie, die ihr irgendwie diese Weine kriegt, wieder da. Aber nicht zu viel Säure, weil ich finde Holz und Säure ist auch manchmal echt schwierig, weil das sich miteinander sehr schnell beißt und dann eine Disharmonie ergibt. Und das ist es eben nicht. Auch du hast wieder den Extrakt, du hast die Kraft. Ich habe auf das Etikett geschaut, nur 13 Alkohol. Also du kriegst diese Energie hin, diesen Wumms und mit dem Holz und trotzdem nur 13 Alkohol. Und alle wollen das und euch gelingt das. Warum gelingt das euch denn? Und warum müssen andere so viel früher ernten, um mit diesen Werten dahin zu kommen? Liegt das an der Biodynamie, an der Alter der Rebstöcke, an den Böden, an... Mit Sicherheit ist das ein Zusammenspiel der vielen verschiedenen Faktoren.
Was auf jeden Fall ein Punkt ist, wir haben ja vorhin darüber gesprochen, wir sind in der südlichen Weinstraße, im südlichsten Teil der Pfalz. Das ist aber auch der kühlste Teil der Pfalz. Also es gibt gerade einen ganz hohen Norden Richtung Zellertal. Da ist es auch wieder relativ kühl, aber wenn man jetzt den Bereich Mittelhart sieht, das ist alles deutlich wärmer. Wir sind extrem geprägt von den Westwindeinflüssen durch die verschiedenen Täler. Wir haben ein anderes Gebirge, das heißt ja nicht Mittelhart, das heißt Oberhart. Die Oberhart sind tiefe Einschlüsse im Pfälzer Wald, deswegen sind wir immer zwei Wochen später an der Ernte. Also das ist auch ein großer Unterschied.
Was beim Chardonnay die größte Schwierigkeit ist, ist halt quasi der Erntezeitpunkt, weil der fault nicht so schnell wie andere Rebs hatte. Früher hat man immer geerntet. Okay, wenn es faul wird, hat man irgendwann geerntet. Das heißt, das muss man irgendwann lernen. Wir haben einen extrem guten Rebbestand an Chardonnay. Mittlerweile ist es ja auch eine ganz ordentliche Fläche in verschiedener, extrem guter Lage. Also wir produzieren nach wie vor nur einen Wein. Das ist ein Verschnitt aus verschiedener Lage, um das auch schon mal vorne wegzunehmen. Und vom Holzeinsatz? Der Holzeinsatz sind circa 30 Prozent, ein Drittel Neuholz. Immer noch kleine Fässer? Kleine Fässer. Bei uns gibt es entweder Edelstahl oder kleines Holz. Das sind dann 228 Liter. Also hat sich der Vater durchgesetzt, würde ich sagen. Und der hat dann auch alle größere Holzhäuser rausgeschmissen. Also der hat eh mal gesagt, so. Für ihn macht großes Holz keinen Sinn. Edelstahl ist das, was er für die Risslinge, für die Weißburgunder, für die weitere Sorte, weil es Nonplusultra sieht, weil das die perfekte Brillanz der Rebsorte unterstützt. Und kleines Holz ist für Spätburgunder und für Chardonnay die richtige Wahl, so wie auch für unsere Sektgrundweine. Und Michael, willst du jetzt nochmal Kastanien? Ja, ich würde den Risslinger am Ende. Also nochmal zu dem Chardonnay, der kostet 45 Euro, würde ich auch sagen. Und das ist, finde ich, preislich, also wenn man denkt, was man so im Burgund kriegt für die Traube, obwohl ich nicht immer das Burgund zitieren möchte, ich finde, es ist auch kein Burgund.
Es schaut auch nicht aus der Burgund, sondern es ist ein Pfälzer Burgunder, aber ein sehr, sehr feingliedriger, fein ziselierter Wein mit einem sehr schönen Holzeinsatz, mit einem guten Gerbstoff und.
Ich mag auch, dass er nicht ich finde, das ist nicht cremig. Also ich finde, weil das oft so, wenn man so Batonnage macht und dann werden die Weine so breit am mittleren Gaumen und das ist es nicht. Sondern ich mag diese durchgezogene Klarheit auch in diesem Chardonnay extrem gerne. Das Paket übrigens kostet zusammen 139,90. Ich glaube, man kriegt die Creme de la Creme des deutschen Weißweins schon in vier Flaschen reingebaut. Vor allem, das ist ja immer so diese Frage, das gibt es immer ganz oft Hörer und Hörer, die Fragen sagen.
Ich habe etwas an jemanden, dem ich etwas ganz Besonderes schenken möchte. Welches Paket kannst du da empfehlen? Und da habe ich immer natürlich unser Paket früher, das gibt es glaube ich nicht mehr mit den reifen Riesling von Wegeler. Ja, nee. Der gibt es nicht mehr. Und das ist glaube ich aber ein Paket, wo man sagen kann, wenn du wirklich, also geht immer die Frage, ich habe da jemanden, dem möchte ich was schenken. Der ist aber, er kennt sich schon so ein bisschen mit Wein aus. Dem möchte ich was Besonderes zukommen lassen. Und da kannst du mit dem Ding punktest du halt komplett. Ich glaube, für mich wäre auch jetzt, also ich bin am Ende des Tages sagen, trotzdem mein großer Kastanienbusch. Wenn nicht nicht geworden, sondern es war es schon immer, aber jetzt nochmal mehr. Danke, Michael, dass du uns jetzt nach fünf Jahren jetzt das einmal gezeigt hast. Vielen, vielen Dank. Weißt du, was das ist? Ich glaube, dieser Wein ist auch, Lars, korrigiere mich, für Leute, die eigentlich sagen, nee, weißt du, Riesling ist, mache ich gar nicht so gerne. Wenn du das probierst und das nicht magst, dann finde ich, kannst du sagen, okay, Riesling ist... Dann kannst du aufhören, Wein zu trinken. Nee, da kannst du sagen, ich mag... dann kaufe ich dir das ab. Wenn du das nicht magst, dann tut mir es so leid. Wie kann man das nicht mögen? Absolut.
Das ist komplett abgefahren. Und du kannst es auch jetzt hinterher, weil das natürlich das Glas nicht überholzt ist, sondern du kannst wunderbar den daraus dann trinken. Man kann es durcheinander trinken, man kann es in einer anderen Reihenfolge trinken. Aber ich glaube natürlich, ich gucke immer auf diesen Kasteinbuschen und denke, ach, Und es ist ja echt Montag um, jetzt ist es elf. Aber es macht es nicht besser. Ein großartiger. Und lieber Hans, wir danken dir, dass du so früh aufgestanden bist. Dass du früh drei Uhr aufgestanden bist. Fährst du heute noch zurück? Hoffentlich nicht. Tatsächlich, ja. Verrückt. Wie lange? Wie viel Stunden? Mit dem Zug. Wir sind ja die Fahrgemeinschaft Familie Kessler. Die Fahrgemeinschaft Familie Kessler mit dem guten Tag Friedrich und mit Florian. Weingut Münzberg.
Und dann hätten wir die Kessler auch gleich hier heute abfrustet. Ne, dann machen wir das nochmal. Und ihr seid jetzt in der Hanselange gleich bei der Verkostung. Die haben mich mitgenommen um 3 Uhr. Mit dem Mein Gut Mai aus Franken, muss man dazu sagen. Hatten wir auch schon vor kurzem da. Der Rudi ist auch dabei. Die haben mich mitgenommen. Da konnte ich noch gemütlich einen Kaffee trinken, mal kurz die Auche zumachen. Dann haben wir noch kurz die Lokalpolitik durchgekaut. Und jetzt waren wir dann da. Und heute Abend geht es mit dem Zug heim. Also wer jetzt hier aus näher Hamburg ist, der ist mit dem Zug so schnell bei uns in der Pfalz. Das stimmt. Wie lange ist das? Das ist vier Stunden? Vierer Halbsturm ist man in Mannheim. Und von Mannheim ist man in einer halben Stunde in der Pfalz. Also so eine Strecke, wenn man jetzt nicht unbedingt einen Haufen Waren im Kofferraum hat, das funktioniert tatsächlich sogar auch mit der Deutschen Bahn. Also das fällt mir schwer zu sagen, aber es ist so. Ich habe gehört, dass der Mann einmal morgen einen neuen Chefredakteur sucht. Vielleicht ist das doch nochmal eine Perspektive oder was. Du, Hans, meine letzte Frage noch. Habt ihr diese Betriebsgröße, ist das die Größe, wo ihr auch bleiben wollt? Jetzt seid ihr nicht nur einer, dann seid ihr quasi zwei. Reicht das? Braucht man mehr, um wirtschaftlich zu arbeiten? Ja, also die Betriebsgröße ist für uns die perfekte Betriebsgröße.
Die reicht zum Leben, die macht auch extrem viel Arbeit, wenn man das in dem Niveau macht, wie wir das machen. Und wenn wir größer werden wollen würden, dann würde das auch gar nicht funktionieren in der Qualität. Es ist eher sogar so, dass wir sagen, wenn jetzt Weinberge uns angeboten werden, im Moment erleben wir eine... Der Strukturwandel im Weinbau, wie er noch nie da war, würde ich jetzt mal behaupten. Das heißt, uns werden jede Woche Weinberge angeboten. Warum ist das so, weil die Leute keine Lust mehr haben, weil sie es nicht verkauft kriegen? Ich denke, das ist so eine Gesamtunternehmer-Situation. Das hat jetzt nichts mit Weinbau zu tun. Allgemein. Du hast ja auch da den demografischen Wandel. Eine große Menge von Menschen geht raus und unten kommt nicht so viel nach. Und du hast zum Beispiel auch als Winzer keine Kinder oder du hast Kinder, die sagen, ich will das nicht. Was machst du dann? Ja, und dementsprechend erlebt man das oft. Man bekommt Weinbergeangebote, an denen ist man 20 Jahre vorbeigefahren. Bei Valentin und mir sind wir jetzt 10 Jahre dran vorbeigefahren und haben gedacht, der fehlt uns noch irgendwie. Da sagt man nicht nein. Das ist dann schon klar. Die bekommt man immer noch nur Einwandangebote. Was kostet denn so ein Weinberg eigentlich? Das geht weit auseinander. Also von bis? Ein Hektar hat 10.000 Quadratmeter. Und wenn es jetzt mal ein richtig billiger, also ein sehr, sehr preiswerter Weinberg in irgendeiner Randregion ist, dann kann man da schon mal für 50.000 Euro dabei sein.
Und nach oben sind wenig Grenzen gesetzt. In der Champagner in der Mäonen. Ich kann mir auch vorstellen, dass Kastanienbusch wahrscheinlich jetzt auch nicht so günstig wäre. Steht ja nicht zum Verkauf. Da haben wir auch schon viel Geld bezahlt, ja.
Stark. Also Axel, es muss uns leider sagen, wo immer du auch, ich glaube Axel ist auch Fuerteventura. Ja, recht hat er. Aber er hat wieder, es ist ein bisschen gemein, Michael, und ich danke dir, dass ich bei diesem, dass ich auch hier, es ist mein zweiter Gut-Augau-Moment, muss ich sagen. Wie schön, aber ich weiß gar nicht, ob Axel wirklich so eine Freude gehabt hätte. Er hätte es nicht gemocht. Also er hätte es nicht so abgefeiert wie wir, weil der irgendwie, also das muss extrem süß sein. Aber darf ich dich am Ende fragen, ist es so wie, du bist ja dann mit deinem Satz, hast du schon eine gewisse Erwartungshaltung, Oder ist es, haben die Weine diese Erwartungshaltung? Es ist mehr. Also es ist wirklich so, dass ich weiß, dass ich zu denen gehöre, die drei, vier, fünf Pakete bestellen werden. Weil das ist ja wirklich Wein, erstens für die Ewigkeit so ein bisschen und zweitens ist es halt dieser Moment, wenn du Gäste hast, die sich mit Wein auskennen oder wenn du mal einen Wein verschenken willst. Das ist super.
Aber belohst du dich auch selber mal? Einfach sagst, weißt du, mein Schatz, heute war ein guter Tag und jetzt, wir freuen uns einfach. Natürlich, natürlich. Und es ist, denk doch mal an, also Petenthal, der ja dann lagert, die Last Fast 50, jedes Jahr zum Geburtstag mache ich eine Flasche auf und die werden besser und besser und besser. Aber das ist natürlich, es ist, ja, es ist einfach toll, dann das zu haben, weil da freust du dich drauf und sagst, und heute ist irgendwas Besonderes und es kommt ein besonderer Freund oder besonderer Besucher und dann sagst du, Jetzt machen wir die Flasche. Das ist aber so lustig, weil dann schon neulich kamen, wenn dann Freunde kommen und jetzt haben meine Frau auch so ein bisschen angefixt und dann sage ich, soll ich das und das aufmachen? Nee, die wissen das gar nicht zu schätzen. Aber gut, ist auch richtig, glaube ich, du tust ja Menschen keinen Gefallen, die sich mit Wein am Rande auskennen.
Ich glaube, bei dem Riesling würde ich... Ich fühle mich eher unangenehm. Dann schenkst du denen eine Chardonnay an und denkst, die können damit im Zweifel nichts anfangen. Und das schmeckt dir dann vielleicht gar nicht. Das kann schnell für einen selbst schmutzte Wein im Moment kaputt sein. Aber bei mir ist es so, Also wenn ich irgendwelche, wir haben ja auch von vielen Weihgütern superschöne Weine im Keller, wo wir auch selbst sammeln. Ich liebe es, Wein zu teilen mit Freunden. Genau, sehr schön. Das ist für mich tatsächlich, wenn ich eine ganz besondere Flasche habe.
Ach, wenn wir zu zweit sind, bei einer Paterin, trinken wir auch immer sehr, sehr gute Flaschen. Aber nichts ist so schön, wenn man dann mit einer kleinen Runde von den besten Freunden zusammensitzen und so eine Flasche aufmacht. Das stimmt, aber stell dir mal vor, man ist jetzt so begeistert von dem Kastanienbusch und jetzt schenkst du dir jemanden ein, der sagt, das macht dir den Moment ja auch kaputt. Das ist so, genau. Das habe ich neulich, also ich habe dann ganz eine tolle Flasche Wein aufgemacht, aus meiner Sicht, die wir auch hier hatten. Und dann sagten die beiden, du hast noch was anderes, wo du denkst, Alter, die Flasche kostet 60 Euro, das ist richtig gut. Und das ist da natürlich schade. Dann schenkst du irgendeinen so ein, ich habe dann dann, es ging um Rotwein, habe dann diesen Laia eingeschenkt, wenn du dich erinnerst.
Zwölf Euro Rotwein oder so, oh, das fanden die ganz super. Ja, aber du ärgerst dich natürlich dabei, du wolltest ja diesen besonderen Moment haben, wenn du da schon kommst, sagst, ich habe was ganz Besonderes. Aber da musst du natürlich besser vorher quasi die fragen, was trinkt ihr denn sonst so gerne, womit kann ich euch eine Freude machen? Da kommst du auch hin, du bist ja schon wahnsinnig viel weiter gekommen. Die sagen natürlich immer alle, guck mal, du bist doch mit dem Michael in diesem Podcast, du musst es doch wissen, biete uns was an. Weißt du, du weißt es ja auch, aber es geht darum, dass du deren Erwartungshaltung trinkst. Was trinkt ihr denn sonst? Und wenn die sagen, ja, also wir lieben beide Primitivo, dann brauchst du doch nicht kommen mit einem reduktiven Natural-Elf-Alkohol-Rotwein aus dem Burgenland. Dann würden die da sagen so, das trinken wir zum Beispiel gar nicht. Ja, du hast natürlich auch viele dabei, du kriegst ja auch welche, meine Lieblingsfreundin immer, die jahrelang nur Grauburgunder getrunken hat und immer sagt, ich mache nichts anderes als Grauburgunder. Dann zitiere ich immer Micha und sagt hast du schon mal was anderes getrunken? Nein. Und dann hat sie halt angefangen und plötzlich liebt die halt Rieslinge. Das ist natürlich toll. Hans, wir können ja du bist herzlich willkommen eingeladen. Es hat richtig Spaß gemacht. Axel, du hast was verpasst. Ja, genau. Und aufs Leben. Aufs Leben. So ist es.
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