ZDF, der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte. Hallo, mein Name ist Katrin Eigendorf. Ich bin internationale Sonderkorrespondentin für das ZDF und eigentlich hauptsächlich unterwegs in Kriegs- und Krisengebieten wie der Ukraine, in Syrien oder Afghanistan. Woran ich jetzt in der Weihnachtszeit zurückdenke als besondere Herausforderungen in diesem Jahr. Das ist allerdings das friedlichste Land der Welt, das ist Island. Da war ich bei drei Grad im Meer baden. Und nur Frauen sind in der Gruppe gefordert? Nein, wir haben Männer. Ein paar bravere Männer. Als ich mich mit der Gruppe von Frauen getroffen habe, die sich regelmäßig, dreimal in der Woche, zusammenfinden, um egal bei welchem Wetter im Meer baden zu gehen, da habe ich zuerst gesagt, Tja, das ist schön, das beobachten wir mit der Kamera, aber das war nicht drin, sie haben gesagt, du musst das mitmachen, denn das ist wirklich ein gemeinschaftliches Erlebnis und diese gemeinschaftlichen Erlebnisse, die machen auch viel von der friedlichen Stimmung von Island aus. Okay, ich habe gesagt, ich mache mit.

Ein Out und Sex. Man hat mir zumindest gegönnt, dass ich nicht ganz ins Meer gehe, also gesagt, es reicht, wenn du mit uns reingehst. Wir haben uns darauf vorbereitet, gemeinsam als Gruppe, diese Challenge nochmal in unser Bewusstsein geholt, was wir da eigentlich machen, uns vorbereitet. Denn das hat ja auch viel mit mentalen Fragen zu tun. Und am 5. sagen wir ja! Ja! Okay, jetzt sind wir bereit, zu gehen. Und dann sind wir zusammen einfach schnurstracks ins Meer gegangen. Und ich kann sagen, drei Grad, das ist ziemlich kalt. Die Gruppe hat mir vorher gesagt, du musst einfach nur atmen, vernünftig atmen. Atme ruhig ein und dann ganz, ganz lange aus. Dann entspannst du und dann findest du die Kälte gar nicht so schlimm. Und das Rezept hat sich wirklich auch als brauchbar erwiesen.

Ich bin zumindest ganz kurz drin gewesen und ich bin wirklich stolz darauf, dass ich das geschafft habe. Einige sind länger im Wasser geblieben, einige sind sogar geschwommen. Höchste Bewunderung dafür, für diese toughen Isländerinnen, die sich hier dreimal in der Woche zusammenfinden, um das zu machen, diese Challenge zu bewältigen. Das sagt eigentlich jede von Ihnen, dass Ihnen das auch ein bisschen über die düstere Winterzeit hinweg hilft, das als Gemeinschaft zu machen. Und das Wunderbarste, kann ich nur sagen, ist das Gefühl danach, wenn man dann im Kreis zusammen ist und einfach diesen Moment genießt, dass man es geschafft hat. Sich gemeinsam aufwärmt, mit ein paar lustigen Songs mitsingt und dann einfach weiß, was man kann, was man erreichen kann, wie man sich auch mit der Natur verbinden kann.

Das hat mich ein Stück weit dahin geführt, zu verstehen, was Island zu einem so friedlichen Land macht, denn das ist ein Teil davon, diese Verbindung mit der Natur. Und das Allerschönste, das haben wir mit der Kamera gar nicht als Video aufnehmen können, aber das ist der Moment, wo man sich dann hinterher in eine der heißen Bäder legen kann zusammen. Da habe ich, glaube ich, bestimmt eine Stunde drin gelegen. Das war ein wunderbarer Moment und Ausklang dieses Tags und dieses Drehs für unsere Dokumentation zu der Frage, wie können wir in der Welt mehr Frieden erreichen, die wir im nächsten Jahr im ZDF ausstrahlen. Der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte.