ZDF, der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte. Moin aus dem winterlich so richtig grau und tristen Kiel. Mein Name ist Henna Hebestreit und ich berichte aus Skandinavien. Wenn es hier so richtig ekliges Winterwetter ist, ist es die beste Zeit, sich an all das zu erinnern, was wir Schönes in diesem Jahr gemacht haben. Denn Kiel ist für uns die Drehscheibe für die Berichterstattung aus ganz Skandinavien. Und in diesem Jahr konnte ich mir endlich einen langgehegten Wunsch erfüllen, nämlich an den am weitesten entfernt gelegenen Ort unseres Berichtsgebietes zu reisen, nach Grönland. Grund war, dass Donald Trump sein Auge auf diese eiskalte Insel im Nordatlantik geworfen hat. Kurz vor den Parlamentswahlen auf Grönland sind wir dorthin gereist. Ganz egal, ob in Grönland gewählt wird, die Schlittenhunde von Nils Davidsen haben Hunger. Es kümmert sich nicht, ob sich das Land nach den Wahlen schnell oder langsam von der alten Kolonialmacht Dänemark löst oder sich von Donald Trump kaufen lässt. Hauptsache, es gibt genug gefrorenen Fisch. Ihr Herrchen gehört zur Regierungspartei und steht Dänemark näher als dem Präsidenten in Washington.

Präsident Trump, der hat nicht genug Geld, um Grönland zu kaufen. Er kann es sich einfach nicht leisten, uns zu kaufen und die Erlaubnis bekommt er auch gar nicht. Auch wenn das Verhältnis zu den USA bei dieser Wahl gar nicht zur Abstimmung steht, sind Donald Trumps Grönland-Fantasien großes Thema im Hintergrund. Wir brauchen Grönland für die nationale und internationale Sicherheit und wir arbeiten mit vereinten Kräften daran, es zu bekommen. Wir brauchen es wirklich für weltweite Sicherheit und ich glaube, wir kriegen es auf die eine oder andere Weise.

Diese Raubtier-Attitüde des US-Präsidenten verunsichert die Politiker in Grönland. Kallisat Lund ist Minister, pocht auf das Recht seines Landes selbst, über die eigene Zukunft zu entscheiden. Es geht uns um eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit, die unser Leben und unsere Gesellschaft aber nicht zerstört. Grönland steht vor einer Richtungswahl. Langsame Loslösung von Dänemark oder ganz eilig unterwegs zu einem eigenen Staat, der dann dem Spiel des Mächtigen ausgeliefert sein könnte. Eine andere Drehreise hat mich und mein Team nach Norwegen geführt, auf die Lofoten, die auch bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind und wo es in diesem Sommer so richtig voll geworden ist. Früh am Morgen begleite ich Nationalpark Ranger Ole Jakob Kvallzaug auf den Weg zur Qualfika-Bucht auf den Lofoten. Es ist einer der Wanderwege, auf denen jedes Jahr viele tausend Urlauber unterwegs sind. Auf dem Trail ist es voll geworden. Die ersten Wanderer sind schon wieder auf dem Rückweg aus der Qualfika-Bucht. Andere haben den gefährlich steilen Abstieg noch vor sich. Auch um Unfälle zu verhindern, bauen Arbeiter jetzt einen Weg. Wir haben extra Sherpas aus Nepal angeworben. Die legen jetzt einen Steinfad von der Bucht hier rauf. Damit verringern wir auch die Belastung für die Natur.

Wie man die Belastungen für die Natur auch bei Flügen in den Weltraum möglichst gering halten kann, habe ich mir vor wenigen Wochen in Schweden angeschaut. Dort hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf dem Weltraumbahnhof Kiruna eine Forschungsrakete gestartet.

Exakt um 5.05 Uhr morgens zündet der Raketenmotor und jagt Mavoy-16 rasant in den Himmel. In sicherer Distanz erreicht uns das Brüllen der Motoren mit Verzögerung. So, das war jetzt nicht zu überhören und auch nicht zu übersehen. Die Rakete ist gestartet. Ob die Mission erfolgreich ist, werden wir gleich erfahren. Aber auf jeden Fall, die Rakete hat abgehoben. Ach, das war spannend. Das waren jetzt ein paar der eindrücklichsten Momente meiner diesjährigen Berichterstattung aus Skandinavien. Ihnen allen eine schöne restliche Adventszeit, fröhliche und friedliche Weihnachten. Alles Gute im neuen Jahr hier aus Kiel, dem Tor zum Norden. Der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte.