ZDF, der Auslandsjournal Adventskalender, hinter jedem Türchen eine Geschichte. Kennen Sie eigentlich noch diesen Song? Das war einer der Sommer-Hits im Jahr 2003, also schon ziemlich lange her und bei manch einem vielleicht schon in Vergessenheit geraten. Uns hat er in Russland aber zusammen mit einigen anderen Songs in diesem Jahr einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Und wie es dazu kam, die Geschichte erzähle ich Ihnen jetzt.

Mein Name ist Felix Klauser, ich arbeite für unser Studio Moskau und habe in diesem Jahr von April bis Juni aus Russland berichtet. Unsere Berichterstattung in Russland ist natürlich total geprägt vom Krieg in der Ukraine und all dem, was damit zusammenhängt.

Auch im Sommer gab es ja beispielsweise schon Besuche vom US-Sondergesandten Steve Whitcoff in Moskau oder Telefonate zwischen Wladimir Putin und Donald Trump. Und trotzdem versuchen wir auch andere Themen in Russland nicht aus den Augen zu verlieren. Und deshalb bin ich im Juni ans Schwarze Meer gereist, nach Annapa. Das ist ein Küstenort dort, der eigentlich eine Tourismus-Hochburg in Russland ist. Und Tourismus im eigenen Land ist natürlich durch die Sanktionen und durch die Reisebeschränkungen, die es jetzt gerade in Russland gibt, für die Russen ziemlich wichtig. Das Problem ist, am Schwarzen Meer gab es genau vor einem Jahr, im Dezember 2024, ein Tankerunglück, als in einem Sturm zwei Öltanker havariert sind. Der eine Tanker war 50 Jahre alt und ist einfach zerbrochen auf hoher See und der andere ist auf Grund gelaufen. Und beide Tanker sollen auch im Zusammenhang stehen mit der russischen Schattenflotte und die möglicherweise beliefert haben. Ganz klar ist das nicht. Klar ist aber, dass auch sechs Monate später, als wir in Anapa waren, immer noch Öl im Wasser war. Und als wir dann ein paar Kilometer rausgefahren sind, nördlich von Anapa, da haben wir dann auch Rettungs- und Bergungstrupps gesehen. Da waren unter anderem Taucher im Wasser, die dann ölverschmiert aus dem Wasser gekommen sind und da versucht haben, diese Schwerölklumpen zu bergen.

Wir waren dann mehrere Tage vor Ort, haben mit Umweltschützern gesprochen, haben auch versucht, mit den Menschen zu sprechen, die da diese Bergungsarbeiten durchführen. Das ist aber nicht ganz so einfach gewesen, weil die nicht mit uns sprechen durften.

Und als wir dann genug Material gedreht hatten, haben wir uns ins Hotel gesetzt, den Beitrag fürs Auslandsjournal geschnitten und wollten dann vertonen. Und dann gab es vor unserem Hotel eine kleine Überraschung.

Offensichtlich hatte man sich, um den Tourismus in Annapa irgendwie ein bisschen anzukurbeln, dazu entschlossen, ein Beach-Soccer-Turnier abzuhalten und zwar genau vor unserem Hotel.

Dieses Beach-Soccer-Turnier war von Musik begleitet und zwar wirklich den ganzen Tag lang. Zehn Stunden lang wurden da Hits gespielt. Da saßen wir dann also und im Hintergrund hörte man die ganze Zeit die Anfolgerungsrufe, das Getrommel, die Musik. Und wir haben versucht zu vertonen und die Fenster waren natürlich eh schon zu, die Vorhänge haben überhaupt nichts gebracht. Und es hat einfach nicht funktioniert, weil man bei der Vertonung im Hintergrund immer diese Geräuschkulisse hatte. Und am Ende sahen sich unser Cutter Clemens und ich gezwungen, das Sofa auseinander zu montieren und die Polster des Sofas als Dämpfungsmaterial zu benutzen. Und damit hat es dann auch tatsächlich geklappt und wir konnten diesen Beitrag fürs Auslandsjournal vertonen, kam rechtzeitig noch in Mainz an und wir waren sehr, sehr erleichtert. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für die kommenden Tage genau die Hintergrundmusik, die Sie sich wünschen. Frohe Weihnachten und Snow im Goddard.