WEBVTT

00:00:02.417 --> 00:00:07.917
Ich sehe was, was du nicht siehst. Der Podcast über berühmte Bilder mit Alexander

00:00:07.917 --> 00:00:09.957
Klar, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle.

00:00:15.557 --> 00:00:20.757
Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und auch heute sitzt mir Alexander

00:00:20.757 --> 00:00:25.217
Klar, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, gegenüber. Lieber und lieber Alexander,

00:00:25.417 --> 00:00:27.977
heute muss ich nicht lange raten, von wem das ist.

00:00:28.037 --> 00:00:31.137
Es ist nämlich von Maria Lassnig, das Bild.

00:00:31.897 --> 00:00:36.097
Sag uns allen, oder sag all denen, die wie ich so den Namen schon mal gehört

00:00:36.097 --> 00:00:37.377
haben und wissen, das ist irgendwie

00:00:37.377 --> 00:00:40.937
große Kunst, ein bisschen was man über Maria Lassnig wissen muss.

00:00:42.077 --> 00:00:46.157
Vielleicht eine österreichische Künstlerin, vielleicht die österreichische Künstlerin des 20.

00:00:46.317 --> 00:00:50.877
Jahrhunderts, eine jetzt langsam immer mehr entdeckt werdende,

00:00:50.897 --> 00:00:55.797
wobei also in der Kunstwelt ist sie schon lang entdeckt, Und eine große Malerin

00:00:55.797 --> 00:01:01.277
vor allem, ausschließlich Malerin, die etwas geschafft hat.

00:01:02.937 --> 00:01:07.117
Sie ist auf der einen Seite eine Ikone des Feminismus, hat aber das immer weit

00:01:07.117 --> 00:01:08.297
von sich gewiesen selber.

00:01:08.397 --> 00:01:13.437
Das heißt, ich glaube, die wollte nicht vereinnahmt werden durch irgendwelche Stereotypen.

00:01:13.837 --> 00:01:16.977
Und trotzdem ist natürlich die Tatsache, dass sie als Künstlerin tätig ist,

00:01:17.057 --> 00:01:20.677
in einem Feld, in dem sehr viele Männer sind, auch in ihrem Werk enthalten.

00:01:20.677 --> 00:01:28.937
Weil ihr Werk ist kraftvoll, anspruchsvoll, sie erhebt Anspruch.

00:01:29.537 --> 00:01:32.417
Das ist das Thema der Ausstellung, die man jetzt gerade bei uns sehen kann.

00:01:32.557 --> 00:01:35.337
Nämlich Maria Lasnik und Edvard Munch haben wir zueinander geführt.

00:01:35.957 --> 00:01:40.157
Edvard Munch etwas älter als Maria Lasnik. Und Maria Lasnik greift aber ganz

00:01:40.157 --> 00:01:43.157
bewusst dieses große Vorbild auf. Im Übrigen, sie greift mehrere Vorbilder auf.

00:01:43.257 --> 00:01:47.377
Sie verweist, ihre Vorbilder sind Velazquez, Van Gogh und Edvard Munch.

00:01:48.372 --> 00:01:54.132
Drei Männer, lustigerweise, was für eine große Frau kein Problem ist, die tolerant ist.

00:01:54.672 --> 00:01:58.192
Und das ist aber auch der Anspruch, den sie gestellt hat. Und sie hat eben durch das 20.

00:01:58.352 --> 00:02:04.692
Jahrhundert hinweg gemalt, war in New York, hat in Wien gelebt und hat einen

00:02:04.692 --> 00:02:10.192
Body of Work geschaffen, der heute Kultstatus genießt.

00:02:10.272 --> 00:02:15.332
Also die ist wirklich eine der weltberühmtesten Malerinnen des 20. Jahrhunderts.

00:02:16.832 --> 00:02:20.392
In welchem Verhältnis sind Munch und Lassnig bei euch ausgestellt,

00:02:20.512 --> 00:02:24.472
die Werke? Halbe, halbe. Halbe, halbe, tatsächlich. Vor allem ihre Bilder sind größer.

00:02:25.512 --> 00:02:28.172
Was bedeutet in der Kunst? Und die Ausstellung heißt wie?

00:02:30.172 --> 00:02:34.512
Malfluss ist gleich Lebensfluss. Maria Lassnig, Edvard Munch ist der Headliner.

00:02:34.692 --> 00:02:38.832
Und ich beschreibe jetzt mal das erste Bild, was mir deshalb auffällt, weil es etwas hat.

00:02:38.872 --> 00:02:42.432
Man sieht, ob du auch drauf kommst, weil es etwas hat, was gar nicht so oft

00:02:42.432 --> 00:02:47.232
bei den Bildern ist, die du mitgebracht hast. Was hat es, was ungewöhnlich ist?

00:02:48.192 --> 00:02:51.412
Was hat es, was ungewöhnlich ist? Nicht zu viel verraten natürlich jetzt.

00:02:51.412 --> 00:02:55.012
Ich ahne fast, du spielst auf die Doppelbildlichkeit an, die da drin ist. Ja, das auch.

00:02:55.132 --> 00:02:58.872
Aber vor allen Dingen ist es ja so, letztendlich ist es, wir haben vergangenes

00:02:58.872 --> 00:03:02.152
Mal darüber gesprochen, über ein weißes Blatt Papier, eine Leinwand,

00:03:02.252 --> 00:03:04.252
die zunächst völlig jungfräulich da liegt.

00:03:04.572 --> 00:03:07.772
Und es ist ganz schön viel, also es ist so ein Hochformat, das wollen ja die

00:03:07.772 --> 00:03:09.492
Hörer und Hörer immer wissen, ein Hochformat.

00:03:10.842 --> 00:03:15.042
Und der größte Teil dieses Hochformats ist weiß, will sagen,

00:03:15.262 --> 00:03:16.682
nicht bearbeitet, freigelassen.

00:03:16.762 --> 00:03:18.862
Oder nur grundiert. Oder nur grundiert, genau.

00:03:19.382 --> 00:03:25.622
Und ansonsten sieht man halt vorne im Mittelpunkt, relativ genau im Mittelpunkt, sieht man ein Paar.

00:03:25.762 --> 00:03:32.082
Mit dem Rücken zu uns ein Mann, der mit freiem Oberkörper, mit einem gewaltigen

00:03:32.082 --> 00:03:36.122
Oberkörper, so ein Schwimmeroberkörper, trägt eine Jeans dazu.

00:03:36.122 --> 00:03:40.502
Und wird umarmt, so halb umarmt.

00:03:40.642 --> 00:03:45.042
Man kennt das so, wenn Frauen sich an ihre Partner so kurz ankuscheln vielleicht.

00:03:45.302 --> 00:03:50.802
Die Hand auf seiner Schulter von einer Frau, die die Augen geschlossen hat,

00:03:50.922 --> 00:03:56.082
auch mit sehr gewaltigen Unterarmen. Es ist aber trotzdem eine Frau.

00:03:57.707 --> 00:04:00.387
Würde ich sagen nackt ist, wobei man es nicht genau sagen kann,

00:04:00.467 --> 00:04:03.187
weil man sieht von ihr nur angedeutet ein Bein,

00:04:03.427 --> 00:04:08.767
das aber tatsächlich unbekleidet ist und vielleicht ist sie schon aus irgendwelchen

00:04:08.767 --> 00:04:16.727
Gründen nackt oder sie ziehen sich beide gerade an oder was auch immer und er hat schon die Jeans an.

00:04:17.447 --> 00:04:20.907
Interessant ist, dass er die Umarmung nicht erwidert, sondern seine Arme,

00:04:21.147 --> 00:04:23.367
seine Hände auf dem Rücken hat.

00:04:23.507 --> 00:04:27.527
Und da ist wieder mein Lieblingsthema, Maler und Hände.

00:04:28.167 --> 00:04:30.667
Ich habe es bei irgendwem schon mal, wir haben gesagt, ich habe doch irgendeinem

00:04:30.667 --> 00:04:34.447
ganz berühmten Künstler, habe ich doch mal gezeigt, habe ich doch mal rausgefunden,

00:04:34.547 --> 00:04:37.007
dass die Hand zu groß war. Wer war das noch?

00:04:37.567 --> 00:04:40.247
Wir hatten ganz am Anfang, hat mit Anita Reh, glaube ich, angefangen,

00:04:40.327 --> 00:04:41.587
wo wir festgestellt haben, dass ihre Hand...

00:04:41.587 --> 00:04:46.227
Vor kurzem, aber hier muss man ja sagen, Irgendwie sind die Hände wirklich,

00:04:46.587 --> 00:04:53.127
also die linke Hand hat nur drei Finger und sieht aus wie so drei Bananen,

00:04:53.267 --> 00:04:54.567
die an einer Staude sind.

00:04:55.047 --> 00:04:57.787
Die rechte Hand, also es ist schwierig. Es ist auf jeden Fall,

00:04:58.407 --> 00:05:02.127
das ist jetzt nicht besonders gut gemalt. Also das ist sozusagen die Grundszene.

00:05:02.367 --> 00:05:05.007
Und man fragt sich, warum hat der Mann die Hände auf dem Rücken,

00:05:05.147 --> 00:05:07.207
als würden die in Handschellen sein.

00:05:07.487 --> 00:05:11.147
Ja, so deute ich das ehrlich gesagt, dass der gefesselt ist, oder?

00:05:11.287 --> 00:05:15.847
Der ist gefesselt. Denn die umfassen sich ja nicht, sondern die sind wirklich aneinander.

00:05:16.918 --> 00:05:19.838
Aber er ist gefesselt, sie hat ja offensichtlich den rechten Arm,

00:05:19.838 --> 00:05:23.558
hat sie frei. Naja, sie muss ja nicht gefesselt sein. Er ist gefesselt.

00:05:24.138 --> 00:05:27.998
Okay, er ist gefesselt. Ich beschreibe noch, wir sind noch nicht fertig.

00:05:28.418 --> 00:05:34.558
Im oberen Teil sieht man wiederum einen Mann und eine Frau, wobei in diesem

00:05:34.558 --> 00:05:36.298
Fall beide eine Hose anhaben.

00:05:37.158 --> 00:05:40.358
Der Mann sitzt links. Eine Blue Jeans. Eine Blue Jeans.

00:05:41.358 --> 00:05:45.258
Der Mann sitzt links, die Frau rechts an einem so angedeuteten Tisch.

00:05:45.398 --> 00:05:47.698
Der sieht aus, ein bisschen wie unser Wohnzimmertisch zu Hause.

00:05:47.978 --> 00:05:53.118
Der Mann beugt sich über diesen Tisch, hat die rechte Hand erhoben und mit dem

00:05:53.118 --> 00:05:54.718
Zeigefinger und erklärt gerade irgendwas.

00:05:55.118 --> 00:05:59.198
Und die Frau sitzt ihm gegenüber, hat den Ellbogen auf dem Tisch,

00:05:59.418 --> 00:06:04.918
stützt sich ab mit der Faust im Gesicht und schaut so ein bisschen gelangweilt darüber.

00:06:05.758 --> 00:06:10.858
Wie gesagt, beide Blue Jeans. Bei der Frau ist die Blue Jeans an den Füßen abgeschnitten,

00:06:10.918 --> 00:06:15.278
als ob sozusagen irgendwie die Künstlerin dann gesagt hat, reicht.

00:06:16.178 --> 00:06:21.298
Interessant natürlich beide, warum sind beide mit freiem Oberkörper da und warum

00:06:21.298 --> 00:06:26.918
hat der Mann, man erkennt den Kopf, man erkennt die Nase, man erkennt das Einohr

00:06:26.918 --> 00:06:29.918
zumindest, aber das Gesicht ist wie so eine Masse nur,

00:06:30.518 --> 00:06:33.078
während man bei der Frau, das ist konturierter.

00:06:33.078 --> 00:06:35.798
Die Augen erkennt man, die Nase erkennt man, den Mund erkennt man.

00:06:35.918 --> 00:06:40.538
Sie hat so eine Art irgendeine, wie nennt man das denn, so ein Kopftuch auf

00:06:40.538 --> 00:06:42.018
oder eine Mütze auch, wie auch immer.

00:06:42.578 --> 00:06:47.898
Auf jeden Fall eine interessante Diskussion, dass zwei debattieren,

00:06:48.798 --> 00:06:50.998
das wird wahrscheinlich die Szene sein.

00:06:52.099 --> 00:06:56.179
Die der Szene unten vorausgeht. Die beiden besprechen da irgendwas.

00:06:56.379 --> 00:07:01.919
Weil ich würde sagen, dass rechts die Frau mit diesem, diese Haare oder diesem

00:07:01.919 --> 00:07:04.039
Kopftuch, das ist das, was sich unten vielleicht wiederfindet.

00:07:04.099 --> 00:07:05.559
Ja, und dann ist es das schon.

00:07:05.719 --> 00:07:10.579
Also ein, aber ich finde ein, ich darf es sagen, ein trotz der schlecht gemalten

00:07:10.579 --> 00:07:15.479
Bananenstaudenhände irgendwie ein total faszinierendes Bild.

00:07:16.839 --> 00:07:21.799
Was irgendwie auch, es ist auch gefühlt so sexuell so ein bisschen aufgeladen,

00:07:21.939 --> 00:07:24.279
gerade durch diese Szene, übrigens nicht durch die Szene unten,

00:07:24.419 --> 00:07:27.919
sondern durch die Szene oben, wo sie gelangweilt ihm so zuhört,

00:07:27.959 --> 00:07:30.319
aber sich eben doch sehr lassiv mit freien,

00:07:31.579 --> 00:07:32.919
Brüsten da so hinsetzt.

00:07:33.039 --> 00:07:38.799
Ja, nun, ein, ich finde, ein auffälliges Bild.

00:07:38.799 --> 00:07:43.019
Ein auffälliges Bild, und nach dem, was du erzählt hast,

00:07:43.539 --> 00:07:47.059
interessant, jetzt würde man natürlich dann über Feminismus oder so versuchen,

00:07:47.099 --> 00:07:50.399
da was reinzuinterpretieren, aber erstmal ist es auffällig, weil es,

00:07:50.919 --> 00:07:55.279
Es zeigt auch dieses, das Verhältnis Mann-Frau wird ja schon sehr thematisiert

00:07:55.279 --> 00:07:58.499
und wie oft muss ich daran denken, wie Männer Frauen die Welt erklären wollten,

00:07:58.619 --> 00:08:02.019
das will er da oben ja auch und am Ende ist er da unten gefesselt,

00:08:02.079 --> 00:08:05.299
ich weiß es nicht, also auf jeden Fall faszinierend.

00:08:06.296 --> 00:08:11.296
Auch vom Malstil, weil eben nicht perfekt, und wir haben vor allem in einer

00:08:11.296 --> 00:08:14.676
Woche darüber gesprochen, über die Hamburger Goldkirchen, die so erfolgreich

00:08:14.676 --> 00:08:16.056
sind, der Chor, der nicht singen kann.

00:08:16.756 --> 00:08:19.356
Und hier ist es, ich will nicht sagen, jemand, der nicht malen kann.

00:08:19.436 --> 00:08:21.896
Aber wenn man jetzt rein auf die Maltechnik sieht, denkt man,

00:08:21.996 --> 00:08:23.776
na ja, das kriegt man besser hin.

00:08:25.476 --> 00:08:30.396
Also wenn es darum geht, ein Bild, ein Abbild zu schaffen, darum geht es hier nicht. Nee.

00:08:31.396 --> 00:08:34.316
Und die Frage, also tatsächlich, dieses Bild hat eine unglaubliche Präsenz.

00:08:34.396 --> 00:08:35.196
Es ist auch gar nicht klein.

00:08:35.196 --> 00:08:41.016
Es ist 205 Zentimeter, 2,05 Meter hoch und 150 Zentimeter breit und ist damit,

00:08:41.136 --> 00:08:47.716
das beansprucht so einen ganzen Raum, dass es auch in der Ausstellung hat, durchaus viel Platz.

00:08:48.256 --> 00:08:52.656
Und ja, wir können die Frage, ob da jemand nicht malen kann oder nicht,

00:08:52.816 --> 00:08:56.936
das würde ich jetzt mal kurz hinten anstellen, was tatsächlich ein Genre immanentes Ding ist.

00:08:57.376 --> 00:09:00.716
Das ist so nach Modellen gemalt, würde ich mal sagen. Das hat so ein bisschen

00:09:00.716 --> 00:09:03.516
was von Körperstudien, das ist ja ein sehr, sehr altes Genre,

00:09:03.636 --> 00:09:08.996
das Künstlerinnen nach dem Modell malen, Aktmodell oder auch angezogen,

00:09:09.516 --> 00:09:14.336
dass sie nackt sind, kommt ein bisschen aus dieser Modellhaltung und da nehmen

00:09:14.336 --> 00:09:19.036
die gerne absurde Posen ein, damit man verschiedene Muskeln malen kann.

00:09:19.036 --> 00:09:22.516
Das ist eine Übung in der akademischen Malerei, keine Ahnung,

00:09:22.576 --> 00:09:23.596
seit es akademische Malerei gibt.

00:09:25.136 --> 00:09:28.156
Und es sind zwei Paare. Ob sie jetzt zusammenhängen, das weiß man gar nicht.

00:09:28.256 --> 00:09:32.876
Du hast, glaube ich, über die Haare, über diesen rote Kopfschmuck,

00:09:32.936 --> 00:09:34.656
könnte man sagen. Genau, das ist ähnlich vielleicht.

00:09:35.176 --> 00:09:39.316
Andererseits ist sie von der Statur her, ist es anders.

00:09:39.496 --> 00:09:44.076
Ich würde sagen, eher keinesfalls, weil dieser Mansplaining-Typ da oben mit

00:09:44.076 --> 00:09:47.396
dem erhobenen Zeigefinger ist eine andere Nummer als der Mann,

00:09:47.476 --> 00:09:51.996
der hier steht. Also, was mich zuerst packt, da sind ein paar ungewöhnliche Dinge drin.

00:09:52.076 --> 00:09:55.176
Das eine ist, die unten sind beide sehr stark.

00:09:55.636 --> 00:09:59.216
Ihr Unterarm, wie du schon gesagt hast, und sein Körper, das ist schon ganz

00:09:59.216 --> 00:10:01.536
schön muskulös. Und trotzdem ist das wahnsinnig zärtlich.

00:10:01.916 --> 00:10:04.976
Und egal, ob er gebunden ist oder sich da selber die Hände hält,

00:10:05.376 --> 00:10:09.636
die Kopfneigung zu ihr hin ist sehr zärtlich. Das heißt, unten verbindet sie...

00:10:10.572 --> 00:10:16.432
Eine unglaubliche Zärtlichkeit mit Körperlichkeit. Das Bild heißt übrigens Zärtlichkeit und ist von 2006.

00:10:17.112 --> 00:10:21.092
Auch das ein Spätwerk. Sie ist 2014 gestorben. Die ist fast 100 Jahre alt geworden.

00:10:21.232 --> 00:10:22.272
Ich glaube, sie ist 1919 geboren.

00:10:22.772 --> 00:10:30.012
Da war sie schon sehr alt und hat das Bild nach Modellen gemalt,

00:10:30.112 --> 00:10:32.152
die sie eben in Posen gesetzt hat.

00:10:32.572 --> 00:10:35.412
Die oben ist auch ganz interessant. Die Frau oben, die da sitzt,

00:10:35.492 --> 00:10:38.112
sitzt, wie ich finde, in einer sehr typischen Männerpose.

00:10:38.672 --> 00:10:42.252
Wo, also Frauen siehst du selten breitbeinig in der Gegend rumsitzen.

00:10:42.432 --> 00:10:45.552
Ist mir neulich wieder aufgefallen, ich saß irgendwie im Kaffeegarten Schuld,

00:10:45.732 --> 00:10:49.532
mir gegenüber kommt ein junges Paar, sie setzt sich hin wie so 50er Jahre Frau,

00:10:49.632 --> 00:10:52.932
mit den Beinen eng aneinandergezogen und er knarzt sich da rein,

00:10:53.492 --> 00:10:57.992
rutscht so den Stuhl runter und seine Breitbeinigkeit mir gegenüber und ich

00:10:57.992 --> 00:11:00.332
habe dann mir gedacht, ich glotze ihn jetzt mal an, ob er es merkt.

00:11:00.432 --> 00:11:03.452
Es hat aber nicht gemerkt, er saß da in aller Gemütsruhe. Also eigentlich sitzen

00:11:03.452 --> 00:11:06.552
so am liebsten Jungs, die irgendwie viel Platz brauchen für ihre...

00:11:06.552 --> 00:11:10.892
Ja, aber das würde ich, ich würde mir, deshalb habe ich das sofort,

00:11:10.992 --> 00:11:15.412
es ist mir das sofort zu sagen, habe ich wiedererkannt, diese Pose kenne ich

00:11:15.412 --> 00:11:19.492
auch, also angezogen von meiner Frau oder von anderen Freundinnen,

00:11:19.592 --> 00:11:21.112
die sitzen dann, also das ist nicht mehr so.

00:11:21.172 --> 00:11:23.492
Das ist eine entspannte Pose im Endeffekt. Eine entspannte Pose,

00:11:23.552 --> 00:11:25.652
so ein bisschen so, es ist natürlich dieses klassische,

00:11:26.212 --> 00:11:29.892
lass ihn mal reden, ich finde dieses, dieses und er so und jetzt erkläre ich

00:11:29.892 --> 00:11:34.192
dir mal und, also ich habe die Diskussion immer mit meinen Eltern,

00:11:34.292 --> 00:11:36.412
wenn mein Vater meiner Mutter die Welt erklärt, zum Beispiel.

00:11:37.052 --> 00:11:41.052
So ein bisschen ist das so, ne? Aber grundsätzlich, der Mensch sitzt ja nur

00:11:41.052 --> 00:11:43.892
breit bei nicht da, wenn er sich sehr zu Hause fühlt. Das stimmt. Ob Mann oder Frau.

00:11:44.332 --> 00:11:49.232
Das heißt, das ist auch wiederum sehr elegant, auch sehr schön, wie, ich meine, auch.

00:11:50.083 --> 00:11:52.903
Und grundsätzlich, meine Generation gehört zu der, die gewöhnt ist,

00:11:52.963 --> 00:11:56.643
dass sie zwar Männer oberkörperfrei sieht, aber Frauen im öffentlichen Raum gerade nicht.

00:11:56.743 --> 00:12:00.023
Das malt sie jetzt hier relativ lässig, überspielt sie. Hier kommt dieser Punkt

00:12:00.023 --> 00:12:05.083
rein, wo man sagt, tatsächlich könnte man ahnen, was sie will, die freie Frau malen.

00:12:05.143 --> 00:12:06.783
Und zwar keiner Konvention folgend

00:12:06.783 --> 00:12:09.143
und es ist shit egal, ob das Mann oder Frau ist, so kann man sitzen.

00:12:09.443 --> 00:12:15.263
Die sitzt ja in dieser Rodin-Denkerpose da. Das heißt, sie verbindet häusliche

00:12:15.263 --> 00:12:19.763
Entspanntheit, das ist böse, Relaxtheit durch die Breitbeinigkeit und auch rechts

00:12:19.763 --> 00:12:23.443
ihr linker Arm, der liegt ja da auch so entspannt da.

00:12:23.743 --> 00:12:26.163
Auch interessant gemalt. Schon gut.

00:12:27.423 --> 00:12:30.543
Je näher du rankommst, desto mehr stellst du fest, die kann schon mal.

00:12:30.663 --> 00:12:33.263
Ja, aber interessant auch da, die Hand und so, spielt gar keine Rolle,

00:12:33.343 --> 00:12:36.963
ist auch nicht wichtig, weil du als Beobachter ja weißt, das ist eine Hand,

00:12:37.043 --> 00:12:38.843
das ist ein Arm, spielt jetzt nicht so eine Riesenrolle.

00:12:39.003 --> 00:12:41.263
Du kennst alles wieder, würde ich mal sagen. Und tatsächlich,

00:12:41.403 --> 00:12:44.363
die zu groß geratenen Teile hat auch in der Kunstgeschichte eine Geschichte,

00:12:44.503 --> 00:12:45.623
denn tatsächlich kannst du

00:12:45.623 --> 00:12:48.163
ja Bedeutungsperspektive machen, indem du sagst, das will ich rausholen.

00:12:48.243 --> 00:12:51.263
Das heißt also, dieser fantastische Unterarm der Frau unten,

00:12:51.383 --> 00:12:56.503
die sich anschmiegt an den Mann, der sich an sie anschmiegt und gleichzeitig

00:12:56.503 --> 00:13:00.583
diesen Unterarm so nach vorne, wie eine Drohung so ein bisschen.

00:13:00.683 --> 00:13:02.943
Mit diesem Unterarm könnte sie eben auch ordentlich wehtun.

00:13:03.563 --> 00:13:06.523
Das ist ja dieser Kontrast, der Zärtlichkeit überhaupt erst möglich macht.

00:13:06.523 --> 00:13:10.403
Wenn sehr muskulöse Menschen zueinander zärtlich sind, hat das fast eine größere

00:13:10.403 --> 00:13:14.783
Wirkung, als wenn vollkommen kraftlose Menschen zärtlich sind. Zumindest optisch.

00:13:16.607 --> 00:13:18.867
Ich glaube, dann lebt dieses Bild auch von dem Kontrast der beiden,

00:13:18.887 --> 00:13:20.607
die oben da diskutieren, die streiten ja nicht.

00:13:20.747 --> 00:13:24.467
Also er macht einen Punkt mit seinen erhobenen Zeigefingern.

00:13:24.607 --> 00:13:25.747
Er ist am Reden, sie ist am Hören.

00:13:26.407 --> 00:13:28.927
Unten wird nicht mehr geredet, unten wird der Körper spielen gelassen.

00:13:28.927 --> 00:13:31.947
Aber warum haben beide obenrum nichts an?

00:13:32.087 --> 00:13:35.347
Weil normalerweise, doch, es gibt so eine Situation auch, aber das wird dann

00:13:35.347 --> 00:13:40.067
ja sehr sexuell, sehr erotisch. Das ist ja schon durchaus auch erotisch, ist körperlich.

00:13:40.247 --> 00:13:46.047
Und dazu kommen ja auch noch, wenn man genau hinguckt, dass sozusagen auch das

00:13:46.047 --> 00:13:48.627
bei der Frau das passiert, was vielleicht dann manchmal passiert,

00:13:48.747 --> 00:13:53.967
dass sozusagen die linke Brust etwas unvorteilhaft da runterhängt.

00:13:53.967 --> 00:13:58.367
Genau, also das ist ja die reine Physis des Körpers, ist da so,

00:13:59.347 --> 00:14:01.807
also beim Mann ist es dann gern der Bauch, der irgendwie falsch liegt.

00:14:02.727 --> 00:14:05.927
Kann man auch antwortungsweise da so sehen, auf der linken Seite,

00:14:06.067 --> 00:14:08.107
wenn man das möchte. Sehr nettlich versteckt durch die Tischplatte.

00:14:09.207 --> 00:14:12.307
Aber ihre Brüste verhalten, also da ist auch gar nicht, da wird nicht diskutiert,

00:14:12.347 --> 00:14:17.527
ob die schön sind oder nicht, die sind und sie liegen wie Brüste liegen, wenn man so sitzt.

00:14:18.270 --> 00:14:20.750
Wie überhaupt, also ich glaube, was du ein bisschen vermisst,

00:14:20.830 --> 00:14:26.010
ist die Andienung der Körper an Schönheitsideale.

00:14:26.210 --> 00:14:29.410
Wobei der Mann mit diesem breiten Kreuz unten, das ist schon sehr nah dran.

00:14:29.410 --> 00:14:30.730
Nochmal, gar nicht, gar nicht.

00:14:31.850 --> 00:14:36.610
Ich mache mich nur lustig über diese Hände, aber das hat damit nichts zu tun.

00:14:36.690 --> 00:14:40.290
Trotzdem finde ich das Bild ja großartig, weil es transportiert irgendwie so

00:14:40.290 --> 00:14:44.650
ein Gefühl und da kann glaube ich jeder was anderes sein interpretieren.

00:14:44.650 --> 00:14:48.250
Für einige ist diese Situation vielleicht wirklich sehr erotisch.

00:14:48.590 --> 00:14:51.690
Für andere hat das vielleicht was mit Mann und Frau zu tun.

00:14:52.290 --> 00:14:54.010
Auf jeden Fall ist sie halt nicht gewöhnlich.

00:14:54.770 --> 00:14:57.990
Und wenn zum Beispiel Mann und Frau sich so unterhalten und man würde dann jedes

00:14:57.990 --> 00:15:00.970
Mal mit freiem Oberkörper da sitzen, glaube ich, die Diskussion schon gleich

00:15:00.970 --> 00:15:04.070
eine andere ist, sodass das Gespräch etwas anderes ist. Und andersrum,

00:15:04.130 --> 00:15:06.670
jetzt machst du noch eine Spur weiter, wenn nicht nur freie Oberkörper,

00:15:06.750 --> 00:15:09.250
sondern alle nackt wären, wäre die Konnotation wieder anders.

00:15:09.610 --> 00:15:13.930
Insofern ist es genau ausgedacht, dass die alle Blue Jeans haben.

00:15:14.470 --> 00:15:17.770
Da gibt es ja auch wieder in der Werbung Konnotationen. Und da gibt es ja jahrelang,

00:15:17.870 --> 00:15:22.890
schon in den 90ern erinnere ich mich, wo dann meistens weibliche Models mit

00:15:22.890 --> 00:15:25.170
nichts außer ihrer Jeans abtraten.

00:15:25.350 --> 00:15:29.650
Und das war aber dann so fotografiert, dass es dann nicht sexistisch werden

00:15:29.650 --> 00:15:33.110
konnte, weil man wesentliche Teile des Körpers dann abgedeckt hat.

00:15:33.190 --> 00:15:37.270
Aber die Verbindung von Blue Jeans mit nacktem Körper ist ja auch.

00:15:37.510 --> 00:15:40.570
Absolut. Und da ist die Assoziation Freiheit, glaube ich, auch nicht weit weg,

00:15:40.650 --> 00:15:42.490
weil Blue Jeans, Freiheit, Westen.

00:15:43.377 --> 00:15:47.477
Geht es zu weit? Und das ist wie ein Stück Haut hier, die Jeans.

00:15:47.537 --> 00:15:49.857
Also ist es sozusagen, geht es eigentlich um die Jeans?

00:15:50.177 --> 00:15:55.477
Also weil die Jeans ja schon immer mit, also die tragen alle Jeans bis auf die Frau, die den Mann um...

00:15:56.997 --> 00:15:59.957
Ja, wo... Aber das ist ja schon, weil es ist ja schon, es ist ja auch nicht

00:15:59.957 --> 00:16:00.957
einfach irgendeine Hose.

00:16:01.057 --> 00:16:05.137
Man sieht an dem Mann, der uns seinen Rücken zuwendet, das ist so die klassische,

00:16:05.717 --> 00:16:07.197
es ist auch die klassische Pose.

00:16:07.457 --> 00:16:11.757
In der Jeans-Färbung hast du dann ja so Männer mit so riesigen Oberkörpern und Sixpack und so.

00:16:12.257 --> 00:16:15.657
Und dann kleinen Hintern und so. Das ist ja genau das.

00:16:16.197 --> 00:16:19.397
Es ist aber ein anderes Schönheitsideal von Hose, als wir heute haben.

00:16:19.697 --> 00:16:22.537
Was uns auffällt, also ich bin ja noch in den 80ern groß geworden,

00:16:22.617 --> 00:16:26.417
als ich Teenager war, konnten die Jeans nicht knalleng genug sein.

00:16:26.577 --> 00:16:28.777
Was, wenn ich mir heute Fotos angucke, ein bisschen schade ist,

00:16:28.857 --> 00:16:32.457
weil diese Bilder möchte man niemandem zeigen. Das hat noch so ein bisschen die 90er Jahre.

00:16:32.897 --> 00:16:36.417
Es gab in den 70ern mal die Schlaghose, die war oben eng unten weit.

00:16:36.837 --> 00:16:38.277
Und jetzt ist ja, wenn wir uns

00:16:38.277 --> 00:16:43.077
heute umgucken, die Jeans-Mode ist ein Körperformen eher kaschierendes.

00:16:43.577 --> 00:16:45.417
Auf jeden Fall sind das sehr weite Jeans. Genau.

00:16:46.957 --> 00:16:51.177
Edwin Jeans. Hast du damals auch Edwin Jeans getragen? Ich weiß nicht mehr. Das war das Einzige.

00:16:51.297 --> 00:16:54.637
Ich glaube, es war so, dass man sagt, das war so eine Zeit, wo erst kam Nike

00:16:54.637 --> 00:16:56.137
und dann kam Edwin Jeans.

00:16:56.257 --> 00:16:58.797
Und dann ist man in den Laden gegangen und hat so ein Edwin Jeans.

00:16:58.857 --> 00:17:00.057
Und die waren tatsächlich sehr, sehr eng.

00:17:00.277 --> 00:17:02.737
Und wenn man so wie ich sehr dünne Beine hat, ist das eigentlich Katastrophe.

00:17:03.177 --> 00:17:05.357
Die Fotos sollte man niemandem zeigen. Nein, das ist wirklich so.

00:17:05.357 --> 00:17:11.457
Ich hatte eine graue Jeans mit dünnen Streifen. Die fand ich besonders toll.

00:17:11.897 --> 00:17:15.777
Und darüber trug ich weite Wollpullis und ein Bundeswehrjacket,

00:17:15.877 --> 00:17:18.717
bis ich mal schwach angeredet wurde von mir, warum ich hier militaristisch rumlaufe.

00:17:18.837 --> 00:17:22.857
Und nach Gottes willen, es sieht niemand, dass ich vollkommener Befehlsverweigerer bin.

00:17:23.317 --> 00:17:28.177
Ich glaube, die Jeans, die hier tragen, verlängern den Körper oder die betonen den Körper.

00:17:28.317 --> 00:17:31.397
Das heißt, wir haben eigentlich Aktstudien mit Jeans an. Und die Jeans ist eher

00:17:31.397 --> 00:17:35.117
so ein bisschen, erstens der Farbaspekt, Wobei die Art und Weise,

00:17:35.217 --> 00:17:38.717
wie sie die Körper modelliert, das ist schon, also jetzt mal dein Anwurf,

00:17:38.837 --> 00:17:40.457
dass es nicht gut gemalt sei.

00:17:41.217 --> 00:17:43.357
Die hat anderes vor, als man von ihr erwartet.

00:17:43.537 --> 00:17:46.017
Wir sind jetzt wieder bei dem, was für eine Aufgabe hat sich sie gesetzt,

00:17:46.762 --> 00:17:51.002
Also die Zärtlichkeit holt sie raus, indem sie diesen Kontrast aus sehr starken

00:17:51.002 --> 00:17:55.342
Körpern, die möglicherweise auch zu anderen Dingen als Zärtlichkeit in der Lage

00:17:55.342 --> 00:17:57.342
sind, die sich dann aneinander schmiegen.

00:17:57.442 --> 00:18:01.102
Und sie modelliert ja wirklich diesen Unterarm von der Frau unten raus,

00:18:01.122 --> 00:18:02.642
als sei er mit dem Körper gar nicht verbunden.

00:18:02.762 --> 00:18:06.282
Also Unterarm und ihr Bein sind ja vollkommen anders geartet.

00:18:06.782 --> 00:18:11.322
Das heißt, wir haben hier so eine Studie von, die könnten auch miteinander ringen, oder?

00:18:11.502 --> 00:18:14.902
Die beiden unten ist das knapp vor, können jederzeit umschlagen.

00:18:14.902 --> 00:18:17.862
Ja, auf jeden Fall ist da Bewegung drin, das sehe ich jetzt und ich weiß nicht,

00:18:17.862 --> 00:18:25.802
ob du es siehst, an der rechten Seite des Mannes geht ja so ein grünliches Flimmern, siehst du das? Ja.

00:18:26.042 --> 00:18:30.662
Und was soll das andeuten? Heißt, ist das eine Bewegung, die da angedeutet wird?

00:18:30.882 --> 00:18:33.862
Bei ihr ist es so was Bläuliches im Hintergrund, was ja nichts mit dem Körper

00:18:33.862 --> 00:18:36.802
zu tun hat. Sie macht das ganz oft. Also jetzt sind wir an dem Punkt,

00:18:36.882 --> 00:18:38.722
der interessant ist, warum machen wir diese Ausstellung eigentlich?

00:18:39.342 --> 00:18:44.422
Also zum einen inhaltlich, Edward Munk und Maria Lassnick sind beides Künstlerinnen,

00:18:44.542 --> 00:18:46.662
die sehr skeptisch auf die Welt gucken.

00:18:46.802 --> 00:18:50.102
Also Munk ist quasi, der malt die Depression durch sein ganzes Leben.

00:18:50.442 --> 00:18:53.162
Umsonst ist er der Erfinder des Schreis, den man bei uns auch sehr schön sehen kann.

00:18:54.582 --> 00:18:56.982
Der Schrei hängt jetzt bei euch gerade? Den Schrei gibt es in verschiedenen

00:18:56.982 --> 00:18:58.742
Versionen. Bei uns hängt einer der Schreis.

00:18:59.462 --> 00:19:02.082
Der ist aber auch nicht die Geschichte des Ganzen, sondern tatsächlich,

00:19:02.402 --> 00:19:04.342
der Schrei, den hat er ja gemalt.

00:19:05.118 --> 00:19:08.918
Er malt sich selber in einem Zustand absoluter Angst.

00:19:09.098 --> 00:19:13.798
Und der Schrei wurde dann universell. Das ist das Gemälde, was vor dem Ersten Weltkrieg gemalt wird.

00:19:13.898 --> 00:19:18.878
Und eigentlich in jedem Schulbuch, das ich kenne, taucht der Schrei auf,

00:19:18.938 --> 00:19:21.158
knapp bevor das Buch sich dem Ersten Weltkrieg widmet.

00:19:21.318 --> 00:19:25.198
Hat der Munk gar nicht so gemeint. Der Munk war ein tatsächlich sehr skeptischer,

00:19:25.798 --> 00:19:27.218
melancholischer bis depressiver Mensch.

00:19:27.438 --> 00:19:29.998
Und Maria Lassnick hat ihn jetzt nicht wegen Depressionen geliebt,

00:19:30.098 --> 00:19:31.878
sondern wegen der Art und Weise, wie er malt.

00:19:31.958 --> 00:19:35.558
Und das greift sie auf. Diese Ausstellung ist unglaublich einheitlich,

00:19:35.618 --> 00:19:38.738
obwohl wir zwei Leute haben, die von Generationen ganz anders sind.

00:19:39.178 --> 00:19:42.158
Die Ausstellung sieht aus wie von einem Menschen gemalt, weil sie hat sich in

00:19:42.158 --> 00:19:43.998
seiner Malweise sehr wiedererkannt.

00:19:44.118 --> 00:19:46.438
Und da sind eben diese Kontraste her, die du gerade angesprochen hast,

00:19:46.778 --> 00:19:50.198
dass sie dann die Körperumrisse nochmal ein bisschen herausholt,

00:19:50.278 --> 00:19:53.618
indem sie eine, das ist keine Komplementärfarbe, das ist ja irgendwie fast schon

00:19:53.618 --> 00:19:55.938
ein bisschen so Zitronengelb, was sie da reintut.

00:19:56.098 --> 00:19:58.698
Und das andere, dieses Blau ist so ein Azur.

00:19:59.258 --> 00:20:04.978
Und damit aber modelliert sie gleichzeitig diese Körper, wenn man an dieses Bild nah rangeht.

00:20:05.118 --> 00:20:09.878
Also liebe Hörerinnen, ihr müsst alle jetzt dahin gehen, weil das ist so ein

00:20:09.878 --> 00:20:11.658
Erlebnis, diese Bilder von beiden zu sehen.

00:20:12.058 --> 00:20:13.958
Wenn man nah ranzoomt, sieht man es auch schon ein bisschen.

00:20:14.098 --> 00:20:17.558
Also das ist wirklich ganz toll, wie das modelliert ist, obwohl es gemalt ist.

00:20:18.438 --> 00:20:21.758
Warum hat die Frau oben dann keine Füße mehr?

00:20:21.858 --> 00:20:25.418
Also warum endet die Jeans bei ihr so ungefähr, was weiß ich,

00:20:25.498 --> 00:20:26.938
so 10 cm unterhalb des Knies?

00:20:27.358 --> 00:20:31.138
Als ob es so, das ist auch interessant natürlich, dass es an der Pose nichts

00:20:31.138 --> 00:20:33.178
ändern würde, wenn man jetzt die, also das ist doch alles gesagt.

00:20:33.298 --> 00:20:34.998
Achso, weil es gesagt ist, das ist der Moment, alles gesagt.

00:20:35.318 --> 00:20:38.198
Hast du ja, das konnte man auch sehen, das ist das Gesicht, das hat auch nicht

00:20:38.198 --> 00:20:41.178
ausgemalt. Gesicht nicht und vor allem, da geht die Hose in die Füße über,

00:20:41.298 --> 00:20:42.378
also auch das ist sehr summarisch.

00:20:43.038 --> 00:20:46.118
Es ist eigentlich alles drin in dem Bild, mehr brauchst du nicht an Informationen,

00:20:46.558 --> 00:20:49.158
die Pose ist perfekt, im Gegenteil, wenn jetzt, überleg mal,

00:20:49.318 --> 00:20:53.418
jetzt würden nur noch Pumps oder was hingemalt oder sowas, also irgendwas Absurdes

00:20:53.418 --> 00:20:57.658
oder Stiefel, so ist das reduziert auf das, was da sein soll.

00:20:57.998 --> 00:21:01.518
Das ist ja auch bei den unten sein. Ab Knie abwärts sieht man ihn nicht.

00:21:01.618 --> 00:21:04.698
Bei ihr sieht man, die kann gar nicht so weit wegstehen, wie bei ihr das Knie

00:21:04.698 --> 00:21:07.478
da oben ist. Entweder steht sie auf einem Podest,

00:21:08.296 --> 00:21:11.476
Oder aber da stimmt die Dinge. Und trotzdem ist es vollkommen schlüssig,

00:21:11.556 --> 00:21:14.276
wie das gemalt ist. Interessant ist, dass man sozusagen das rechte Bein,

00:21:14.336 --> 00:21:15.376
das sieht man ja gar nicht.

00:21:15.976 --> 00:21:18.496
Das andere Bein, das linke Bein vielmehr.

00:21:19.156 --> 00:21:23.336
Das rechte Bein ist ja auch nur kurz schraffiert oder angedeutet und nicht ausgemalt.

00:21:23.916 --> 00:21:27.516
Aber das ist interessant auch von der Farbgebung. Du siehst sozusagen,

00:21:27.616 --> 00:21:32.716
dass die Farbe sich bei der Frau, die unten umarmt, ja konzentriert auf den Arm und auf das Gesicht.

00:21:33.156 --> 00:21:37.936
Und der Rest einfach nur, auch eigentlich nur weiß ist mit so einer kleinen Umrandung des Beins.

00:21:38.526 --> 00:21:41.046
Und dann natürlich, wenn man dichter rangeht, natürlich man genau sieht,

00:21:41.126 --> 00:21:43.146
was diese Farbe mit den Gesichtern macht.

00:21:44.006 --> 00:21:47.506
Das finde ich spektakulär. Mir fällt gerade ein, du hattest dir ja gewünscht, einen Munk.

00:21:47.626 --> 00:21:50.546
Wir können ein Gegenstück von Munk, weil mir fällt gerade auf,

00:21:50.846 --> 00:21:55.226
die Art und Weise, wie sie sich auf seine Nackenbolg, kann beides sein, küssen und beißen.

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Und von Munk gibt es ein Bild, auf das sich dieses bezieht, der Vampir,

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wobei der Vampir eine Sie ist.

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Das bringe ich das nächste Mal mit. Behalte mal diesen zärtlichen Kuss,

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der auch umschlagen kann, in Erinnerung. und dann schauen wir mal,

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wie er das malerisch gemacht hat.

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Das ist übrigens was ganz Interessantes. Sie bezieht sich ja ganz stark auf ihn.

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Sie erwähnt immer wieder, dass Munch ein großes Vorbild oder ein Auslöser für viele Dinge ist.

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Das Interessante an dieser Ausstellung ist, dass sie permanent Bilder bringt,

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wo Maria Lassnig reagiert auf Munch, aber ganz unerwartet, ganz anders.

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Ähnlich wie die Vorgaben, die du mir gibst, dann kriegst du immer nicht, was du willst.

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Die hat das gesehen und hat was ganz anderes dran draus gemacht.

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Und daraus zieht, glaube ich, diese Ausstellung ihren ungeheuren Reiz,

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dass eine Malerin noch dazu jeweils 50 Jahre später, nicht mal 30,

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aus demselben Ding oder der selben Grundhaltung etwas anderes macht.

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Das ist schon wahnsinnig faszinierend. Und das weiß man, weil sie dasselbe immer

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wieder erwähnt hat oder weil man es die Bilder ansieht? Sowohl als auch.

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Also sie ist nicht erfunden, aber wenn man die Bilder sieht,

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denkt man, ja klar, vollkommen klar, so muss das sein.

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Teilweise bis in die Wahl der Themen hinein, dass sie gesagt hat,

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ja, sie hat sich halt wiedererkannt in diesem, Der war ja ein,

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der Munk muss ja auch eine schwierige Person gewesen sein im Umgang.

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Der war ja auch Alkoholiker oder jedenfalls lange Zeit sehr viel Alkohol konsumiert.

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Also der war schwierig, aber vielleicht kann man nur so sein,

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wenn man solche Bilder macht und man kann nur solche Bilder malen, wenn man so ist.

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Und sie hat daran irgendwas gefunden über Zeit und Geschlechtsgrenzen hinweg.

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Die es vielleicht auch nicht gibt, die Zeit- und Geschlechtsgrenze.

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Und dann finde ich auch, was man hier mitnehmen kann, ist ja tatsächlich auch

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dieses Ding, weniger ist mehr.

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Du brauchst gar nicht, du musst so ein Bild gar nicht ausmalen.

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Du musst eine Geschichte vielleicht gar nicht zu Ende erzählen, weil das passiert.

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Und das ist ja dann auch wieder das, was wir in diesem Podcast machen.

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Es passiert dann ja in den Köpfen der Betrachter.

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Und deshalb brauchst du, wenn du, das ist ja so dieses alte Thema,

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soll man ein Buch lesen oder in den Film gucken.

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In dem Buch erzählst du dir die Geschichte in deinem Kopf ja nochmal,

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in dem Film ist die Geschichte da.

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Die kann sich dann erreichen mit großen Emotionen und so, aber da kommt nichts

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dazu und ich glaube, das ist das Besondere an diesem, dass man über dieses,

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obwohl da gar nicht so viel drauf zu sehen ist, kann man über dieses Bild vielleicht länger sprechen.

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Als über andere, weil es eben so mehr, also die freie Fläche füllt man mehr

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oder weniger irgendwie im Kopf aus.

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Ich bin auf Munk, ich kann es nicht aussprechen, Edvard Munk, so ist es richtig.

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Ganz gespannt, vielleicht sprechen wir nächste Woche auch nicht nur über den

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Vampir, sondern die Woche danach vielleicht auch noch mal was von ihm über dieses Thema.

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Das würde mich auch interessieren, wie so, was du eben gesagt hast,

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wenn du so ein schwieriger Mensch bist, der unter Angststörungen leidet,

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der depressiv ist, der Alkoholiker ist und so, ob es sowas braucht.

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Also wenn man sich so anguckt, die ganz großen Künstler, ich will nicht gleich,

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ich denke jetzt gerade an Klaus Kinski als Schauspieler, die hatten irgendwie alle einen Hau.

00:24:43.483 --> 00:24:46.223
Ja. Oder viele hatten einen Hau. Da sind wir bei meinem Lieblingsthema,

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das ich irgendwann schon mal erwähnt habe, die Geschichte von dem Genieproblem,

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das Gottfried Benn beschrieben hat als Nervenarzt, der gesagt hat,

00:24:54.463 --> 00:24:56.883
also alle, alle Genies haben einen Hau gehabt.

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Sei es eine Krankheit, sei es irgendein anderes Defizit.

00:25:01.103 --> 00:25:03.063
Und dann ist natürlich die Frage, ist das eine Grundvoraussetzung?

00:25:03.063 --> 00:25:08.243
Also können glückliche, verbeamtete Menschen Kunst schaffen,

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die an die Knochen geht? Und die nächste Frage ist, muss Kunst immer an die Knochen gehen?

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Oder sind die einfach vollkommen ungeeignet? Du brauchst, um wirklich gute Kunst

00:25:16.283 --> 00:25:18.763
zu machen, brauchst du sozusagen ein Jenseitserlebnis.

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Und zumindest im Fall von Munch kann man sagen, dessen Kindheit war schon geprägt

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von Jenseitserlebnissen. Da ist viel gestorben worden.

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Das heißt, der hat wirklich Essentielles zu erzählen.

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Aber ich finde dir auch, keine Ahnung, nimm dir Thomas Mann,

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was für ein freundliche, bruchlose... Na okay, das steht auch nicht bei...

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Goethe am Ende auch. Aber das ist, glaube ich, der schöne Satz,

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hast du ihn ja auch mal gesagt.

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Also, jedes Genie hat vielleicht ein Hau. Das heißt aber nicht,

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dass jeder ein Hau hat, auch ein Genie ist. Genau.

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Leider nicht. Habe ich leider nicht gesagt, aber das trifft zu.

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Sehr schön. Wir hören uns nächste Woche mit Edvard Munk. Bis nächste Woche. Tschüss.

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