ZDF. Der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte. Здравствуйте und guten Tag. Mein Name ist Armin Körper und ich leite das ZDF-Studio in Moskau. Meine aufregendste Dienstreise in diesem Jahr, das war der Putin-Trump-Gipfel in Alaska. Das klingt erstmal sehr aufregend und es waren auch, viele haben es so bezeichnet, ikonische Bilder. Viele haben sie auch kritisiert. Donald Trump hat Wladimir Putin den roten Teppich ausgerollt und hat den begrüßt, den man in Europa einen Kriegsverbrecher nennt. Noch spektakulärer war allerdings die Geschichte hinter der Geschichte. Der Kreml hat uns nicht in der Pressemaschine mitgenommen, weil wir als Vertreter eines unfreundlichen Landes eigentlich keinen Zugang zum Kreml haben. Deshalb sind wir selber geflogen von Moskau nach Dubai, von Dubai nach Seattle, von Seattle nach Alaska. Und das waren hinzugs, glaube ich, 32 Stunden, zurück 36. Da kamen wir dann ziemlich müde an. In Alaska war 12 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Das heißt, wir mussten ständig nachts arbeiten, mussten auch sofort loslegen und haben eigentlich kaum geschlafen. Immer mal zwischendurch so zwei Stunden sich mal schnell hingelegt. Viel mehr war da nicht drin.

Der große Coup war, dass der Kreml uns dann angerufen hat und gesagt hat, wir können zu dem eigentlichen Treffen auf diese Airbase in den Kreml-Pool mit den russischen Journalisten da mitreisen. Das ist für uns immer ganz interessant, weil wir eigentlich so nah sonst nie an die russischen Medienleute und auch an den Präsidenten und seine Entourage rankommen. Also das klang alles sehr aufregend, das war auch nahezu spektakulär. Die Dame sagte dann am Telefon, wir sollten, ich glaube, um vier Uhr morgens vor einer Tierhandlung stehen. Und da käme dann der Pressebus und würde uns einsammeln. Ich habe das noch für einen Witz gehalten, habe die Kollegen gefragt von anderen Sendern, die auch hingefahren sind. Aber die hatten den gleichen Anruf bekommen. Und dann haben wir das gemacht. Dann sind wir in diesen Bussen gefahren. Das war irgendwie auch skurril. Da gab es dann den Russki-Pressbus und den Amerikanski-Pressbus.

Wir waren im Russischen, auch das hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben, und hatten dann verschiedene Sicherheitschecks und so weiter und waren dann da in dem Raum, wo die Pressekonferenz stattfand. Das Problem an der Sache war, dass wir uns vorher überlegt hatten, vor der Abreise, dass die Flugtickets ja so teuer sind und wir deshalb mit möglichst wenig Leuten fahren. Und ich mit der Zentrale in Mainz abgesprochen habe, dass wir eigentlich keinen Kameramann aus Moskau mitnehmen müssen, dass das Studio Washington uns sicher jemanden schicken kann, weil das ja viel günstiger ist. Gesagt, getan. Als wir dann aber in den Kreml-Pool kamen, zu der Airbase, hieß es, ja nee, der amerikanische Kameramann, den könnt ihr nicht mitnehmen, den kennen wir ja gar nicht. Der bräuchte erst mal eine monatelange Sicherheitsüberprüfung, sodass ich ohne Kamera und ohne Kameramann fahren musste. Das hatte natürlich das Problem, dass ich von da immer wieder schalten musste und ich dann darauf angewiesen war, dass die Kollegen von anderen europäischen Sendern und Organisationen.

Mir geholfen haben und mir immer wieder von Schalte zu Schalte ihre Kameraleute bzw. Ihre Kameras ausgeliehen haben. Das war ziemlich stressig, weil sich auch die Schallzeiten immer wieder zum Teil geändert haben und ich da hauptsächlich immer zwischendurch von einem zum anderen rannte. Aber in Moskau, da sind viele Kollegen, auch Freunde. Deshalb ist Weihnachten ein guter Anlass, mal Danke zu sagen. Zum Beispiel an Katja Anissimowa von AFP, Agence France-Presse, Steve Rosenberg von BBC und Ivor Bennett von Sky News. Ohne die hätten wir das gar nicht geschafft. Denen und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest. Das ist noch ein Gott im Aus Moskau. Der Auslandsjournal Adventskalender. Hinter jedem Türchen eine Geschichte.