Iran scheint deutlich stärker und mit deutlich mehr Durchhaltevermögen ausgerüstet zu sein als gedacht. Also stellt sich mehr denn je die Frage, hat sich Donald Trump hier komplett verkalkuliert. Es gibt eine neue Qualität in der Diskussion, die ja sehr bedrohlich für die Europäer ist, weil Trump zum allerersten Mal in der Qualität Europa und der NATO, aber vor allem Europa gedroht hat. Und China, habe ich den Eindruck, sitzt jetzt, ist der große Gewinner. Kann einfach da sitzen und zuschauen, was da passiert. Weil alles, was Amerikas militärische Stärke schwächt, stärkt China.
Herzlich willkommen zur Folge 49 von Trump Effect. Bald haben wir die 50 geknackt, aber eine Woche müssen wir noch warten. Und in dieser Folge möchten wir uns wieder euren und ihren Fragen widmen. Das hatten wir ja versprochen, aber wir kommen irgendwie um den Krieg nicht rum, der gerade da passiert. Deswegen machen wir auch ein Update zur Lage in Iran und dem Nahen Osten, weil der Krieg eben längst ja Auswirkungen über die gesamte Region hinaus hat. Stichwort nicht nur Spritpreise, sondern auch die Frage, sollen, müssen wir uns daran beteiligen? Die Straße von Hormuz steht im Mittelpunkt, aber es könnte sich noch viel weiter ausdehnen. Aus Deutschland kommt ein sehr klares Signal, da reden wir gleich drüber, von Friedrich Merz, auch aus anderen europäischen Staaten. Was heißt das alles für die Region? Wie groß ist die Gefahr für eine weitere Eskalation? Und was bedeutet all das für Europa, für die USA und für uns? Unser Thema Iran, Krieg, Angst und eure Befragen. Und auch diese Woche wieder in der gewohnten Besetzung. Katrin Eigendorf, unsere Sonderkorrespondentin. Hallo Katrin. Hallo, ihr beiden.
Und dann haben wir Ulf Röller, unseren Studioleiter in Brüssel. Hallo, lieber Ulf. Freue mich, dabei zu sein. Danke. Und ich bin Elmar Tibbissen, ZDF-Studioleiter in Washington. Diesmal nicht in Washington, sondern eigentlich Urlaub in Deutschland. Aber für die Podcasts selbstverständlich bin ich dabei. Und wir nehmen auf am Dienstag, dem 17.03. Um 17.15 Uhr. So, wir legen mal los. Und vielleicht mal erst eine Runde, bevor wir uns O-Töne anhören.
Was ist euer Eindruck? Wir hatten ja Ende der letzten Folge gesagt, nun wird der Krieg noch eine Woche oder noch eine Woche und wir sprechen immer wieder drüber, das wird echt schwierig. Kommen wir da noch raus, Katrin? Also ich habe momentan und das ist immer nur eine Momentaufnahme natürlich, weil da entwickelt sich im Moment so viel den Eindruck, dass unsere düstersten Befürchtungen eigentlich eingetreten sind. Ich meine, die große Skepsis war ja, hat Donald Trump wirklich einen Plan? Wurde er von Israels Benjamin Netanyahu in diesen Krieg praktisch rein manövriert? Denn eigentlich ist Israel das Land, das es Hauptinteresse hat, diesen Krieg zu führen. Und ja, wie empfindlich reagieren wir, also der Westen, aber auch die arabischen Staaten, die als Bündnispartner der USA von Iran attackiert werden, auf all diese Ereignisse? Wir sehen, der Iran scheint deutlich stärker und mit deutlich mehr Durchhaltevermögen ausgerüstet zu sein.
Als gedacht, also stellt sich mehr denn je die Frage, hat sich Donald Trump hier komplett verkalkuliert. Ulf, wie siehst du das? Der Druck auf die Europäer, der wächst ja völlig weiter, oder? Also ich glaube, das Stichwort hat Katrin genannt, verkalkuliert. Das ist die große Befürchtung, fast die Angst der Europäer. Bisher hat man ja so immer gefragt, wo ist der Plan? Jetzt hat man den Eindruck, es gibt keinen. Es gibt ein strategisches Chaos und es gibt eine neue Qualität in der Diskussion, die ja sehr bedrohlich für die Europäer ist, weil Trump zum allerersten Mal in der Qualität Europa und der NATO, aber vor allem Europa gedroht hat. Er hat eine Verbindung hergestellt zwischen dem Iran-Krieg und dem Ukraine-Krieg. Er hat gesagt, wer mir jetzt nicht hilft, NATO-Partner, wir haben euch ewig lange beschützt, Europa, wir haben euch immer beschützt und bei dem Ukraine-Krieg geholfen. Wer mir jetzt nicht hilft, zum Beispiel bei der Absicherung der Straße von Homus, der muss mit Konsequenzen rechnen. Und das sehen die Europäer.
Ja, als eine wirkliche Drohung an, die sie ernst nehmen und die eine komplett neue Lage eben dann auch für die Ukraine schafft, weil nach wie vor gilt, ohne Amerika kann Europa die Ukraine nicht verteidigen oder sagen wir es präziser ohne amerikanische Waffen. Oder abhängig, ob sie es uns nun den Europäern verkaufen oder nicht. Das ist eine dramatische Lage. Ein Satz noch, Elmar. Aber trotzdem haben sie sehr klar gestern bei den Außenministern gemacht, eine Marine-Mission, eine EU-Marine-Mission zur Absicherung der Straße von Homos, also mit den Amerikanern, wird es nicht geben. Sie haben also eine Abfuhr Donald Trump erteilt, fürchten aber die Konsequenzen durchaus. Wir hören uns das jetzt nochmal an von Donald Trump, weil manchmal ja auch richtig ist, wie er etwas sagt. Also ist es eine finstere Drohung? Ist das so en passant? Wir hören einfach mal rein, was er gesagt hat.
Wir sind immer für die NATO da. Wir helfen ihr in der Ukraine, auch wenn viele Kritiker der Meinung waren, dass uns das nichts angeht. Aber wir haben ihnen trotzdem geholfen. Jetzt wäre es interessant zu sehen, welches Land uns bei einem im Vergleich dazu sehr kleinen Vorhaben nicht helfen würde. Denn es geht lediglich darum, die Straße von Hormuz offen zu halten. Ich will das nochmal ein bisschen ausführen, weil er da im Flieger das gesagt hat. Wir haben die Szene gerade gesehen und da hat er noch ein bisschen bei einer anderen Veranstaltung gestern Abend nochmal nachgelegt und hat gesagt, er hat Leute gefragt, er hat so eine Szene fast nachgespielt, mit wem er geredet hat, wir bräuchten jetzt mal ein paar Minensuchboote von euch. Und dann kam aber die Antwort, nein, wir halten uns lieber raus. So hat er es dargestellt und hat dann auch wieder gesagt, eigentlich brauchen wir doch, wir haben euch über 40 Jahre beschützt und wir brauchen euch eigentlich nur, oder er hat es Kleinigkeit genannt, für diese Kleinigkeit, weil die könnten sowieso bald nicht mehr schießen, weil sie nichts mehr zu schießen haben. Iran sei ein Papiertiger, so gebe ich das mal wieder.
Also ist euer Eindruck, dass er richtig diese Drohung ernst meint Oder ist das eher so, wenn ihr nicht wollt, dann werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt? Naja, er muss diese Drohung ernst nehmen, weil ich würde mal sagen, wenn wir uns die Lage angucken, in die er Amerika gebracht hat, aber auch Amerikas Verbündete, dann ist das ja wirklich dramatisch. Also wir sehen ja wirklich, dass dieser Krieg immer weiter eskaliert und das Verkalkulieren.
Das führt ja zu Konsequenzen, die, sagen wir mal, westliche Länder nicht zu lange aushalten werden. Also Stichwort Energiepreise, Stichwort, dass auch die arabischen Staaten, die sich ja als Hort der Sicherheit und Stabilität eigentlich immer gegeben haben, jetzt empfindlich getroffen werden und damit ja auch einen erheblichen Imageverlust erleiden. Und auf der anderen Seite haben wir ein Regime und seine Verbündeten, nämlich Iran und die Hezbollah im Libanon, die Hamas in Gaza, die Houthis, die keine Rücksicht nehmen müssen auf ihre Bevölkerung. Und wir sehen eben auch, dass sich die Form der Kriegsführung komplett verändert hat.
Regime sind heute in der Lage und selbst kleine Milizen mit relativ wenig Aufwand, mit Drohnen, uns sehr empfindlich zu treffen. Und anscheinend hat der Westen keine Antwort darauf. Deswegen die Frage, die sich für mich daran anschließt, an dich Ulf. Du sparst gerade Milizen an, Katrin. Es ist tatsächlich so, dass gleich nebenan, das nennt sich die Bab-Al-Mandabs-Straße. Das ist quasi der Engpass, nicht die Straße von Hormuz, sondern der Engpass eins weiter nach Westen, sage ich mal, wo es zum Roten Meer geht. Und darüber laufen momentan eine ganze Menge Öltransporte. Also die, die nicht mehr durchkommen durch die Straße von Hormuz, die müssen dann nachher durch den Suezkanal. So, und da ist nebenan die Houthi-Miliz, die jemenitische Houthi-Miliz. Und die haben schon signalisiert, dass sie jetzt bereit sind einzugreifen. Und das Interessante für uns ist, dass die Europäer, Ulf, in dieser Straße beteiligt sind an einer Mission, um sicherzustellen, dass die offen bleibt. Heißt das, wissen die das in Brüssel, dass wir jetzt vielleicht durch die Houthis mit reingezogen werden? Bevor ich auf diese Mission, nennt man Aspides diese Mission, die Europamission, bevor ich auf die eingehe, die auch gestern ein Thema war bei den Außenministern, noch einmal kurz auf den.
US-Präsidenten, weil er natürlich schon, Präzision ist wichtig, auch in der Wortwahl. Vielleicht ist das, wenn ich das ein bisschen zynisch sagen darf, nicht seine Stärke. Er sagt ja solche Sätze wie die NATO und wir haben der NATO geholfen beim Ukraine-Kampf. Also ich muss ganz klar sagen, das ist keine NATO-Mission. Putin würde sofort drei Sektkorken knallen lassen. Endlich haben sie es zugegeben. Das Zweite ist noch zu dem Thema Russland. Drohungen ernst nehmen. Ich glaube, man muss sie sehr, sehr ernst nehmen, weil sowieso die Ukraine schon hinten runterfällt bei diesem Krieg. Wenn man sich anguckt, was Amerika und Trump in der letzten Zeit an Luftabwehrraketen, Patriot-Systemen verballert hat, da ist die Munitionskiste leer. Das ist Munition, die wichtig der Ukraine helfen würde. Also insofern ist sowieso ein Engpass und wenn jetzt der Präsident noch droht.
Weil er wenig Munition hat, dann wird das nochmal glaubwürdiger, dass das zu Ungunsten der Ukraine geht. Jetzt kommen wir auf diese Marine-Mission. Ich weiß gar nicht, ob Trump sie so konkret angesprochen hat. Das ist aber sehr, sage ich mal, intensiv, auch gestern nochmal diskutiert worden bei den Außenministern, um auch diplomatisch höflich zu bleiben und dem Präsident nicht einfach nur zu sagen, nee, machen wir nicht, sondern wir diskutieren. Diese Euro-Mission Aspides im Roten Meer ist 2024 gegründet worden, um die Handelswege im Rote Meer abzusichern gegen die Angriffe der Houthis, also gegen die Angriffe der Piraten. Ist aber, glaube ich, von der Größen des vier, fünf Schiffe, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Und das Mandat ist wirklich defensiv, Selbstverteidigung. Du darfst also Raketen, die dich angreifen, abschießen. Du darfst aber nicht selber, um dich zu verteidigen, angreifen. Also ein Mandat, das null funktionieren würde für die Straße von Hormuz, um die freizuhalten. Und es war klar gestern bei den Außenministern.
Dass es überhaupt keinen Willen gibt, dieses Mandat in irgendeiner Form zu ändern, dass es keine Länder gibt, die bereit sind, da irgendwas zu beizutragen an Schiffen oder auch an Munition. Und man muss ja auch wissen, das ist ja keine Sache, dass das Problem jetzt löst. Also wenn man sich die EU auch beeilt, ist das von Wochen Diskussionen. Das muss ja auch so ein Mandat, müsste ja auch durch den Bundestag ein Einsatz. Die Fregatte Hessen war bei dieser Aspides defensiven Verteidigung mit dabei. Wenn du das nun offensiv formulierst, damit es passt, hat das eine ganz andere Implikation. Also diese EU-Mission wird es nicht geben. Das ist sehr klar gesagt worden. Und das ist jetzt letzter Satz noch, ist die Angst, wie wird Trump darauf reagieren, dass man zwar höflich, aber ihm einen Korb gegeben hat.
Lernfrage da noch, Ulf. Wenn aber jetzt bei dieser Aspedis-Mission, ich sag mal trotzdem, eine Houthi-Rakete oder eine Houthi-Drohne einschlägt auf einem der Schiffe, schießen die dann quasi nur nach Jemen zurück und nicht auch gegen Iran als Sponsor, um sich wirklich da rauszuhalten aus dem Konflikt? Also ich kann das nicht wirklich beantworten, aber ich würde sagen, so defensiv, wie das formuliert ist und so, wie ich es gelesen habe, ich habe den theoretischen Fall nicht durchgespielt, kannst du halt die Rakete abfangen, aber du kannst nicht zur Selbstverteidigung, so ist verstanden, präventiv Abschussrampen zerstören. Das wäre ja eine, das würde ich, ich bitte alle, die jetzt uns zuhören, checkt das nochmal, ich bin mir nicht sicher, aber das ist ja der Unterschied zwischen einer defensiven Mission und einer, sage ich mal, aggressiven oder aktiven Mission, dass du aktiv dich schützt, sondern du bist defensiv und begleitest, schützt Schiffe und fängst ab. So habe ich das verstanden. Jetzt werfe ich mal rein für euch beide. Es haben sich ja die Europäer überraschend klar geäußert. Ulf Klaas ist vorhin schon angesprochen. Wir haben mal zwei ausgewählt. Friedrich Merz und Giorgia Meloni. Wir hören auch da mal rein. Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken. Ich will es noch einmal sehr deutlich sagen.
Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges und wir wollen es auch nicht werden. Es ist eine Operation, ich sage das gleich, um jedes Missverständnis auszuschließen, an der Italien nicht teilnimmt und auch nicht teilnehmen will.
Das würde mich so aus hinter den Kulissen interessieren, auch an Ulf. Die müssen doch wahnsinnig verärgert sein. Also ich meine, das ist ja jetzt Konfrontation mit Europa auf mehreren Ebenen. Einen Krieg zu führen, in die keiner der europäischen Partner mit eingebunden wurde, wo Trump einfach einen Alleingang gemacht hat. Ich meine, Deutschland ist ja nicht von Amerika informiert worden, sondern von Israel über diesen Angriff. Dann in den Krieg hinein, also diese Konsequenzen abfedern zu sollen, in den Krieg in einer Art und Weise hinein gezwungen zu werden, die ja nun wirklich bar jeder diplomatischen Vorgehensweise ist. Und was ich auch noch sehe, ist der enorme Konfront in Sachen Russland. Ich meine, die Sanktionen für russisches Öl freizugeben, ist eigentlich ein Angriff auf Europas Sicherheit. Weil damit wird Putin gestärkt. Das spielt enormes Geld in Putins Kriegskasse. Und der Krieg, den Putin gegen die Ukraine führt, ist letztendlich ein Krieg gegen Europa.
Also das ist ja Konfront auf so vielen Ebenen. Da muss man ja wahrscheinlich ziemlich verärgert sein in Brüssel. Das ist mal gelinde auszudrücken. Du siehst so freundlich aus, Ulf. Nee, also das ist wahrscheinlich der diplomatische Duktus dieser Stadt. Also Katrin, du hast es auf den Punkt gebracht, die sind auf gut Deutsch stinksauer, weil sie sagen, uns hat keiner gefragt, Trump hat uns nicht gefragt, wir hätten ihnen erzählen können, dass die Gefahr mit einem Ölpreisschock besteht. Gestern hat die österreichische Außenministerin gesagt, das war doch alles absehbar. Schon beim Zwölftagekrieg haben wir doch schon gesagt, Vorsicht, die Straße von Hummus kann eine strategische Falle werden für den Westen. War alles diskutiert. Also keinen konnte das Szenario wirklich schocken. Sie sind stinksauer, dass die Amerikaner da reingegangen sind, ohne sie zu fragen. Und dass sie jetzt die Zeche zahlen sollen und die Zeche auch schon teilweise zahlen an der Tankstelle.
Wir sind noch nicht mal bei dem Thema Migrations- und Fluchtströme. Wir sind noch nicht mal bei dem Thema, dass Drohnen irgendwo in Europa, wir haben das in Zypern auf der britischen Militärbasis erlebt, dass da eine Drohne eingeschlagen hat. Wie schützt sich da in Europa? Und wir sind auch noch nicht bei dem Thema Terroranschläge in Europa. All das haben wir noch gar nicht erlebt. Wir sind ja am Anfang erst des Problems. Deshalb riesig sauer. Ich glaube, am besten drückt diese Entwicklung der Säuernis der Bundeskanzler aus, weil er war ja eigentlich einer, wahrscheinlich sogar in einer Minderheit, der relativ lange an der Seite Amerikas gestanden hat. Und auch bei der Frage, ob das ein völkerrechtswidriger Krieg ist, gesagt hat, das ist eigentlich eine absurde Frage, mit Zusammenhang mit dem Iran über das Völkerrecht zu reden, hat also indirekt Donald Trump verteidigt. Und nun kommt eine sehr, sehr klare Aussage, das ist nicht unser Krieg. Das hat fast so ein bisschen die Schröder-Dimension wie beim Irakkrieg mit George Bush Jr. zu tun.
Da ist ein weiter Weg gegangen oder Merz würde zwar sagen, ich habe das immer gesagt, dass das nicht unser Krieg ist, aber er hat es so laut und so klar und im Chor mit den anderen ist das noch nicht gesagt worden. Intern heißt es trotzdem, wir müssen gucken, dass wir deeskalieren, nicht nur im Iran, das ist die Diplomatie muss eine Chance kriegen, sondern auch mit Donald Trump. Wie können wir ihn besänftigen? Diese EU-Mission, Marine-Mission war einfach keine Option. Das geht nicht. Deswegen haben auch alle klar gesagt, da müssen wir nicht groß zum Nachdenken. Aber zum Beispiel wird es vielleicht auf dem Gipfel Signale geben, wir übernehmen andere Sicherheitsaufgaben, noch stärker an der Ostfront, sag ich mal, in Europa, Norddeuropa. Wir übernehmen neue Aufgaben in der Arktis. Also dass wir ihnen was anbieten, wir entlasten dich an Stellen, die europäisch sind. Und dafür sind wir aber ganz klar nicht bei dem Iran-Krieg dabei. Ob das den Meister Trump besänftigt, Elmar, ich glaube es nicht.
Also ich kann die Säuernis oder die Wut, wie auch immer man das nennen will, kann ich so gut verstehen, weil da sind ja absurde Dinge, die teilweise passieren. Ich will mal zwei aufzählen. Das eine ist, dass tatsächlich Russland ganz offenbar, es wird aus vielen Quellen gesagt, dass das so ist, Aufklärungsdaten an Iran liefert, um Verbündete Amerikas in der Region, vielleicht auch Amerika selber anzugreifen. Und trotzdem geht Donald Trump hin und lockert die Sanktionen, also lässt im Grunde genommen Putin Öl verkaufen für etwa 150 Millionen pro Tag, wenn er das weitermachen dürfte und so weiter. Also absurder geht es ja gar nicht. Wie will man das denn auch den Amerikanern vermitteln, wenn amerikanische Bürger getötet werden? Und ich glaube, wir sind bei 13 Toten bisher und wir haben über 400 Verletzte bisher auf amerikanischer Seite.
Also absurd. Und jetzt kommt noch eins dazu. Er hat ja tatsächlich gestern Abend um Minensuchboote gebeten. Das hat einen Grund. Er hat nämlich selber keine mehr oder fast keine mehr. Er hatte nämlich, ich glaube, vier oder sechs im Golf tatsächlich, in der Straße von Hormuz und die sind im September ausgemustert worden. Das heißt, die hat man verschrottet. Die sind zur Verschrottung weggebracht worden, weil die waren alt und so weiter. Und deswegen seine Bitte, und ich glaube, das richtet sich ganz besonders auch an Deutschland, weil Deutschland mit, ich glaube, die nennt sich Frankentalklasse oder Frankenbergklasse, also diese Minensuchboote, die Deutschland hat, die sind wohl ziemlich gut. Und da wird der Druck natürlich groß. Und jetzt mal meine Frage, ich lecke mal wieder den Stachel. Ich weiß nicht, ob es im Tagesspiegel oder in der Zeit heute war. Ein Kollege hat einfach geschrieben, Deutschland kann sich da nicht raushalten. Wir brauchen die Energie. Und wenn die Energiezufuhr der Welt einfach mal so dicht gemacht wird, egal ob wir den Krieg Mist finden, haben wir doch eine Verantwortung dafür, zu sorgen, dass die Energieströme halt weiterlaufen. Also müssen wir uns eigentlich beteiligen. Müsst du uns nicht? Tja, wir sind natürlich an einem sehr, sehr, würde ich mal sagen.
Historischen Punkt angekommen, was die Frage von unserer Energieabhängigkeit betrifft. Also wir haben ja auch das Thema, auf alternative Energieformen zu setzen, verschlafen, verschlafen, verschlafen. Und wir sehen jetzt eigentlich, welchen Preis unser Energiehunger nach fossilen Brennstoffen, Welche Konsequenzen das hat? Also ich sage mal so, ist es dann egal, ob dieses Regime in Iran weiter existiert?
Werden wir dann künftig unsere Beziehungen zu Russland, worüber ja die ersten Europäer schon wieder nachdenken, doch wieder etwas verbessern, weil wir russisches Öl brauchen? Ist dann alles egal, um den Preis, Öl und Gas zu erhalten? Das ist wirklich eine Frage, die sich jetzt in großer Deutlichkeit stellt, finde ich. Also so blicke ich darauf. Ich weiß das nicht, Elmar. Es ist ja der Zynismus auch von Trump gewesen in diesem O-Ton, wenn wir den noch etwas länger hätten eingespielt im Flugzeug, wo er gesagt hat, ich brauche die Straßenbahnhof gar nicht. Wir haben so viel Erdöl in Amerika, dann lasst das, dann müsst ihr das lösen. Das ist euer Problem. Also das war schon Meisterklasse an Zynismus. Nun könnten Europäer sagen, auch für unsere Energieversorgung ist es bei weitem nicht so existenziell, wie das für die Asiaten ist. Das ist wesentlich größer. Es fließt ja auch teilweise Öl durch diese Straße oder Tanker durch diese Straße sehr gezielt.
Ich glaube, ich kann mir das nicht vorstellen mit Deutschland Ich bin jetzt kein Militärexperte, aber ich wüsste auch nicht, ob wir da den großen Unterschied machen Und es ist doch noch ein Wunder, wie viel Schusskraft anscheinend der Iran hat Und es ist auch ein Wunder, das hast du so schön gesagt, Katrin Wie Amerika nach vier Jahren Ukraine-Krieg, Die Fähigkeit mit Drohnen, Riesenschaden anzurichten zu einem minimalen Preis, dass das nicht gesehen worden ist, das ist, finde ich, schon phänomenal. Ich glaube, die Europäer, bevor die eintreten, werden sie versuchen, auf die Golf starten, die ja jetzt sehr, sehr leiden unter den Angriffen. Auch da zerstört ja ein Mythos Amerika. So wie ich das verstanden habe, korrigiert mich, Elmar war ja immer so, es gab in den Ländern eine Militärbasis und das machte sie unangreifbar. Das sind die Amis und die regeln das. Deswegen stehen die jetzt da und sagen, was ist denn jetzt los? Wir werden ständig beschossen. Wo ist denn der Schutz der Amerikaner? Da ist es also eine große Reputationsverlust, auch für Donald Trump in der Region. Letztes, ich glaube, dass die Europäer, bevor sie wirklich da substanziell einsteigen, alles in der diplomatischen Front versuchen werden, auch mit den Golfstaaten, um in irgendeiner Form da einen Waffenstillstand oder eine Lösung hinzukriegen, die jenseits des militärischen Einsatzes ist.
Ich will mal auf die Zuhörer- und Zuschauerfragen mal kommen, aber ich würde eins noch vorweg schieben, weil du das vorhin gesagt hast, Trump hat so en passant gesagt, brauchen wir nicht die Straße von Hormuz. Das ist natürlich doppelter Blödsinn. Das eine ist, dass die Ölpreise sich nicht davon abhängig machen, ob eine Straße dicht ist oder nicht dicht ist, sondern in der Gesamtschau. Und die Gesamtschau sorgt dafür, weil der Ölpreis halt diktiert wird von der Gesamtschau an zwei verschiedenen, Oft wird der quasi festgelegt, über 100 Dollar, glaube ich, ist er gerade, ich weiß es nicht genau. Das hat Auswirkungen auf die USA. Die Benzinpreise sind jetzt um 25 Prozent gestiegen insgesamt seit Beginn des Krieges. Und das Zweite ist, der produziert nicht nur Öl und hat es dann, sondern die USA importieren Öl, was viele gar nicht wissen und zwar sogar sehr viel Öl. Die brauchen nämlich das Öl, das, was sie selber produzieren. Dafür sind ihre eigenen Raffinerien gar nicht ausgelegt. Die sind für eine Art von Öl ausgelegt. Das kommt aus Nigeria und das kommt aus anderen Ländern und das importieren die USA. Und wenn dann die Transportwege insgesamt betroffen sind, dann hat das drastische Konsequenzen eben auch für die US-Energiemärkte. So, jetzt habe ich hier Andreas Hopf, der hat uns gefragt, der hat mal das große Ganze aufgemacht und das finde ich interessant, weil er natürlich sagt.
Muss man nicht einmal überlegen, was insgesamt da jetzt passiert. Also wenn Amerika zu wenig Raketensysteme besitzt und die Krisenherde nicht mehr bedienen kann, die Ukraine benötigt Material, Israel benötigt Material, die USA benötigen Material für Iran, China könnte das Momento benutzen. Also droht nicht im Grunde genommen ein Notstand, sagen wir mal, der uns vielleicht zwingt? Ich hatte die Frage in einer früheren Folge schon mal gestellt, wenn Israel auf einmal allein da steht, braucht Israel dann nicht trotzdem unsere Unterstützung gegen Iran? Das ist eine sehr weitreichende Frage.
Oder wenn China Taliban angreift, also sind wir da nicht auf einmal auch, die NATO hat sich ja auch in Sachen Indopazifik beteiligt, müssten wir da nicht zum Beispiel dann an dieser Front, also im Indopazifik, dann einschalten? Vielleicht, damit die Katrin nochmal die etwas schwierigere Frage mit der Israel-Frage, weil das historisch auch so beladen ist, antwortet, wo ich auch keine gute Antwort hätte. Da freue ich mich auf deine Antwort und den Druck noch zu erhöhen. Und antworte ich auf die China-Frage, weil ich bin da ja auch mal Korrespondent geworden oder gewesen. Das ist ein Riesenproblem, gar nicht nur wegen der Munition, sondern auch, weil Amerika komplett seinen Fokus jetzt weggeschoben hat aus der pazifischen Gegend. Ich glaube, auch seine Flugzeugträger sind weg, wenn ich das richtig weiß. Aus der Elmar korrigiere mich. Ich glaube, es ist keiner mehr im Pazifik oder ist noch einer da. Ich bin mir fast nicht sicher. Ich glaube, einer, der da gerade war, ist jetzt auch abgerufen worden. Aber jedenfalls wollen wir uns nicht feststellen. Zwei Dinge. Erstens die schwächer gewordene USA durch den Irankrieg. Was sichtbar geworden ist für die Partner Japan, Südkorea, die ja alle auf die Amerikaner sich verlassen, falls Xi Jinping in Peking auf die Idee kommt, Taiwan anzugreifen, dass Amerika das quasi als einen Angriff auf die eigene nationale Sicherheit sieht.
Sehen ja, wie unzuverlässig Donald Trump mit Partnern umgeht. Ob das europäische Partner sind, also kann es sich überhaupt auf ihn verlassen. Dann die Schwäche, wie gesagt, der Amerikaner. Ich könnte mir, ich glaube nicht, dass das Xi Jinping jetzt unbedingt Taiwan angreift. Aber seine große Stärke besteht ja darin, immer stärker in der Region Unsicherheit zu erzeugen und immer mehr Militärübungen zu machen, um eben den Druck auf Taiwan zu erhöhen. Und ich glaube, dass das eigentlich, dass das in der Region eine Änderung ist, die dramatisch ist, weil auch.
Trump und Amerika wird dort als Weltpolizist nicht mehr in dem Maße wahrgenommen, wie es notwendig wäre, damit die Stabilität und das Duell zwischen China und Amerika in der Waage bleibt. Insofern halte ich das schon für eine verheerende Entwicklung. Wie gesagt, da steht kein unmittelbarer Angriff bevor, das glaube ich einfach nicht. Aber eine systematische Verschiebung, die Xi systematisch ausnutzen wird. Ja, ich glaube, wir erleben jetzt eine Situation, wo die Welt immer mehr in kriegerische Konflikte abzudriften droht, die keiner mehr wirklich zu beherrschen scheint. Also das Ausmaß dieses Angriffs, der ja eigentlich als ein präziser Schlag geplant war von den USA und Israel und wir sehen, wo wir jetzt stehen und dieser Krieg, ich sehe nicht die Perspektive, den Ball zu beenden, weil wie gesagt, diese Staaten können mittlerweile auch mit relativ einfachen Mitteln uns sehr, sehr hart treffen.
Dann sehe ich, dass Donald Trump eigentlich durch sein Verhalten die Welt in eine Situation geführt hat auch in Kombination mit natürlich einem Putin in Russland, wo man sich fragen muss wie soll das alles noch befriedet werden wie wollen wir da wieder herauskommen und eine Situation herstellen wo die notwendige Sicherheit gilt Vielen Dank. Also ich sehe auch in Israel bei allem Verständnis dafür, dass das Land sich verteidigen muss, bei allem Verständnis dafür, dass Israels Sicherheit von Iran bedroht ist, mittlerweile eine Situation, wo Diplomatie überhaupt nicht mehr auf der Agenda ist. Wir werden aber nicht die globalen Probleme und auch die regionalen Probleme mit Krieg lösen können.
Und das ist etwas, was wir gerade sehen. Also ich, ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ich sehe im Moment gar keinen Weg raus aus dieser Situation. Ich weiß nicht, ob ihr einen seht. Also von der Idee des Regime-Change, glaube ich, verabschieden sich ja auch die Vereinigten Staaten immer mehr, weil sie sehen, wie schwierig das ist und dass es eigentlich gar keine Option ist. Aber wie wollen sie denn da wieder rauskommen aus diesem Krieg? Iran kann den sehr lange durchhalten. Emma, du beobachtest das ja in Amerika und wir sollten gleich noch eine Frage nehmen. Ja, ich weiß, wie siehst du denn Trump?
Hat er, wann ist für ihn Schluss? Also ich glaube, was er eigentlich braucht, ist dringend etwas, was er wirklich als großen Sieg verkaufen kann. Da haben wir ja auch schon mehrfach drüber geredet. Dazu ist das, das und das erforderlich. Aber dazu gehört auch, dass die Straße von Hormuz wieder frei sein muss. Also treibt mich natürlich die Frage um, wenn die Europäer helfen würden, die Straße von Hormuz zu sichern, ob dann Trump es leichter fallen würde, zu sagen, ich habe die ballistischen Raketen zerstört. Das Atomprogramm zerstört, die Regimeführung einmal gezeigt, wo der Ava hängt und gut ist. Also dass man dann, das ist illusorisch, also ich weiß das, während ich das sage, dass das eigentlich die Europäer nicht machen können, weil der Iran da nicht mitspielt. Der macht weiter.
Und ich drücke mich auch um die Israel-Frage, weil das in der Tat, glaube ich, die Frage ist, die man in Berlin am liebsten sich selber gar nicht stellen würde. Wenn Staatsversion ist, Israels Existenzrecht zu sichern und der Iran greift zu vielleicht irgendwelchen Waffen mit dem Uran, was er noch hat, was er immer noch hat, mit höchster Wahrscheinlichkeit. Stichwort schmutzige Bombe auf Heilfahrt. Man muss es mal angesprochen haben. Das wird als ernsthaftes Szenario diskutiert. Dann stehen wir auf einmal vor der Frage, deswegen sage ich lieber was zu China, weil auch China hat ja umfassend Raketentechnologie an den Iran geliefert. Die Dinger, die da gerade fliegen oder vielleicht kommen die moderneren Raketen noch aus dem Iran jetzt in den nächsten Tagen, die sind mit chinesischer Technologie gebaut. Also so wie Russland eben ein Unterstützer ist. Und jetzt hat Donald Trump ja gebeten, dass China... Soll jetzt helfen, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Und er hat gebeten, dass man den Gipfel verschiebt. Also dass er, weil er hat jetzt anderes zu tun. Und China, habe ich den Eindruck.
Sitzt jetzt, ist der große Gewinner. Kann einfach da sitzen und zuschauen, was da passiert. Weil alles, was Amerikas militärische Stärke schwächt, stärkt China. Und alles, was Amerikas wirtschaftliche Stärke schwächt, stärkt China. Und in beiden Bereichen ist momentan nichts, was, glaube ich jedenfalls, Ulf, korrigiere mich, du warst lange da, aber nichts, was Xi Jinping nicht gefällt, oder? Also ich glaube, dass der am Anfang Sorgen hatte, weil er schon, kann ich nur spekulieren, wie alle in der Welt beeindruckt waren über diesen Gangster-Move mit Maduro in Venezuela.
Das war schon schaurig großes Kino, wenn ich das so zynisch sagen darf. Und mit der geostrategischen Wichtigkeit, dass man das Erdöl bekommt von Venezuela, dass man jetzt seine Hand drauf hat. Und die Idee war ja, die wir auch mal vor drei Wochen diskutiert oder vor zwei Wochen diskutiert hatten, wenn das jetzt im Iran auch einigermaßen läuft, muss ja kein Regime-Change sein, mit einfach einer Regierung, die sagt, wir machen unseren Frieden mit Amerika, ähnlich wie das in Venezuela ist. Die Leute haben da zwar nichts davon, aber es ist Rieben. Und die Amerikaner kriegen auch darauf noch Diese Erdölvorkommnisse, das war die Angst der Chinesen, dass sie sagen, oh Gott, dann kontrollieren die Erdölreserven mehr oder weniger die ganzen Welt oder einen Großteil davon. Das ist ein riesen strategischer Vorteil. Nur diesmal ist diese Tramsche-Risiko komplett ins Gesicht geplatzt oder es ist ihm vor seinem Gesicht geplatzt. Und dadurch hast du vollkommen recht, glaube ich schon, dass die Chinesen sich das ruhig, sachlich angucken. Eine Fußnote. Eigentlich denkt China nie in so.
Für die Momentaufnahmen, für die ist es schon ein Problem, dass die Weltwirtschaft so beeinträchtigt ist. Weil sie wollen ihre Produkte auch verkaufen. Und kriegen auch Öl aus. Und sie kriegen Öl, das funktioniert auch teilweise noch. Aber sie vor allem ihre Kunden haben riesen Schwierigkeiten wirtschaftlich. Und die Chinesen leben schon in dem Bewusstsein, dass dieses Jahrhundert der Zeitgeist Chinesisch spricht. Ich glaube schon, dass sie in vielen Dingen glauben, dass ihr System überlegen ist, dieser Wirren, dieser chaotischen Demokratie, die nun par excellence durch Donald Trump beherrscht wird und symbolisiert wird. Insofern sind die von solchen eruptiven Dingen gar nicht so begeistert, sondern Schritt für Schritt für Schritt, weil die Kommunistische Partei muss ja nicht alle vier Jahre wiedergewählt werden. Die denken in ganz anderen Zeitrahmen. Insofern sind die bestimmt nicht begeistert, wenn das jetzt noch weiter diese Wirtschaftskrise geht, auch wenn das vielleicht einen strategischen Vorteil für sie hat.
Katrin, ich unterfütter das mal mit einer Frage von, und da habe ich vorhin auch geklaut frecherweise, in dem, was ich gesagt habe, Manfred Müllner hat tatsächlich auf China aufmerksam gemacht. Und die Achse Russland-China, Biden, so schreibt er, liegt ja überhaupt nicht daran, dass der Iran am Ende halt tatsächlich demokratisch wird oder von den USA erobert wird, also Regime-Change. Glaubst du, glaubt ihr, dass China aktiv eingreifen könnte, um sicherzustellen, dass es im Iran so bleibt, wie es war? Das kann ich mir nicht vorstellen. Also ich glaube, dazu sind die Chinesen strategisch.
Viel zu weitsichtig. Ich sehe übrigens auch nicht, dass Russland das tun wird. Also Wladimir Putin wird an der einen oder anderen Stellschraube, wenn es ihm nicht wehtut, drehen, indem er zum Beispiel Übersichtsdaten oder solche Dinge liefert an die Iraner. Aber dass Russland oder China jetzt Iran in diesem Krieg gegen die USA und ja über die USA hinaus zur Seite stehen, ich sehe dafür im Moment überhaupt gar keine Anzeichen. Ich weiß nicht, wie du das siehst, Ulf, aber warum sollten sie das tun?
Ich glaube, die Chinesen, und jetzt sind wir wirklich auch am spekulieren, weil das Politbüro ist echt eine Blackbox. Also wer weiß da schon, was die denken. Man kann immer nur versuchen, Spuren zu lesen. Ich glaube, dass China das Weltbild ist und das Weltbild von Xi Jinping ist, so wird es immer wieder beschrieben, dass er die Welt neu sortiert. Und dass China als Reich der Mitte seinen Platz am großen Tisch der Weltmächte bekommt, Das heißt für China Augenhöhe mit Amerika. Es gibt Hemisphären, da würden Chinesen sagen, das ist hier Lateinamerika, das ist Amerika und für uns ist halt Taiwan ist unser Hinterhof, historisch auch besetzt. Insofern werden sie das nicht aufgeben und dort liegt die Kraft der Chinesen und diese neue Weltordnung. Sie wollen also ernst genommen werden. Ich glaube nicht, oder noch ein Satz, wenn Xi das, was er will, und es war so interessant, als die Partei ihren 100. Geburtstag gefeiert hat, die Kommunistpartei, eine riesen Militärparade auf dem Platz des Himmischen Friedens. Damals war ich Korrespondent und Xi kam auf die Bühne. Das ist ja davor dem Mao-Bild, wenn man sich das so vorstellt. Und er hatte den Mao-Anzug an.
Und da hat jeder gesagt, jetzt ist klar, er denkt in diesen historischen Kategorien und wenn er historisch werden will, muss er Taiwan quasi dem Mutterland zufügen. Er muss das Land vereinen. Und das ist eine Sphäre, das hat viel mit ihm für Augenhöhe zu tun, wie immer das gelingt. Muss nicht militärisch sein, kann auch durch Druck, den ich vorhin beschrieben habe, ökonomischen Druck sein. Aber diese Augenhöhe will er herstellen. Das Problem für die Chinesen ist, dass Donald Trump überhaupt kein Partner ist, weil er so anders funktioniert und so sprunghaft ist, dass sie gar nicht wissen, wie sie mit ihm verhandeln sollen, weil er keinerlei Verlässlichkeit hat. Und das ist, glaube ich, das größte Problem für China und auch für die Weltpolitik. Ist übrigens interessant. Die Chinesen haben sich heftig beklagt hinter den Kulissen natürlich über die Vorbereitung für den Gipfel, der Anfang April stattfinden sollte, weil von amerikanischer Seite wenig bis nichts gekommen sei. Bis vor wenigen Wochen war das zumindest so. Sodass man gar nicht wusste, was will der jetzt eigentlich mit dem Gipfel? Was sollen wir besprechen? Was sind die sogenannten Deliverables?
Also das, was geliefert wird am Ende eines Gipfels, was man dann in Kommuniqué fasst oder was auch immer. Nichts. Und jetzt würde ich aber das Thema noch... Nur eins, das muss dann auch verlässlich sein. Wenn du dann hingehst und sagst, das ist unsere neue Handelsstrategie, wir bauen die und die Zölle ab und wenn du dann nicht nach Washington kommst und weil du irgendwas geärgert hast, das wieder änderst, das hat auch was mit Gesichtsverlust für die Nation zu tun. Also man kann den Chinesen nicht unterstellen, dass sie so unzuverlässig sind. Also das ist eine große, wichtige Struktur in ihrem Denken. Ich würde den Blick nochmal auf zwei Themenkomplexe lenken. Nacheinander erstmal Ukraine und dann USA, weil unsere User fragen auch danach, unsere Zuhörer. Also da sagt beispielsweise eine Zuhörerin, Gabriele Bugge, dass tatsächlich in der Berichterstattung, auch in der Berichterstattung, im Fernsehen und anderswo wird viel zu wenig über die Auswirkungen auf die Ukraine diskutiert. Also der Aspekt geht irgendwie unter. Und dann haben wir hier einen sehr guten Post auch von Kai Kräber, war es glaube ich. Jetzt gucke ich mal, war es hier richtig?
Nee, finde ich jetzt gerade nicht. Aber die Frage, inwieweit in der Ukraine, da geht es um, ich hatte das aufgeworfen, die Doppelmoral, dass ich ja gesagt habe, die Europäer hätten eigentlich eine moralische Verpflichtung vielleicht, das iranische Regime, das Terrorregime zu beseitigen. Wenn sie doch sonst so immer so moralisch mit dem Zeigefinger da leer kommen und sagen, wir müssen unbedingt für die Ukraine eintreten. Das müsste ja dann für Iran genauso gelten. Und da haben wir hier tatsächlich von einem unserer User den Punkt, naja, das ist schon ein Unterschied. Bei Iran war es ja jetzt ein Präventivschlag, einfach von den USA und Israel. Und Ukraine ist ein souveränes Land angegriffen worden von Russland. Und deswegen ist das nicht erlaubt. Aber ich frage mich natürlich trotzdem.
Wenn also in Sachen Iran wir keine Soldaten, kein Militär, keine Waffen schicken wollen.
Ist es nicht noch eine stärkere Verpflichtung zu sagen, wenn Ukraine ein anderes paar Stiefel ist, aber diese moralische Verpflichtung so unendlich groß ist, müssten wir nicht jetzt nicht nur damit rechnen, dass Amerika aus Ukraine aussteigt und wir es übernehmen müssen, sondern müssten wir nicht von uns aus stärker sagen, so.
Ulf, du sprachst es vorhin mal kurz an, an der Ostplanke der NATO, aber auch bei der Ukraine übernehmen wir noch viel mehr, möglicherweise auch mit anderen Waffensystemen und mit europäischen Soldaten. Ja, ich glaube, die Botschaft ist angekommen in Europa. Du wirst keinen mehr sagen, der irgendwie schwärmt davon oder träumt, dass der Amerikaner noch quasi für die Europäer die Sicherheit organisiert. Das Problem ist, die Waffen müssen produziert werden, die Rüstungskonzerne müssen entstehen, die nationalen Egoismen in Europa müssen abgeschafft werden. Wenn man sich FKAS, den Kampfflugzeug der Europäer, also der Deutschen und der Franzosen ansieht, dass der immer noch nicht fliegt und in nationalen Egoismen, in einem Streit zwischen Macron und Merz zerfällt, wer was nun wie, wann, wie schnell baut und wo die Arbeitsplätze entstehen, siehst du halt, wie unendlich schwer das ist, eine moderne Antwort auf diese Frage zu finden. Und man bemüht sich, es gibt auch die Programme, aber Europa trifft diese Krise des Erwachsenwerdens eigentlich in einer Phase, wo sie unglaublich schwach sind wirtschaftlich.
Es sind ja keine Hochkonjunkturjahre für Europa, sondern Europa ist im Wettbewerb zurückgefallen gegenüber China, auch gegenüber Amerika. Also es trifft ein schwaches Europa, gilt nicht für alle, aber als Tendenz, ein schwaches Europa muss nun noch mehr Stärke und Anstrengung bringen. Und ich glaube, es ist komplett erkannt, es dauert und es gibt immer wieder neue Wahlen, vor denen man Angst hat, dass man die nicht besteht. Und deshalb geht das sehr, sehr langsam. Aber noch ist Amerika, wir hatten heute nochmal einen Hintergrund mit einer europäischen Regierung, die gesagt hat, egal was wir sagen, ohne Amerika können wir die Ukraine nicht verteidigen. Ob das Daten geben, die sie uns geben, ob das die Waffen geben, es geht einfach nicht. Wir kriegen das nicht so schnell hin.
Was heißt das für die Ukraine, Katrin? Also ich würde da nochmal kurz auf Europa zu sprechen kommen. Also Europas großes Dilemma in Sachen Ukraine ist ja nicht nur mangelnde militärische Kapazität und mangelnde ökonomische Kraft, sondern wir sehen die Europäer, zwei europäische Staaten sind es glaube ich, Ungarn und Slowakei, Die immer noch den für die Ukraine wirklich enorm wichtigen Kredit blockieren. Es gibt jetzt Spekulationen, dass die Ukraine das noch bis April durchhalten kann, vielleicht mit anderen Finanzmitteln, aber dass dann Schluss ist. Aber wenn die Pipeline, nur Zwischenfrage, wenn die Pipeline jetzt repariert ist, an der offenbar Viktor Orban so viel liegt, die Durchspar-Pipeline, hat er dann nicht keinen Grund mehr? Also müsste dann nicht Orban auch am Ende zustimmen, weil er das gekriegt hat, was er will, nämlich das Öl, das wieder durch die Pipeline fließt? Naja, hat er uns eine Garantie dafür gegeben.
Kann sein, dass das passiert, aber was ich sagen will ist, dass viele Probleme, die die Europäer in der Unterstützung der Ukraine haben, sind hausgemachte Probleme auch der Europäer. Würden sie beherzter und klarer für die Ukraine einstehen und das wirklich als ihr Sicherheitsinteresse ansehen, dann wären wir einfach auch in einer anderen Situation. Dann hätte man die Ukraine von Anfang an auch militärisch viel beherzter unterstützen können. Die Mittel waren schon da. Man hat ja teilweise auch gezögert, weil man Angst hatte vor Russland. Und ich sehe die Situation der Ukraine ein bisschen mit gemischten Gefühlen. Natürlich ist das ein Moment, der ist dramatisch, weil die Ukraine ist aus dem Fokus geraten.
Der nicht bewilligte, der nicht auszahlbare Kredit ist ein Problem. Die Tatsache, dass durch die aufgehobenen Sanktionen jetzt Russland wieder Geld in die Kriegskasse bekommt, ist ein Riesenproblem. Auf der anderen Seite scheint ja die Ukraine das einzige Land zu sein, das wirklich diesen enormen technologischen Fortschritt in Sachen Drohnenanwendung, Drohnenabwehr und auch der Entwicklung von Netzwerken, um das zu etablieren, so weit ausgereift hat, dass mittlerweile, ich glaube, elf Staaten die Ukraine um Unterstützung fragen. Das wird nicht genug Geld der Ukraine bringen, um diesen Krieg gewinnen zu können. Aber natürlich hat die Ukraine jetzt international ein ganz anderes Momentum. Sie ist vom Bittsteller im Prinzip zum jetzt Berater oder Lieferanten geworden und einem wichtigen Ratgeber. Also wir sehen eigentlich, dass sich die Position des Landes schon ein bisschen verändert hat in der Wahrnehmung. Vielen Dank.
Kommen wir zum Schluss nochmal letzte Runde auf USA, weil sich viele natürlich fragen, also bei all dem, was da passiert, auch diese Absurditäten und dass eben auch jetzt amerikanische Opfer das Ganze fordert, möglicherweise bereitet man ja auch eine Boden- oder Bodentruppen vor, sind zusätzliche Einheiten, Landeeinheiten mobilisiert worden jetzt, dass in Amerika noch nicht eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Krieg ist, sondern es ist tatsächlich in den letzten Tagen nach wie vor relativ 50-50. Selbst die hohen Benzinpreise haben noch nicht zu einem totalen Kippen geführt. Wie groß ist die Hoffnung bei euch und auch in Brüssel, in Europa, dass der Druck so groß wird, dass Donald Trump halt einstellt, also die Angriffe einstellt in den nächsten Tagen oder Wochen? Also ich glaube, dass man irgendwie hofft.
Dass der innenpolitische Druck vielleicht so groß wird, dass er zur Einsicht kehrt. Aber du hast eigentlich den Satz gesagt, der muss irgendwie Beute mit nach Hause bringen. Also warum den ganzen, ganzen, ganzen Krieg? Was hat das gebracht? Ich wundere mich ein bisschen an der amerikanischen Administration, dass sie so gar nicht irgendwie Erfolge finden, sondern dass eigentlich ein etwas untypisches für Trump passiert, dass er um Hilfe fragt. Das ist ja eigentlich kein starkes, sondern ein schwaches, ein schwacher Präsident. Also er ist immer schwer erklärbar, aber er hatte so gewisse Prinzipien, die man verstehen konnte. Laut, aggressiv, selbstbewusst, ich bin der Größte. Und das ist so verloren gegangen. Vielleicht ist da auch ein Selbstzweifel. Ich finde auch selten, Elmar, und ich sage das, was die Europäer eben sagen, wir wissen gar nicht mehr, mit wem wir reden sollen. Es ist gar nicht klar, was ist. also an dem Rubio redest, dem Außenminister, hast du das Gefühl, der Israel, Netanjahu hat den da irgendwie reingezogen und reingetrickst oder reinverlockt in diesen Krieg und Vance hörst du überhaupt nichts mehr und Trump, also Fazit ist, die hoffen, dass ähm.
Sie ihn vielleicht ein bisschen mit bekehren können, indem sie sagen, dass sie woanders was tun, militärisch, und dass vielleicht der innenpolitische Druck so groß wird, dass er aus den eigenen Reihen und aus der Wirtschaft so viel Stress kriegt, dass er Einsicht hat. Ein kleines wird immer genannt, ist Grönland, wo man den Wirtschaftskrieg gesagt hat, wenn du mit Grönland weitermachst, dann machen wir einen Handelskrieg, aber im Grunde genommen viel zu viel Ratlosigkeit, wie du das auch an meiner Antwort hörst.
Kathrin, noch ein Fazit? Ja, auch viel Ratlosigkeit und die große Sorge, dass ja, ich denke schon, dass der Druck auf Trump wachsen wird, weil seine unberechenbare Politik stört ja zunehmend Amerikaner vielleicht noch nicht genug. Aber mit welchen Auswirkungen, dass dann auf einmal dieser Krieg beendet wird mit ungeahntem Ausgang, ist ja auch keine, sagen wir mal, gute Lösung für die Region. Also ich bin da auch relativ ratlos und eher pessimistisch, wie das ausgehen wird. Ja. Mir geht es ähnlich. Wir haben genug Futter für weitere Sendungen wahrscheinlich und können uns ja nächste Woche mal intensiver noch mit USA beschäftigen. Johannes Heidel hatte vorhin die Frage gestellt nach der Ukraine. Vielen Dank dafür. Und viele hier treibt tatsächlich um. Warum gibt es nicht den großen Widerstand in den USA? Das traktieren wir weiter. Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich für alle, die Fragen geschickt haben und freuen uns natürlich über noch viel mehr Feedback. Schreiben Sie uns gern an auslandschanalpodcast.ztf.de oder einfach da unten in den Kommentaren. Wir lesen das gern. Wir haben ein paar Fragen jetzt verantwortet. Wir werden uns weitere vornehmen für die nächste Runde. Ich bedanke mich sehr bei euch, ihr Lieben. Danke, immer ein Vergnügen und macht's gut, bleibt gesund. Tschüss. Tschüss.
Auslandsjournal, der Podcast. Der Trump-Effekt ist eine Produktion von Busepark Productions im Auftrag des ZDF-Auslandsjournals.