WEBVTT

00:00:02.437 --> 00:00:07.917
Ich sehe was, was du nicht siehst. Der Podcast über berühmte Bilder mit Alexander

00:00:07.917 --> 00:00:09.957
Klar, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle.

00:00:15.297 --> 00:00:20.157
Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und mir gegenüber sitzt Alexander

00:00:20.157 --> 00:00:22.177
Klar, der Direktor der Hamburger Kunsthalle.

00:00:22.817 --> 00:00:28.617
Lieber Alexander, wir sitzen hier und verbringen ein wenig Zeit miteinander.

00:00:29.397 --> 00:00:33.877
25 Minuten genau gesagt. Und das ist eigentlich ein ganz blöder Übergang gewesen.

00:00:34.397 --> 00:00:36.037
Vielleicht nicht. Eine Erinnerung.

00:00:36.637 --> 00:00:39.777
Ich hatte gesagt, bring doch mal was zum Thema Zeit mit. Und das fand ich schon

00:00:39.777 --> 00:00:44.557
deshalb interessant, weil man ja sagen muss, das ist halt von bis.

00:00:45.377 --> 00:00:46.797
Zeit ist ja alles.

00:00:47.797 --> 00:00:51.137
Das haben wir jetzt nicht gescriptet. Das ist alles. und du bringst mir etwas

00:00:51.137 --> 00:00:53.957
mit und das finde ich interessant. Also...

00:00:54.844 --> 00:00:59.504
Am allerwenigsten hätte ich damit gerechnet, dass du mir ein Porträt mitbringst.

00:00:59.884 --> 00:01:01.804
Vielleicht ist es sogar ein Selbstporträt, ich weiß es nicht.

00:01:02.144 --> 00:01:05.664
Auf jeden Fall hast du mir ein Porträt mitgebracht und es ist auch erstmal so

00:01:05.664 --> 00:01:07.584
gar kein so spektakuläres Porträt.

00:01:08.244 --> 00:01:12.964
Es ist dafür leicht zu beschreiben. Man stelle sich vor ein Hochkantbild.

00:01:14.524 --> 00:01:18.984
Das heißt im englischen Portrait-Format. Genau, ich wollte was anderes sagen.

00:01:19.044 --> 00:01:23.424
Man stelle sich also ein Hochformat vor und jetzt stellt man sich vor,

00:01:23.424 --> 00:01:26.304
Und dieses Soformat einfach komplett schwarz ist. Alles schwarz.

00:01:27.964 --> 00:01:34.164
Ach, jetzt sehe ich. Und oben drüber steht eine Signatur. Und jetzt weiß ich auch, wer es ist.

00:01:34.824 --> 00:01:38.904
Also wer es gemalt hat. Wer es ist, weiß ich nicht. Edward Munk hat das gemalt.

00:01:38.924 --> 00:01:39.924
Und es ist ein Selbstporträt.

00:01:40.064 --> 00:01:44.644
Es ist ein Selbstporträt. Also dann haben wir Edward Munk himself vor uns.

00:01:44.864 --> 00:01:48.504
Also oben ist diese Signatur mit der Jahreszahl.

00:01:49.804 --> 00:01:53.464
Unten ist etwas, das erinnert mich an den Knochen, von dem ich unseren Leihund

00:01:53.464 --> 00:01:54.864
immer wegnehmen muss im Moment.

00:01:55.484 --> 00:01:58.004
Sieht aus wie so ein Knochen und ist auch so eine weiße Fläche.

00:01:58.184 --> 00:02:00.244
Und der Rest ist wirklich schwarz.

00:02:00.424 --> 00:02:03.484
Und das Einzige, was eben nicht schwarz ist auf diesem Bild,

00:02:03.624 --> 00:02:06.344
ist der Kopf von Edvard Munch.

00:02:06.524 --> 00:02:10.284
Man sieht nur den Kopf bis hin zum Hals.

00:02:11.224 --> 00:02:15.524
Kein Hemd, kein Nix, wirklich nur der Kopf, der so gefühlt freischwebender ist.

00:02:15.604 --> 00:02:19.924
Und das Ganze ist offensichtlich mit Kreide gemalt. Oder irgendwie,

00:02:20.044 --> 00:02:23.404
also es ist jetzt kein Ölgemälde oder irgendwas anderes.

00:02:23.944 --> 00:02:26.344
Also gezeichnet.

00:02:28.584 --> 00:02:31.504
Ja und dann ist es so, hat man so das Gefühl, kennst du das,

00:02:31.584 --> 00:02:35.004
wenn man früher durch die Innenstädte lief, da war immer einer, der so für...

00:02:37.029 --> 00:02:40.889
Für 5 Mark damals und heute vielleicht für 5 Euro, so ein schnelles Porträt

00:02:40.889 --> 00:02:43.729
von dir gefertigt. Das ist so ein schnelles Porträt, finde ich.

00:02:44.109 --> 00:02:46.629
Also wahrscheinlich hat er viel länger dafür gebraucht. Das ist ein schnelles

00:02:46.629 --> 00:02:50.389
Porträt. Schnell findest du, weil summarisch so sehr angedeutet.

00:02:50.649 --> 00:02:53.589
Genau, also nicht ausgearbeitet.

00:02:55.669 --> 00:03:01.109
Interessant ist, das Haar sieht so aus wie, wenn man so ein mittelalterer Herr,

00:03:01.249 --> 00:03:04.829
so wie, na, wir beide haben sehr viel Haar, aber die nicht mehr so viel Haar haben.

00:03:05.289 --> 00:03:09.469
Also wo das Haar dünner wird. Und wenn dann die Haare nass sind und man kämmt

00:03:09.469 --> 00:03:15.069
die einmal so rüber, dann sind die einmal so über den Scheitel rübergelegt,

00:03:15.389 --> 00:03:17.849
sodass der Scheitel nicht allzu hoch ist.

00:03:18.509 --> 00:03:22.569
Da muss man sagen, bei Edvard Munch offensichtlich ein sehr schmaler Mensch,

00:03:22.689 --> 00:03:26.369
ein sehr dünner Mensch, weil das Gesicht ist sehr, sehr dünn.

00:03:28.855 --> 00:03:32.995
Alles ist so ein bisschen angedeutet, also schon klar zu sehen,

00:03:33.235 --> 00:03:36.055
angedeutet, aber zum Beispiel, der Schnurrbart, hat der jetzt einen richtigen

00:03:36.055 --> 00:03:40.015
Schnurrbart gehabt oder war der an dem Tag nur wie ich heute ein bisschen unrasiert,

00:03:40.095 --> 00:03:41.475
weil das sieht so ein bisschen aus wie,

00:03:42.055 --> 00:03:45.655
also es ist kein richtiger Schnurrbart, aber es ist auch nicht komplett rasiert.

00:03:45.655 --> 00:03:49.115
Und dann ist natürlich das Entscheidende wieder dieser Blick,

00:03:49.515 --> 00:03:52.915
das finde ich interessant, man würde ja bei so einem Porträt,

00:03:53.155 --> 00:03:57.855
auf das man direkt drauf könnte denken, der Mensch guckt dich auch direkt an, aber es ist nicht.

00:03:57.855 --> 00:04:02.855
Er hat, man denkt es, gefühlt ist es mit dem rechten Auge, also von ihm aus

00:04:02.855 --> 00:04:06.535
gesehen rechts, von uns aus gesehen links, das rechte Auge guckt mich an,

00:04:06.735 --> 00:04:11.795
das linke Auge guckt an mir vorbei, ohne dass der jetzt irgendwie schielt oder so.

00:04:11.895 --> 00:04:20.195
Und insgesamt ist es so ein, es ist auch ein Blick, der aus meiner Sicht jetzt nichts aussagt.

00:04:20.355 --> 00:04:23.335
Ich würde jetzt sagen, ist der jetzt, nein, der ist nicht glücklich,

00:04:23.475 --> 00:04:25.635
der ist aber auch nicht unglücklich. Ist der fröhlich? Nein,

00:04:25.715 --> 00:04:26.215
der ist aber auch nicht unfröhlich.

00:04:27.035 --> 00:04:32.655
Ernst? Ist er ernst? Oder ist es einfach nur so so ein Moment,

00:04:32.755 --> 00:04:37.195
wo du der Moment, in dem du nicht damit rechnest, fotografiert zu werden,

00:04:37.335 --> 00:04:38.055
könnte so ein Moment sein.

00:04:38.075 --> 00:04:41.415
Wo man einfach so vor sich hin guckt und vor sich hin drümmelt.

00:04:41.755 --> 00:04:44.075
Interessant finde ich noch den Hals, weil der Hals ist sehr,

00:04:44.195 --> 00:04:46.775
also unterhalb des Kindes wird die.

00:04:48.915 --> 00:04:53.695
Farbe auf einmal wieder kräftiger. Der Pinselstrich ist so ein bisschen wie bei den Haaren oben.

00:04:54.075 --> 00:04:56.835
Obwohl er ja da unten keine Haare hat. Es sieht aus, als würde er so ein Tuch

00:04:56.835 --> 00:04:59.055
tragen. und dann wird es nochmal wieder hell.

00:05:00.155 --> 00:05:04.075
Das passt aber ganz gut, weil der Kopf dadurch noch gut zur Geltung kommt.

00:05:04.155 --> 00:05:09.515
Interessant ist, warum dieses angedeutete Stück vom Hals überhaupt da sein muss,

00:05:09.595 --> 00:05:11.955
weil es hätte vielleicht ja auch nur, wie wir kurz vorstellen,

00:05:12.095 --> 00:05:14.575
nur der Kopf gereicht. Das hätte auch funktioniert.

00:05:14.975 --> 00:05:18.135
Aber jetzt bin ich gespannt. Erstens, warum hast du dieses Bild ausgesucht?

00:05:18.455 --> 00:05:21.795
Und zweitens, warum zum Thema Zeit? Ja.

00:05:22.545 --> 00:05:26.865
Und aus welchem Jahr ist dieses Bild? Natürlich, das ist wichtig. Das steht oben rechts.

00:05:27.105 --> 00:05:31.265
Ah, 1895, Entschuldigung. So ist es, genau. Das ist auch das Jahr der Entstehung.

00:05:31.405 --> 00:05:34.725
Lustigerweise sogar das Jahr, in dem dieses Werk in die Hamburger Kunsthalle aufgenommen wurde.

00:05:35.165 --> 00:05:39.225
Da hat der damalige Direktor Lichtwag und seine Kuratoren schnell zugegriffen. Das war ein Blatt.

00:05:39.945 --> 00:05:41.445
Das ist übrigens, weil ich vorhin gesagt habe, eine Zeichnung.

00:05:41.845 --> 00:05:45.885
Dies hier ist ein Druck, aber es ist tatsächlich natürlich die Vorzeichnung. War eine Zeichnung.

00:05:46.305 --> 00:05:50.225
Und du lagst richtig. Also das ist Kreide- und Pinsellithographie.

00:05:50.865 --> 00:05:54.425
Also das heißt, das ist ein Werk aus der Zeichenkunst auf Papier,

00:05:54.525 --> 00:05:58.065
das wollte ich damit sagen. Genau, also warum habe ich damit Zeit assoziiert?

00:05:59.085 --> 00:06:02.925
Die erste Assoziation war unten diese Knochen. Die sind ja ganz interessant.

00:06:03.225 --> 00:06:05.905
Das sind Knochen, ne? Das sind Knochen und zwar, du siehst Elle und Speiche,

00:06:06.185 --> 00:06:08.165
das ist das, was dein Unterarm so hat.

00:06:08.285 --> 00:06:11.765
Stimmt und ich sehe was, was du nicht siehst. Man sieht vorne die Hand, die Handknochen.

00:06:12.385 --> 00:06:16.565
Und jetzt ist natürlich die erste Frage, warum gerade das? Die Antwort ist, das ist ein Maler.

00:06:16.645 --> 00:06:22.345
Was ist sein Werkzeug oder was braucht er neben Kopf? und Herz mit am meisten,

00:06:22.485 --> 00:06:24.605
das ist die Arm, die Hand.

00:06:25.245 --> 00:06:29.445
So, und dann, also, Zeit beschäftigt mich ja lange. Ich weiß nicht,

00:06:29.505 --> 00:06:32.005
wir haben ja vor langer Zeit mal über die Gegenwart philosophiert,

00:06:32.045 --> 00:06:32.985
wenn du dich vielleicht erinnerst.

00:06:33.305 --> 00:06:35.725
Damals hatte ich, glaube ich, diesen Spruch meines Sohnes zum Besten gegeben,

00:06:36.025 --> 00:06:39.225
den ich gefragt habe, was ist dir die Gegenwart? Dann hat er nicht lange nachgedacht

00:06:39.225 --> 00:06:40.785
und gesagt, das ist die längste Zeit.

00:06:41.225 --> 00:06:44.305
Das habe ich erst nicht verstanden. Und dann habe ich die Literatur gelesen

00:06:44.305 --> 00:06:48.145
und die sagte, na klar, die Gegenwart, das ist das nie endende Jetzt.

00:06:48.625 --> 00:06:53.525
So, jetzt hast du das Jahr 1895, der Moment, in dem das hier entstanden ist.

00:06:53.665 --> 00:06:57.345
Ein relativ junger Mensch, der ist 32 Jahre zu dem Zeitpunkt,

00:06:57.845 --> 00:07:00.245
malt sich im schwarzen Feld.

00:07:00.325 --> 00:07:06.385
Er selber hat ja dieses tiefschwarze Feld um sich herum keinesfalls frohgemut, sondern ernst bis zu.

00:07:06.953 --> 00:07:12.273
Und leicht, wie soll man sagen, melancholisch blickend, da drunter schon der

00:07:12.273 --> 00:07:17.213
skelettierte Teil seines Werkzeuges, oben die Jahreszahl.

00:07:17.513 --> 00:07:22.113
All das ist, was mir eben zuerst eingefallen ist, das ist Bedenke,

00:07:22.173 --> 00:07:25.973
dass du sterblich bist. Für uns ist ja die Zeitmessung, also niemand von uns

00:07:25.973 --> 00:07:29.153
kann sich ja Unendlichkeit vorstellen, geht ja gar nicht, weder räumlich noch zeitlich.

00:07:29.293 --> 00:07:31.713
Unsere Vorstellung ist ja sehr von unserem eigenen Leben geprägt.

00:07:31.793 --> 00:07:34.753
Wir gucken jetzt auf irgendwie so 50 plus Jahre Leben zurück.

00:07:34.893 --> 00:07:35.753
Wir können das einordnen.

00:07:35.933 --> 00:07:37.953
Ich zum Beispiel, wenn ich überlege, wo war ich 1995?

00:07:39.353 --> 00:07:43.653
Da war ich noch nicht ganz 30, also etwas jünger als er 100 Jahre früher.

00:07:44.033 --> 00:07:46.773
Und was habe ich zu dem Zeitpunkt gemacht? Vielleicht meine erste Krise auch

00:07:46.773 --> 00:07:52.553
schon gehabt, weil so Mitte 30 merkt man plötzlich, ah, hier ist diese Unbeschwertheit,

00:07:52.553 --> 00:07:54.993
Die Zeitlosigkeit der Kindheit und der Jugend ist vorbei.

00:07:55.653 --> 00:07:59.753
Und so um die Zeit stellt man plötzlich fest, stopp, da ist ein Ende.

00:08:00.213 --> 00:08:05.733
Das war so schlimm. Da hat man, als ich 30 wurde, hat eine ansonsten liebe Kollegin

00:08:05.733 --> 00:08:10.973
in der Redaktion mir gratuliert mit dem Satz, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag 30.

00:08:11.653 --> 00:08:16.813
Das war das erste Mal, dass ich mir bewusst wurde, dass ich mir der Endlichkeit bewusst wurde.

00:08:16.893 --> 00:08:20.413
Das ist aber mal ein schönes Geburtstagsgeschenk.

00:08:20.533 --> 00:08:23.073
Dankeschön. Ist aber auch gleichzeitig natürlich was ganz Tolles,

00:08:23.173 --> 00:08:25.493
denn auf einmal ermisst man diese Zeit und Rhythmen.

00:08:25.653 --> 00:08:29.153
Also wo ich ja mit meinen Kindern auch viel rede, ist eben die Frage der Unendlichkeit

00:08:29.153 --> 00:08:32.653
und dass wir uns ja nicht vorstellen können, was Unendlichkeit ist.

00:08:32.753 --> 00:08:36.213
Wir unterstellen immer, dass irgendwann der Raum ein Ende haben muss,

00:08:36.293 --> 00:08:38.313
weil das ist nur das, was wir kennen. Wir kennen nur Endlichkeit.

00:08:40.028 --> 00:08:46.828
Auch nur eine Form von Messeinheit, die halt der vollkommen klare Ausrichtung an unserem Leben ist.

00:08:47.048 --> 00:08:51.328
Deswegen habe ich gedacht, ich bringe hier mal den Chronometer in Lebensform.

00:08:51.568 --> 00:08:53.548
Das ist der Mensch, der sich selber betrachtet.

00:08:53.788 --> 00:08:56.088
Es gibt ja sehr viele Selbstporträts. Ich weiß nicht, hatten wir nicht schon

00:08:56.088 --> 00:08:58.408
mal einen Rembrandt hier? Der berühmteste Selbstporträtmacher.

00:08:58.608 --> 00:09:02.368
Jedes Jahr malte er sich selber und schaute sich beim langsamen Verfallen zu.

00:09:02.968 --> 00:09:07.688
Unbarmherzig, böse. Der fing an als junger Mann und malte sich und malte sich jedes Jahr.

00:09:07.788 --> 00:09:10.908
Und jedes Jahr wurde es schlimmer, bis der der wirklich ein verschatteter,

00:09:11.428 --> 00:09:13.668
sabbernder Greis ist. Aber das zieht er durch.

00:09:14.628 --> 00:09:17.648
Der Edvard Munk ist ja ähnlich schonungslustig selber.

00:09:17.748 --> 00:09:20.548
Der hat ja auch später ein großes Bild, was in der derzeitigen Ausstellung auch

00:09:20.548 --> 00:09:25.188
zu sehen ist, wo er sich nach dem Krankenbett, da sitzt er total verfallen.

00:09:25.648 --> 00:09:29.928
Also Zeit, das ist ja nichts Abstraktes. Es ist auf den Menschen bezogen.

00:09:30.168 --> 00:09:33.128
Ohne uns gäbe es keine Zeit, weil wir sind die, die sie messen.

00:09:33.548 --> 00:09:36.088
Also keine Eidechse kämen auf den Gedanken, die Zeit zu messen.

00:09:36.508 --> 00:09:38.968
Wir wissen natürlich nicht, ob eine Eidechse irgendwie Zeit ermessen kann.

00:09:38.968 --> 00:09:42.748
Aber warum malt er dann sozusagen seine Hand, das versteht man,

00:09:42.828 --> 00:09:47.228
seine skelettierte Arm, weil das sozusagen sein Werkzeug ist und dann nur sein Kopf?

00:09:47.348 --> 00:09:51.108
Das ist die Botschaft, der Maler besteht aus Kopf und Hand?

00:09:51.722 --> 00:09:54.162
Also, das habe ich mich auch gefragt. Ich glaube, die Wirkung,

00:09:54.222 --> 00:09:56.002
weil du gerade gesagt hast, der Hals. Ich glaube, die Wirkung,

00:09:56.122 --> 00:09:57.882
wenn der Kopf wäre, wäre es eine Maske.

00:09:58.002 --> 00:10:01.322
Mit Hals wirst du menschlicher, weil du denkst, dann ist da noch ein restlicher

00:10:01.322 --> 00:10:03.062
Körper dran, den du schon auch noch zum Leben brauchst.

00:10:03.482 --> 00:10:06.322
Aber dass er sich in dieses tiefschwarze Feld, in die Mitte reinmacht,

00:10:06.362 --> 00:10:09.582
wie so eine Erscheinung, wie ein Geist, das ist doch vielleicht auch,

00:10:09.662 --> 00:10:12.102
ich meine, diese Erkenntnis, die du hattest an deinem Geburtstag,

00:10:12.502 --> 00:10:14.622
dass... Die hatte ich nicht, um Gottes Willen. Oder die Ahnung.

00:10:15.682 --> 00:10:19.442
Nein, eine Kollegin hat mir das gesagt. Ja, aber dann kam sie ja offensichtlich.

00:10:19.702 --> 00:10:25.522
Die Ahnung hatte ich schon vorher. Aber ich fand es so völlig unangemessen.

00:10:25.882 --> 00:10:29.022
Da kam so eine ältere Kollegin, auch noch so eine Kettenraucherin.

00:10:30.662 --> 00:10:33.162
Willkommen im Bereich der Sterblichen. Und sagte dann so, ja,

00:10:33.282 --> 00:10:34.582
das war der herzlichen Glückwunsch.

00:10:34.702 --> 00:10:38.522
Das war das erste Mal, wo du denkst, oh nee, Dankeschön. Also eigentlich freut

00:10:38.522 --> 00:10:41.502
man sich ja. 30 ist ja auch irgendwie, ist jetzt nicht schlimm.

00:10:42.442 --> 00:10:44.822
Aber 57 ist auch nicht schlimm. Also schlimm ist gar nichts.

00:10:44.902 --> 00:10:47.622
Ich lerne ja auch zunehmend, dass je älter man wird, desto glücklicher wird man angeblich.

00:10:47.762 --> 00:10:50.342
Vielleicht, weil das auch so ist, dass man dann alles miteinander vergleichen

00:10:50.342 --> 00:10:54.502
kann. Also hier haben wir einen 32-jährigen jungen Mann, der wusste sehr wohl,

00:10:54.562 --> 00:10:57.342
was er wert ist. Zu dem Zeitpunkt ist er schon auf dem Weg, auf dem Erfolgsweg.

00:10:57.722 --> 00:11:00.482
Mitte der 90er Jahre ist Edvard Munch schon jemand, der genau weiß,

00:11:00.862 --> 00:11:03.702
was er kann, was er will und was er wird. Er ist schon was.

00:11:04.102 --> 00:11:06.282
Und trotzdem malt er sich, jetzt gucken wir wiederum zurück,

00:11:06.382 --> 00:11:08.522
der hat den Tod seiner Mutter erlebt, der hat den Tod seiner Schwester erlebt,

00:11:08.602 --> 00:11:10.042
der hat die beide verarbeitet malerisch.

00:11:10.902 --> 00:11:14.142
Und er ist Norweger, das sind ja nicht überschäumende Kalabresen,

00:11:14.262 --> 00:11:17.002
sondern da ist ja schon die Melancholie eingebaut.

00:11:17.362 --> 00:11:20.922
Und so stellt er sich dar. In seinem 32. Lebensjahr,

00:11:21.780 --> 00:11:27.620
Kritisch rausguckend, das ist auch etwas, das Sujet des Selbstporträts ist ihm natürlich bekannt.

00:11:27.920 --> 00:11:30.760
Das erste und berühmteste Selbstporträt der Welt ist Albrecht Dürer,

00:11:30.820 --> 00:11:33.560
der sich selber malt und unten so ein kleines Kästchen hin macht und schreibt,

00:11:33.640 --> 00:11:35.100
das bin ich im Alter von so und so.

00:11:36.440 --> 00:11:40.900
Und auch mehrfach hat er sich so gemalt, dreimal glaube ich mindestens. Und das tut er ja hier.

00:11:41.100 --> 00:11:44.080
Er schreibt jetzt oben seinen Namen rein, er schreibt die Jahreszahl rein und

00:11:44.080 --> 00:11:47.320
dann ist klar, also jedem halbwegs eingeweihten Kunstmenschen,

00:11:47.440 --> 00:11:52.000
ah, das ist Edvard Munch, der sich da selber macht. Und unten macht er halt eben das Ende.

00:11:52.580 --> 00:11:57.560
Also hier sind die Blühne 32 und unten hast du schon mal, also so sieht er heute aus.

00:11:57.840 --> 00:12:01.360
Ist es nicht auch so, wenn man sich das Bild jetzt, die Konstruktion des Bildes

00:12:01.360 --> 00:12:05.080
anguckt, dann hast du oben den Namen und die Jahreszahl,

00:12:05.160 --> 00:12:13.140
wo so ein weißer Rahmen damit gesetzt wird und unten setzt der Knochen ja auch so einen weißen Rahmen.

00:12:13.760 --> 00:12:16.640
Also weil sonst würde das Bild ja nach unten so wegfließen. Das ist kompositorisch,

00:12:16.860 --> 00:12:21.000
genau, nachvollziehbar. Er malt den eigenen Rahmen, er gibt sich auch einen Rahmen.

00:12:21.380 --> 00:12:25.680
Auch das ist ja wiederum ein Bild, fasst ja meistens eine Idee in Bildform zusammen.

00:12:25.880 --> 00:12:28.740
Und die Idee ist hier natürlich, ein Bild von sich zu geben,

00:12:29.220 --> 00:12:31.620
eine Selbstvergewisserung, das machen ja auch viele Künstler.

00:12:33.180 --> 00:12:39.200
Das ist toll als Künstler. Ich meine, guckst du gerne Fotos von dir aus dem Jahr 1989 an?

00:12:39.680 --> 00:12:45.060
Das ist eine ganz andere Sache, wenn man sich, der weiß, wenn er sich später

00:12:45.060 --> 00:12:49.100
mit 60, der ist ja sehr alt geworden, das angeguckt, dann erinnert er sich vielleicht

00:12:49.100 --> 00:12:53.420
dessen, was da war und wie er sich gefühlt hat und darum geht es ja auch,

00:12:53.500 --> 00:12:54.540
das ist die Messleute für die Zeit.

00:12:54.540 --> 00:12:58.600
Aber das ist ja so insgesamt, ich habe mit meiner Frau noch einmal darüber gesprochen,

00:12:58.760 --> 00:13:02.000
von der ich dann sagte, dass wir die sahen ein Bild und sagte, was ist das denn?

00:13:02.100 --> 00:13:04.500
Sag ich ja, wir sprechen oft über Selbstporträts und meine Frau sagte,

00:13:04.680 --> 00:13:10.020
ich verstehe nicht, wie kann man sich selber malen, wie selbstverliebt muss man sein?

00:13:10.420 --> 00:13:15.880
Und da habe ich so gedacht, das ist vielleicht auch so, so ein bisschen ist da was.

00:13:16.040 --> 00:13:19.540
Du malst dann ein Bild von dir und hängst es vielleicht noch zu Hause auf.

00:13:20.304 --> 00:13:24.064
Auf die Idee muss man erst mal kommen. Ja, wir haben bei uns zu Hause auch Bilder

00:13:24.064 --> 00:13:26.444
der Familie hängen. Aber das ist was anderes, finde ich.

00:13:26.924 --> 00:13:30.564
Man stelle sich jetzt vor, es würde ein einsames Bild von mir da hängen.

00:13:30.704 --> 00:13:32.784
Mit 30, mit 30 aussah oder mit 40.

00:13:34.164 --> 00:13:39.224
Also da ist was dran. Aber du würdest dir auch nicht ein großformatiges Fotografieporträt

00:13:39.224 --> 00:13:40.724
von dir über deinen Schreibtisch hängen.

00:13:41.144 --> 00:13:44.804
Das würde ich sagen, fällt in die Kategorie selbstverliebt. Also bei Künstlern

00:13:44.804 --> 00:13:48.384
ist was anderes, behaupte ich jetzt mal. Aber ich möchte nicht total bestreiten,

00:13:48.404 --> 00:13:51.804
was deine Frau sagt, dass sich mit sich selber zu beschäftigen,

00:13:51.844 --> 00:13:53.104
da gibt es vielleicht noblere Beschäftigung.

00:13:53.204 --> 00:13:56.244
Auf der anderen Seite, auch Schriftsteller können sich ja nur mit sich selbst

00:13:56.244 --> 00:13:58.144
beschäftigen. Die meisten Leute wollen ja eigentlich genau wissen,

00:13:58.244 --> 00:14:00.424
ob das, was ein Schriftsteller beschreibt, nicht vielleicht wirklich erlebt sei.

00:14:00.824 --> 00:14:04.464
Also wenn es totale Fiktion ist, dann muss es schon wahnsinnig gut erzählt sein.

00:14:04.564 --> 00:14:06.844
Also bei Tolstoy, glaube ich, fragt niemand nach, ob das Tolstoy ist,

00:14:07.244 --> 00:14:10.264
ob da was von dem selber ist, weil es so gigantisch gut erzählt ist.

00:14:10.744 --> 00:14:14.064
Bei Daniel Kehlmann, wenn wir schon wissen, hat er es, na, der erzählt auch gut, Entschuldigung.

00:14:14.584 --> 00:14:17.624
Also da möchte man aber jedenfalls deutlich mehr wissen, ist das jetzt vielleicht

00:14:17.624 --> 00:14:19.324
selber erlebt? War er da? Hat er das so gemacht?

00:14:19.764 --> 00:14:22.544
Und bei Malern oder bei Zeichnern oder bei Künstlern ist es ja so,

00:14:23.044 --> 00:14:26.824
sie sind ja ein Teil, sie verstehen sich als Teil der Gesellschaft und geben

00:14:26.824 --> 00:14:28.964
etwas von sich wieder, wo andere sich wiedererkennen.

00:14:29.244 --> 00:14:35.244
Du musst ja als Heranwachsender auch irgendwie, du brauchst ja immer Vorbilder,

00:14:35.984 --> 00:14:37.584
Leute, die etwas für dich getan haben.

00:14:37.704 --> 00:14:40.464
Und das, den Zweck erfüllt in meinem Augenso-Selbstbruch. Aber das wäre interessant,

00:14:40.604 --> 00:14:46.644
weißt du das? Mich würde interessieren, gucken sich Künstler dann permanent

00:14:46.644 --> 00:14:48.384
ihre eigenen Bilder nochmal an?

00:14:49.284 --> 00:14:52.364
Lesen Schriftsteller sich permanent ihre eigenen Bücher nochmal durch?

00:14:52.664 --> 00:14:56.704
Wo ich das so ein bisschen, glaube ich, erahnen kann, ist bei unserem gemeinsamen

00:14:56.704 --> 00:15:01.504
Lieblingskünstler Udo Lindenberg, der tatsächlich so einen Hang dazu hat,

00:15:01.564 --> 00:15:02.984
immer wieder sich selbst zu malen.

00:15:03.204 --> 00:15:06.324
Und von dem auch Leute, die ihn gut kennen, erzählen, der sitzt auch abends

00:15:06.324 --> 00:15:10.144
mal gern da und guckt sich eine Aufzeichnung vom Konzert von sich an und freut sich,

00:15:10.852 --> 00:15:14.992
An sich. Was ja an sich, vielleicht muss man auch so sehr, wenn man so sehr

00:15:14.992 --> 00:15:18.092
von sich überzeugt ist, dass man sich selber malt und sich selber in den Mittelpunkt

00:15:18.092 --> 00:15:21.012
stellt, vielleicht kann man dann auch erst andere Leute von sich überzeugen.

00:15:21.332 --> 00:15:24.732
Sich selbst zu malen, hätte ich jetzt gar nicht so, also seine eigenen Sachen

00:15:24.732 --> 00:15:28.192
zu gucken, vielleicht auch Selbstkritik, um zu gucken, wo würde man was anderes besser machen.

00:15:28.612 --> 00:15:30.532
Ich höre diesen Podcast schon auch hin und wieder, um zu schauen,

00:15:30.592 --> 00:15:34.952
ob ich mich nicht zu schrecklich verlabere und erschaudere hin und wieder mal heimlich.

00:15:36.052 --> 00:15:39.032
Sich selbst zu malen, wie es der Udo Lindenberg macht, er steht ja für eine

00:15:39.032 --> 00:15:42.592
Idee, wir sprechen ja bei Gelegenheit darüber, wenn ich das richtig sehe.

00:15:43.232 --> 00:15:49.072
Das heißt, ich würde jetzt sagen, ich würde nicht zuerst Selbstbezogenheit assoziieren,

00:15:49.192 --> 00:15:51.032
sondern tatsächlich, das ist eine Metapher.

00:15:51.192 --> 00:15:55.312
Also Udo Lindenberg steht für eine bestimmte Form zu leben, eine bestimmte Form

00:15:55.312 --> 00:15:59.592
Künstler zu sein und diese Figurinen, die er von sich malt, das ist glaube ich sowas.

00:16:00.499 --> 00:16:04.439
Der Munk malt ja sich sehr unterschiedlich, aber auch sehr oft.

00:16:04.619 --> 00:16:08.339
Also da gibt es eine ganze Serie, der wurde verlassen von seiner Schauspielerfreundin.

00:16:08.819 --> 00:16:12.279
Und da malt er sie in ihrer glänzenden Schönheit, wie sie so lächelnd vor ihm

00:16:12.279 --> 00:16:15.519
steht und ihn als so bedröppelten in sich zusammengesackten.

00:16:16.519 --> 00:16:18.859
Da malt er sich nicht schön, sondern im Gegensatz, er malt sich,

00:16:18.959 --> 00:16:22.079
wie er sich fühlt. Hatten wir das Bild nicht sogar schon mal oder so was Ähnliches?

00:16:22.559 --> 00:16:25.719
Das kommt mir gerade so sehr bekannt vor. Ich habe dieses Bild schon so oft

00:16:25.719 --> 00:16:27.659
angeruckt. Das kann sein, dass wir sie gehabt haben. Das ist nicht schlimm.

00:16:29.079 --> 00:16:33.619
Ja, wir hatten ja schon. Ich glaube, ja. Ich werde das nachprüfen und das wahrscheinlich

00:16:33.619 --> 00:16:35.719
wissen dann Zuhörerinnen sowieso besser.

00:16:36.559 --> 00:16:40.099
Also, er steht für etwas da.

00:16:40.259 --> 00:16:42.819
In dem Fall für dieses Gefühl von Verlassen worden sein. Und das ist,

00:16:42.879 --> 00:16:45.419
glaube ich, auch, das können Männer wie Frauen gleichermaßen fühlen,

00:16:45.459 --> 00:16:46.439
wenn man verlassen worden ist.

00:16:48.359 --> 00:16:53.119
Danach ist das Selbstbewusstsein erstmal rotten. Und das hat er ziemlich gut dargestellt.

00:16:53.339 --> 00:16:56.899
Und hier ist dasselbe. Hier malt sich ein an und für sich auf der Siegerstraße

00:16:56.899 --> 00:16:58.939
findlicher junger Maler.

00:16:59.459 --> 00:17:02.039
Schon ordentlich ausgestellt, schon ordentlich Skandärchen hinter sich,

00:17:02.239 --> 00:17:07.699
gute Sammler, schon Geld beieinander, malt er sich in diesem schwarzen Ambiente,

00:17:07.979 --> 00:17:09.399
in der Blüte seiner Jahre.

00:17:09.619 --> 00:17:16.899
Aber für uns ist das Jahr 1895 schon 130 Jahre alt. Das ist schon sehr, sehr lang vorbei.

00:17:17.179 --> 00:17:20.119
1944 ist er gestorben. Von dem ist nicht mal mehr der Unterarm so da,

00:17:20.179 --> 00:17:22.359
wie er da ist. Er ist verschwunden.

00:17:22.819 --> 00:17:26.799
Das ist für mich, glaube ich, die stärkste Form von Zeit. Noch habe ich Angst

00:17:26.799 --> 00:17:29.859
vor dem Tod. Mir wird immer gesagt, das ergibt sich dann mit dem Alter.

00:17:30.039 --> 00:17:32.619
Aber immer wieder, wenn ich mal kurz eine Jahreszahl angucke,

00:17:32.679 --> 00:17:36.459
die über die 100 hinausgeht und ich dann relativ mit hoher statistischer Sicherheit

00:17:36.459 --> 00:17:39.399
sagen kann, da werde ich nicht mehr sein, erschrecke ich.

00:17:40.379 --> 00:17:43.819
Was ja völlig normal ist, oder? Ist aber schrecklich, oder? Kannst du dir vorstellen,

00:17:43.859 --> 00:17:45.499
nicht zu sein? Ja, das ist schwierig. Und das ist Zeitlichkeit.

00:17:45.499 --> 00:17:46.299
Ja, das ist Zeitlichkeit.

00:17:46.479 --> 00:17:51.119
Aber interessant ist, dass du das bei diesem Bild hätte ich mit Zeitlichkeit,

00:17:51.299 --> 00:17:52.399
na gut, wegen dieser Knochen.

00:17:52.999 --> 00:17:57.739
Aber am Ende ist es irgendwie tatsächlich, Wäre ich jetzt, wenn man so auf dieses Thema, naja...

00:17:58.618 --> 00:18:01.418
Die Eitelkeit ist auch zu weit geplant. Weißt du, was ich meine?

00:18:01.838 --> 00:18:05.158
Diese Maler, die sozusagen die berühmten Maler,

00:18:05.758 --> 00:18:09.518
die nicht nur berühmte Maler sind, indem sie das, was sie malen,

00:18:09.578 --> 00:18:12.778
malen, sondern die sich dann auch noch selber malen und das sozusagen doppelt

00:18:12.778 --> 00:18:15.818
ist, weil sie sagen, einerseits zeigt es den berühmten Maler und andererseits

00:18:15.818 --> 00:18:17.278
ist es von den berühmten Malern gemalt.

00:18:17.878 --> 00:18:20.698
Dass dieses Genre sich so durchgesetzt hat. Das finde ich interessant,

00:18:20.778 --> 00:18:22.138
dass nie jemand mal aufgeschrien hat.

00:18:22.458 --> 00:18:25.658
Aber vielleicht ist es auch in unserer Zeit nur so, ach, was macht er denn da?

00:18:25.778 --> 00:18:29.318
Oh, ist das eingebildet? Oh, ist das arrogant und so. Aber bei Selfies fragt

00:18:29.318 --> 00:18:31.818
das doch auch niemand. Selfies sind die Kategorie unserer Zeit.

00:18:32.158 --> 00:18:36.858
Übrigens das berühmte Selbstporträt von Albrecht Dürer, das gilt als das erste

00:18:36.858 --> 00:18:39.178
Künstlerselbstporträt, was gleichzeitig manifestiert.

00:18:39.258 --> 00:18:42.518
Das ist sozusagen der Beginn der Renaissance in Europa.

00:18:42.978 --> 00:18:45.898
Und die Renaissance, das ist unter anderem die Entdeckung des Individuums.

00:18:45.898 --> 00:18:50.698
Und in dem sich der Mensch Albrecht Dürer selbst da malt, sehr,

00:18:50.798 --> 00:18:52.778
sehr, also mit feinem Pelz, mit Locken.

00:18:52.938 --> 00:18:58.718
Er schaut den Betrachterinnen direkt ins Auge und er hält die Hand und das ist

00:18:58.718 --> 00:18:59.578
das Ding, mit dem er malt.

00:18:59.838 --> 00:19:04.698
Dieses Bild ist jetzt 530 Jahre ungefähr alt.

00:19:05.158 --> 00:19:10.078
Also das ist der ewig junge Dürer, der sich auch, hat er sich im Alter,

00:19:10.198 --> 00:19:12.638
jetzt bin ich gerade überfragt, der hat sich, glaube ich, auch im Alter gezeigt.

00:19:12.638 --> 00:19:16.078
Aber dieses Bild, das hat überdauert. Das heißt, es wird ewig.

00:19:16.598 --> 00:19:19.978
Das Bild von Dürer, das ist dieser junge Mann mit den langen Haaren,

00:19:20.198 --> 00:19:22.138
der sieghaft in die Zukunft rückt.

00:19:22.798 --> 00:19:26.538
Die Zeit ist überwunden damit. Ähnlich wie, keine Ahnung, Köpfe von Alexander

00:19:26.538 --> 00:19:30.958
dem Großen, den ich zufälligerweise als namensähnlich mir immer eingeprägt habe.

00:19:31.178 --> 00:19:35.158
Das ist ein jugendlicher Kerl, der ist ja ein bisschen über 30 nur geworden,

00:19:35.258 --> 00:19:40.138
der war die halbe Welt mit Krieg überzogen und starb dann an irgendeiner Krankheit,

00:19:40.178 --> 00:19:42.758
glaube ich, an einem üppigen Hof.

00:19:43.198 --> 00:19:46.358
Aber übrig geblieben ist dieses Bild eines jugendlichen sieghaften Menschen.

00:19:46.618 --> 00:19:48.678
Auf diesem Bild hat er keinen Durchfall, ist er nicht krank,

00:19:49.985 --> 00:19:52.925
Das letzte Bild eines Toten, das ist die Obsession des 19.

00:19:53.045 --> 00:19:58.425
Jahrhunderts, da werden gerne Tote verbleichend, also das fing dann,

00:19:58.485 --> 00:20:02.045
glaube ich, in Bonaparte, dass der auf seinem Totenbett gezeichnet wurde,

00:20:02.425 --> 00:20:04.645
wiedergegeben wird, wie der bleichter liegt, das ging durch das 19.

00:20:04.765 --> 00:20:09.365
Jahrhundert, am liebsten malte man den entschwebenden, entgeistigten Napoleon.

00:20:09.365 --> 00:20:16.425
Also diese Form von Zeitdarstellung, von Zeitüberwinden durch ewige Jugendlichkeit

00:20:16.425 --> 00:20:20.085
ist doch… Absolut, nein und natürlich,

00:20:20.265 --> 00:20:24.465
du hast mit einem Wort alle meine Argumente,

00:20:24.785 --> 00:20:28.425
meine Argumentationen hinfortgefegt, das ist das Thema Selfie.

00:20:29.225 --> 00:20:31.725
Weil ich meine, letztendlich leben wir, wenn man ganz ehrlich ist,

00:20:32.045 --> 00:20:35.505
in dem Zeitalter der Selbstporträts, oder?

00:20:36.045 --> 00:20:39.405
Also jeder kann von sich ein Bild machen und es verbreiten. Und tut es auch.

00:20:40.925 --> 00:20:45.265
Denk mal daran, wenn man jetzt ganz früh, beim Fußball oder beim Tennis oder

00:20:45.265 --> 00:20:47.805
bei einer großen Sportveranstaltung, was haben die Leute versucht?

00:20:47.905 --> 00:20:49.465
Die haben versucht, ein Autogramm zu kriegen.

00:20:49.685 --> 00:20:52.305
Das gibt es heute auch noch, aber die meisten wollen kein Autogramm.

00:20:52.405 --> 00:20:54.645
Die wollen ein Foto von sich mit dem Menschen.

00:20:54.805 --> 00:20:59.665
Und es geht nicht um den Menschen, sondern es geht darum, ich und also gleich

00:20:59.665 --> 00:21:03.845
muss man sagen, ich und der Mensch, um und dann auch nicht, um das für sich

00:21:03.845 --> 00:21:08.185
selber zu behalten, sondern um das allen zu zeigen. So, guck mal, ich habe den getroffen.

00:21:08.945 --> 00:21:11.745
Darum geht es eben. Es ist also noch viel, viel stärker ausgeprägt,

00:21:11.825 --> 00:21:14.605
als es jemals war. Und wenn du es jetzt weiterdrehst, dann ist es so ein bisschen,

00:21:14.665 --> 00:21:16.765
ich lebe. Genau. Und das ist mein Umfeld.

00:21:17.265 --> 00:21:22.425
Das ist ja auch, also Bilder sind einfach was total Tolles, weil sie halten ja eine Zeit fest.

00:21:22.705 --> 00:21:25.725
Jedes Bild ist auch das Dokument des Moments, in dem es entstanden ist.

00:21:25.985 --> 00:21:29.345
Und wir hatten ja schon, keine Ahnung, alle möglichen Bilder aus allen möglichen Zeiten.

00:21:29.525 --> 00:21:33.285
Und alle haben eins gemeinsam, als sie entstanden sind, waren sie knackneu. Und diese,

00:21:33.445 --> 00:21:37.065
vielleicht habe ich deswegen Kunstgeschichte studiert, weil du hast die ganze

00:21:37.065 --> 00:21:40.845
Zeit mit Artefakten zu tun, die mal neu waren und es nicht mehr sind und du

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hast jetzt mit Artefakten zu tun, die jetzt vielleicht neu sind,

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aber irgendwann es nicht mehr sein werden und das ist sehr faszinierend.

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Wird man eines Tages in der Kunsthalle auch das erste Selfie ausstellen?

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Also Selfie im Sinne von tatsächlich Kunst, die mit einem Smartphone gemacht wurde, bestimmt.

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Also es gibt ja, also wir sind ja mittlerweile umgeben von Kunstformen,

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die sehr stark und sehr schnell reagieren auf die Gegenwart.

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Und ich bin mir sicher, es gibt schon Künstler, die mit dem Genre Selfie agieren,

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weil es ja eben auch eine Bildformel ist, die unglaublich erkennbar ist.

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Selfies machen Leute in Ostsibirien, in Australien, in Südamerika.

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Das Ding hat sich so blitzschnell, mit der Erfindung des Smartphones und der

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Erfindung des Fotografiergeräts im Smartphone und dieser Umdrehfunktion,

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dass man sich, am Anfang war es nur ein bisschen belächelt.

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Und man hat gedacht, das machen Asiaten, die irgendwie... Ja,

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das war am Anfang so ein bisschen peinlich, wenn man dann tatsächlich so Menschen

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mit so einer langen Stange sah.

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Und heute ist es ja wie selbstverständlich.

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Also praktisch, wir sehen uns ja hier andauernd. Aber wenn jetzt hier Leute

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reinkommen, mit denen ich nur einmal einen Podcast mache, das Erste,

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was sie sagen, können wir erstmal ein Selfie machen.

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Echt? Und dann sagen die ja, ich brauche das für mein... Als Erinnerung an die Momente.

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Nein, ich brauche das für mein Instagram, ich brauche das für mein TikTok,

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ich brauche das für mein Facebook vielleicht noch.

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Also sozusagen, um zu sagen, jetzt war ich da, jetzt habe ich hier diesen Podcast

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gemacht, dieser Podcast kommt gleich.

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Es hat ja auch immer was damit zu tun, also was früher so, wenn man früher eine

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Nachricht schrieb, schreibt man heute, schickt man heute schnell mal ein Selfie.

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Das stimmt, also mein Fotostream hat vor allem so eine Art Tagebuchfunktion.

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Ich weiß, wenn ich gucken will, wo war ich denn dann und dann,

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Da ich jeden Tag bestimmt ein Foto mache und an schlimmen Tagen 40,

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100, ich weiß es nicht, ist der Stream voll und mein CO2-Fußabdruck nicht so dolle.

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Aber ich kann natürlich nachgucken, wo war ich denn am 13. November 2019?

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Kriege ich es schnell raus, weil da habe ich fotografiert und mein Stream sagt es mir.

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Aber hast du viele, so ähnlich geht es mir auch, dass ich es so sagen,

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wie so ein Tagebuch ist das, aber ich bin ganz selten selber drauf. Ich bin nie drauf.

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Mich gibt es gar nicht in unserer Familie. Ich bin derjenige in unserer Familie, der fotografiert.

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Ich werde oft fotografiert, aber auch damit, muss man sich abfinden.

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Natürlich finde ich nicht alle Fotos von mir, die gemacht wurden,

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irgendwie besonders dolle.

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Aber wenn andere sie ausgesucht haben, dann denke ich, okay,

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das wird schon objektiv sein, die Auswahl.

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Von mir kursiert vom ersten Tag ein Foto eines wirklich fröhlich ausgelassenen, lachenden Fotos,

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wie soll man sagen, erwartungsfrohlen Museumsdirektors, wo ich mir denke,

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ja, das war ich in dem Moment.

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Dazwischen liegen aber sehr viele Jahre und harte Arbeit, wo ich nicht immer so gelacht habe.

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Könnte man mich vielleicht bitte einmal nachdenklich sinnend oder so was darstellen?

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Das ist übrigens das Interessante, da können wir auch mal bei Gelegenheit drüber

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sprechen, dass es ja eigentlich ganz viele Menschen gibt, die ich kennengelernt

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habe, die nicht gern fotografiert werden möchten. Also das ist gerade für Journalisten immer schwierig.

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Und trotzdem sind wir jetzt in einer Zeit, wo jeder sich selber auch gern fotografiert,

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wobei man ja meistens bei so einem Selfie auch komisch aussieht.

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Aber man hat natürlich die Kontrolle, man fotografiert sich drei,

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vier, fünf, sechs, sieben Mal und dann löscht man sechs Mal und dieses eine

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Foto, das verteilt man dann an alle anderen.

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Also, Edvard Munch, ein alter 32-Jähriger, muss man auch sagen.

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Mit dünnem Haar. Mit dünnem Haar, also der sah mit 32, hätte man ja auch.

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Also ich hätte ihn jetzt nicht auf 32 geschätzt, ich hätte gesagt,

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das ist jemand, der schon in seinen Ende 40ern, Anfang 50ern ist.

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Aber das liegt vielleicht auch an dem, der Schnurrbart macht ja insgesamt alt,

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obwohl ja heute wieder total en vogue ist.

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Wie viele junge Menschen, Männer ich kenne, die Schnurrbart tragen,

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das ist verrückt. Nächste Woche nochmal was zum Thema Zeit.

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Ich hatte zwei Sachen mir ausgerufen, mir ist noch was anderes zur Zeit eingefallen,

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nämlich der Begriff Traditionskette, der ja auch Zeit in sich hat.

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Damit hast du schon fast, heißt das Buch, heißt das Bild? Das Bild heißt Traditionskette.

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Vielleicht, wenn ich mir das bis nächste Woche merken kann, dann werde ich damit

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auftrumpfen. Vielen Dank fürs Zuhören, bis nächste Woche. Tschüss. Bis dann.

