Wenn PatientInnen die Sektorengrenzen überschreiten, etwa vom Hausarzt ins Krankenhaus, dann steigt der bürokratische Aufwand für das Personal erheblich. Die Prozesse sind bislang alles andere als einfach. Wir haben deshalb mit Cornelius Wurm, der bei Dr.Lib für den Krankenhausbereich zuständig ist, gesprochen. Also die User, die wir haben, sagen schon alle sehr übereinstimmend, dass es diesen Arzt-Patienten-Kontakt im Endeffekt viel menschlicher macht. Und die meisten Ärztinnen und Ärzte sagen wirklich, dass sie mehr Befriedigung am Ende aus ihrem Beruf rausziehen, weil sie halt nicht mehr so parallel am PC dokumentieren müssen und gleichzeitig mit dem Patienten sprechen. Er verrät uns, wie es für Kliniken einfacher werden kann, diese Patientenpfade zu gestalten und was KI damit zu tun hat. Das Krankenhaus der Zukunft. Der KMA-Podcast mit Dr. Tobias Krick.
Diese Episode ist eine exklusive Kooperationsfolge mit unserem Partner Dr.Lib. Cornelius, schön, dass du da bist. Die meisten von uns kennen die Herausforderungen der Patientinnen und Fachkräfte im Gesundheitswesen. Es gibt lange Wege, viele Schnittstellen, oft wenig Transparenz. Von der Fachärztin ins Krankenhaus oder innerhalb einer Klinik. Patientenpfade sind auf jeden Fall komplex. Und für alle Beteiligten anstrengend. Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz ist da ein bisschen Bewegung in diesen Prozess gekommen. Nimm uns doch mal mit, wie weit sind wir wirklich? Ich glaube, es ist noch einiges zu tun. Wir haben wichtige erste Schritte gemacht, aber wir sind sicherlich noch nicht am Ziel. Wenn wir uns den Idealbild von einem optimalen Patientenpfad anschauen. Ich würde sagen, für mich, ein Patientenpfad ist der rote Faden der Patientinnen und Patienten durch das Gesundheitssystem koordiniert und begleitet. Also sektorenübergreifend vom Hausarzt zum Facharzt, über die Klinik, zur Reha und nach Hause. Und für einen optimalen Patientenpfad ist es notwendig, dass der wirklich komplett digital unterstützt ist und dass die Technologie damit ermöglicht, dass alle Akteure eng zum Wohle des Patienten zusammenarbeiten, dass alle richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorliegen und dass ganz generell Informationsbrüche und Doppelerhebungen vermieden werden. Jetzt hast du ja schon sehr gut beschrieben, wie so ein idealer, optimaler Patientenfahrt aussehen könnte.
Schauen wir doch mal in die Realität. Was ist aktuell noch nicht so, beziehungsweise was klappt schon im Sinne der Patientenfahrt? Wie unterscheidet sich Realität zu dem, was du eben beschrieben hast? Also die Realität sieht tatsächlich zum größten Teil komplett anders aus. Weil heute haben wir diese Informationsbrüche, heute haben wir Doppelerhebungen. Und da sind wirklich viele Dinge, die am Ende geschehen, die dann zum Nachteil des Patienten sind. Ich gebe dir gerne mal ein ganz konkretes Beispiel, was genauso wie in diesem Beispiel oder ganz ähnlich leider der Regelfall bei uns im Gesundheitssystem ist. Stell dir eine 65-jährige Patientin vor, die unter Diabetes leidet, eine chronische Herzinsuffizienz hat und die wegen ihrer Beschwerden zu ihrem Hausarzt geht. Der stellt eine Überweisung für sie aus zum Kardiologen, die ist natürlich üblicherweise auf Papier. Der Kardiologe führt dann eine umfassende Diagnostik durch, schickt den Befund per Fax zurück an den Hausarzt, das Fax geht aber verloren.
Dann kommt jetzt die Patientin ein paar Tage später mit akuter Atemnot in die Notaufnahme. Wenn man da aber keinen Zugriff auf die Befunde und die Medikationspläne aus dem ambulanten Bereich hat, wird genau dieselbe Diagnostik, die der Kardiologe schon gemacht hat, erneut durchgeführt. Es kostet Zeit, verursacht Kosten und auch die Medikation wird vielleicht angepasst. Jetzt stell dir vor, dass die Patientin nach fünf Tagen entlassen wird, der Arztbrief auf das Krankenhaus, aber den Hausarzt erst 14 Tage später erreicht. In der Zwischenzeit hat der Hausarzt schon seine Medikation angepasst.
Ohne zu wissen, was da im Krankenhaus passiert ist und was dort verordnet wurde. Auch der Kardiologe erfährt nichts von der Medikationsänderung. Im Endeffekt ist die Patientin so verunsichert, dass sie sowohl die alten als auch die neuen Medikamente einnimmt, dann Nebenwirkungen hat und erneut eingewiesen wird. Du siehst eigentlich in Summe, niemand hat den Überblick hier. Niemand koordiniert den Pfad der Patientin. Und im Endeffekt hast du Kosten für das System, Kosten für alle Beteiligten und natürlich auch eine schlechtere Gesundung der Patientin. Ein schönes Beispiel. Ich betrachte es auch immer aus der Perspektive, wenn mir das jetzt so gehen würde. Auch wenn ich Patient wäre in dieser Situation, würde ich das ja nicht wollen. Ich möchte die bestmögliche Versorgung. Ich möchte einen gut durchkoordinierten Patientenpfad.
Und wenn da Informationen verloren gehen, dann ist das auf jeden Fall nicht in meinem Sinne Oder wenn das jetzt meine Mutter, meine Oma wäre, dann ist das nicht das, was ich mir von einem Gesundheitssystem im Jahr 2025 bis 2030 wünschen würde. Danke nochmal für den Realitätscheck. Jetzt interessiert mich aber doch nochmal wirklich ernsthaft die Frage, warum das eigentlich so ist. Wir haben Gesetze, wir haben bestimmte Versuche schon angestrebt, das zu verbessern, aber offensichtlich sind wir da noch nicht. Warum ist das noch so? Wir haben generell natürlich sehr große Hürden, was dieses Idealbild angeht. Technisch ist, denke ich, sehr klar, dass die...
Die IT-Systeme von Krankenhäusern und Praxen oftmals nicht interoperabel sind, also einfach nicht dafür gemacht sind, nahtlos Daten auszutauschen. Generell sind Dateiformate, Schnittstellen etc. Alles nicht standardisiert. Das ist die Technikseite. Dann haben wir natürlich hohe rechtliche und regulatorische Hürden. Also richtigerweise sind einfach die Anforderungen an den Schutz von Gesundheitsdaten sehr hoch und das erschwert Prozessgestaltung und sorgt einfach dafür, dass wir mit neuen Systemen viel langsamer sind. Der wichtigste Punkt aus meiner Sicht sind wirklich die organisatorischen Hürden, also wie unser Gesundheitssystem in Deutschland organisiert ist. Wir haben sehr fragmentierte Versorgungsstrukturen, haben eine klare Sektorentrennung in ambulant, stationär und reher und das führt einfach zu unkoordinierten Prozessen und Informationsverlusten. Verstehe ich, auch wenn ich es nicht wahrhaben will, ganz ehrlich. Ich würde es mir anders wünschen. Du hast ja jetzt schon angeschnitten, dass das Thema Digitalisierung eigentlich vielleicht ein Game Changer sein könnte oder besser gesagt, dass wir eigentlich, wenn wir die Potenziale von Digitalisierung noch mehr nutzen würden, dann einen riesigen Hebel hätten. Kannst du nochmal ein bisschen konkretisieren, was du genau meinst?
Digitalisierung spielt für mich die entscheidende Rolle, um dem Idealbild von optimalen Patienten näher zu kommen. Denn nur mit Technologie lassen sich diese Patientenpfade letzten Endes ermöglichen. Es gibt heute schon sehr konkrete digitale Use Cases, die keine Zukunftsmusik sind, die generell technisch möglich sind und nur noch umgesetzt werden müssen. Ich fange mal an mit einer zentralen Plattform für intersektorale Vernetzung. Das ist eine digitale Plattform, die alle Beteiligten des Gesundheitssystems miteinander vernetzt. Also Hausarztpraxen, Facharztpraxen, MVZ, Klinikambulanzen, Stationen bis hin zu Reha und Pflege. Patienten können hier Online-Termine buchen oder anfragen und generell werden alle Akteure von diesem Versorgungsnetzwerk über diese Plattform ihre Behandlung sektorenübergreifend koordinieren.
Ein Kernbestandteil von so einer Plattform ist dann auch ein digitales Überweiser- und Zuweisernetzwerk. Das heißt, niedergelassene Ärzte sind zum Beispiel an ein Krankenhaus angebunden und können da Patienten überweisen und strukturiert Daten austauschen. Zu der Plattform gehört auch eine sichere Arzt-zu-Arzt-Kommunikation, also ein sicherer Messenger für fachlichen Austausch unter Gesundheitsfachkräften, Dokumentenversand für Abstimmungen, Rückfragen und Follow-ups. Und natürlich der Austausch von Befunden und Arztbriefen ist auch entscheidend. Also eine sichere Übermittlung aller relevanten Dokumente für einen Patienten zwischen den Sektoren ohne Medienbrüche, ohne Zeitverlust. Okay, verstanden. Jetzt hast du ja quasi schon so eine Zukunftsvision gebaut oder vielleicht ist es auch gar keine Zukunftsvision, wie so eine übergreifende Plattform aussehen könnte. Ich bin da bei dir. Also so eine Plattform, die wirklich alle Stakeholder intersektoral im Gesundheitswesen vernetzt, wo Kommunikation möglich ist, wo Datenaustausch möglich ist, das wäre das, was auf jeden Fall weiterhelfen würde. Ein Punkt, der da in den Kopf kommt, ist natürlich sicher wieder dieses ganze Thema Datenschutz. Also Datenschutz, kann das überhaupt funktionieren? Sind Patientendaten dann überhaupt sicher? Vielleicht, wir sprechen ja auch gleich noch ein bisschen tiefer über euch, über Dr. Lib. Wie geht ihr dieses Thema an? Das ist ja ein absolut kritisches Thema. Wie geht ihr damit um, dass Daten geschützt sind?
Bei Dr.Lib wollen wir den Alltag von Gesundheitsfachkräften durch Digitalisierung einfacher machen und Patienten dabei helfen, gesünder zu leben. Deswegen ist für uns ganz klar, dass der Schutz von Patientendaten für uns ganz oben auf der Liste steht. Das ist wirklich das A und O für uns. Wir stecken seit Jahren sehr viel Energie in die Sicherheit unserer Systeme, die wir auch kontinuierlich weiterentwickeln und haben ein großes Expertenteam, das sich 24-7 um Datensicherheit kümmert. Bei Dr.Lib sind Datenschutz und Datensicherheit extern zertifiziert. Wir sind DSGVO-konform, werden auch regelmäßig auditiert. Unter anderem haben wir das C5-Testat des Typ 2 des BSI. Uns ist dabei besonders wichtig, dass die Daten bei uns ausschließlich in Europa auf Servern in Frankfurt und Paris gehostet werden. Okay, also ihr tut da offensichtlich einiges, um dem Thema gerecht zu werden, erfüllt alle Standards, habe ich soweit verstanden. Jetzt ist ja doch nochmal so eine Frage, du weißt ja, die Menschen, die hier im Podcast zuhören, die kommen aus dem Krankenhausbereich. Und Dr.Lib kennt man eigentlich vor allem aus einem anderen Bereich, nämlich aus dem ganzen Bereich Terminbuchung im ambulanten, niedergelassenen ärztlichen Bereich. Man könnte sich jetzt ja die Frage stellen, wie sieht es denn eigentlich aus im Krankenhausbereich?
Was macht ihr da genau? Wie relevant seid ihr oder mit was seid ihr relevant im Krankenhausbereich? Dr.Lib ist inzwischen viel mehr als Terminbuchung. Wir haben Anfang November unsere All-in-One-Praxis-Software für den niedergelassenen Bereich gelauncht. Und das heißt, wir decken inzwischen mit unserer Softwarelösung wirklich alle wesentlichen Prozesse einer Praxis ab. Für Krankenhäuser betreiben wir eine Enterprise-Plattform, die inzwischen über 450 Kliniken in Deutschland nutzen. Krankenhäuser haben, genau wie du sagst, völlig andere Anforderungen als niedergelassene Praxen. Und genau aus dem Grund haben wir auch Lösungen entwickelt, die speziell auf die komplexen Strukturen und Prozesse von Kliniken zugeschnitten sind. Ich nehme an, du nimmst uns gleich nochmal ein bisschen tiefer mit, was ihr da eigentlich genau macht. Gibt es denn schon Kliniken, die da mit euch zusammenarbeiten? Kannst du welche nennen oder welche Arten von Kliniken sind das? Wir haben Krankenhäuser in aller Trägerformen unter unseren Kunden. Dazu gehören Unikliniken wie Charité, Größe, gemeinnützige Ketten wie Sana und Schönklinik und natürlich auch gemeinnützige Träger wie St. Augustinus Gruppe, Zerliten und Knappschaft Kliniken. Generell ist Krankenhaus bei Dr. Lipp wirklich ein sehr stark wachsendes Segment.
Wir unterstützen Kliniken bei der Einführung von Patientenportalen, die im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes eingeführt werden. Außerdem ergänzen wir mit unserer Enterprise-Plattform die Patientenportale anderer Anbieter. Um dem eine Hausnummer zu nennen, auf die wir auch sehr stolz sind. Wir haben jetzt in den letzten sechs Monaten fast 200 erfolgreiche Go-Lives realisiert. Das heißt, seit dem Zeitraum von sechs Monaten haben jetzt fast 200 zusätzliche Kliniken und Abteilungen angefangen, unsere Plattform zu nutzen. Das hat ja wahrscheinlich mehrere Aspekte. Zum einen konntet ihr offensichtlich mit eurer Lösung überzeugen, diese Kliniken. Und zum anderen muss man das auch erstmal schaffen. Was genau macht ihr da anders? Beziehungsweise wie geht ihr vor bei so einer Implementierung? Warum geht das so schnell?
Implementierungsprojekte im Krankenhausbereich sind in der Tat wirklich Mammutprojekte. Wir haben aber sehr viel Erfahrung in dem Bereich und auch ein großes Team in Deutschland, das ausschließlich mit Krankenhäusern arbeitet und bei der Einführung immer sehr eng und partnerschaftlich mit den einzelnen Abteilungen zusammenarbeitet. Deswegen schaffen wir es inzwischen, dass zwischen Kick-Off und Go-Live nur noch 3,5 Monate im Durchschnitt liegen, was für den Krankenhausbereich wirklich Spitzenklasse ist. Wie viele Leute arbeiten da so an einem Go-Live in einem Projekt in einem Krankenhaus? Ist das unterschiedlich oder je nach Größe? Also seitens Dr. Lib sind es typischerweise drei bis vier Kolleginnen und Kollegen. Und im Krankenhaus werden wirklich alle Fachabteilungen in der Terminierung mit einbezogen. Wir entwickeln dann Rollout-Pläne zusammen mit unseren Kunden. Und typischerweise wird dann eine Abteilung nach der anderen live geschaltet. Okay, da hören jetzt wahrscheinlich andere Anbieter neidisch zu und denken sich, wie machen die das? Warum geht das so schnell? Habt ihr ein Geheimnis? Warum geht das so schnell bei euch im Verhältnis zu anderen Anbietern?
Hat ein paar Gründe. Aus meiner Sicht ist erstens unsere Erfahrung. Dann zweitens haben wir einfach ein sehr großes und auch starkes Team, was viel Erfahrung da drin hat. Und drittens schaffen wir es auch in den Projekten schon immer sehr klar, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Krankenhaus den Nutzen von Dr. Lib aufzuzeigen, dass die natürlich dann auch einfach motiviert sind zu unterstützen, dass bei Ihnen die Lösung möglichst schnell eingeführt wird. Okay, verstanden. Was jetzt vielleicht noch nicht, also ich glaube, es ist klar geworden, zumindest am Rande, ihr macht ja etwas rund um das Thema Patientenportal. So, das hast du ja gesagt. Aber kannst du uns nochmal, wenn man jetzt verstehen möchte als Klinikgeschäftsführer, was genau der Mehrwert ist von dem, was du eben beschrieben hast, kannst du das nochmal in kurzen Sätzen zusammenfassen? Wir haben ein paar Punkte, die uns komplett von anderen Anbietern unterscheiden. Unser größtes Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall unsere Plattform. Du hast mit Dr. Lip ein sehr großes Netzwerk.
Wir haben in Deutschland über 100.000 Gesundheitsfachkräfte, die Dr. Lib schon nutzen, über 450 Krankenhäuser und 25 Millionen Patienten, die auf der Plattform sind. Das heißt, Krankenhäuser nutzen dann isoliert nicht unsere Software, sondern sie docken eben an ein funktionierendes Ökosystem an. Zweiter Punkt für mich ist auf jeden Fall die Bedienbarkeit und die durchdachten Funktionalitäten, die wir haben. Generell lassen wir unsere große Erfahrung mit unseren 25 Millionen Patienten auch in unsere Krankenhauslösung einfließen. Als Ergebnis hast du eine sehr intuitive Benutzeroberfläche, sehr erprobte Workflows, die dann den Patientinnen und Patienten und den Gesundheitsfachkräften das Leben konkret erleichtern und eben nicht komplizierter machen. Wir haben einen KI-basierten Telefonassistenten, zu dem ich gleich noch spreche. Wir ermöglichen strukturierten Dokumentenaustausch zwischen den Gesundheitsfachkräften. Wir haben die Möglichkeit von einem Arzt-Messenger, den wir inkludieren. Wir haben Patiententagebücher, wir haben Entlassmanagement, wir haben digitale Anamnese.
Also letzten Endes stellt unser Produkt den gesamten Patient Journey im Krankenhaus dar. Okay, also das hat dann wahrscheinlich auch jeweils unterschiedliche Zielgruppen, je nach Anwendung. Also für die Patienten bedeutet das, sie werden von A bis Z einmal komplett durch die Klinik begleitet, manchmal bewusst, manchmal unbewusst, durch digitale Workflows. Letztendlich geht es darum, diesen Patient Journey Prozess möglichst einfach, effektiv und effizient zu gestalten. Das ist das Ziel, oder? Genau, das ist das Ziel für die Patienten. Für die Kliniken hast du halt den Vorteil, dass durch unsere Lösung wirklich die richtigen Patienten am richtigen Ort sind. Also wir stellen sicher, dass wir...
Mehr geplante Eingriffe ermöglichen und weniger Patienten über die Rettungsstelle kommen. Verstanden, okay. Also letztendlich Planbarkeit. Dann, du hast es ja eben schon angesprochen, das Thema KI ist ja im Moment in aller Munde. Also schauen wir uns auch mal etwas genauer an, was ihr eigentlich im Bereich KI macht in der Klinik. Es ist ja ein großes Versprechen, dass KI alles einfacher und alles leichter macht.
Wie sieht denn erstmal grundsätzlich gesprochen die Realität deiner Wahrnehmung nach im Moment aus im Bereich KI? Also mein Eindruck ist, alle reden drüber, die wenigen nutzen es wirklich schon produktiv. Das ist bei uns ein sehr großer Unterschied, weil bei uns eben KI nicht nur ein Zukunftsversprechen ist, sondern auf jeden Fall auch schon produktiv im Einsatz ist. Wir haben zwei sehr klare Use Cases, die unseren Klinik-Kunden riesige Mehrwerte bringen. Das ist einmal der KI-basierte Telefonassistent und der KI-basierte Sprechstundenassistent. Lass uns da doch mal ein bisschen tiefer eintauchen. Also jeder hat wahrscheinlich jetzt eine Vorstellung davon, was das sein könnte. Aber fangen wir doch mal mit dem Telefonassistenten an. Wie kann so ein KI-basierter Telefonassistent funktionieren? Wie kann ich mir das in der Praxis vorstellen? Du kannst dir vorstellen, dass der Telefonassistent wie eine digitale Telefonzentrale ist, die rund um die Uhr Anrufe annimmt, die Termine direkt in den Kalender bucht und auch Routinefragen von Patienten ganz eigenständig beantwortet. Der Telefonassistent spricht dabei ganz natürlich wie ein Mensch, versteht Fremdsprachen, erkennt Anliegen intelligent und leitet dann komplexere Anfragen, die er nicht selbst beantworten kann, direkt an das Team weiter.
Okay, das heißt, der größte Vorteil ist auf Klinikseite, dass ich erstmal keine menschliche Interaktion brauche und dadurch Personal in dem Moment nicht binde ans Telefonieren. Und auf der anderen Seite, auf der Patientinenseite ist es, dass überhaupt jemand rangeht. Kann man das so zusammenfassen oder kannst du nochmal die Vorteile aus deiner Sicht ein bisschen besser erklären? Genau, also das ist eigentlich genau wie du es gesagt hast.
Die Patienten haben heute die Situation, dass sie typischerweise Krankenhäuser gar nicht erreichen. Also unsere Erhebungen zeigen, dass oft drei von vier Anrufen im Durchschnitt in die Lehre gehen. Wir hatten jetzt sogar Kunden, da haben wir gesehen, dass 90 Prozent der Anrufe in den Ambulanzen nicht durchkommen. Und das heißt, diese unbeantworteten Anberufe werden halt sehr stark reduziert, was im Endeffekt bei den Patienten zu viel schnelleren Antworten und eben auch höherer Zufriedenheit führt. Fürs Personal ist es so, wenn du heute in der Ambulanz bist, siehst du, das Telefon klingelt einfach die ganze Zeit und ist ein riesiger Faktor, der sehr viel Mitarbeiterzeit bindet. Mit dem Telefonassistenten im Durchschnitt klingelt das Telefon 60 Prozent weniger der Zeit und das Team kann sich halt wesentlich besser auf die Patientinnen und Patienten vor Ort konzentrieren, anstelle halt die ganze Zeit zwischen Telefon und anderen Aufgaben hin und her zu springen. Was kommt am Ende dann dabei raus? Also dieser Bericht, irgendwas wird ja dann erstellt... Irgendjemand muss es sich auch angucken und auswerten, oder? Genau, es kommt auf die Anfrage an. Also wenn der Telefonassistent zum Beispiel einen Termin buchen soll, dann bucht er den einfach in Dr. Lib. Und dann muss sich das erstmal in dem Moment niemand mehr anschauen. Wenn zum Beispiel ein Rezept ausgestellt werden soll, strukturiert er diese Anfrage vor, bereitet eine Zusammenfassung vor. Und das kann natürlich dann von einer Gesundheitsfachkraft viel schneller erledigt werden, als wenn sie erstmal fünf Minuten lang den Anrufbeantworter abhören müsste.
Gibt es auch aus Interesse Situationen, in denen der Telefonassistent sagt, hier an dieser Stelle kann ich nicht weiterhelfen oder will ich nicht weiterhelfen, weil es so eine spezifische Situation ist? Ist das sehr standardisiert oder ist das wirklich für jeden Fall anwendbar? Also was sehr klar ist, dass bei komplizierten medizinischen Anfragen, dass er dann keine medizinischen Entscheidungen trifft in dem Fall, sondern da das Gespräch einfach weiterleitet. Okay, das heißt, immer wenn man was Medizinisches fragt, sagt der Assistent dann, diese Frage kann ich nicht beantworten und dann wird es weitergeleitet? Es ist ja auch typischerweise so, wenn du jetzt in deiner Praxis anrufen würdest und eine sehr spezifische medizinische Frage stellst, bekommst du typischerweise auch gesagt, dass du dafür durchaus in die Praxis kommen darfst und dann speziell mit dem Mediziner dazu sprechen würdest. Okay, verstanden. Hören wir mal rein, wie das klingt.
Hallo, hier ist der Anschluss der Praxis Adlershof. Um unserem Praxisteam die Arbeit zu erleichtern und zur Verbesserung unseres digitalen Praxisassistenten von Dr. Lib, zeichnen wir das Gespräch auf. Infos zum Datenschutz finden Sie auf unserer Website. Wie kann ich Ihnen helfen? Hallo, ich hatte eine Blutkontrolle und ich soll mich bei Ihnen melden, um einen Termin zur Kontrolluntersuchung zu vereinbaren. Möchten Sie einen Termin zur Kontrolluntersuchung buchen? Handelt es sich um eine Nachsorge nach Ihrer Blutkontrolle? Ja, genau.
Sind Sie bereits Patientin in unserer Praxis oder kommen Sie zum ersten Mal zu uns? Ja, das bin ich. Ich heiße Linda Schneider. Vielen Dank, dass Sie mir Ihren Namen genannt haben. Damit ich Sie korrekt zuordnen kann, können Sie mir bitte noch Ihr Geburtsdatum mitteilen? Ich bin am 19.06.1985 geboren. Danke für die Angaben. Dann noch eine Frage. Sind Sie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichert? Ich bin gesetzlich versichert. Wann hätten Sie denn gerne einen Termin zur Kontrolluntersuchung? Gibt es Wochentage oder Tageszeiten, die Ihnen besonders gut oder gar nicht passen? Ich kann immer gut Dienstagvormittag. Ich habe einen Termin am Dienstag, den 2. September um 11 Uhr vormittags, für die Kontrolluntersuchung gefunden. Passt Ihnen dieser Termin? Ging es auch ein bisschen später? Ein späterer Termin am Dienstag um 11.30 Uhr ist verfügbar. Würde dieser Termin für Sie passen? Ja, das passt. Ich werde den Termin am Dienstag, den 2. September, um 11.30 Uhr vormittags für Sie vormerken. Möchten Sie, dass ich diesen Termin jetzt verbindlich für Sie buche? Ja, perfekt.
Herzlichen Dank für Ihre Geduld. Ihr Termin am 2. September 2025 um 11.30 Uhr bei der Praxis Adlershof wurde erfolgreich eingetragen. Vielen Dank für Ihren Anruf und auf Wiederhören. Jetzt können wir nochmal einmal herausarbeiten. Du hattest gesagt KI-basierte Telefonassistenten und KI-basierte Sprechstundenassistenten. Wo ist denn nochmal genau der Unterschied? Also es ist im Endeffekt wirklich ein ganz anderer Use Case. Beide sehr spannend, wirklich bahnbrechend. Der Sprechstundenassistent, da musst du dir vorstellen, du bist im Sprechzimmer mit der Ärztin oder dem Arzt und der Arzt sitzt jetzt nicht mehr hinter dem Bildschirm, tippt wie wild mit, während du sprichst, sondern schaut dich wirklich an, hat beide Hände frei, kann wirklich zuhören. Das ist ein absoluter Game Changer für das Arzt-Patienten-Gespräch.
Das heißt, es ist eine ganz andere Situation. Das eine ist am Telefon, das andere ist wirklich im Office mit Arzt, Ärztin. Und dann was genau macht er denn jetzt? Also was dokumentiert der Assistent? Erklär doch mal ein bisschen genauer. Also während des Arzt-Patienten-Gesprächs läuft der Sprechstundenassistent mit und erstellt im Hintergrund automatisch eine strukturierte Zusammenfassung eures Gesprächs. Also Anamnese, Diagnose, Therapie, so geordnet, wie es eben die Ärztin oder der Arzt sehen möchte. Was auch interessant ist, wenn ihr Smalltalk führt, also zum Beispiel über deinen Hund sprecht, dann erkennt der Sprechstundenassistent es automatisch und nimmt diesen Smalltalk eben gerade nicht mit in die Zusammenfassung auf. Okay, also ja, letztendlich im Moment ist es noch eine Zusammenfassung, aber Update 2.0 ist dann quasi mit Arztbrief. Genau, also generell, the sky is the limit. Also du kannst damit sehr viel, auf jeden Fall sehr viel machen, Arztbriefe erstellen, entsprechend Zusammenfassungen für die Patientenakte erstellen. Es wird sogar möglich sein, auch den Patienten eine Zusammenfassung eures Gesprächs zukommen zu lassen. Okay, verstanden. Und gibt es irgendwas, was dieser Sprach-Sprechstunden-Assistent nicht kann?
Also ähnlich wie der KI-Telefonassistent ist halt hier die KI da zu dokumentieren und zu strukturieren, aber natürlich selbst keine Behandlungsentscheidungen zu treffen. Also die KI ist hier kein Medizinprodukt, deswegen eben nur Assistent, aber spielt nicht Arzt in dem Fall. Okay, vielleicht noch zur praktischen Anwendung. Wenn ich jetzt dort im Sprechzimmer sitze, ich bin Patient und sitze dort und muss ja irgendwie mitbekommen, dass da was aufgezeichnet wird. Ist es dann ein kleines Gerät? Ist es am Computer? Wie funktioniert es genau? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Typischerweise hat die Ärztin oder der Arzt ein kleines Mikrofon im Wartezimmer, was speziell für diesen Anwendungsfall genutzt wird. Okay, also in irgendeiner Form von Aufnahmegerät und dann wird es da mit dem System verknüpft sozusagen?
Sag uns doch mal eben, welche konkreten Mehrwerte liefert euer System denn für eine Klinik? Für Kliniken liefern wir drei ganz zentrale Mehrwerte. Erstens eine verbesserte Wirtschaftlichkeit mit sehr messbarem Return on Invest. Typischerweise würde sich eine Investition in unser System innerhalb der ersten zwölf Monaten für eine Klinik amortisieren. Zum einen werden Kliniken sichtbarer. Die richtigen Patientinnen und Patienten finden eben den Weg zu ihnen. Das heißt, du hast mehr geplante Eingriffe und weniger Patienten über die Rettungsstelle kommen. Dann läuft natürlich auch der Alltag in den Ambulanzen und Stationen einfach runder. Termine sind besser ausgelastet, Vorbereitung klappt reibungsloser und auch die Übergaben zwischen Abteilungen funktionieren effizienter. Ein großer Game-Changer ist auch, dass wir die No-Show-Rate verringern. Typischerweise tauchen 5% aller Patienten nicht auf. Wir schaffen es durch Terminerinnerungen, diese Zahl auf 3% zu senken. Und das heißt natürlich für eine Klinik wesentlich bessere Nutzung freier Kapazitäten, die dann wirklich genutzt werden können.
Zweitens entlasten wir auch die Teams durch unsere automatisierten Workflows und digitale Prozesse. Pro MFA sparen wir durchschnittlich mindestens vier Stunden pro Woche auf eine 40-Stunden-Woche ein, weil eben über Dr.Lib 20 Prozent der Termine online gebucht werden, weil Dokumente digital übermittelt werden etc. Und dadurch steigt natürlich die Personalproduktivität für eine Klinik stark an. Das heißt, im Zeitalter von Fachkräftemangel kann ich auch mit weniger Mitarbeitern die gleiche Fallzahl erbringen. Und der dritte große Mehrwert ist die Vernetzung.
Das heißt, innerhalb einer Klinik oder einem Klinikverbund habe ich dann eine integrierte Patientensteuerung vom MVZ über die Ambulanz bis zur Station und wieder zurück. Und gleichzeitig gibt es auch das Zuweisernetzwerk mit über 100.000 Gesundheitsfachkräften in Deutschland, die Direkttermine vermitteln. In den Krankenhäusern buchen können. Wie würdest du sagen, verändert sich dadurch vielleicht sogar der Arztberuf? Ist es eine grundlegende Veränderung, wie man dann seinen Alltag erlebt? Die User, die wir haben, sagen schon alle sehr übereinstimmend, dass es diesen Arzt-Patienten-Kontakt im Endeffekt viel menschlicher macht. Und die meisten Ärztinnen und Ärzte sagen wirklich, dass sie mehr Befriedigung am Ende aus ihrem Beruf rausziehen, weil sie halt nicht mehr so parallel am PC dokumentieren müssen und gleichzeitig mit dem Patienten sprechen. Also mehr Zwischenmenschlichkeit letztendlich möglich. Gibt es noch andere Vorteile für patientische Patienten? Du hattest noch gesagt, dass die sogar einen Bericht erstellt bekommen, den sie dann lesen können. Noch irgendwas? Auch für Patienten ist es halt schön, Ärzte zu erleben, die halt nicht abgelenkt sind, sondern sehr präsent sind. Klar, macht Sinn. Und für Ärzte ist halt schon sehr klar diese Zeitersparnis, die einen Riesenvorteil bietet. Also wir sagen typischerweise braucht so eine Dokumentation von einem Patienten-Arzt-Gespräch zwei Minuten. Mit der KI schaffen wir diese Zahl auf 30 Sekunden zu reduzieren.
70 Prozent weniger Dokumentationszeit. Wenn man das über alle Patienten über einen Tag hinweg aufsummiert, hat man schon wirklich spürbar weniger Überstunden und weniger Stress für die Ärzte und Ärzte. Ja, es entlastet letztendlich auch das angespannte System. Die Personalsituation wird so ein bisschen entlastet dadurch, verstehe ich. Wie ist es denn mit dem Einsatz aktuell? Also ist das schon etwas, was man finden kann, wenn man jetzt irgendwo in die Klinik geht? Du hattest vorhin Charité und andere Träger auch angesprochen oder ist es etwas, was jetzt noch kommen wird? Also in Frankreich, da läuft der Sprechstundenassistent bereits in Praxen und auch in Krankenhäusern ganz normal im Alltag mit. In Deutschland sind wir ebenfalls in Praxen. Bei Krankenhäusern sind wir bisher in der Pilotierungsphase.
Gibt es da so einen Zeitplan, den du uns schon nennen kannst? Wann ist das geplant, dass es dann auch wirklich flächendeckend eingeführt sein soll? Wir gehen davon aus, dass wir den vollen Rollout Anfang kommenden Jahres machen werden. Also kurz davor fast schon. Sehr gut. Okay. Dann ist natürlich eine relevante Frage. Ich meine, wenn ich jetzt Klinikgeschäftsführer bin und denke, das hört sich gut an, ich möchte das eigentlich gerne bei mir implementieren. Wie genau ist denn das Kostenmodell dafür? Also wie finanziere ich das? Was kostet da genau was, wenn ich solche Assistenten bei mir installieren will?
Wir nutzen für die Assistenten ein Lizenzmodell mit monatlichen Lizenzgebühren. Das ist nicht nur für diese KI-Assistenten so, das gilt ganz allgemein für Dr.Lib gesamt. Und diese Lizenzgebühren sind wirklich all-inclusive, das heißt ohne versteckte Kosten. Und so ein KI-Assistent kann dafür beliebig viele Anrufe in einem Monat annehmen oder beliebig viele Sprechstunden dokumentieren. Okay, das wäre jetzt nämlich meine Rückfrage. Also ich kaufe einmal den Assistenten mit einer Monatsgebühr und gleichzeitig können 50 Leute anrufen und der kann die alle gleichzeitig annehmen. Genau. Wichtig ist natürlich hier auch, der Preis von so einer Lizenz orientiert sich natürlich an deiner Größe. Das heißt, bei Krankenhäusern ist es die Bettenanzahl oder die Anzahl der Ärzte. Ah, okay, verstanden. Und bei dem anderen Modell, bei der Sprechstundenassistenz, ist es da genauso. Man kauft auch die Monatslizenz und hat dann quasi in verschiedenen Sprechzimmern hat man dann die Mikrofone und es ist aber nur eine Lizenz. Genau, auch hier wird es sich an der Anzahl der Ärzte orientieren. Aber du kannst in jedem Fall so viele Sprechstunden, wie du möchtest, in einem Monat dokumentieren.
Ah, okay, verstanden. Also andere Strukturmerkmale sind da für den Preis ausschlaggebend.
Gut, okay. Vielleicht noch das Thema Benchmarks bezüglich eurer Tests. Also was genau im Verhältnis müssen denn diese Assistenten können, um überhaupt ausgerollt zu werden? Die müssen ja eigentlich, müssen sie ja im besten Fall besser sein als das, was der Status Quo gerade hergibt. Sie müssen eigentlich den Status Quo verbessern. Wie messt ihr das? Mit welchen Benchmarks? Also ich glaube, der wichtigste Benchmark ist erstmal, dass die Ärztinnen und Ärzte, die ihn benutzen, wirklich begeistert sein müssen. Etwas technischer gesprochen, was der auf jeden Fall kann, ist, dass er medizinisch kodiert. Also wenn ich zum Beispiel Ohrenschmerzen sagen würde, würde der Assistent es direkt in Otologie übersetzen. Dann ist wichtig, dass er Wichtiges von unwichtigen trennt. Ich hatte den Smalltalk angesprochen. Das heißt, wenn wir so ein bisschen weg vom Krankheitsbild kommen und über irgendwelche anderen Sachen sprechen, ist wichtig, dass er das einfach aussortiert, aber gleichzeitig eben die wichtigen Dinge in Symptomen, Anamnese, Behandlung strukturiert. Man muss natürlich auch die zeitliche Abfolge verstehen. So ein Arztgespräch ist nicht immer komplett linear, dass er eben auch das Gespräch richtig sortiert, wenn es mal hin und her springt. Und vielleicht sogar am wichtigsten, last but not least, darf er natürlich nicht halluzinieren. Also der Assistent, ich hatte schon gesagt, er darf nichts erfinden, soll auch keine eigenen Diagnosen erstellen, sondern er fasst dann nur zusammen, was tatsächlich im Gespräch gesagt wurde. Dann lass uns nochmal über das Thema Hürden sprechen.
Letztendlich ist es ja nicht so, dass man solche Systeme entwickelt und einführt und alles ist sofort perfekt. Also du hast eben gesagt, in Frankreich ist es sogar schon implementiert. In Deutschland sind wir in den Pilotphasen im Moment. Gibt es denn da bei der Entwicklung spezifische Hürden, die du jetzt gerne nennen möchtest? Ist da vielleicht so auch irgendwas anderes in Deutschland als in Frankreich? Also generell ist es natürlich so, dass die Arzt-Patienten-Gespräche mit so einem Assistenten etwas anders ablaufen. Das heißt, auch die Ärztinnen und Ärzte werden...
Alle ihre Beobachtungen laut aussprechen, weil sonst kann der Sprechstundenassistent sie nicht dokumentieren. Und das ist einfach eine Verhaltensänderung, die man erstmal bereit sein muss mitzugehen. Und zweitens ist natürlich, was die ganzen Fachgebiete angeht, haben wir auch da eine gewisse Komplexität. Also jedes Fachgebiet ist ein bisschen anders. Psychiater dokumentieren anders als Kardiologen. Deswegen haben wir dann wirklich für jede Fachrichtung Anpassungen vorgenommen und speziell auch pro Fachrichtung wirklich diesen Assistenten trainiert, damit in jeder Fachrichtung gute Ergebnisse geliefert werden. Okay, das heißt für jede Fachrichtung gibt es ein unterschiedliches KI-Modell, was dem Ganzen zugrunde liegt. Oder sind die ohnehin alle in diesem einen Modul, was man dann kauft, enthalten, oder? Genau, das ist ein Modell, was aber eben auf verschiedene Use Cases hin trainiert wurde. Okay, verstanden. Sehr gut. Gut, dann lass uns jetzt zum Abschluss noch zu deinen Takeaways kommen von heute. Wir haben ja wirklich über die unterschiedlichsten Themen gesprochen. Wir sind eingestiegen mit dem ganzen Thema Patientenfahrt.
Wie möchte ich denn eigentlich als Patient durch die Klinik durchgeführt werden, sodass es für mich am angenehmsten ist? Und das Ganze dann auch aus der Klinikperspektive, wie kriege ich das so hin, dass es möglichst effizient ist? Und dann sind wir weitergegangen zum ganzen Thema KI und wie das Ganze auch intersektoral funktionieren kann, also verschiedene Aspekte, die wir jetzt beleuchtet haben. Gib uns doch mal deine drei wichtigsten Kernbotschaften, die du an die Klinikgeschäftsführerinnen und Klinikgeschäftsführer, die hier zuhören, mitgeben möchtest zu dem ganzen Thema intersektorale und intelligente Patientenfahre. Was würdest du sagen, sollten wir aus dieser Folge unbedingt als Gedanke mitnehmen? Drei Stück. Erstens, denkt in integrierten Patientenfahrten, nicht in Sektoren.
Also verabschiedet euch von der strikten Trennung zwischen ambulant, vorstationär und stationär und nutzt digitale Patientenfahre, um Versorgungslücken, Doppelungen, Reibungsverluste zu vermeiden. Zweitens setzt auf Vernetzung, nicht auf Insellösungen. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist eine Plattform, die wirklich alle Sektoren verbindet. Von der Terminbuchung beim Hausarzt über den stationären Aufenthalt bis hin zur Nachsorge. Nur so eine Plattform kann wirklich lückenlosen Informationsfluss ohne Medienbrüche, ohne Zeitverlust und ohne Übertragungsfehler sicherstellen. Und drittens, nutzt KI strategisch für Menschen, nicht gegen sie. Künstliche Intelligenz richtig eingesetzt verbessert wirklich sehr konkret den Alltag aller Beteiligten, einerseits der Patientinnen und Patienten und auch eures Teams.
Und weniger Administration heißt dann wirklich mehr Zeit für das, worauf es eben wirklich ankommt, nämlich die medizinische Versorgung. Okay, lieber Cornelius, schön, dass du mit dabei warst. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast für diese spannende Folge und danke dir. Dankeschön, Tobias. War schön, hier gewesen zu sein. Du willst keine Folge mehr verpassen? Dann abonniere unseren Podcast und schau regelmäßig auf KMA Online und dem KMA-Link den Kanal vorbei. Hier erfährst du auch zwischen den Episoden alles, was den Klinikmarkt bewegt. Für Feedback, Rückfragen und Kooperationen erreichst du uns unter kma-podcast.thieme.de. Außerdem findest du in den jeweiligen Shownotes der Episoden alle Links zu unseren Gästen und der KMA-Redaktion. Wenn dir der Podcast gefällt, freuen wir uns riesig über eine 5-Sterne-Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du uns hörst. Bis zur nächsten Folge, wie immer am letzten Dienstag im Monat.