WEBVTT

00:00:01.397 --> 00:00:07.837
Hallo ihr lieben Leute da draußen. Hier ist Suse von Wofür stehst du morgens auf?

00:00:08.077 --> 00:00:13.337
Auch mit einem wunderschönen Gruß von Tobias, der leider heute nicht dabei sein kann.

00:00:13.777 --> 00:00:17.477
In den nächsten Wochen gibt es noch mal mehr Inspiration.

00:00:17.757 --> 00:00:22.517
Wir teilen nämlich die schönsten und bewegendsten Momente aus dem letzten Jahr

00:00:22.517 --> 00:00:24.857
von Wofür stehst du morgens auf?

00:00:25.217 --> 00:00:28.377
Ich freue mich riesig drauf und ich freue Ich freue mich drauf,

00:00:28.657 --> 00:00:31.697
wenn ihr dabei bleibt. Liebe Grüße.

00:00:33.397 --> 00:00:40.137
M wie Mut. Ich habe Vertrauen ins Ungewisse, den Sprung ins Wasser.

00:00:40.417 --> 00:00:44.017
Ich weiß noch nicht, was dann ist. Aber irgendwie dieses Grundvertrauen,

00:00:44.737 --> 00:00:49.097
manche sagen Urvertrauen, und das zu haben, ist ein Ausdruck von Freiheit.

00:00:50.777 --> 00:00:55.457
Und so wie ich es verstehe, ist das so ein bisschen raus aus der Komfortzone,

00:00:55.637 --> 00:01:00.957
weil Mut ja nicht heißt, ist, dass ich keine Angst habe, sondern dass ich die

00:01:00.957 --> 00:01:03.757
Angst ein Stück weit zurückstelle,

00:01:04.597 --> 00:01:09.377
um mich mit Risiko womöglich einem Ziel zu nähern.

00:01:09.637 --> 00:01:14.357
Also raus aus der Komfortzone, oder? Was heißt für dich Mut? Ja, ja, genau.

00:01:14.717 --> 00:01:18.697
Leben ist Risiko. Das haben wir uns nicht ausgesucht, dass wir jetzt da sind.

00:01:18.937 --> 00:01:22.337
Also da haben andere auch Mut bewiesen. Da muss man sich auch mal klar machen,

00:01:22.417 --> 00:01:25.757
dass wir da sind, hat auch bedeutet, dass andere Mut bewiesen haben.

00:01:26.337 --> 00:01:30.577
Und jetzt sind wir nun mal da und damit ist Leben Risiko und bedeutet auch,

00:01:30.677 --> 00:01:33.877
dass ich ein Zutrauen entwickeln muss dafür, dass ich die Dinge schaffe.

00:01:34.562 --> 00:01:39.222
Für mich hat was damit zu tun, mit so einer Grundausrichtung,

00:01:39.302 --> 00:01:42.082
dass ich kann. Also ich kann das.

00:01:44.062 --> 00:01:48.782
Ich habe neulich ein Interview auf Englisch geführt oder beziehungsweise befragt worden.

00:01:49.342 --> 00:01:52.382
Und das fällt mir total schwer, weil ich immer denke, oh Gott,

00:01:52.482 --> 00:01:57.122
oh Gott, ich habe die Vokabeln gar nicht und ich kann gar nicht so. Aber es ging dann so.

00:01:57.442 --> 00:02:01.062
Also ich hatte Herzklopfen und alles, aber ich habe es dann trotzdem gemacht.

00:02:01.622 --> 00:02:05.182
Und das ist das Nächste. Ich immer wieder festgestellt habe,

00:02:05.322 --> 00:02:09.762
wenn ich mutig war und da wirklich aus meiner Komfortzone raus bin,

00:02:10.402 --> 00:02:13.382
dann habe ich hinterher denke ich, ach so schlimm war es doch gar nicht.

00:02:13.562 --> 00:02:20.442
Also ich werde auch immer mit jedem Stückchen weiter über meine Komfortzone hinausgehen, mutiger.

00:02:22.962 --> 00:02:27.202
Grundsätzlich sind wir Menschen soziale Wesen. Das haben wir schon mal an anderer

00:02:27.202 --> 00:02:29.742
Stelle besprochen, das wird oft vergessen, es wird oft gedacht,

00:02:29.842 --> 00:02:34.322
der Mensch ist sozusagen nur egoistisch geprägt und kompetitiv gegenüber anderen.

00:02:35.262 --> 00:02:39.582
Von Haus aus sind wir kooperativ und sozial. Das heißt, wir sind erstmal so

00:02:39.582 --> 00:02:41.342
eingestellt, dass wir helfen.

00:02:42.836 --> 00:02:48.056
Der Punkt nur ist, dass wenn wir sozusagen zurückgeworfen werden auf die Frage, du oder ich,

00:02:49.376 --> 00:02:54.056
dann ist je nachdem auch, wo jemand steht und wo man auch sozusagen seine eigenen

00:02:54.056 --> 00:02:58.036
Komfortzonen hat, dann ist das Ich dann näher als das Du.

00:02:58.376 --> 00:03:03.616
Und wenn ich sozusagen Gefahr wittere, dann neigt Mensch erstmal dazu,

00:03:03.876 --> 00:03:07.456
sich aus der Gefahr heraus zu bewegen, sprich nicht zu helfen.

00:03:07.616 --> 00:03:12.256
So, jetzt kommt der Punkt, wo wir plötzlich doch in die Aktion treten.

00:03:12.256 --> 00:03:14.936
Das ist zum Beispiel Stress.

00:03:15.236 --> 00:03:21.896
Wenn eine Bedrohung sozusagen ist, die uns alle gewissermaßen jetzt gemeinschaftlich

00:03:21.896 --> 00:03:26.336
sozusagen sofort aus der Komfortzone rauskatapultiert,

00:03:26.676 --> 00:03:31.436
dann sind Menschen zu enormen Gemeinschaftenleistungen in der Lage.

00:03:31.436 --> 00:03:34.956
Ich nutze gerne das Bild der Antilopenherde.

00:03:36.436 --> 00:03:42.696
Wir haben es ja schon mal an anderer Stelle auch gehabt, wenn das Löwenrudel

00:03:42.696 --> 00:03:47.916
sozusagen näher kommt, dann rücken die Antilopen zusammen und versuchen in der

00:03:47.916 --> 00:03:49.996
Masse wie in einem Schwarm zu agieren.

00:03:49.996 --> 00:03:54.576
Das ist zutiefst sozial und in dem Sinne auch sozusagen ein Akt,

00:03:54.776 --> 00:04:00.996
sich aufeinander zuzubewegen, bis zu dem Moment, wo es die Löwen schaffen, ein Tier zu isolieren.

00:04:01.076 --> 00:04:04.356
Dann wird das gehen gelassen und dann hauen alle anderen schnell ab.

00:04:04.876 --> 00:04:07.736
Also insofern, der Fighting Spirit ist...

00:04:08.447 --> 00:04:14.087
Der entsteht, wenn ein Mensch unter Stress gerät, die sogenannte Fight-or-Flight-Response,

00:04:14.227 --> 00:04:18.727
also die Kampf-oder-Fluchtreaktion. Das ist eine, in der Energie freigesetzt

00:04:18.727 --> 00:04:20.307
wird und uns wachsen lässt.

00:04:20.507 --> 00:04:26.047
Und in der Regel kümmern wir uns mindestens um unsere unmittelbaren Nächsten,

00:04:26.287 --> 00:04:32.187
vor die wir uns stellen wie eine Ritterin oder ein Ritter.

00:04:32.187 --> 00:04:38.587
Insofern Mut entsteht, wenn die Lebenssituation es von uns verlangt.

00:04:40.067 --> 00:04:45.787
Und es braucht aber ja immer eine Balance. Das heißt, wenn ich zu mutig bin

00:04:45.787 --> 00:04:51.207
und mir zu viel zutraue, dann bin ich vielleicht tollkühn oder lebensmüde.

00:04:51.467 --> 00:04:55.767
Und wenn ich überhaupt nicht mutig bin, dann bin ich vielleicht feige.

00:04:55.767 --> 00:04:58.927
Ja das bedeutet

00:04:58.927 --> 00:05:01.847
ja auch das bestimmte dass ich

00:05:01.847 --> 00:05:08.347
in der konfrontation mit möglichen gefahren auch immer meine eigenen kräfte

00:05:08.347 --> 00:05:14.547
kenne also wie mutig bin ich und hat möglicherweise hat das vielleicht auch

00:05:14.547 --> 00:05:20.807
was mit einer erziehung zu tun also dass kinder schon lernen oder beobachten die eltern sind mutig,

00:05:21.500 --> 00:05:27.820
Absolut. Also wir haben vorhin gesagt zum Eingang, dass Mut sowas ist wie das Gefühl, ich kann das.

00:05:28.060 --> 00:05:30.480
Dann, wenn ich es nicht kann, dann kommt jemand, der mir hilft.

00:05:30.640 --> 00:05:32.880
Und wenn wir es nicht können, dann gibt es noch irgendwas Größeres,

00:05:33.080 --> 00:05:34.320
was sich irgendwie schon richten wird.

00:05:34.880 --> 00:05:40.100
Diese Erfahrung, dass das so sein könnte, die lerne ich im Leben.

00:05:40.280 --> 00:05:42.480
Durch Vorbilder, durch Familien, durch Unterstützung.

00:05:42.840 --> 00:05:46.180
Wer das nicht hat, wer das Gefühl hat, ich kriege schon früh erzählt,

00:05:46.440 --> 00:05:52.160
du kannst nichts. Als zweites, mir wird sowieso nicht geholfen und das ist alles sinnlos.

00:05:52.560 --> 00:05:54.620
Der oder die wird sich viel weniger zutrauen.

00:05:56.960 --> 00:06:03.180
Ganz am Ende ist Mut, Vertrauen und Zutrauen, authentisch zu sein,

00:06:03.280 --> 00:06:08.100
dem Impuls auch zu folgen und dadurch frei zu werden.

00:06:08.100 --> 00:06:12.040
Wenn mir diese Freiheit genommen wird, weil mir das immer abgenommen wird und

00:06:12.040 --> 00:06:16.860
ich eigentlich unfrei werde, dadurch, dass jemand mir immer sozusagen die Folgen

00:06:16.860 --> 00:06:19.500
meiner Risiken sozusagen abpuffert,

00:06:20.380 --> 00:06:25.260
dann mag das sich im Moment angenehm anfühlen, weil ich immer Komfort zu ihm

00:06:25.260 --> 00:06:33.620
bleibe, aber ich wachse nicht und ich mache diese Erfahrung von Freiheit und von ich kann nicht.

00:06:33.620 --> 00:06:36.360
Also insofern ja, es braucht immer eine gute Balance.

00:06:36.540 --> 00:06:39.240
Es braucht die Gesellschaft, die die jungen Leute da draußen tun und machen

00:06:39.240 --> 00:06:41.260
lässt und die Risiken abfedert.

00:06:41.420 --> 00:06:47.560
Und es braucht aber andererseits natürlich die klare Anweisung, Leben ist Risiko.

00:06:49.320 --> 00:06:52.440
Ich weiß nicht, wie dir das geht, Susa, aber mir geht das noch heute ständig

00:06:52.440 --> 00:06:58.560
so, dass die interessantesten Kontakte oder Gespräche, die mich noch Tage,

00:06:58.740 --> 00:07:03.000
wenn nicht sogar Wochen noch bewegen, sind die, wo ich ganz unverhofft plötzlich

00:07:03.000 --> 00:07:06.780
in eine Situation war, wo ich mit jemandem Fremden in einen Kontakt kam,

00:07:06.860 --> 00:07:10.140
weil entweder ich den ersten Schritt oder der oder die Fremde das gemacht hat.

00:07:10.320 --> 00:07:16.120
Das heißt, dass sich selbst überraschen, das ist das, was wir vielleicht als

00:07:16.120 --> 00:07:19.300
Übung vorschlagen würde, sondern mal ganz bewusst, da wo dieser Impuls kommt,

00:07:20.213 --> 00:07:22.673
Dann gerade, dann gerade machen, genau.

00:07:24.973 --> 00:07:26.273
Bleibt mutig.

