Jetzt ist jeder Tag, in dem der Preis wieder höher ist, ein guter Tag aus Sicht von Wladimir Putin. Das spürt wieder Geld in Russlands Kassen. ZDF heute. Militär und Macht. Die Analyse. Hallo, ich bin Christopher Wehrmann. Schön, dass ihr im Podcast dabei seid. In dieser Folge spreche ich mit Militärexperte Nico Lange über die Folgen des Irankrieges für die Ukraine. Denn während die Kämpfe im Nahen und Mittleren Osten seit fast einer Woche toben, könnte ja schnell in Vergessenheit geraten, dass auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert andauert. Der Gedanke liegt nahe, dass die russische Seite sogar direkt vom Irankrieg profitiert. Denn die gleichen Flugabwehrraketen und Präzisionswaffen, die die Ukraine benötigt, werden auch für den Irankrieg gebraucht. Von Nico Lange wollte ich deshalb zuerst wissen, ob der Ukraine der Nachschub an Flugabwehrraketen ausgehen könnte.
Das ist noch früh. Der Krieg gegen den Iran läuft jetzt einige Tage.
Aber zumindest sieht man, dass die Gefahr bestehen könnte, dass es für die Ukraine schwieriger sein wird, an Lenkflugkörper, insbesondere für die Patriot-Systeme zu kommen. Und diese Lenkflugkörper sind für die Ukraine sehr wichtig, weil Russland neben den vielen Drohnen und Marschflugkörpern die Ukraine sehr häufig mit ballistischen Raketen angreift. Und gegen die ballistischen Raketen, also Iskander und die aeroballistischen Raketen Kinjal, sind nur die Patriot-Systeme wirksam. Und wenn man keine Lenkflugkörper für die Patriot-Systeme hat.
Dann kann man nur zugucken, wie die Raketen einschlagen. Zu Beginn der russischen Angriffe gegen die ukrainischen Infrastrukturen in diesem Winter gab es schon mal eine Situation, wo keine Lenkflugkörper da waren. Und wir sehen ja, dass die schlimmsten Schäden für das ukrainische Heizungssystem und das ukrainische Energiesystem in diesem Winter aus diesem Grund durch Russland erreicht wurden. Das ist ein globales Problem. Das vielleicht noch als letzter Satz dazu. Das betrifft ja alle. wir haben auch Patriot-Systeme, dass jetzt so extrem viele Patriot-Lenkflugkörper verschossen werden, mehr als überhaupt produziert werden pro Jahr und jeder sich jetzt fragt, wo kriegen wir die eigentlich her und wie kriegen wir Ersatz? Aber das ist ein Problem, wenn ich es richtig verstehe, was jetzt auch noch nicht gelöst werden kann, was auch noch nicht genau beziffert werden kann. Also Sie haben da jetzt keine Zahlen, dass man sagen könnte, noch so und so viele Tage oder Wochen und dann wird es eng.
Aber wenn Sie mal zwei Zahlen vergleichen, die das Problem illustrieren, dann wird das, glaube ich, schnell klar. Vor einigen Tagen ist ja bekannt geworden, dass der deutsche Verteilungsminister Pistorius eine Initiative gestartet hat, wo er sagt, wir können fünf Patriot-Lenkflugkörper der Ukraine geben und andere tragen 25 Lenkflugkörper bei und dann können wir wieder 30 dieser Lenkflugkörper in die Ukraine geben. Also da gibt es eine Riesenverhandlung, einen Riesenaufstand, um 30 Patriot-Lenkflugkörper in die Ukraine zu bekommen. Im Nahen Osten sind seit Samstag etwa 800 dieser Lenkflugkörper verschossen worden. Jetzt gucken Sie sich das mal an, 30 und 800. Die Ukraine hat, glaube ich, im ganzen Krieg keine 800 Lenkflugkörper Patriot gehabt und konnte die also auch nicht benutzen. Und die sind jetzt weg. Die jährliche Herstellung von Patriot Pack 3 Lenkflugkörpern sind nur 600. Aber alle, die da jetzt gefeuert haben, die Golfstaaten, die USA, die wollen natürlich jetzt Ersatz, wollen ihre Lager auffüllen. Das ist ja alles in Konkurrenz zu dem Bedarf der Ukraine. Tja, also das sind schon erschreckende Zahlen. Gibt es denn die Chance, dass man die Produktion hochfährt?
Das ist ein großes Rätsel, dass seit vier Jahren russischem Angriffskrieg gegen die Ukraine und seit langen bekannten Problemen mit bodengebundener Luftverteidigung immer noch so wenig von diesen Lenkflugkörpern produziert werden. Es gibt einige Projekte, wie man künftig mehr produziert, übrigens auch in Deutschland. Ein Joint Venture der amerikanischen Firma RTX mit MBDA aus Deutschland. Aber da werden erst in einiger Zeit, möglicherweise erst 2027, die ersten Lenkflugkörper produziert werden. Warum man das nicht vor vier Jahren schon gesteigert hat, das ist ein strategisches Versagen des Westens, dass es jetzt so ein knappes Gut ist. Und es ist zu befürchten, dass Russland, der Iran, aber möglicherweise auch China genau diese strategische Lücke jetzt ausnutzen. Das scheint aber auch nicht das einzige Problem zu sein, das akut ist. Das liegt zumindest ein Reuters-Artikel nahe. Demnach waren schon vor den Angriffen auf Iran der Ukraine wichtige Munitionen ausgegangen, nämlich Flugabwehrmunitionen auch für die F-16-Kampfflugzeuge, die die Ukraine ja nutzt. Also wie geschwächt ist die ukrainische Flugabwehr derzeit ohnehin schon?
Die F-16-Kampfflugzeuge werden tatsächlich eingesetzt, nicht um irgendwo gegen Russland anzugreifen, sondern einfach, um über der Ukraine aufzusteigen und dann dabei zu helfen, diese Wellen aus drohen Marschflugkörpern Raketen zu bekämpfen. Dafür braucht man Luft-Luft-Raketen und die sind auch Lieferungen aus den USA. Das ist nicht ganz klar, woran das lag, dass da schon vor einiger Zeit keine mehr in der Ukraine waren, über das Pearl-Programm, also das Programm, mit dem europäische NATO-Partner und Kanada bei den USA Ausrüstung und Munition kaufen, sollte das eigentlich funktionieren. Aber es ist häufig schon so gewesen, dass Dinge zwar bezahlt wurden und angekündigt wurden, aber dann nur langsam oder schleppend oder gar nicht in der Ukraine ankommen. Möglicherweise war das auch hier der Fall. Klar ist, wenn die Ukraine keine Luftverteidigung hat, keine Patriot-Lenkflugkörper, keine Raketen für die F-16, dann wird Russland das ganz brutal ausnutzen. Ich nehme mal ein, zwei Fragen unserer Community mit rein. Hilft Russland dem Iran aktuell? Schwächt dies den russischen Angriffskrieg? Also ist Russland sozusagen dadurch beeinträchtigt, dass es dem Iran derzeit hilft? Wäre die eine Frage, vielleicht erstmal die Frage.
Russland macht gar nichts für den Iran. Russland hat übrigens auch für Venezuela nichts gemacht. Als Verbündeter oder sogenannter Verbündeter Russlands kann man eigentlich nur lernen, wenn es ernst wird, machen die Russen keinen Finger krumm. Die Russen sind in Bezug auf den Iran sehr, sehr zurückhaltend. Und waren sie auch in Bezug auf den Zwölftagekrieg letztes Jahr im Juni. Das sollten sich alle, die mit Russland im Bunde sind, sollten sich das gut angucken. Sie haben nichts zu erwarten. Ja, dann ist damit quasi auch schon die nächste Frage beantwortet. Könnte Putin versuchen, den Iran zu unterstützen, um den Krieg dort zu verlängern? Macht er nicht, habe ich jetzt verstanden. Das macht er nicht. Das macht er nicht. Und das ist ja auch so, Putin und die Russen haben sich ja vom Iran sogar ein Stück weit unabhängig gemacht, weil die Schahed-Drohnen, die ursprünglich aus dem Iran stammen, die werden ja jetzt als Giran-2-Drohnen mittlerweile in Alabuga, in Tatarstan, also in einem Teil Russlands, produziert. Die Komponenten sind nicht mehr iranisch, sondern sind ausgetauscht worden, weitgehend chinesisch, aber leider auch einige Komponenten aus westlichen Staaten da drin. Das heißt, wenn der Iran jetzt nicht mehr Drohnen liefert, das ist für Russland kein Problem. Die produzieren die in Lizenz mittlerweile selbst. Die russischen Luftverteidigungssysteme im Iran, die sind ja innerhalb kürzester Zeit ausgeschaltet worden.
Und Russland hat sicherlich auch ein Problem mit Luftverteidigung. Und deswegen hat Russland auch Schwierigkeiten damit, wiederum ukrainische Drohnen und ukrainische Raketen, die tief nach Russland hineinfliegen, abzuwehren. Nochmal vielleicht eine Frage zu der Waffenbeschaffung und der Lieferung auch aus den USA. Es gibt ja eben bestehende Verträge, wonach die EU die Waffen den USA abkauft und die EU reicht diese Waffen dann an die Ukraine weiter. Können oder könnten die USA das denn einfach einseitig aufkündigen?
Also das ist ja das PERL-Programm, Prioritized Ukraine Resource List, komplizierter Name, P-U-R-L, der NATO, wo europäische NATO-Partner und Kanada reihum Geld in einen Topf legen, immer so in 500 Millionen Euro Paketen, um dann dafür die Dinge, die es nur in den USA gibt, und da gehören zum Beispiel Petit Lenkfunkkörper dazu, zu kaufen. Und das Programm gibt es, weil die USA gar nicht mehr geliefert haben, letztes Jahr im Sommer. Und dann der deutsche Bundeskanzler und der NATO-Generalsekretär mit Trump geredet haben, um zu sagen, okay, wenn ihr das nicht mehr bezahlt und nicht mehr liefert, dann könnt ihr es doch vielleicht liefern, wenn wir bezahlen.
Und bisher funktioniert dieses Programm recht gut. Der ukrainische Präsident hat das in den letzten Wochen aber so auffällig oft gelobt, dass man annehmen muss, dass die Ukraine befürchtet, dass die USA dieses Programm stoppen könnten. Also die USA, wie gesagt, die zahlen da nichts. Also wenn sich Trump rühmt, er macht da Wunder was für die Ukraine, ist das Unsinn. Er verhindert nur nicht, dass Europäer und Kanada bei den Europäischen den Herstellern in den USA Dinge kaufen können. Aber das könnten die USA natürlich jederzeit verhindern, so wie wir auch aus Deutschland Rüstungsexporte irgendwohin jederzeit verhindern können. Also es braucht die Genehmigung des Weißen Hauses. Und wenn es die nicht gibt, dann können die Europäer die nicht mehr kaufen. Es könnte ein Druckmittel sein, dass Trump einsetzt, wenn er wieder das nächste Mal versucht, Zelensky zur Abgabe des Donbass zu zwingen. Verstehe. Ich lese nochmal zwei Kommentare vor. Dan Spare 4 oder 4 schreibt uns, Europa soll, muss solche Dinger selber produzieren. Also gemeint sind offenbar Flugabwehrsysteme auf USA und andere ist momentan genauso Verlass wie auf Russland. Und Julia Görling schreibt uns, für Assad hat Putin auch nichts getan. Also so viel nochmal zu der Frage, ob Putin andere unterstützt.
Ich würde Ihnen noch eine Frage stellen, also noch mehrere, aber zunächst mal diese Frage. Eine andere negative Folge für die Ukraine könnten die gestiegenen Öl- und Gaspreise sein, denn dies steigert ja wiederum die Einnahmen Moskaus und damit eben finanziert ja auch Moskau den Krieg. Ich komme gleich zum Öl, wenn ich darf, einmal noch zur Luftverteidigung.
Weil der Nutzer, der das angemerkt hat, absolut recht hat. Das ist ein strategisches Versagen, dass wir nicht längst die Produktion für Luftverteidigungssysteme und für Munition für diese Luftverteidigungssysteme gesteigert haben. Dass wir bei Drohnenverteidigung und Drohnenabwehren nicht besser sind bisher. Wir hätten ja die gleichen Probleme wie die Golfstaaten mit diesen Schahett-Drohnen. Und das muss jetzt dringend angegangen werden. Also da kann man ja nicht achselzuckend sagen, das geht nicht. Und ich finde auch richtig, die Idee zu sagen, wir müssen Europa mehr davon produzieren, mindestens mal Joint Ventures, um die Lenkflugkörper auch hier zu produzieren. Aber wir haben doch auch gute Technologien und gute Start-ups. Vielleicht kann man auch günstigere, andere bodengebundene Luftverteilungssysteme schnell entwickeln und bauen. Das ist ein riesiges Problem, das dringend gelöst werden muss. Wir machen damit sonst eine Verteidigungs- und Abschreckungslücke auf für alle, die uns aus der Luft angreifen wollen. Was die Ölpreise betrifft, kann man sagen, naja, das war sehr schwierig für Putin. Das ganze Finanzierungsmodell des russischen Staates, auch der Mobilmachung, der Rüstungsproduktion war wackelig, weil der Ölpreis so niedrig war und weil das ganze russische Staatsmodell davon abhängt. Jetzt ist jeder Tag, in dem der Preis wieder höher ist, ein guter Tag aus Sicht von Wladimir Putin. Das spürt wieder Geld in Russlands Kassen. Man kann sich aber zwei Fragen stellen. Die erste ist, wie lange hält das an?
Also wenn die USA sich durchsetzen gegen die Revolutionsgarden und das iranische Öl geht irgendwann wieder an den Markt, dann werden die Preise ja noch schneller, noch viel niedriger sein. Und das wird Russland schaden. Das wissen wir jetzt noch nicht.
Weiß Putin aber auch nicht. Also er kann jetzt nicht langfristig mit hohen Preisen planen. Und die zweite Anmerkung ist ja bei all dem, ja, wo kommt denn das Geld her von diesen Höhenölpreisen? Das kommt doch auch aus der Dummheit, dass auch Europäer immer noch russisches Öl, zum Beispiel in der Form indischen Öls, das kommt ja aus Russland, wird dann weiterverkauft, kaufen. Dass wir die Schattenflotte in der Ostsee weiter fahren lassen. Dass wir zwar aussteigen wollen, aber erst Ende 2027. Also diese strategische Dummheit der Europäer, dass sie weiter Geld in Putins Kriegskasse spülen und durch gestiegene Ölpreise sogar noch mehr, die muss man doch in dem Zusammenhang auch ansprechen. Das ist doch kein sozusagen nur die Natur gewählt, Wald der Preise. Das ist doch auch der Fehler der Europäer. Also einiges an die Europäer, was sie denen mitgeben, was eigentlich doch besser zu machen wäre, als es im Moment jedenfalls geschieht. Wenn wir weiter oder über weitere negative Auswirkungen des Iran-Kriegs sprechen für die Ukraine, kommt noch vielleicht in den Sinn die Gefahr auch einer Einflussnahme der USA auf Kiew. Und zwar in dem Sinne, dass nicht weiter russische Ölanlagen oder eben auch Tanker angegriffen werden sollen. Also es könnte sein, dass die USA das von Kiew verlangt, damit das Angebot nicht noch knapper wird und damit der Preis eben noch weiter steigt.
Hintergrund der Frage ist, dass Russland der Ukraine vorwirft, gestern einen Gastanker zwischen Malta und Libyen mit Marinedrohnen versenkt zu haben. Ich glaube genau, da sehen wir auch gerade die Bilder. Also ist das jetzt sozusagen auch noch ein Problem für die Ukraine, dass jetzt aus Washington der Zeigefinger kommt? Lass das mal bitte sein, denn sonst wird ja das Öl noch teurer.
Also mein Eindruck ist, Washington hat andere Sorgen, als der Ukraine irgendwelche Zeigefinger zu zeigen. Washington will gerade von der Ukraine Hilfe bei der Drohnenabwehr, zumindest konnte man das heute lesen. Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Ich glaube auch nicht, dass die Ukraine das groß interessiert. Wie gesagt, die Amerikaner zahlen ja nicht mal mehr für die Ukraine. Die finanzielle Unterstützung der Ukraine, militärische Unterstützung, wird seit letztem Juli fast ausschließlich von den Europäern geleistet. Ich glaube nicht, dass die Amerikaner den Ukrainern vorschreiben können, was sie zu tun hat. Gut, dann können wir das kurz abhandeln. Ich nehme mal eine Frage mit rein von Uwe Mobil. Welchen Vorteil kann die Ukraine aus dem Iran-Krieg haben? Vielleicht ja weniger Drohnen zum Beispiel für Russland. Jetzt hatten Sie schon gesagt, Russland produziert inzwischen selbst. Aber die Frage ist ja berechtigt. Gibt es auch Vorteile, die die Ukraine aus diesem Krieg haben kann?
Die Amerikaner, die Golfstaaten, andere, dass die jetzt Interesse an der ukrainischen Fähigkeit zur Drohnenabwehr haben. Und die Ukrainer wissen eben, wie man diese Schahed-Drohnen billig, zum Beispiel durch Kampfführung im elektromagnetischen Spektrum, unschädlich machen kann, ohne dass man dafür teure Patriot-Lenkflugkörper verschießt. Es haben sich einige aus der Region, Golfstaaten, aber auch die Amerikaner, an die Ukraine gewandt deswegen. Und die Ukraine versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und zu sagen, ja, wir können euch helfen bei der Abwehr dieser Drohnen, aber wir wollen dafür Munition für unsere Patriot-Systeme haben, also Pakt 2 und Pakt 3, so heißen die Raketen für Patriot-Systeme. Und das ist, glaube ich, für die Ukraine, wenn man es geopolitisch denkt, jetzt ja ganz interessant, dass die Ukraine die Golfstaaten, die zum Beispiel bei den UN-Resolutionen gar nicht mitgestimmt haben, um den russischen Angriffskrieg zu verurteilen, an sich zu binden und da miteinander sich gegenseitig zu nützen und dann die Verbindung zu stärken. Präsident Zelensky brachte unter anderem ins Gespräch.
Zu sagen, ja, wir können euch helfen bei der Drohnenabwehr, wenn ihr Russland überzeugt, einen erst mal zehntägigen Waffenstillstand einzugehen. Also ich finde, das sind aus ukrainischer Sicht zumindest Optionen, die sich bieten. Und man muss die Ukraine bewundern für diesen Pragmatismus. Also wir in Deutschland sind ja schnell wieder zu der Frage gekommen, oh Gott, was bedeutet das von uns? Und wir machen uns schnell zum Betroffenen des Krieges, weil es an der Tankstelle teurer wird oder weil Dinge passieren oder weil irgendwer von irgendwelchen Influencern aus Dubai nicht wegkommt. Und das wird dann alles ganz groß dramatisiert. Die Ukraine geht ganz pragmatisch damit um und sagt, wie können wir da helfen? Wie können wir geopolitisch die Verbindungen stärken? Wie können wir das in unserem wohlverstandenen nationalen Interesse nutzen? Da kann man sich, glaube ich, ein bisschen was abschauen.
Nico Lange hat es schon angesprochen, ein aus ukrainischer Sicht positiver Aspekt könnte sein, dass Kiew dank seines Know-hows in der Bekämpfung iranischer Drohnen neue Allianzen schmieden kann. So hat sich auch der ukrainische Präsident Zelensky geäußert. Die ukrainische Expertise im Kampf gegen Schahetz ist weltweit führend. Und diese Drohnen stellen auch in dieser Region die größte Herausforderung dar. Deshalb gibt es so viele Anfragen an die Ukraine. Eine solche Zusammenarbeit zum Schutz unserer Partner kann jedoch nur erfolgen, ohne unsere eigenen Kapazitäten hier in der Ukraine zu beeinträchtigen. Was genau bezweckt Zelenskyj mit diesem Angebot? Will er damit neue Bündnisse schmieden und alte Bündnisse aufbrechen? Das habe ich unseren Reporter Dominik Lesmeister in der Ukraine gefragt.
Ja, das will er. Er hat heute Abend sogar gesagt, dass die USA eine Anfrage an die Ukraine gestellt haben, zu helfen bei der Drohnenbekämpfung im Iran oder zu den iranischen Angriffen auf die Golfstaaten. Das hat damit zu tun, dass die Ukraine natürlich unheimlich Befähigkeiten hat in der Abwehr von Drohnen seit über vier Jahren Krieg. Und Zelensky hat natürlich auch gesagt, dass er mehrere Anfragen auch aus den Golfstaaten bekommen hat. Und Zelensky hat das natürlich genutzt, um Hilfsangebote zu machen. Und das ist natürlich ein diplomatischer Schachzug von Zelensky. Denn bisher hatten die Golfstaaten vor allen Dingen gute Beziehungen zu Russland. Und es gab sogar Ende Januar sogar noch ein Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, mit Putin in Moskau. Und das ist natürlich jetzt ein Wink von Zelensky, orientiert euch an Kiew und nicht an Moskau. Also wenn man nach positiven Aspekten sucht für die Ukraine, dann könnte sich da womöglich gerade so ein kleines Möglichkeitsfenster öffnen. Auf der anderen Seite, wie groß ist die Sorge in der Ukraine vor Materialengpässen oder anderen negativen Folgen aufgrund des Iran-Kriegs? Was bekommst du da von den Menschen mit?
Ja, also ich habe mich ja hier gestern und auch heute mit Menschen in Odessa unterhalten und da hat mir eine Frau gesagt, sie versteht das, dass die Staaten am Golf sich verteidigen müssen, auch gegen Thronenangriffe und auch Raketen brauchen, um diese Angriffe abzuwehren. Aber dann hat sie gesagt, wir werden auch bombardiert, wir werden täglich bombardiert und auch wir brauchen diese Raketen. Das heißt, das ist schon angekommen bei den Menschen, diese Sorge und diese Angst, dass es einen Nachschubproblem geben könnte. Könnte, muss man sagen, weil auch Selenskyj sagt, es wäre wahrscheinlich längerfristig ein Problem und deswegen macht er halt früh darauf aufmerksam. Ja, es ist ja in der Tat auch so, die Welt schaut jetzt natürlich vermehrt auf Nahost und auf den Krieg gegen Iran. Besteht die Gefahr aus Sicht der Ukraine, dass jetzt quasi im Schatten dieses anderen Konflikts irgendwie nicht genau hingeguckt wird, dass vielleicht sogar Russland jetzt seine Angriffe nochmal intensiviert? Was erlebst du da, wie beobachtest du dieses Problem?
Also die letzten Tage waren in der Ukraine eigentlich erstaunlich ruhig. Es gab natürlich Angriffe, die gibt es jede Nacht, aber sie waren jetzt nicht so heftig. Auch wir hier, unser Team in Odessa hat das festgestellt. Also letzte Nacht war zum Beispiel ganz ruhig, gar kein Alarm. Das ist sonst eigentlich täglich der Fall. Aber man muss wissen, dass die russische Armee immer in Wellen die Ukraine angreift. Das heißt, es muss nicht unbedingt jetzt was mit der aktuellen Entwicklung beim Golf zu tun haben. Aber klar ist, es wird wieder Angriffe geben und es wird auch wieder starke Angriffe geben und die Ukraine muss die Möglichkeit haben, sich irgendwie zu verteidigen. Wie sieht es denn eigentlich aus mit Verhandlungen, also zwischen der russischen und der ukrainischen Seite samt Vermittlern? Natürlich, eigentlich war ja für diesen Donnerstag sogar wieder ein Treffen geplant, allerdings ausgerechnet in Abu Dhabi.
Ja, das ist richtig. Präsident Zelensky hat auch Anfang der Woche gesagt, er möchte, dass dieses Treffen stattfindet. Die Ukraine ist dazu bereit. Er hat natürlich gleich gesagt, natürlich nicht in Abu Dhabi, wenn man da nicht hinkommt. Er hat gleich Vorschläge gemacht. Genf oder auch Istanbul wäre eine Möglichkeit für ein Treffen. Aber die russische Seite hat das abgelehnt mit dem Verweis darauf, dass man jetzt nicht sprechen kann, auch wegen der Entwicklung am Golf. Und es ist auch zu vermuten, dass die Amerikaner im Moment auch anderes zu tun haben, als sich jetzt um die Ukraine-Gespräche zu kümmern. Das heißt, diese Gespräche sind im Moment auf Eis. Die Ukraine ist bereit, jederzeit auch mit beiden zu sprechen, also mit den USA und mit Russland. Aber ob es jetzt dazu in naher Zukunft kommt, ist fraglich, vor allen Dingen, je länger und so intensiv dieser Krieg am Golf auch weitergeht.
Blicken wir nochmal auf die militärische Lage in der Ukraine. In den vergangenen Wochen hatte die Ukraine besonders im südöstlichen Frontabschnitt das Momentum auf ihrer Seite und hat erfolgreich Gegenangriffe gestartet. Von Nico Lange wollte ich wissen, ob die Ukraine dieses Momentum im Schatten des Irankrieges wieder verlieren könnte.
Also zunächst mal gibt es kein Problem für die Front im Südosten jetzt aufgrund irgendwelcher Ereignisse im Nahost.
Das, was da gelaufen ist als ukrainische Gegenstöße, das war teilweise Gegenangriff, teilweise Bereinigung der sogenannten grauen Zone, also des Gebietes, das keiner so richtig kontrolliert hat. Es war etwas befördert dadurch, dass die Ukraine es geschafft hat, russische Starlink-Terminals sozusagen offline zu stellen und die Russen dadurch das Lagebild erst zeitverzögert erhalten haben. Und das ist eine gute Nachricht aus ukrainischer Sicht. Man ist handlungsfähig. Man hat dort wichtige Gebiete, wenn auch in kleinem Umfang, zurückerobert und man hat vor allen Dingen die Front da stabilisiert. Und gleichzeitig ist es ja so, dass da, wo Russland weiter angreift, in Donbass, Russland extrem langsam vorankommt. Also die Frontsituation ist für die Ukraine insgesamt eine Situation, die jetzt nicht... Also die schwierig ist, aber die nicht das größte Kopfzerbrechen macht. Deswegen vielleicht auch die Aufmerksamkeit auf die Verhandlungen, wo ja der Bundeskanzler selbst gesagt hat, dass er diese Karten, so wie wir es gerade sehen, mit dem Festungsgürtel in Donbass, dem US-Präsidenten Donald Trump gezeigt hat bei seinem Besuch in Washington, um klarzumachen, diese Gebiete kann man nicht einfach Russland übergeben, weil sie mit dem Festungsgürtel, mit den ausgebauten Stellungen Russlands zurückhalten auf der östlichen Seite.
Und nicht den Weg freimachen, dann weiter in die Ukraine hinein. Hoffentlich hat es geholfen, wenn Merz das gegenüber Trump nochmal ausgesagt hat. Es gab ja heute auch wieder, das geht ein bisschen unter in der Debatte über den Nahen Osten, es gab ja heute auch wieder ukrainisch-russische Gespräche in Abu Dhabi und die Ukraine ist, wie ich finde, zu Recht ja weiter nicht bereit, diese Gebiete einfach zu übergeben. Schauen wir mal, wie diese Diskussionen weitergehen, wenn die USA wieder Aufmerksamkeit dafür haben. Robert fragt uns, ist es richtig, dass Russland im gesamten Februar 2026 keine Geländegewinne an der Front verzeichnen konnte, sondern im Gegenteil sogar Geländeverluste hatte?
Das stimmt, ja. Also Russland ist im Donbass nicht vorangekommen und hat, wir haben das ja gerade gesehen auf der Karte, im Südostgebiete verloren, die vorher russisch kontrolliert waren. Also das ist korrekt und das zeigt ja auch, dass diese mehr, Russland sei da unaufhaltsam auf dem Vormarsch, dass die eben nicht stimmt. Gut, das dürfte sie jedenfalls die Menschen in der Ukraine für den Teil jedenfalls beruhigen. Über die Verhandlungen haben wir gesprochen. Den Frontverlauf haben wir uns auch gerade angeschaut. Aber ein weiterer wichtiger Aspekt ist ja auch gerade für den Kampf eben an der Front, dass die Ukraine Informationen braucht. Also sie braucht Aufklärung, satellitengestützte militärische Aufklärung. Droht nicht auch in diesem Bereich, weil das ja auch bislang vor allem die USA zur Verfügung gestellt haben, ein Shift hin zu Nahost und weg von der Ukraine eben wegen des Irankriegs.
Ja, also das ist noch unklar. Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie lange der Krieg im Nahen Osten jetzt eigentlich anhält. Über Luftverteidigung haben wir schon gesprochen. Da ist jetzt erst mal das offensichtlichste Problem. Kommt die Ukraine weiter an Lenkflugkörper? Geht das Pearl-Programm weiter?
Was alles Weitere angeht, kann man noch nicht so viel sagen, was die Auswirkungen sind. Bei der Aufmerksamkeitsfrage, also wenn wir jetzt sehr viel über den Nahen Osten reden oder über den Iran, wenn das in den Medien eine große Rolle spielt, bin ich immer so ein bisschen zwiegespalten. Also wir sind ja alles erwachsene Menschen. Wir werden ja wohl uns mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigen können. Und Regierungen müssen doch sowieso in der Lage sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Man kann ja nicht sein, weil wir jetzt in den Nahen Osten gucken, können wir der Ukraine nicht mehr helfen. Und ohnehin ist es doch so, aus deutscher Perspektive, aus europäischer Perspektive, wir beeinflussen da im Nahen Osten gar nichts. Also wir können das von der Seitenlinie kommentieren oder, was ich besser finde, uns darauf konzentrieren, Putin zum Frieden zurückzudrängen und bei uns in Europa für Sicherheit zu sorgen. Und vielleicht geht dahin auch die Diskussion noch, wenn die USA gebunden sind mit einem längeren Krieg im Iran, dass sie dann erwarten, dass die Europäer in Europa mehr Eigenverantwortung übernehmen und die Dinge in die Hand nehmen. Und wir könnten ja die Amerikaner entlasten, wenn wir das selbst machen. Hier wird nochmal gefragt zu dem Druck, unter dem Putin vielleicht steht. Hans Dampf fragt, kann Putin überhaupt den Krieg beenden? Er hat ja nichts erreicht. Wird er da nicht von den eigenen Leuten Stress bekommen, vielleicht sogar abgesetzt?
Putin kann jederzeit sagen, ich habe gewonnen oder ich ändere jetzt das Thema oder ich mache was anderes. Putin führt eine Diktatur, da setzt ihn niemand ab. Die Opposition ist außer Landes oder tot. Menschen gehen ins Gefängnis, wenn sie ein weißes Blatt Papier hochhalten. Also Putin hat gar nichts zu befürchten.
Putin könnte alles zu einem Sieg erklären. Von den eigenen Leuten droht ihm nichts. Aber Putin ist eben besessen von dieser historischen Mission. Und er will, glaube ich, gucken, wie weit er kommen kann. Und er wird auch durch unsere Langsamkeit und Schwäche ja immer wieder im Grunde dazu ermuntert, weiterzumachen, weil sich niemand ihm wirklich entschieden gegenüberstellt. Die entscheidende Frage wird für Putin zunächst mal sein, sind die USA weiter auf seiner Seite in der Frage, die Ukraine zu irgendwas nötigen zu wollen. Das ist ja Putins große Rechnung, dass er politisch von den USA etwas bekommt, was er militärisch nicht erreicht hat und auch nicht erreichen kann. Da gibt es jetzt erstmal sozusagen im Verhältnis Russland-USA eine Pause, weil Donald Trump ganz sicher, solange der Krieg gegen den Iran läuft, sich darauf konzentrieren wird und nicht parallel mit Putin sprechen wird. Ja, das ist auch ein interessanter Aspekt, nochmal die die geopolitische Gesamtlage vielleicht, wenn wir das Bild mal ein bisschen größer ziehen, wie ist das einzuschätzen, also die USA betreiben, das muss man ja schon sagen, also gerade unter Trump natürlich eine sehr aggressive Außenpolitik mit den Beispielen Grönland, Venezuela eben jetzt auch, Iran fühlen sich andere, also Russland oder vielleicht auch China mit Blick auf Taiwan, was glauben Sie, ermuntert jetzt ähnlich aggressiv aufzutreten?
Also Russland führt ja schon Krieg. Die brauchen ja keine Ermunterung mehr. Die haben die Ukraine überfallen. Da war Trump noch gar nicht Präsident. Da gibt es ja keinen Zusammenhang.
Was China betrifft, würde Trump ja sagen, ich habe gar kein Interesse an Kohärenz. Also weil ich Dinge mache, heißt das noch lange nicht, dass China auch Dinge tun kann. China und Russland werden sich natürlich die Lücken bei der Luftverteidigung der Drohnenabwehr sehr genau angucken. Also auf der taktischen Ebene gibt es da, glaube ich, einiges, worüber man sich Sorgen machen muss. Und China wird natürlich mit Interesse sehen, dass zwei Flugzeugträgerverbände mit erheblicher Anzahl von Waffen, Flugzeugen, Schiffen jetzt gebunden sind im Nahen Osten und nur noch ein Flugzeugträgerverband, der Amerikaner nicht mal im südchinesischen Meer, sondern bei Japan im Indopazifik ist, Das könnte China mehr Freiraum geben, dort bei den Inselgruppen oder anderswo was zu tun. Man muss bei diesen Rechnungen viele Dinge berücksichtigen, zum Beispiel auch, dass Xi Jinping in China gerade schon wieder, das hat er schon mehrfach gemacht, fast die gesamte Militärführung entmachtet hat, ausgetauscht hat. Also China ist gar nicht in der Lage, gerade große Militäroperationen zu führen, die sind mit internen Querelen beschäftigt, weil Xi Jinping sehr viele Generäle rausgeschmissen hat. Apropos China, da bekommen wir auch eine Frage. China ist auch vom Öl und Gas aus dem Nahen Osten abhängig. Kann Peking Russland einen Strich durch die Rechnung machen bezüglich höheren Einnahmen, wenn Peking auf den Iran und andere einwirkt?
Das ist möglich. China ist insbesondere von einer Blockade der Straße von Hormuz extrem betroffen, hat daran überhaupt kein Interesse, ist, glaube ich, da auch hinter den Kulissen aktiv. Ich habe Berichte gehört über Schiffe, die da plötzlich eine chinesische Flagge hissen, damit sie da ungehindert durchfahren können. Also China hat ganz sicher ein Interesse daran, dass die Straße von Hormuz frei ist, dass China da Öl beziehen kann und China hat kein Interesse an hohen Energiepreisen. Also da wird China ganz sicherlich nicht Russland helfen, sondern China wird sich selbst helfen. Wir kommen langsam zum Ende. Ich kann es vielleicht gerade nochmal sagen, Sie sind uns zugeschaltet aus Neu-Delhi und sind schon weit nach Mitternacht. Also wir wollen Sie jetzt auch nicht länger strapazieren, aber vielleicht noch ein, zwei Fragen. Michael Schmitz schreibt uns, ich frage mich, wieso die angeblich mächtigste Armee der Welt, also gemeint sind die USA, um Hilfe bitten muss, die Drohnen abzuwehren. War das US-Militär nicht auf die Drohnen vorbereitet? Haben die keine effektive Abwehr?
Ja, haben sie nicht. Vor allen Dingen keine billige Abwehr. Also eine Drohne, die vielleicht 30, 40, 50.000 Dollar kostet, mit einer Patriot-Rakete, die drei Millionen kostet, abzuwehren, ist natürlich nicht sinnvoll. Das trifft aber nicht nur auf die USA zu. Ich glaube, das ist so eine Mischung aus Selbstzufriedenheit und Arroganz, die es auch bei uns gibt. Das ist nicht nur bei den Amerikanern so, das ist bei europäischen NATO-Streitkräften, auch bei der Bundeswehr so, dass man denkt, ach na ja, dass in der Ukraine, wenn wir betroffen sind, dann machen wir das ganz anders. Und jetzt stellt man fest, na ja, das ist das gleiche Problem. Man kriegt es nicht gelöst und sucht dann händeringend nach Hilfe. Ein bisschen rätselhaft ist doch bei all dem, warum hat Trump überhaupt die Entscheidung getroffen, diesen Krieg zu führen? Die Risiken der iranischen Drohnen, der iranischen Raketen, die waren bekannt. Da kann man eigentlich nicht davon überrascht sein. Auch die Probleme mit Drohnenabwehr, dass man sich darauf nicht richtig vorbereitet hat oder dass man sich überschätzt hat, das im Griff zu haben. Das ist schon etwas verwunderlich. Und generell ist der Ansatz dieses Krieges doch mit großen Risiken behaftet, wenn man sagt, wir wollen durch Luftangriffe letztlich einen Zusammenbruch eines Regimes erreichen.
Da ist es jetzt noch früh, das ist jetzt der fünfte Tag. Aber zumindest zeigt sich, weil es Enthauptungsschläge gibt, ist jetzt noch nicht die gesamte Führung der Revolutionsgarden zusammengebrochen. Trump hat einen sehr risikoreichen Krieg angefangen und muss die Risiken jetzt eben managen. Die Drohnen gehören dazu. Ja, und auch wir sind ja betroffen. Erlauben Sie mir zum Schluss vielleicht noch eine nicht-militärische Frage. Aber das ist eben auch ein Aspekt, der sehr viele Menschen umtreibt. Das sind die gestiegenen Energiekosten, damit auch die Benzinkosten aufgrund eben der Vorgänge im Nahen und Mittleren Osten. Was glauben Sie, wie wird sich das jetzt weiterentwickeln? Also was kann Deutschland überhaupt tun? Was kann vielleicht Europa tun, um dem irgendwie was entgegenzusetzen? Denn das bewegt sich ja in eine Richtung, die für viele Verbraucher sehr, sehr bedenklich ist.
Ich verstehe das einerseits, aber andererseits kann man aus geopolitischer Perspektive nur sagen, also wir können im Nahen Osten die Entwicklung nicht beeinflussen. Und wir werden sozusagen von hohen Energiepreisen aufgrund der Risiken, wenn zum Beispiel die Straße von Hormuz blockiert ist, betroffen sein. Wir könnten uns im Gegenzug die Frage stellen, was tun wir denn, damit Seewege wie die Straße von Hormuz frei bleiben? Also uns bei irgendwen beschweren oder an irgendwen appellieren, dass er bitte etwas machen soll. Wenn man die Frage stellt, auch an politische Entscheider in Deutschland, können wir dazu was beitragen? Können wir mit anderen da Fähigkeiten anbringen? Können wir mit der Marine was machen? Ist die Antwort in Deutschland doch immer, nein, oh, das geht auf keinen Fall. Wir machen da gar nichts. Also wir haben Interesse an sicheren Energielieferungen, an stabilen Preisen. Das heißt, wir müssen dann auch geopolitische Entwicklungen stärker beeinflussen können. und dafür brauchen wir Macht. Ich glaube, das ist die große Lehre. Ansonsten sind wir nur Opfer und müssen mit den Folgen umgehen.
Der ukrainische Präsident Zelenskyy bringt sich also als geostrategischer Partner der Golfstaaten ins Spiel, während Putin weder in der Ukraine bedeutende Gewinne macht, noch die Aufmerksamkeit des US-Präsidenten hat. So die Einschätzung von Militärexperte Nico Lange. Jede Woche reden wir in unserem Ukraine-Update mit Experten, unseren Korrespondenten und Reportern über die Entwicklungen und Hintergründe im Krieg. Mit detaillierten Karten analysieren wir die Lage an der Front. Schaut gerne mal rein auf YouTube oder in der ZDF-Heute-App. Dann könnt ihr auch eure Fragen an unsere Gesprächspartner stellen. Danke, dass ihr heute wieder mit dabei wart. Bis zum nächsten Mal bei Militär und macht die Analyse.