ZDF, der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte. Ah, ihr schon wieder? Was wollt ihr? Wollt ihr noch eine Geschichte hören? Noch eine? Na gut, dann, ich hab noch eine. Komm mal mit. Ich erzähle euch noch eine Geschichte, wo wir in Usbekistan Frauen beim Tanzen.
Wir müssen noch ein bisschen laufen, jetzt hier durch die Gänge. Mal gucken, dass wir uns nicht verlaufen. Soll auch schon passiert sein, dass die Leute nicht mehr zurückgefunden haben und dann jahrelang durch die Gänge wandeln mussten.
Mittlerweile sind wir auch in unserem Schneideraum und kommen jetzt zu der sehnsüchtig erwarteten Geschichte. Wir waren im März, Ende März 2025, also dieses Jahr, am Aralsee in Usbekistan und haben dort über die Folgen von Wasserknappheit berichtet. Der Aralsee war mal ein Binnenmeer, so groß wie Bayern, also ein gigantisches Meer und heute ist davon nicht mehr viel übrig. Man fährt sozusagen stundenlang über dieses ausgetrocknete Meer. Ja, wir haben dort am Aralsee ein Jurtendorf besichtigt. Man kann da nämlich übernachten und kann dann mit Blick auf den Aralsee oder das, was noch von dem Aralsee übrig ist, zum Mittagessen. Das haben wir auch gemacht. Wir waren dabei, wie die Jungs vor Ort, die das Jurtendorf betreiben, den Fisch zubereitet haben. Der Fisch war allerdings gar nicht aus dem Aralsee selbst, sondern den haben die aus dem Supermarkt vier Stunden über den ehemaligen Meeresgrund gefahren. Dann nachdem wir dort gedreht haben und unseren Bericht gemacht haben, sind wir wieder zurückgefahren in die nächstgrößere Stadt, also vier Stunden wieder zurück über den ehemaligen Meeresgrund, über diese Mondlandschaft zurück nach Muinack. Muinak ist eine Stadt, dort war früher eine große Fischindustrie. Viele Boote, Schiffe gab es da. Das ist heute alles vorbei. Die Schiffe liegen auf dem Trockenen, weil der Aralsee nicht mehr existiert. Da ist alles trocken und Muinak ist dementsprechend auch kleiner geworden. Wir haben da in einem Hotel geschlafen.
Außer uns war da niemand. Das Hotel war ein Erlebnis für sich. Das war auch das einzige Hotel dort, wo es zu dem Zeitpunkt fließend Wasser gab. Wir können euch mal ein paar Eindrücke vom Frühstück einblenden. Da war ein riesig großer Frühstückssaal und wir waren quasi die einzigen Gäste. Das Frühstück war, ich sag mal so, recht einfarbig, alles in der gleichen Farbe gehalten, von Luxus keine Rede, aber es war auf jeden Fall ein recht authentischer Eindruck, den wir da bekommen haben. Jedenfalls, als wir dann zurückgekommen sind nach Moinac, am Abend nach dem Dreh, sind wir noch essen gegangen. Und es war schon recht spät und es gab ein Restaurant, das noch offen war. Es war, glaube ich, ein Freitag oder ein Samstag, ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Auf jeden Fall, es war Wochenende und wir haben da noch was zu essen bekommen. Es war auch lecker und wir haben noch ein Bier getrunken. Und als wir unser Essen beendet hatten, kamen plötzlich hinter uns Frauen die Treppe runter. Die fingen dann da hinter uns relativ nah an unserem Essenstisch an zu tanzen.
Es wurden immer mehr, die Musik wurde immer lauter, die Stimmung immer ausgelassener. Am Schluss haben sie uns auch noch aufgefordert zu tanzen. Man sieht das vielleicht auf dem Video noch ganz kurz. Ob es zum Tanz kam oder nicht, darüber legen wir den Mantel des Schweigens. Der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte.