Hallo und herzlich willkommen zu Aktenzeichen XY Unvergessene Verbrechen. Ich bin Rudi Zerne und meine Kollegin stellt sich wie immer selbst vor. Genau, auch von mir herzlich willkommen. Mein Name ist Conny Neumeier.
Rudi, wie viele Sendungen gibt es denn eigentlich inzwischen, die XY im Titel haben, also das, was man Spin-Off nennt? Da gibt es ja zunächst mal unsere ganzen Aktenzeichen XY Spezialsendungen. Das sind so zwei pro Jahr zum Thema Betrug, Vermisstenfälle oder Cold Cases. Die reihen sich im Laufe des Sendejahres abwechselnd in die normalen XY-Sendungen ein. Und es gibt inzwischen auch noch eigene Sendereien. XY History zum Beispiel, da geht es um besondere Fälle, die Kriminalgeschichte geschrieben haben. Und XY Gelöst, da wird ausführlich erzählt, wie Verbrechen aufgeklärt wurden. Ja, und ganz klar, auch unser Podcast, der gehört natürlich zu diesen sogenannten Spin-Offs. Und gelegentlich gibt es da ja auch inhaltliche Querverbindungen, zum Beispiel wie heute bei diesem Fall. Genau, den hat auch mein Kollege Sven Voss schon in XY gelöst vorgestellt. Der Mord an einer jungen Frau. Ein interessanter Fall mit etlichen Wendungen und Überraschungen, von den Ermittlungen bis hin zum Gerichtsprozess. Darüber unterhalten wir uns mit dem damaligen Chefermittler, Kriminalhauptkommissar Christoph Burkhardt von der Kripo Nienburg an der Weser. Willkommen bei uns im Podcaststudio, Herr Burkhardt. Schön, dass wir mit Ihnen jetzt noch tiefer in die Ermittlungsarbeit eintauchen können. Hallo, schön, dass ich hier sein kann. Herzlich willkommen. Herr Bockert, der Fall, über den wir gleich sprechen, hat über Monate hinweg für Schlagzeilen gesorgt und vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Region in Norddeutschland sehr bewegt und berührt.
Wie ging es Ihnen und Ihrem Team dabei? Ja, also auch so ein Fall geht natürlich an uns Ermittlern nicht spurlos vorüber und ist nicht unser Alltag.
Dass wir da einfach drüber hinweg gehen können und das wie ein klassisches Alltagsgeschäft abwickeln wollen. Der Fall war... Spannend, muss ich sagen, aus unserer Perspektive und zugleich hochtragisch. Wir hatten ganz, ganz viele Spuren und verrückte Spurenergebnisse und Ermittlungsschritte, die wir nehmen mussten, bis wir dann endlich zu einem Ergebnis kamen. Zwischenzeitlich waren wir auch schon kurz davor, zu sagen, wir haben es hier mit einem Cold Case zu tun, also einem Fall, den wir nicht aufklären können. Aber dann, wir haben es ja schon erwähnt, wurde der Fall doch noch gelöst. Und zwar vor allem durch einen winzigen Spurenträger, dem zunächst einmal gar keine große Beachtung geschenkt wurde. Aber wir beginnen wie immer von vorne. Alle Namen außer den des Opfers haben wir geändert.
Mitte September 2015 im niedersächsischen Rehburg-Lockum. Seit zwei Wochen besucht die 23-jährige Judith Theissen die Berufsfachschule für Sozialpädagogik in ihrer Heimatstadt. Sie hat zwar bereits eine Ausbildung zur Sozialassistentin abgeschlossen, doch das ist ihr nicht genug. Sie möchte Verantwortung für andere übernehmen. Die junge Frau mit den brünetten, langen Haaren gilt als sozial engagiert, sehr naturverbunden, hat eine romantische Ader. Dabei ist sie auch etwas introvertiert und auffallend zurückhaltend im Umgang mit anderen. Für ihre Lieblingsbeschäftigung, ausgedehnte Waldspaziergänge, braucht sie ohnehin niemanden. Am liebsten geht sie dafür zum Wald am Kloster Lokum, den sie stundenlang durchstreifen könnte. Oft setzt sie sich dort auch einfach hin, hängt ihren Träumen nach oder liest. Vor zwei Monaten ist sie von zu Hause ausgezogen. Sie ist stolz auf ihre eigene kleine Wohnung am Stadtrand, in der sie allein mit ihrer Katze wohnt. Nach wie vor hält sie Kontakt zu ihrer Familie, zu ihrer älteren Schwester und deren Mann, sowie zu ihrem älteren Bruder und zu ihrer Mutter.
Die Eltern haben sich vor einiger Zeit getrennt. Für Judith und ihre Geschwister keine einfache Situation. Eine Zeit lang war Judith zu ihrem Vater auf Distanz gegangen. Aber so langsam normalisiert sich ihr Verhältnis wieder. Er half ihr sogar bei der Einrichtung der Wohnung. Außerdem unterstützt er sie regelmäßig finanziell. Aber Judith will auch auf eigenen Beinen stehen. Das BAföG hat man ihr gestrichen, weil der Vater knapp über der Einkommensgrenze liegt, an der sich die Ausbildungsförderung orientiert. Deshalb sucht Judith jetzt einen Nebenjob, mit dem sie sich die Miete und ihren roten Kleinwagen weiter leisten kann. Kurz nach Beginn des Semesters schwärmt sie ihrer Familie bei einem Treffen vor, wie toll das Studium läuft und dass sie das Gefühl hat, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Dazu kommt, dass sie auch bereits Anschluss an eine Kommilitonin gefunden hat. Die Familie freut sich für sie. Noch ahnt die Mutter nicht, dass sie die Freundin in Kürze kennenlernen wird. Allerdings unter unerfreulichen Umständen. Am Mittwoch, dem 16. September 2015, bekommt sie unvermittelt einen Anruf von Svenja, wie wir die Freundin hier nennen. Am Telefon fragt sie Judiths Mutter nach dem Befinden ihrer neuen Freundin. Denn Judith war seit dem vergangenen Wochenende nicht in der Schule. Die Mutter ist überrascht und besorgt zugleich. Sie macht sich sofort auf den Weg zur Wohnung ihrer Tochter. Dort wird sie von einer hungrigen Katze empfangen. Von Judith keine Spur. Ihr Auto ist auch weg. Die Sorge wächst. Wie es die meisten Angehörigen in einer solchen Situation machen, erkundigt sich die Familie erstmal bei Freunden und Bekannten, ob die etwas wissen. Und dann in den Krankenhäusern der Umgebung, ob Judith vielleicht einen Unfall hatte. Gleich darauf geht die Mutter mit ihrem Ex-Mann und Judiths Freundin zur Polizei. Sie melden Judith als vermisst. Und so wurde der Besuch auf der Polizeiinspektion in der Spezialsendung XY gelöst, vom 11. Juni 2025 nachgestellt.
Ihre Tochter ist erwachsen und muss sich natürlich bei keinem abmelden. Ich weiß, aber Judith hätte ihre Katze nie alleine gelassen. Ich bin mir ganz sicher, da stimmt irgendwas nicht. Und ihr Handy ist seit vier Tagen ausgeschaltet. Da sind sie sicher. 100 pro, ich hab's immer wieder versucht. Gibt es jemanden, bei dem sie sein könnte? Bekannte? Hat sie einen Freund? Er hatte sie. Sie wollte ihn sogar heiraten. Sie wollte Kinder. Aber der hat sie nur hingehalten, drei Jahre lang. Vor einem halben Jahr hat sie sich dann endlich von ihm getrennt. Hat sie das noch belastet? Soviel ich weiß nicht. Seit sie die Ausbildung macht, sie will ja Erzieherin werden, ging es ihr eigentlich ganz gut.
Aber Judith redet nicht über alles. Und wenn mal was ist, zieht sie sich lieber zurück. Aber sie würde nicht einfach so weggehen. Nicht so. Wir sind befreundet. Sie hätte mir was gesagt, wenn sie... Ich meine, sie wäre nicht einfach so verschwunden. Dass sie vielleicht verreist ist. Das hätte sie mir gesagt. Erstens hat sie Schule und selbst dann, Judith würde nie im Leben ihre Katze allein lassen. Da muss was passiert sein. Judith hat mir noch erzählt, dass sie am Wochenende in den Klosterwald gehen wollte. Zum Lernen. Macht sie das öfter? Ja, sie mag das. Den Wald, die Natur. Ich glaube, sie fühlt sich dort wohler als mit den Menschen um sie herum. Verstehe. Haben sie vielleicht ein neues Foto von ihrer Tochter? Ja.
Die Polizei nimmt die Vermisstenanzeige auf. Judiths Mutter hat ein Foto ihrer Tochter mitgenommen und gibt es der Beamtin. Kurz darauf weiß jede Streife in der Region, dass Judith Tyson vermisst wird.
Aber die Beamtinnen und Beamten haben sich nicht darauf verlassen, dass die Vermisste ihnen zufällig über den Weg läuft. Sie haben auch gezielt Ausschau nach Zeugen gehalten, die Judith vor dem Verschwinden noch gesehen hatten. Und tatsächlich gab es da eine Nachbarin, die Interessantes zu erzählen hatte. Was genau, Herr Burkhardt? Die Nachbarin, die direkt in dem Haus neben Judith wohnte, konnte davon berichten, dass Judith am Samstag, den 12. September, sie konnte den Tag auch ziemlich genau eingrenzen, mehrfach an ihrem Haus vorbeigefahren ist. Das soll in der Mittagszeit gewesen sein und ihr war aufgefallen, dass Judith in Begleitung war von einem jungen Mann, den sie mit einem auffälligen Stirnacken und mit kurzen Haaren beschrieben hatte. Also mit dem Stirnacken, damit meinte sie so einen auffallend muskulösen Nacken. Judits Familie, die blieb in der Zwischenzeit ja nicht untätig. Sie hat selbst auch nach Anhaltspunkten gesucht, wo die junge Frau abgeblieben sein könnte. Am Tag nach der Vermisstenmeldung sind Judits Schwester und ihr Mann abends zu der verlassenen Wohnung gefahren. Was haben sie dort gemacht? Die haben Judits Computer durchgeguckt und haben versucht, anhand der Computerdaten herauszufinden, ob sie vielleicht eine Reise geplant hat, ob sie noch andere Bekannte hat, von denen sie noch gar nichts erzählt hat, um ihr Verschwinden einfach erklären zu können und auch den Verbleib von Judith aufklären zu können. Waren Sie erfolgreich? Leider nicht. Es haben sich dadurch keine neuen Erkenntnisse ergeben.
Und auch, dass Sie in der Wohnung waren, haben wir erst zu einem späteren Zeitpunkt erfahren. Dafür hatte die Polizei aber am nächsten Tag ein erstes Erfolgserlebnis. Am Freitagabend, knapp eine Woche nach Judiths Verschwinden, gab es einen Hinweis auf ihren roten Kleinwagen. Der stand auf einem Parkplatz ganz in der Nähe des Klosterforstes. Welche Bedeutung hatte der Fund jetzt für ihre Ermittlungen? Die Feststellung des Wagens auf dem Parkplatz am Kloster Lokum hat im Falle eine neue Wendung gegeben. Man muss das einmal dazu erklären, wenn eine 23-Jährige ihr Lebensumfeld verlässt, dann ist das nicht grundsätzlich eine Vermisstensache. Und wir sind auch von den Maßnahmen, die wir treffen können, als Polizei relativ beschränkt. Es gibt ja immer auch die Möglichkeit, oder es gibt immer die Möglichkeit, dass Judith freiwillig ihr Umfeld verlassen hat. und vielleicht auch gar nicht von uns als Polizei oder von ihrer Familie kontaktiert werden möchte. Jetzt ist es aber so, dass wir eine Woche später diesen Wagen auf dem Klosterwaldparkplatz aufgefunden haben. Anwohner berichteten auch, dass der länger dort gestanden hat.
Sodass wir jetzt auch begründen konnten, dass Judith womöglich in einer Notlage ist beziehungsweise nicht freiwillig verschwunden ist. Wie haben Sie diesen Wagen untersucht? Der Wagen wurde von uns wie ein Tatort behandelt. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch gar nicht sagen, mit was wir es hier eigentlich zu tun hatten. Es handelte sich hier um ein Unfallgeschehen, handelte sich um eine Straftat, um ein Verbrechen. Aus diesem Grund haben wir dann auch Judiths Auto gleich mit der Kriminaltechnik spurentechnisch aufgenommen.
Judith hatte ja bestimmt auch ihr Handy dabei. Konnte man sie damit orten? Eine Handyortung haben wir dann natürlich auch sofort veranlasst. Diese rechtlichen Möglichkeiten hatten wir dann, leider nur mit beschränkten Erfolg. Der Provider hat uns dann mitgeteilt, dass das Handy letztmalig am 12. September, also den Samstag, auch an dem sie von der Nachbarin gesehen worden ist, um 15.15 Uhr aktiv im Netz angemeldet war und danach ausgeschaltet worden ist. Sagen Sie, es gab doch sicher erste Suchmaßnahmen. Wie sahen die aus? Wir haben das, was wir an Kräften zur Verfügung hatten, haben wir dann genutzt, um auch den Wald abzusuchen. Sie müssen sich das so vorstellen. Dieses Kloster ist ein Touristen-Hotspot und daran angrenzend ist ein riesengroßes Waldgrundstück, eine riesengroße Waldfläche. Mit den Kräften, die wir zur Verfügung haben, eine lückenlose Absuche war uns gar nicht möglich. Wir haben erste Suchmaßnahmen getroffen. Wir haben Man-Trailer-Hunde hinzugezogen, aber die Suche blieb erfolglos, sodass wir weitere Kräfte für umfangreichere Suchmaßnahmen bereits angefordert hätten. Die hätten dann an dem Montag darauf erfolgen sollen. Und Sie haben sich auch an die Öffentlichkeit gewandt damals schon, oder? Genau, es gab zu einem relativ frühen Zeitpunkt einen Presseaufruf, um den Verbleib von Judith klären zu können.
Da ist zum Beispiel auch diese Aussage der Nachbarin mit drin veröffentlicht worden, dass sie mit einem jungen Mann mit Stirnacken gesehen worden ist. Sagen Sie nochmal, wie diese Suchmannschaft aussah? Die Suchmannschaft bestand hauptsächlich aus Kollegen, die in dem örtlichen Bereich im Streifendienst tätig sind, aus Ermittlern des Kriminalermittlungsdienstes sowie mit Man-Trailer-Hunden. Und der Presseaufruf, war der erfolgreich? Wir haben auf die Pressemitteilung keine Resonanz gehabt.
Außer der Bereitschaftspolizei beteiligen sich an den Suchmaßnahmen im Klosterwald auch Judiths Vater und seine neue Frau. Als die Kinder klein waren, ist die Familie oft durch das ausgedehnte Waldgebiet spaziert.
Wie Judith kennt auch der Vater hier jeden Weg, jeden Pfad und, wenn man so will, jeden Strauch. Während die Suchtrupps sich vorwiegend im Bereich der Wege aufhalten, gehen er und seine Begleiterin immer wieder querfeldein. Am zweiten Tag der Suche im Wald, es ist Sonntag, der 20. September 2015 gegen 16 Uhr, stoppt Judiths Vater plötzlich und entdeckt im unwegsamen Gelände einen größeren Reisighaufen. Ihm ist aufgefallen, dass dort scharenweise Fliegen aufsteigen. Er hält seine Frau zurück. Allein nähert er sich dem unnatürlich angehäuften Stapel von Ästen. Er hat eine fürchterliche Ahnung. Dennoch trägt er vorsichtig mehrere Äste von dem Haufen ab und findet darunter seine lieblose Tochter. Er greift zu seinem Handy, wählt die Nummer der Polizistin, mit der er in den letzten Tagen immer wieder zu tun hatte, und meldet ihr den Fund. Wenige Minuten später wimmelt es in dem Waldstück von Polizistinnen und Polizisten. Der Ort, an dem die Tote liegt, ist weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Die aus dem Feierabend herbeizitierten Kriminaltechniker und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kommissariats für Tötungsdelikte nehmen sofort ihre Arbeit auf. Ein Gerichtsmediziner untersucht den Leichnam. Wie üblich will er sich am Fundort noch nicht so richtig festlegen. Können Sie schon was sagen, Doktor? Die Leiche der Jungfrau liegt bestimmt schon seit über einer Woche hier.
Der Verwesungsprozess ist stark fortgeschritten.
Das ist auch kein Wunder wegen der feuchten Witterung hier.
Zur Todesursache selber kann ich noch nichts sagen, da müssen Sie auf die Obduktion warten. Ist sie bekleidet?
Bis auf die Socke ist die Leiche nackt. Von der Kleidung fehlt jede Spur. Die Kollegen haben nichts gefunden. Irgendwelche Anzeichen auf eine Vergewaltigung? Auch da müssen Sie auf die Obduktion warten.
Herr Burkhardt, für XY gelöst sind Sie mit meinem Kollegen Sven Voss noch einmal durch den Klosterwald gegangen. Sie haben ihm den Tatort und den Fundort gezeigt. Mich würde mal interessieren, ist das ein Ort, der im Nachhinein für Sie noch eine besondere Bedeutung hat? Beziehungsweise hat man da noch ein Bild im Kopf von damals? Also der Fall liegt ja schon fast mehr als zehn Jahre zurück. Die Örtlichkeit an sich, ich habe die Bilder noch im Kopf und die Eindrücke noch im Kopf gehabt, aber es sah gänzlich anders aus, als ich jetzt aktuell wieder dort vor Ort gewesen bin. Das hat auch was mit den Jahreszeiten zu tun.
Die Tat war damals im Spätsommer, also mit einer sehr hohen Vegetation. Und die Dreharbeiten waren im Frühjahr, da war alles relativ kahl und übersichtlich. Es ist mir aber schon schwer gefallen, diese Stelle direkt wiederzufinden, weil sie halt doch so abgelegen ist. Damit reden wir jetzt über den Tatort und auch über den späteren Fundort. Genau richtig. Also wir konnten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sagen, ist der Fundort des Leichnams auch gleichzeitig der Tatort. Mittlerweile gehen wir schon davon aus, dass Tatort und Fundort relativ nah beieinander liegen. Wir hatten zum Beispiel in etwa neun Meter Entfernung von Judiths Leichnam einen Platz gefunden. Der war im hohen Gras niedergewalzt, niedergedrückt. Das sah für uns nach einem Geschehen, also nach einer Aktion, die dort stattgefunden hat, aus. Den haben wir genauer untersucht und dabei haben wir dann auch verschiedene Gegenstände aufgefunden.
Das waren Kaugummipapier, Einbohrer, eine Münze und auch eine Brille. Und wir wussten zum Beispiel, dass Judith Brillenträgerin ist. Also das war für uns so dieser Grund. Dieser Platz hat etwas mitgebracht. Judiths Tod zu tun. Konnten Sie denn rekonstruieren, was dort möglicherweise geschehen sein könnte? Konkret rekonstruieren konnten wir es nicht. Wir gehen davon aus und haben diese Vermutung, dass Judith sich circa 100 Meter entfernt von diesem Platz aufgehalten hat. Dort befindet sich eine Bank im Wald.
An dieser Bank führt auch noch einen Verbindungsweg vorbei. Dass sie dort auf den späteren Täter getroffen ist und von dort aus dann in den Wald gezerrt worden ist. Wir können uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sie freiwillig mitgegangen ist und dass es dann eben in entsprechender Entfernung, also 100 Meter vom Weg entfernt, zu diesem Tatgeschehen gekommen ist und letztendlich auch zur Tötung von Judith. Am Tag, nachdem Judiths Vater ihre Leiche gefunden hat, wurde dann ja eine Soko gegründet. Aber die Ermittlungen, die begannen ja schon in der Nacht zuvor. oder? Genau. Wir haben dann versucht, uns natürlich ein Bild von Judith zu machen. Wir kannten sie nicht zu dem Zeitpunkt. Wir haben die Eltern vernommen, wir haben die Geschwister vernommen. Auch Svenja, die beste Freundin, haben wir uns herzitiert. Die haben uns Judith vom Wesen her beschrieben und was für uns natürlich auch von besonderem Interesse war, immer wieder haben uns die Eltern und auch die Freundin von einem Timo berichtet, mit dem sie die gewesen sein sollte. Auffällig war, dass keiner diesen Timo persönlich gekannt hat. Wir hören an der Stelle mal in die Vernehmung rein, so wie sie für XY gelöst rekonstruiert wurde. Wissen Sie, ob Judith im Wald zum Lernen, mit jemandem verabredet war? Nicht, dass ich wüsste. Meist war sie alleine dort vorhanden zu meditieren.
Was anderes. Der Ex-Freund von Judith, mit dem sie Schluss gemacht hat. Können Sie uns über den was erzählen? Der hieß Timo. Timo aus Köln. Den fand Judith am Anfang total nice. Irgendwie hatten die auch vieles gemeinsam. Zum Beispiel? Naja, zum Beispiel. Sie mochte ja Tiere total gern. Und er hatte wohl so einen Gnadenhof für kranke und alte Tiere. Und so Mittelalter-Märkte waren beide auch Fan von. Ja, was noch? Musik? Beide fanden Heavy Metal total geil. Und haben Sie diesen Timo mal kennengelernt? Nee. Nicht mal sie hat ihn ja wirklich kennengelernt. Das war ja das Problem. Sie hat ihn in echt nie gesehen, noch nicht mal bei ihrer Verlobung. Bei ihrer Verlobung? Ich glaube, das müssen Sie mir jetzt erklären. Bei ihrer Verlobung war sie auf so einem Mittelaltermarkt mit ihm verabredet gewesen. Timo konnte aber wohl nicht kommen. Dafür kam eine Freundin von ihm und die hat ihr dann den Verlobungsring übergeben.
Sie hat sich aber dann ein halbes Jahr später von ihm getrennt. Ich glaube, Timo hat es nicht so gefallen. Haben Sie eine Idee, wie ich diesen Timo aus Köln erreichen kann? Haben Sie dann den Kontakt? Nee, in echt kennt den ja keiner. Nur über Social Media, da finden Sie ihn. Er sieht gut aus, total sympathisch. Diese Informationen, könnte ich mir jetzt vorstellen, lassen doch jeden Ermittler hellhörig werden, oder? Ja, natürlich. Also zum einen rein statistisch, wenn man sich die Tötungsdelikte anguckt, wir haben in einer überproportionalen Häufigkeit Beziehungsdelikte und natürlich ist dann eine relativ frisch beendete Beziehung erstmal für uns auch ein Anfasser, dass wir uns das genauer anschauen. Timo aus Köln war dann natürlich erstmal unsere Spur Nummer eins, der wir nachgegangen sind. Sie hatten ja auch trotzdem andere Verdächtige, denen Sie nachgegangen sind. Wen gab es da noch? Da gab es zum einen den Beifahrer aus Judiths Wagen, den die Nachbarin gesehen hatte am Samstag, den 12.09.
Dann hatten wir, was wir auch nicht außer Acht lassen durften, den Maßregelvollzug im Wohnort direkt von Judith. Judith lebte vis-à-vis zum Maßregelvollzug. Und nicht zuletzt war auch Judiths Vater. Von seinem gesamten Verhalten her konnten wir den auch nicht ganz außen vorlassen. Können Sie genauer erklären, warum der Vater zu den Tatverdächtigen gehörte? In den gesamten Verhaltensweisen des Vaters, auch rund um das Suchen und das Auffinden seiner Tochter, gab es diverse Ungereimtheiten, die sich für uns nicht schlüssig erklären ließen. Das waren zum einen das gesamte Verhalten, was er im Rahmen der Suche gezeigt hat. Dann gab es noch die Auffälligkeiten, dass... Die erst durch die Nachbarin eigentlich uns berichtet worden ist, dass der Vater in der Wohnung gewesen ist, während Judith vermisst gewesen ist. Wir haben den Vater daraufhin auch angesprochen, vernommen und er berichtete uns dann von sich aus, er hätte die Wohnung gereinigt. Das war für uns auch merkwürdig und erst mal nicht zu erklären. Er erklärte das dann damit, dass er davon ausgegangen ist, dass seine Tochter wiederkommt und er möchte seiner Tochter etwas Gutes tun und dafür die Wohnung sauber machen. Was haben Sie eigentlich daraus geschlossen, dass der Vater also relativ zielgerichtet zu dem Fundort der Leiche gegangen ist? Was könnte dahinter gesteckt haben? Für uns hat es sich so dargestellt, als wenn der Vater gewusst hat, wo er suchen muss, gewusst hat, wo er hingehen muss. Sie haben ihn dazu befragt, welche Erklärung hat er?
Er sagte, dass er sich im Wald auskennt, dass er sehr naturverbunden sei und dass ihm Auffälligkeiten in der Flora und Fauna natürlich sofort ins Auge stechen, vielleicht mehr als bei anderen. Und ihm wäre eben halt diese Stelle aufgefallen, wo Brummer auf- und abgestiegen wären. Dort hätte er dann nachgeguckt und auch den Leichnam gefunden. Sie wurden ja auch, ich sage jetzt mal misstrauisch, weil Sie diesen Bohrer am Tatort und Fundort gefunden haben. Den hatten wir vorhin schon erwähnt. Warum? Dieser Bohrer wies eine Besonderheit auf und zwar war der per Hand nachgeschliffen. Also heutzutage ist das eigentlich eine Vorgehensweise, die kaum noch vorkommt. Bohrer sind ein Massenprodukt. Wenn ein Bohrer stumpf ist, wird ein neuer im Baumarkt gekauft und nur aus dem Handwerk heraus diejenigen, die damit Erfahrung haben, schärfen und schleifen ihre Bohrer nach. Judiths Vater selbst war Kfz-Meister und hat es auch gelernt, seine Bohrer anzuschleifen. In der Vernehmung hat er uns das dann auch berichtet, dass das so für ihn der übliche Umgang damit ist, wenn ein Bohrer stumpf ist, ihn selbst anzuschleifen. Insgesamt haben wir viele, viele Indizien gehabt, die, sage ich mal, in Richtung des Vaters eine Verdachtslage begründet haben. Und auch bis zum Abschluss der Ermittlungen konnten wir auch viele Indizien.
Indizien, die uns als Ungereimtheiten im Verhalten des Vaters aufgefallen sind, nicht ausräumen. Und was hatte es mit diesem Maßregelvollzug auf sich? Also unmittelbar gegenüber von Judiths Wohnung, in Judiths Wohnort, befindet sich ein Maßregelvollzugzentrum. Maßregelvollzugzentrum ist ein psychiatrisches Krankenhaus, in dem Straftäter behandelt werden, die ihre Delikte aufgrund einer Suchterkrankung, wie zum Beispiel übermäßiger Alkohol oder Drogenkonsum, begangen haben. Für uns war das daher auch ein relativ heikler Umgang damit, Natürlich haben wir da überproportional viele Straftäter wohnen, aber wir können die auch nicht unter einen Generalverdacht stellen, sodass wir relativ neutral und objektiv auch an diesen Maßregelvollzug herangetreten sind. Hat sich bei der Überprüfung denn irgendwas Neues ergeben? Wir waren gleich in der ersten Woche nach dem Auffinden von Judiths Leichnam im Maßregelvollzug.
Hinsichtlich des ominösen Beifahrers, der auch von der Nachbarin gesehen worden ist, haben wir da unsere Befragung sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten oder auch Pflegern durchgeführt. Sie müssen sich das so vorstellen, Judiths Wohnung und der Maßregelvollzug, das Klinikgelände liegt vis-à-vis, da liegen maximal 100 Meter zwischen. Das heißt, das, was die Nachbarin von Judith wahrnimmt, das können auch durchaus Patienten, Pfleger und Ärzte aus dem Maßregelvollzug wahrgenommen haben. Ein Hinweis auf diesen jungen Mann mit Stirnacken, den gab es aber nicht, der wurde nicht verifiziert. Wir haben auch nochmal bei der Klinikleitung nachgefragt, gibt es Patienten, die an dem Wochenende Freigang gehabt haben, auf die möglicherweise diese Beschreibung zutreffen könnte und gibt es Auffälligkeiten von diesem Wochenende. Das hat sich dann so dargestellt, dass man also keinen Patienten im Freigang gehabt hat, auf dem diese Beschreibung zutreffen könnte. Stirnnacken, kurze Haare, junger Mann zutrifft. Als Auffälligkeit wurde lediglich am Rande erwähnt, dass ein älterer Patient von einem Freigang zurückgekommen ist und Verletzungen im Gesicht aufgewiesen hatte infolge eines Freiradsturzes. Inzwischen haben die Rechtsmediziner und Kriminaltechniker nach Spuren gesucht, vor allem nach DNA, am Opfer und an den gefundenen Gegenständen. Was ist dabei rausgekommen? Die Obduktion, die hat gleich am nächsten Tag stattgefunden.
Da hat sich herausgestellt, dass als mögliche Todesursache ein Ersticken in Betracht kommt. Ein hundertprozentiger Beweis dafür war es nicht, aber die wahrscheinlichste Todesursache. Eingeschränkt war das Ganze aufgrund der Leichenentscheidungen, die sich dann schon durch die lange Liegezeit ergeben hatten. Was eben halt für uns auch von besonderem Interesse war, war, sie ist nackt aufgefunden worden. Das spricht für uns schon mal für eine Sexualstraftat. Allerdings auch in der Obduktion war das nicht nachweisbar. Die sichergestellten Gegenstände, die wir auf dem Platz, so haben wir diese Eltigkeit bezeichnet, gefunden haben, die haben wir dem LKA in Hannover übergeben zur weiteren Untersuchung. Das blieb ohne Befund. Also da sind keine Spurenergebnisse erzielt worden, weder daktyloskopische noch DNA-Spuren.
Nach drei Wochen haben die Teams der Mordkommission so viele Informationen zusammen, dass man Judiths Tagesablauf am Tattag fast vollständig rekonstruieren und belegen kann. Demnach fährt sie am Samstag, dem 12. September 2015, etwa um 13.30 Uhr allein mit ihrem Wagen in Richtung Ortsmitte. Um 14.07 Uhr hält sie an einer Tankstelle in Lokum. Judith raucht gelegentlich selbst gedrehte Zigaretten und will dort schnell Tabak kaufen. Sie stellt den Wagen dort so ab, dass ihn die Überwachungskamera nur zur Hälfte erfasst. Ausgerechnet die Beifahrerseite ist nicht zu sehen und somit auch nicht, ob sie tatsächlich einen Beifahrer dabei hat. Die Tankstelle führt ihren Tabak nicht, sodass sie wenige Minuten später weiterfährt. Zu einem Drogeriemarkt, wie ein Kassenbon später belegt, der im Auto liegt. Gegen 14.30 Uhr kommt Judith nach Hause. Jetzt glaubt die Nachbarin, den jungen Mann mit dem Stiernacken auf dem Beifahrersitz zu bemerken. Kurz darauf fährt Judith nochmal los, wieder in Richtung Ortsmitte. Diesmal kann die Nachbarin nicht erkennen, ob Judith allein oder mit Beifahrer unterwegs ist. Wenig später wird ihr Auto auf dem Parkplatz abgestellt, auf dem es später gefunden wird.
Zumindest bei ihrem vergeblichen Besuch an der Tankstelle dürfte sie niemanden dabei gehabt haben. Mit dieser Erkenntnis hat einer ihrer Kollegen, Herr Burkhardt, sie während der Ermittlungen überrascht. Wie kam er darauf? Ja, also auf der Videoaufnahme ist, wie gesagt, zu sehen, dass der Pkw mit der Fahrerseite nur zu erkennen ist, die Beifahrerseite ist nicht zu erkennen. Der Kollege, der das Video ausgewertet hat, hat sich das so oft angesehen, bis ihm aufgefallen ist, als Judith sich in das Auto setzt, neigt sich das Auto leicht zur Seite. Hätte also ein Beifahrer als Gegengewicht auf dem Beifahrersitz gesessen, wäre diese Neigung nicht so extrem zu sehen gewesen.
Daher gehen wir davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt kein Beifahrer im Fahrzeug war. Dafür kamen sie aber in Sachen des verdächtigen Timo weiter. Das war ja Judiths Ex-Verlobter und den wollten sie natürlich unbedingt finden. Richtig. Timo aus Köln war von uns eine ganz herausragende Spur und unheimlich wichtig auch für die Fortführung der Ermittlungen. Wir hatten ihn zu dem Zeitpunkt noch nicht identifiziert. Das änderte sich dann eines Tages, als er plötzlich bei uns auf der Wache, also beim Streifendienst anrief. und sich als Timo aus Köln vorstellte. Er sagte, er werde von der Polizei gesucht, nachdem seine Ex-Verlobte Judith getötet worden sei. Das hätte er aus dem Internet erfahren. Er gab weiter an, dass er keine feste Adresse hat und jetzt nur für zwei Tage unter dieser Handynummer, die er halt mitgeteilt hat, erreichbar sei. Insgesamt erschien uns das ziemlich merkwürdig und skurril. Wir haben dann eine Anschlussinhaber-Feststellung durchgeführt und dabei herausgefunden, dass diese Telefonnummer auf eine 62-jährige Frau aus Neuss registriert war.
Wir haben dann weitere Recherchen betrieben und herausgefunden, dass diese 62-jährige Frau auch eine Tochter hat, die war zur damaligen Zeit 35 Jahre alt, hieß Frauke. Und wir haben die Anschlussinhaberin befragt dazu, wer denn diese Telefonnummer nutzt. Die sagte dann gleich also diese Handynummer würde ausschließlich ihre Tochter Frauke benutzen niemand anders also auch auf die Nachfrage gibt es denn ein Timo im Umfeld von Frauke dem sie vielleicht das Handy zur Verfügung gestellt hatte sagte sie gleich Frauke hat so keine weiteren Freundinnen da gibt es bestimmt auch kein Timo wenn wird nur Frauke diese Handynummer nutzen diese Frauke die haben sie sich ja sicherlich näher angeguckt wer war sie? Frauke war 35 Jahre alt, wohnte zur damaligen Zeit bei ihren Eltern in einem Vorort von Neuss. Wir haben uns dann auch von der Mordkommission aus auf den Weg gemacht, um Frauke aufzusuchen. Sie wohnte dort in ihrem Elternhaus noch in ihrem Kinderzimmer. Das war mit reichlich Fantasy-Figuren ausgestattet, also Comic-Figuren, Sammlerfiguren. Sie ist da auch sehr sensibel drauf reagiert, wenn man die berührt oder angefasst hat.
Und sie hat uns dann gegenüber angegeben, dass sie sich als Lebensberaterin sieht und unter anderem durch Fake-Profile im Internet auch eine Lebensberatung anderer anbietet. Die Befragung mit ihr wurde in XY gelöst nachgestellt. Gleich zu Beginn legt Frauke darin ein frappierendes Geständnis ab. Wir hören in den Film rein. Wenn uns dieser Timo vom Handy ihrer Mutter aus anruft, wer könnte dieser Timo sein? Das bin ich. Ich meine, ich habe ein Pseudonym.
Das ist sicherer heutzutage. Sie sind hier. Und haben Sie unter diesem Namen auch Judith kennengelernt? Ja, ich habe sie auf so einer Metal-Website gesehen und mit ihr gechattet. Ich fand sie spannend, weil sie war irgendwie lost. Naja, und ich dachte mir, ich manage die. Ach, wie das denn? Na, indem ich ihr helfe, ihr Leben auf die Reihe zu bringen. In ihrer Rolle als Timo aus Köln. Offensichtlich waren Sie überzeugend. Ja klar, wir haben fast jeden Tag gechattet, oft stundenlang. Irgendwann wollte sie dann mehr. Ich habe ihr dann Fotos geschickt von Timo. Irgendwann auch in Teamre. Sie mir dann auch. Wie lange ging das? Naja, so drei Jahre. Dann wollte sie sich verloben. Hat von Familie und Kindern geredet. Total verträumt. Aber ich wollte sie halt nicht verlieren. Also habe ich mich als Timo mit dir verlobt. Und wie haben Sie das angestellt?
Naja, wir haben uns auf so einem Mittelaltermarkt verabredet. Ich bin dann da hingefahren und habe ihr halt erzählt, ich sei eine Freundin von Timo. Und weil er selber nicht kommen kann, sage ich zu ihr, hat er halt mich geschickt. Und weil ausgerechnet jetzt eins der Pferde auf seinem Gnadenhof, dass das gerade im Sterben liegt, Aber, sag ich zu ihr, ich soll dir das hier geben. Also von Timo. Dann habe ich ihr den Verlobungsring geschenkt. Und sie hat mir das abgekauft. Und war erst mal happy.
Eine unglaubliche Geschichte, die sie da zu hören bekam. Herr Burkhardt, und dieser Timo alias Frauke hatte anderen angeblich Lebenstipps gegeben? Ja, so sagte sie. Und gab das an, dass sie sich so als Lebensberaterin gesehen hat, inwiefern die jetzt tatsächlich sinnvolle Lebensberatung oder Lebenstipps waren, das kann ich nicht beurteilen, das weiß ich nicht einzuschätzen. Ich weiß, dass sie tatsächlich damals ihren Lebensunterhalt als Lagerarbeiterin verdient hat. Hatte Judith Tyson denn nie darauf gedrängt, ihren Freund mal persönlich kennenzulernen? Ja, also natürlich hat Judith darauf gedrängt, Timo zu treffen. Und wir haben auch feststellen können, anhand von Chatverläufen, dass wohl die Auflösung der Verlobung und das Beenden der Beziehung aufgrund der fehlenden persönlichen Nähe. durch Judith ausging oder von Judith ausging.
Was wir feststellen konnten, ist, dass Timo sehr gewieft eigentlich seine Profile betrieben hat. Judith hatte ein Bild von ihm oder mehrere Bilder von ihm, die über mehrere Jahre hinweg Timo auch mit seinen persönlichen Veränderungen zeigten. Das ließ sich dann so erklären, dass Frauke andere Bilder von anderen Accounts, anderen Chats dafür genutzt hat und die dann an Judith einfach weitergeleitet hat. Insgesamt ist das dann Judith wohl aber auch alles zu bunt geworden, sodass sie die Beziehung beendet hat. Es klingt unglaublich skurril, diese Geschichte. Also man muss wirklich gut aufpassen, mit wem man im Internet chattet. Dass ihr vermeintlicher Ex-Verlobter in Wahrheit ein sogenannter Catfish war, als ihr online eine falsche Identität vorgespielt hat, davon hat Judith am Ende aber nie erfahren, oder?
Nein, Judith hat das nicht gewusst. Sie wird immer sich einfach nur gewundert haben, dass diese persönlichen Treffen nicht zustande kamen, obwohl sie doch da wirklich drum gebettelt hat und auch Timo aus Köln, die immer wieder in Aussicht gestellt hat. Für uns ist es letztendlich eine sehr skurrile und auch arbeitsaufwendige Spur gewesen, aber wir konnten Frauke aus Neuss als Tatverdächtige letztendlich ausschließen. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen konnten wir dann feststellen, dass sie ein Alibi hat, nämlich war sie zur Tatzeit oder zur fraglichen Tatzeit 400 Kilometer von Lokum entfernt und hatte auch nicht die praktischen Möglichkeiten, nach Lokum mal ebenso zu reisen. Und damit blieb ja dann als konkreter Tatverdächtiger wohl erstmal nur Judits Vater übrig. Genau. Das war zu dem Zeitpunkt und zu dem Stand der Ermittlungen noch die einzig offene Spur. Gewusst haben wir diese Spur nicht sofort als priorisierte Spur behandelt. Nichtsdestotrotz mussten wir das Verhalten und die auffälligen Verhaltensweisen des Vaters ausschließen. Wir haben dann auch die Ermittlungen gegen den Vater geführt.
Letztendlich hat sich dieser Tatverdacht nicht weiter erhärtet, sodass da auch keine weiteren Ansätze sich dann ergeben hatten. Zu dem Zeitpunkt, als wir dann also auch mit dem Vater, mit den Ermittlungen gegen den Vater durch waren und die überendet haben, waren wir eigentlich an einem Punkt, wo wir die Befürchtung hatten, jetzt ist dieses Tötungsdelikt zum Nachteil von Judith ein Cold Case. Jetzt haben wir keine weiteren Ansätze mehr und, Wir werden Judiths Mörder nie finden.
Die Mordkommission ist nach knapp einem halben Jahr quasi an einem toten Punkt angelangt. Alle Spuren sind abgearbeitet, die kriminaltechnischen Untersuchungen haben keine brauchbaren Ergebnisse zutage gefördert. Und die Tatverdächtigen sind erstmal aus dem Schneider. In solchen Fällen wird eine Sonderkommission zwar nicht aufgelöst, aber auf ein Mindestmaß verkleinert. So auch die Mordkommission in Nienburg. Doch eine letzte Maßnahme bleibt noch. Die Überprüfung, ob alle Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft sind, den Fall zu klären. Spurencontrolling nennt man das. Eine Methode, die übrigens auch bei ungeklärten Cold Cases angewandt wird. Im März 2016 stoßen die Nienburger Ermittlerinnen und Ermittler dann tatsächlich auf eine ungeklärte Spur. Eines der Asservate, eigentlich das Wichtigste überhaupt, war in Hannover gar nicht untersucht worden. Das Kaugummipapier, das am Tatort im Wald gefunden worden war. Es weist sogar einen Blutfleck auf, ist also prädestiniert für eine DNA-Spur. Der ungeöffnete Spurenbeutel geht noch einmal ans LKA, mit Vermerk DNA-Analyse.
24 Stunden später erhalten die Nienburger Beamtinnen und Beamten das Ergebnis in den Händen. In Hannover wurde tatsächlich ein vollständiges DNA-Muster identifiziert. Jetzt brauchen die Beamten nur noch das gewisse Quäntchen Glück, um an den Täter heranzukommen. Das DNA-Profil wird in die Datenbank eingegeben und siehe da, Treffer.
Die DNA gehört zu einem Mann mit einem langen Kehrpolz. Mehrjährige Freiheitsstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung hat er sich für eine ganze Reihe von Straftaten eingehandelt. Immer das gleiche Delikt. Zum Teil versuchte, zum Teil vollendete Vergewaltigung. Seit einiger Zeit sitzt er, die Beamten in Nienburg können es kaum fassen, im Maßregelvollzug in Lokum ein. 100 Meter von der Wohnung des Mordopfers entfernt. Die Frage, wie sie ihn vor einem halben Jahr bei ihrer Befragung im Krankenhaus übersehen konnten, ist schnell beantwortet. Sie hatten sich zu sehr auf die Beschreibung verlassen, die ihnen Judiths Nachbarin von dem angeblichen Beifahrer an die Hand gegeben hatte. Junger Mann mit kurzen Haaren und Stirnacken. Der Mann im Maßregelvollzug, dessen DNA auf dem am Tatort gefundenen Kaugummi-Papier haftet, ist fast 50 und passt nicht zu dieser Beschreibung. Es war der Mann, der am Tattag Ausgang hatte und mit Verletzungen im Gesicht früher wieder ins Heim zurückgekommen war. Noch am selben Tag beantragt die zuständige Staatsanwältin Haftbefehl gegen den Mann namens Malte K. K.
Damit machen sich die Beamten sofort auf den Weg ins Maßregelvollzugszentrum, wo er wegen seiner früheren Alkoholsucht behandelt wird. Und dort erleben sie eine Überraschung. Der Tatverdächtige ist nicht da. Er hat wieder einmal Ausgang. Spätestens jetzt drängt sich die Frage auf, wieso wird einem gefährlichen Wiederholungstäter überhaupt unbegleiteter Ausgang gewährt? Diese Frage hat uns Dr. Nachla Saimé, forensische Psychiaterin und Gutachterin, beantwortet.
Sicherungsverwahrte Menschen sind Menschen mit einem ganz besonders hohen Gefährlichkeitsrisiko und Rückfallrisiko. Menschen in der Sicherungsverwahrung haben schwere Gewaltstraftaten begangen. Und von daher ist es eben sozusagen eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, zu gucken, ob sie überhaupt kriminaltherapeutisch erreichbar sind. Und Lockerungen ohne Aufsicht können, wenn überhaupt, erst zu einem sehr späten Zeitpunkt einer Kriminaltherapie stattfinden, wenn mehrere Gutachter im Grunde bescheinigt haben, dass das Verhältnis zwischen Deliktdynamik, also Delinquenz und Persönlichkeitsstörung hinreichend aufgelöst werden konnte. Man muss ehrlicherweise sagen, dass der häufigste Fehler bei schweren Rückfällen innerhalb des Maßregelvollzugs darin liegt, dass Menschen für ungefährlich gehalten werden, weil sie im Alltag angepasst sind. Die Anpassungsfähigkeit im Alltag sagt ihnen bei solchen Personen nichts über die reale Gefährlichkeit. Sie können ja prima in der Arbeitstherapie arbeiten oder irgendwie Sport machen und können ja trotzdem ihren Vergewaltigungsfantasien nachgehen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Wir wollten von Dr. Saimi auch wissen, wer darüber entscheidet, ob ein Täter unbegleiteten Ausgang bekommt oder nicht. Also der unbegleitete Ausgang gilt als eine kriminaltherapeutische Maßnahme und ist dann letzten Endes in der Entscheidungsgewalt des Chefarztes. Aber dieser muss sich mit der Staatsanwaltschaft ins Benehmen setzen. Das heißt, die Lockerungsabsichten werden der Staatsanwaltschaft gemeldet und die Staatsanwaltschaft hat dann ein bestimmtes Zeitfenster, um sich dagegen oder dafür auszusprechen.
In unserem Fall wird tatsächlich gegen den Klinikleiter in Lokum ermittelt. Doch dann werden die Ermittlungen wieder eingestellt. Wenig später verlässt er die Klinik für eine andere Stelle. Zurück zu Kriminalhauptkommissar Christoph Burkhardt, der mit Hilfe eines späten DNA-Treffers Judiths mutmaßlichen Mörder festnehmen wollte. Malte K. hatte zu dem Zeitpunkt zwar wieder Ausgang, doch diesmal weiß das Personal im Maßregelvollzug, wo er sich aufhält. Ganz in der Nähe, in einer Praxis für Physiotherapie. Herr Bockert, haben Sie ihn tatsächlich noch im Behandlungszimmer während seiner Lymphdrainage festgenommen? Also einen besseren Zeitpunkt gab es für uns nicht. Mit Widerstandshandlungen hatten wir in dem Fall nicht zu rechnen, weil er bis zum Hals in dieser Lymphdrainage eingebunden war.
Das lag an ihm wie so ein Korsett. Er hatte also keinerlei Arm- oder Beinfreiheit. Ich habe ihm dann erklärt, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt, dass er vorläufig festgenommen ist und dass er im dringenden Tatverdacht steht, Judith Tyson getötet zu haben. Für uns ist das so eine Situation, wenn wir einem Beschuldigten dann dem Haftbefehl offenlegen. Wie reagiert er? Malte K. hat zu dem Zeitpunkt keinerlei Reaktion gezeigt. Er hat einfach nur gesagt, da stehen meine Schuhe, die möchte ich mitnehmen. Das war so völlig, völlig stumpf. Er wirkte richtig ruhig, desinteressiert. Und keine Reaktion, die für uns jetzt von irgendeiner Bedeutung gewesen ist. Ich muss eigentlich sagen, damit habe ich nicht gerechnet in dem Moment.
Der Verdächtige bleibt weiter ruhig und schweigt. Er werde sich nur über seinen Anwalt äußern, erklärt er. Und das hält er durch. Ein Geständnis ist von ihm nicht zu erwarten. Alles läuft auf einen Indizienprozess hinaus. Der zuständigen Staatsanwältin ist klar, die Beweiskette muss lückenlos sein. Sie will auf Mord plädieren und eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragen. Ende 2016 beginnt vor dem Landgericht Verden an der Aller schließlich der aufsehenerregende Prozess gegen den 49-jährigen Malte K. Tatsächlich folgen die Richter im Wesentlichen der Beweiskette der Staatsanwältin und kommen zu dem Schluss, ja, der Patient aus dem Maßregelvollzug hat Judith während eines Freigangs umgebracht.
Doch letztlich geht es um die Frage, war es wirklich ein Mord? Dem Gericht fehlen die eindeutigen Merkmale hierfür. Es bleiben Zweifel. Und in dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten. So wird Malte K. im Juni 2017, fast zwei Jahre nach dem Verbrechen im Klosterwald, nicht wegen Mordes verurteilt, sondern wegen Totschlags. Und zwar lediglich zu elf Jahren Haft. Allerdings mit anschließender Sicherungsverwahrung. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die als Nebenkläger auftretende Familie des Opfers geben sich damit nicht zufrieden. Sie gehen in Revision. Sie hatten auf lebenslänglich gehofft. Und der Angeklagte, dem im Prozess mehrere Anwälte zur Seite standen, legt ebenfalls Revision ein. Mit dem Ziel Freispruch. Tatsächlich hebt der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Während der Antrag des Täters auf Revision abgelehnt wird, lässt es für die Ankläger die Revision zu.
Ein paar belastende Indizien sowie die seit 1995 immer wieder begangenen Taten des Angeklagten seien nicht bzw. Nicht ausreichend berücksichtigt worden, meinen die Richter. Der Prozess muss, wieder vor dem Landgericht werden, ganz neu aufgerollt werden. Nach erneuter monatelanger Verhandlung kommt das Gericht 2010 zu einem überraschenden Urteil. Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil. Der Angeklagte wird vom Tatvorwurf freigesprochen.
Das kann ja wohl nicht wahr sein. Die Sitzung ist geschlossen. Das geht doch nicht. Das können Sie nicht machen. Die Zuhörer im Schwurgerichtssaal sind entsetzt. Mit so einem Urteil hat keiner gerechnet. Schon gar nicht die Angehörigen. Während sich der ansonsten recht stoisch verhaltende Angeklagte ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen kann, ist Judiths Familie völlig geschockt. Die Richter der mit diesem Verfahren betrauten Kammer hatten noch größere Zweifel als ihre Kolleginnen und Kollegen beim ersten Prozess. Ausschlaggebend war vor allem eine Zeugin, die ausgesagt hatte, sie habe Judith gesehen. Und zwar zu einem Zeitpunkt, der es unmöglich machte, dass der Angeklagte Judith getötet haben konnte. Diesmal legen nur Staatsanwaltschaft und Nebenklage Revision ein. Wieder hebt der BGH das Urteil auf. Es kommt zu einem dritten Prozess, diesmal aber vor dem Landgericht in Osnabrück. Dazu wird die zuständige Staatsanwältin aus Verden für die Zeit der Verhandlung zur Staatsanwaltschaft Osnabrück abgeordnet. Eine juristisch notwendige Maßnahme. Vom September 2021 bis März 2022 zieht sich der Prozess diesmal hin. Und auch dieses Verfahren hält wieder eine Überraschung bereit. Die Zeugin, die im zweiten Verfahren steif und fest behauptet hatte, Judith am Tattag noch gesehen zu haben und damit zum Freispruch beigetragen hatte, knickt diesmal ein.
Ins Verfahren eingeführt wird das Überwachungsvideo von der Tankstelle, auf dem Judith beim Versuch, Tabak zu kaufen, zu sehen ist. Ihr Outfit darauf ist völlig anders, als es die Zeugin bei ihrer Aussage beschrieben hat. Kommentar der Zeugin dazu, Zitat, Dann war sie es eben nicht, die ich gesehen habe. Die Verteidiger von Malte K. beantragen, einige Spuren nach inzwischen verfeinerten und modernen Methoden erneut untersuchen zu lassen. Sie erhoffen sich davon eine Entlastung ihres Mandanten. Doch der Schuss geht nach hinten los. Im Spurenmaterial finden sich Beimengungen von DNA des Angeklagten. Die Sachverständigen sagen sogar aus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Beimengung der DNA-Spuren vom Angeklagten stammt, 812 Millionen Mal höher sei, als dass sie von jemand anderem stamme. Eine Zahl, die sicher geeignet ist, um auch ein Gericht zu beeindrucken. Jedenfalls kommt es im Landgericht Osnabrück diesmal zu dem seit etlichen Jahren erhofften Schuldspruch. Lebenslange Haft wegen Mordes und anschließende Sicherungsverwahrung. Zwar legt diesmal nur die Verteidigung Revision ein, doch ohne Erfolg. Das Urteil ist endgültig.
Herr Burkhardt, das war für Judiths Familie sicher eine große Erleichterung. Für Sie auch? Ja, natürlich. Also nach dieser langen Zeit, die der Fall Judith vor Gericht verhandelt worden ist von den unterschiedlichen Kammern. Wir mussten uns auch natürlich jedes Mal auf die Gerichtsverhandlung vorbereiten und viele, viele Aussagen dort treffen. Es war für uns natürlich auch ein sehr guter Abschluss und wir sind jetzt auch vollkommen über der Überzeugung, dass der richtige Täter gefasst ist und Judits Mörder rechtskräftig verurteilt ist. Immerhin hat die juristische Aufarbeitung des Verbrechens sechs Jahre gedauert. Eine lange Zeit, in der die Familie ständig in Anspannung gelebt hat und kaum zur Ruhe kam. Der Fall zeigt wieder einmal, wie belastend solche Verbrechen auch für die Angehörigen der Opfer sind. Ja und vor allem auch dann, wie eben hier geschehen, ein Familienmitglied verdächtigt wird. Ja, natürlich war uns auch bewusst, dass Ermittlungen gerade gegen den Vater, die Familie, nicht nur den Vater selbst, sondern auch die Familie insgesamt massiv belastend werden. Die Ermittlungen haben aber auch dazu geführt, dass eben viele Ungereimtheiten, die durch den Vater mitunter auch verursacht worden sind, ausgeräumt werden konnten und er letztendlich ja auch entlastet ist.
Damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen, Herr Burkhardt, dass Sie bei uns waren und den Fall erneut so eindringlich geschildert haben. Vielen Dank für die Einladung. Danke auch an die forensische Psychiaterin Dr. Nachla Saimé für ihre Ausführungen zum Thema Maßregelvollzug. Und natürlich auch dem Autor dieser Podcast-Folge möchten wir Danke sagen. Das war wieder einmal unser Kollege Rüdiger Wellnitz. und natürlich auch an euch. Vielen Dank fürs Zuhören, für euer Interesse. Ich sage auf Wiederhören und vor allem bleibt sicher. Wenn euch der Fall noch weiter interessiert, dann haben wir für euch den Link zur Folge XY gelöst, in der ja auch Herr Burkhardt dabei ist, in die Shownotes gepackt. Die nächste Folge gibt es in zwei Wochen. Bis dann. Aktenzeichen XY unvergessene Verbrechen. Eine Produktion der Securitel in Kooperation mit BUM-Film im Auftrag des ZDF.