Dem Tod auf der Spur. Spannende Fälle aus der Hamburger Rechtsmedizin. Der Crime-Podcast vom Hamburger Abendblatt. Moin und herzlich willkommen zu unserem Abendblatt Crime-Podcast. Ich bin Bettina Mittelacher, Gerichtsreporterin beim Abendblatt. Und wie immer ist Klaus Püschel dabei, Rechtsmediziner und nach meiner Überzeugung absolute Supermann, wenn es darum geht, die Toten zu verstehen. Klaus, du liest doch in den Leichen wie in einem Buch. Erstmal Moin Bettina. Ja, das mit dem Lesen gilt insbesondere heute. Das war ein Fall, bei dem wir extrem nachgegrübelt haben. Aber zum Schluss haben wir das Puzzle gelöst. Ich würde ohne Pathos sagen, ein extrem aufwendiger Fall, liebe Zuhörer. Das wird ein super Hit. Also der Fall, über den wir heute sprechen wollen, sticht auch bei meiner mehr als 30-jährigen journalistischen Erfahrung mit Mord und anderen Gewaltverbrechen deutlich hervor. Es ist ein Cold Case, der nach mehr als einem Vierteljahrhundert endlich aufgeklärt werden konnte. Und es ist ein Mord, der von einem Mann begangen wurde, der noch mehrere weitere Menschen auf dem Gewissen hat, einem eiskalten Täter.

Ja, ich finde auch, das ist ein wirklich außergewöhnlicher Mörder gewesen, muss man sagen, der ist ja tot. Aber darauf kommen wir noch. Wir können sicher davon ausgehen, dass dieser Mann fünf Menschen kaltblütig getötet hat. Mindestens. Aber er spricht einiges dafür, dass ihm sehr viele mehr Menschen zum Opfer fielen. Seine blutige Spur könnte sich fast durch ganz Deutschland ziehen.

Insbesondere aber durch Norddeutschland. Gerade in letzter Zeit wurden dafür nochmals zahlreiche Hinweise von uns zusammengetragen. Vielleicht handelt es sich um eine der größten Mordserien, die es in unserem Land je gegeben hat. Super spannend, dazu später bitte unbedingt mehr. Lass uns aber bitte zunächst ausführlich über den Cold Case sprechen, dem ersten einer Reihe von Morden. Das Verbrechen, um das es heute vor allem geht, wurde im Jahr 1989 verübt. Eine Frau verschwand plötzlich und keiner wusste wohin oder warum sie überraschend nicht mehr da war. So war das damals.

Ja, eigentlich hatte nichts darauf hingedeutet, dass das Schicksal an jenem Tag zuschlagen würde. Doch die Frau war an jenem Augusttag des Jahres 1989, so lange ist das her, also 1989, da war sie ganz plötzlich weg. Ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, ohne Abschied. Keine Spur deutet darauf hin, was mit ihr geschehen ist. Es ist, als hätte sie sich in Luft aufgelöst. Ihr Schlafzimmer sieht aus, als sei sie nur für einige Minuten hinausgegangen mit zurückgeschlagener Tagesdecke auf dem Bett und geöffneter Balkontür.

Zurück bleiben die Katzen der 41-Jährigen und ihr Auto, das weiter in der Garage steht. Zurück bleiben vor allem ihre Angehörigen. Das sind die Tochter, der Ehemann, der Bruder. Und die quälen sich alle fortan mit Qualen, auf die sie keine Antworten bekommen. Und so geht das immer weiter. Die Ungewissheit bleibt über Tage, Monate und schließlich Jahre. Klaus, man sagt doch, die Zeit heilt alle Wunden. Aber wenn wir in unseren jeweiligen Berufen mit Menschen zu tun haben, denen Schlimmes angetan wurde, dann sagt die Erfahrung etwas ganz anderes, oder?

Allerdings, das finde ich auch, diejenigen, die wirklich tiefe Verletzungen davongetragen haben, in ihrem tiefsten Inneren, an Gemüt und an der Seele, die wissen es besser. Es gibt Wunden, die nicht einmal beginnen zu verheilen, Solange wir nicht wissen, was einem geliebten Menschen so widerfahren ist. Der Verlust und die Ungewissheit darüber, wohin die Angehörigen verschwunden sind. Ob sie tot sind oder leben, ob sie leiden, das mündet in ein Taumeln zwischen Hoffnung und Entsetzen, zwischen mühsam erarbeitetem Alltag und Albträumen in der Nacht.

Also ich weiß aus Gesprächen mit Angehörigen bzw. Hinterbliebenen, Leuten, die ihre Angehörigen vermissen, dass schon Stunde oder Tage Ungewissheit lähmen und zermürben können. Und einige Wochen können wirklich in einen Abgrund aus Verzweiflung und Hilflosigkeit stürzen. Und im Fall Birgit Meyer, der Frau, die im August 1989 plötzlich aus ihrem Haus verschwand, zieht sich die Zeit des leidvollen Wartens, bis es endlich einen Hinweis auf ihr Schicksal gibt, Noch viel, viel länger hin. Am Ende liegen gerade mal sieben Kilometer zwischen dem Ort, an dem sich die Spur der 41-Jährigen verloren hat und dem Ort, an dem ihr Schicksal endlich aufgeklärt wurde. Eine kurze Distanz, wie gesagt sieben Kilometer, aber eine unendlich lange Zeitspanne, denn 28 Jahre sind mittlerweile vergangen. Ja, ein halbes Leben.

Ein halbes Leben, das ist richtig und falsch zugleich. Ein halbes Leben für uns vielleicht, ja. 28 Jahre ist der Zeitraum, in dem das Leben etwa zur Hälfte fortschreitet. Aber Birgit Meiers Leben ging leider nicht voran. Als geklärt wird, was mit ihr geschehen ist, wird zugleich klar, dass sie kurz nach ihrem Verschwinden getötet wurde. Alles, was man schließlich von ihr findet, sind die sterblichen Überreste. Und du warst doch dabei, als das Schicksal endlich geklärt wurde.

Richtig, so war das. Ich habe es miterlebt, als der Leichnam gefunden wurde und als dann die sterblichen Überreste aus einer Grube, in der der Mörder die Tote verscharrt hatte und einbetoniert hatte, also als da der Leichnam geborgen wurde.

Überhaupt habe ich den Fall die gesamte Zeit über, in der das Schicksal der Frau ungeklärt war, nie aus den Augen verloren Und in den letzten Jahren war ich sogar sehr intensiv an dem Versuch der Aufklärung beteiligt, Ich habe den Bruder begleitet, der das untersucht hat Aber lass uns mal von vorne anfangen mit dieser spannenden Geschichte. Okay, beginnen wir mit dem Sommerabend im Jahr 1989. Da ruft eine junge Frau bei ihrem Onkel an und sagt unter Schluchzen, Mami ist weg. Der Mann, der diesen Satz hört, ist sofort alarmiert. Es handelt sich um Wolfgang Silaf und dieser Hamburger ahnt, dass die Vermisste bestimmt nicht aus freien Stücken verschwunden ist. Das sagt ihm seine jahrzehntelange Erfahrung als Polizist, als versierter Ermittler mit kühlem Kopf und sicherem Instinkt, der es immerhin bis zum Leiter des Hamburger Kriminalamtes gebracht hat und der schließlich auch Vizepräsident der Polizei in Hamburg wurde.

Ja, Wolfgang Silaf. Das ist schon damals, heute muss man ja sagen, er war ein hochrangiger, erfahrener, ja, ich finde auch extrem erfolgreicher Polizist. Der hat beste Arbeit geleistet. Ich habe ihn schon sehr früh schätzen gelernt und schon seit Ende der 70er Jahre mit ihm kooperiert. Aber Wolfgang Silaf ist nicht nur ein tüchtiger Ermittler, sondern in diesem Fall ist er auch der Bruder der verschwundenen Frau.

Und sein Bauchgefühl als Kriminalist und die intensive Kenntnis der familiären Verhältnisse sagen ihm jetzt ebenfalls, dass seine Schwester nicht einfach so verschwunden sein kann. Er kannte sie ja hervorragend. Niemals weiß er, zum Beispiel hätte Birgit ihre Tochter alleingelassen Allerdings kann auch Wolfgang Silaf als einflussreicher Polizist, in Hamburg über Jahre nicht erreichen, dass die Ermittlungen im Bereich Lüneburg, also in einem anderen Bundesland, über den Verbleib seiner Schwester mit allen möglichen Mitteln forciert werden. Eine ganze Weile ging die zuständige Polizei in Lüneburg doch davon aus, dass es sich um einen Vermisstenfall handelt. Die Polizei ging die Sache also vergleichsweise ruhig an. Die Polizisten sagten sinngemäß zu den Angehörigen der 41-Jährigen, die taucht schon wieder auf.

Das Haus, aus dem die Frau so plötzlich verschwand, wird nicht wirklich gründlich durchsucht. Und Nachbarn werden auch nicht eingehend befragt, was sich eben in dem Moment, als die Frau verschwunden ist, da abgespielt haben könnte. Ja, ich erinnere nochmal daran, dass Wolfgang Sieler von Anfang an zur Polizei gesagt hat, also zur Lüneburger Polizei, bitte, bitte behandelt das Haus meiner Schwester, die Räumlichkeiten und die direkte Umgebung wie einen Tatort, wie einen Tatortmord. Aber man hat es nicht gemacht. Warum? Naja, du hast ja eben schon versucht anzudeuten, was bei der Polizei Lüneburg da im Vordergrund stand. Allgemein muss man auch Folgendes wissen. Grundsätzlich darf jeder Erwachsene selbstständig über seinen Aufenthaltsort bestimmen. Das wissen wir ja. Wir leben in einem freien Land. Wenn jemand also untertaucht, könnte er einfach etwas Ruhe suchen. Ruhe von der Familie, Ruhe vom Job, vielleicht will einer in ein anderes Land, zu anderen Personen. Vielleicht hat sie oder er auch dabei eine heimliche Affäre, ist mit einem Liebhaber verreist. Die oder der Vermisste, der könnte auch ganz allgemein ins Ausland gegangen sein, um dort sein Glück zu suchen.

Jeder kann das tun nach seiner Fassung. Und an dieser Regelung bzw. Gesetzeslage ändert ja auch nichts, wenn die nächsten Angehörigen ernsthaft besorgt sind und sagen, nein, das passt nicht. Und wenn sie weiter sagen würden, unsere Mutter oder die Schwester, der Sohn oder der Vater ist nicht so, der lässt doch seine Familie nicht im Stich. Ja, die Polizei sagt dann manchmal, das sagen alle so oder so ähnlich. Ja, und so ähnlich hat es auch die Polizei in Lüneburg gesagt. Birgit Mayer ist für mich ein Paradebeispiel dafür, dass die Polizei beim plötzlichen Verschwinden von Erwachsenen kein wirklich überzeugendes Handlungskonzept hat. Jährlich verschwinden in Deutschland hunderte Menschen, Einige nur für kurze Zeit, andere lange und nicht wenige für immer.

Es heißt dann oft von ihnen, sie seien verreist oder sie hätten sich abgesetzt mit unbekanntem Ziel. Wie gesagt, jeder Erwachsene kann seinen Aufenthaltsort jederzeit selbst bestimmen. Aber es könnte doch sein, dass dieser Mensch nicht freiwillig verschwunden ist. Wir kennen doch beide aus unseren Berufen genug Szenarien, in denen es ganz anders war. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass sie oder er einen Unfall erlitten hat, der nicht in der Öffentlichkeit stattfand und bei dem der Leichnam nicht gefunden wird. Es könnte sich ebenfalls um einen Suizid handeln, bei dem der Mensch eine Begehungsweise wählt, die keine Spuren hinterlässt. Hier spricht der Rechtsmediziner und der sagt, man muss auch immer mal damit rechnen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt und dass der Leichnam vom Mörder verborgen wurde.

Naja, also das eindrücklichste und zugleich auch gruseligste Beispiel dafür aus Hamburg ist der Fall des sogenannten Säurefassmörders, der in den 90er Jahren die ganze Region erschütterte. Der Täter entführte innerhalb mehrerer Jahre zwei Frauen. Er hielt sie jeweils in einem selbstgebauten Atombunker in einem Anbau seines Hauses gefangen. Er folterte und ermordete die Frauen schließlich und ihre Leichen versenkte er in Säurefässern, die er auf seinen beiden Grundstücken vergrub.

Diesen Fall kenne ich nur zu gut. Ich war damals im Prozess gegen den Mörder, der dann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Seine Verbrechen haben wir ja auch in einem früheren Podcast schon geschildert. Der Täter, und das ist jetzt das Interessante, hatte seine Opfer dazu gezwungen, Abschiedsbriefe an Angehörige zu schreiben nach dem Motto, ich will ein neues Leben anfangen.

Ja, auf diese Weise hat er das so arrangiert, dass man lange davon ausgegangen war, also über Jahre, die Frauen hätten sich freiwillig ins Ausland abgesetzt. Erst Jahre später wurden die Vermissten gefunden. Ja, das war damals übrigens die Paradeleistung einer jungen Polizeibeamtin, eine der ersten Frauen bei der Mordkommission. Ja, wenn wir jetzt wissen, wie man Leichen dauerhaft verbergen kann und es lange, lange dauert, bis ihr Schicksal geklärt wird, das Schicksal der Vermissten, dann fragt man sich natürlich auch, was nun mit Birgit Mayer geschehen ist, dieser Frau, die aus ihrem Haus in der Nähe von Lüneburg verschwand, könnte sie ihr bisheriges Leben einfach satt gehabt haben? Wer sie kannte, so wurde es aus ihrem Umfeld versichert, wäre niemals auf die Idee gekommen, sie könnte sich einfach so abgesetzt haben. Sie hing, so haben es alle geschildert, sehr an ihrer Familie.

Ja, das hat die Polizei aber ja nicht so recht geglaubt. Und später, als die Polizei dann doch endlich ernsthaft ein Tötungsdelikt, ein Tötungsverbrechen in Betracht zieht, da haben sie in erster Linie den Ehegatten in Verdacht. Also Hintergrund für diese Vermutung war doch, dass das Paar sich nicht lange vor dem Verschwinden der Frau getrennt hatte und sie hatten sich darauf geeinigt, dass Birgit Meier aus dem gemeinsamen Haus auszieht und dafür sollte sie von ihrem Ehemann, ihrem Noch-Ehemann, einem Unternehmer zum Ausgleich eine halbe Million Mark erhalten. Ja, das wäre für Birgit Meier damals eine sehr gute finanzielle Starthilfe gewesen, um einen Neuanfang zu wagen.

In den Augen der Ermittler sind die 500.000 D-Mark aber nicht vorrangig die Basis für ein neues Leben der Frau. Die Polizei sieht in diesem Betrag, in dieser zu leistenden Zahlung, ein mögliches Motiv beim Ehemann, um die Frau zu beseitigen. Ja, also genau, ein Motiv für den Ehemann und deshalb haben Sie den dann ja auch einen Verdacht. Ja, richtig. So ist das damals gelaufen. Ja.

Ja, genau in jener Nacht, bevor zwischen den Eheleuten die Vereinbarung über den Auszug aus dem Haus und die finanzielle Entschädigung bei einem Notar verbindlich festgelegt werden soll, da verschwindet Birgit Mayer plötzlich. Deshalb hegt die Polizei gegen den Gatten diesen Verdacht, er könnte hinter dem Verschwinden seiner Frau stecken. Dieser Verdacht lastet übrigens sehr lange auf dem Mann, tatsächlich jahrelang bis heute. Also es muss ja wirklich sehr, sehr schlimm für den Mann gewesen sein, beziehungsweise noch für ihn sein, wirklich ungeheuer belastend. Umso tragischer ist diese Entwicklung in der Rückschau. Nämlich, wenn man weiß, dass es schon früh einen Verdacht gab, wer wirklich hinter dem Verschwinden von Birgit Mayer stecken könnte.

Ja, aber diesem Verdacht wurde von der zuständigen Polizei in Lüneburg nicht wirklich konsequent genug nachgegangen. Erst als Wolfgang Silaf nach seiner Pensionierung, also vom Jahr 2002 an auf eigene Faust ermittelte, zusammen mit einem Team von Experten, da kommt Licht ins Dunkel des Falls. Bis er dann im Jahre 2017.

Seine Schwester findet. Da vergeht dann allerdings noch viel weitere Zeit. Die Klärung lässt insgesamt 28 Jahre auf sich warten. Also bevor wir weiter von diesem Fall berichten, sollten wir erstmal über zwei andere Verbrechen sprechen, die sich genau zu der Zeit ereigneten, als Birgit Meier im August 1989 aus ihrem Haus in Briedlingen bei Lüneburg verschwand. Und diese anderen Morde sind deshalb heute bei uns relevant in unserem Podcast und für unseren Fall, weil sie sich ganz in der Nähe von Birgit Meiers Heimatort ereignet haben. Deshalb geht in dieser Region schon die Angst um. Ein Stück südöstlicheres Wohnortes liegt nämlich die Görde. Das ist ein weitläufiges, bewaldetes Areal, das lange als Erholungsgebiet geschätzt wurde. Doch seit dem Sommer 1989 wurde diese Region eine Zeit lang schaudernd und angsterfüllt Totenwald genannt.

Stimmt, der Hintergrund dieses gruseligen Namens ist folgender. Innerhalb weniger Wochen sind in diesem Wald zwei Paare getötet worden. Ihre teilweise entkleideten und nur notdürftig verscharrten Leichen fand man erst Wochen nach dem Verschwinden der beiden Paare, als die Leichen teilweise schon skelettiert sind. Die Befunderhebung für uns Rechtsmediziner war da sehr schwierig. Die Ermittlungen der Polizei zu diesen Görde-Morden laufen auf Hochtouren. Der Verdacht, dass es sich bei den beiden Doppelmorden um ein und denselben Täter handelt, der liegt sehr nahe. Und die Frage ist, wird sich der Opfer neue, wird sich der Täter, der Mörder neue Opfer suchen und wiederum grausam zuschlagen? Vielleicht nochmal in der Görde? Wann? Wie sonst? Die Polizei war verständlicherweise sehr auf diese Delikte, diese Gördemorde fokussiert. Und ja, ganz im Gegensatz zu den Ermittlungen im Fall Birgit Mayer, da hätte man sich mehr Engagement gewünscht und eine Verbindung zwischen den Fällen hat damals niemand in Betracht gezogen.

Aber du sprachst ja eben dieses ja nicht allzu engagierte Verhalten der Polizei an Bezug auf den Fall Birgit Meier. Das ist ja vor allen Dingen deshalb schade und vielleicht auch unverständlich, weil doch von dem Ehemann von Birgit Meier der Hinweis kam, dass es möglicherweise einen ganz konkreten Verdächtigen geben könnte. Ja, das ging von dem Ehemann aus, stimmt. Der Ehemann wusste, dass es einen Gärtner gab. Ja, blöder Scherz, der Mörder ist immer der Gärtner. Ja, gut, also dieser Gärtner hat Arbeiten in der Nachbarschaft verrichtet und Birgit Mayer hat ihn dann in dem Sommer, bevor sich ihre Spur verliert, auf einer Party kennengelernt. Also von diesem Typen, dem Gärtner, hieß es, er habe unter einem Vorwand bewusst Kontakt zu der 41-Jährigen aufgenommen.

Und schließlich hat dann die Birgit Meier am Abend, bevor sie verschwand, in einem längeren Telefonat mit einer Freundin Folgendes erzählt. Sie sagte relativ spöttisch, ich habe wohl einen neuen Hausfreund. Ja, heute wissen wir, damit meinte sie diesen Gärtner. Also Hausfreund, das klingt ja eigentlich ganz nett oder jedenfalls nicht gefährlich. Aber der Mann, der da offenbar Kontakt zu ihr gesucht hatte, scheint ein Mensch mit zwei Gesichtern zu sein. Auf Fotos, die ihn aus der damaligen Zeit zeigen, da sieht man einen durchaus ansehnlichen Menschen mit ebenmäßigen Zügen und blondem Haar. Leute aus seinem Umfeld erinnern sich, dass er allerdings fast bei jedem Wetter Handschuhe und Sonnenbrille trug. Da fragt man sich, warum? Ist das eine Marotte oder hat er etwas zu verbergen?

Ja, später sprach man von ihm übrigens als Wolf im Schafspilz. Und das mit dem Verbergen, ja, und ob er das hat, das wird offensichtlich, Wenn man sich das Vorstrafenregister dieses Mannes, der Kurt-Werner-Wiechmann heißt, anschaut, dieses Register zeigt, wie gefährlich der damals zum Zeitpunkt des Verschwindens von Frau Meier, der damals 40-Jährige, schon in der Jugendzeit war. Er wurde als Jugendlicher bereits mehrfach polizeilich auffällig und auch wiederholt verurteilt, unter anderem weil er versucht hat eine Frau zu erwürgen.

Die noch ihr kleines Kind bei sich hatte, muss man bedenken. Und weil er Polizeibeamte mit einem Kleinkalibergewehr bedroht hat, bei diesem Schusswechsel wurde er übrigens selbst verletzt. Und dann hat man eine mehrjährige Jugendstrafe gegen ihn verhängt, als er 21 Jahre alt ist, also formal ein Heranwachsener, der vor dem Jugendgericht stand. Er hat damals eine Anhalterin verschleppt, vergewaltigt und er hat auch versucht sie zu töten. Also eine sehr, sehr schwere Straftat, also alles sehr schwere Straftaten, aber insbesondere dann auch die letzte. Ein Mann, der so ein Verbrechen schon als sehr junger Mensch begangen hat, den sollte sich die Polizei doch mal genauer ansehen. Ja, das finde ich unbedingt.

Als der Ehemann von Birgit Mayer, der zuständigen Kripo, diesen Kurt-Werner Wichmann als möglichen Verdächtigen genannt hat, da hat die Polizei den Friedhofsgärtner immerhin zu einer Vernehmung vorgeladen. Und dort präsentiert Wichmann für diesen Zeitpunkt, als Birgit Meier verschwunden ist, ein Alibi, von dem wir, ich, unsere Gruppe immer gesagt hat, dass das nun wirklich nicht überzeugend war. Das wurde ihm nämlich von seiner Ehefrau gegeben und bezog sich nur auf Fernsehen. Aber trotzdem ist die Polizei diesem wenig Überzeugenden, wie du es gerade genannt hast, Alibi nicht intensiv nachgegangen. Es wird nicht sorgfältig überprüft. Der Fall verschwindet insgesamt eigentlich vom Radar der Ermittler. Und so bleibt es über Jahre. Erst 1993, also vier Jahre nachdem sich die Spur von Birgit Mayer verloren hat, Da kommt es zu einer ersten Wende in diesem Fall. Eine neu in Lüneburg eingesetzte junge Staatsanwältin nimmt die Ermittlungen gegen Kurt Werner Wichmann wegen Mordverdachts wieder auf und ordnet nun eine Hausdurchsuchung an.

Ja, eigentlich ist das eine sehr gute Maßnahme, was aber aus heutiger Sicht fast unfassbar erscheint. Die Polizei hat sich nicht vergewissert, dass der Verdächtige, immerhin der Verdächtige in einer Mordsache auch zu Hause angetroffen wird. Und sie sind da also relativ spät morgens aufgeschlagen, als der Kurt-Werner Wichmann schon zur Arbeit weggefahren war. Und dann hat man die Durchsuchung durchgeführt und sehr merkwürdige Dinge gefunden. Und dann hat man ihn auch noch an seinem Arbeitsplatz, also kurz. Ohne ihm persönlich gegenüber zu stehen, davon informiert, was bei der Durchsuchung da alles gefunden wurde?

Also in erster Linie wurde da ja ein geheimes Zimmer gefunden in dem Haus. Das finde ich schon sehr bemerkenswert. Da spricht ja schon dafür, dass jemand was zu verbergen hat oder was verbergen möchte jedenfalls. Und zwar war dieses geheime Zimmer hinter einer mit grünem Leder verkleideten, schallisolierten Tür. Und wichtig ist noch zu sagen, dass überhaupt nur zwei Personen einen Schlüssel zu diesem Raum haben, der hinter der geheimen Tür liegt. Es ist einerseits Kurt Werner Wichmann selber und ein Mann aus seinem allernächsten Umfeld. Und als die Polizisten die Tür zu diesem geheimen Zimmer aufbrechen, finden sich darin unter anderem mehrere Schusswaffen. Es sind zwei Kleinkalibergewehre, ein umgebauter scharfer Schreckschussrevolver. Außerdem finden sie 100 Schuss Munition, ein Elektroschocker, zwei Schalldämpfer. Das ist doch alles hochverdächtig.

Ja, das finde ich auch. Und ich finde, da hätte man den Wichmann sofort festsetzen müssen. Man hätte ihn also an seinem Arbeitsplatz aufsuchen müssen und nicht ihn etwa noch anrufen und damit vorwarnen.

Naja, lass uns auch noch die anderen Gegenstände erwähnen, die die Polizei darüber hinaus in diesem geheimen Zimmer entdeckt hat, die alle den Verdacht aufkommen lassen, dass dieser Mann sehr schwerwiegenden kriminellen Machenschaften nachgeht. Er hat zum Beispiel dort Fesselungswerkzeug gehortet, zum Beispiel Handschellen. Es gibt Beruhigungs- und Schlaftabletten. Zum Beispiel, um ein Opfer gefügig zu machen. Es gibt Messer, Kanülen, ein Rasiermesser zum Beispiel, Ketten mit Vorhängeschloss. Als man sich alle diese Gegenstände genauer ansieht, da wird festgestellt, dass an der Laufmündung einer der Kleinkaliberwaffen angetrocknete gewebeähnliche Partikelhaften, also das schreit geradezu danach, dass man hier spurenkundliche Untersuchungen durchführt und versucht über Blutgruppenbestimmungen oder DNA-Untersuchungen, wir müssen ja denken, wir sind Ende der 80er Jahre, dann eine Identifikation durchführen kann. Ja, zu wem gehören diese Partikel? Mensch oder Tier zum Beispiel?

Also das konnte sich durchaus um menschliches Gewebe handeln, bei einem Nahschuss. Und an einer Handfessel finden sich Spuren, die aussehen wie angetrocknetes Blut. Also wenn ich das höre, dann komme ich doch sofort auf den Gedanken, dass die Waffe und die Handschellen womöglich benutzt wurden, um einen Menschen in seine Gewalt zu bringen, zu fesseln, ihn vielleicht niederzuschießen.

Und es geht ja noch weiter. Im Keller des Hauses, das die Polizei dadurch sucht hat, schlägt ein Leichenspürhund an und zwar einer nachträglich eingezogenen Riehgipswand. Da fragt man sich natürlich auch, was ist dahinter. Darüber hinaus wird die Polizei in einem Auto fündig. Das handelt sich um einen Pkw Golf 3 und dabei handelt es sich um einen von sechs Fahrzeugen, die auf den Verdächtigen zugelassen sind. In diesem Auto liegen unter anderem ein Bundeswehrschlafsack, Proviant, ein Fernglas, ein flexibles Rohrstück und Kartenmaterial. Ja, Bettina, überlege mal, wozu braucht ein Mensch sechs verschiedene Fahrzeuge, frage ich mal. Ja, und diese Gerätschaften, das ist doch alles ganz eindeutig, der ist als Jäger unterwegs.

Später haben wir den dann übrigens auch so genannt, Menschenjäger. Wenn ich lese Fernglas, Kartenmaterial, dann denke ich doch, der will Leute ausspionieren? Ja, natürlich. Und übrigens nicht nur genau dort, wo er wohnt, sondern das Kartenmaterial bezieht sich durchaus auch auf andere Regionen in Deutschland. Der war also auch unterwegs, daher seine sechs Autos. Ja, also die gesamte Ausrüstung, die konnte ohne weiteres dazu dienen, über längere Zeit Menschen auszuspionieren. Ja, wenn man sie zum Beispiel eine ganze Nacht oder mehrere Tage lang beobachten will. Es gibt noch weitere hochverdächtige Funde. Die Ermittler entdecken zum Beispiel auf dem Grundstück von Wichmann.

Vergraben, ein neuwertiges Leasingfahrzeug, stell dir das mal vor, das hat er tatsächlich mit Erde abgedeckt. Wer macht denn sowas, was soll das bringen? Und das.

Also ich frage mich natürlich, warum würde man ein neuwertiges, also damit teures Auto verbuddeln, doch nur, wenn es für eine Straftat benutzt wurde und man Spuren verschwinden lassen will, oder? Ja Bettina, alle deine Ideen in Ehren. Ich finde auf die Idee hätte die Polizei sofort kommen müssen, also die Polizei in Lüneburg. Für uns war das ganz eindeutig. Also ich sehe das genauso wie du und so war das vermutlich auch, denn in dem mit erdreich aufgefüllten PKW finden sich auf dem Rücksitz bräunliche Anhaftungen, die wie eingetrocknetes Blut aussehen. Ein Leichenspürhund nimmt Witterung im Kofferraum auf. Ja und nun wird immerhin eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Ähnlich, oder? Ja, das finde ich auch. Eigentlich schon viel zu spät. Also das war höchste Zeit in den darauffolgenden Wochen. Wir reden jetzt über das Frühjahr 1993, also mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Verschwinden von Birgit Mayer. Da ist jetzt Wichmann auf der Flucht.

Ich will dazu nochmal Folgendes sagen. Also der hat sich nach dem Anruf auf die Flucht begeben und was ich auch überhaupt nicht verstehen kann, warum nicht sofort ein Haftbefehl auf diesen Mann ausgestellt wurde. Man muss bedenken, der war später nochmal in Lüneburg in einer Polizeikontrolle und dann hat man ihn tatsächlich wieder laufen lassen, weil er eben keinen Haftbefehl hatte.

Man hätte den also sehr schnell schnappen können eigentlich. Ja, den hätte man, als er auf der Flucht war, im Grunde nach wenigen Tagen schon festsetzen können. Ja, immerhin, am 15. April 1993, da befindet er sich in Süddeutschland und er verursacht auf einer Landstraße in Baden-Württemberg einen Verkehrsunfall. Als die Polizei zum Unfallort kommt, findet sie im Wagen von Wichmann Waffen, ja und zwar Kriegswaffen und man nimmt den Mann dann fest. Zehn Tage später, ja das ist die ganz ungewöhnliche Wendung, unerwartet, zehn Tage später erhängt sich dieser Gefangene in der Untersuchungshaft an seinem Gürtel. Also offenbar ging er davon aus, dass die Polizei ihn nun überführen wird, dass er schwere Verbrechen begangen hat und dass er für lange Zeit in Haft kommen wird. Bevor er Suizid begangen hat, hat er noch einen Abschiedsbrief geschrieben und in dem finden sich unter anderem kuriose Passagen, die wie verschlüsselte Nachrichten wirken, in denen auch sein engster Vertrauter erwähnt wird.

Stimmt, genau. Diese Botschaften klingen wirklich außerordentlich merkwürdig. Da heißt es dann beispielsweise, gestern habe ich ihm schon geschrieben, dass er dir sagen möchte, du möchtest die Madonnenfigur am Kamin zerschlagen und wegschmeißen. Überlege einmal, mein Platz war direkt unter ihr, seitdem wir die neue Garnitur haben. Und wann fing alles an? Rätselhaft kryptisch, oder? Ja, klingt wie eine Botschaft. Die weitere Passage liest sich so. Sein Vertrauter, Der sollte, das jetzt ein Zitat wieder, mal die Dachrinne über dem Kellereingang reinigen, aber sehr vorsichtig. Er ist ja handwerklich nicht so sehr geschickt. Schon wieder etwas Kryptisches, finde ich. Also da fragt man sich doch, wer sorgt sich kurz bevor er sich das Leben nehmen will um Figuren und Dachrinnen? Sehr wahrscheinlich sind hinter diesen Worten heimliche Hinweise versteckt, vielleicht in dem Sinne, dass Spuren beseitigt werden sollen?

Also ich würde das ganz eindeutig so deuten, so in die Richtung, die du eben erwähnt hast, aber dem wird nicht weiter nachgegangen, denn nach dem Tod Wichmanns stellt die Staatsanwaltschaft alle Ermittlungen ein. Also das ist jetzt eine eher logische Handlung, denn in Deutschland darf gegen Tod hin nicht ermittelt werden. So steht es in der Strafprozessordnung. Das ist ein ehehörner Grundsatz und sicherlich gibt es auch gute Gründe, die diese Norm rechtfertigen. Was diese Regelung aber mit Angehörigen von Vermissten macht, das können Nichtbetroffene vermutlich nie nachempfinden. Also ehrlich gesagt, ich finde das nicht logisch und zwar aus verschiedenen Gründen.

Also sehr direkt und ganz banal. Die Frage ist ja, ob Wichmann damals einen oder vielleicht sogar mehrere Mittäter gehabt hat. Also da hätte man viel weiter ermitteln müssen. Man hätte unbedingt die Asservate aus seinem geheimen Zimmer Spuren kundlich untersuchen müssen, wem die zuzuordnen sind, tätermäßig oder opfermäßig und bitte bedenke, das Bundesverfassungsgericht hat zugegebenermaßen später den Angehörigen auch ausdrücklich das Recht zu erkannt.

Das ausermittelt wird, was denn mit zum Beispiel verschwundenen Menschen geschehen ist. Die Angehörigen sollen Antworten bekommen von der Polizei und dazu muss man dann auch Ermittlungen führen. Aber du hast ja gerade gesagt, das Bundesverfassungsgericht, diese Entscheidung kam dann später.

Damals war es jedenfalls so, dass gegen Tote nicht ermittelt werden soll. Und im Fall von Kurt Werner Wichmann hat diese Einstellung der Ermittlung auch zur Folge, dass die Asservate, die bei der Durchsuchung gefunden wurden, dass die vernichtet werden. Und dass obgleich diese Beweismittel auch auf weitere Verbrechen hindeuteten, sogar der Wagen, der im Garten vergraben war, der verschwand. Also für mich ist das unverständlich und dieses Prinzip, das gegen Tote nicht ermittelt wird.

Das finde ich in dieser Situation irgendwie vorgeschoben. Das ist meine persönliche Meinung. Zuständig war natürlich die Staatsanwaltschaft in Lüneburg. Die hatte das zu verantworten. Und meiner Meinung nach müsste man sich da viele Fragen gefallen lassen. Und ich denke, man hat die Chance eindeutig verspielt, verschiedene andere Verbrechen auch noch aufzuklären. Gut, also man versteht eigentlich auch nicht, warum Polizei und Staatsanwaltschaft nicht in Bezug auf diese Helfershelfer, also Mittäter von Wichmann ermittelt haben, die ihn zum Beispiel beim Vergraben des Autos unterstützt haben. Ich erwähne nochmal, dass auch vor dem Haus von Birgit Meier ein Auto wartete mit laufendem Motor. Das hat jedenfalls ein Zeuge so beschrieben.

Und es hatte ja auch immerhin ein Angehöriger, also der Bruder, Zugang zu diesem geheimen Zimmer, in dem die Waffen gefunden wurden. Und man müsste sich ja ohne weiteres fragen, was hatte der eventuell mit den Waffen zu tun. Gut, eine wirklich neue Dynamik in Bezug auf diesen vermissten Fall Birgit Mayer.

Wird sich dann erst viel später entwickeln, nämlich Gen 2002. Zur Erinnerung, da liegt Ihr Verschwind mittlerweile 13 Jahre zurück. Was war denn im Jahr 2002 so besonders? Ja, eigentlich nichts Besonderes. Aber 2002 ist das Jahr, in dem Wolfgang Silaf, der damalige Vizepräsident der Hamburger Polizei, mein persönlicher Freund übrigens, also der geht in Pension. Und jetzt nimmt er sich den Fall seiner Schwester sehr systematisch vor. Er studiert alle Akten von der ersten bis zur letzten Seite und erhält auch Akteneinsicht über seinen Rechtsanwalt. Das steht ihm ja auch zu. Und er stellt jetzt fest, dass es eine Reihe von offenen Fragen gibt und dass viele Spuren noch gar nicht untersucht wurden. Also zum Beispiel stellen sich Fragen zu den Gründen für Wichmanns Flucht und zu seinem Suizid, zu der Frage, warum er sein Auto vergraben hatte oder was ist mit den Spuren an den Handschellen, die er in seinem Geheimzimmer gefunden dann auf sich hat?

Genau, Wolfgang Sieler hat bei der Lektüre der Akten auch festgestellt, dass Kurt Werner Wichmann dort nie konkret als Täter benannt wurde. Für die Polizei blieb unverständlicherweise der Ehemann von Birgit Mayer immer noch der Hauptverdächtige. Gespräche mit Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei in Lüneburg führen nicht dazu, dass Ermittlungen wieder aufgenommen werden, ebenso wenig zur Anstrengung, das Schicksal der Vermissten aufzuklären. Aber damit kann und will sich seine Familie und insbesondere er selbst nicht abfinden. Verständlicherweise. Und jetzt holt sich Wolfgang Silow Unterstützung und zwar von Spezialisten, die er aus seiner langjährigen Tätigkeit bei der Kriminalpolizei kennt. Er will den Fall seiner verschwundenen Schwester mit privaten Ermittlungen unter kriminalistischen Gesichtspunkten aufklären. Zu dem Team um Silav gehören Kriminalpsychologen, Kriminalisten, ein ehemaliger Staatsanwalt und ein Rechtsanwalt. Und du, Klaus, spielst ja in diesem Team eine wichtige Rolle. Erzähl doch mal, wie ihr eure Tätigkeit erlebt habt. Entschuldigung, wie du eure Tätigkeit erlebt hast. Ich denke, das war für die anderen auch ein Erlebnis.

Wir waren da wirklich eine tolle Truppe, wie ich finde. Einerseits lauter Spezialisten, andererseits aber auch ein eingespieltes Team. Und die Personen waren einerseits kriminalistisch sehr versiert, dann auch in Richtung Kriminalpsychologie und Rechtsmedizin und alle waren wirklich sehr gut darin kreativ zu denken. Wir haben uns regelmäßig getroffen, über den Fall diskutiert, haben ein Täterprofil herausgearbeitet. Wir haben natürlich auch die gesamte Lebensgeschichte von Wichmann nochmal versucht zu erhellen und Kreuzungspunkte mit den verschiedenen Gewalttaten im Bereich Lüneburg herausgearbeitet.

Und für unser Team bestand damals kein Zweifel daran, dass die Anfang 1993 bei Wichmann sichergestellten Beweismittel... Moment zur Erinnerung, also beispielsweise das vergrabene Auto und die Waffen aus seinem Geheimzimmer, das Beinzelloch beispielsweise. Genau, also dass diese Beweismittel für sich allein schon eindeutige Indizien für eine Verwicklung Wichmanns in schwere Verbrechen darstellen. Wolfgang Sieler und Reinhard Zedor, ebenfalls ein ehemaliger Polizist und superguter Ermittler, durchforsten jetzt noch einmal das geheime Zimmer in dem ehemaligen Haus des Friedhofsgärtners. Und da machen sie weitere Entdeckungen. Eigentlich auch kaum zu glauben, die Polizei war schon da und jetzt werden weitere Dinge entdeckt, zum Beispiel zwei Videokassetten mit einem sehr bemerkenswerten Inhalt. Sie zeigen nämlich zwei Aktenzeichen XY, ungelöst Folgen.

Die eine über den Fall, ja, Birgit Mayer. Die andere über die Doppelmorde aus der Görde, die wir vorher erwähnt haben. Warum wohl im Geheimzimmer von Wichmann, frage ich. Ja, also das wollte ich gerade sagen. Wenn ich jetzt höre, diese Kassetten, da stellt sich doch sofort die Frage, warum Wichmann ausgerinnert diese beiden Folgen aufgezeichnet und aufbewahrt hat. Doch sicher, weil sie für ihn von besonderem Interesse sind, weil er mit den Verbrechen selber zu tun hat, weil er dafür verantwortlich ist?

Ja, in diese Richtung gingen unsere Gedanken ab. Ich finde das sehr gut möglich. So haben wir das interpretiert. Wir haben in unserem privaten Ermittlerteam, das wir übrigens intern Senior Team, also Seniorenteam genannt haben.

Damals sehr intensiv und wie ich finde konstruktiv gearbeitet. Es war dennoch ein weiterhin sehr langwieriger, mühsamer Prozess, den zuständigen Lüneburger Polizeipräsidenten zu überzeugen, dass die Ermittlungen doch noch einmal aufgenommen werden. Aber ihr habt das dann erreicht? Ja, schließlich wurde in Lüneburg vom neuen Polizeipräsidenten die Ermittlungsgruppe ITERUM eingerichtet. Das kann man frei übersetzen mit abermals, wiederum. Also es wird wiederum ermittelt in Sachen Birgit Mayer.

Und immerhin drei Kriminalbeamte haben sich dann sehr engagiert an den Fall gesetzt und die alten Akten nochmals, ja wieder von der ersten bis zur letzten Seite studiert. Sie haben früher Ermittlungsbeamte gefragt, haben auch einige Zeugen nochmal befragt, also die haben sehr gründlich gearbeitet. Und das Senior-Team um Wolfgang Sieler, bei dem du ja dabei warst, ihr habt mehrere Anregungen wahrscheinlich an diese Ermittlungsgruppe geliefert? Stimmt, das war so. Wolfgang Silaf war mit dieser Ermittlungsgruppe ITERUM in einem vertrauensvollen Austausch und Anregungen von uns wurden dann durchaus auch mit aufgenommen. Und dann wurde doch eine richtig spannende Entdeckung gemacht. Genau, so war das.

Also Iterum, der Leiter dieser Ermittlungsgruppe, fand jetzt beim Nachsuchen, wo die Asservate damals alle verblieben sind, die ja entsorgt werden sollten, also der Leiter von Iterum fand in einer Schublade der hannoverschen Rechtsmedizin, dort waren seinerzeit einmal die Asservate zur Untersuchung hingekommen, Ja, da fand er ein Handschellenpaar mit einer Blutspur und dieses Asservat war eindeutig beschriftet, das stammte aus dem geheimen Zimmer von Wichmann. Gut, und man hat das also in dem geheimen Zimmer gefunden. Diese Handschellen waren von dem zuständigen Rechtsmediziner in Hannover nicht entsorgt worden. Die hat er aus didaktischen Gründen zurückbehalten, weil eben daran eine so klare Blutspur zu sehen war, die zur Identifikation gut geeignet war. Was für eine glückliche Fügung, dass es diese Handschellen noch gab und diese Blutanhaftung an den Handschellen, die man in dem Geheimzimmer von Wichmann entdeckt hatte, die hat man doch jetzt über DNA-Analysen identifiziert mit dem Ergebnis, sie waren eindeutig der seit Jahren vermissten Birgit Meier zuzuordnen. Das war doch ein Durchbruch, oder?

Ja, es war ja auch eine super gute Spur. Also ein Blutstropfen auf einer trockengelagerten Handschelle kann man noch nach Jahrzehnten zuordnen. Und die eindeutige naheliegende Schlussfolgerung dieser Ermittlungsgruppe Iterum war, dass sich Birgit Mayer in dem geheimen Raum da im Haus von Wichmann aufgehalten haben muss und zwar nicht freiwillig, immerhin hat sie auch geblutet Und die Ermittlungsgruppe Iterum hat dann auch noch versucht, den Leichnam von Birgit Mayer zu finden und nachgedacht über den Beruf von Wichmann. Ja, in dem Zusammenhang ist natürlich interessant, dass der Mann früher als Friedhofgärtner tätig war.

Deshalb wurden mehrere Gräber dann von der Polizei geöffnet, denn er hätte natürlich theoretisch auf einem Friedhof in einem Grab eine weitere Leiche einfach verschwinden lassen können. Ja, man hat insbesondere die Gräber geöffnet, die angelegt wurden, nachdem Birgit Mayer verschwunden war. Und ja, da waren dann auch Hamburger Rechtsmediziner tätig. Man hat aber in den Gräbern jeweils nur die erwarteten Leichen gefunden und keineswegs den Leichnam von Birgit Mayer. Also es gab an diesen Bestattungsplätzen keine Spur der Frau. Die Mitarbeiter der Kommission ITERUM haben dann auch nochmal auf dem früheren Grundstück des Verdächtigen in Adendorf gegraben. Auch mit unserer Unterstützung aus der Rechtsmedizin. Dabei wurden aber weder irgendwelche Leichenteile noch relevantes Spurenmaterial ausgegraben. Und letztlich wurden die Ermittlungen erneut da eingestellt? Ja, schon, aber immerhin jetzt mit dem ganz eindeutigen Schlussvermerk, also so hat sich Iterum festgelegt.

Das Schlussvermerk war, dass die Vermisste sehr wahrscheinlich von dem Gärtner Kurt Werner Wichmann entführt, gefesselt und dann getötet worden ist.

Und man muss sagen, der Ehemann, Meier war ja damit eigentlich entlastet, der war von daher jemand, bei dem man sich eigentlich entschuldigen musste, da ist aber nichts passiert. Bei der Polizei galt er ehrlich gesagt insgeheim immer noch als mutmaßlicher Mörder oder eventuell Auftraggeber für einen Mord. Und von dem bösen Verdacht war er immer noch nicht ganz erlöst. Dieser Verdacht hat ja wirklich viele, viele Jahre auf ihm gelassen. Das muss ganz furchtbar für den Mann gewesen sein. Aber jetzt zurück zu den damaligen Ereignissen. Nun gab es doch plötzlich eine vielversprechende neue Spur. Ja, so stellte sich das für unsere Gruppe, also für unser Senior-Team dar.

Das war ein halbes Jahr, nachdem die Ermittlungen gegen Wichmann erneut eingestellt wurden. Da machten die Leute, die sein früheres Haus gekauft hatten, eine sehr interessante Entdeckung. Sie hatten nämlich in der Garage eine Kfz-Grube gefunden und teilten das dann Wolfgang Silaf mit. Übrigens, man fragt sich wiederum, warum hat das nicht schon die Polizei früher gefunden? Ja, berechtigte Frage. Ja, man berichtete Wolfgang Silaf auch und hat ihm demonstriert, dass aus einer Seitenwand dieser Kfz-Grube Sand rieselt. Es war davon auszugehen, dass sich dahinter ein Hohlraum befindet. Wolfgang Sieler hat sich das dann doch angesehen und besonders verdächtig erschien ihm, soweit ich weiß, dass die Grube mit einer Tiefe von 80 Zentimetern ungewöhnlich flach war. Also jedenfalls, wenn man sie nutzen wollte, um ein Auto zu reparieren. Das fanden wir alle merkwürdig. Ja, ne? Sieler hat sich dann an die Polizei gewandt und darum gebeten, dass diese verdächtige Grube überprüft werde. Das machte die Polizei auch sogar mit einem Leichenspürhund, aber dieser Hund hat dann nicht angeschlagen. Nun kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass hier wohl sicherlich kein Leichnam zu finden sei. Aber euer Senior-Team, das ist anderer Meinung, stimmt's? Ja, das war übrigens wieder...

Dieses Ermittlerteam Iterum, was wir dazugezogen hatten, auch mit diesem Leichenspurhund.

Wir waren dennoch der Ansicht, dass Haus und Grundstück von Wichmann sozusagen heiß waren. Das war einfach eine ganz besondere Situation. Das ergab sich ja auch aus seinen Briefen aus dem Knast, kurz bevor er Suizid begangen hat. Was waren denn eure Überlegungen, wieso ihr dachtet, dass die Leiche doch wirklich dort zu finden sein müsste? Ja, wir haben die Persönlichkeitsstruktur von Wiegmann lange hin und her durchgesprochen. Das war ein Typ, der gerne immer die volle Kontrolle über seine Maßnahmen behielt. Was lag also im wahrsten Sinne des Wortes näher, als in seinem unmittelbaren Umfeld einen menschlichen Körper zu entsorgen? Dann hat er die Kontrolle.

Bemerkenswert ist ja auch seine geradezu flehendliche Bitte an die Ehefrau und an den Bruder in seinen Abschiedsbriefen, unbedingt Haus und Hof zusammenzuhalten. Da gibt es also diesen Hinweis auf sein Haus. Ja, stimmt, dieser Abschiedsbrief, darin hieß es, ich zitiere, Ich mache mir die allergrößten Sorgen, wenn ich an unser Haus, Grundstück und alles, was damit zusammenhängt, denke, schrieb Kurt Werner Wichmann an seinen engsten familiären Vertrauten und seine Ehefrau beschwor. Ja, es geht mir um Haus und Hof. Versucht bitte alle in einem gemeinsamen Kraftakt unser Heim zu erhalten. Bitte, bitte. Das klingt doch sehr danach, dass es etwas gibt, was auf keinen Fall dort entdeckt werden soll. Ja, so haben wir das auch gedeutet. Deshalb hat unser Senior-Team um Wolfgang Silaf beschlossen, nun noch weitere Grabungen auf dem Grundstück vorzunehmen. Ja und so stand Wolfgang Sieler schließlich am 29. September 2017, also mehr als 28 Jahre nach dem Verschwinden seiner Schwester Birgit Mayer, in Adendorf im Haus ihres Mörders in einer Garage am Rand einer darin verborgenen Baugrube und über mehreren Schichten Beton und Erdreich.

Was ist dann passiert? Zunächst sollte gezielt diese Arbeitsgrube in der Garage untersucht werden.

An der Aktion waren unter anderem eine Anthropologin aus unserem Hamburger Institut für Rechtsmedizin und außerdem ein Maurer, also ein Mann einer Baufirma mit Spezialwerkzeug beteiligt. Und wir haben tatsächlich auch noch Techniker eingeschaltet, um Berechnungen anzustellen, dass wir da nicht die Statik gefährden. Und am Boden dieser Grube in der Garage wurde tatsächlich dann Beton weggefräst und ganz am Anfang haben wir nichts Besonderes gesehen, aber am Rand einer unserer Probebohrungen bricht dann die Kante eines Lochs ein. Als jemand von der Baufirma, auf diesen Beton tritt und da eröffnet sich jetzt ein größerer Hohlraum, noch einmal. Spannend und darunter war doch so eine leicht ovale Grube, die dann schichtweise freigelegt wurde.

Ich habe das natürlich alles aus der Ferne genau verfolgt, beziehungsweise auch nachgelesen und mir von euch erzählen lassen, von dir erzählen lassen insbesondere. Deshalb weiß ich, dass die Anthropologin dann auf etwas stößt und ruft, menschliche Knochen. Und in diesem Moment, so sagte Wolfgang Seelaf später in einem Interview, Zitat, haben zwei Gefühle meinen Körper geflutet. Das eine war natürlich Schock und das andere war Erleichterung. Denn er hat ja jetzt seine Schwester gefunden. Man muss wirklich sagen, endlich, nicht zu vergessen, 28 Jahre später. Ja, also im Lauf der Geschehnisse waren wir noch nicht ganz so weit. Sowohl die Anthropologin als auch Wolfgang Silaf haben mich dann schnell dazugerufen.

Ich war parallel zu einer Tagung unterwegs, aber in Reichweite. Ja, du warst doch sicher in Verbindung und ständig zu erreichen und hast wahrscheinlich auch dem entgegen gefiebert, was die da empfinden. Ich war im Dauerkontakt, das ging ja mit Mobiltelefon problemlos. Also ich saß im Hörsaal und in meiner Hosentasche vibrierte das Smartphone. Und auf dem Display finde ich tatsächlich von beiden übrigens, von Silaf und von der Anthropologin die Nachricht, menschliche Knochen. Und vor Ort haben sie die Grabung jetzt erstmal unterbrochen. Und einerseits auf die Kriminalpolizei gewartet und andererseits auf mich. Ja, auf dich hat man gewartet, weil du doch dann von dem Leiter der Ermittlungsgruppe ITERUM gebeten wurdest, dass du die Leitung dieser Grabung übernehmen sollst. Ich habe das dann tatsächlich koordiniert. Wir hatten ja unsere Fachleute vor Ort, vor allen Dingen unsere Anthropologen, die sich jetzt zentimeterweise vorgearbeitet hat. Aber du bist doch dann natürlich nach Adendorf zu dieser Garage gefahren und warst dann mit dabei. Klar.

Und die Polizei hat uns ausdrücklich gebeten, damit beauftragt sozusagen, die Grabung fortzusetzen, nachdem wir die ersten Knochen gefunden hatten. Und formal hatte die Polizei jetzt wieder die Leitung. Aber das Senior-Team war gegenwärtig und auch die Angehörigen.

Und das gesamte Szenarium hat mich natürlich da sehr, sehr ins Grübeln gebracht. Und ich habe mir tatsächlich vorgestellt...

Obwohl das, wie ich finde, noch nicht sicher war, dass das jetzt tatsächlich die Schwester meines Freundes sein könnte und dass wir sie nach so langer Zeit finden würden.

Und andererseits sind durch mein Gehirn aber auch zahlreiche weitere Ideen gerast. Ich habe an die Gördemorde gedacht und an andere ungeklärte Fälle in dieser Region. Da gibt es ja noch viele weitere ungeklärte Frauenmorde insbesondere.

Ja, waren wir jetzt nahe daran, den Schlüssel zu haben, um eine große Mordserie ganz neu aufzurollen? Also ich finde, die Überlegung macht wirklich Sinn. Die Gördemorde waren ja zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht aufgeklärt. Und wenn man überlegt, welche Verbrechen Kurt Werner Wichmann schon in seiner Jugend begangen hat Und wenn man weiter daran denkt, was in seinem geheimen Zimmer unter anderem an Waffen- und Kartenmaterial gefunden wurde und nicht zu vergessen die Videokassetten mit den Aktenzeichen XY-Fällen zu dem Fall der verschwundenen Birgit Mayer und dem Fall der Gördemorde. Also da war ja nun jede Menge Potenzial. Aber zurück zu der Garage, in der jetzt die Grabung vorgenommen wurde. Wie muss man sich denn da die Szenerie vorstellen? Ja, also das war wirklich eine sehr alte, alteingerichtete Garage mit Holzregalen, irgendwie unaufgeräumt. Da gab es jede Menge Dosen, Gläser, Handwerkzeug, was da rumliegt, ganz überwiegend verrostet, verstaubt.

Da hatte man ganz offensichtlich jahrelang nicht mehr gearbeitet. Ja in der Garage stand ein Auto, was auch nicht mehr in Benutzung war und in der Mitte, da gähnt nun das Loch. Ja, in dem unsere Anthropologin Aileen Job arbeitet und in dem wir jetzt vielleicht den Leichnam von Birgit Meyer erwarten, der dort vergraben liegt. Und wir haben uns wirklich, ja, das gilt insbesondere immer für unsere Anthropologin, wir haben jetzt uns nochmal Zeit gelassen und Millimeter für Millimeter aufgebuddelt. Das kann ich mir vorstellen. Natürlich ist man ungeduldig und will Ergebnisse sehen. Andererseits will man ja auch keine Spuren zerstören. Also dieses Millimeter für Millimeter macht ja absolut Sinn. Naja, also nach 28 Jahren kommt es dann nicht auf ein, zwei weitere Stunden an. Also wir finden dann schließlich die Knochen zu einem Körper, der kopfüber etwas gedreht in einer Hockposition hier vergraben ist mit angewinkelten Beinen.

Und als die mittlere Körperregion freigelegt ist, da ist dann eindeutig zu erkennen, dass es sich um ein weibliches Becken handelt. Also ein erster Hinweis, dass ihr an der richtigen Stelle seid. Genau, die Anthropologin hat das sofort richtig taxiert. Und im Bereich der Hände, da war nun wirklich auch sehr auffällig, dass wir, muss man sich vorstellen, 28 Jahre ist das her, wir haben rot lackierte Fingernägel gefunden, die noch recht gut zu erkennen waren. Also gut, rot lackierte Fingernägel, die haben viele Frauen, aber gab es nicht ein Foto von Birgit Meier, das ist kurz vor ihrem Verschwinden aufgenommen worden war, wo sie genau solche rot lackierten Fingernägel hatte? Genauso war es. Trotzdem, wir wollten jetzt immer noch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Also wir von Seiten der Rechtsmedizin. Wir haben uns beim weiteren Graben ganz behutsam bis zu dem unten liegenden Kopf vorbereitet. Dieser Kopf war von einem Plastikbeutel umhüllt und schließlich hatten wir dann das vollständige Skelett freigelegt.

Wir konnten dann auch den Kopf, die Wirbelsäule im Halsbereich und die weiteren Knochen alle aus der Grube herausheben und.

Als wir den Schädel dann herausgehoben haben in der Plastiktüte, dann habe ich tatsächlich vor Ort ganz vorsichtig diese Plastiktüte aufgeschnitten. Und man konnte dann noch Haare an dem knöchernen Schädel sehen, sowie auch Ohrstecker. Ohrstecker, die sind ja unter Umständen sehr charakteristisch und in unserem Fall waren sie ein weiterer Hinweil, dass es sich wirklich um den Leichnam der seit 28 Jahren Vermissten handeln könnte? Ja, richtig. Das war beeindruckend oder auch bedrückend, wie man das so bezeichnen will. Der Ehemann der Vermissten, also der Herr Mayer, der genauso wie Wolfgang Silaf bei der Bergung des Leichnams dabei war, hat diesen Schmuck wiedererkannt. Ja, ich habe das noch im Ohr. Er hat auf einmal ganz laut gesagt und dann danach eine tränenerstickte Stimme gehabt, das ist Birgit. Er meinte damit, das sind die Ohrstecker, die er seiner Frau einmal geschenkt hatte.

Ich... Selbst bin in dieser Situation dann ja erstmal noch exakt Rechtsmediziner geblieben und habe gezielt weitergearbeitet. Ich wollte ja jetzt eindeutige Identifikationsmerkmale finden und das war zum Glück relativ einfach möglich, weil am Kopf das Gebiss gut erhalten war und wir hatten zahnärztliche Unterlagen zu Birgit Mayer, die wir jetzt damit abgleichen konnten.

Also du redest jetzt von zahnärztlichen Unterlagen, von dem Gebiss. Dazu sollten wir erklären, dass auf diese Weise heute noch viele Identitäten aufgeklärt werden. Natürlich ist die beste und genaueste Methode die DNA-Analyse, aber die ist zeitaufwendig. Und mit dem Gebissbefund geht es doch zügiger und ähnlich präzise, oder? Ja genau, das war bei Birgit Mayer damals im Prinzip auch eindeutig. Ich kam dann schon nach einigen Minuten zu dem eindeutigen Schluss, dass der Zahnstatus und Gebissbefund dieses Leichnams mit den uns vorliegenden zahnärztlichen Unterlagen zu Birgit Mayer eindeutig übereinstimmte. Von daher war für mich klar, dass es sich um die Vermisste handelte. Das habe ich dann auch dem Ehemann und dem Bruder mitgeteilt. Übrigens nur der Vollständigkeit halber. Später haben wir auch noch DNA-Untersuchungen durchgeführt und eindeutig festgestellt, dass es sich um die Knochen von Birgit Mayer handelte. Aber als du denen das jetzt mitgeteilt hast, gut, wir hatten das weibliche Becken, wir hatten die roten Fingernägel, wir hatten die Ohrringe, aber nun kommt also der Rechtsmediziner, der wirklich der Profi und sagt, Ja, Gebiss stimmt überein, es ist wirklich die Frau. Als du das Ehemann und Bruder mitgeteilt hast, wie war denn da deren Reaktion?

Ja, das kann man nur schwer beschreiben. Also diese beiden Männer, die waren wirklich tief ergriffen. Man muss ja bedenken, der Ehemann und der Bruder und die Frau war immerhin 28 Jahre verschwunden. schwunden. Wolfgang Sieler hatte sie 28 Jahre lang gesucht. Und jetzt flossen Tränen, ja Tränen der Betroffenheit, aber auch der Erleichterung gleichermaßen. Der Widerstreit der Gefühle war gegenwärtig. Einerseits die Sicherheit, dass die seit langem vermisste Tod ist. Andererseits Erleichterung darüber, dass der Leichnam nun gefunden war und nun endlich Trauerarbeit beginnen konnte und auch.

Eine Gewissheit, jedenfalls in groben Zügen, was damals passiert ist, als Birgit Mayer verschwunden ist. Und was hat Wolfgang Sieloff dazu gesagt? Der hat sich ja auch später in einem Interview geäußert. Ja, der hat viel und häufig was dazu gesagt. Das, was er als erstes gesagt hat, war folgendes, nämlich Zitat, Die Familie hat jahrelang darunter gelitten, dass wir nicht wussten, wo meine Schwester ist. Wir konnten damit nicht abschließen. Wir konnten nicht trauern, wir hatten keinen Grab. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo es uns allen endlich möglich war zu trauern. Und wie ging es dir? Immerhin war ja jetzt ein sogenannter Cold Case geklärt und noch dazu der Fall, bei dem ein wirklich guter Freund von dir betroffen war. Na ja, ehrlich gesagt, auch ich persönlich war jetzt stark innerlich berührt, weil ich ja mit Wolfgang Sieler tatsächlich seit Jahrzehnten befreundet bin und auch an den Nachforschungen, in diesem Fall von Birgit Mayer, lange mitgearbeitet habe. Wir haben Stunden, Tage, Wochen, Jahre an dem Fall gearbeitet.

Andererseits dominiert bei mir dann professionell immer wieder die Rolle des rechtsmedizinischen Profis, der kühl, vernünftig die Befunde dokumentieren muss und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen muss. Und ich musste jetzt selbstverständlich ohne jegliche Rücksichtnahme auf persönliche Gefühle saubere Arbeit ableisten. Und die Geschichte war ja noch nicht ganz zu Ende. Und wir wollten ja auch noch an den Knochen möglichst feststellen, was mit Birgit Mayer im Einzelnen geschehen war. Ja, natürlich geht es auch um die Frage zur Gewalteinwirkung, zur Todesursache. Was gab es denn da an Erkenntnissen, Klaus? Ja, wir haben am Schädel.

Äußerlich nicht sofort Beschädigungen festgestellt. Es waren noch Haare und Hautreste mit dem Schädelknochen verklebt, verkrustet, sodass da eine zusammenhängende Schicht entstanden war und wir den Knochen nicht eindeutig beurteilen konnten. Also der Blick auf tiefer liegende Regionen des Schädelknochens war noch verstellt. Weitergehende Untersuchungen konnten wir dann erst nach dem Transport des Leichnams in das Institut für Rechtsmedizin in Hamburg durchführen. Da haben wir dann vorsichtig jetzt wieder mit feinen Werkzeugen diese äußeren Anhaftungen vom Schädel entfernt. Und ja, wir haben vor allen Dingen natürlich dann auch bildgebende Verfahren eingesetzt. Und ich stelle mir das so vor, wenn ihr jetzt da die Knochen habt im Institut für Rechtsmedizin, dann werden die wahrscheinlich ähnlich einem Puzzle zu einem vollständigen Skelett zusammengefügt. Dann war doch sicherlich das Gefühl der Lösung eines Rätsels immer näher zu kommen, oder? Ja, das war der Fall.

Und die Besonderheit der Situation und die Besonderheit unserer Arbeit war mir wirklich auch sehr bewusst. Nochmal vom Gefühl her, ich war sehr froh darüber, dass ich meinem Freund Wolfgang Sieler helfen konnte. Und ich war aber auch stolz darüber, dass sich unsere Reflexionen, unsere Diskussionen im Senior-Team zu den Todesumständen von Birgit Mayer letztlich als richtig herausgestellt haben, obwohl uns die Polizei nicht geglaubt hatte. Und dass wir mit unserer Grabung erfolgreich waren. Und naja, also später erfolgte dann die Routine im Institut mit Identifikationen und den weiteren Untersuchungen des Leichnams. Interessant war das sicher auch, was die Todesursache war.

Ja, ich habe das ja schon angedeutet. Wir haben sehr schnell eine Computertomographie durchgeführt, also ein schichtweises Röntgen. Das gehört ja heutzutage zu den Routine-Maßnahmen bei solchen Fällen und dabei haben wir festgestellt, dass im Schädel ein deformiertes Projektil steckte. Wir haben auch die Einschussöffnung lokalisieren können. Jetzt hat dann aber die zuständige Amtsrichterin in Lüneburg entschieden, dass die weiteren Obduktionsmaßnahmen in Hannover vorgenommen werden sollten. Warum? Ja, der Grund dafür war, dass ich sicher gehen wollte, dass ich mich als alter Freund von Wolfgang Silaf hier nicht dem Verdacht der Befangenheit aussetzen sollte. Ich kann das nachvollziehen. Ich war in diesem Fall ja nicht ganz unabhängig.

Weil es eben mein Freund war und ich schon lange persönlich mit dieser Angelegenheit befasst war. In Hannover wurde das Projektil aus der Schädelhöhle dann gesichert und zur Untersuchung in die Kriminaltechnik gegeben. Und als Todesursache stand dann ein Kopfschuss fest. Also dass der Fall jetzt endlich zum Abschluss kam, Das muss doch ein besonderes Gefühl gewesen sein für dich, weil du über Jahre in die Suche involviert warst und für die Angehörigen der Vermissten.

Ja, das Ende einer solchen Suche nach jahrelanger, in diesem Falle sogar jahrzehntelanger Ungewissheit, kann den Hinterbliebenen dann tatsächlich etwas geben, das man als inneren Frieden bezeichnen kann. Nun können die Angehörigen richtig, wirklich Abschied nehmen. Sie können der Getöteten einen Grab geben, an dem sie dann auch weiter trauern können. Ja, das ist ja die Krux eigentlich insgesamt bei Gewalttaten. Hier rücken üblicherweise das Opfer des Verbrechens sowie die Frage nach dem Täter in den Fokus von Ermittlern. Man muss auch sagen von Medien und der Bevölkerung. Aber dass Familien und Angehörige von Opfern einer Gewalttat beziehungsweise von vermissten Personen einoft. Ebenfalls langen Leidensweg beschreiten ist vielen Menschen nicht wirklich klar. Wie erlebt ihr Rechtsmediziner denn das?

Die Ausgangssituation ist ja meistens, dass wir vorzugsweise professionell mit diesen Fällen befasst sind. In dem Fall von Birgit Meier, der Schwester meines Freundes, war das natürlich anders. Das war dann schon sehr persönlich. Insgesamt erleben wir sehr häufig, dass es für die Familie einer getöteten Person ja schon sehr wichtig ist, zu erfahren, was im Einzelnen passiert ist. Es gibt auch Fragen, ob dieser Mensch leiden musste und wie lange er denn noch gelebt hat zum Beispiel.

Also als Rechtsmediziner haben wir letztlich schon sehr oft helfen können, wenn nach jahrelanger Ungewissheit ein Toter endlich gefunden wird.

Dass wir ihn dann identifizieren. Das ist regelrecht eine Spezialität unseres Hamburger Instituts. Wir haben dafür eine spezielle Arbeitsgruppe Anthropologie-Archäologie und diese arbeitet auch in ganz Norddeutschland.

Es gelingt uns dann, nachdem wir die Knochen exhumiert haben, Knochen gefunden haben, in der Regel dann auch ein eindeutiger DNA-Abgleich. Das kann man ja am Knochenmaterial gut machen. Und wir können diesen Personen dann eine Identität und einen Namen geben. Beispielsweise haben wir auch in mehreren Fällen von verschollenen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal ungeklärt war, noch nach 70 Jahren den Angehörigen Gewissheit verschaffen können. Nicht nur hier in Norddeutschland, sondern es ging auch um Tote aus fernen Ländern, beispielsweise Italien, USA, Neuseeland. Und also der Fall Birgit Meier war bei weitem nicht der längst liegende ungeklärte Todesfall, an dessen Aufklärung ich mitgewirkt habe. Aber im Fall Birgit Meier, da ging es ja außerdem auch noch weiter. Ihr habt doch noch hochinteressante Ermittlungsansätze in Bezug auf die Gördemorde, also an den beiden zwei erschossenen Paaren im Wald zusammengetragen. Da ging es auch noch weiter.

Ja, also der Fund von Birgit Meier war letztlich dann der Ausgangspunkt für sehr zahlreiche Überlegungen in sehr unterschiedlichen Richtungen und auch für viele weitere Treffen unseres Seniorenteams im Zusammenhang mit anderen Todesfällen. Jetzt über Birgit Mayer hinaus. Es ging um weitere ungeklärte Tötungsdelikte im Raum Lüneburg, natürlich insbesondere um die Gördemorde und dann um die Frage, ob Kurt Werner Wichmann daran ebenfalls beteiligt war, ja vermutlich sogar dafür verantwortlich war. Also da gab es ja schon einige Parallelen, wenn man sich das mal anschaut, die beiden Fälle. Du meinst ja schon mal die Gördemorde. Die Gördemorde, beziehungsweise auch der Fall Birgit Mayer. Die Tatorte der Verbrechen, die ja alle im Sommer 1989 verüht wurden, die liegen nicht weit vom Haus von Birgit Mayer entfernt. Und das erste ermordete Paar wurde von Blaubeersammlern damals entdeckt. Sie haben dann die Polizei alarmiert, die die beiden Opfer dann gesichert bzw. Aus ihrem Versteck befreit hat.

Die Verwesung, das habe ich mir mal weiter angesehen bzw. Angelesen, dass die Verwesung der Toten zu weit fortgeschritten war, dass noch eindeutig eine Todesursache festgestellt werden konnte. Das kann ich auch bestätigen. Wir haben ja die Toten obduziert. Also das waren schwierige Fälle. Ja und ich habe gerade von diesem ersten ermordeten Paar gesprochen, dass da von diesem Blaubeersammlung gefunden wurde und noch während diese ersten beiden Leichen untersucht werden, wird 800 Meter entfernt ein weiteres Liebespaar erschossen. Und als es dann gefunden wird, merkt man, dass beide Toten, wie auch die ersten beiden Opfer, mit dem Gesicht nach unten auf dem Waldboden liegen. Also eine weitere Parallele und es gab noch mehr. Ja, beispielsweise folgendes. Beide Autos der jeweiligen Paare werden Tage später in benachbarten Orten von diesem Tatort Görde sichergestellt und vermutlich ist der Mörder, Oder sind die Mörder noch eine Weile mit diesen Autos herumgefahren? Sie sind mit den Autos aus der Görde rausgefahren.

Und an den Sitzen des einen PKW wird jetzt dann, fast drei Jahrzehnte nach den beiden Doppelmorden.

Tatsächlich festgestellt, dass es Spuren gibt, also Klebefolien, an denen sich DNA-fähiges Material befindet, das wird untersucht und kaum zu glauben, aber wahr oder ich will die Hörer auch nicht so auf die Folter spannen, das ist ja auch bekannt, das ist die DNA von Kurt Werner Wichmann, die in diesem PKW gefunden wird. Und damit ist für mich, also nach meiner Überzeugung, der Friedhofsgärtner dann auch als Gördemörder enttarnt und er hat insofern eindeutig zumindest fünf Menschen auf seinem Gewissen, Birgit Mayer und die vier Toten aus der Görde. Nun fing doch die Polizei an zu untersuchen, ob dieser Kurt Werner Wichmann auch mit vielen weiteren Verbrechen, die in jener Zeit im Umkreis von etwa 80 Kilometern um Lüneburg herum geschehen waren, ob er mit denen in Verbindung steht.

Sind es diverse ungeklärte Mordfälle in dieser Region, in dieser Zeit, die in das Tatmuster des Mannes passen? Also bis dato ungeklärte Fälle. Und zu bedenken ist, Wichmann hatte mehrere Autos. Er fuhr Tausende, Jahrzehntausende Kilometer im Jahr. Er hatte da diese Ausrüstung, Nachtsichtausrüstung, Möglichkeiten zum Schlafen, zum Zelten, um Zeit im Wald zu verbringen. In einem seiner Autos werden 20 Landkarten gefunden und die bei der Hausdurchsuchung von 1993 gefundenen Gegenstände wie Handfesseln, Ketten, Stricke, Folterwerkzeuge sowie Ausrüstung zum Übernachten im Wald. Alles diese Sachen lassen den Schluss zu, dass Wichmann offenbar öfter in den Wäldern ausharrte und Opfer ausgespäht hat. Und ja, nicht zuletzt...

Die Fälle in Lüneburg und Umgebung sind ihm unseres Erachtens zuzuschreiben. Ich denke, dass dieser sadistische Mörder nicht nur in den Wäldern rund um Lüneburg gewirkt hat, bis zum Jahre 1993, als er Suizid begann.

Sondern auch noch woanders. Ja, es gibt doch den Verdacht, dass Wichmann speziell als Täter einer ungeklärten Mordserie auch im Raum Cuxhaven in Betracht kommt. Ja, das ist richtig. Das sind die neueren Ermittlungsergebnisse aus unserem Seniorenteam, insbesondere die von Reinhard Zedor, der sich da sehr intensiv auf den alten Spuren von Wichmann engagiert. Im Elbe-Wieser-Dreieck, da in der Spitze im Bereich Bremerhaven, Cuxhaven, sind in der Zeit zwischen 1975, als Wichmann aus dem Gefängnis entlassen wurde und in den 80er Jahren eine Reihe junger Frauen spurlos verschwunden. Es gab eine Serie zwischen Bremerhaven und Cuxhaven, sechs verschwundene junge Frauen. Insgesamt waren es aber noch mehr. Und wir fragen uns ja heute...

Wie, wann, wo sie getötet wurden und insgesamt, wie diese Toten dann versteckt worden sind. Wie gesagt, sie sind wie vom Erdboden verschluckt. Wir beide, Klaus, haben doch mit einer Frau gesprochen, die seit mehr als 40 Jahren nach ihrer Tochter sucht. Das Schicksal dieser Familie hat mich sehr berührt und auch betroffen gemacht. Ja, wie gesagt, es gibt mehrere vergleichbare Fälle aus dieser Region und es gibt inzwischen Spuren von Wichmann, die in den Elbe-Weser-Raum führen. Er hat früher einmal dort gearbeitet. Unser Ehrgeiz besteht darin, jetzt vielleicht doch noch nach Jahrzehnten aufzuklären, ob die ein oder andere Tat Wichmann direkt zugeordnet werden kann. Dazu haben wir im Grunde mehr als eine heiße Spur, aber wir wollen den Zuhörern jetzt vielleicht eine gewisse Pause geben.

Über die weiteren möglichen Fälle unseres Menschenjägers, so nennen wir den ja, da erzählen wir bei anderer Gelegenheit. Da freue ich mich doch auf jeden Fall darauf. Ich bin schon gespannt. Das wird vielleicht noch eine Weile dauern, also es wird nicht unser nächster Podcast sein, aber auf jeden Fall behalten wir das im Fokus. Ansonsten vielen, vielen Dank natürlich, dass du hier wieder so ausführlich über diesen Fall gesprochen hast, der ja auch dich sehr, sehr persönlich betroffen hat. Und ja, dann beim nächsten Mal gibt es wieder eine ganz andere Geschichte, sicherlich auch ebenso spannend. Und ich freue mich auf unseren nächsten Termin. Ja, Fortsetzung folgt und tschüss. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie auf abendblatt.de slash podcast.