Was mich an Ihrem Buch so fasziniert hat, ist auf der einen Seite diese wahnsinnige Brutalität, die Krieg bedeutet. Ich sag's mal so, die Leiber, die zerrissen werden, zersprengt werden, die Menschen, die vor Schmerz schreien und weinen. Also eine unmenschliche, eine höllische Atmosphäre, die sie beschreiben. Und auf der anderen Seite die tiefe Menschlichkeit, die ich aus Ihren Zeilen gespürt habe. Krieg ist das Dunkelste, was der Mensch so erschaffen hat. Also diese kollektive Gewaltanwendung von Menschen gegen Menschen. Ich habe bis jetzt noch nichts Schlimmeres gesehen auf dieser Welt. Wie gesagt, es ist zwar das Dunkelste, was der Mensch so hervorbeschworen hat, aber in dieser Dunkelheit gibt es manchmal auch extreme Lichtblicke. In Zeiten der unmenschlichsten Zeiten schafft es der Mensch manchmal am menschlichsten zu sein. So menschlich, wie man es in anderen Kontexten niemals erwarten würde. Der Podcast, der Trump-Effekt. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Auslandsjournal-Podcasts, der Trump-Effekt. Wir sind hier, wie immer, in bewährter Runde. Ich grüße ganz herzlich Elmar Thewissen in Washington und meinen lieben Kollegen Ulf Röller in Brüssel, oder? Ja, in Brüssel zurzeit. Ja, in Brüssel, im Keller. Genau. Ich bin in Deutschland, muss ich dazu sagen, nicht Washington, aber alles gut. Ach so, ach ja, stimmt, stimmt. Oh Mann, das habe ich jetzt vergessen, du bist in Deutschland. Okay, also Elma ist in Deutschland, Ulf ist in Brüssel, ich bin in Berlin und das Allerwichtigste in unserer Runde, wir haben heute einen ganz besonderen Gast. Alexander Gerz ist bei uns heute zu Gast. Er kommt direkt aus der Ukraine, ist dort im Einsatz als Sanitäter und als Soldat im Donbass. Und mit ihm wollen wir heute über seine Erfahrungen aus erster Hand reden, weil das interessiert uns ganz besonders, mal den Blick in diesen Mikrokosmos dieses Krieges zu bekommen. Ganz, ganz herzlich willkommen und danke, dass Sie in unserer Runde heute dabei sind. Guten Tag, danke, dass ich da sein darf. Grüße Sie, hallo. Genau, ich schicke kurz voraus, wir zeichnen auf am Dienstag, den 6. Oktober um 9.30 Uhr. Und ich schicke mal kurz voraus, warum es, glaube ich, heute ganz besonders interessant ist, über dieses Thema zu reden, Ukraine. Bundeskanzler Merz war am Wochenende in der Ukraine, in einer besonders gefährlichen Situation, in der die Angriffe auf Kiew sich so sehr verschlimmert haben, dass viele davon sprechen, dass es eigentlich die schlimmsten seit Beginn der russischen Vollinvasion sind. Und man fürchtet, dass Putin diesen Krieg noch weiter eskalieren wird und dass da vor allem Kiew getroffen werden soll. Gleichzeitig erleben wir in Deutschland eine politische Situation, in der sich die Debatten zuspitzen um die Frage, Hilfe für die Ukraine weiter unterstützen. Oder, wie es manche auch sagen, wir müssen jetzt den Dialog mit Russland suchen, wir müssen wieder die Diplomatie mehr auf die Bühne heben. Das ist nicht das Thema, über das wir heute vorrangig reden wollen, sondern wir wollen darüber reden, wie ist dieser Krieg. Und Alexander Gerz ist direkt zu Anfang der russischen Vollinvasion 2022 in die Ukraine gegangen, zunächst als Sanitäter, richtig? Zuerst als humanitärer Helfer die ersten zwei Jahre und dann Ende 23 dann als Sanitäter. Genau und dann sind sie irgendwann ja auch den Streitkräften der Ukraine beigetreten, und waren eben vorwiegend im Donbass eingesetzt. Nehmen Sie uns mal mit, Sie haben jetzt zwei Wochen frei bekommen von Ihren Vorgesetzten. Sie sind stellvertretender Kommandant einer Brigade in der Ukraine. Aus was für einer? Stimmt nicht? Nee, nee, ich bin nur Hauptfeldwebel der Ausbilder der Brigade. Das heißt, genau, also weitaus kleiner als stellvertretender Brigadekommandant. Das wäre ich, glaube ich, als Deutscher auch, hätte ich gar nicht die Möglichkeiten dazu, überhaupt in so eine Rolle zu kommen. Genau, also ich bin nur Hauptfeldwebel. Das ist ja auch schon nicht wenig. Nehmen Sie uns doch mal mit, aus was für einer Situation kommen Sie jetzt gerade? Also ja, grundsätzlich zwei Wochen habe ich jetzt Urlaub bekommen. Meine Lebensqualität hat sich in der Zeit natürlich um 180 Grad gedreht. Ich bin plötzlich wieder in diesem zivilen Alltag, in dem ich jetzt bin, nicht nur zum Urlaub, sondern auch, weil ich eben mein Buch veröffentlichen will, was ich in der Zeit an der Front geschrieben habe. Im Schatten der Drohnen heißt es. Deswegen bin ich diesmal auch da quasi als Autor, was ich noch nie davor war, was mich jetzt auch konfrontiert mit einer ganz neuen Arbeitsrealität, die ich davor so nie hatte. Die Situation in der Ukraine oder meine Arbeitsrealität in der Ukraine ist mir, wohl vertraut seit mittlerweile drei Jahren. Obwohl sie sich natürlich auch jetzt vor einem Monat geändert hat, seitdem ich jetzt Hauptfeldwebel der Ausbilder geworden bin, bin ich mehr in einer Koordinationsrolle. Davor, das letzte Jahr, war meine Aufgabe in erster Linie die Ausbildung der Rekruten in taktischer Medizin und davor selbst war ich als Sanitäter an der Front tätig. Also ja, die letzten Monate gab es einige Veränderungen. Ich würde sagen, der extremste Bruch fand jetzt vor vier Tagen statt, seitdem ich wieder nach Deutschland gekommen bin und jetzt konfrontiert werde mit Dingen, mit denen ich a, davor noch nie Berührungspunkte hatte und b, bin ich wieder in einem Land, von dem ich mich ziemlich entwöhnt habe, weil man ja doch dann relativ schnell im Kriegsgebiet. Sich sehr an die Realität des Kriegsgebiets gewöhnt und dementsprechend dann auch so zivile Alltage sehr, sehr bizarr sind oder als bizarr erscheinen können. Genau, bevor ich meinen lieben Kollegen die Gelegenheit gebe, da auch einzusteigen, muss ich schnell was nachholen. Erstens mal Ihr Buch, was ein sehr spannendes Buch ist, was Sie gerade schon angekündigt haben, das Sie jetzt in Deutschland vorstellen, was am 1. Oktober erschienen ist. Und ich fand es wirklich sehr faszinierend, das zu lesen. Ein wirklich sehr eindringlicher Inneneinblick. Und ich glaube, wir müssen noch mal kurz erklären, was ihr Hintergrund ist. Dass sie nämlich Deutscher sind und Kind russisch-ukrainischer Eltern. Also ihre Mutter ist Ukrainerin, ihr Vater Russe. Hoffentlich sage ich das jetzt nicht auch wieder falsch. Stimmt's? Richtig, genau. Also meine Mutter ist deutsch-ukrainerin, mein Vater ist deutsch-russer. Also es geht hier spezifisch um Spätaussiedler, das heißt Menschen mit deutschen Wurzeln, die dann halt in Osteuropa gelebt haben, primär in der Ukraine und in Russland und dann Anfang der 90er Jahre, nach dem Zerfall der Sowjetunion quasi wieder zurück migriert sind nach Deutschland. Genau, was an sich auch... Also sehr, sehr spezifisch ist, was die Identität dieser Menschen angeht, weil sie oftmals Probleme haben, sich zu verorten, geografisch wie auch kulturell. Aber genau, das ist so mein Elternhaushalt gewesen oder ist immer noch mein Elternhaushalt, weswegen ich immer schon ein bisschen zwischen den Welten stand. Oder schon mit jungen Jahren mit einer Identitätskrise konfrontiert war, wo mir nicht ganz klar war, wer bin ich denn. Zu Hause sprechen wir eine Sprache, draußen spreche ich eine ganz andere. Zu Hause ist eine Mentalität gang und gäbe, draußen ist es eine andere. Ich bin da ein deutscher Staatsbürger, habe den deutschen Pass, aber werde trotzdem irgendwie als Russe bezeichnet von meinen Mitschülern. Dabei ist meine Mutter doch Ukrainerin. Das heißt, diese klassischen Fragen, mit denen sich Spätaussiedler selbst konfrontieren, die waren auch bei mir quasi an der Tagesordnung. Also das nur kurz zu meiner Herkunftsgeschichte sozusagen. Genau, geboren sind Sie 1995, richtig, in Deutschland. Wenn Sie, ich habe nur nicht alles gelesen, habe das aber sehr aufmerksam gelesen, Ihr Buch. Und es ist ja wirklich auch sehr gut geschrieben. Man kriegt wirklich einen Eindruck, wie dieses Leben an der Front ist. Und das ist halt so ganz anders als die Fernsehbilder, die wir sehen. Die sind zwar auch desaströs, aber das Leid, der Tod, die Verletzung, all das spielt oder sieht man so nicht. Wenn Sie uns mal mit an den Frontalltag gehen, wie sieht das aus? Wie riecht das? Wie schmeckt das? Was geht einem durch den Kopf und wie lebt man eigentlich damit, dass der Tod der tägliche Begleiter ist? Ja, den Frontalltag als solches, muss ich gestehen, gibt es auch nicht. Der Frontalltag verändert sich nämlich mittlerweile tagtäglich. In eine Richtung, nämlich es wird immer schlimmer und schlimmer. Der Frontalltag als solches ist aber jedes Jahr ein noch mal ein komplett neuer. Der Frontalltag 22 bis zum heutigen Jahr dazwischen liegen absolute Welten. Grundsätzlich hat meine Frontarbeit letztes Jahr aufgehört, im April letzten Jahres, als ich dann zum Ausbilder geworden bin, eben weil ich gemerkt habe, dass ich als Sanitäter an der Front als solches so gut wie gar nicht mehr operieren kann. Wieso? Natürlich wegen der Drohnen, das schwingt ja schon im Titel des Buches mit im Schatten der Drohnen und das ist ja auch mittlerweile auch, glaube ich, in der deutschen Bevölkerung allseits bekannt, dass Drohnen den Krieg auf den Kopf gestellt haben. Ich glaube, vielen sind noch nicht die Dimensionen klar, die das annehmen kann, oder annehmen wird in Zukunft. Nicht nur in diesem Krieg, sondern in allen zukünftigen Kriegen, die noch darauf folgen werden, vor allem sobald diese Drohnensysteme autonom werden, was sie auch schon stellenweise sind an der Front. Vielen ist noch nicht bewusst. Was uns noch bevorsteht. Ich weiß es ja selbst nicht, ich sehe ja nur die Tendenz. Aber die Tendenz ist die, dass der Frontalltag mittlerweile einfach unerträglich geworden ist und das war ja ja auch schon davor. Aber mittlerweile ist es halt diese sogenannte Killzone, kann man auch wirklich als solche sehen, es ist ein Fleischwolf, denn wenn man von morgens bis abends... Und auch nachts von Augen im Himmel betrachtet wird, die dich sehen, egal was du tust, ist deine Lebenserwartung natürlich weitaus geringer, als wenn es diese Augen im Himmel nicht gäbe. Darf ich da mal nachfragen, weil ich gerade gelesen habe, dass diese Killzone sich erstreckt ja über 1000 Kilometer oder noch mehr. Und das ist so eine Tiefe, also Breit. Vielleicht erklären wir das kurz, was Killzone bedeutet. Vielleicht verstehen das noch nicht alle unsere Zuschauer. Machst du, Elmar, ja? Und die ist, so habe ich gelesen, 10, 15, 20, 30 Kilometer breit. Was passiert in dieser Killzone? Also kann man sich überhaupt noch bewegen? Das ist das Problem, genau. Die Killzone macht besonders eine Sache oder erschwert eine Sache, nämlich die Logistik, nämlich die Fortbewegung, vor allem zu und von der Position. die Logistik. Die Logistik, die im Endeffekt alles tangiert. Das heißt, hier geht es darum, irgendwie die Infanterie zu und von Position zu bringen. Hier geht es darum, Verwundete zu evakuieren. Hier geht es darum, eben auch Lebensmittelversorgung bereitzustellen, Wasserversorgung bereitzustellen und so weiter. All das kann mit Fahrzeugen nur noch sehr, sehr schwer durchgeführt werden, eben weil Fahrzeuge, ein extrem sichtbares Profil haben. Das heißt, man setzt vermehrt entweder auf Fußeinsätze, die ebenfalls natürlich keine Garantie dagegen sind, dass man von einer Drohne erspäht wird. Vor allem auch nachts. Also Thermaldrohnen, sie haben eine ausgezeichnete, vor allem mit einer guten Kamera, haben eine ausgezeichnete, Möglichkeit, dich zu sehen. Aber vor allem wird jetzt halt eben auf Drohnen gesetzt. Das heißt, es geht darum, Lebensmittel oder Wasser per Drohne abzuwerfen. Genauso geht es auch darum, Evakuierung per Drohne durchzuführen. Das heißt, man delegiert diese Aufgaben mehr und mehr an Roboter. Trotzdem ist die Infanterie sozusagen in so einem Identitätskonflikt, wo sie nicht genau weiß, wo sie sich in dieser neuen Art von Kriegsführung verorten soll. Trotzdem wird die Infanterie ja immer noch gebraucht, um Positionen einzunehmen und zu halten. Bisher, wie gesagt, schwer zu sagen, wo das jetzt in einem, in zwei, in drei Jahren hingeht. Aber das Problem ist halt, dass die Infanterie kaum noch zur Position kommt, nämlich durch die sogenannte Killzone, weswegen wir jetzt eine aktuelle Situation haben, wo mittlerweile, man könnte sagen, die Infiltration und Exfiltration ist der weitaus schwierigere Teil als tatsächlich, das Sich-Befinden auf Position. Und das führt dann halt eben dazu, dass auch die Aufenthalte auf Position, zeitlich extrem in die Höhe wachsen, wo man früher noch ein, zwei Wochen auf Position war, kann es auch mittlerweile zu mehreren Monaten kommen, in denen man auf Position ausharren muss, einfach weil man nicht mehr rauskommt. Das heißt, Herr Röller, um nochmal auf Ihre Frage einzugehen, der Kriegsalltag hat sich natürlich sehr, sehr verändert, aber zum Schlimmeren, Denn früher hatte man natürlich auch diese ganzen Fragen mit der Versorgung, mit der Hygiene und so weiter auf Position, während man aber nur ein, zwei Wochen auf Position war. Jetzt hat man die gleiche Fragestellung und ist dann halt zwei, drei, vier Monate da und erlebt halt, wie auch die Zeiten sich verändern, wie der Winter einbricht und ja, deswegen entstehen dann auch, haben wir auch Verwundeten, die nicht unmittelbar durch den Kampfeinsatz verwundet werden, sondern einfach, weil die halt auf Position sitzen, sich nicht waschen können, frieren und ja, dann im schlimmsten Fall Gliedmaßen anfangen abzusterben. Ich da nochmal nachfragen dürfte, wenn Sie sagen, auf Position, das ist ja ein technischer Ausdruck, was heißt denn das, wo lebt man denn dann, wo ist die Position, ist das ein Keller, ist das eine Ruine, buddelt man Erdlöcher, also wie muss man sich das vorstellen? Genau, also wenn ich Position sage, genau, dann meine ich Stellungen, die halt unsere Einheiten halten und meistens sind diese unter der Erde mittlerweile. Früher war das auch noch ein bisschen anders als 2022, 2023 beispielsweise, dass der größte Risikofaktor Artillerie war, also ungefähr 70 Prozent unserer Verwundeten wurden durch Artillerie verwundet. Hatte man noch nicht so eine Notwendigkeit, sich unbedingt einzugraben. Denn auch ein Schützengraben würde im Endeffekt schon einen grundsätzlichen Schutz geben gegen Artillerie. Also dass sie dir direkt in den Schützengraben reinfliegt, ist eher unwahrscheinlich. Kann natürlich genauso passieren, aber trotzdem bist du mehr oder weniger geschützt, auch im Schützengraben. Für eine Drohne ist der Schützengraben nichts. Sie fliegt trotzdem genau dahin, wo sie hinfliegen muss, nämlich genau in dich rein. Weswegen jetzt die Antwort eigentlich nur ist, unter die Erde zu gehen und sich einzugraben. Das heißt, mittlerweile verstärkt halt Keller und selbst gebuddelte Blindage, also selbst gebuddelte Bunkeranlagen sozusagen auch unter Häusern. Die dann halt Schutz geben. Vielleicht muss man nochmal vergleichen. Wir haben ja den Ersten Weltkrieg gehabt, diesen Stellungskrieg. Wenn man sich das vorstellt und wir wissen, was das für unglaubliche Opferzahlen waren, was das für ein Leid war vor Ort da. Aber man konnte trotzdem noch sich manchmal rausbewegen. Jetzt, wenn ich das richtig verstehe, ist das in der Killzone so, wenn sie sich rausbewegen, wenn sie den Kopf rausstrecken, dann werden sie erfasst von einer Drohne mit hoher Wahrscheinlichkeit und diese Drohne tötet individuell oder eine kleine Gruppe einfach ganz gezielt. Was macht das mit den Menschen, wenn sie ständig in dieser Gefahr sind? Und das lässt sie kurzum wahnsinnig werden, weil allein schon die Tatsache, das ist ja auch nicht nur, das erschreckt sich ja auf alle Sinne sozusagen. Das heißt, man hört die Drohnen ja auch permanent. Die Drohnen sind permanent in der Luft. Also es gibt Zeiten, da summt es halt ununterbrochen, 24-7. Und wenn die Jungs dann von Position zurückkommen, sagen sie auch beispielsweise, ich höre es immer noch, das Summen, das ist konstant da. Die Jungs werden halt konstant paranoid. Man merkt auch, also selbst wenn sie zurückkommen, sie haben Schwierigkeiten damit, sich irgendwie auf offenem Gelände aufzuhalten. Und versuchen immer wieder irgendwie ins schützende Dickicht zu gehen. Und generell ja psychologisch ist das nochmal ein ganz ganz neuer Druck, der davor, wie sie auch gesagt haben, noch nie da war, also diese hochmodernsten Technologien gepaart mit Stellungskrieg, gepaart mit eben einer mobilisierten Armee, wo auch viele da sind, die zum Beispiel bei psychologischen Screenings eventuell nicht in eine professionelle Armee passen würden, das kehrt halt in eine Situation, wo die Infanterie halt eben Unmenschlichem ausgesetzt ist und die Infanterie ja Dinge leisten muss, die man sich einfach nicht vorstellen kann, weswegen ich ja auch dieses Buch mitunter geschrieben habe, um einerseits halt meine, eigenen Erfahrungen und Erlebnisse kundzutun und andererseits auch eben den Kameraden um mich herum eine Stimme zu geben, vor allem auch den gefallenen Kameraden und besonders halt eben auch zu umschreiben, was sie da so leisten mussten und geleistet haben im Endeffekt. Sie haben uns aus Ihrem Privatbestand ein paar Filmaufnahmen mitgebracht, die Sie gemacht haben. Wollen wir da mal in eine reingucken? Weil ich glaube, das illustriert nochmal, ganz anders, wie die Situation ist. Und ich schicke mal voraus, es wird ja immer schwieriger, auch für uns als Journalisten einen Eindruck von diesem Krieg zu bekommen. weil auch für uns ist es fast unmöglich, noch an dieser Front einfach zu drehen. Und deswegen, glaube ich, ist es besonders wichtig, jetzt nochmal diesen Eindruck auch bildlich zu bekommen. Wollen wir das mal abspielen? Und Sie erklären es uns dann. Das ist tatsächlich jetzt keine unmittelbare Front. Da ging es darum, dass ein ziviles Haus beschossen wurde, beziehungsweise eine KAB-Bombe auf das Haus abgeworfen wurde, was an dem Tag zu vielen verletzten Zivilisten geführt hat. Es war halt eine zivile Einrichtung und dort war ich dann halt als Erstversorger vor Ort, weil ich mich zu dem damaligen Zeitpunkt in der Nähe befand und dachte ja als Sanitäter habe ich auch eine Verpflichtung, die ja nicht nur an der Front beginnt und an der Front aufhört, sondern sich im Endeffekt auch überall hin erstrecken sollte, wo Menschen verletzt werden könnten. Und deswegen ja, an dem Tag war ich dann da, habe einige Verwundete rausgezogen, leider nicht alle. Wir haben es nicht geschafft eine Stahltür aufzumachen, hinter der sich ein zehnjähriger Junge befand, der ist dann auch verstorben. Und das war mitunter auch einer meiner, man möge sagen, vielleicht traumatischsten Ereignisse, weil ich auch als Sanitäter sehr auf einen militärischen Kontext gedrillt war. Das heißt, ich war, dann mit der Zeit sehr komfortabel damit, eben Verwundete zu versorgen, die dann halt eben in Camouflage sind, die dann halt eben Männer sind von 20 bis 50 sozusagen in einem taktischen Kontext unter Beschuss. Natürlich mit Gefahr für mein eigenes Leben, aber trotzdem mit dem Gefühl, in der Logik des Krieges macht das ja Sinn. Natürlich gibt es im Krieg Verwundete und natürlich ist meine Aufgabe als Sanitäter in erster Linie die Versorgung dieser Verwundeten. Ich habe gemerkt, das Ganze fühlt sich für mich emotional ganz anders an, sobald das in einem zivilen Alltag stattfindet. Das heißt, sobald das halt irgendwie eine Großmutter ist, die da von der Artillerie auseinandergerissen wurde, die ich dann halt einpacke, weil sie tot ist, sobald das so eine junge Frau ist, die da einfach nachts bei sich im Bett lag und dann ist eine Kap da hingeflogen, sobald das ein zehnjähriger Junge ist, den wir nicht retten können, sobald das eine Mutter ist, die neben diesem Jungen steht. Oder in den Arm hält und schreit. Sobald all dies passiert, kriege ich das psychologisch nicht mehr so gut verarbeitet, muss ich gestehen. Ich bin ja nicht gewöhnt daran, dass irgendwie an der Front, auch wenn ich Jungs verloren habe oder Kameraden in meinen Armen gestorben sind, dass da die Mutter daneben saß und dann geschrien hat. Das heißt, also dieser Schrei ist auch, glaube ich, mitunter das, was sich am meisten in meine Seele gegraben hat in diesem ganzen Krieg. Den ganzen anderen schlimmen Verwundungen zutrotz, die ich da gesehen oder verarztet habe, war das so mitunter. Oder die zivilen Kontexte mitunter, es war ja nicht der einzige zivile Kontext, waren so mitunter die schlimmsten. Das heißt, wenn dann halt so dieser Alltag der Zivile, der ja auch hinter der Front, also 15, 20 Kilometer hinter der Front ja stattfindet, weil Menschen wollen halt leben und Menschen desensibilisieren sich ja auch und Menschen nehmen das irgendwann als normal wahr. Die gehen dann halt mit ihrem normalen Alltag hinterher und wenn dann halt was geflogen kommt, ist der Schock bei ihnen groß, weil sie wissen nicht, wohin mit sich, sie wissen nicht, wie man damit umgeht. Sie haben keine Ausrüstung auf sich, keine Schutzausrüstung, das heißt, die Schrapnelle penetrieren alles, was sie penetrieren können. Sie sind alt, sie sind gebrechlich, sie sind jung oder schmächtig, wie auch immer. Es passiert dann immer ein sehr großes Chaos und in diesem Chaos sehe ich auch immer meine Funktion als sehr notwendig. Aber gleichzeitig ist das psychologisch sehr, sehr anstrengend und die Sachen, die, wie gesagt, mich auch am meisten traumatisieren, weil ich darauf nicht vorbereitet war, dass ich dann auch in so zivilen Kontexten helfen muss, was eigentlich, wie gesagt, in der Logik ja relativ ersichtlich war. Denn natürlich fängt dieser Beschuss nicht an der Front auf. Vielleicht kann man noch hinzufügen, dass sogar dieser Krieg ein gezielter Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist. Also das ist ja ein Merkmal der russischen Strategie, dass es vor allem auch darum geht, genau diesen Effekt zu erzeugen in der Bevölkerung, wahrscheinlich auch bei Menschen wie Ihnen, in dieser Form zu zermürben, weil immer wieder einfach Zivilisten getroffen werden, weil ganz bewusst Krankenhäuser angegriffen werden, ganz bewusst Kindergärten angegriffen werden. Ich muss auch sagen, um da noch was hinzuzufügen, in den Momenten, wo ich als Ersthelfer in zivilen Kontexten war, habe ich auch nie andere Soldaten gesehen. Die einzigen Soldaten, die ich dann gesehen habe, waren andere Ersthelfer, die dann zu Hilfe eilten. Die Leute, die ich dann behandelt habe in zivilen Kontexten, waren immer Zivilisten. Gäbe es da noch irgendwie zehn Soldaten oder so, dass die auch verwundet wurden, dann könnte ich es noch verstehen. Dann würde ich denken, aha, das war anscheinend ein militärisches Objekt. Wer hätte es gedacht? Gut, die haben sich halt Soldaten in so eine eigene Basis quasi errichtet, mit was auch immer sie da gelagert haben beispielsweise. Da sehe ich das militärische Kalkül dahinter. Beispielsweise, das war halt nie der Fall. Es waren halt immer irgendwelche, Großeltern, Kinder und so weiter, die ja nun damit wirklich, also weniger könnten sie damit gar nicht zu tun haben, als sie es ohnehin schon tun. Naja. Ich weiß nicht, Katrin, ob wir noch andere Filme haben, sonst hätte ich noch eine Frage direkt dazu, wenn ich dürfte. Danke. Sie haben das beschrieben, wie unendlich belastbar das ist und wie das eigentlich Ihre Seele, wenn ich das sagen darf, habe ich es verstanden, krank macht. Wie schafft man das, was Sie erleben, nicht wahnsinnig zu werden? Also was ist Ihre Motivation und warum gehen Sie immer wieder hin, Obwohl das ja nun für sie gefährlich ist und auch für ihre Seele quasi gefährlich ist. Ich denke, das ist eine Frage, die sich wahrscheinlich den meisten stellt, die mich nicht kennen, was ja auch verständlich ist, weil sich diese ganze. Arbeit, die ich da jetzt gerade tue, sich überhaupt nicht erschließt aus meinem Lebenslauf. Also ursprünglich habe ich internationale Beziehungen studiert, habe dann eine Zeit lang bei der UNESCO gearbeitet, eine Zeit lang in Washington im Woodrow Wilson Center. Das heißt, meine Lebensfahrt hat mich eigentlich oder meine Karriere war auf Diplomatie ausgerichtet und ich sollte eigentlich Diplomat werden. Und dies wollte ich ursprünglich eigentlich sein, eben weil ich dann 2014 gesehen habe, dass es eventuell zu einem vollumfänglichen Krieg zwischen Russland und der Ukraine kommen könnte. Und das hat mir Angst gemacht, eben ausgehend auch davon, dass, ich aus einem russisch-ukrainisch-deutschen Haushalt komme. Und auch in diesem gab es schon von früh an, von Kindheit an, immer Konflikte zwischen meiner Mutter und meinem Vater und dort konnte ich irgendwie nie als Diplomat, konnte ich nie zufrieden führen. Es kam trotzdem zur Scheidung und in meinem Kopf hatte ich dann irgendwie das Gefühl, ich muss jetzt zumindest irgendwie meinen Teil dazu beitragen, dass es nicht zum vollumfänglichen Krieg kommt zwischen den zwei Ländern, aus denen meine Eltern kommen. Und dann, als das, wie man sieht, nicht so gut geklappt hat und ich da meinen Beitrag überhaupt nicht leisten konnte anscheinend, weil ich dann auch irgendwann realisiert habe, dass ich nicht in der Position bin, um. Krieg zu verhindern, genauso wenig wie Krieg herbeizuführen, weil dazu fehlen mir die Milliarden auf den Konten, dazu fehlen mir die Kontakte, dazu fehlt mir die politische Macht, die ich dann einfach nicht habe. Das heißt, ich habe halt gemerkt, ich war so in dieser mittleren diplomatischen Verwaltungsebene, wo man halt wirklich nur verwaltet und wirklich keine Entscheidungen trifft, hat mich das halt sehr frustriert. Und als ich dann halt gesehen habe, dass es, wie gesagt, zum vollumfänglichen Krieg kam, hatte ich das Gefühl, ich muss jetzt halt was realpolitisch machen, statt halt akademisch drüber zu schreiben, es zu analysieren und so weiter. Deswegen war dann halt die Entscheidung zur humanitären Hilfe sehr nahe. Und als ich dann die ersten zwei Jahre Humanitärhilfe geleistet habe, habe ich halt gemerkt, dass ich mich damit finanziell halt nicht über Wasser halten kann, weil ich zahle mir halt kein Gehalt aus. Ich hatte einen ehrenamtlichen Verein, den ich gegründet habe, mitgegründet habe und den habe ich halt ehrenamtlich geführt. Das heißt, wenn ich gerade nicht in der Ukraine war, war ich in Deutschland und habe mehrere Teilzeitjobs gemacht, um mich quasi finanziell über Wasser zu halten, und habe währenddessen versucht, mein Studium zu beenden und habe halt gemerkt, dass ich in diesen zwei Welten gleichzeitig nicht existieren kann, da brenne ich komplett aus. Also im Sommer 23 hatte ich dann halt vier Teilzeitjobs gleichzeitig. Das haut einfach so nicht hin. Physisch wie auch psychisch war da die Belastungsgrenze erreicht, sodass ich dann halt das Gefühl hatte, ich muss jetzt eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht, entweder nur Deutschland oder nur Ukraine. Und da ich mich mittlerweile schon so auf diese Lebensqualität in der Ukraine. Eingefasst habe und mir das alles so nahe ging, hatte ich das Gefühl, okay, ich muss in die Ukraine und dort konstant helfen. Aber das ging halt als humanitärer Helfer zu der damaligen Zeit finanziell auch nicht wirklich, dass man da ein Gehalt ausgezahlt bekommt, von dem man leben kann. Deswegen war dann halt die Entscheidung für mich da, dass ich in die ukrainische Armee gehe und Sanitäter werde. Denn dort kann ich dann halt meinem innerlichen Retterinstinkt irgendwie Genüge tun und wirklich Menschen nicht nur helfen, sondern retten. Was für mich einfach, was ich als sehr, sehr sinnstiftend empfand. Und ja, gleichzeitig kriege ich dafür auch ein Gehalt, ein relativ mickriges, muss man sagen. Ich bin wirklich immer wieder erstaunt darüber, wie erstaunt die Deutschen sind. Sobald sie hören, wie viel man da tatsächlich bekommt, denken die sich, ach, das ist ja, also ein ukrainischer Infanterist für die Frontarbeit, die er bekommt, für das Gehalt würde ein Bundeswehrsoldat nicht mal aufstehen. Das sind lapidare Beträge. Wie viel ist das genau? Das ist unterschiedlich. Mittlerweile wurde es auch gehoben bei Fronteinsatz 2.000, 2.500 Euro ungefähr. Mittlerweile wird das jetzt auch noch gehoben, hat da Selenskyj angekündigt. Aber. Das Grundgehalt sind 500 Euro und dazu kommen dann halt Kampfbonus, was dann im Schnitt, also ich kriege aktuell 1500 Euro im Monat. Was soll ich sagen, das Preisniveau in der Ukraine ist ein sehr ähnliches wie in Deutschland. Das heißt, also es rendiert sich manchmal mehr irgendwie, also in Deutschland von Sozialhilfe zu leben, wäre glaube ich fast schon ähnlich, was das Preisniveau angeht, wie in der Ukraine zu dienen. Das ist halt, es ist halt verrückt und es ist halt schade für die Arbeit, die man da halt tut, weswegen es halt noch umso wichtiger war für mich auch eine intrinsische Motivation zu haben in dem, was ich tue und ich tue das halt eben nicht für irgendwie, um finanziell besser dazustehen, das tue ich da halt leider nicht, das tue ich halt einfach nur, wie gesagt, weil ich das Gefühl habe, ich muss halt helfen, nicht aufgrund von patriotischen Überzeugungen, sondern aufgrund von... Ja, einem Grundhumanismus würde ich sagen, wo ich einfach das Gefühl habe, Menschen in Extrembedingungen zu retten, tut mir persönlich gut, auch unter anderem aufgrund der Diagnosen, die ich da habe. Also ich habe auch beispielsweise eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Das ist eine emotionale Disregulation, die sich auch in Hyperempathie äußert. Das heißt, wenn ich den Schmerz von anderen Menschen sehe, geht es mir auch sehr schlecht. Und wenn ich diesen Menschen helfen kann in ihrem Schmerz und es ihnen dadurch besser geht, geht es mir auch dadurch viel besser. Das heißt, ich bin mir dessen bewusst, dass ich auch sehr viele tiefen psychologische Gründe habe, wieso ich das tue, was ich tue. Was dazu führt, dass ich halt eben etwas tue, was jetzt viele andere Menschen in Deutschland nicht tun würden, was ich auch absolut nachvollziehen kann. Ich erwarte jetzt nicht, dass irgendwie jeder Mann und jede Frau in die Ostukraine geht, um da die Ukraine zu verteidigen. Das war meine persönliche Entscheidung und da stehe ich dahinter und ich sehe jetzt keine, daraus leitet sich für mich, für niemand andere eine Verantwortung ab, auch was den deutschen Staat angeht und irgendwie die Unterstützung des deutschen Staates in die Ukraine. Würde der deutsche Staat die Ukraine ab morgen nicht mehr unterstützen, ich würde genau das gleiche machen, was ich auch tue. Also ich sehe mich davon entkoppelt. Ich tue einfach das, was ich als richtig ansehe und dann kann ich nachts besser schlafen und jeder trifft seine eigene Entscheidung und jeder schläft nachts, wie er schlafen will. Was macht das eigentlich mit Ihnen, wenn Sie, Sie sind ja auch eben gerade wieder in Deutschland, also wenn Sie sehen, dass die Menschen zunehmend vielleicht auch gleichgültig gegenüber dem sind, was da in der Ukraine passiert und wenn auch die Unterstützung langsam nachlässt. Es gibt ja eine ganze Menge Leute, die sagen, warum sollen wir dafür Geld ausgeben, wir bräuchten eigentlich das Geld hier in Deutschland dringender. Also was sagen Sie, wenn diese Gleichgültigkeit oder Ablehnung rüberkommt? Also, ich muss sagen, grundsätzlich finde ich das extrem traurig, weil ich ja auch verstehe, dass das einen direkten Einfluss haben wird auf unsere Arbeit oder schon hat. Eine Sache, die ich in dem Buch, glaube ich, sehr viel beleuchte, ist, dass wir dort wirklich mit Stock und Stein hantieren, um das zu machen, was wir tun müssen. Das heißt für mich implizit ist da die Forderung, also für mich sehr offen, wie man uns, also wenn man uns zumindest ein paar qualitative Stöcke und Steine zur Verfügung stellen würde, wäre das alles doch schon weitaus einfach als es, und nicht so schwer, wie es ohnehin schon ist. Was die Gleichgültigkeit in der deutschen Bevölkerung angeht, also grundsätzlich natürlich finde ich es immer sehr skurril in Deutschland zu sein, einfach weil da ist man plötzlich wieder. In einem Land, in dem gerade kein Krieg herrscht und das Hirn operiert immer noch nach den alten Regeln. Das Hirn hält immer noch Ausschau, das Hirn lauscht immer noch nach bestimmten Geräuschen, sieht immer noch bestimmte Dinge, vor allem im Himmel, schaut immer noch unter die Füße, ob nicht da vielleicht doch eine Mine oder ein improvisierter Sprengkörper da liegt, ist immer noch sehr, sehr vorsichtig mit dem, wo ich mich im Raum befinde und so weiter und so fort. Also das heißt, diese Regeln, die man dort ja auch zum Überleben sich angeeignet hat, die finden hier weiterhin statt. Also die Neuroplastizität des Hirns ist eine Riesenerrungenschaft, aber das Hirn hat auch seine Belastungsgrenze und kann jetzt nicht von heute auf morgen immer wieder wie auf Knopfdruck anders operieren. Das heißt, es ist für mich schon sehr, sehr skurril, in Deutschland zu sein. Was die Gleichgültigkeit in der Bevölkerung angeht, finde ich es, wie gesagt, sehr schade, weil ich verstehe, dass es einen Einfluss auf unsere Arbeit hat. Gleichzeitig, was soll ich sagen, also erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral und das war schon immer so und ist es immer so. Sobald ein Mensch nicht unmittelbar tangiert wird von etwas, was ihn in seiner Existenz bedroht, also im Fall von Krieg beispielsweise dann interessiert er oder sie sich auch nicht dafür, ähm, Da sehe ich halt auch ein bisschen den Anspruch meines Buches oder die Schlagrichtung, dass ich halt eben versuchen will, Leute dafür zu sensibilisieren, wie das aussehen kann und vor allem, dass sowas auch herbeigeführt werden kann durch Gleichgültigkeit unter anderem. Aber da sehe ich mich halt wirklich nur als Stimme, die halt von dort erzählen kann und vielleicht irgendwie Menschen aufrütteln kann und Menschen auch irgendwo zeigen kann, dass man vielleicht das kleine Glück, was man hat, auch echt wertschätzen sollte, weil das ist wirklich, weitaus fragiler, als man meinen könnte. Und die Probleme, die ich auch dann manchmal höre von Freunden oder anderen Menschen in der deutschen Öffentlichkeit, die will ich niemanden absprechen, weil ich verstehe, Schmerz ist auch subjektiv. Das wäre ein Totschlag-Argument, wenn ich sage, du kannst jetzt hier nicht traurig sein, weil in der Ukraine sterben Menschen. Das klingt ja wie, ist dein Teller auf in Afrika hungern Menschen? Das ist ja ein komplettes Totschlag-Argument. Also ich will jetzt niemanden seine Probleme absprechen. Aber ich fände es doch gut, also wenn jemand zum Beispiel nach Lesen dieser Lektüre dann das Gefühl hat, okay, so schlimm ist das und das ja auch nicht. Das ist ja nicht wirklich ein Problem. Das kriegen wir eigentlich relativ gut bewältigt. Weil im Großen und Ganzen das mich jetzt halt gerade nicht in meiner Existenzgrundlage bedroht beispielsweise. Wie nehmen Sie die Entwicklung in Bezug auf Deutschland und Europa wahr? Es gab ja jetzt gerade auch diesen Vorfall mit der Drohne da in Leipzig. Man könnte ja das Gefühl bekommen, Da gibt es vielleicht eine Ausdehnung dieses Krieges sehr bald. Es gibt ja hybride Angriffe in den verschiedensten europäischen Ländern. Also glauben Sie wirklich, dass der Krieg sich auch bald nach Westeuropa ausdehnen könnte? Ich weiß es nicht. Ich kann mich dazu überhaupt nicht äußern, weil mein Arbeitsumfeld die letzten drei Jahre war sehr getrimmt auf einen Mikrokosmos, nämlich auf die Verwundeten um mich herum. Ich habe davor lange Zeit auch im Studium und an der Orts in meiner Karriere eine eher analytische Position eingenommen, wo es mir darum ging, bestimmte Sachverhalte zu analysieren, vor allem auch in Bezug auf Osteuropa, vor allem auch in Bezug auf die Ukraine. Leider Gottes muss ich gestehen, dass ich den Krieg nicht vorhergesehen habe. Ich habe gemerkt, dass sich da was zusammenbraut. Ich war aber bis zuletzt der Auffassung, dass es nicht zu einer groß angelegten Invasion kommen wird. Bis Mitte Februar war ich mir sicher, dass es nicht dazu kommen wird. Und habe danach dann relativ schnell festgestellt, ja gut, meine analytischen Fähigkeiten haben mir jetzt nicht so viel geholfen, weil, man kann noch so viel analysieren, bestimmte politische Zusammenhänge finden halt hinter dem Vorhang der Macht statt und da wird man keinen Zugriff haben, ganz egal wie sehr man es versucht, außer man hat die notwendigen Kontakte dafür. Und diese habe ich momentan halt nicht, weil an der Front habe ich halt nur die Kameraden um mich herum gehabt, die haben genauso wenig Ahnung davon, was da so passiert. Deswegen kurze Antwort, das kann ich leider nicht sagen, ich kann, das einzige was ich sagen kann ist halt, Ich kann halt sehen, was militärisch vor Ort stattfindet. Ich kann sehen, was es so an territorialen Gewinnen gibt, auf unserer Seite oder auch auf der Seite des Feindes. Ich kann davon Schlussfolgerungen ableiten, für mich persönlich, denn wenn es jetzt mittlerweile wie 13 Jahre dauert, um den Donbass einzunehmen, dann kann ich mir davon auch eigentlich herleiten, wie lange das noch anderorts dauern würde, hypothetisch. Aber dann wiederum, wie gesagt, weiß ich nicht, was da passiert, was ihnen für Mittel zur Verfügung stehen. Ich bin dazu sehr beschränkt auf meinen Mikrokosmos, um da im politischen Makrokosmos bestimmte Analysen tätigen zu können. Wie nehmen Sie die Stimmung unter den Soldaten, die Sie erleben, wahr? Ich hatte den Eindruck. Dass jedes Mal, wenn ich mit Soldaten direkt an der Front gesprochen habe, das Gefühl einer großen Skepsis gegenüber der Regierung in Kiew herrschte. Einer großen Skepsis auch teilweise gegenüber der Militärführung. Nicht genug Munition, die falsche Strategie. Nicht genug Unterstützung auch aus den westlichen Partnerländern, aber trotzdem die Überzeugung, wir kämpfen hier weiter. Was ist das, was die Soldaten weiterkämpfen lässt? Mein Eindruck war nicht, dass es, was sie sagten, Patriotismus ist. Also wir stehen jetzt alle hier für eine Ukraine, aber vielleicht ist das auch ein falscher Eindruck oder vielleicht kann man auch gar keine eindeutige Antwort darauf geben, aber das würde mich schon mal sehr interessieren. Was lässt die Soldaten weiter kämpfen, denn das ist ja auch eine Frage, die viele Deutsche immer wieder stellen. Sie sagen, ihr müsst euch doch jetzt mal an den Verhandlungstisch setzen, dann gebt ihr halt eben ein bisschen Land ab, aber dann ist zumindest Schluss. Natürlich, die Grundmotivation ist höchst individuell, also kann ich jetzt nicht alle irgendwie bei einem Kamm scheren. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass die Grundmotivation bei den meisten, grundlegend apolitisch ist. Das heißt, wir führen relativ wenig Gespräche über die Regierung, über das politische Handeln. Ich glaube unter anderem, das hängt auch mit einer bestimmten Kriegsmüdigkeit zusammen, weil man auch gemerkt hat, dass das nicht wirklich viel hilft. Wir können jetzt von morgens bis abends über Zelensky diskutieren und ob jemand ihn gut oder schlecht findet. Das ändert für uns, wie gesagt, in unserer unmittelbaren Arbeit wiederum gar nichts. Das heißt für manche ist es. Eher apolitisch, für manche ist es politisch, ich meine natürlich gibt es auch eher Nationalisten und irgendwelche Patrioten, die das dann halt aus ihren Grundüberzeugungen machen, ausgehend aus ihrer Interpretation dessen, was der Staat oder die Nation für sie bedeutet oder für andere bedeuten soll, die gibt es auch, aber einen eher weitaus wenigeren Prozentsatz die meisten sind dort, weil, Also klar, natürlich die meisten sind mobilisiert. Freiwillige, also die unter Vertrag stehen, haben wir die wenigsten. Viele sind auch einfach nur dafür da, weil sie da sein müssen, sozusagen, weil sie mobilisiert sind. Die meisten grundlegend sind, also das, was ich am meisten höre, das Argument ist, wenn wir das jetzt nicht machen, dann steht der Feind vor der Tür unserer Familien, sozusagen. Das ist so ein Argument, was sehr, sehr oft gebracht wird, dass ich in erster Linie jetzt hier gerade meine Familie verteidige. Das hängt auch stark mit der Brigade zusammen, in der man dient. Unsere Brigade beispielsweise kommt aus dem Osten des Ostens der Ukraine sozusagen, auch wurde geformt in den aktuell okkupierten Territorien sozusagen. Sagen, weswegen dieses Argument da auch sehr Sinn macht, weil es da wirklich darum geht, dass die Häuser, die Familien dieser Menschen wirklich einige wenige Autostunden meistens entfernt sind. Also ein, zwei, drei Stunden und dann ist man quasi schon bei ihren Familien. Ausgehend davon ist die Motivation halt ja sehr, sehr logisch ableitbar. Wie das in anderen Brigaden aussieht, weiß ich nicht, aber hier ist das mitunter so das Kernargument, also weniger Besinnung auf den Staat oder die Nation und mehr Besinnung eben auf die eigene Familie. Bei den meisten. Bei einigen wenigen steht dann halt der Staat und die Nation im Vordergrund. Was mich an Ihrem Buch so fasziniert hat, ist auf der einen Seite diese. Wahnsinnige Brutalität, die Krieg bedeutet. Ich sage es mal so, die Leiber, die zerrissen werden, zersprengt werden, die Menschen, die vor Schmerz schreien und weinen. Also eine unmenschliche, eine höllische Atmosphäre, die sie beschreiben. Und auf der anderen Seite die tiefe Menschlichkeit, die ich aus ihren Zeilen gespürt habe. Kameradschaft wäre so ein altmodischer Begriff. Zuneigung, Verlässlichkeit, all das, was man denken würde, einer wird angeschossen, alle rennen um ihr Leben, aber man lässt sie nicht zurück auch wenn man langsamer wird wenn sie das für mich war das. Eigentlich erträglich dass ich ihr Buch lesen konnte, Und hat mir sogar Kraft gegeben, weil komischerweise hatte ich das Gefühl, an der Front stirbt das, an was wir glauben, komischerweise nicht. Es wird kein Platz der Hölle. Es ist ein Ort der Hölle, aber die Menschen werden nicht zu Unwesen. Wenn Sie das, haben Sie das auch so ganz bewusst empfunden und gibt Ihnen das tiefe Kraft? Absolut, absolut. Also natürlich gibt es auch Parallelen zu anderer Antikriegsliteratur aller Remarque beispielsweise. Also im Westen nichts Neues ist auch mein Lieblingsbuch. Ich habe auch versucht dieses Buch in einem derartigen Tonfall zu halten. Und das heißt, mir ging es sehr darum, eben in erster Linie zu dokumentieren, weniger Adjektive sozusagen, weniger dem Leser vorgeben, was er jetzt fühlen oder sie fühlen muss, mehr einfach aufschreiben, was ist und der Leser, die Leserin kann dann fühlen, was er sie fühlen will, daraus sozusagen. Weil ich auch gemerkt habe den Horror selbst, auch den aufzuschreiben dafür bedarf es keiner Adjektive ich muss da nicht schreiben, wie schrecklich etwas fließt, ich kann auch einfach schreiben, wie es fließt das erübrigt sich ja daraus, aber eine andere Sache, die sie auch angesprochen haben die ich dann auch sehr stark gemerkt habe im Krieg in den letzten drei Jahren und vor allem auch in dieser Lesetätigkeit ist, dass man während man halt wirklich die dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte dokumentiert und das tut man halt im Krieg. Krieg ist das Dunkelste, was der Mensch so erschaffen hat. Also diese kollektive Gewaltanwendung von Menschen gegen Menschen. Ich habe bis jetzt noch nichts Schlimmeres gesehen auf dieser Welt. Wie gesagt, es ist zwar das Dunkelste, was der Mensch so hervorbeschworen hat, aber in dieser Dunkelheit gibt es manchmal auch extreme Lichtblicke. In unmenschlichsten Zeiten schafft es der Mensch manchmal am menschlichsten zu sein. So menschlich, wie man es in anderen Kontexten niemals erwarten würde. Und das ist etwas, was mich immer noch. Fasziniert, ist vielleicht das falsche Wort, aber was ich immer noch, Ja, extrem interessant finde und dass ich da auch versucht habe, eben auch im Buch nachzulegen. Also mir geht es jetzt nicht darum, nur die ganze Zeit irgendwie die Brutalität des Krieges aufzuzeichnen, sondern mir geht es auch vor allem um die Kapitel, wo ich auch die Lichtmomente aufzeichne, weil es ist wirklich sehr, sehr merkwürdig. Es ist also, vor allem an der Front tritt in erster Linie der Mensch als Soldat dem anderen Menschen als Soldaten gegenüber, aber ich habe dann auch oft Situationen erlebt, dass sobald eine der Seiten unbewaffnet ist und sich beispielsweise ergibt, dass dann plötzlich wieder der Mensch mit dem Menschen interagiert. Obwohl der Mensch in dem Moment der Feind ist, wird dann trotzdem miteinander geredet, vor allem weil auch die Sprache da ist. Im Endeffekt redet man wieder miteinander wie Menschen. Und das finde ich absolut merkwürdig, weil kurz davor waren wir noch dabei, haben versucht, uns zu töten. Gleichermaßen natürlich auch die andere Situation, wo dann in diesen unmenschlichen Situationen der Mensch extrem unmenschlich handelt. Und ich auch schon Kriegsverbrechen gesehen habe, die der Feind halt durchgeführt hat, auch an meinen Kameraden, wo ihnen halt die Köpfe abgeschnitten wurden beispielsweise, wo ich mir dann denke, ja gut. Ich verstehe in der Logik des Krieges müssen wir versuchen uns jetzt hier gegenseitig zu neutralisieren, aber dann wirklich to go out of your way, um dann halt noch solche Exemple zu statuieren und Köpfe abzuschneiden, ist halt dermaßen barbarisch, wo ich mir denke, ja gut. Also der Krieg ist schon schlimm genug. Ihr versucht da wirklich jetzt gerade das Allermöglichste noch rauszuholen, um das wirklich so schlimm ist, wie nur irgendwie möglich zu machen. Das heißt, diese zwei Extremen, die sich da immer wieder finden, die sind faszinierend. Und auch die. Einzelsituationen, die Einzelschicksale, die daraus entstehen. Also bestes Beispiel, was ich auch im Buch skizziert habe, es gab dort einen, einer meiner Kameraden hat mir erzählt, dass als sie im Sedebjanski Wald waren, haben sich einige Russen ergeben, die sind ohne Gewehre zu ihnen gekommen, haben ihre Rücken gezeigt, die ausgepeitscht waren, haben halt gesagt, dass sie, geschlagen wurden in ihrer Einheit, dass sie gefoltert wurden und dass sie sich deswegen ergeben haben, dass sie tagelang schon nach ukrainischen Positionen gesucht haben, um sich halt zu ergeben. Und daraufhin haben sie sie halt in Gefangenschaft genommen und haben sie dafür benutzt, um Schützengräben zu graben. Haben dann aber relativ schnell festgestellt, dass diese Gefangenen nirgendwo hinrennen werden. Die finden es eigentlich ganz gut gerade in Gefangenschaft. Also die betonen immer wieder, Hauptsache nicht wieder in unserer Einheit, wir bleiben gerne hier. Deswegen hat man irgendwann auch aufgehört, sie zu bewachen. Deswegen haben auch die Ukrainer irgendwann angefangen, mit denen zu reden. Und deswegen haben die Ukrainer irgendwann angefangen, denen irgendwie Zigaretten zu kaufen, Konserven mitzubringen, alles Mögliche. Und das haben sie dann immer dem Feldwebel, dem ukrainischen, übergeben, damit er es ihnen übergibt. Irgendwann hat mein Kamerad und ein paar andere Kameraden mitbekommen, dass dieser Feldwebel diese Sachen stiehlt und für sich nimmt. Und dann haben sie, also die Ukrainer, den ukrainischen Feldwebel zusammengeschlagen, weil er die russischen Kriegsgefangenen bestohlen hat. Also das heißt, es gibt dann einfach so derart skurrile Situationen, wo es dann plötzlich zu diesen Grautönen kommt, wo man sich dann trotzdem wieder als Mensch begegnet, in einigen wenigen Momenten. Und mir ging es halt darum, auch diese Lichtblicke aufzuzeigen, weil er am Ende des Tages ist zwar der Feind und er tut halt Ungeheuerliches Und es werden die schlimmsten Verbrechen begangen, die man sich vorstellen kann. Aber am Ende des Tages ist es halt auch ein Mensch, der aus den gleichen Organen besteht. Und da fließt auch, das Blut ist ebenfalls rot, nicht blau beispielsweise. Das soll jetzt halt nicht dazu führen, dass ich jetzt versuche den Feind extrem zu vermenschlichen und zu humanisieren und zu sagen wieso führen wir den Krieg, wir sind ja alle Menschen das ist ein naiver Humanismus, mir geht es eher darum eben auch diese Lichtblicke aufzuzeigen und zu zeigen, im Krieg ist nicht immer nur der Mensch dem Menschen Wolf sozusagen, im Krieg zeigt sich auch die menschlichste Seite des Menschen wenn er sie zulässt und das ist auch sehr individuell, da zeigt sich einfach nur die Tiefe eines jeden Menschen und ein jeder Mensch hat dann auch die Entscheidung, wie er sich in der oder in einer anderen Situation. Wie er sich geben wird. Aber grundsätzlich, was mich dann halt auch eben hier so lange behalten hat, ist halt eben die, wie Sie auch schon angesprochen haben, die Kameraderie, also, das Gefühl von dieser Grundsolidarität, die dann herrscht, wo ich halt weiß, es gibt halt Menschen um mich herum, mit denen hätte ich im zivilen Alltag nicht so viel zu tun. Ich wüsste gar nicht, worüber ich mit vielen von ihnen reden sollte, weil wir kommen aus komplett unterschiedlichen Hintergründen. Aber ich weiß, dass dieser Mensch mich aus dem Keller unter Beschuss rausziehen würde und genauso würde ich es mit ihm machen. Und das ist halt eine Bande, die man dadurch schließt, die findet man im zivilen Alltag nicht. Also ich habe irgendwie Freunde, bei denen ich weiß, ich könnte sie sonntags anrufen für einen Umzug oder damit sie mir irgendwie den Kühlschrank runterbringen. Aber ich weiß nicht, ob sie unter Beschuss irgendwie, ob sie da bleiben würden, wenn mir die Gliedmaßen abgerissen werden. Ob sie mich halten würden in meinen letzten Momenten oder, ob sie fliehen würden in so einem Moment, um ihr eigenes Leben. Zu sichern. Ich weiß es einfach nicht, weil ich nie in so einer Situation mit ihnen war und Gott sei Dank nicht war und hoffentlich niemals sein werde. Aber mit den Kameraden vor Ort war ich es halt mit einigen von ihnen und weiß es dann halt. Und das sind dann halt eben emotionale Banden, die findet man nirgendwo anders und die kreieren auch so eine Art Sogwirkung. Deswegen ist es ja auch sehr schwierig für viele Veteranen. Man kennt es ja auch zum Beispiel von vielen Bundeswehrangehörigen, die so nach Afghanistan, Bücher geschrieben haben, die dann ebenfalls auch sagen zum Beispiel, ich vermisse den Krieg beispielsweise, was ja für den Otto-Normalmenschen sehr, sehr merkwürdig klingt. Wie kann man denn sowas Schlimmes vermissen? Wenn es ja die schlimmsten Momente der Menschheit sind, wie kann man denn sowas bitte vermissen? Aber es ist halt eben nicht der Krieg als solches. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die der Krieg necessitates, die der Krieg notwendig macht. Und das ist dann halt eben die Ambivalenz des Krieges, die sich darin dann widerspiegelt, die Sie ja auch gerade angesprochen haben. Jetzt ist ja Ihre spezielle Rolle in diesem Krieg auch eine zutiefst menschliche Rolle, Als Sanitäter auch Kameraden auszubilden, die dann in der Lage sind, wiederum verletzte Soldaten zu retten. Da haben Sie uns auch einen kleinen Video-Ausschnitt mitgebracht. Da würde ich auch gerne nochmal kurz reinschauen und wenn Sie es erzählen, was Sie da tun. Ja, also hier geht es in erster Linie darum, hier wird das gezeigt, was ich jetzt mitunter das letzte Jahr gemacht habe, die letzten eineinhalb Jahre, nämlich ich bin zum Ausbilder in der taktischen Medizin geworden, also mir geht es darum, den Jungs beizubringen, wie man sich und seine Kameraden im schlimmsten Fall, falls der schlimmste Fall eintritt, wie man sich dann halt retten kann. Dazu hat die taktische Medizin einige bestimmte Protokolle, die man halt quasi nach Lehrbuch beibringen kann. Worum es mir geht bei den Trainings ist, das Ganze vor allem ganzheitlich zu gestalten. Das heißt auch unter psychologischen Aspekten diese taktische Medizin durchzuführen. Psychologische Aspekte heißt, in den praktischen Trainings geht es mir auch darum, besonders viel Stress zu kreieren, damit die Jungs verstehen, dass das nicht irgendwie im luftleeren Raum stattfinden wird und in einem emotional geerdeten Zustand, sondern das wird alles mit zittrigen Händen, mit Adrenalin, mit Beschuss, mit Schreien, mit Blut, mit Gedärmen stattfinden. Das heißt, in einer Situation, wo deine Hände sehr zittern werden, wo das Adrenalin dir so einen Tunnelblick vor die Augen schafft und. Wo es sehr, sehr schwer sein wird, vernünftig nachzudenken. Das ist etwas, was ich auch versuche, ihnen nahezubringen und vor allem auch, dass das in einem taktischen Umfeld stattfinden wird. Das heißt, dass man währenddessen, Wenn man auch die Verwundenversorgung macht, immer noch Augen auf dem Hinterkopf hat sozusagen und 360 Grad überwacht, denn. In Frontnähe ist man halt, wie gesagt, durch die Drohnen ständig sichtbar und das muss man auch bei der Verwundetenversorgung beherzigen. Das heißt, die taktische Medizin auch als solches hat sich auch in den letzten zwei Jahren so dermaßen verändert oder die Anforderungen sind so sehr gewachsen, physisch wie auch psychisch wie auch wissenstechnisch, dass es da wirklich an Unmengen an Wissen gibt, was man den Jungs in kürzester Zeit beibringen muss und das versuchen wir dann halt zu tun. Da sehen wir Sie zuletzt in einem dieser Gräben, Schützengräben, die Sie sich da an der Front gegraben haben oder was war das? Genau, aber das ist auch ebenfalls Training. Das war noch Ende 23. Heutzutage wäre das auch kein adäquates Training mehr, weil im Schützenraum mit fünf Leuten da irgendwie rumzuwirbeln, findet einfach nicht mehr statt. Unter offenem Himmel, das wäre eine Sache, die wäre nach 40 Sekunden gegessen. Also dann würden halt nicht 50 Prozent überleben, würde man das so heutzutage durchführen. Aber genau, das war noch ein Training von vor drei Jahren, wo ich die Jungs da auch sehr laut anschreie, da in dem Moment, wo wir da auch in die Luft schießen, wo wir Granaten werfen, wo wir halt versuchen, eben, möglichst den Adrenalinspiegel oben zu halten, um sie besser auf das vorzubereiten, was sie dann halt leider Gottes oft erleben werden. Ja, ich hatte das ja zu eingangs schon erwähnt, dass... Friedrich Merz in Kiew war. Ich glaube, das war auf der einen Seite sicherlich ein wichtiges Symbol für die Ukraine in dieser sich zuspitzenden Situation, aber wahrscheinlich auch nach innen gerichtet, wo, die Debatten zunehmen darum, wann kommt dieser Krieg zu einem Ende und sich eigentlich die Bevölkerung auch immer mehr in die eine oder andere Richtung bewegt. Und ich würde mal gerne kurz reinhören, was Friedrich Merz in Kiew gesagt hat, und dann noch mal kurz Ihre Meinung dazu hören. Das ist der politische Meinungskampf, den wir in Deutschland austragen müssen. Und Sie sehen mich heute entschlossener denn je, diesen Streit auch auszutragen. Denn es geht hier um nicht mehr und um nicht weniger als um die friedliche und freiheitliche Zukunft unseres Landes in den nächsten Jahren, vielleicht Jahrzehnten. Ja, jetzt höre ich von meinen Gesprächspartnern in der Ukraine, dass eigentlich, mit dieser Trump-Regierung und ihren sehr hilflosen Versuchen, beziehungsweise nicht wirklich ernstzunehmenden Versuchen, hier etwas zu bewegen, Deutschland an eine Stelle gerückt ist, die viel, viel bedeutender ist, als sie zuvor war. Also im Prinzip sieht man in manchen Kreisen doch Deutschland inzwischen als den westlichen Partner, der sozusagen am wichtigsten ist mit dem Wegfallen der USA. Wie wird das unter Ihren Kameraden, unter den Soldaten wahrgenommen oder wird so ein Besuch eines deutschen Bundeskanzlers nicht wirklich registriert? Da, wo wir sind, wird das überhaupt nicht registriert. Es kam kein einziges Mal zur Debatte. Das ist für mich halt persönlich weitaus interessanter, eben als Deutscher, das zu sehen. Stellenweise, also dem, was Sie auch sagen, stimme ich auch zu, dass Deutschland da eine Verantwortung hätte oder eine Möglichkeit, sich auch eben als, Zentrale europäische Macht zu positionieren und auch etwas, was auch schon vor der Trump-Kandidatur hätte stattfinden sollen. Davon war ich immer der Meinung, dass man eben auch seine eigene Stimme als deutscher Staat nutzen müsste, statt irgendwie immer. Man möge sagen, dem hinterherzugehen, was die USA so sagen oder so wollen, was außenpolitisch oftmals zu Folgen führte, denen ich persönlich halt nicht zustimmen kann. Wie das jetzt politisch aussehen wird werden wir sehen, aber für den Otto-Normal-Infanteristen, in der Ukraine spielt das alles leider überhaupt keine Rolle das ist alles sehr weit weg also wenn ich jetzt da in meiner Einheit fragen würde, würde jeder sagen, dass er nicht mal wusste, dass da irgendwie Merz in die Ukraine gekommen ist und die meisten würden auch nicht mal wissen also wenn ich jetzt einfach Merz sage könnten sie mit dem Namen nichts anfangen das heißt es gibt da einfach nicht unbedingt eine Politikverdrossenheit, es gibt einfach keinen Grund sich tiefergehend mit Außenpolitik zu beschäftigen, während man angegriffen wird, während irgendwie der Feind im eigenen Land steht. Da spielt das eigentlich auch keine Rolle, wer da von westlicher Seite, was es da für Staaten gibt und was für Interessen sie haben und wie sie unterstützen beziehungsweise nicht unterstützen. Also das Interesse ist einfach verflogen, weil man halt gemerkt hat, man ist am Ende des Tages ja trotzdem auf sich allein gestellt. Eventuell gibt es Unterstützung, aber am Ende des Tages werden ja trotzdem die Ukrainer diesen Kampf führen und niemand anderes und ich glaube, Aber das hat dazu geführt, dass sich, wie gesagt, sehr viele ukrainische Soldaten einfach die meisten nicht damit beschäftigen. Mich würde nochmal interessieren, wenn Sie über Zukunft nachdenken, Sie sind ja noch ein junger Mann, wenn ich das sagen darf, zumindest aus meiner Perspektive, aus meinem Alter, ähm. Wie sehen Sie Ihre Zukunft oder was sind Ihre Zukunftsträume vielleicht auch? Ich sehe aktuell für mich leider Gottes auch kaum eine konkrete Zukunft. Ich habe kaum Zukunftsvorstellungen und mir ist auch bewusst, dass das somit unter so ein bisschen der Preis war, den ich zahlen musste für meinen Idealismus. Ich wollte unbedingt Menschen retten, ich wollte unbedingt helfen und ich habe dabei ziemlich vernachlässigt, dass der Krieg natürlich auch für mich mit mir sehr viel tun wird. Und natürlich wird der Krieg auch mich brechen und natürlich wird der Krieg auch mich verändern zu einem Grad, in dem ich eventuell auch nicht mehr in der Lage bin, dahin zurückzufinden, wo ich herkam. Also ich wollte eigentlich nach meinem Master noch einen Doktor machen. Dachte ja gut, dann erstmal muss ich jetzt hier als Sanitäter helfen, das kann ich danach immer noch machen. Mittlerweile fühlt sich die akademische Laufbahn für mich einfach sehr, sehr weit weg an im Kopf. Ich weiß, ich wäre kognitiv immer noch in der Lage, ich habe jetzt zwar ein paar Hirnerschütterungen, aber ich glaube grundsätzlich, das Hirn funktioniert immer noch so, wie es sollte. Also wäre ich intellektuell quasi in der Lage, so einen Doktor zu schreiben, aber emotional kann ich mich damit überhaupt nicht mehr identifizieren, so wie mit vielen anderen Dingen aus der zivilen Welt. Das heißt, wenn man halt ständig in diesen extremen Zuständen ist, wenn man ständig mit so einem Hormonhaushalt konfrontiert wird, mit einem eigenen, während man halt irgendwie schreiende Menschen in Todesangst in Extremzuständen versorgt, dann macht das halt auch emotional was mit einem und dann findet man halt bestimmte Dinge, also bestimmte Dinge tangieren einen emotional halt nicht mehr so, wie sie es früher getan hätten, weil einfach der Hormon hat es halt komplett. Komplett außer Rand und Band ist. Also früher hätte mich zum Beispiel auch so ein Podcast, glaube ich, davor emotional richtig, da wäre ich davor richtig nervös gewesen, damit da bloß alles gut läuft. Mittlerweile, also das Einzige, was ich verspüre, ist halt Freude, dass ich die Möglichkeit habe, an so einem Podcast teilzunehmen und meine Gedanken zu äußern, aber es gibt halt keine Nervosität mehr, weil nervös war ich in den Situationen, wo ich halt da saß und dachte, jetzt endet's, ich komme hier nicht mehr raus, das wird's gewesen sein. Und ich gemerkt habe, wie mir das Urin irgendwie die Hose runterläuft, weil der Körper auch versteht, so jetzt ist Fight or Flight, jetzt muss ich allen Ballast abwerfen, weil jetzt muss ich eventuell rennen, falls ich es schaffe, so nach dem Motto. Nach solchen Situationen und wenn man auch einige von solchen Situationen hatte, dann macht das halt was mit einem und dann nimmt das einem auch in erster Linie, im Guten nimmt das einem die Angst vor vielen zivilen Sachen, man macht sich halt wirklich keine Sorgen mehr um Sachen wie dass man sich blamieren würde in einem Gespräch oder sowas. Im Schlechten nimmt das einem halt auch so ein bisschen die emotionalen Ansatzpunkte im zivilen Leben. Also ich kann mich jetzt kaum in einem Office-Job sehen beispielsweise. Ich kann mich kaum in einem anderen Job sehen, wo es nicht darum ginge, eben Menschen aktiv zu retten. Selbst irgendwie im zivilen Sanitätsdienst oder als Feuerwehrmann oder sowas, das käme dem immer noch näher, weil ich ja Menschen immer noch aktiv retten würde, aber halt eben nicht in diesem. Extremkontext, in dem ich das ja gemacht habe, irgendwie eineinhalb Jahre lang. Das heißt, um nochmal auf die Frage zurückzukommen, ich weiß nicht genau, wo mich meine Zukunft hinführen soll. Ich habe dafür aktuell überhaupt keine Stoßrichtung. Ich weiß, dass diese Fragen sich erst nach Ende des Krieges eröffnen werden, davor nicht. Weil ich muss das weiterhin machen, bis der Krieg zu Ende ist und danach, was auch immer es wird, es muss auf jeden Fall... Weiterhin einen Sinn für die Menschheit als Ganzes haben. Auch wenn dieser Sinn minimal klein sein wird, auch wenn das nur ein Mühe ist, auch wenn ich wirklich nur das Schicksal von ein, zwei Leuten ändere, ist das für mich schon gut genug. Es muss aber einen sinnvollen Impact, einen sozialen Impact haben, sonst kann ich das nicht tun. Weil diesen sozialen Impact hatte ich jetzt dermaßen intensiv, wenn ich halt Leute habe, die mich irgendwie auf der Straße sehen. Das sind Leute, die ich gerettet habe und die sagen, Boah, Husky, lang ist her, sieh, ich kann jetzt schon wieder laufen, ich habe jetzt hier eine Prothese und schaue, wie schnell ich schon gehe. Wenn man halt mit solchen Sachen konfrontiert ist, dann merke ich, dass das genau das ist, was ich brauche, nämlich das Gefühl, dass ich die Welt vielleicht ein, wie gesagt, ein Müh, ein kleines Müh besser gemacht habe. Das würde mir schon reichen. Das würde mir schon reichen. Ich mache sie, glaube ich, mit meiner Existenz an sich mache ich sie schon schlechter, weil ich natürlich auch konsumiere, weil ich natürlich auch in dieser Konsumgesellschaft ein Teil bin und dementsprechend auch meinen Fußabdruck hinterlasse. Aber zumindest irgendwie sozial da irgendwas Gutes zu schaffen, wäre mir schon wichtig. Aber ja, keine Ahnung, kurze Antwort. Ich dürfte noch eine Frage stellen, Katrin, weil mich das sehr bewegt und es ist vielleicht auch eine zu persönliche. Aber Sie haben gerade besprochen, was eigentlich Zukunft, was ein relativer Begriff für Sie ist. Haben Sie Todesangst? Ich habe in Ihrem Buch gelesen, wie Sie einmal in eine ganz schwierige Situation kamen, auf eine Mine gefahren sind mit dem Fahrzeug und dann fliehen mussten und eigentlich nur unendlich müde waren und das gar nicht als ein erschreckendes Szenario, vorgestellt haben, dass vielleicht auch der Tod droht. Wie ist der Tod, der so unmittelbar immer bei Ihnen ist? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mein Verhältnis mit dem Tod ist auch ein sehr ambivalentes. Ich hatte auch schon von früh an eine bestimmte Probleme mit Suizidalität, auch ausgehend aus meiner Borderline-Diagnose. Die Suizidalität hat mich aber auf jeden Fall nicht an die Front gebracht. Ich bin da nicht hingegangen, um dort zu sterben, weil. Solche Leute will man nicht an der Front haben, die einen Todeswunsch haben, weil diese Menschen, die werden ja auch andere mit in den Tod reißen. Das kann man sich ja nicht herausnehmen. Wenn man sterben will, dann macht man es doch bitte nicht, indem man andere Kameraden in Gefahr bringt sozusagen. Sagen. Und an der Front habe ich diese Suizidalität auch komplett abgelegt, weil ich dann halt eben diese Todesangst oft verspürt habe, wo ich dann gemerkt habe, boah, jetzt könnte es wirklich zu Ende sein. Und dann halt gemerkt habe, nein, aber ich möchte schon gerne leben. Ich finde das Leben an sich existenziell ist das natürlich auch sehr herausfordernd und komisch, aber auch sehr schön. Und es kann auch glücklich machen. Es bietet einem so viel. Die Möglichkeit überhaupt zu existieren ist eine Unwahrscheinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Es ist eine kosmologische Anomalie. Und dafür lohnt es sich ja schon, diese paar Jahrzehnte das mal mitzumachen und sich das mal anzuschauen. Und habe halt gemerkt, ich würde schon gerne leben. Und das hat mir dann natürlich auch sehr viel Todesangst kreiert. Also aus der Suizidalität wurde dann halt die Todesangst und wurde das Verlangen, leben zu wollen. Und... Und diese Todesangst kam dann immer und immer wieder vor jeder Evakuierungsfahrt, weil man mehr und mehr sich dessen bewusst wurde, dass es halt ein Münzwurf ist, vor allem mit den Drohnen, dass es ein Münzwurf ist, ob man es jetzt rausschafft oder nicht. Und so viele Dinge hängen eben nicht von meinen eigenen Fähigkeiten oder Fertigkeiten oder Kenntnissen oder kognitiven Leistungen ab, sondern so vieles hängt eben davon ab, ob dieser Drohnenpilot mich sieht oder nicht. Und wenn er mich sieht, dann fliegt er halt in mich rein. Das heißt, sobald man halt konfrontiert wurde mit diesem, ja, mit dieser Wahrscheinlichkeitsrechnung, eventuell ja, eventuell nein, wurde ich halt immer und immer wieder mit dieser Todesangst konfrontiert und deswegen, ja, würde ich sagen, schon mittlerweile natürlich habe ich Todesangst, aber ich bin mittlerweile auch ziemlich, desensibilisiert, also einerseits arbeite ich jetzt natürlich auch in einer Position, die weitaus weniger Risiko mit sich bringt und, Und andererseits, mit der Zeit ermüdet man auch und nimmt diese Todesangst auch nicht mehr so aktiv wahr, was auch sehr problematisch ist, weil dadurch sterben Jungs an der Front, weil wenn die dann halt drei Monate auf Position sind und irgendwann nach zwei Monaten, irgendwie ohne Plattenträger rausgehen, einfach weil es ja gestern auch funktioniert hat, und einfach so ein bisschen die Deckung fallen lassen. Dann passiert es ja halt meistens, dann stirbt man dann halt auch. Also das heißt, die Ermüdung führt auch dazu, dass die Todesangt sich dann irgendwann verflüssigt. Aber dabei sollte sie eigentlich immer so, ein Grad an Todesangt sollte es immer geben. Nicht zu sehr, es soll nicht in Paranoia ausarten, aber auch nicht zu wenig, sodass man sich im schlimmsten Fall als unantastbar ansieht. Dann wird das nämlich ganz schnell enden. Sobald, also immer wieder, wenn ich Jungs gesehen habe, die sich genauso benommen haben, weil sie irgendwie fünfmal Glück hatten, und da dachten sie, das ist die logische Schlussfolgerung. Ich hatte kein Glück, ich bin unantastbar. dann war es beim sechsten Mal immer vorbei. Ja, wir könnten jetzt noch sehr lange weiter sprechen, weil das wirklich faszinierend und, glaube ich für viele unbekannte Erfahrungen menschliche Erfahrungen sind, die, sie gemacht haben und ich finde das haben sie auf eine wunderbare Art und Weise geschildert eben als menschliche Grunderfahrungen und vielleicht Alexander Gerz ist dieses Buch, ein Schritt in die Richtung, was die Zukunft noch bereithält. Sicherlich noch viel, sehr viel über das hinaus, Lässt auf jeden Fall ein großes Talent erkennen und ich werde noch mal ein bisschen Werbung dafür machen. Im Schatten der Drohnen erschienen ist es bei Kiepenheuer & Witsch am 1. Oktober. Wahrscheinlich liegt es schon in den Buchhandlungen. Sehr schön, weil wir haben es ja nur als E-Manuskript bisher gelesen. Ja, mir bleibt nicht mehr und nicht weniger als zu sagen, ganz ganz herzlichen Dank, dass Sie bei uns im Podcast dabei waren und so haben auf so eine sehr nahe Art auch an Ihrem Innenleben teilhaben lassen. Also das war sehr berührend für mich zumindest. Und ja, dann hoffe ich, dass wir uns irgendwann vielleicht in der Ukraine wiedersehen. Sehr, sehr gerne. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Vielen Dank. Auch in den 14 Tagen hier in Deutschland. Ja, und mir bleibt... Elmar, du wolltest noch was sagen? Ja, sorry, ich wollte eigentlich auch nur herzlichen Dank sagen. Ich bin zutiefst beeindruckt. Ganz herzlichen Dank und alles Gute Ihnen und Ihren Kameraden. Vielen, vielen Dank. Dankeschön. Von mir auch. Und ich weiß nicht, ob ich Sie wiedersehen will, weil das weiß ich nicht, ob das ein Ort ist, an dem ich sein will. Aber es hat mich sehr beeindruckt, dass Sie uns dahin geführt haben. Ich bin eigentlich fast ein bisschen verwirrt, wie ich das alles einordnen soll. Eine ganz andere Welt, die doch Realität ist. Ja, mir bleibt dann nicht mehr als zu sagen, danke fürs Zuhören, fürs Zuschauen. Wie immer, Kritik gerne an Auslandsjournal, der Podcast at ztf.de. Noch ein Hinweis in eigener Sache, wir haben ja seit jüngster Zeit ein Newsletter für den Trump-Effekt. Bitte gerne abonnieren, da melden wir uns regelmäßig auch mit Inneneinblicken einerseits zu den Trump-Effekten, Aber natürlich auch nochmal zu der Innenlage in Amerika. Und zu den Midterms in Kongresswahlen, ja genau. Genau, zu den Midterms. Das ist der Grund gewesen, weswegen wir den Newsletter jetzt auch aufgesetzt haben. Also wie gesagt, gerne abonnieren und mir bleibt da nichts zu sagen als Tschüss bis nächste Woche. Dankeschön, Tschüss. Auslandsjournal, der Podcast. Der Trump-Effekt ist eine Produktion von Busepark Productions im Auftrag des ZDF-Auslandsjournals.