WEBVTT

00:00:14.487 --> 00:00:18.107
Hallo und herzlich willkommen zu Aktenzeichen XY Unvergessene Verbrechen.

00:00:18.307 --> 00:00:22.127
Ich bin Rudi Zerne. Und ich bin Conny Neumeyer. Schön, dass ihr wieder dabei seid.

00:00:22.727 --> 00:00:27.847
Wer sich mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub macht, der dürfte folgendes Szenario kennen.

00:00:28.207 --> 00:00:32.227
Die Autobahnen sind voll, vielleicht quengeln Kinder auf dem Rücksitz und irgendwann

00:00:32.227 --> 00:00:33.987
braucht man einfach eine kurze Pause.

00:00:34.647 --> 00:00:38.787
Dann steuert man den nächsten Rastplatz an, um sich kurz die Beine zu vertreten,

00:00:38.927 --> 00:00:43.987
etwas zu essen oder auszutreten. Normalerweise ist so ein Halt eine harmlose Unterbrechung.

00:00:44.167 --> 00:00:48.887
Man rechnet nicht damit, dass ein kurzer Zwischenstopp plötzlich eine völlig

00:00:48.887 --> 00:00:49.947
neue Richtung einschlägt.

00:00:50.107 --> 00:00:53.827
Aber genau das erlebt eine Familie im Sommer 2005.

00:00:54.327 --> 00:00:58.147
Sie sind auf dem Weg in die Ferien, da legen die Österreicher eine Pause an

00:00:58.147 --> 00:01:02.527
der A8 zwischen Salzburg und München ein und stoßen dann auf etwas,

00:01:02.627 --> 00:01:05.127
das sie nicht erwartet hätten. Die Leiche eines Menschen.

00:01:05.687 --> 00:01:09.267
Ein Fund, der einen komplexen Fall ins Rollen bringen sollte,

00:01:09.267 --> 00:01:13.727
der die Ermittlerinnen und Ermittler quer durch Europa führt und ihnen viel abverlangt.

00:01:14.147 --> 00:01:18.627
Bei uns im Studio sind heute die beiden Kriminalhauptkommissare Jörg Fritzenschaft

00:01:18.627 --> 00:01:24.867
und Klaus Kammerloher, die 2005 gemeinsam bei der Kripo Rosenheim in diesem Fall ermittelt haben.

00:01:25.207 --> 00:01:28.567
Herzlich willkommen, meine Herren. Schön, dass Sie beide heute bei uns sind.

00:01:28.807 --> 00:01:29.987
Auch von mir herzlich willkommen.

00:01:30.527 --> 00:01:33.307
Hallo und grüß Gott. Vielen Dank für die Einladung. Hallo zusammen.

00:01:33.547 --> 00:01:35.707
Freut mich, dass wir heute bei Ihnen sein dürfen.

00:01:36.427 --> 00:01:40.667
Herr Fritzenschaft, der Leichenfund an der Autobahn A8 ist schon über 20 Jahre

00:01:40.667 --> 00:01:43.447
her. Wie gut können Sie sich an all das noch erinnern?

00:01:44.186 --> 00:01:48.046
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, weil ich damals als junger Schichtbeamter

00:01:48.046 --> 00:01:51.526
zur Kripo abgeordnet wurde mit dem späteren Ziel der Versetzung.

00:01:52.026 --> 00:01:56.506
Ich war also ein absoluter Frischling und da war es schon eine große Herausforderung,

00:01:56.686 --> 00:01:58.326
an so einem Fall mitzuarbeiten.

00:01:59.106 --> 00:02:02.406
Bevor Sie uns jetzt mehr über Ihre späteren Ermittlungen erzählen,

00:02:02.506 --> 00:02:07.126
beginnen wir von vorn und werfen einen Blick auf das, was sich im Sommer 2005

00:02:07.126 --> 00:02:10.046
ereignet hat. Alle Namen haben wir geändert.

00:02:16.706 --> 00:02:21.446
Es ist der 27. August 2005. Ferienzeit in Bayern.

00:02:21.926 --> 00:02:26.506
Eine österreichische Familie ist am späten Vormittag mit dem Auto auf der A8

00:02:26.506 --> 00:02:30.786
von Salzburg in Richtung München unterwegs, als sie beschließt, kurz Rast zu machen.

00:02:31.246 --> 00:02:34.966
Sie verlassen die Autobahn an der Anschlussstelle Aachen-Mühle im Landkreis

00:02:34.966 --> 00:02:37.166
Rosenheim und fahren auf eine Kreisstraße.

00:02:37.586 --> 00:02:41.646
Kurz vor einer Unterführung biegt die Familie in eine schmale Seitenstraße ab,

00:02:41.806 --> 00:02:43.186
um eine Pause einzulegen.

00:02:43.786 --> 00:02:46.806
Der Familienvater entfernt sich ein paar Schritte, als ihm auf einer kleinen

00:02:46.806 --> 00:02:48.826
Grünfläche ein paar Turnschuhe auffallen.

00:02:49.186 --> 00:02:52.506
Er tritt näher und macht eine unerwartete Entdeckung.

00:02:52.866 --> 00:02:55.666
Im hohen Gras liegt der leblose Körper eines Mannes.

00:02:56.146 --> 00:03:00.126
Ohne dass die beiden Kinder es mitkriegen, ruft der Mann seine Frau hinzu.

00:03:00.946 --> 00:03:05.746
Gemeinsam alarmieren sie Polizei und Rettungsdienst. Kurz darauf treffen Beamte

00:03:05.746 --> 00:03:09.006
der Schutzpolizei ein, die sich ein Bild von der Lage machen.

00:03:09.006 --> 00:03:13.566
Bei dem Toten handelt es sich augenscheinlich um einen jungen Mann mit Jeans

00:03:13.566 --> 00:03:16.966
und blau-weiß kariertem Hemd, der einen gepflegten Eindruck macht.

00:03:17.791 --> 00:03:21.271
Was jedoch bei der ersten Leichenbeschau am Fundort sofort auffällt,

00:03:21.491 --> 00:03:23.711
der Hosenschlitz des Toten steht offen.

00:03:24.111 --> 00:03:27.931
Vielleicht wurde er angegriffen, als er gerade dabei war auszutreten.

00:03:28.191 --> 00:03:31.991
Beim Anblick schwerer Verletzungen am Kopf wird außerdem schnell klar,

00:03:32.291 --> 00:03:34.611
hier handelt es sich um keinen natürlichen Tod.

00:03:35.151 --> 00:03:39.131
Die herbeigerufene Gripe Rosenheim fordert die Spurensicherung und Rechtsmedizin an.

00:03:39.591 --> 00:03:43.291
Wie in solchen Fällen üblich, wird die Leiche noch vor Ort vollständig entkleidet,

00:03:43.471 --> 00:03:47.211
um einen ersten Eindruck von der Todesursache zu bekommen und Spuren zu sichern.

00:03:47.791 --> 00:03:50.951
Dabei werden nun auch Stichverletzungen im Brustbereich sichtbar.

00:03:51.171 --> 00:03:54.051
Noch am selben Tag wird der unbekannte Tote obduziert.

00:03:54.311 --> 00:03:59.651
Dabei kommt heraus, dass sowohl vier Stiche in den Thorax als auch massive Schläge

00:03:59.651 --> 00:04:01.691
auf den Kopf die Ursache des Todes waren,

00:04:02.231 --> 00:04:06.231
der laut Rechtsmedizin in der Nacht vor der Entdeckung des Toten zwischen etwa

00:04:06.231 --> 00:04:09.671
20.30 Uhr und 2.30 Uhr eingetreten sein muss.

00:04:10.871 --> 00:04:14.031
Abwehrverletzungen weist der Mann nicht auf, was darauf schließen lässt,

00:04:14.271 --> 00:04:17.431
dass der Angriff für ihn wahrscheinlich überraschend gekommen sein muss.

00:04:17.791 --> 00:04:22.031
Die Sachverständigen nehmen an, dass die Verletzungen am Schädeldach wahrscheinlich

00:04:22.031 --> 00:04:26.031
durch einen Wagenheber oder einen anderen schweren Gegenstand entstanden sind.

00:04:26.511 --> 00:04:30.251
Für die Ermittler geht es jetzt darum, so schnell wie möglich herauszufinden,

00:04:30.451 --> 00:04:35.611
wer der junge Mann ist, den die Rechtsmediziner auf 25 bis 30 Jahre alt schätzen.

00:04:40.585 --> 00:04:44.085
Herr Kammerloher, Sie waren damals als junger Kriminalkommissar gemeinsam mit

00:04:44.085 --> 00:04:47.105
Ihrem Kollegen Herrn Fritzenschaft Teil der Ermittlungsgruppe,

00:04:47.165 --> 00:04:48.325
die den Fall übernommen hat.

00:04:49.065 --> 00:04:52.845
Dass Sie die Identität des Toten nicht gekannt haben, war sicher kein leichter

00:04:52.845 --> 00:04:53.945
Start in die Ermittlungen, oder?

00:04:54.405 --> 00:04:59.405
Ja, die Identifizierung war ein großes Problem. Der Tote hatte keinerlei Papiere bei sich.

00:04:59.705 --> 00:05:02.425
Wir hatten keinerlei Hinweise, um wem es sich handelt.

00:05:02.865 --> 00:05:06.785
Und darum war die Identifizierung für uns der erste wichtige Schritt.

00:05:07.645 --> 00:05:11.945
Bisher stand ja auch nur fest, der Mann war vorher auf der Autobahn A8 in Richtung

00:05:11.945 --> 00:05:13.245
München unterwegs gewesen.

00:05:13.445 --> 00:05:18.525
Seine Nationalität oder sein genaues Reiseziel waren genauso wenig bekannt wie

00:05:18.525 --> 00:05:20.765
die Umstände seines gewaltsamen Todes.

00:05:21.285 --> 00:05:25.225
Also um jetzt neue Ansatzpunkte zu gewinnen, hat sich dann Ihr Soko-Leiter Helmut

00:05:25.225 --> 00:05:28.645
Stahl etwas überlegt. Was war denn das, Herr Fritzenschaft?

00:05:29.805 --> 00:05:34.585
Ja, der Kollege Stahl hat damals zusammen mit seinem Partner sehr schnell geschaltet.

00:05:34.585 --> 00:05:39.585
Er ließ den gesamten Müll, der sich entlang der Autobahnen A8 und A93 an den

00:05:39.585 --> 00:05:42.405
Raststätten und Parkplätzen befand, sicherstellen.

00:05:42.725 --> 00:05:47.285
Das geschah mit dem Hintergrund, Hinweise auf die Identität des Opfers zu finden.

00:05:47.868 --> 00:05:50.488
Ziemlich mühsames Unterfangen, so stelle ich es mir jedenfalls vor,

00:05:50.588 --> 00:05:55.108
weil wir sprechen ja hier von insgesamt zehn Tonnen Müll, die an der A8 Hoferding

00:05:55.108 --> 00:05:59.948
und an der A93 in Teil 3 jeweils bis zur Landesgrenze Österreich sichergestellt

00:05:59.948 --> 00:06:01.008
wurden. Erzählen Sie mal.

00:06:01.628 --> 00:06:06.088
Ganz genau. Der sichergestellte Müll wurde von der zuständigen Entsorgungsfirma

00:06:06.088 --> 00:06:10.368
nach Ingolstadt zur dortigen Verwertungsanlage gebracht und in einem speziellen

00:06:10.368 --> 00:06:11.968
Bereich separat abgeladen.

00:06:12.608 --> 00:06:16.788
Nur durch die Unterstützung von sehr engagierten Kolleginnen und Kollegen der

00:06:16.788 --> 00:06:21.028
Bereitschaftspolizei aus Eichstätt und der Grippo in Ingolstadt sollten nun

00:06:21.028 --> 00:06:23.588
mehr als 10 Tonnen Müll akribisch durchsucht werden.

00:06:24.048 --> 00:06:27.968
Wir sprechen hier immerhin von einer Menge von circa fünf bis sechs großen Müllwägen.

00:06:28.148 --> 00:06:31.048
Da kriegt man mal eine Vorstellung, wie viele 10 Tonnen eigentlich sind.

00:06:31.868 --> 00:06:35.948
Ob dieser immense Aufwand Erfolg haben würde, das war am Tag des Leichenfunds ja noch völlig offen.

00:06:36.208 --> 00:06:40.228
Allerdings gab es noch einen möglichen Fund, der bei der Identifizierung helfen

00:06:40.228 --> 00:06:41.508
könnte. Welcher war das?

00:06:41.968 --> 00:06:46.308
Im Rahmen dieser Befundaufnahme stellten wir fest, dass der Getötete eine Halskette

00:06:46.308 --> 00:06:47.728
mit einem Anhänger trug.

00:06:47.908 --> 00:06:52.468
Und dieser Anhänger stellte ägyptische Schriftzeichen dar, die nach der Übersetzung

00:06:52.468 --> 00:06:54.688
der Hieroglyphen den Namen Martin ergaben.

00:06:54.888 --> 00:06:58.928
Es war zumindest ein erster Hinweis auf den möglichen Vornamen des Opfers.

00:06:59.628 --> 00:07:03.868
Und sie haben dann noch einen zerknitterten, unscheinbaren Beleg in slowakischer

00:07:03.868 --> 00:07:06.148
Sprache gefunden, den das Opfer bei sich trug.

00:07:06.530 --> 00:07:13.250
Den haben Sie dann einen Tag später am 28. August 2005 von einer Dolmetscherin übersetzen lassen.

00:07:13.570 --> 00:07:16.790
Hat Ihnen das Ergebnis weitergeholfen damals? Absolut, ja.

00:07:17.370 --> 00:07:21.690
Es handelte sich um einen Waschstraßenbeleg einer Tankstelle in der Slowakei.

00:07:22.170 --> 00:07:29.490
Darauf waren das Datum der 26.08.2005, eine Uhrzeit sowie weitere sachdienliche Angaben enthalten.

00:07:29.750 --> 00:07:34.510
Für uns war diese Tankstelle eine wichtige Anlaufstelle für mögliche weitere Hinweise.

00:07:35.430 --> 00:07:40.490
Eine deutsche Vertretung der Tankstellenkette hat Ihnen und der Ermittlungsgruppe

00:07:40.490 --> 00:07:44.850
Martin dann den Kontakt zu einem Ansprechpartner in der Slowakei vermittelt.

00:07:45.390 --> 00:07:49.570
Und nur einen weiteren Tag später, am 29. August, hat sich herausgestellt,

00:07:49.730 --> 00:07:51.710
der Beleg stammt aus Bratislava.

00:07:52.850 --> 00:07:55.710
Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter dieser Tankstelle hat ergeben,

00:07:55.890 --> 00:08:00.190
der Mann konnte sich an eine Person mit einem schwarzen Luxuswagen erinnern,

00:08:00.310 --> 00:08:04.110
die am betreffenden Tag gegen Mittag die Waschanlage benutzt hat.

00:08:04.510 --> 00:08:08.510
Und noch wichtiger, er hat ihnen versprochen, die Videoaufnahmen vom 26.

00:08:08.890 --> 00:08:12.330
August so schnell wie möglich an die Kripo Rosenheim übermitteln zu lassen.

00:08:12.490 --> 00:08:16.090
Ein großer Fortschritt für die Ermittlungen der deutschen Polizei.

00:08:16.550 --> 00:08:18.990
Hat er sein Versprechen eingehalten, Herr Kamalohr?

00:08:19.710 --> 00:08:23.950
Ja, wenige Tage nach Leichenfund lagen uns die Originalaufnahmen vor.

00:08:24.190 --> 00:08:30.030
Wir konnten erst die Erkenntnisse zum Opfer, Fahrzeug und den mutmaßlichen Tatverdächtigen gewinnen.

00:08:30.430 --> 00:08:34.410
Das spätere Opfer war gut zu erkennen, ebenso das Kennzeichen des Fahrzeugs.

00:08:35.290 --> 00:08:39.850
Zudem waren zwei Männer zu erkennen, die gemeinsam mit dem Opfer nach ca.

00:08:39.970 --> 00:08:42.750
15 Minuten am Mittag des 26.

00:08:43.070 --> 00:08:48.010
August, also am Vortag des Leichenfunds, die Tankstelle im Auto verlassen haben.

00:08:48.510 --> 00:08:52.290
Und was sie über die beiden unbekannten Begleiter herausgefunden haben,

00:08:52.730 --> 00:08:54.910
das hören wir jetzt. Musik.

00:09:00.382 --> 00:09:03.562
Während die Polizei der Spur aus den Videoaufnahmen nachgeht,

00:09:03.942 --> 00:09:07.442
berichten in den Tagen nach dem Leichenfund verschiedene Zeitungen über den

00:09:07.442 --> 00:09:11.042
Toten an der A8 und bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe.

00:09:11.502 --> 00:09:15.762
Schon bald wird eine Zeugin auf einen dieser Artikel aufmerksam und meldet sich

00:09:15.762 --> 00:09:19.282
bei der Polizei. Sie gibt an, sie sei am 26.

00:09:19.542 --> 00:09:25.302
August zwischen 18.30 Uhr und 18.45 Uhr am Leichenfundort vorbeigefahren und

00:09:25.302 --> 00:09:30.962
habe dort ein dunkles Auto gesehen, das mit geöffnetem Kofferraum auf dem Feldweg gestanden habe.

00:09:31.402 --> 00:09:35.882
Sie habe zudem zwei Männer erkennen können, die hinter dem Kofferraum des Autos

00:09:35.882 --> 00:09:38.282
gestanden und in die Wiese hineingeblickt hätten.

00:09:38.562 --> 00:09:42.782
Sie sei davon ausgegangen, dass die beiden illegal Müll entsorgt hätten.

00:09:43.542 --> 00:09:47.422
Wenige Tage später kommen die Beamtinnen und Beamten auch mit der Durchsuchung

00:09:47.422 --> 00:09:49.402
der 10 Tonnen Raststättenmüll voran.

00:09:49.642 --> 00:09:52.202
Sie finden unter anderem sechs Kredit- bzw.

00:09:52.782 --> 00:09:57.262
Bankkarten, die einem gewissen Martin Wager gehören. Da der Vorname mit den

00:09:57.262 --> 00:10:00.222
übersetzten Hieroglyphen auf dem Kettenanhänger übereinstimmt,

00:10:00.602 --> 00:10:03.102
hoffen die Ermittler, eine heiße Spur vor sich zu haben.

00:10:04.226 --> 00:10:07.706
Mithilfe des Tankstellenbelegs aus Bratislava nehmen die deutschen Ermittler

00:10:07.706 --> 00:10:09.846
Kontakt mit den slowakischen Behörden auf.

00:10:10.426 --> 00:10:14.786
Fünf Tage nach dem Leichenfond an der A8 scheinen sich die Hinweise auf die

00:10:14.786 --> 00:10:16.846
Identität des Getöteten zu verdichten.

00:10:17.066 --> 00:10:20.066
Der entscheidende Durchbruch kommt nur einen Tag später.

00:10:20.886 --> 00:10:25.726
Am 31. August wird den deutschen Kripo-Beamten über eine Kontaktstelle in Österreich

00:10:25.726 --> 00:10:30.246
mitgeteilt, dass eine Person mit dem Namen Martin Varga im Raum Bratislava in

00:10:30.246 --> 00:10:32.006
der Slowakei gemeldet ist.

00:10:32.006 --> 00:10:36.846
Sie bitten die slowakischen Kollegen um Amtshilfe und bekommen ein Passbild

00:10:36.846 --> 00:10:37.926
des Mannes zugeschickt.

00:10:38.246 --> 00:10:43.906
Dieses Foto erhärtet den Verdacht, dass es sich bei dem Toten von der A8 mit

00:10:43.906 --> 00:10:50.006
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den 32-jährigen Slowaken Martin Varga handelt.

00:10:50.486 --> 00:10:56.526
In seiner Heimat hatte ihn am 28. August 2005 bereits sein Vater und zwei Tage

00:10:56.526 --> 00:11:00.566
später auch seine Lebensgefährtin bei der Polizei als vermisst gemeldet.

00:11:00.566 --> 00:11:04.426
Die slowakische Polizei schickt die Vermisstenanzeigen nun nach Rosenheim und

00:11:04.426 --> 00:11:07.286
nimmt Kontakt mit dem Vater und der Freundin des Opfers auf.

00:11:07.866 --> 00:11:11.446
Dadurch erfahren die deutschen Ermittler, dass Martin Wager am 26.

00:11:11.746 --> 00:11:15.126
August in Begleitung zweier Männer Richtung Deutschland aufgebrochen ist.

00:11:15.266 --> 00:11:19.846
Und dass er vorhatte, seine Schwester zu besuchen, die zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz lebt.

00:11:20.066 --> 00:11:23.726
Die Schwester wird nun nach Lindau, zur nächstgelegenen Kriminaldienststelle

00:11:23.726 --> 00:11:25.146
nahe der Grenze, vorgeladen.

00:11:25.948 --> 00:11:28.068
Dort identifiziert sie den bislang

00:11:28.068 --> 00:11:31.368
Unbekannten. Zunächst auf Bildern der Tankstellenüberwachungskamera

00:11:31.368 --> 00:11:36.688
und am nächsten Tag in Rosenheim in der Gerichtsmedizin als ihren vermissten Bruder Martin Wager.

00:11:37.328 --> 00:11:42.228
Nur wenige Tage nach dem Auffinden ist am 1. September 2005 Ermittlungsleiter

00:11:42.228 --> 00:11:46.348
Helmut Stahl zu Gast bei uns im Studio von Aktenzeichen XY ungelöst.

00:11:46.648 --> 00:11:51.528
Zunächst hatten er und seine Kolleginnen und Kollegen auf Hinweise zur Identität

00:11:51.528 --> 00:11:55.528
des Opfers gehofft. Dass es bereits einen Tag vor der Sendung zu einem Durchbruch

00:11:55.528 --> 00:11:57.908
bei der Identifizierung kam, war reiner Zufall.

00:11:58.848 --> 00:12:02.948
Trotzdem wird über den Mord an Martin Wager in der Sendung berichtet und die

00:12:02.948 --> 00:12:06.648
Zuschauer und Zuschauerinnen um mögliche Tathinweise gebeten.

00:12:07.168 --> 00:12:11.648
Denn für die Ermittler geht es nach der Identifizierung des Opfers im nächsten

00:12:11.648 --> 00:12:15.428
Schritt darum, so schnell wie möglich herauszufinden, wer die beiden unbekannten

00:12:15.428 --> 00:12:18.148
Männer sind, die am Mittag des 26.

00:12:18.468 --> 00:12:22.648
August gemeinsam mit Martin Wager an der Tankstelle in Bratislava waren.

00:12:23.108 --> 00:12:28.048
Sie könnten wichtige Zeugen sein oder etwas mit dem Tod des Slowaken zu tun haben.

00:12:28.348 --> 00:12:31.688
Dass sie zu dritt unterwegs waren, beweist nicht nur das Tankstellen-Video.

00:12:32.128 --> 00:12:36.668
Auch die Aussagen der Familie Wager hatten ja ergeben, dass der 32-Jährige gemeinsam

00:12:36.668 --> 00:12:38.588
mit zwei Männern nach Deutschland fahren wollte.

00:12:39.348 --> 00:12:42.868
So gab die Schwester beispielsweise zu Protokoll, ihr Bruder habe zwei Männer

00:12:42.868 --> 00:12:46.148
nach München bringen und dafür angeblich 1000 Euro bekommen sollen.

00:12:46.788 --> 00:12:51.628
Martin Wagers Freundin erwähnt in einer späteren Aussage, ihr Freund habe ihr am Abend des 26.

00:12:51.928 --> 00:12:55.748
August in einer Textnachricht mitgeteilt, dass sie bereits kurz vor München seien.

00:12:56.288 --> 00:13:00.128
Danach habe sie jedoch nichts mehr von ihm gehört. Bei der Suche nach den beiden

00:13:00.128 --> 00:13:01.568
Männern sind viele Fragen offen.

00:13:02.148 --> 00:13:05.648
Wer sind sie und in welcher Verbindung stehen sie zu dem Opfer?

00:13:05.648 --> 00:13:10.028
Systematisch befragen die Beamtinnen und Beamten weitere Familienmitglieder

00:13:10.028 --> 00:13:15.628
und Freunde des Getöteten, um der Identität der Begleiter auf die Spur zu kommen.

00:13:15.928 --> 00:13:20.128
Bei einer erneuten Vernehmung gibt die Schwester des Opfers bei den Rosenheimer

00:13:20.128 --> 00:13:24.708
Ermittlern zunächst an, die beiden Männer auf dem Tankstellen-Video nicht zu kennen.

00:13:25.028 --> 00:13:29.628
Später räumt sie ein, zumindest einen von beiden schon einmal gesehen zu haben.

00:13:30.405 --> 00:13:34.425
Dessen Namen wüsste sie nicht, ihr sei lediglich ein Spitzname bekannt.

00:13:34.765 --> 00:13:39.565
Doch eben jener Mann sei drei Wochen zuvor bei ihrem Bruder aufgetaucht und

00:13:39.565 --> 00:13:41.405
es hätte Ärger um Geld gegeben.

00:13:44.785 --> 00:13:48.685
Herr Fritzenschaft, darüber wollten Sie natürlich mehr wissen und haben dafür

00:13:48.685 --> 00:13:51.245
die Hilfe Ihrer slowakischen Kollegen angefordert.

00:13:51.465 --> 00:13:55.585
Ja, ganz genau, so einfach, Kilsbus nicht. Über die Staatsanwaltschaft in Traunstein

00:13:55.585 --> 00:14:00.405
wurde dann ein Rechtshilfeersuchen an die entsprechende ausländische Staatsanwaltschaft gestellt.

00:14:00.945 --> 00:14:05.085
Nachdem die slowakischen Behörden dem deutschen Rechtshilfeersuchen wiederum

00:14:05.085 --> 00:14:09.325
stattgegeben haben, wurde eine spezielle Polizeidienststelle mit den ersten

00:14:09.325 --> 00:14:10.865
Ermittlungen beauftragt.

00:14:11.185 --> 00:14:15.905
Und diese Polizeibehörde in Bratislava hat dann alle weiteren Ermittlungen vor

00:14:15.905 --> 00:14:19.425
Ort geführt. Und das stellte für uns einen immensen Vorteil dar,

00:14:19.885 --> 00:14:24.605
da die slowakischen Kolleginnen und Kollegen von Anfang an mit dem Fall vertraut waren.

00:14:25.093 --> 00:14:28.973
Und uns immer auf dem neuesten Stand halten konnten. Also ab dem 9.

00:14:29.093 --> 00:14:33.253
September 2005, da ging es dann mit den Ermittlungen im Ausland los,

00:14:33.333 --> 00:14:34.473
haben Fahrt aufgenommen.

00:14:34.793 --> 00:14:39.233
Und im ersten Schritt haben die slowakischen Polizeibeamtinnen und Beamten ja

00:14:39.233 --> 00:14:41.033
dann die Wohnung des Opfers durchsucht.

00:14:41.213 --> 00:14:45.513
Und bei den Vernehmungen der Angehörigen sagte dann unter anderem der Vater

00:14:45.513 --> 00:14:50.093
von Martin Wager aus, dass ein Geschäftsmann aus der Nähe von Bratislava seinem

00:14:50.093 --> 00:14:54.573
Sohn den schwarzen Wagen, mit dem die drei Männer unterwegs gewesen waren, überlassen hatte.

00:14:55.333 --> 00:14:58.213
Haben Sie das Auto denn dann in der Zwischenzeit gefunden, Herr Fritzenschaft?

00:14:59.293 --> 00:15:03.233
Leider nicht das Auto, dessen Kennzeichen auf dem Tankstellenvideo deutlich

00:15:03.233 --> 00:15:05.793
zu sehen war. Wurde zur Fahndung natürlich ausgeschrieben.

00:15:06.553 --> 00:15:10.513
Leider ohne Erfolg. Der Wagen blieb verschwunden, auch bis zum heutigen Tag.

00:15:11.253 --> 00:15:16.813
Was haben Sie bei den weiteren Befragungen sonst über das Opfer und seine Lebensumstände erfahren können?

00:15:16.973 --> 00:15:20.193
Bei vielen dieser Vernehmungen im Umfeld des Opfers kam heraus,

00:15:20.333 --> 00:15:23.813
dass Martin Wager Geldprobleme bzw. Schulden hatte.

00:15:24.453 --> 00:15:27.953
Er wollte sich selbstständig machen, leider ohne Erfolg. Für uns war Martin

00:15:27.953 --> 00:15:30.633
Wager ein Mensch, der sich immer so durchgehangelt hat.

00:15:31.013 --> 00:15:35.653
Auf uns hinterließ er den Eindruck, dass er jemand war, der Probleme regelrecht angezogen hat.

00:15:35.893 --> 00:15:39.833
Und bald darauf konnten sie auch mehr über die beiden gesuchten Begleiter herausfinden,

00:15:40.073 --> 00:15:44.233
die sie durch die vielen Zeugenbefragungen endlich identifizieren konnten.

00:15:44.573 --> 00:15:48.253
Es handelte sich um Philipp B. und André K.

00:15:49.233 --> 00:15:53.713
Herr Kammerloher, was haben Sie mithilfe der slowakischen Kollegen über die beiden erfahren?

00:15:54.513 --> 00:16:00.113
Die zwei waren beste Freunde, beide damals 23 Jahre alt und aus einem kleinen

00:16:00.113 --> 00:16:02.093
Ort nahe Bratislava stammend.

00:16:02.573 --> 00:16:04.353
André K. war ein Bekannter des Opfers.

00:16:04.848 --> 00:16:08.948
Er kannte diesen von klein auf und sie wohnten ja beide in der gleichen Ortschaft.

00:16:09.388 --> 00:16:14.568
Sie haben sich mit wechselnden Jobs über Wasser gehalten, hatten weder Vermögen noch Schulden.

00:16:15.068 --> 00:16:21.628
Um dann noch mehr zu erfahren, hat die Polizei zunächst die Telefone von Philippe und André K. abgehört.

00:16:21.988 --> 00:16:25.528
Da aber alles über die slowakischen Kolleginnen und Kollegen abgewickelt wurde,

00:16:25.588 --> 00:16:29.688
war das ja gar nicht so leicht, weil sie mussten die Protokolle zunächst übersetzen lassen.

00:16:29.688 --> 00:16:33.468
Und wir schreiben das Jahr 2005, also da gab es noch keine KI,

00:16:33.788 --> 00:16:38.288
die so schnell übersetzen oder bei der Übersetzung helfen konnte. Wie war das damals?

00:16:38.928 --> 00:16:42.208
Ja, dies hat eine immense Zeitverzögerung für uns bedeutet.

00:16:42.588 --> 00:16:47.088
Wir hatten Glück, dass sich die slowakischen Kollegen wirklich reingehängt und

00:16:47.088 --> 00:16:49.948
uns sofort informiert haben, wenn es eine neue Spur gab.

00:16:50.708 --> 00:16:55.048
Aber es hat sich gelohnt. In den Gesprächen der beiden Tatverdächtigen kam heraus,

00:16:55.288 --> 00:16:59.088
dass Martin Wager vor seinem Tod seinem Bekannten André K.

00:16:59.388 --> 00:17:03.908
Gegenüber angedeutet hatte, dass er Angst habe und es um Geld gehen würde.

00:17:04.708 --> 00:17:08.628
Dieser habe Martin Wager dann angeboten, sich mit ihm zu treffen,

00:17:08.968 --> 00:17:10.348
damit man darüber sprechen könne.

00:17:10.728 --> 00:17:14.468
Ansonsten bestätigten die Auswertungen, dass ein Kontakt zwischen dem Opfer

00:17:14.468 --> 00:17:18.988
und den beiden Männern bestanden hatte und sie gemeinsam mit dem Auto unterwegs gewesen waren.

00:17:19.948 --> 00:17:23.868
Da kein konkretes Verdachtsmoment gegen Philipp B. und André K.

00:17:24.028 --> 00:17:28.448
Bestand, wurden sie von ihren slowakischen Kollegen zunächst als Zeugen vernommen.

00:17:28.968 --> 00:17:33.448
Herr Fritzenschaft, was kam dabei heraus? Die jungen Männer haben zunächst vehement

00:17:33.448 --> 00:17:35.708
verneint, Martin Wager überhaupt zu kennen.

00:17:36.288 --> 00:17:40.568
Und einer hat dann später angegeben, ihn doch zu kennen, hat aber abgestritten,

00:17:40.808 --> 00:17:43.448
mit ihm im Auto überhaupt unterwegs gewesen zu sein.

00:17:44.328 --> 00:17:49.588
Dieser anfängliche Zeuge fühlte sich sogar so sicher, dass er eine Speichelprobe abgab.

00:17:50.147 --> 00:17:53.727
Die Kolleginnen und Kollegen in der Slowakei mussten ihn also wieder gehen lassen.

00:17:54.847 --> 00:17:58.747
Auch wenn die Polizei ihnen zu diesem Zeitpunkt nichts nachweisen konnte und

00:17:58.747 --> 00:18:02.547
sie auf freien Fuß setzen musste, wurden die Telefone von Philipp B. und André K.

00:18:03.027 --> 00:18:06.747
Weiterhin überwacht. Und das erwies sich ja dann als gute Entscheidung,

00:18:06.867 --> 00:18:09.627
weil plötzlich kam Schwung in die Sache. Erzählen Sie mal.

00:18:10.087 --> 00:18:15.167
Ja, hierzu eine gute Anekdote. Es war der 9. Dezember 2005, als Klaus Kammerloher,

00:18:15.447 --> 00:18:19.907
unser Sokoleiter Helmut Stahl und ich zur Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt in Rosenheim waren.

00:18:20.547 --> 00:18:25.947
Wir bekamen Anruf unseres sachleitenden Staatsanwalts über das Bundesjustizministerium

00:18:25.947 --> 00:18:28.907
mit der Info, dass einer der beiden Verdächtigen,

00:18:29.127 --> 00:18:33.807
nämlich Philipp B., sich sehr wahrscheinlich in einer Kaserne der Fremdenlegion

00:18:33.807 --> 00:18:37.547
in der Nähe von Marseille aufhalte. Durfte er sich denn im Ausland aufhalten?

00:18:37.887 --> 00:18:41.447
Nein, das nicht. Aber die durchgängige Telefonüberwachung ergab zudem,

00:18:41.587 --> 00:18:45.427
dass er gesagt hat, er müsse abhauen, weil er nicht bestraft werden wolle.

00:18:45.687 --> 00:18:48.407
Das war zumindest zu diesem Zeitpunkt die Info, die wir bekamen.

00:18:49.807 --> 00:18:54.567
Eine Aussage, die Philipp B. durchaus verdächtig machte. Ihnen war also klar,

00:18:54.727 --> 00:18:56.267
Sie mussten so schnell wie möglich nach Marseille.

00:18:56.527 --> 00:19:00.547
Ganz genau. Es war der 9. Dezember. Wie gesagt, es war ein Freitag und wir wussten

00:19:00.547 --> 00:19:04.147
nicht, ob Philipp B. am Wochenende die Kaserne überhaupt verlassen durfte.

00:19:04.695 --> 00:19:08.295
Oder verlassen wollte. Wir wollten also unbedingt noch am gleichen Tag nach

00:19:08.295 --> 00:19:10.815
Frankreich fliegen, um Philipp B. zu befragen.

00:19:11.055 --> 00:19:13.495
Das gestaltete sich jedoch sehr

00:19:13.495 --> 00:19:18.015
schwierig, weil wir an diesem Tag keinen Linienflug mehr bekommen haben.

00:19:18.575 --> 00:19:22.875
Nach der Kontaktaufnahme mit den französischen Kollegen vor Ort wurde uns dann

00:19:22.875 --> 00:19:25.075
aber doch zugesichert, dass Philipp B.

00:19:25.275 --> 00:19:28.615
In seiner Kaserne über das Wochenende in Gewahrsam genommen wird.

00:19:28.615 --> 00:19:33.835
Wir konnten uns also nochmal vorbereiten und am darauffolgenden Montag nach Marseille reisen.

00:19:34.655 --> 00:19:39.155
Am 13. Dezember 2005 haben Sie, Herr Kammerloher, Philipp B.

00:19:39.375 --> 00:19:43.115
Dann gemeinsam mit Ihrem Kollegen Herrn Fritzenschaft und der Unterstützung

00:19:43.115 --> 00:19:46.415
der Dolmetscherin auf dem Polizeipräsidium in Marseille vernommen.

00:19:46.755 --> 00:19:51.835
Ihm wurden die Rechte verlesen. Ein Anwalt lehnte der Verdächtige zu diesem Zeitpunkt ab.

00:19:52.355 --> 00:19:58.075
Welchen Eindruck machte Philipp B. auf Sie? Ja, zunächst fand ein normales Gespräch statt.

00:19:58.395 --> 00:20:01.695
Es folgte eine Vorstellung, wer wir sind und wo wir herkommen.

00:20:02.095 --> 00:20:08.075
Als wir ihn dann aber mit dem Tatverwurf konfrontierten, änderte sich schlagartig seine Gesichtsfarbe.

00:20:08.495 --> 00:20:12.715
Das war ein gutes Zeichen, dass er etwas mit der Sache zu tun haben könnte.

00:20:13.115 --> 00:20:17.895
Er stritt jegliche Tatbeteiligung ab, räumte aber ein, am 26.

00:20:18.175 --> 00:20:22.975
August mit Martin Varga und André K. nach Deutschland gefahren zu sein.

00:20:23.595 --> 00:20:27.615
Und dann kam es in der Vernehmung ja aber doch zu einem, sagen wir mal,

00:20:27.615 --> 00:20:29.895
überraschenden Wendepunkt. Wie ging es weiter?

00:20:30.295 --> 00:20:35.115
Philipp B. hat neben André K. noch einen weiteren Verdächtigen ins Spiel gebracht.

00:20:35.495 --> 00:20:39.615
Dieser sei bei der Tötung von Martin Wager angeblich auch dabei gewesen.

00:20:39.915 --> 00:20:43.535
Diese Aussage konnten Sie ja aufgrund der Zeugenaussagen und der Videoaufnahmen

00:20:43.535 --> 00:20:45.295
von der Tankstelle schnell widerlegen.

00:20:45.535 --> 00:20:47.935
Wie hat Philipp B. denn darauf reagiert?

00:20:48.626 --> 00:20:52.086
Er hat schließlich zugegeben, dass sie nur zu dritt unterwegs waren.

00:20:52.286 --> 00:20:54.526
Die Schuld hat er aber auf André K. geschoben.

00:20:54.766 --> 00:20:57.026
Dieser habe Martin Warger getötet.

00:20:57.266 --> 00:20:59.266
Ja, ein echter Ermittlungserfolg für Sie.

00:21:00.006 --> 00:21:04.366
Erzählen Sie uns, was soll sich laut Philipp B. am Tattag abgespielt haben?

00:21:04.606 --> 00:21:10.126
Ja, Martin Warger habe Philipp B. und André K., den das Opfer seit der Kindheit

00:21:10.126 --> 00:21:12.986
kannte, mit einem teuren Auto abgeholt.

00:21:13.206 --> 00:21:15.386
Dann sind sie zu dritt nach Deutschland aufgebrochen.

00:21:16.246 --> 00:21:20.306
Bei einer Rast habe Martin Wager die Motorhaube und den Kofferraum geöffnet.

00:21:20.526 --> 00:21:23.146
Er wollte die Scheibenwischeranlage auffüllen.

00:21:23.706 --> 00:21:26.966
Philipp B. hörte das Opfer plötzlich sagen, mach das nicht.

00:21:27.306 --> 00:21:29.206
Er habe dann gesehen, wie André

00:21:29.206 --> 00:21:34.566
K. mit Beilheben drei-, viermal auf den Oberkörper des Opfers einschlug.

00:21:34.886 --> 00:21:36.566
Das Opfer sei dann zu Boden gegangen.

00:21:37.046 --> 00:21:42.926
André K. habe Philipp B. dann befohlen, das Opfer zum nahegelegenen Graben zu ziehen.

00:21:43.426 --> 00:21:46.226
Ja, diese Geschichte haben Sie Philipp B. aber nicht geglaubt.

00:21:46.506 --> 00:21:47.606
Weshalb, Herr Kammerloher?

00:21:48.126 --> 00:21:51.626
Wegen der Beschreibung der Tatwaffe. Philipp B. nannte eine Axt,

00:21:51.866 --> 00:21:56.506
aber die Obduktion hatte längst ergeben, dass es sich nicht um eine Axt,

00:21:56.706 --> 00:22:00.226
sondern um einen Wagenheber oder Ähnliches gehandelt haben muss.

00:22:00.446 --> 00:22:03.586
Zumindest was die Kopfverletzungen des Opfers betrifft.

00:22:09.331 --> 00:22:13.811
Noch am 13. Dezember 2005 wird der Polizeigewahrsam von Philipp B.

00:22:13.951 --> 00:22:17.931
Um 24 Stunden verlängert und die Vernehmung am nächsten Morgen fortgesetzt.

00:22:18.671 --> 00:22:22.371
Dieses Mal hält sich der Verdächtige bedeckt und gibt lediglich an,

00:22:22.511 --> 00:22:26.391
André K. und er selbst seien auf dem Rastplatz ausgestiegen, um auszutreten.

00:22:27.091 --> 00:22:30.551
Varga habe ihn dann aufgefordert, die Scheibenwischanlage zu befüllen.

00:22:31.291 --> 00:22:34.211
Weitere Angaben macht Philipp B. zu diesem Zeitpunkt nicht.

00:22:34.951 --> 00:22:39.011
Stattdessen verlangt er nun doch einen Rechtsbeistand. Nach kurzer Besprechung

00:22:39.011 --> 00:22:40.471
mit seinem Anwalt gibt Philipp B.

00:22:40.511 --> 00:22:45.411
Zunächst an, keine weiteren Angaben machen zu wollen. Und ändert dann doch seine Meinung.

00:22:45.811 --> 00:22:50.251
In einer neuen Version der angeblichen Tatgeschehnisse sagt Philipp B.

00:22:50.531 --> 00:22:54.831
Wieder aus, er sei von Martin Waage aufgefordert worden, die Scheibenwischanlage zu befüllen.

00:22:55.331 --> 00:23:00.111
Das habe er getan, während der Fahrer am Rande des Kiesweges ausgetreten sei.

00:23:00.931 --> 00:23:06.311
Plötzlich habe er gesehen, wie André K. einen 20 bis 30 Zentimeter langen Gegenstand

00:23:06.311 --> 00:23:10.971
aus seiner Hose gezogen und damit zweimal auf die Brust des Opfers eingestochen habe.

00:23:11.511 --> 00:23:16.631
Er selbst habe, Zitat, nicht André, Zitat Ende, gerufen.

00:23:17.071 --> 00:23:22.251
Martin Varga habe sich umgedreht, es sei zu einer Rangelei zwischen den beiden Männern gekommen.

00:23:22.531 --> 00:23:28.971
K. habe noch zweimal auf Varga eingestochen, bis dieser mit dem Kopf nach unten im Gras gelegen habe.

00:23:29.831 --> 00:23:33.631
Anschließend hätte Andrej K. ihn aufgefordert, den leblosen Körper in den Graben

00:23:33.631 --> 00:23:35.011
neben dem Kiesweg zu ziehen.

00:23:35.331 --> 00:23:39.711
Das Opfer sei dort hineingefallen, wo sich ein Rohr der Kanalisation befunden habe.

00:23:40.331 --> 00:23:44.131
Er sei anschließend zum Auto gelaufen, während Andrej K. noch etwas am Kopf

00:23:44.131 --> 00:23:46.111
oder Halsbereich des Opfers gemacht habe.

00:23:46.611 --> 00:23:48.791
Was genau, habe er nicht sehen können.

00:23:49.518 --> 00:23:53.778
Unmittelbar nach der Tat seien die beiden Männer zurück in ihren slowakischen Heimatort gefahren.

00:23:53.998 --> 00:23:58.198
Die Kleidung von Andrej K. sei an den Beinen und an den Ellbogen voller Blut gewesen.

00:23:58.438 --> 00:24:01.098
Er selbst habe kein Blut an seinen Klamotten gehabt.

00:24:01.658 --> 00:24:05.418
Dennoch habe Andrej K. ihn aufgefordert, seine komplette Kleidung zu verbrennen,

00:24:05.598 --> 00:24:08.278
was Philipp B. in einem Wald in der Nähe gemacht habe.

00:24:08.538 --> 00:24:12.198
Am 15. Dezember 2005 wird Philipp B.

00:24:12.318 --> 00:24:16.198
In Auslieferungshaft genommen und einen Tag später nach Deutschland ausgeliefert,

00:24:16.378 --> 00:24:21.058
wo die Vernehmungen fortgesetzt werden. Dabei ist nach wie vor eine entscheidende Frage offen.

00:24:21.338 --> 00:24:25.458
Welchen Grund soll André K. gehabt haben, Martin Wager zu töten?

00:24:25.778 --> 00:24:29.498
Dafür habe der Verdächtige nach eigener Aussage keine Erklärung.

00:24:29.678 --> 00:24:34.018
Auf die Frage, was nach dem Mord geschehen sei, sagt Philipp B., André K.

00:24:34.258 --> 00:24:38.578
Habe die persönlichen Dokumente des Opfers noch in Deutschland in einem Container entsorgt.

00:24:38.938 --> 00:24:42.898
Die beiden Handys des Opfers habe er in Österreich in den Mondsee geworfen.

00:24:43.258 --> 00:24:47.238
Eine Aussage des Verdächtigen wirkt auf die Ermittler besonders befremdlich.

00:24:47.958 --> 00:24:51.918
Laut Philipp B. seien er und André K. nach ihrer Rückkehr in die Slowakei noch

00:24:51.918 --> 00:24:54.698
am selben Abend in eine Disco in Bratislava gegangen.

00:24:55.098 --> 00:24:59.138
Dennoch, in der Vernehmung gibt B. eindeutig Täterwissen preis.

00:24:59.718 --> 00:25:04.918
Er kann den Tatort genau schildern und weiß, dass Martin Varga beim Austreten angegriffen wurde.

00:25:05.298 --> 00:25:08.838
Das erklärt auch, weshalb der Hosenschlitz des Toten geöffnet war.

00:25:09.158 --> 00:25:14.278
Für die Krippe Rosenheim steht nach dem Verhör endgültig fest, dass Philipp B.

00:25:14.458 --> 00:25:17.478
Bei der Tat dabei gewesen sein muss. Am 17.

00:25:17.698 --> 00:25:22.858
Dezember 2005 wird der Slowake einem Ermittlungsrichter in Traunstein vorgeführt,

00:25:22.978 --> 00:25:25.198
verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht.

00:25:25.438 --> 00:25:29.278
Während Philipp B. schon in U-Haft sitzt und bei den Vernehmungen seinen Freund

00:25:29.278 --> 00:25:33.338
André K. schwer belastet, ist dieser in der Slowakei noch auf freiem Fuß.

00:25:33.778 --> 00:25:37.418
Die slowakische Polizei musste ihn wieder laufen lassen, nachdem sie ihn am

00:25:37.418 --> 00:25:41.718
Anfang der Ermittlungen im September 2005 nur als Zeuge vernommen und er jede

00:25:41.718 --> 00:25:43.338
Beteiligung abgestritten hatte.

00:25:43.998 --> 00:25:46.618
Nachweisen konnten sie ihm zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

00:25:50.922 --> 00:25:56.022
Mit den Aussagen von Philipp B. im Dezember 2005 ändert sich ja dann alles sehr schnell.

00:25:56.282 --> 00:26:00.482
Gegen André K. sollte sobald wie möglich ebenfalls ein Haftbefehl erlassen werden.

00:26:00.662 --> 00:26:04.802
Und dafür nahm dann die deutsche Staatsanwaltschaft erneut den Kontakt mit der

00:26:04.802 --> 00:26:06.582
Staatsanwaltschaft in Bratislava auf.

00:26:07.022 --> 00:26:11.062
Aber so schnell ging es dann doch nicht, einen Haftbefehl für André K.

00:26:11.182 --> 00:26:13.042
Zu erwirken. Das war schwieriger als gedacht.

00:26:13.642 --> 00:26:15.802
Herr Fritzenschaft, erklären Sie uns bitte mal, warum.

00:26:16.562 --> 00:26:20.642
Eines Tages wurde uns mitgeteilt, dass die Vernehmung von Philipp B.,

00:26:20.642 --> 00:26:24.782
die in Marseille durch uns durchgeführt wurde, von der slowakischen Seite als

00:26:24.782 --> 00:26:26.362
nicht verwertbar angesehen wird.

00:26:26.622 --> 00:26:30.862
Der Grund hierfür, das slowakische Recht sah zu diesem Zeitpunkt vor,

00:26:31.242 --> 00:26:35.582
den Beschuldigten gleich zu Beginn seiner Vernehmung einen Pflichtverteidiger beizuordnen.

00:26:36.022 --> 00:26:40.382
Der zuständige Staatsanwalt erkannte nicht an, dass Philipp B.

00:26:40.702 --> 00:26:45.642
Explizit über sein Recht auf einen Verteidiger belehrt wurde und diese Möglichkeiten,

00:26:45.642 --> 00:26:45.702
die erzielt, die erzielt, die erzielt.

00:26:47.402 --> 00:26:52.762
Wie sind Sie dann mit dieser Situation umgegangen? Ja, wir haben uns auf den Weg gemacht.

00:26:52.782 --> 00:26:56.302
Mit unserem Staatsanwalt aus Rosenheim und der Dolmetscherin sind wir dann in

00:26:56.302 --> 00:27:00.582
die Slowakei gereist, um mit dem dort zuständigen Staatsanwalt persönlich zu sprechen.

00:27:00.882 --> 00:27:05.522
Sprich, eben die Hintergründe für den dringenden Tatverdacht und unsere Rechtsansicht

00:27:05.522 --> 00:27:07.942
bezüglich der Aussageverwertung zu erläutern.

00:27:08.662 --> 00:27:14.342
Im Rahmen eines Treffens, das übrigens spätabends in der Hohen Tatra stattfand,

00:27:14.542 --> 00:27:17.042
konnten wir zumindest eine Konferenz Kompromisslösung erzielen.

00:27:17.857 --> 00:27:23.157
Wir sicherten zu, unser bis dahin gesammeltes Aktenmaterial übersetzen und der

00:27:23.157 --> 00:27:25.057
slowakischen Seite zukommen zu lassen.

00:27:25.637 --> 00:27:31.057
Letztlich wurde uns gesagt, dass nach Prüfung dieser Unterlagen dann erneut entschieden würde.

00:27:31.517 --> 00:27:37.197
Am 23. Mai 2006 kam es in der Slowakei dann doch zur Hausdurchsuchung bei André K.

00:27:37.337 --> 00:27:40.177
Mit einer anschließenden Beschuldigtenvernehmung.

00:27:40.777 --> 00:27:45.537
Danach kam der 23-Jährige in Auslieferungshaft. Zwar legte André K.

00:27:45.657 --> 00:27:49.997
Gegen die Überstellung nach Deutschland Rechtsmittel ein, doch das oberste Gericht

00:27:49.997 --> 00:27:55.337
der Slowakischen Republik stimmte der Auslieferung am 6. Februar 2007 zu.

00:27:55.877 --> 00:27:59.397
So wurde André K. aus der Slowakei nach Deutschland geflogen.

00:27:59.857 --> 00:28:02.797
Herr Fritzenschaft, wie ist der Transport verlaufen?

00:28:03.477 --> 00:28:09.857
André K. wurde uns am Flughafen in Bratislava durch slowakische Spezialkräfte übergeben.

00:28:10.657 --> 00:28:14.357
Zuvor haben wir für Herrn K. ein entsprechendes normales Ticket gebucht.

00:28:14.477 --> 00:28:18.077
Es ist in solchen Fällen üblich, mit einer Linienmaschine zu fliegen.

00:28:18.697 --> 00:28:22.717
Jedoch musste die Besatzung dieser Lufthansa-Maschine davon überzeugt werden,

00:28:22.917 --> 00:28:25.437
dass von Andrej K. keine Gefahr ausgeht.

00:28:26.177 --> 00:28:30.777
Die beiden Piloten und die Crew haben schließlich gesehen, wie Andrej K.

00:28:30.897 --> 00:28:34.457
In Handschellen und Fußfesseln zum Flugzeug gebracht wurde.

00:28:35.197 --> 00:28:38.517
Wenn auch nur ein einziges Mitglied der Crew, aus welchen Gründen auch immer,

00:28:38.977 --> 00:28:42.857
sich gegen eine Beförderung der Person ausspricht, dann lehnt der verantwortliche

00:28:42.857 --> 00:28:44.477
Flugkapitän die Mitnahme ab.

00:28:45.057 --> 00:28:49.357
Es war von unserer Seite aus einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten,

00:28:49.597 --> 00:28:53.657
aber letztlich konnten wir mit Andrei K. von Bratislava nach München fliegen.

00:29:00.924 --> 00:29:04.844
Im Gegensatz zu Philipp B., der seinen Freund schwer belastet hat,

00:29:05.124 --> 00:29:08.384
schweigt André K. in den Vernehmungen durch die deutschen Ermittler.

00:29:08.804 --> 00:29:16.044
Am 6. Februar 2007 wird auch er zur Untersuchungshaft in die JVA München-Stadelheim gebracht.

00:29:16.464 --> 00:29:20.184
Bis zum Prozess müssen die Ermittlerinnen und Ermittler jedoch noch weitere

00:29:20.184 --> 00:29:24.284
Indizien sammeln, um beiden Tatverdächtigen den Mord nachweisen zu können.

00:29:24.684 --> 00:29:29.944
Und dabei spielt ihnen ein glücklicher Zufall in die Hände, der wichtige Erkenntnisse liefert.

00:29:29.944 --> 00:29:34.964
Die slowakische Polizei hat zuvor in einem anderen Zusammenhang von Juli 2005

00:29:34.964 --> 00:29:39.964
bis Januar 2006 die telefonische Überwachung eines gewissen Matej S.

00:29:40.344 --> 00:29:43.804
Aus Bratislava angeordnet. Es bestand der dringende Verdacht,

00:29:43.984 --> 00:29:48.704
der Chef eines Sicherheitsdienstes könne der Kopf einer organisierten Verbrecherbande sein.

00:29:49.504 --> 00:29:53.664
Andrei K. hat als Angestellter der Sicherheitsfirma über einen längeren Zeitraum

00:29:53.664 --> 00:29:56.304
eines der Diensthandys genutzt, die abgehört wurden.

00:29:57.024 --> 00:30:01.624
Dadurch konnten Gespräche aufgezeichnet werden, die im Mordfall Martin Wager tatrelevant sind.

00:30:01.844 --> 00:30:06.984
Die Sprachaufzeichnungen werden an die deutschen Polizeibeamten weitergeleitet und übersetzt.

00:30:07.544 --> 00:30:11.824
In Telefonaten zwischen André K. und Philipp B., die vom 23.

00:30:12.044 --> 00:30:15.824
August 2005 bis zum Tattag, dem 26.

00:30:16.164 --> 00:30:20.124
August, stattgefunden haben, geht es unter anderem um die bevorstehende Reise

00:30:20.124 --> 00:30:25.644
nach Deutschland mit Martin Wager. Und es wird ein kleines Messer erwähnt,

00:30:25.764 --> 00:30:27.824
das Philipp B. zum Treffen am 26.

00:30:28.164 --> 00:30:30.904
August 2005 mitbringen soll.

00:30:31.444 --> 00:30:34.484
Das erhärtet den Verdacht, dass Philipp B. und André K.

00:30:34.624 --> 00:30:40.084
Über den Plan, Martin Wager zu töten, eingeweiht war und spätestens am Morgen

00:30:40.084 --> 00:30:45.224
des Tattages zugestimmt hat. Die Telefonüberwachung zeichnet am 27.

00:30:45.524 --> 00:30:50.144
August 2005, also dem Tag, an dem Martin Wager tot aufgefunden wird,

00:30:50.664 --> 00:30:53.624
ein weiteres wichtiges Gespräch auf, das kurz nach Mitternacht kommt.

00:30:55.001 --> 00:30:58.681
Darin geht es um den Verbleib des schwarzen Luxuswagens, den die drei Männer

00:30:58.681 --> 00:31:00.461
für die Fahrt nach Deutschland genutzt haben.

00:31:01.601 --> 00:31:05.561
André K. bespricht mit einem weiteren engen Freund namens Simon T.,

00:31:05.561 --> 00:31:08.081
wie sie das Auto am besten verschwinden lassen könnten.

00:31:08.801 --> 00:31:12.801
Nach mehreren Telefonaten einigen sich die beiden, dass die Übergabe des Autos

00:31:12.801 --> 00:31:14.521
noch in dieser Nacht erfolgen soll.

00:31:15.001 --> 00:31:19.801
Diesen Gesprächen zufolge wird das Vorhaben also sofort nach der Rückkehr von

00:31:19.801 --> 00:31:22.741
Philipp B. und André K. in die Slowakei umgesetzt.

00:31:23.641 --> 00:31:27.821
Wenn alles wie besprochen stattgefunden hat, dann montiert Simon T.

00:31:28.001 --> 00:31:31.981
Die originalen slowakischen Kennzeichen ab und legt sie in den Kofferraum.

00:31:32.621 --> 00:31:36.561
Er bringt deutsche Kennzeichen, die anscheinend in seinem Besitz sind,

00:31:36.881 --> 00:31:40.641
an dem Auto an und parkt es in Bratislava. Wie Simon T.

00:31:41.001 --> 00:31:43.741
Später aussagen wird, packt ihn dann doch das schlechte Gewissen.

00:31:44.081 --> 00:31:48.961
Am nächsten Morgen sei er zum Auto zurückgegangen und habe die Original-Kennzeichen

00:31:48.961 --> 00:31:50.141
wieder an den Wagen montiert.

00:31:50.901 --> 00:31:56.221
Seitdem sei das Auto verschwunden. Auch die Kripo kann es nicht mehr ausfindig machen.

00:31:56.581 --> 00:32:01.201
Sie geht jedoch davon aus, dass es aufgrund der darin befindlichen Blutspuren

00:32:01.201 --> 00:32:03.881
in Einzelteile zerlegt und entsorgt wurde.

00:32:07.073 --> 00:32:11.193
Um jetzt herauszufinden, ob Simon T. nicht nur im Nachhinein von der Tat gewusst

00:32:11.193 --> 00:32:14.453
hat, sondern bereits vorab in die Pläne von Philipp B. und André K.

00:32:14.693 --> 00:32:17.893
Eingeweiht war, gab es ja auch bei ihm eine Hausdurchsuchung.

00:32:18.033 --> 00:32:22.393
Und dabei haben die slowakischen Ermittler und sie, Herr Kamaloha, am 21.

00:32:22.693 --> 00:32:27.233
März 2007 einen wichtigen Fund gemacht. In der Jacke von Simon T.

00:32:27.693 --> 00:32:31.273
Fanden sie nämlich einen Brief, der offensichtlich von André K.

00:32:31.373 --> 00:32:34.833
Aus der Untersuchungshaft in der JVA München-Stadelheim gestammt hat.

00:32:35.593 --> 00:32:37.653
Was hatte es denn mit diesem Brief auf sich?

00:32:38.733 --> 00:32:43.653
André K. wusste mittlerweile von der Aufzeichnung der Telefonate zwischen ihm und Simon T.

00:32:44.053 --> 00:32:47.733
Und dass Simon T. wahrscheinlich zur Verhandlung nach Deutschland kommen muss.

00:32:48.073 --> 00:32:52.053
Er konnte in der U-Haft die Anklageschrift einsehen. Er wollte durch den Brief

00:32:52.053 --> 00:32:56.533
eine Absprache treffen und Simon T.'s Aussage zu seinen Gunsten beeinflussen.

00:32:56.953 --> 00:33:01.053
Der Polizei gegenüber hat André K. ja dann abgestritten, den Brief verfasst

00:33:01.053 --> 00:33:02.873
und an Simon T. geschickt zu haben.

00:33:03.713 --> 00:33:06.813
Zwei Fingerabdrücke von ihm darauf beweisen jedoch das Gegenteil.

00:33:07.353 --> 00:33:11.473
Wortwörtlich hat André K. auf Slowakisch Folgendes geschrieben. Ich lese mal vor.

00:33:12.493 --> 00:33:15.973
Ich schreibe dir wegen der Vorführung vor dem Gericht im Mai.

00:33:16.193 --> 00:33:18.913
Es wird nicht leicht sein, dass ich meine Unschuld nachweisen kann.

00:33:19.253 --> 00:33:21.813
Es ist möglich, dass auch du vor dieses Gericht kommen musst,

00:33:21.973 --> 00:33:24.733
weil die haben irgendwelche telefonischen Gespräche zwischen uns zwei.

00:33:25.853 --> 00:33:29.133
Herr Kamalohr, was hatte André K. denn Simon T. vorgeschlagen,

00:33:29.333 --> 00:33:31.653
was dieser zu dem verschwundenen Auto sagen sollte?

00:33:32.633 --> 00:33:37.433
Simon T. sollte vor Gericht bestätigen, dass es in dem Telefonat um ein völlig

00:33:37.433 --> 00:33:39.333
anderes Auto gegangen sei.

00:33:39.713 --> 00:33:43.873
Sie wollten in seiner Version ein Auto verstecken, das er aus Versehen irgendwo

00:33:43.873 --> 00:33:48.153
angefahren habe, aber keinesfalls das schwarze Auto, mit dem die drei Männer

00:33:48.153 --> 00:33:49.373
nach Deutschland gefahren sind.

00:33:49.593 --> 00:33:56.173
Simon T., der bereits im Juli 2006 erstmals als Zeuge befragt wurde, wurde dann am 21.

00:33:56.473 --> 00:34:01.213
März 2007 erneut vernommen. Er gab an, dass er nicht sagen könne,

00:34:01.313 --> 00:34:03.753
ob der Brief von André K. geschrieben worden sei.

00:34:04.382 --> 00:34:07.662
Vom Auswechseln der Kennzeichen wisse er nichts.

00:34:08.582 --> 00:34:11.362
Zu Beginn der Vernehmung wird deutlich, dass Simon T.

00:34:11.502 --> 00:34:15.402
Versucht hat, weder sich noch die beiden Verdächtigen Philipp B.

00:34:15.562 --> 00:34:17.002
Und André K. zu belasten.

00:34:17.662 --> 00:34:22.042
Erst als ihm Telefon- und SMS-Protokolle vom 27.

00:34:22.302 --> 00:34:27.922
August 2005 vorgehalten wurden, knickte er ein. Was ist da passiert? Ja, richtig.

00:34:28.282 --> 00:34:31.502
Simon T. gab schließlich an, André K. und Philipp B.

00:34:31.962 --> 00:34:36.462
An diesem Tag nach Mitternacht in einem Park in Bratislava getroffen zu haben.

00:34:36.662 --> 00:34:40.342
Er habe sich dann um die Beseitigung des Fahrzeugs gekümmert,

00:34:40.742 --> 00:34:44.422
alle im Auto befindlichen Dokumente und die Originalkennzeichen entsorgt.

00:34:44.922 --> 00:34:48.622
Das Auto habe er dann in die Hafengegend von Bratislava gefahren,

00:34:49.162 --> 00:34:51.502
wo es in Einzelzeile zerlegt worden sei.

00:34:52.182 --> 00:34:54.962
Mehr wüsste er allerdings nicht. Simon T.

00:34:55.062 --> 00:34:58.602
Hat also zugegeben, seinem Freund geholfen zu haben, ein Auto verschwinden zu

00:34:58.602 --> 00:35:00.802
lassen. Angeblich ohne Fragen zu stellen.

00:35:01.422 --> 00:35:05.182
Das ist jetzt alles andere als glaubwürdig, finde ich. Absolut.

00:35:05.442 --> 00:35:08.262
Aber von dem Mord an Martin Wager will er nichts gewusst haben.

00:35:08.582 --> 00:35:12.322
Und etwas Gegenteiliges konnten wir ihm bis dahin nicht nachweisen.

00:35:21.846 --> 00:35:26.586
Am 8. Mai 2007 beginnt am Landgericht Traunstein der Prozess gegen Philipp B.

00:35:26.766 --> 00:35:30.626
Und André K. wegen des mutmaßlich gemeinsamen Mordes an Martin Wager.

00:35:31.266 --> 00:35:34.306
Da beide Angeklagte vor Gericht schweigen und Philipp B.

00:35:34.386 --> 00:35:37.546
In früheren Aussagen mehrere Tatversionen geschildert hatte,

00:35:37.726 --> 00:35:42.366
die im Widerspruch zu den Beweisen vom Tatort stehen, spielt die Aussage von Simon T.

00:35:42.506 --> 00:35:44.686
In der Hauptverhandlung eine wichtige Rolle.

00:35:45.526 --> 00:35:49.926
Was aber durch die Ergebnisse der Telefonüberwachung zweifelsfrei feststeht?

00:35:49.926 --> 00:35:53.306
Simon T. war an der Beseitigung des Fahrzeugs beteiligt.

00:35:53.886 --> 00:35:58.526
Zunächst wiederholt Simon T. vor Gericht die Aussage seiner letzten polizeilichen

00:35:58.526 --> 00:36:01.406
Vernehmung vom 21. März 2007.

00:36:01.926 --> 00:36:05.486
Für die Staatsanwaltschaft ist allerdings klar, die Bereitschaft,

00:36:05.666 --> 00:36:09.746
das Auto ohne weitere Nachfragen zu entsorgen und die enge Verbundenheit mit

00:36:09.746 --> 00:36:11.186
dem Angeklagten André K.

00:36:11.446 --> 00:36:15.046
Sprechen eher dafür, dass er nicht die volle Wahrheit sagt.

00:36:15.646 --> 00:36:20.346
Deshalb wird er wegen des Verdachts der Falschaussage vorläufig festgenommen.

00:36:20.806 --> 00:36:25.106
Und plötzlich ist T. dann doch bereit, weitere Aussagen zu machen.

00:36:25.666 --> 00:36:29.326
Jetzt gibt er zu, gewusst zu haben, dass André K. und Philipp B.

00:36:29.866 --> 00:36:33.186
Gemeinsam mit Martin Wager wegfahren wollten. Ebenso wusste er,

00:36:33.326 --> 00:36:36.286
dass sie aus Deutschland mit einer schwarzen Limousine zurückkommen würden.

00:36:37.026 --> 00:36:40.946
André K. hätte ihm gegenüber erwähnt, er wolle jemandem das Auto wegnehmen.

00:36:40.946 --> 00:36:44.286
Bei einem Treffen nach deren Rückkehr habe André K.

00:36:44.406 --> 00:36:49.346
Zu Simon T. gesagt, er hätte den Mann getötet, wozu Philipp B. genickt habe.

00:36:49.726 --> 00:36:54.106
Er selbst habe André K. nach der Tatwaffe gefragt und dieser hätte angegeben,

00:36:54.326 --> 00:36:56.046
dass es sich um ein Messer gehandelt habe.

00:36:56.526 --> 00:36:58.166
Auch von einem Hammer sei die

00:36:58.166 --> 00:37:02.726
Rede gewesen. Für das Gericht ist dabei viel entscheidender, dass André K.

00:37:02.946 --> 00:37:06.426
Den Mord gegenüber Simon T. zugegeben und Philipp B.

00:37:06.926 --> 00:37:12.786
Bestätigend genickt habe. Damit sei Philipp B.s Beteiligung an der Tötung des Opfers belegt.

00:37:15.905 --> 00:37:19.865
Zusammenfassend kann man sagen, dass durch die Erkenntnisse aus eineinhalb Jahren

00:37:19.865 --> 00:37:23.845
intensiver Polizeiarbeit und durch die Aussagen des Hauptzeugen vor Gericht

00:37:23.845 --> 00:37:29.905
immer mehr Ungereimtheiten bei den früheren Behauptungen der beiden Angeklagten ans Licht kamen.

00:37:30.525 --> 00:37:35.565
Sowohl was den Tathergang als auch die Tatwaffe und die Geschehnisse nach dem Mord angeht.

00:37:36.485 --> 00:37:42.465
Das Gericht hatte am Ende keine Zweifel daran, dass beide Angeklagten André K. und Philipp B.

00:37:42.885 --> 00:37:46.465
Den Mord an Martin Wager geplant und gemeinsam ausgeführt haben.

00:37:47.325 --> 00:37:50.585
Dass André K. der Haupttäter war, wie Philipp B.

00:37:50.805 --> 00:37:56.705
In seinen Aussagen behauptet hatte, erscheint der Kammer unglaubwürdig und kann widerlegt werden.

00:37:57.285 --> 00:38:01.465
Weshalb, Herr Kammerlohr? Hier spielten vor allem optische Tatsachen eine Rolle,

00:38:01.605 --> 00:38:06.485
zum Beispiel, dass das Opfer 1,75 Meter groß und 97 Kilo schwer war.

00:38:07.185 --> 00:38:11.845
Martin Wager war körperlich beiden Verdächtigen überlegen. Bei einer Tötung

00:38:11.845 --> 00:38:13.825
war mit erheblicher Gegenwehr zu rechnen.

00:38:14.445 --> 00:38:18.585
Daher mussten André K. und Philipp B. gemeinsam agieren. Die Ergebnisse der

00:38:18.585 --> 00:38:22.185
rechtsmedizinischen Untersuchungen haben dies eindrucksvoll belegt.

00:38:22.765 --> 00:38:27.605
Wäre André K. von einer sicheren Tötung des Martin Wager ohne Gegenwehr ausgegangen,

00:38:27.605 --> 00:38:30.165
hätte er seinen Freund Philipp B.

00:38:30.305 --> 00:38:33.245
Gar nicht erst in den Plan eingeweiht bzw.

00:38:33.805 --> 00:38:38.585
Diesen um Mithilfe gebeten. Das Gericht kommt zum Schluss, dass sich Philipp B. und André K.

00:38:38.725 --> 00:38:42.205
In Mittäterschaft des Mordes an Martin Wager schuldig gemacht haben.

00:38:42.645 --> 00:38:45.985
Und da das ahnungslose Opfer während der Tat ausgetreten war,

00:38:46.485 --> 00:38:48.665
wird das Mordmerkmal der Heimtücke festgestellt.

00:38:48.965 --> 00:38:53.945
Am 9. Juli 2007 werden sie zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

00:39:03.527 --> 00:39:07.867
Für die Angehörigen eines Mordopfers spielt die Frage nach dem Warum in vielen

00:39:07.867 --> 00:39:10.327
Fällen ja eine große Rolle, verständlicherweise.

00:39:11.047 --> 00:39:14.887
Ein Grund zu kennen, das kann dabei helfen, das Unbegreifliche ein bisschen

00:39:14.887 --> 00:39:18.907
besser zu verstehen, auch wenn das Motiv die Tat natürlich nicht ungeschehen macht.

00:39:19.347 --> 00:39:23.727
In diesem Fall konnte allerdings bis zum Schluss kein Motiv festgestellt werden.

00:39:24.327 --> 00:39:29.127
Die Ermittlung des Motivs, gerade im Kapitalbereich, aber auch bei jeder anderen

00:39:29.127 --> 00:39:31.047
Straftat, hat es immer von besonderer Bedeutung.

00:39:31.827 --> 00:39:35.847
In diesem Fall war uns dies leider nicht adäquat möglich. Es ist jedoch davon

00:39:35.847 --> 00:39:40.287
auszugehen, dass reine Geldgier zum Tod von Martin Wager führte.

00:39:40.707 --> 00:39:44.867
Auch der Raub des Fahrzeugs sollte einen gewissen finanziellen Erlös bringen.

00:39:45.067 --> 00:39:49.447
Und die Staatsanwaltschaft hatte neben Heimtücke auch Mord aus Habke angeklagt.

00:39:49.727 --> 00:39:53.287
Dieses Mordmerkmal hat das Gericht aber nicht nachweisen können.

00:39:53.787 --> 00:39:57.487
Herr Kammerloher, Herr Fritzenschaft, wir bedanken uns ganz herzlich,

00:39:57.487 --> 00:40:01.687
dass Sie sich die Zeit genommen haben und heute zu uns ins Studio gekommen sind.

00:40:01.867 --> 00:40:03.547
Danke für Ihren Besuch. Kommen Sie gut nach Hause.

00:40:04.007 --> 00:40:06.307
Frau Neumeyer, Herr Zerne, vielen Dank für die Einladung. Sehr gerne.

00:40:06.707 --> 00:40:08.187
Für Gott und alles Gute für euch.

00:40:09.207 --> 00:40:12.567
Ja, Dank geht auch an Julia Heine, der Autorin dieser Folge.

00:40:12.907 --> 00:40:17.167
Wie immer am Ende, vielen Dank auch an euch fürs Zuhören. Ich sage bis zum nächsten

00:40:17.167 --> 00:40:18.447
Mal bei Aktenzeichen XY.

00:40:19.287 --> 00:40:22.007
Unvergessene Verbrechen. Und ganz wichtig, bleibt sicher.

00:40:23.107 --> 00:40:27.167
Wenn ihr euch für wahre Kriminalfälle interessiert und verstehen wollt,

00:40:27.407 --> 00:40:30.987
warum Verbrechen geschehen und was sie über unsere Gesellschaft erzählen,

00:40:31.527 --> 00:40:35.367
dann schaut mal bei XY Spuren des Verbrechens rein.

00:40:35.647 --> 00:40:39.887
Ich bin Helene Reiner und ich spreche dort mit Expertinnen und Experten und

00:40:39.887 --> 00:40:43.667
auch mit Betroffenen über reale Fälle und ihre Hintergründe.

00:40:43.907 --> 00:40:47.767
Die neuen Folgen könnt ihr ab sofort im ZDF streamen.

00:40:48.107 --> 00:40:51.607
Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert unseren Podcast,

00:40:51.887 --> 00:40:55.667
damit ihr auch die nächste Folge nicht verpasst. Wir hören uns in zwei Wochen wieder.

00:40:56.460 --> 00:41:01.560
An dieser Folge mitgearbeitet haben Nikola Hänisch-Koros, Katharina Jakob und Zoe Jungblut.

00:41:01.740 --> 00:41:05.480
Für Ton und Technik sorgten Stefan Gossen und Sebastian Muxenider.

00:41:05.700 --> 00:41:11.220
Die Regie hatte David Groma und die Redaktion im ZDF Sonja Roy und Kirsten Zilonka.

00:41:11.820 --> 00:41:16.980
Die Podcast-Folgen könnt ihr übrigens auch auf dem ZDF True Crime YouTube-Kanal anhören.

00:41:17.180 --> 00:41:21.280
Den Link dazu, wie alle Infos zu dieser Folge, findet ihr wie immer in den Shownotes.

00:41:21.280 --> 00:41:26.340
Aktenzeichen XY Unvergessene Verbrechen ist eine Produktion der Securitel in

00:41:26.340 --> 00:41:28.840
Kooperation mit Bumfilm im Auftrag des ZDR.

