Axel, mach mal an jetzt. Ich muss ja erstmal überlegen, wo ich draufdrücken muss. Wir wollen ja auch, dass das funktioniert. Eine weitere wunderbare Folge. Wieso moderierst du den jetzt? Ich habe das Gefühl, dass du schon dir einen reingestellt hast. Vielleicht ist es keine gute Idee, 15 Folgen hintereinander aufzuzeichnen. Ich muss drüber nachdenken. Aber du bist ja noch total ruhig. 10 Minuten, ein Wein, 10 Punkte. Wir haben vergangenes Mal 28 von 30 Punkten. Jeder darf 10 Punkte finden. Ich glaube, das ist davor. Aber auf jeden Fall haben wir 28 Punkte. Auch schon mal 30. Und jetzt gibt es ein Chardonnay. Ja, habe ich schon erzählt. Ich habe es gesehen. Aus Südtirol. Da haben uns tatsächlich auch einige schon angeschrieben. Aus Südtirol habt ihr viel zu wenig gemacht. Und da haben wir natürlich auch recht.

Chardonnay, Weißwein aus Südtirol. Und zwar von der Kantine, also von der Winzer-Gemassenschaft. Schreckbichl. Achso, wie? Schreckbichl. Schreckbichl, so heißt die. Ist eine Bekannte, oder? Ist eine Bekannte, genau. Kellerei Schreckbichl. Und die haben eine Marke quasi ins Leben gerufen. Die Kellerei gibt es seit 1960. Und die heißt Lafour. Und das ist quasi ihre Topmarke. Da haben die auch noch Sauvignon Blanc. Da haben die, glaube ich, ein oder zwei Rotweine. Also Chardonnay, Lafour. So heißt auch eine Lage, ein Berg innerhalb dieses Weinguts. Über 300 Familien bilden diese Kellerei, diese Winzergenossenschaft. Und dieser Lafora ist auch ein Berg, aber diese Weine für den Lafora kommen nicht alle nur aus diesem Lafora-Berg, sondern Lafora ist eher eine Marke als eine Einzellage. Wo in Südtirol? Also man kennt immer Bozen und Meran. Genau, das ist hier eingezeichnet, in diesem kleinen Punkt wirklich sehr nahe an Tirol. Sehr nahe an Österreich, an Tirol. Genau, sehr nahe an Österreich. Ein bisschen im Holz auch ausgebaut. Die Weine wachsen so auf... 400 bis 550 Meter Höhe auf so Schotterböden. Das Etikett hat mich, als ich es gesehen habe, habe ich an Gustav Klimt gedacht. Absolut, ich auch.

Und tatsächlich ist das auch bewusst so angelegter Jugendstil Ende 19. Bis Anfang 20. Jahrhundert. Und das ist auch quasi bei allen Lafour-Weinern auch identisch. Und jetzt probiere ich euch mit dem Chardonnay. Der auch mehr kostet als 10 Euro. Aha. viel? Ja, das will ich jetzt noch nicht sagen. Aber auch da muss ich sagen, wieder, also wieder einmal. Hast du das schon fast ausgetrunken? Nein, nein, ich kriege ja immer viel weniger als du. Es riecht nach Schadone, man riecht das Holz, also man riecht das, als ein Holz ausgebaut ist und dann schmeckt man das und denkt, wow, was ist das? Was ist das, was noch dabei ist?

Was eine, ich finde es irre, ich finde es bleibt auch lange. Also den habe ich jetzt bewusst nicht ganz so kalt euch eingeschenkt, weil der profitiert von ein bisschen Temperatur. Wenn der jetzt so kalt ist, dann zeigt er nicht dieses breite Spektrum erstens am Gaumen und dann finde ich ihn noch viel genialer als in der Nase. Hast du geil gesagt? Nee, kann man sich rausnehmen. Ich mag das Gefühl im Mund. So breit. Ja. Oder? Aber was ist das? Naja, es ist so eine Cremigkeit, aber die ist nicht künstlich, aber die hat so eine leichte Karamellcremigkeit. Aber das ist, man muss sich das so vorstellen, als ob man so ein Karamelleis hat. Und das verläuft so im ganzen Mund. Es geht ja nicht wieder weg. Es ist sehr lang. Das ist, oh.

Es wird, glaube ich, also das ist so ein Chardonnay. Oftmals ist ja Chardonnay auch so eine Sache. Ich weiß bei meiner Frau immer, oh, geh mir weg mit Chardonnay. Also heißt, geh mir weg mit Sachen, die im Holz ausgebaut sind. Dann hast du auch mal Weine, die, gibt es ja auch Chardonnays, die nicht im Holz ausgebaut sind. Wobei, als wir die Folge gemacht haben, die Renaissance des Chardonnays, haben uns viele geschrieben, wow, vielen Dank, da habt ihr echt Chardonnay wieder zugebracht, weil die Weine so unterschiedlich waren, dass man eben nie sagen kann, ich mag Chardonnay nicht. Man kann diesen Satz eigentlich nicht sagen, wenn man sich mit Wein beschäftigt. Aber der ist jetzt so ein bisschen kräutrig oder sowas? Ja. Es ist ja noch mehr als nur dieses Süße. Genau, kräutrig, dann hast du so ein bisschen Mandarine, Orangen, Zeste, Schale, vielleicht so was leichtes Serbes, dann ein bisschen Limette, sogar Limettenabrieb. Es ist immer trotzdem eine Frische dabei, obwohl er 14 Alkohol hat. Er ist kraftvoll, aber nur das bringt auch ein bisschen die Länge am Graumen. Aber dieses Cremige ist wirklich... Ich würde am liebsten jetzt so die Augen zumachen, um das zu genießen, wie sich das überall ausbreitet und dann auch im ganzen Körper so ausbreitet. Lass dich gehen, lass dich gehen, lass dich richtig fallen. Lass dich fallen, lass dich fallen. Und da muss man sagen, Chapeau, ob das jetzt Terlan ist, ob das Tamin ist oder Schreckpichl.

Also Winzer-Genossenschaften haben eigentlich so ein Potenzial, dass wir, Domäne Wachau hatten wir auch schon bei uns, Dass wir einfach sagen müssen, in Deutschland an die Behörden und an die Produzenten, einfach eine gute Winzergenossenschaft, das Potenzial ist so unfassbar gut. Was haben die Behörden damit zu tun? Naja, diese Winzergenossenschaften sind oft staatlich oder von den Ländern betriebene Betriebe. Und das ist primär Menge und nicht Qualität. Das ist leider die Wahrheit. Das gibt immer Ausnahmen auch in Deutschland. In Deutschland, oder? Ja, es gibt immer Ausnahmen auch in Deutschland. Aber wenn du diesen Wein siehst, dann denkst du nicht, das sieht doch nicht aus wie ein Winzergenossenschaftswein. Und bei uns steht dann WEG, König Schaffhausen, Winzer, Markgräfler Land.

Das sieht dann an, das ist nicht so cool. Aber du hast eben gesagt, die Länge kommt durch den Alkohol. Alkohol ist Geschmacksträger. Das heißt, mehr Alkohol, nicht zwingend, aber sehr, sehr häufig ist es einfach, dass der Extrakt, die Kraft des Alkohols und natürlich dementsprechend des Zuckers Das ist das, was am Gaumen sich fettsetzt. Das bleibt ein Mann mit elf Alkohol. Der muss natürlich ganz alte Rebstöcke haben, dass du trotzdem auch diese Länge hast oder eine Süße. Aber sonst, wenn der trocken ist, dann ist der leicht und dann kann der nie diese Länge haben. Das ist so. Und jetzt musst du uns nochmal verraten, weil das hat natürlich eine Sache uns nicht gesagt. Den Preis. Und das wird, glaube ich, jetzt ein Problem. Aber genossenschaftlich wohnen ist ja sehr viel günstiger. Aber ist genossenschaftlich trinken auch günstiger? Ich befürchte... Das nicht. Preisleistungsjahr bei der Weinkaufs 28,90. Ach so, ja, gut. Aber das ist auch irre, oder? Früher bei 28,90 hättest du das Studium verlassen. Ja, hätte ich.

Hätte ich gemacht. Aber ich habe jetzt ja gelernt, dass Weine, die so schmecken, eher so 50 irgendwie plus oder sowas sind. Deswegen hätte ich gedacht, dass der wesentlich teurer ist. Und das glaube ich, dass du sehr viel Wein fürs Geld kriegst. Und dass 28,90 nicht wenig Geld sind. Perfekt, stimme ich, bin ich dabei. Aber du kriegst so oft viel weniger Wein für mehr Geld.

Und dafür habe ich es auch mitgebracht. Und das ist natürlich auch wirklich eine Entdeckung. Wenn du jetzt jemanden gibst, der sagt, ich habe schon viele Chardonnays getrunken, oder? Das ist schon gut. Also ich habe den Willi Schütz, den Geschäftsführer von der Kellerei Tramin, im Juni in Hamburg. Und ich möchte, dass wir uns gemeinsam treffen. Weil einmal wirklich erzählen, was heißt denn Winzergemeinschaft? Was heißt, wie weit ist das Gemeinschaft und wie weit ist das Genossenschaft, wo sind die Probleme wirklich aus dem Leben erzählen, weil 300 Familien, 300 Betriebe unter einen Hut zu bringen, ist ja wahnsinnig schwierig. Und die müssen das ja alles nach, die müssen ja das genauso machen, wie der Oberchef sagt, so machen wir das. Auch wenn die sagen, aber wir haben doch immer, oder ich kann nicht am Wochenende, weil ich bin dann bei einer Konfirmation und wenn er sagt, alle lesen am Wochenende in dieser Lage, dann egal was, es geht um die Qualität und das, da muss man dann schon. Aber ich meine, verkaufen die dann ausschließlich sozusagen als Genossenschaft oder haben die noch andere Verträge? Nein, die Winzer liefern da in diese Genossenschaft ein. Okay, also nirgendwo anders hin. Genau, weil das Problem ist ja vor allem auch die Vermarktung. Produzieren ist das eine, aber dann vermarkten, international, unterwegs, in Amerika, bei Importeuren, bei Exporteuren, bei Verkostungen und so weiter. Das heißt, das ist ein riesiger Aufwand. Für ein kleines Weingut mit zwei Hektar oder so. Kann man da Mitglied werden und dann günstiger trinken?

Ja, vielleicht Gewinnausschüttung am Jahresende. Das stimmt, ja. Schreibt dir die Fragen schon mal auf. Genau, die merken wir. Und ich würde jetzt aber sagen, Axel, sag mal Bewertung, man kann von 0 mit, geht gar nicht bis 10, wow, wow, wow. Oder, was ist denn Price? Was gibt's da?

Eine 8,5. Nee, das geht nicht. Das geht nicht. Eine 8 oder eine 9. Aber dann würde ich sagen, gibt's ja eine 9.

Ich gebe auch auf 9. Ich gebe auch eine 9. Ich finde den Wein auch echt gut. Wow, 27 Punkte. Wow. Also richtig cooler. Und das noch ein bisschen mit dem Gustav Klimt vorne drauf. Das ist ja noch ein besser als letztes Mal. Nee, das letzte Mal war 28. Achso. Ich hatte ja ein Zehner. Ich war auch kurz davor ein Zehner. Das ist auch so eine internationale. Hatte ich schon gejuckt? Ja, ja. Das ist wirklich, und wenn das so steht, du hast jetzt neuerdings immer vorne, oben hast du diese, wie heißt denn diese? Dropstop. Dropstop. Hast du eins immer? Das ist ein Aufkleber. Ja, damit ich hier nicht rumsahre. Weil wir haben ja auch Rotweine und dann ist der Tisch so schön sauber. Ich finde das praktisch. Auch im Restaurant nutze ich die. Am Anfang habe ich mich gewehrt, weil ich dachte, ästhetisch ist nicht so schön, aber ich finde ein angesauter Tisch noch hässlicher. Ich habe die Platte gerade umgedreht. Wahnsinn. Ehrlich gesagt habe ich das nach Linden gemacht. Christian Lindner war hier in diesem Studio. Aber der hat immer so gemacht und es hat gewackelt wie irre. Das siehst du auch in der Aufnahme. Wusstest du, dass Axel ein großer Fan von Christian Lindner ist? Aha, wieder was gelernt. Ja, wahnsinnig, der dreimal schon in diesem Studio war. Und Axel, jedes Mal, ich möchte ihn filmen, ich möchte dies, ich möchte das. Ja, genau. Wieder was dazugelernt. Das ist schon, das ist schon. Also ein toller, also 27 Punkte für diesen tollen Wein. Absolut. Liebe Leute, nächste Woche wieder eine lange Folge mit den vier Flaschen. Lohnt sich auf jeden Fall. Und dann darauf wieder Speedtasting. Perfekt. Aufs Leben. Aufs Leben. Ciao, ciao. Ciao.

Ciao.