Hallo, ich freue mich, dass ihr zuhört. Normalerweise hört ihr hier neue Folgen von Der Trump-Effekt. Diesmal haben wir etwas Besonderes für euch. Vor fünf Jahren ist die NATO aus Afghanistan abgezogen. Und was dabei und danach passiert ist, war schrecklich. Und es hat die Welt in Atem gehalten. Zum Jahrestag des Abzugs haben wir uns gefragt, was ist damals schiefgelaufen? Wie geht es Afghanistan heute? Wie geht es der NATO heute? Und was hat Donald Trump damit zu tun? Dies ist Folge 3 unserer vierteiligen ZDF-Auslandsjournal-Podcast-Serie Trump, und die Akte Afghanistan. In diesem Podcast benutzen wir an manchen Stellen Töne aus der fiktionalen ZDF-Serie Kabul. Flucht aus der Hölle. Es sind keine Originaltöne. Die Serie findet ihr im ZDF-Streaming. Im Herbst 2025 ist Präsident Donald J. Trump auf Staatsbesuch in England. Gemeinsam mit dem damaligen Premierminister Keir Starmer hält er eine Pressekonferenz. Ihm ist völlig klar, was er da sagt, könnte eine Einmeldung werden. Die USA wollen that base zurück. Bagram war die größte Militärbasis der USA in Afghanistan. Und Trump macht klar, warum er sie wiederhaben will. Bagram sei eine Stunde entfernt von dem Ort, an dem China Atomwaffen herstelle. Gut, wie üblich übertreibt Trump hier. Bagram liegt nicht direkt an der chinesischen Grenze, aber strategisch in deren Richtung. Für die USA ist der Stützpunkt geopolitisch bedeutsam, wegen seiner Lage zwischen Iran, Pakistan, Zentralasien und China. Auf Truth Social schickt Trump eine Drohung an die Taliban. Wenn sie die Militärbasis nicht zurückgeben, würden schlimme Dinge passieren. Es dauert ein bisschen, bis die Taliban reagieren. Aber im Juli 2026 äußert sich der Kulturminister der Taliban in einem Interview mit der englischsprachigen Zeitschrift India Today. Seine Botschaft ist schlicht. Trump will get Bagram Air Base only in his dreams. Oder anders gesagt, träum weiter, Donald. Ich bin Shakuntala Banerjee und ihr hört Trump und die Akte Afghanistan. Der Abzug aus Afghanistan hinterließ ein Land im Chaos, das zurückfiel an die Taliban. Darum ging es in der letzten Folge. Wir haben uns gefragt, hätten die Alliierten das vermeiden können? Was müssen wir aus dem unrühmlichen Ende und dem Scheitern der Afghanistan-Mission lernen, damit sowas nicht nochmal passiert? Und welche Lehren sind auch wichtig für die Sicherheit Deutschlands? Fünf Jahre nach dem Abzug aus Afghanistan reden wir in dieser Folge darüber, was wir in Zukunft besser machen müssen. Dies ist Folge 3. Was bleibt? Das ist die Ironie, ich glaube, dass beide Donald Trump und Joe Biden, waren beide right, in der sie wusste, dass sie das war nicht war, nachdem sie in der Zeit waren, und dass es Zeit war, nachdem es zu gehen. Of course, es ist easy zu starten, aber es ist viel schwerer zu enden, insbesondere wenn es nicht weitergeht. Das ist die Stimme des US-amerikanischen Journalisten Craig Whitlock. Er sagt, die Menschen in den USA wollen ihrer Regierung eigentlich vertrauen. Sie wollen glauben, was die Politik und das Militär ihnen sagen. Doch im Fall Afghanistan hätte ihnen keiner gesagt, wie es tatsächlich steht. Und both Biden und Trump struggled mit wie zu tun, und sie struggled mit wie zu erzählen, die Wahrnehmung die Wahrnehmung über das, weil niemand wollte sagen, dass die United States was verlieren, die Krieg. Craig Whitlock ist Journalist. Er arbeitet seit 28 Jahren für die Washington Post. Kaum einer hat sich so ausführlich mit dem Krieg in Afghanistan beschäftigt wie er. Es war die längste Recherche seines Lebens, sagt er. Ihm verdanken wir, dass wir heute wissen, wie die Verantwortlichen tatsächlich dachten über den Einsatz in Afghanistan. Drei Jahre hat er in Archiven gegraben, mit Kennern der Mission gesprochen, sich Zugang zu Informationen verschafft. Zuerst kam dabei ein Artikel raus. At War with the Truth. Krieg gegen die Wahrheit. Dann schreibt er auf Basis dieses Artikels ein ganzes Buch, The Afghanistan Papers, The Secret History of War, mit der geballten Wucht seiner Investigativrecherche. So this was really a treasure trove of information that people thought would never be made public, but which they essentially bared their soul about what had been going wrong in Afghanistan. Die Dokumente, von denen Craig Whitlock hier spricht, das sind geheime Unterlagen der Regierung zur US-Mission in Afghanistan, die er für seine Recherche auswertet. An diese Akten zu kommen, das kostet die Washington Post drei Jahre und einen Gerichtsprozess. Craig Whitlock und seine Kollegen klagen mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes und gewinnen. Sein Team bekommt Einblick in Informationen, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt waren. Und was er dann herausfindet, ist ernüchternd. Er ist ein paar Jahre, die Afghanen und die Schleifte in den Fiel. Für den besten Teil der 20 Jahre, sie immer sagen in public, das ist funktioniert, sie sind in der Lage, sie sind in der Lage, sie sind in der Afghanen. Die Afghanen sind in der Lage, sie sind in der Lage, sie sind in der Lage, sie sind in der Taliban. 20 Jahre lang klangen die politischen Botschaften öffentlich ziemlich ähnlich, nämlich es läuft. Wir kommen voran. Afghanistans Armee und Polizei wachsen in ihre Aufgaben hinein. Doch in den vertraulichen Gesprächen, die Whitlock nachträglich einsehen kann, klingt es ganz anders. Die Afghanen-Armee und insbesondere die Afghanen-Polize, wo sie sagen würden, sie waren korrupt, sie konnten nicht kämpfen, sie hatten keine Willen, um ihre eigene Zentrale-Gövernheit, zu unterstützen, die illiteratie, sie konnten nicht counten, sie konnten nicht sagen, ihre Farben, sie konnten nicht benutzen, sie konnten nicht benutzen. Und wir haben einfach die aktuelle, reine Description von wie poorly trainiert und equipiert und motiviert sie waren. Es war sehr sobering, compared zu dem, was in der öffentlichen Rede gesagt war. Korrupte Sicherheitskräfte, die unfähig sind, gegen die Taliban oder IS-Terroristen zu kämpfen, die auch nicht hinter ihrer Regierung stehen. Wie wäre der Einsatz verlaufen, wenn das früher bekannt geworden wäre? To feel that the government didn't tell them the truth over a long period of time about what was going on. I think that has had a profound effect on how people view the government from all parties. Der Vertrauensbruch, der durch das Schweigen entstanden ist, geht weit über den Fall Afghanistan hinaus, sagt Whitlock. Dazu kommen wir gleich noch. Zunächst bringen die Dokumente vor allem eines ans Licht. Selbst hochrangige Politikerinnen und Politiker und auch Generäle waren eher der Meinung, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen war. Bloß öffentlich. Da sagen sie etwas anderes. Es ist, als wollten sie die Bevölkerung nicht enttäuschen. Diese Verantwortung wollte niemand auf sich nehmen. An dieser Stelle zur Erinnerung. Als der Krieg in Afghanistan begann, waren 90 Prozent der Amerikaner dafür, weil sie darin eine Selbstverteidigung nach den Anschlägen von 9-11 sahen und, einen legitimen Kampf gegen den Terror. Und die Vorstellung, den Menschen zu sagen, diesen Kampf verlieren wir, wir, die großen USA schaffen es nicht, uns mit unseren Verbündeten gegen die Taliban durchzusetzen, diese Vorstellung muss für die Verantwortlichen extrem unangenehm gewesen sein, sagt Whitlock. Menschlich ist das irgendwie nachvollziehbar. Politisch hat es weitreichende Folgen. Mit Afghanistan sei in Amerika das Gefühl entstanden, meine Regierung sagt mir nicht die Wahrheit. Und dieses Misstrauen treffe alle Parteien. Präsident Biden genauso wie Trump. Denn der sei eben auch mit dem chaotischen Abzug verbunden. Militärische Uniform sagen. Eigentlich wollten die Menschen den Männern in Uniform trauen. Aber Even among Republicans, President Trump's base supporters, there's a lot of division and a lot of distrust that they don't want to take the government's word for how things are going in Iran. Selbst viele Republikaner glauben dem, was der aktuelle Präsident sagt, nicht mehr. Etwa, wenn es um dessen Krieg in Iran geht. Es bleibt ein Misstrauen gegen die eigene Regierung, besonders wenn es um Militäreinsätze geht. Und Whitlock führt das vor allem auf einen Einsatz zurück. Wenn man nicht ehrlich zu seiner eigenen Bevölkerung ist, warum man sein Land in den Krieg führt? Dann kann das kaum ein gutes Ende nehmen. Die Dokumente, die Whitlock und die Washington Post an die Öffentlichkeit gebracht haben, enthüllen noch etwas anderes. Dass das Gefühl von Ben Hodges, unserem Gesprächspartner aus Folge 1, richtig war. Er war als US-Soldat in Afghanistan und sollte dort koordinieren, aber das Ziel der Mission war ihm nicht klar. Obama hat damals gerade das Amt im Weißen Haus übernommen und ordnet eine umfassende Überprüfung der Strategie in Afghanistan an. Und er stockt die Truppen auf, zusammen mit den NATO-Partnern. Es werden 150.000 Truppen aus den US- und NATO-NATO-Fraktion in Afghanistan sein. Aber in diesem Moment hatten sie zwei Debatten hinter den Szenen, die nicht öffentlich gemacht wurden, die sind ein bisschen schockierend, wenn man es denkt. Vertrauliche Protokolle von Gesprächen mit US-amerikanischen und NATO-Vertretern zeigen, hinter den Kulissen gibt es Auseinandersetzungen. Von denen erfährt die Öffentlichkeit nichts. One of them was the question, are we fighting a war or is this something else? And the different sides couldn't agree. The United States thought, well, of course, this is a war we've been fighting. People have been getting killed. You know, we're there to defeat Al-Qaeda. We're there to defeat the Taliban. This is a war. And European allies said, no, no, you know, from under international law, we're not fighting a war. This is a mission. Für die Amerikaner scheint klar zu sein, wir sind im Krieg. Menschen sterben, wir bekämpfen Al-Qaida, wir wollen die Taliban besiegen. Wir sind im Krieg mit Afghanistan. Aber die Europäer sehen das anders. Nach internationalem Recht sei das kein Krieg. Sie sprechen lieber von einer Mission. Und so, sie konnten nicht auf die Frage, was zu tun. Und das ist 2009, acht Jahre in die Zeit. Und so, sie endlich kamen mit eine von diesen crazy compromisers was die NATO manchmal tun kann, wo sie in den öffentlichen Dokumenten gesagt haben, es ist keine Krieg im konventionellen Sinne, wie sie es sagen. Kein Krieg im herkömmlichen Sinne. Darauf einigen sich die Partner. Sie machen die Bezeichnung bewusst unscharf. Es ist 2009. Die NATO ist bereits acht Jahre im Land. Und sie haben keine klare gemeinsame Strategie. Der Auswärtige Ausschuss hat, glaube ich, nach neun Jahren Einsatz zum ersten Mal irgendwie über Indikatoren für den Afghanistan-Einsatz überhaupt nachgedacht. Das ist Katja Mielke. 2022 bis 2025 ist sie Teil der Afghanistan-Enquete-Kommission des Bundestags. Diese Kommission bewertet den gesamten Einsatz rückblickend als strategisch gescheitert. Die zentralen Ziele wurden nicht erreicht. Um Ähnliches künftig zu verhindern, gäbe es viel zu lernen, sagt Mielke. Man hat ja Erfolg damals immer nur mit der Höhe der Gelder, die man investiert hatte. Es gab ja diese ganzen Geberkonferenzen und so weiter gemessen, aber eigentlich nicht an dem, was tatsächlich jetzt vor Ort Realität war. Keine Rücksprache, keine ehrliche Bestandsaufnahme, was dort vor Ort eigentlich vor sich geht und es gab eigentlich gar keine Koordination. Also es gab tatsächlich eher Ressort-Egoismen, Ressort-Konkurrenzen, sodass da auch nicht viele Informationen geteilt wurden, dass es unterschiedliche Ansätze und Auffassungen von Stabilisierung gab zum Beispiel. Nicht nur die Staaten untereinander streiten über die gemeinsamen Ziele, auch in den NATO-Mitgliedstaaten, in diesem Fall bei uns in Deutschland, gibt es in der Regierung Gerangel um das richtige Vorgehen. Eine klare Strategie sieht anders aus. Noch einmal zurück zu Craig Whitlock. Denn der entdeckt in den Akten noch eine Sache, über die sich die NATO-Partner nicht wirklich einig sind. Sie konnten nicht sagen, wer ist der Fall? Wer sind wir gegen? Bei sechs Monaten in der Mission oder der Krieg, Al-Qaida wurde weg von Afghanistan. So die Frage war, wer ist der Fall? Wer sind wir gegen die Taliban? Wer sind andere Gruppen? Warum sind wir gegen sie? Sie waren nicht für 9-11-Mitglied. Wen bekämpfen sie? Nach dem 11. September war klar, Al-Qaida soll zerstört und die Taliban gestürzt werden. Doch die Terrororganisation zieht sich schon nach sechs Monaten aus Afghanistan zurück. Und das Taliban-Regime regiert nicht mehr. Wer also ist nun der Feind? Rückblickend liegt in seiner Recherche alles sehr klar vor Craig Whitlock. 2001 zieht die NATO in Afghanistan in den Kampf gegen den Terror. Nach sechs Monaten ist die direkte Gefahr weitgehend gebannt. Bei einer Rede vor Studenten sagt Präsident George W. Bush sogar öffentlich, keine Sorge, wir bleiben da nicht länger als nötig. Six months into the war, so this is way back in April 2002, President George W. Bush made a visit to make a speech at a college campus in the United States about how things were going in Afghanistan. He said, don't worry, we're not going to get stuck. Doch ein Memo, das Whitlock in den geheimen Akten findet, sagt etwas anderes. Es wird genau an dem Tag verfasst, als Bush seine Rede hält. Autor ist der damalige Verteidigungsminister der USA, Donald Rumsfeld. Er schickt sein Memo an seine Generäle. Und er hat gesagt, wir haben keine Planen zu kommen. Und er hat gesagt, wir müssen eine Planen, weil wir nicht mehr werden, wir werden nicht mehr kommen. Und er hat die Memo, es ist eine eine-Page-Memo, ich habe es auf dem Wallen, die Ende des Es says, Help! Rumsfeld schreibt, wir brauchen einen Plan. Sonst kommen wir da nie wieder raus. Am Ende des Memos steht einfach nur Hilfe. Und so you hear this time and again from NATO officials, German officials, American officials that despite in public this idea that NATO is this very strong alliance in Afghanistan and had this very effective strategy, that, on the granular level in the field, people didn't see the results from that. They felt that they were holding things together year by year. Die NATO als bis dahin stärkstes Militärbündnis der Welt zieht planlos in den Kampf und fährt danach auf Sicht. Und da war, als eine NATO-Official, eine German-Official-Official, ein German-Official, was nicht in den Report, aber wir haben den Interview, hat gesagt, ein guter Taktik ohne eine Strategie ist ein guter Weg zu verlieren. Es ist ein deutscher Amtsträger, der in Whitlock's Afghanistan-Akte sagt, viele taktische Schritte ohne Strategie sind ein guter Weg zum Scheitern. Am 30. August 2021, kurz vor Mitternacht, verlässt der letzte US-Soldat den Flughafen in Kabul. Davon gibt es ein Foto, das das Pentagon twittert. Heute gilt es als historisch. Es ist aufgenommen mit einer Nachtbildkamera und zeigt den Kommandeur der 82. US-Luftlandedivision. Sein Name ist Christopher Donoghue. Der hochangesehene General hat den Abzug aus Kabul geleitet. Als er Afghanistan verlässt, weiß er noch nicht, dass ihn Donald Trump dafür in seiner zweiten Amtszeit aufs Korn nehmen wird. Sein Verteidigungsminister Pete Hexeth setzt Donoghue so lange unter Druck, bis dieser im Juni 2026 seinen Rücktritt erklärt. Zu diesem Zeitpunkt ist er Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa und Afrika. Obwohl General Donoghue ein unglaublich angesehener Kriegsheld ist, dem alle nachsagten, der wird wahrscheinlich mal Joint Chief of Staff, also der oberste Soldat der USA. Und der wird jetzt rausgedrängt, so wie viele andere, die mit Afghanistan zu tun hatten. Und daran kann man sehen, es geht nicht um eine faire Aufklärung, sondern es geht ausschließlich darum, Rache zu üben und Munition zu gewinnen, um die im Wahlkampf zu verwenden. Donald Trump nutzt den Abzug aus Kabul politisch für sich. Und das heißt, gegen alle anderen, die daran beteiligt gewesen sind. Mit dem Druck gegen Donoghue und mit einer neu angesetzten Untersuchung des Pentagons. Viele sagen, weil Trump sie beauftragt hat, wird sie wahrscheinlich auch zu seinen Gunsten ausfallen. Ich glaube, es gibt kein objektives Ergebnis von dieser Untersuchung. Und das ist unmöglich, weil die Trump-Administration alles daran setzt, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dabei gäbe es vieles, das ernsthaft aufzuarbeiten wäre bei dieser gescheiterten Mission. Auch für Deutschland. Und als dann die Machtübernahme der Taliban gedroht hat, haben wir im Verteidigungsministerium mit unseren Soldaten gesprochen. Die haben gesagt, ihr müsst die dringend alle rausholen, denn wenn die Taliban übernehmen, werden die alle als Kollaborateure eingestuft und sind gefährdet. Das ist die Stimme von Thomas Silberhorn von der CSU. Er gehört zu denen, die Afghanistan schon lange kennen. Er war schon fürs Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit dort, hat Projekte mitbetreut, die den Aufbau der Zivilgesellschaft fördern sollten. Hier erzählt er von dem Moment, als bei ihm die Frage auf den Tisch kommt, die bis heute in Deutschland die Meinungen spaltet. Wer sollte von Afghanistan aus nach Deutschland ausreisen dürfen und wer nicht? Wir haben auf uns die Soldaten gehört und uns dafür eingesetzt, dass wir für alle diese ehemaligen Ortskräfte, die nach dem regulären Verfahren keinen Anspruch mehr gehabt hätten, deren Antrag zum Teil abgelehnt worden ist, weil man gesagt hat, ihr seid nicht gefährdet. Für alle diese Leute haben wir gesagt, wir wollen die komplett rausnehmen. Sechs Wochen hätten sie darüber mit dem Innenministerium und dem Auswärtigen Amt gestritten. Silberhorn ist zu dem Zeitpunkt parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Seine Chefin ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Die haben gesagt, das ist jetzt ein Sonderfall. Wenn die Bundeswehr abzieht, können wir nicht mehr helfen. Dann müssen wir den Leuten entgegenkommen und sagen, die müssen jetzt ohne Gefährdungsanzeige eine Chance auf Ausreise bekommen. Afghaninnen und Afghanen, die mit Deutschland kooperiert haben, pauschal nach Deutschland reinlassen? Das war schon damals umstritten. Doch das Verteidigungsministerium setzt sich durch, bekommt von Angela Merkel die Zustimmung, alle, die zwischen 2013 und 2019 als sogenannte Ortskraft für die Bundeswehr tätig waren, die Ausreise nach Deutschland anzubieten. Weil die aber schon jahrelang nicht mehr bei uns waren, hatten wir deren Adressen zum Teil nicht mehr. Zum Teil waren die auch schon selbst irgendwo anders hingereist, zum Beispiel in den Iran. Immerhin, diesen Menschen hätte Deutschland die Einreise genehmigt. Thomas Silberhorn sagt im Gespräch mit uns, bis heute sehe er Deutschland da in der Verantwortung. In vielen anderen Fällen lief es anders. Der Untersuchungsausschuss des Bundestags, um den es in der letzten Folge ging, kommt zu dem Schluss, dass Deutschland viele gefährdete Menschen zu spät oder gar nicht evakuiert hat. Als Gründe nennt er schlechte Abstimmung zwischen den Behörden und das Fehlen einer klaren gemeinsamen Strategie der NATO. Als Konsequenz fordert der Ausschuss unter anderem schnellere Verfahren bei Aufnahmezusagen und klarere Zuständigkeiten in Krisenlagen. Für die Taliban kann eine Frauen-Wenn-Writing-News für die Außenmedien als Spähe oder Traitor sein. Das ist Tamana Karimi. Sie ist afghanische Journalistin und seit Oktober 2025 sicher in Deutschland. Die Flucht vor den Taliban, die in ihr womöglich eine Verräterin gesehen hätten, schafft sie durch die Unterstützung einer Journalistin in Deutschland und der Hilfsorganisation MICT. Sie flieht Richtung Pakistan, vollverschleiert und mit medizinischen Unterlagen, als müsse sie dort zu einer Untersuchung. So ausgestattet hofft sie, den Taliban-Checkpoint zu überwinden. The day of our flight, I covered my face with a full hijab. I also carried some medical documents. If the Taliban questioned us, we planned to say that we were traveling to Pakistan for a medical checkup. Passing. Das Taliban-Checkpoint war sehr stressvoll und schrecklich, aber wir haben sie durchgeführt und in Pakistan gekommen. Tamana Karimi hat in Kabul studiert. Auch als die Taliban an die Macht kommen, bleibt sie zunächst in ihrer Heimatstadt, und arbeitet als Journalistin. Sie verlässt das Haus nur in Begleitung ihres Bruders oder ihres Mannes. Sie führt Interviews, berichtet anonym für die Zeit aus Kabul und für das journalistische Programm Weiterschreiben. Dass Frauen aus Krisengebieten eine Stimme gibt. Sie schreibt über die Gängelungen durch die Taliban, über Armut und über Tote an der Universität, über Femizide und über Jungfrauentests. Und die Gefahr wurde sehr klar und reales, als zwei Taliban-Members sah meine Fotos zu einem Shopkeeper neben meinem Elternhaus und gefragt, ob ich in der Stadt leben. Ich habe dort gewusst, und alle kennen mich. Nachher, der Shopkeeper sagte meine Brüder dass die Taliban-Members waren für ihre Frau. Als die Taliban beginnen, in der Nachbarschaft nach ihr zu suchen, geht Tamanna in den Untergrund. Sie lebt in drei verschiedenen Wohnungen, die sie fortlaufend wechselt. Trotzdem scheinen die Taliban ihr weiter zu folgen. Tamanna schafft es, eine deutsche Aufnahmebestätigung für sich und ihren Mann zu erhalten und gelangt mit Hilfe einer Non-Profit-Organisation nach Pakistan. Doch als sie dort auf ihr Verfahren wartet, muss sie mit ansehen, wie um sie herum Menschen festgenommen und zurück nach Afghanistan gebracht werden. Auch sie rechnet mit einer Abschiebung. Aber sie ist schwanger. Und diese Schwangerschaft und ihre Kollegin in Deutschland retten sie. Sie war hart für mich und hat alles, was sie konnte, um zu sicher, dass mein Fall nicht zu verabschieden wäre, und dass ich keine Zukunft wäre, und dass meine Leben in Afghanistan zurückgekehrt wäre, wo meine Leben in der Gefahr wäre. Die deutsche Kollegin verklagt die deutsche Bundesregierung. Dadurch bekommt sie Akteneinsicht. Auch die Chefredaktion der ZEIT setzt sich ein. Immer wieder fragen sie direkt bei Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nach. Und tatsächlich. Am 7. Oktober 2025 landet Tamana schließlich in Hannover. Sechs Wochen später ist das Baby da. Wir haben eine Verpflichtung, diejenigen aufzunehmen, die bei uns Ortskräfte waren und durch die Taliban gefährdet werden können. Das sagt Thomas Silberhorn, der ehemalige parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Wir haben eine Verpflichtung, die aufzunehmen, die als Kooperationspartner mit uns unterwegs waren. Das können auch Journalisten sein. Wir haben dort eine Verpflichtung, wo unter Außenministerin Baerbock. Mit einem Aufnahmeprogramm weitere Aufnahmezusagen erteilt worden sind. Die gingen oft an Anwälte und Leute, die in der afghanischen Gesellschaft gefährdet sind, auch wenn sie vorher keine Kooperationsbeziehung zu uns unterhalten haben. Aber wir haben natürlich keine Verantwortung für alle in Afghanistan, die durch die Taliban gefährdet werden können. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ist inzwischen restriktiver, was Aufnahmezusagen angeht. Im August 2025, kurz bevor Tamanna in Deutschland landet, sitzen in Pakistan noch mehr als 2000 Menschen fest, die in Eilverfahren Aufnahmezusagen aus Deutschland erhalten hatten, aber im Anschluss keine Visa. Aufgrund dieser Situation reichten Pro Asyl und die Gesellschaft für Freiheitsrechte Verfassungsbeschwerde ein. Ende Juli 2026, kurz vor der Veröffentlichung dieses Podcasts, urteilte dazu das Deutsche Verfassungsgericht, dass ein pauschaler Aufnahmestopp gegen das Willkürverbot verstoße. Der Entzug einer bereits erteilten Zusage müsse jeweils individuell begründet werden. Hinzu kommt, dass afghanische Geflüchtete in Pakistan von Abschiebung in ihr Heimatland bedroht sind. Weil die deutsche Bundesregierung dies zulasse, erstatten pro Asyl und das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte Strafanzeige gegen Außenminister Johann Wadephul und Innenminister Alexander Dobrindt, wegen unterlassener Hilfeleistung. Das Strafverfahren ist Stand Frühling 2026 offen. Wenn man Tamana Karimi fragt, was sie vom neuen Kurs der deutschen Regierung hält. Dann findet sie doch noch klare Worte. In my opinion, the German government should not work directly with the Taliban to deal with migration issues. Such a policy could send the message that political interests sind mehr wichtig als Menschenrechte. Keine Abschiebungen nach Afghanistan, keine Verhandlungen mit den Taliban. Aktuell passiert genau das Gegenteil. Am 23. Juni 2026 lädt die EU-Kommission erstmals Taliban-Vertreter nach Brüssel ein. Thema? Abschiebungen nach Afghanistan. Es ist ein hochumstrittener Schritt, denn die EU verhandelt mit einer Regierung, die sie offiziell nicht anerkennt. Es sind sogenannte technische Gespräche, die die EU hier führt. Es geht um Reisedokumente, konsularische Unterstützung und organisatorische Abläufe, damit Abschiebungen möglich werden. Wir wissen viel zu wenig, was mit diesen Straftätern eigentlich nach ihrer Überführung in Afghanistan passiert. Wir werden sie freigelassen im Gegenzug für Loyalität gegenüber dem Regime. Hier hören wir noch einmal Katja Mielke, die Sachverständige aus der Afghanistan-Enquete-Kommission des Bundestags. Sie findet, für das Chaos und das Elend nach dem Abzug der internationalen Truppen, trage Deutschland eine Mitverantwortung. Und deswegen denke ich auch, sollten wir alles Mögliche tun, um einerseits diejenigen, die sich nicht vorstellen können, dort zu leben. Herauszuholen. Also versuchen sie zum Beispiel jetzt aus Pakistan eben, ihnen noch Möglichkeit zu geben, nach Deutschland zu kommen, wenn sie sich bedroht fühlen. Denn die humanitäre Lage im Land ist dramatisch. Mehr als 50 Prozent haben nicht genug zu essen, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Sehr, sehr viele haben sowieso keine Arbeit. Es gibt keine Oppositionsbewegung, keine Macht, die jetzt unterstützenswert wäre oder die bereitstände. Das heißt, diese Taliban sind halt einfach momentan nicht wegzudenken. Wie die Taliban sich die Zusammenarbeit vorstellen, weiß unsere internationale Sonderkorrespondentin Katrin Eigendorf. Ihre Dokumentation, Frontlines, Kabul, die Rückkehr der Taliban über das heutige Leben unter den Taliban, findet ihr im ZDF-Streaming. Ich hatte jetzt die wirklich gute Gelegenheit, ein Interview mit Sabiullah Mujahid zu führen. Das ist der Regierungssprecher der Taliban. Er hat das ganz klar dargelegt, was die Strategie ist. Wir wollen internationale Anerkennung. Wir brauchen Unterstützung. Wir können finanziell die Probleme des Landes nicht alleine lösen. Wir wollen auch, dass Deutschland sich bei uns engagiert. Das sagt ja ganz offen. Die Taliban sind zurück und Deutschland wird sich mit ihnen auf die ein oder andere Weise auseinandersetzen müssen. Auch das ein Ergebnis der gescheiterten Bündnispolitik in Afghanistan. Also jeder in der Welt kann sehen, dass Donald Trump nicht in good faith eine Basis haben will, um sicherzustellen, dass in Afghanistan alles weiter gut läuft. Jetzt sind wir wieder bei Bagram. Ihr erinnert euch, der aufgegebene US-amerikanische Stützpunkt in Afghanistan, den Trump 2025 so gerne zurück hätte. Mein Kollege Elmar Thewissen hat Trumps Schlagabtausch mit den Taliban über die Basis beobachtet. Jeder hat das Gefühl, es geht um Expansionismus und Imperialismus der Vereinigten Staaten. Beispiele Venezuela, dann Iran jetzt natürlich. Also dass man Sorge hat, dass diese Basis dann genutzt würde, um amerikanische Macht in dieser Region zu projizieren. Und jedem, der nicht das tut, was Donald Trump und die US-Regierung sich vorstellen, möglicherweise als Gegner ins Visier zu nehmen. Die Diskussion um Bagram steht für eine der weitreichendsten Folgen des Scheiterns der Alliierten. Die Verschiebung in den internationalen Machtverhältnissen. Das ist noch einmal General Ben Hodges, ehemaliger Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und er war auch in Afghanistan. Hier antwortet er auf meine Frage, welchen Schaden die Afghanistan-Mission womöglich im NATO-Bündnis angerichtet hat. I could understand why European countries now would have been very reluctant to support, President Trump's war against Iran because they see the failure by the United States to work closely with allies on the end of the war in Afghanistan. Dass die Europäer sich heute extrem zurückhalten, wenn es um Trumps Krieg in Iran geht, das führt er auch auf Amerikas Umgang mit seinen Verbündeten in Afghanistan zurück. In Afghanistan zeigte die NATO erstmals, was es heißt, wenn ein Mitgliedstaat angegriffen wird. Teil 1 lief reibungslos, wie in den NATO-Regeln vorgesehen. Einer wird angegriffen, alle schlagen zurück. Doch was danach kam, offenbarte auch die Schwachstellen des Bündnisses. Ich war mal im Hauptquartier in Kabul und habe mir das angesehen. Uns wurde gezeigt, wie jeden Tag mehrfach Vertreter der verschiedenen Länder an einem Tisch zusammensaßen und über alles redeten, was im Land los war, wo die größten Bedrohungen sind, wie man damit umgeht, wie man sich gegenseitig helfen kann. Und all das ist nicht mehr passiert in Bezug auf diesen Abzug. Die USA haben ihr Ding gemacht, so wie es von Donald Trump angeschoben und ich glaube auch von Joe Biden schlecht umgesetzt worden ist. Und das ist ein wesentlicher Grund, dass wir hier schon sehen, dass die NATO, wie wir sie kannten, nämlich als ein geschlossenes Bündnis und ein entschlossenes Bündnis, dank Donald Trump 2021 in Afghanistan nicht existiert. Der Einsatz in Afghanistan hat das Vertrauen der NATO-Partner untereinander geschwächt. Und seine ehemalige Führungsnation? Ich glaube, das ist wichtig. Amerika ist, anders als Donald Trump in seiner Amtsantrittsrede zur zweiten Amtszeit gesagt hat, nicht geachtet und respektiert in aller Welt, sondern Amerika ist gefürchtet und wird verspottet, ehrlicherweise. Weil eben Donald Trump mit der Art und Weise seines Vorgehens, seien es Strafzölle, sei es wirtschaftlicher Zwang, sei es eben auch militärische Macht, nicht mehr als möglicher Bündnispartner wahrgenommen wird, sondern als einer, der einfach diktieren will, wo es lang geht. Dabei hat der Einsatz gezeigt, militärische Überlegenheit allein sichert keinen Sieg. Nicht einmal gegen eine im Verhältnis viel schwächere Truppe wie die Taliban. Das sagt General Ben Hodges. Den Machtverfall hätte man schon in Afghanistan gesehen. Und dann haben wir unsere Fehler in Afghanistan. So sie sehen das Chaos, das mitzvahrel, aber auch die Fakt, dass President Trump nicht will, zu helfen Afghanistan. Die Auswirkungen des neuen Images bekommen die USA heute wieder in Afghanistan zu spüren. Es sind nicht nur die Taliban, die verhindern wollen, dass die Militärbasis Bagram an die Amerikaner zurückfällt. Als Russland im Oktober 2025 ein Treffen initiiert, stellen sich zehn Anrainerstaaten Afghanistans gegen die USA, darunter China, Indien, Pakistan und Iran. In einem gemeinsamen Statement schreiben sie, es sei inakzeptabel, wenn andere Länder versuchten, ihre militärische Infrastruktur in Afghanistan und den Nachbarstaaten zu stationieren. Dabei geht es ihnen zum einen um die geografische Nähe zur chinesischen Grenze. Wenn die USA ihre Basis in Bagram wiederhaben, dann sind sie in einer sehr großen Nähe zu den Nukleareinrichtungen, die China momentan massiv weiter ausbaut. Und nicht alle, die sich hier gegen die USA stellen, haben dabei nur die Interessen Afghanistans im Blick. China ist grundsätzlich erstmal an Stabilität in der Region interessiert. Die Chinesen machen großartige Geschäfte. Die haben diesen Staat nie anerkannt. Die investieren dort sehr viel Geld und machen dort auch sehr viel Geld. Craig Whitlock, der Washington Post-Korrespondent, zieht aus all dem vor allem einen klaren Schluss. Halfway around the world without having a really good reason to do it and without having a strategy and clear objectives, right? Zieh nicht in den Krieg, wenn du nicht weißt, wofür und mit welchen strategischen Zielen. After 2021 in Afghanistan, there was a lot of talk that, okay, finally the United States has sort of learned its lesson in these far away never ending wars, that we won't start another one anytime soon. But even then people are worrying that Memories fade, people forget, and this will happen inevitably. And unfortunately, we saw that happen in Iran, that the United States and Israel. Viele hatten nach 2021 gedacht, die USA hätten aus den Fehlern von Afghanistan gelernt, sagt Whitlock. Manche ahnten aber schon, dass Erinnerungen verblassen und sich Fehler wiederholen. Wie dann beim Angriff auf Iran. Wenigstens, sagt Whitlock, stellen die Leute jetzt die richtigen Fragen. Seit Jahrzehnten ist Afghanistan ein Land ohne Frieden und Freiheit. Warum das alles so schwierig ist, ist mir erst aufgegangen, als ich in Afghanistan, über eine Hindukusch geflogen bin, von Kabul nach Masar-i-Sharif. Das ist ein letztes Mal Thomas Silberhorn, der Mann, der für zwei deutsche Ministerien nach Afghanistan reiste. Und wenn man sich die Landkarte anschaut, springt einem das geradezu ins Auge. Dieses Afghanistan ist um den Hindukusch herum gebildet. Mitten im Land steht dieses riesige Gebirge und die Bevölkerung lebt an den Rändern dieses Landes in den Gebirgstälern. Deswegen ist diese Gesellschaft auch so unterschiedlich, weil die nicht vom einen Gebirgstal über die Gebirgszüge in das nächste Tal wandert, sondern weil man von jedem Tal aus in die Nachbarregion geht, also in Dortmund zum Beispiel nach Usbekistan, nach Tatschikistan, im Süden nach Iran. Wenn Sie sich mal einen Vergleich vorstellen, wir würden einen Staat um die Alpen herum haben, mit Bayern, mit Badenern und Württembergern, mit Franzosen, mit Schweizern, mit Italienern, mit Österreichern, und in der Mitte, etwa in Bern, hätte man eine gemeinsame Hauptstadt, die diesen Alpenstaat regiert. Ich hätte keine Vorstellung, wie das funktionieren soll. Aber das ist die Lage in Afghanistan. Ein Land, in dem mittendrin ein Riesengebirge steht, und diese Bevölkerung, die sie dann in alle Richtungen diffundiert, versucht man zusammenzuhalten mit einer Hauptstadt, die sozusagen auf einem Plateau irgendwo in der Mitte in Kabul liegt. Das ist die Schwierigkeit. Afghanistan ist kein abgeschlossenes Kapitel. Es ist eine Mahnung an einen anderen Umgang mit Kriegen und internationalen Militäreinsätzen. Es ist eine Aufforderung an die NATO-Staaten, aus Fehlern zu lernen, um auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können. Afghanistan ist eine Zäsur. Im Januar 2026, als Donald Trump in Davos die NATO-Partner angreift und sagt, sie hätten nicht richtig gekämpft, da gibt der kanadische Premierminister Mark Carney in Davos ein denkwürdiges Statement. Wenn wir nicht mit am Tisch sitzen, dann stehen wir auf dem Speiseplan. Dass die Mittelmächte dieser Welt, Indien, Südafrika, Korea und Brasilien und viele andere zusammentun mit den Europäern, um eine Art Gegengewicht zu schaffen zu Supermächten, die sich einfach nehmen wollen, was sie unbedingt haben wollen. Ist es Zeit, neue Allianzen zu schließen? Und nach welchen Werten richten wir uns dann? Afghanistan ist, glaube ich, eine Art Lackmustest, ob wir in der Lage sind, gemeinsam langfristig für das zu kämpfen, für das wir jedenfalls immer gekämpft haben wollen, nämlich die Werte. Und dazu gehört eben auch Bürgerrechte, Freiheitsrechte, Menschenrechte. Das hört sich jetzt ein bisschen pathetisch an, aber wir Menschen, die auf der Welt leben, teilen diese Erde untereinander. Und uns kann nicht egal sein, wenn 70 oder 80 Prozent der Menschheit in Bedingungen oder unter Bedingungen leben, die absolut menschenunwürdig ist. Das wird letztendlich auch auf uns zurückfallen. Hier schließen wir die Akte Afghanistan. Offen bleibt, wer übernimmt die Verantwortung für das Vakuum, das die Mission hinterlassen hat? Was tun wir gegen die Folgen, unter denen die Menschen in Afghanistan bis heute leiden? Und was lernen wir als Land aus unseren Fehlern für die Zukunft? Das war Trump und die Akte Afghanistan. Folge 3. Was bleibt? Wie ihr in der Folge eben schon gehört habt, anlässlich des fünften Jahrestags des NATO-Abzugs aus Afghanistan, möchten wir euch zwei weitere ZDF-Produktionen ganz besonders ans Herz legen. Zum einen die fiktionale Serie Kabul – Flucht aus der Hölle. Und zum anderen die Auslandsjournal-Dokumentation von Katrin Eigendorf – Frontlines. Kabul – die Rückkehr der Taliban. Beides, also Serie und Doku, findet ihr im ZDF-Streaming-Portal. Schaut da unbedingt mal rein. Wir können euch das beides wärmstens empfehlen. ZDF-Auslandsjournal, der Podcast. Trump und die Akte Afghanistan ist eine Produktion von Bose Park Productions im Auftrag des ZDF-Auslandsjournals in Kooperation mit der Hauptredaktion Internationale Fiktion. Host Shakuntala Benerji. Lead-Autorin Katharina Rahn. Lead-Producerin Jelena Berner und Julia Ilan. Redaktion Laila Mehles und Micky Sitch. Schnitt und Sound, Fabio Lautenschläger und Sebastian Schäfer. Musik, Flemming Nordkrug, der für die Serie Kabul, Flucht aus der Hölle, die Musik komponiert hat. Adaption für den Podcast, Alexander von Bargen. Cover, Cara Gazarian und Lena Neff. Fact-Checking, Klaus Schwartau. Executive Producer, Sue Holder und Chris Guse. ZDF-Sound Nikolas Keller ZDF-Auslandsjournal-Produktion Linda Klemann und Ulrike Schork ZDF-Auslandsjournal-Redaktion Narin Schewin-Bohrn und Matthias Puppert, Leiterin ZDF-Auslandsjournal Stefanie Schöneborn Besonderer Dank an Katrin Eigendorf, Elmar Thewissen, Mathis Feldhoff, Andreas Künast, Lennart Reipp, Frank Seibert, Frank Barloch, Jasmin Meder, Hauptredaktionsleiterin der Fiktion und natürlich an alle unsere Gesprächspartner.