Ihr habt es geschafft. Das hier ist die fünfte und letzte Folge von Akte Sturmann. Er hat Silke getüttet. Ich spreche mit Forensikerin Dr. Nicole von Wurmschwag. Die hat 2010 mit ihrem Team den Massen-DNA-Test ausgewertet, dem sich nach Aufruf der Polizei ganze 2200 Männer aus dem Kreis Sturmann unterziehen mussten. Von Wurmschwag erzählt mir nicht nur, wie sie aus einer wissenschaftlichen Perspektive an den Fall herangegangen ist, sondern auch, wie man als Forensikerin mit dem Erwartungsdruck umgeht, den der Fall Silke mit sich gebracht hat. Außerdem, und das ist nun mal so am Ende eines Podcasts, wird es Zeit, die Akte Silke für unsere Redaktion zu schließen. Ich bin froh, dass ich hier nicht alleine die richtigen Worte finden muss, um das zu machen, aber hört doch lieber selbst. Mein Name ist Pierre Rabener und ihr hört Folge 5 von Akt Sturmann, Wer hat Silke getötet? Kurzer Hinweis vorab. Wenn ihr heute das erste Mal diesen Podcast hört, habt ihr den Anfang meiner Recherche verpasst. Startet doch lieber chronologisch ab Folge 1.
Akte Stormann. Wer hat Silke getötet? Ein True Crime Podcast der Stormann-Redaktion des Hamburger Abendblatts. Alle, mit denen ich im Kontext dieses Podcasts gesprochen habe, können sich noch an den Aufruf zum Massengentest erinnern. Es ist ja schließlich auch das, was vielen Redakteuren, Ermittlern, Freunden und Bekannten von Silke noch am präsentesten in Erinnerung ist. Wir haben uns mit einem Fall befasst, der über 40 Jahre zurückliegt. Der Massengentest hingegen liegt erst 16 Jahre zurück. Fühlt sich für mich auch schon eine Ewigkeit her an, ist aber zumindest der letzte Anhaltspunkt in meiner Recherche, dass der Fall noch einmal Wellen geschlagen hat. Wir gehen rein. Kurz zum historischen Kontext der Genforschung. 1984, ein Jahr vor Silkes Tod, entdeckt der britische Genetiker Sir Alec Jeffreys das Prinzip des genetischen Fingerabdrucks, das sogenannte DNA Fingerprinting, zufällig an der Universität Leicester. In der Bundesrepublik Deutschland folgt die Einführung des genetischen Fingerabdrucks erst 1988 und wird dann erstmals als Beweismittel in einem Strafprozess zugelassen. Der Bundesgerichtshof erklärt den DNA-Beweis im September 1990 für grundsätzlich zulässig.
Im Laufe der 1990er Jahre revolutioniert die DNA-Analyse die Gerichtsmedizin weltweit und wird zu einem Standardverfahren in kriminalpolizeilichen Ermittlungen, was zur Aufklärung tausender Verbrechen beitragen wird.
25 Jahre nach Silkes Tod soll damit auch ihr Täter überführt werden. Am 29. Oktober 2010 versammeln sich also Dutzende Männer in der Matthias-Claudius-Grundschule in Rheinfeld und lassen sich mit einem Wattestäbchen von den Beamten der Mordkommission Lübeck mehrfach an der inneren Mundwand entlang schaben.
Rund 2200 Männer sind aufgefordert, eine Speichelprobe abzugeben. Die Sammlung der Proben kostet den Steuerzahler 15 Euro pro Person, also insgesamt 33.000 Euro. Ja, daran kann ich mich erinnern. Ich kann mich an die Aufrufe erinnern. Ich glaube, da wurde aufgerufen dazu und ich weiß eben, als ich das so im Kolleginnenkreis erzählte, Da sagte man mir eben ja und der und der Kollege und so, die werden auch daran teilnehmen, die haben auch eine Aufforderung bekommen. Na klar und dann ist man ja auch, natürlich ist man gespannt und denkt, hat nochmal die Hoffnung, kommt es jetzt ans Licht? Wer kommt es jetzt ans Licht? Kriegen sie ihn jetzt oder so? Die Frage habe ich mir natürlich auch gestellt. Also habe ich mich auf dem Weg nach Altona in das Institut 4Gen gemacht. 4Gen, das ist die Abkürzung für Forensische Genetik und Rechtsmedizin am Institut für Hämatopathologie in Hamburg. Dort arbeitet Dr. Nicole von Wurmschlag mit ihrem Team, wenn sie nicht gerade Polizeischüler in Berlin unterrichtet, wie sie mir vorab am Telefon erzählt hat. Ich freue mich auf das Gespräch mit ihr.
Stellen Sie sich doch gerne einmal persönlich vor. Okay, mein Name ist Nicole von Wurm. Ich bin Leiterin des Instituts für Forensische Genetik und Rechtsmedizin in Hamburg und bin Privatdozentin für molekulare Rechtsmedizin und habe einen Doktor der Naturwissenschaften, also einen Doktor Rehnert. Ich bin jetzt hier in Hamburg seit zehn Jahren selbstständig und habe davor in Kiel gearbeitet, habe das DNA-Labor am Institut für Rechtsmedizin in Schleswig-Holzwein geleitet und hatte da eine Junior-Professur für molekulare Rechtsmedizin. Natürlich kennt man Cold Cases generell und kennt die ganze Forensik dahinter und kennt auch die Problematik. Das ist ja gerade so, diese typischen Cold Cases in den 80er Jahren, junge Mädchen verschwunden oder umgebracht, vergewaltigt. Und da sind wir immer mal irgendwo involviert in irgendwelchen Cold Cases. Nichtsdestotrotz ist es zumindest bei mir auch so, also Schleswig-Holstein ist jetzt auch nicht unglaublich brutal, wo ganz, ganz viel los ist. Und da haben wir schon weniger solcher spektakulären Fälle. Und den kannte man natürlich, dass es den gibt. Und ich kann mich jetzt noch recht gut daran erinnern, eben dass wir schon sehr...
Also begeistert waren, ohne das jetzt falsch zu verstehen natürlich, aber dass wir an dem Fall beteiligt sind oder werden dürfen, so ausschlaggebend, weil das natürlich ganz wichtig ist, eine Analytik zu machen. Und für so einen Forensiker ist das einfach unglaublich spannend. Deswegen machen wir ja den Job. Also ich kann mich als erstes tatsächlich daran erinnern, dass wir uns sehr, sehr gefreut haben, dass wir da mitmachen dürfen. Also ich habe ja das Labor geleitet, das Labor für forensische Genetik in der Rechtsmedizin in Kiel. Und was wir da dann machen, das sind diese ganzen Spurenanalysen, diesen genetischen Fingerabdruck, was man ja auch aus dem Krimi kennt, das ist hier im Film oder sowas, CSI, solche Dinge. Und da habe ich also im Rahmen meiner Tätigkeit ganz normale Abstammungsgutachten gemacht, habe einfache Spurenanalysen gemacht, irgendeine Blutspur, die irgendwo gefunden wird, kommt dann mit der Polizei vorbeigebracht, sowas untersuchen wir, dann gibt es Mordfälle, Raub- oder Vergewaltigungsdelikte.
Und alle biologischen Spuren, die da so anfallen können, die bekommt man dann im Labor präsentiert von der Polizei, von der Kripo, Spurensicherung dort. Und die untersuchen wir im Kontext der jeweiligen Fälle und versuchen dann dadurch, die Polizei zu unterstützen bei der Aufklärung. Als die Forensikerin und ihr Team anfangen, die Speichelproben auszuwerten, ist Silke schon 25 Jahre tot. Die Polizei hofft auf den großen Durchbruch. Alle Männer, die vor 40 Jahren zwischen 18 und 25 Jahren alt waren, einen Führerschein besessen haben und maximal 15 Kilometer vom Tatort entfernt gewohnt oder eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule besucht haben, fallen in das Raster der Ermittler.
Insgesamt 2.137 Männer, die heute zwischen 58 und 65 Jahren alt sind, zählen zu dieser Gruppe. 80 Männer kamen aus dem Nachbarkreis Segelberg dazu, etwa 200 Männer aus Lübeck und Ostholstein. Rund 200 weitere Männer aus Hamburg wurden ebenfalls um eine Speichelprobe gebeten. Einige Spuren führen die Ermittler auch ins Ausland. Es werden Männer in Australien, Neuseeland und Japan ausfindig gemacht. Und auch bei Thomas Krebs, Silkes Schulfreund, klingeln die Ermittler. Als er sich im Gespräch mit mir an diesen Moment zurückerinnert, kommen ihnen das erste Mal die Tränen. Meine Frau und ich waren zu Hause und wir haben über einen Café in der Altstadt gefahren. Und klopfte es an der Tür, es war so, über Krippung und so, können wir sie mal sprechen?
Denkst du ja erst mal, was hast du jetzt gemacht? Und dann können sie sich noch an den Fall Silke Brücht machen und da bin ich zusammengeklagt. Ja, okay. Weil das so aus dem Nichts kam. Ja. Und von da an verfolgt einer es ja immer mehr. Warst du dann bei dem DNA-Test? Ja, ja. Das haben sie aber auch damals schon bei mir zu Hause gemacht. Ach so, okay. Nee, nee, das haben sie damals. Und das war ganz entspannt. Und dann nach? Ja, sie haben sich nie wieder gemeldet. Sie wollte sich melden und sie hatte mir auch von Christina erzählt. Und dass sie bei der auch schon war. Ich meine, warum soll ich das nicht machen? Warum will ich eine Speicheltrobe, meine Finger abdrücken? Also ich bin, glaube ich, in allen Datenbanken. 70 Männer aus dem Kreis Sturmann geben keine Speicheltrobe ab. Die Polizei stattet ihnen zu Hause einen Besuch ab. Einige von ihnen melden sich bei der Polizei, sagen, sie hätten Bedenken, dass ihre Proben im Anschluss nicht vernichtet werden. Parallel dazu wertet von Wurmschwarks Team rund 2200 Proben aus. Wie lautete denn der konkrete Forschungsauftrag? Der konkrete Forschungsauftrag lautete ...
Analysiere die überbrachten Proben, also diese etwas über 2000 Proben, die wir dann zusammen bekommen haben für den Fall, erstelle das individuelle Merkmalsmuster von den beprobten Personen und gleiche dieses Merkmalsmuster mit dem Merkmalsmuster der tatrelevanten Spur ab, um zu gucken, ob wir denjenigen finden, dem diese Spur zuzusprechen ist. Okay, also das ist ja so, dass wir diese tatrelevante Spur brauchen. Ohne die kann man kein Massenscreening beginnen, weil man ja alles mit irgendetwas abgleichen muss. Und das ist dann erstmal viel Ermittlungsarbeit für die Polizei. Die guckt sich diese Cold Cases an, dann werden alte Kleidungsstücke überprüft, alte Spurenträger, die man in den 80ern oder wann auch immer das war, also verasserviert hat, also gelagert hat. Aber man hat dann gesagt, der Fleck ist zu klein oder der ist zu dreckig oder zu alt und schon verändert. Da können wir nichts mehr mit anfangen. Dann guckt man sich das eben 20, 30 Jahre später an und die Methoden werden ja immer besser.
Und dann probiert man es einfach aus. Und dann ist es als nächstes wichtig, dass also wirklich diese tatrelevante Spur ganz stark beachtet wird, dass man also nicht sagt, oh, ich finde da noch irgendwo auf dem Fußboden einen kleinen Fleck und da mache ich den genetischen Fingerabdruck draus und dann in Wirklichkeit war das dann der DHL-Bote oder die Oma, die da irgendwie einmal vorbeigelaufen ist. Also das muss schon eine Spur sein, wo die Polizei sich sicher ist, dass die gehört dem Täter. Also das ist erstmal wichtig. Und wenn man die Spur hat, dann wird die genetisch untersucht und dann wird dieser genetische Fingerabdruck durchgeführt. Das ist die Erstellung eines individuellen Merkmalsmusters. Das sieht so aus, dass wir ja immer ein Merkmal von einer Mutter haben und eins vom Vater.
Und wir untersuchen also standardmäßig in Deutschland 17 ganz bestimmte Genorte und haben also 17 Mal ein mütterliches und ein väterliches Merkmal. Und weil das ja reine Wahrscheinlichkeit ist, was man nun von der Mama gerade kriegt, das eine oder das andere Merkmal, dann führt das dazu, dass dieses gesamte Merkmalsmuster aus diesen 17 Genorten nachher völlig individuell ist. Das heißt, in der Regel hat das also nur einer von 30 Milliarden Menschen oder so. Und da wir dann ja längst keine 30 Milliarden auf der Welt sind, kann man davon ausgehen, dass es also erstmal prinzipiell und theoretisch einzigartig ist. Und damit können wir dann vergleichen, wenn wir, das heißt, wenn wir dann die ermittelten Personen haben, die Gruppen, die im Rahmen des Massenscreenings untersucht worden sind, von denen diese Watteträger entnommen worden sind, also Mundschleimhautabstrich, die bekommen wir dann ins Labor, arbeiten das auf und stellen auch da einen genetischen Fingerabdruck und vergleichen dann die Merkmale von diesen verschiedenen Personen, die beprobt worden sind, so nennt man sich das, mit unserer tatrelevanten Spur.
Die tatrelevante Spur liegt der Polizei vor. Zigaretten kippen am Tatort beispielsweise, die sollen laut den Ermittlern mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Täter stammen. Ob es noch weitere Spuren gibt, behalten die Ermittler vorerst für sich. Fest steht aber, dass die Hoffnung groß ist, dem Täter jetzt nach über 25 Jahren doch noch auf die Schliche zu kommen. Eine ehemalige Nachbarin der Brüchmanns berichtet mir in einer E-Mail, Silkes Vater habe die große Hoffnung gehabt, durch den Massengentest seinen Frieden mit dem Tod seiner Tochter zu finden. Und auch Christina nimmt den Massengentest zum Anlass, um den Kontakt zu Silkes Eltern zu suchen. Man tröstet sich mit der Hoffnung, es könne bald endlich Gerechtigkeit für Silke eintreten.
Besteht da auch ein Risiko, dass es doch nicht übereinstimmt, dass man da doch auf der falschen Spur ist? Oder ist das fast auszuschließen? Ja, das besteht natürlich immer. Da muss man als Forensiker sehr, sehr vorsichtig sein. Das erste Problem, in Anführungsstrichen, was man haben könnte, ist, also eben wieder zurück zur tatrelevanten Spur. Es kann ja sein, dass die gar nicht vollständig ist. Es sagt ja gerade 17 Merkmale, das machen wir heute. Also wenn sie jetzt inhaftiert werden würden und man würde von ihnen ein Merkmalsmuster erstellen müssen, weil sie wer weiß was angestellt haben und ihre DNA muss in die DNA-Analyse-Datei, dann macht man 17 Merkmale, die bekommt man auch von ihnen, weil ihre DNA jetzt ja frisch und gut ist. Und dann haben wir das, was ich gerade sagte, die ziemlich sichere Wahrscheinlichkeit, dass maximal einer unter 30 Milliarden genauso aussehen würde wie sie.
Wenn wir diese tatrelevante Spur haben, habe ich ja gerade auch schon gesagt, die kann 20 Jahre alt, sein 30 Jahre alt, da hat ewig lange die Sonne drauf geschienen oder jemand hat was rübergekippt aus Versehen oder mit Absicht. Dann kann es natürlich sein, dass wir nur zehn Merkmale kriegen. Oder dass wir überall in jedem dieser 17 jeden Orte Merkmale bekommen, aber immer nur vielleicht das Mütterliche, weil das Väterliche, das fällt einfach aus. Das ist einfach kaputt, weil die Spur so schlecht ist. Und schon kann man dann ein bisschen falsch liegen und kann dann natürlich, je weniger man zum Vergleichen hat, desto leichter kann man jemand anderen einschließen, der dann nur zufällig vielleicht acht Genorte gleich hat. Oder man findet vielleicht einen Verwandten. Ihm wäre auch möglich. Also jedoch mit 17 Genorten ist das bisher ausgeschlossen, es sei denn, sie haben jetzt eineige Zwillinge oder sowas. Aber mit vielleicht 10 Genorten oder nur 8 Genorten ist das dann schon eine andere Sache. Und man muss sich also sicher sein, dass die Spur gut ist und dass alle Merkmale auch echt sind. Also dass da nicht aus Versehen aufgrund einer schlechten Spur ein Merkmal ausfällt oder, um das dann noch ein bisschen schlimmer zu machen, es kann auch mal ein Merkmal dazukommen, wenn die Spur irgendwie, jetzt mal so ein Forensiker sagen, dass sie so einen kleinen Tick hat. Also was nicht sauber ist oder die DNA ist schon ein bisschen kaputt, dann kann auch mal ein falsches Merkmal dazukommen. Das nennen wir Artefakte. Und da müssen wir ganz ordentlich aufpassen.
Da muss ich jetzt schon mal sagen, wir hatten damals einen sehr, sehr guten Ruf in Schleswig-Holstein. Wir hatten ein sehr gutes Labor.
Wir sitzen ja nicht nur da rum an der Klinik und warten, bis wir beauftragt werden, Sondern wenn man an der Universität, an einem Universitätsklinikum beschäftigt ist, hat man auch immer einen Forschungsauftrag. Und das heißt also entweder richten wir Studenten, arbeiten Fälle ab, die die Polizei uns bringt oder wir führen Forschungsprojekte durch. Und wir haben sehr, sehr viele Forschungsprojekte durchgeführt, eben auch zur Analytik von schlechten Proben, zur Verbesserung von der Methodik überhaupt. Und das hat dann also unseren guten Ruf so ein bisschen erbracht. Und dann ist irgendwann die entsprechende Kripo-Beamtin aus Lübeck auf uns zugekommen und hat dann auch gefragt, ob wir das denn auch konkret machen könnten. Und dann sagen wir natürlich immer erst mal ja. Und dann ist die Frage, wie hoch ist der Umfang? Da war man sich auch noch nicht so ganz sicher. Sagt er so, ja, es ist jetzt schon nicht so wenig, also so vierstellig Minimum. Dann schlussendlich waren es dann ja nachher diese 2200.
Und dann ist eben auch die Frage so ein bisschen mit, wie schnell können die alle gesammelt werden, wie schnell können wir die untersuchen und dann muss man einen Plan machen für die Polizei und muss sagen, okay, wir untersuchen die, arbeiten die auf, das macht man mit verschiedenen Geräten, wir schaffen so und so viel pro Tag. Und wenn wir uns natürlich ausreizen und jeden Tag ein paar hundert machen, dann können wir das auch nicht für zehn Monate durchhalten. Wir können nicht einmal fünf Leute einstellen oder sowas. Also muss man genau abwägen, wie viel kann man machen, weil man ja auch noch ein normales Tagesgeschäft hat, was ich gerade sagte. Also ich kann ja auch nicht dem Klinikum sagen, ich mache mal gerade keine Lehre oder ich lasse das Projekt jetzt mal liegen und veröffentliche halt in meinem Monat nichts oder so. Also das findet da keiner witzig, hat auch keiner Verständnis für.
Und das klärt man ab. Und dann sagte ich ja, also diese Qualität, das ist halt eben so, das muss dann auch abgesegnet werden, auch so eine Sache, dass wir den Auftrag kriegen, weil es natürlich dann auch Mehrkosten sind für die Polizei. Also das Einfachste, Billigste wäre gewesen, das ans LKA zu geben, aber wir haben uns dann halt durchgesetzt. Wissen Sie noch, wie groß Ihr Team da ungefähr war, wie viele Leute da beteiligt waren? Ja, wir haben also in Kiel drei MTAs gehabt, das sind medizinisch-technische Assistenten, die dann also nicht alle Vollzeit oder so waren, aber die braucht man dann auch schon, weil das auch viel Handarbeit ist. Das ist nicht so, wie man das jetzt im Fernsehen sieht und dann wird so ein Abstrich genommen, so ein Wattestäb hier, das kommt links in einen großen Kasten rein und dann sieht man sieben große Kästen nebeneinander und rechts steht dann einer und guckt auf ein Bildschirm und dann macht es plopp. Und da kommt auch am besten noch ein Bild raus, von dem die DNA gehört. Also es gibt durchaus gute Geräte. Also so ein Gerät gibt es nicht, ja. Aber es gibt schon bessere Geräte, wo man weniger machen kann. Aber ich sage ja, wir reden ja jetzt nicht von 2025, sondern von 2010.
Und so gut ausgestattet ist das Klinikum in Schleswig-Holstein nicht. Also da ist viel Handarbeit. Und wenn Sie so 200, 300 Proben am Tag machen, dann müssen Sie recht viel mit Ihren Händen machen. Also da muss man schon aufpassen, dass man sich dann nicht irgendwie, also dass man nicht nach einer Woche einfach hier eine Sehnscheinentzündung hat oder da eine. Ganz abgesehen davon, dass man natürlich auch klären muss, dass Sie ja auch nichts verwechseln. Ja, das ist dann auch nämlich nicht so, weil wenn Sie da, wenn Sie sich vorstellen, Sie kriegen 500 Proben, also im großen Karton, und dann haben Sie von jeder Probe drei Abstriche oder so von jeder Person drei Abstriche und machen das alles mindestens zweimal, um ganz sicher zu gehen. Also das können sie sich ja weder zeitlich noch finanziell leisten. Wird ihnen keiner zahlen und dann wird es natürlich noch viel länger dauern. Das heißt, sie machen alles erstmal einmal und da müssen sie auch so sicher wie möglich sein, dass sie jetzt nichts verwechseln. Also nachher, beim Treffer würde man das natürlich sowieso wiederholen, so ja nicht, aber sie wollen ja trotzdem von Anfang an richtig gute Arbeit leisten. Also ist das auch im Kopf ganz schön schwierig. Wann kann man denn ausschließen, dass die entsprechende Probe ein Treffer ist? Ja, gute Frage.
Also wie gesagt, diese 17 Gehenorte, die wir haben.
Und dann immer mit dem Merkmal von der Mutter und dem Merkmal vom Papa haben wir also 34 Merkmale. Und Westerfall ist jetzt, sagen sie aber wieder, so schöne, frische DNA. Ich habe die 34 Merkmale von Ihnen, die in ihrer Kombination völlig individuell für Sie sind. Und ich habe jetzt eine unbekannte Spur und die hätte genau die gleichen 34 Merkmale für Sie. Dann schließe ich Sie super ein. Das mache ich eindeutig. Ja, und wenn ich jetzt mal, wenn jetzt ein Merkmal, wir haben, was weiß ich, in einem Genort, diese Merkmale, die sind immer in Zahlen kodiert. Ja, das kann man groß und breit erklären, aber das möchten Sie garantiert nicht hören, wenn ich Ihnen das erkläre. Da geht es einfach um die Länge der DNA-Stückchen und dann kriegen die Zahlenwerte und um Häufigkeiten geht es. Und dann kann das sein, in irgendeinem Genort schiebt bei Ihnen 10 und 12. Dann heißt das, Sie haben das Merkmal 10, vielleicht von der Mutter, das Merkmal 12 dann vom Papa oder umgekehrt. Und wenn sie jetzt 10 und 12 hätten und alles passt zu dieser tatrelevanten Spur, aber in diesem Genot gibt es in der Spur nur eine 10, dann würde ich der Polizei sagen, ich gehe da ziemlich sicher von aus, die 12, die kommt gerade in der Spur nicht, weil es halt eine Spur ist und da irgendwas doof ist an dieser Spur, also irgendwas drinnen ist oder die DNA ein Tick kaputter.
Weshalb dieses Merkmal 12 nicht da ist und es ist trotzdem ihre Spur. Ja, das nennt man Allelausfall oder sind ja so ordentlich und mittlerweile gibt es ja für alles Englisch, da heißt dann Allelic Dropout, ja, also das fällt aus, fällt heraus, so ein Merkmal.
Und das ist auch völlig legitim, sogar in den Richtlinien zur Spurenbestimmung, dann kann ich das rausrechnen. Dann sage ich so ein Dropout, der passiert auch mal mit der und der Wahrscheinlichkeit und dann rechne ich das raus und dann haben wir immer noch 33 Merkmale, die identisch sind und dann würde ich immer noch sagen, das ist ihre Spur. Und da kann man sich so ein bisschen runterhangeln. Also ich bin da aber sehr knallig. Also ich würde das so vielleicht mit zwei Merkmalen machen, mit dreien. Dann würde ich aber auch schon nichts mehr rechnen. Und das ist wirklich nicht so ganz einfach. Weil sonst ist ja auch die Frage, wo hören sie denn auf? Oder viel schlimmer, stellen Sie sich vor, in dieser Spur gäbe es nur überhaupt zehn Genorte, also viel weniger Vergleichsmaterial zum Angucken, zum Abgleichen. Und da fällt dann auch noch was aus. Und dann haben Sie so einen Gutachter, der achtet da nicht drauf, der sagt dann, naja, ein, zwei von diesen Dropouts kann ich ja tolerieren, habe ich ja mal gehört, mach das. Und dann ist das aber ganz gefährlich. Ja, das könnte verteilen. Genau. Oder eben, wenn wir jetzt die Problematik noch haben, dass sie eng Verwandte haben. Also vielleicht waren sie ja nicht die Täterin, sondern jetzt die Schwester, die Mama, die Tante oder irgendwas. Ja, weiß man nicht so.
Während vom Wurm Schwark und ihr Team in der Arbeit versunken sind, wartet die Öffentlichkeit auf Ergebnisse. Hat sich Silkes Mörder zum Massengentest getraut? Hat er sich eine Speichelprobe entnehmen lassen und gedacht, dass er trotzdem nicht überführt wird? Oder gehört er zu den 70 Sturmahnern, die sich lieber nicht blicken lassen haben? Wie haben Sie das Ganze wahrgenommen? Hatten Sie das Gefühl, dass auf der Situation ein gewisser Druck liegt, dass Sie Erkenntnisse liefern müssen?
Ja, dann ist schon zu spät, wenn man sowas hat. Das ist wirklich tatsächlich ganz wichtig und das muss man auch immer auseinanderhalten und das verstehen ganz viele gar nicht gut und manchmal auch die Polizei gar nicht so. Aber wir sind ja völlig unabhängig und das ist auch so gewollt eigentlich. Also auch das Institut für Rechtsmedizin hat nichts mit der Polizei zu tun und auch das DNA-Labor hat nichts mit der Polizei zu tun. Und selbst wenn ich jetzt sage, wir haben ja den Auftrag von der Polizei bekommen, dass wir das machen sollen und arbeiten natürlich dann für die Polizei, weil wir diese Proben abgleichen, aber wir ermitteln da überhaupt nichts mit und wir sind auch nicht unter irgendeinem Druck. Also wir sind unter einem Zeitdruck, ganz klar, weil wir versprochen haben, wir schaffen das in der und der Zeit, sind also so und so schnell. Und das ist der Druck da. Und ich würde ja lügen, wenn ich jetzt sagen würde, man macht das und denkt sich so, tausend Proben, langweilig oder so. Ist mir völlig egal, ob ich jetzt Ziegen typisiere für ein Zuchtprogramm oder tausend Proben im Fall Silke Brüchmann. Natürlich typisiere ich diese tausend Proben in dem Fall viel lieber. Und natürlich sind auch meine Mitarbeiterinnen im Labor dann viel motivierter, weil das schon spannend ist. Deswegen machen wir ja Forensik. Und natürlich kriegt man dann 500 Proben irgendwie den einen Tag und denkt sich so, oh, mal gucken, ob wir diese Woche, ob wir da den finden. Das haben sie schon.
Es ist aber nicht so, dass es ein... Druck ist irgendwie von außen oder ein negativer Druck, das ist einfach der Spannungsdruck, den man hat, weil es Spaß macht, weil Forensik einfach auch Spaß macht, weil sie natürlich ständig dabei sind, bei irgendwelchen Fällen relevante Erkenntnisse zu bringen. Das ist das eine. Das andere ist aber auch, und das ist ganz, ganz wichtig, weil es nämlich im Fernsehen auch oder in irgendwelchen Filmen so oft falsch dargestellt wird, wenn dann immer die Leute aus ihren Laboren mit ermitteln, dann laufen sie der Polizei hinterher und dann grübeln sie hier und grübeln da. Das dürfen wir gar nicht machen. Also uns muss von Fall her völlig egal sein, was dabei rumkommt. Und wir haben ja auch schon darüber gesprochen, ob man was vielleicht fehlbeurteilen kann, also jemand falsch einschließen kann. Und das ist dann auch so. Also ich bin da ganz knallhart, wenn ich jetzt sehen würde, passt in zwei, drei Merkmal nicht, würde ich sagen, man muss Verwandte bedenken als Möglichkeit, man muss schlechte Proben bedenken als Möglichkeit. Ich würde mich da nie oder ich darf mich da gar nicht reinreißen lassen, jetzt irgendwie übereifrig ein Ergebnis so präsentieren.
Und dann tritt, wie schon so oft in diesem Fall, auch bei 4Gen die Enttäuschung ein. Keine der 2200 Speichelproben lässt sich mit der tatrelevanten Spur gleichsetzen. Und selbst wenn sich auch Dr. Nicole von Wurmschlag persönlich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, kann sie mit Sicherheit sagen, Silkes Täter ist nicht dabei.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gerne ich euch hier jetzt etwas anderes berichtet hätte. Es wäre das absolut perfekte Finale für diesen Podcast gewesen. Silkes Mörder wird gefasst und für immer weggesperrt. Er gesteht die Tat. Silkes Eltern finden ihren Frieden, können ihm verzeihen oder auch nicht. Christina muss keine Angst um ihre eigenen Kinder haben und Thomas findet Antworten. Klaus Vogel kann einen Haken dahinter setzen, was ihn bis in die Pensionierung an Fragen verfolgen. und Axel Petermann schreibt sein nächstes Buch über Silke. Aber so läuft das nun mal nicht. Denn die Akte Silke Brüchmann ist bis heute ein Cold Case.
Für mich fühlt sich das zwar nicht richtig an, ändern kann ich es aber leider auch nicht. Und wenn ich mich schon so fühle, wie fühlt sich das wohl für diejenigen an, die Silke bis heute jeden Tag vermissen? Ich habe meinen Mut zusammengenommen und sie gefragt. Ich habe mich gefragt, wie sich das anfällt jetzt nach all der Zeit. Wir haben 2025 auch selbst ihre Auswertungen liegen schon wieder einige Jahre zurück. Was macht es mit einem, dass der Fall bis heute nicht aufgeklärt ist? Das ist auch gar nicht so einfach zu beantworten, weil ich mache das ja jetzt seit 30 Jahren. Also es ist ja furchtbar lange, wenn man sich das so anhört als Zahl.
Und da kann ich sagen, es gibt so viele Sachen, die nie aufgeklärt werden und so viele furchtbare Dinge, die überhaupt passieren. Das weiß man ja als Forensiker auch und nicht nur die ganzen Fälle, an denen man selber beteiligt ist, sondern wir sind ja alle untereinander in Kontakt. Wir fahren ständig auf Kongresse zur Weiterbildung, Fortbildung. Sie kennen ja bundesweit alle möglichen Fälle auch und kennen ihre Kollegen, weil es ein kleines Fach ist und wissen halt, das ist ja überall so. Und man hängt sich da, also ich sage schon, natürlich sage ich, Mensch, schade, den hätte ich auch gerne noch gekriegt, weil das habe ich ja auch schon gesagt, natürlich ist das spannend und wenn wir jetzt gesagt haben, die 2223. Probe, die ist es, sowas haben wir in anderen Fällen schon gehabt, wo man sich dann wahnsinnig freut, dass man wirklich diesen Fall löst, also dazu maßgeblich beiträgt, den Fall zu lösen, weil die ganze Vorarbeit hat ja die Polizei gemacht. Also im Endeffekt sind wir ja nur die, also nur in Anführungsstrichen, die, die die Proben da durchjuckeln. Also schon mit dem Sachverstand und allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen. Und das ist dann natürlich schon traurig. Also das ist durchaus so, dass ich dann auch hin und wieder mal dran denke. Und ich so, Mensch, damals, den hättest du gerne auch noch gelöst. Also das ist klar. Aber das ist man auch gewohnt. Also das ist man wirklich gewohnt, dass es so viele Fälle gibt, wo einfach überhaupt ganz klar ist, dass da nie irgendwas noch passieren wird.
Und wenn wir da jetzt jedes Mal traurig wären oder so, dann kommen wir überhaupt gar nicht zu Potte mit unserer Arbeit. Das ist genauso wie wir auch. Das ist ein Fall, wo in Anführungsstrichen normale Leute erst mal ganz traurig wären und sagen, oh Gott, eine arme junge Frau, die arme, arme Silke, so ein junges Ding und so früh und warum.
Und natürlich findet das von uns auch jeder furchtbar, aber wenn wir da alle sitzen und ganz, ganz traurig sind, dann kann ja keiner mehr arbeiten. Und darum geht es. Das muss man ausklammern. Und jetzt hat das nicht geklappt, was wirklich ärgerlich ist. Aber es gibt genug andere Fälle und da haut man sich dann mit aller Kraft rein und so funktioniert das. Auf jeden Fall. Sollte es irgendwann nochmal dazu kommen, warum auch immer, dass der Fall nochmal aufgerollt wird, wären Sie wieder dabei? Dann schreie ich sofort ganz laut hier. Aber natürlich. Und ich werde tödlich beleidigt sein, wenn ich da nicht beise bin. Was löst das für ein Gefühl in dir aus, dass es jetzt sehr gut sein könnte, dass es niemals sich jemand finden lässt in dem Fall? Dass es für immer ein Cold Case bleibt?
Ja, wir wollen natürlich Aufklärung. Wir wollen das lösen. Es ist ja auch so, darin liegt ja auch nicht nur Lösen des Falles, sondern auch Erlösung. Man braucht das irgendwie, wir alle glaube ich, um damit abschließen zu können. Vor allen Dingen hätten es natürlich die Eltern gebraucht, aber auch alle anderen. Also abschließen, Frieden finden, das wäre schon sehr gut. Ich befürchte aber nach der Zeit, was das nicht möglich sei, glaube ich nicht. Glaubst du, dass der Täter eventuell auch schon verstorben ist? Ja, glaube ich auch. Wäre auch gut möglich, denkbar. Also ich sag mal, wenn jetzt irgendeiner mit Mitte 50 oder Anfang 60, ich hab ganz viele Freunde, die müssen aber weiter nicht mehr leben, die an Quilz verstorben sind, oder sonst irgendwas. So, das ist aber, da weiß man, die haben wenigstens ein bisschen gelebt, ne, so, ne, aber wenn du so mit 15, ich weiß nicht, wie ungericht man sein kann und wie man, Wie kalt ärzt ich meinem Kopf Zeit muss? Und wie kann man damit sein Leben lang existieren?
Falls ich aber zu, wenn ich ein Auto repariert habe, wie oft ich mich im Kopf, gerade am Wurkenende, damit beschäftige, ob ich jetzt die Radmuttern angezogen habe.
Ja. Ja, weil ich dann immer irgendwie mit einem Menschen mit denen jetzt irgendwas passiert oder so dann rufe ich dann das an und sage, Mensch, kannst du nochmal anfassen, irgendwie. Ja. Ja, also... So und andersrum, ich würde ja, wenn ich sowas anrichte, das müsste doch dein ganzes Leben immer vor Augen haben. Es muss jemand gewesen sein, der sich in der Gegend dort ausgekannt hat, aber ob der da auch gewohnt hat, das ist eine andere Sache. Ich denke nicht, dass man da noch viel weiterkommt. Ja. Schade, aber... Es gibt Dinge, die sind leider nicht zu ändern. Es wäre schön, nicht für die Verwandten, sondern überhaupt, wenn jeder Fall, jedes Tötungsdelikt aufgeteilt wird. Das ist ganz wichtig auch für Menschen, die ja mit Angst umherlaufen. Und erinnern und anstoßen, dass dieses Ungeklärte, dieses Ungeklärtenmord oder diesen ungeklärten Tod immer noch gibt. Ja, ich habe tatsächlich, ich bin mit der Hoffnung auch daran gestartet, und vielleicht würden das einige Leute auch für naiv halten. Aber mein Gedanke dahinter ist schon, wenn sich jetzt noch jemand öffnen möchte, dann wäre das jetzt nochmal der Anlass dazu.
Und vielleicht muss es jetzt einfach raus. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen dazu. Vielleicht wird sie auch nicht mehr kommen. Das weiß ich nicht. Vielleicht ist es schon zu spät und die Person kann sich gar nicht mehr dazu äußern. So, es ist jetzt schon spät am Abend. Was ich jetzt sagen werde, habe ich mir extra für diesen Moment aufgehoben, nachdem ich mich noch einmal durch all die Interviews gewühlt habe und all das Gesagte nochmal auf mich wirken lassen habe. Ich muss mich bedanken. Ich möchte mich bedanken. Bei Anja, bei Thomas, bei Christina, bei Klaus und bei Axel, bei Nicole von Wurmschwag und bei Rieke. Aber ich will mich auch bei Lars bedanken, der meinen Beitrag so oft geteilt hat, bis sich endlich die richtigen Leute getraut haben, sich bei mir zu melden. Ich möchte mich beim Hamburger Abendblatt und vor allem bei meiner Redaktion bedanken, die das alles hier erst möglich gemacht haben. Ihr habt diesen Podcast erst so richtig mit Leben gefüllt. Ich denke oft an Silke. Eigentlich jeden Tag. Es war nicht gelogen, dass ich euch in der ersten Folge gesagt habe, dass mich ihr Fall nicht mehr loslässt. lässt. Ihr Schicksal ist das Schicksal einer jungen Frau. Er steht repräsentativ für so viele Schicksale.
Silke wird nicht vergessen, denn Silke war eine von uns. Weißt du noch? Meine allerersten Worte in diesem Podcast haben sich an dich gerichtet. Du, der du mit der Schuld lebst, das Leben einer 15-Jährigen auf dem Gewissen zu haben. Vielleicht kannst du sie eines Tages nicht mehr tragen, diese Schuld. Und wenn du gar nicht mehr lebst, hast du dich vielleicht jemandem anvertraut, der dich schützen wollte. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, zu sprechen und reinen Tisch zu machen. Es liegt, und das ist das Tragische, ganz allein bei dir. Da musst du gucken, ob du das teilen möchtest. Was würdest du Silke gerne noch sagen, wenn sie heute noch leben würde?
Also ich würde Silke sagen, dass sie eine tolle Freundin gewesen ist, dass wir eine wirklich schöne, unbeschwerte Teenager-Zeit zusammen verbracht haben. Und ich würde ihr sagen wollen, dass ich es ganz besonders toll finde, wie wertfrei sie mit Menschen umgegangen ist, weil das etwas ist, was ich in unserer Gesellschaft so vermisse. Und das hat sie damals gut verstanden. Könnte man auch sagen, dass du das für dich selbst verinnerlicht hast und mitgenommen hast von ihr? Also auf jeden Fall bemühe ich mich darum, das ähnlich zu halten. Ja, das ist schön. Das ist sehr schön.
Ich würde sagen, dann bleiben wir dabei, oder? Okay. Ich finde, das sind schöne Lenz-Revort. Ja. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.