Die falsche Dosierung, unbemerkte Wechselwirkungen oder nicht der richtige Einnahmezeitpunkt. Bei der Medikation im Krankenhaus können schwerwiegende Fehler auftreten. Dabei korreliert der Digitalisierungsstand der Klinik direkt mit der Patientensicherheit. Ich möchte die Pflege zurück zum Patientenbett bringen. Das können wir mit intelligenten technologischen Lösungen schaffen. Dass wir hier auch digital bleiben und keine manuelle Bruchstelle produzieren. Das heißt, das große Ziel ist, dass wir keine vermeidbaren Medikationsfehler aufkommen lassen in Zukunft. Unsere heutigen Gäste, Anne Seemann, Apothekerin und Spezialistin für digitales Medikationsmanagement von MESALVO und Nora Kinnunen, internationale Kommunikatorin bei Medanetz für digitale Lösungen zur sicheren Pflege- und Medikationsprozessen, geben uns Einblicke, wie Kliniken ihre Patientensicherheit durch Closed-Loop-Medication-Management deutlich erhöhen können. Wir schauen uns außerdem an, was es braucht, den digitalen Loop Schritt für Schritt zu schließen.
Das Krankenhaus der Zukunft. Der KMA-Podcast mit Dr. Tobias Krieg. Diese Episode ist eine exklusive Kooperationsfolge mit unserem Partner Mesalvo. Liebe Anne, liebe Nora, schön, dass ihr da seid. Wenn du, Anne, heute in einem deutschen Krankenhaus liegst, wie sicher ist denn da eigentlich die Medikation und wie viele Fehler passieren eigentlich, die vermeidbar wären? Hallo, schön, dass wir da sein dürfen. Ich würde zur Einführung kurz mit ein paar Fakten beginnen.
Medikationsfehler sind weltweit eine der Hauptursachen für unerwünschte Ereignisse und Patientenschaden. Das heißt auch der häufigste Grund für die Sterblichkeit in Krankenhäusern. Es gibt dazu eine WHO-Meta-Analyse, die sagt, dass 25 Prozent aller vermeidbarer Patientenschäden medikationsbedingt sind, was ja schon ziemlich viel ist. Dabei beziehen sie sich quasi nicht nur auf die Verordnung, sondern auch auf Fehler bei der Verabreichung und bei der Dokumentation. Und wenn ich diese Zahlen mir anschaue und dann überlege, wenn ich im Krankenhaus liege, was ist dann mit mir, muss ich ja erstmal unterscheiden, in welchem Krankenhaus liege ich.
Meine erste Station, auf die ich mich befinden kann, ist eine Station, die papierbasiert dokumentiert. Das heißt, sie dokumentieren alles auf so einem Papierkadex, Was dazu führt, dass wenn meine Akte voll ist und ein neues Blatt angefangen wird, viele Übertragungsfehler passieren können. Der Arzt kann eine schwer lesbare Schrift haben und zum Schluss ist die Doku vielleicht ziemlich lückenhaft. Ich würde mich hier also sehr unwohl fühlen als Patient und Angst haben, dass jemand den Überblick über meine Daten und meine Medikation verliert. Die zweite Station wäre eine, die schon die Digitalisierung angetreten hat. Das heißt, Sie haben eine digitale Patientenakte und hier passieren immerhin schon keine Übertragungsfehler, aber es gibt oft auch keine intelligente Prüfung der Arzneimittel. Und so komme ich zur dritten Station, wo ich dann schon noch sehr lieber liegen würde. Das ist die, die einen Arzneimitteltherapie-Sicherheits-Check noch zusätzlich eingebaut haben.
Kurz gesagt, das ist der AMTS-Check. Ich glaube, diese Abkürzung werde ich im Podcast auch öfters verwenden, sodass ich das jetzt hier schon mal gleich ankündige. Hierzu haben wir ein paar Daten mit der Uniklinik Erlangen erhoben, die sagen, dass 11,2 Warnmeldungen pro Patient auftreten, die die Medikation betreffen. Davon sind 56 Prozent eine Interaktion. Das heißt, dass zwei Arzneimittel miteinander nicht gut funktionieren. Und im Schnitt zwei davon sind ein schwerwiegendes Risiko. Ich hake schon mal zwischendurch ein. Also ich habe so vieles schon aufgenommen. Du hast begonnen mit 25 Prozent, wenn ich das richtig verstanden habe, der Krankenhausfehler oder Fehlbehandlungen entstehen durch Medikationen. Also die Ursache für eine Fehlbehandlung im Krankenhaus zu 25 Prozent liegt das an der Medikation, was ja schon ziemlich viel ist. Und dann hast du aber auch auf meine Frage im Grunde gesagt... Es kommt drauf an. Also im Sinne von, ob das passiert, kommt drauf an. Nämlich auf diese verschiedenen Stufen, die du gerade erklärt hast, in was für einer Station ich denn eigentlich liege. Zum Beispiel auch, wie digital die ist. Richtig? Ja, genau. Das steht direkt in Korrelation mit meiner Sicherheit. Bisher war das alles sehr abstrakt und deshalb habe ich mir ein Beispiel überlegt, wenn ich für eine Operation ins Krankenhaus komme und einen Blutverdöner nehme, zum Beispiel Apixaban.
Und dann soll ich gegen meine Schmerzen, die ich jetzt vor meiner OP auch habe, Ibuprofen bekommen. Dann ist es eine schwerwiegende Interaktion, weil lebensbedrohliche Blutungen auftreten können, vor allem im Gastrointestinaltrakt. Und so ein AMTS-Check würde erkennen, dass hier eine schwerwiegende Interaktion vorliegt und direkt warnen und sagen, lieber Arzt, nimm doch als Alternative ein Paracetamol, dann haben wir diese mögliche Nebenwirkungen nicht. Und damit würde ich mich ja schon sehr viel sicherer fühlen als Patient oder meine Medikationssicherheit ist sehr viel höher. Es gibt quasi noch eine letzte Station, auf der ich am liebsten liegen würde. Ich würde nicht so gerne auf der letzten Station liegen, aber was ist die letzte Station? Genau, diese Station hat Closed-Loop-Medication-Management. Das heißt zusätzlich zu dem AMTS-Check auch noch eine sichere Gabe der Medikation mit einem Barcode-Scan. Das heißt, die Vergabe wird durch einen Barcode-Scan kontrolliert. Und da gibt es jetzt eine dänische Studie dazu und die sagen, dadurch wird nochmal 57 Prozent der Medikationsfehler gesenkt.
Und genau, würde ich wählen können, wenn ich in einem Krankenhaus liege, würde ich mich auf jeden Fall auf die Closed-Loop-Medication-Management-Station legen lassen. Sehr gut, jetzt hast du im Grunde schon das wichtige Stichwort, über das wir heute sprechen wollen, auch angesprochen, Closed-Loop-Medication-Management. Vorher, also bevor wir das nochmal ein bisschen genauer definieren und noch ein bisschen tiefer einsteigen, ich hatte dich ja gefragt, wie viel... Prozent der Fehler lassen sich denn beim Thema Medikation vermeiden? Mein Wunsch wäre gewesen, du sagst einfach, ja eigentlich alle, aber jetzt hast du in den verschiedenen Studien Wahrscheinlichkeiten genannt. Also wenn man jetzt alle Medikationsfehler, die in einer Station auftreten können, nimmt, wie viele davon lassen sich denn mit der höchsten Stufe, mit der letzten Stationsart unterm Strich vermeiden?
Ich glaube, so genau kann man das gar nicht sagen, weil Medikationsfehler oft leise passieren. Das heißt, man merkt manchmal gar nicht, dass einer Person es schlecht geht, weil es eine Arzneimitteltherapie-Sicherheitsnebenwirkung ist. Also zum Beispiel, wenn ein älterer Patient verwirrt ist, dann denkt man sich, der kriegt Demenz, noch eine Erkrankung mehr und man kommt nicht auf die Idee, dass es an dem neuen Antikulinergikum liegen kann. Deshalb kann man das sehr schlecht vergleichen. Wie viele Medikationsnebenwirkungen kann man verhindern, weil man ja keinen Normwert sozusagen hat. Okay, ich verstehe. Aber sagen wir mal, es lässt sich schon signifikant reduzieren, indem man entsprechende digitale Maßnahmen schafft. So viel lässt sich feststellen, oder? Genau, richtig. Okay, dann lass uns mal einsteigen in das ganze Thema Closed-Loop-Medication-Management. Das klingt ja schon, als hätte sich da jemand ganz viele Gedanken gemacht. Und das Wort hat man durchaus wahrscheinlich in vielen Krankenhäusern auch schon gehört. aber wahrscheinlich noch nicht in allen Krankenhäusern implementiert. Erklär uns mal, wie läuft denn dieser Prozess in den deutschen Kliniken oft ab? Also wie funktioniert es eigentlich von der Aufnahme bis zur Verabreichung von Medikamenten? Und danach setzen wir es dann mal ins Verhältnis zu Closed-Loop-Medication-Management.
Genau, also ich glaube, aktuell läuft es in vielen Krankenhäusern so, dass man aufgenommen wird. Das heißt, seine Dauermedikation wird erfasst. Und hier ist meine Erfahrung aus Krankenhäusern, dass schon sehr viele Patienten den bundeseinheitlichen Medikationsplan haben. Das heißt, der wird dann einfach eingescannt und die Dauermedikation ist erfasst, sofern die Klinik eben schon digitalisiert ist. Ansonsten wird hier ja schon das Ganze per Hand übertragen auf den Papierkadex. Dann findet eine Verordnung über den Arzt in der Kurve oder auf Papier statt und hier zählt sehr viel die Erfahrung der Ärzte. Das heißt, die Ärzte und deren Erfahrung gewährleisten die Arzneimitteltherapie Sicherheit.
Anschließend wird dann nachts meistens die Medikation gestellt von den Pflegekräften. Das heißt, entweder drucken sie sich aus der Kurve die Medikationsliste aus oder nehmen eben das Papier mit in ihr Stationszimmer und bereiten dort die Medikation für den nächsten Tag vor, was ja meistens dieses typische morgens, mittags, abends, nachts ist und geben diese Medikation dann in den Dispenser. Das heißt, hier dieser Schritt ist sehr manuell geprägt. Und die Vergabe am nächsten Tag am Patientenbett erfolgt dann so, dass man den Dispenser einfach an die Patienten austeilt zum Einnahmezeitpunkt und die nehmen dann die Medikation eigentlich selbstständig ein. Ich denke, dokumentiert werden dann meistens nur die Abweichungen, wenn ein Patient es sozusagen nicht eingenommen hat, weil die Pflegekraft ja bei der Einnahme oftmals gar nicht direkt neben dem Bett steht. Das heißt, wir verlassen uns hier sehr viel auf Routine, auf Verantwortung, die die Ärzte und die Pflegekräfte tragen und haben hier durch sehr viele manuelle Schritte auch eine hohe Fehleranfälligkeit. Genau, und ich denke, eines von den größten Problemen ist, dass es keine letzte Sicherheitskontrolle am Bett stattfindet, oft. Und Studien zeigen uns, dass mehr als die Hälfte der Medikationsfehler bei der Verabreichung der Medikamente, das heißt am Bett, auftreten. Das heißt, hier ziehen sich die Fehler auch komplett unbemerkt durch. Ja, verstehe ich. Okay.
Also Hauptursache für, also nicht nur am Bett, du sagst jetzt am Bett zu einem großen Prozentsatz, aber auch vorher war ja schon sehr viel analog und es hängt sehr viel von einzelnen Menschen ab, ob die Arzneimitteltherapiesicherheit gewährleistet ist. So ist also der Status quo in vielen Kliniken heute noch, richtig? Genau. Und jetzt springen wir quasi gedanklich weiter ins Digitale und Nora, du kannst uns jetzt noch mal ein bisschen genauer erklären, was einen digitalen Loop von diesem analogen Prozess, der so abhängig von einzelnen Menschen ist, unterscheidet. Erklär mal, wie funktioniert es digital?
Was den digitalen Loop vom analogen unterscheidet, ist letztendlich die Sicherheit. Beim analogen Prozess vertrauen wir auf Digitalisierung. Papier, beziehungsweise Menschen, die vor allem unter Zeitdruck Fehler machen könnten.
Und beim digitalen Prozess haben wir zusätzliche Schusssichten. Wir haben strukturierte Verordnung, wir haben automatische Prüfungen, wir haben Apotheke-Integration und am Bett haben wir dann noch das Bargoat-Scan, wo die Pflegekräfte den Patienten oder die Patienten elektronisch identifizieren. Und dann auch das Medikament einscannen und das System prüft, ob das das richtige Medikament für den richtigen Patienten oder Patienten ist. Studien bestätigen, dass Fehler durch diesen Closed-Loop-Medication-Management beheben werden können. Dabei ist aber zu beachten, dass diese digitale Lösungen dann auch bisher unbeachtete Fehler sichtbar machen. Das Problem beim analogen Prozess ist auch, dass wir eigentlich nicht immer wissen, dass wir Fehler machen. Und deswegen, wenn man dann den analogen und den digitalen Prozess vergleicht, ist es nicht ausreichend, nur Fehlerquoten oder gemeldete Fallzahlen zu Medikationsfehler zu vergleichen, sondern wir müssen das Gesamtbild beachten. Das macht Sinn, ist aber ja im Grunde was Positives. Also aus Patientensicht ist mir das ja lieber, wenn ein Fehler auffällt durch das digitale System, der vorher gar nicht aufgefallen wäre, weil mich das sicherer macht. Also ich bin ja dann abgesichert. Ich stelle mir diesen digitalen Prozess so ein bisschen als Extra-Kontroll-Mechanismus, Extra-Kontroll-Schicht vor.
Die eben den Menschen ergänzt. Sie ersetzt ja nicht die Kontrolle, die durch die Menschen passiert, richtig? Ganz genau. Ich hoffe, dass die Menschen dann immer noch selber denken. Ist hoffentlich auch eure Erfahrung, dass sie sich nicht zu 100% nur auf das verlassen, was dann in dem digitalen Tool steht. Was mich noch interessieren würde, ist, wenn ihr nochmal so die ganz typischen.
Also Bruchstellen, also wo, du hast jetzt gesagt am Bett, das fand ich ganz interessant, also der Großteil passiert am Bett an Fehlern. Da fragt man sich ja aber, was genau eigentlich? Also weil theoretisch habe ich da mein Tablett und ich muss einfach nur das Medikament austeilen. Was genau ist eigentlich der Fehler, der da passiert zum Beispiel? Also was genau geht da schief? Ich glaube, an der Stelle würde ich voll gerne nochmal gegenüberstellen, diesen typischen Closed-Loop gegenüber den analogen Bruchstellen und quasi einmal gesamthaft anschauen, wie ist ein geschlossener Kreislauf vom Patienten und wie ist der analoge Prozess. Und dieses typische Closed-Loop-Medication-Management beginnt schon in der Aufnahme von Patienten, dass der Medikationsplan eingescannt wird und dann direkt auf die Hausliste übersetzt wird sozusagen. Das heißt, das, was wir als Apotheke vorrätig haben im Krankenhaus. Und schon dieser Schritt ist quasi analog ja nicht möglich. Dann guckt man halt, was ist im Medikamentenschrank vorrätig und nimmt es dann hinzu zur Therapie, wodurch schon Fehler entstehen können, dass es eine falsche Dosierung zum Beispiel verabreicht wird. Der nächste Schritt des Closed-Loop-Medication-Managements ist dann die Verordnung, die quasi beim Closed-Loop-Medication-Management digital in der Kurve stattfindet und hier dann direkt das System auf Arzneimitteltherapie-Sicherheit überprüft.
Im Gegensatz dazu hat eine analoge Verordnung keine Prüfung. Jetzt kommen wir quasi zu einem wichtigen Punkt im Closed-Loop-Medication-Management. Hier werden die Apotheker mit hinzugezogen. Das heißt, die Pharmazeuten überprüfen auch nochmal die Medikation auf ihre Arzneimitteltherapie-Sicherheit. Was unserer Erfahrung nach im analogen Prozess nicht der Fall ist.
Dann kommen die größten Bruchstellen. Closed-Loop-Medication-Management wird jetzt quasi die Verordnung des Patienten, die ja digital in der Kurve erfasst wurde, an einen Unit-Dose-Automaten gesendet. Das ist direkt angeschlossen und dieser Unit-Dose-Automat verpackt dann die einzelnen Tabletten, Patienten individuell in Blister und fasst sie mit einem QR-Code. Der kodiert, für welchen Patienten ist es und in welcher Dosierung, zu welchem Einnahmezeitpunkt welches Medikament. Und hier ist der größte Bruch gegenüber dem analogen Prozess.
Dass die Pflege im Analogen die Stellliste ausdruckt und manuell stellt. Das heißt, hier können viele Fehler passieren, weil man kurz abgelenkt ist, weil die Klingel geht und man dann doch nochmal auf ein Patientenzimmer muss. Und das wird im Closed-Loop-Medication-Management digital passieren, das heißt ohne Bruchstellen und ohne manuelle Fehler. Und zum Schluss kommt man beim Closed-Loop-Medication-Management zur Verabreichung oder Vergabe eben direkt am Patientenbett. Nura, an der Stelle kannst du uns noch mehr erzählen. Ja, genau. Das ist der entscheidende Punkt. Am Bett prüft die Pflegekraft durch simples Scannen des Patientenarmbands und des Medikaments, ob alles korrekt ist. Und wenn ja, wird die Gabe dann automatisch dokumentiert. Aber wenn nicht, gibt das System eine Warnung, eben bevor etwas passiert. Und zusammengefasst sicherstellen wir mit Closed-Group-Medication-Management den sogenannten 6R-Regel den richtigen Patienten, das richtige Medikament.
Die richtige Dosierung, die richtige Zeit, die richtige Applikationsform und die richtige Dokumentation. Okay, das habt ihr wirklich schön erklärt. Ich frage mich ganz ehrlich, wenn ich das so höre, warum nicht eigentlich jede Klinik so ein Closed-Loop-Medication-Management-System hat. Es ist so logisch, es hilft, die Patientensicherheit zu erhöhen. Kliniken investieren jetzt gerade aktuell ganz viele Millionen in robotische OP-Geräte oder andere Technologien. Warum wird noch so viel Medikation über handschriftliche Notizen dokumentiert und verordnet? Das fragen wir uns auch.
Ich denke, es hat viel mit einer Wirkung nach außen zu tun. So ein OP-Roboter ist ja voll das Prestigeprojekt. Die Klinik investiert in die Zukunft. Und Medikation hatten wir jetzt schon öfters davon, ist ein unsichtbarer Prozess. Das heißt, das bleibt ja oft unbemerkt und kommt gar nicht so doll hoch, wenn ein Medikationsfehler passiert. Meistens merkt man ja gar nicht, dass eine Nebenwirkung oder dass ein Symptom eine Nebenwirkung ist von einem Medikament. Und dann vergehen Tage bis Wochen, bis man merkt, oh je, vielleicht liegt es an der Medikation, das dem Patienten nicht so gut geht. Ich denke, es liegt auch ein bisschen an der Historie. Viele Kliniken beginnen jetzt erst mit der Digitalisierung, getrieben durch das KHZG, Krankenhauszukunftsgesetz. Da ist das Closed-Loop-Medication-Management erst der nächste Schritt, der jetzt logischerweise kommt. Das heißt, wir haben da noch sehr viel vor uns und sehr viel Potenzial in Kliniken, die Sicherheit zu erhöhen. Und quasi mit Closed-Glub-Medication-Management den größten Sicherheitshebel dafür.
Und Nora, warum würdest du sagen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das zu tun als Klinik? Also ist jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt? Ja, gerade jetzt ist der Druck auf Stationen in Krankenhäusern hoch. Wir haben Zeitmangel, wir haben Fachkräftemangel und dadurch arbeiten die Fachkräfte in wechselnden Teams. Sie haben wie immer eine hohe Verantwortung in ihrer Arbeit. Also sowohl global als auch in Deutschland haben wir das Phänomen, dass wir mehr Patienten als Pflegekräfte haben und es wird nicht besser. Wir wissen, laut Befragungen sei der Stress und Arbeitsdruck von Krankenpflegefachkräften zugenommen. Und wie gesagt, andererseits zeigen Studien, dass mehr als die Hälfte der Medikationsfälle bei der Verabreichung der Medikamente auftreten. Und diese Phänomene sind miteinander verbunden.
Ich würde noch ein paar Sachen ergänzen. Wir haben ja auch sehr viel komplexere Therapien heutzutage, wenn man an eine Chemotherapie denkt. Das ist die onkologische Therapie einerseits oder die onkologischen Arzneimittel. Es ist aber dazu auch noch die Begleitmedikation, die zur Chemotherapie dazukommt. Und dann hat der Patient aber auch noch die Dauermedikation. Und hier Überblick zu behalten über all diese Faktoren ist nur möglich, wenn man sagt, okay, wir dokumentieren alles in einem System und wir machen es so sicher wie möglich. Und gleichzeitig, aus meiner Erfahrung, haben Patienten jetzt ja auch schon höhere Erwartungen. Jeder hat Zugang zum Internet und kann sich selbst informieren. Das heißt, wir müssen als Klinik oder als Dienstleister ja mitziehen und höhere Standards an den Tag legen. Und ich möchte auch noch was zum Fachkräftemangel sagen. Reibungslose Arbeitsabläufe und die Nutzerfreundlichkeit der Werkzeuge, der technologischen Lösungen haben einen sehr hohen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung und die Attraktivität des Arbeitgebers. Also Krankenhäuser kämpfen als Arbeitgeber um die besten Fachkräfte. Für Pflegefachkräfte sind die Reduzierung des Zeitaufwands für die Dokumentation und die Verlängerung der Zeit für die eigentliche Patientenarbeit oft wichtige Motivationsfaktoren.
Die ihnen helfen, sich bei der Arbeit wohlzufühlen und somit in ihrem Beruf zu bleiben. Ich glaube, solche Verbesserungen können durch die wirklich benutzerfreundliche, technologische Lösungen erreicht werden. Und das hat tatsächlich unsere Kunde in Schweden uns bestätigt, dass unsere mobile Lösung eine solche Wirkung hat. Ja, das sind ja wirklich tragende Argumente, gerade auch das Thema Fachkräfte und die Arbeit dieser Menschen zu erleichtern und denen ihren Arbeitsalltag angenehmer zu machen. Ich glaube, das trägt ziemlich stark. Jetzt, ich denke mir mal, viele Kliniken überlegen vielleicht schon, wie könnte ich denn so ein System einführen und sind aber noch in einer Situation, wo sie sich vielleicht vorstellen, dass das kompliziert ist oder komplex ist, jetzt von diesem ganz analogen Prozess per Stift und Prozesse, die man ohnehin schon seit Jahren etabliert hat.
Die auf einmal aufzubrechen, ist ja ohnehin immer gar nicht so einfach. Wenn man jetzt als Klinik überlegt, ich will jetzt von dem Status Quo zu einem Closed-Loop-Medication-Management-System hinkommen. Nora, wie klappt das? Wie funktioniert das? Kannst du versuchen, das mal zu beschreiben, wie so ein Prozess aussieht, welche Schritte man gehen muss? Genau. Du hast recht, einen komplett geschlossenen Medikationsprozess zu erreichen. Das ist eine große Herausforderung. Das ist, glaube ich, auch der Grund, warum nicht alle Krankenhäuser das schon haben. Wenn wir an den Medikationsprozess denken oder an die medikamentöse Behandlung denken, das ist ein komplexer Prozess. Wichtig wäre es, Schritt für Schritt zu arbeiten. Allein die Möglichkeit.
Aktuelle Medikationsdaten des Patienten in der Kitteltasse zur Verfügung zu haben und die Verabreichung am Patientenbett dokumentieren zu können, wird dazu beitragen, die Patientensicherheit zu verbessern und die Arbeit der Fachkräfte zu erleichtern. Das heißt, du willst gar nicht mit dem großen Systemwechsel einsteigen, sondern du willst im ersten Schritt erstmal nur einen Prozess digitalisieren und damit anfangen? Nämlich die Dokumentation? Genau. Und dazu habe ich ein Praxisbeispiel von unserem Kunden in Finnland. Das ist das Uniklinikum Turku. Sie haben mit mobiler Dokumentation der Medikamenten für Abbreichung begonnen und schon damit gute Erfahrungen gemacht. Der aktuelle Stand ist, sie haben ein neues Krankenhaus gebaut und dort werden zunächst intelligente Medikamentenschränke im Einsatz genommen werden. Zukünftige Pläne umfassen die Einführung dieser intelligenten Medikamentenschränke.
Die Informationen über die Medikamentennutzung an die Apotheke senden und dann die Medikamentenausgabe zu erleichtern. Wenn jetzt eine Klinik überlegt, die Schritte beispielsweise mit euch zu gehen, was sollte eine Klinik denn mitbringen, um Closed-Loop-Medication einführen zu können? Das ist vor allem einfach die Motivation und dann kriegt man es auf jeden Fall irgendwie hin oder gibt es irgendwelche technischen Voraussetzungen? Braucht man bestimmte Mitarbeitende? Wie sollte man das überlegen? Genau, also wichtig sind auf jeden Fall motivierte Mitarbeiter und ein engagiertes Projektteam, was zusammengesetzt sein muss aus Ärzten, Pflegekräften, Apothekern und der internen IT. Das heißt eine wilde Mixtur, weil unserer Erfahrung nach wird das Projekt erst richtig gut, wenn man viel Input in der Implementierungsphase leistet. Das heißt, hier können wir Verordnungsvorlagen bauen und Arbeitsstandards definieren, die dann nachher den Arbeitsalltag sehr viel besser machen oder erleichtern. Dann sollte eine Klinik gleichzeitig einen erfahrenen Partner wählen, also einen Softwareanbieter, der jahrelang Erfahrung in der Healthcare-IT-Branche hat, vielleicht uns zum Beispiel. Und was natürlich wichtig ist, dass man klare Prozesse und eine hohe Datenqualität benötigt. Das heißt, man braucht einen geführten Workflow.
Man muss in der Software gestützt werden, diesen Closed-Loop-Medication-Management-Prozess zu durchlaufen. So haben wir schon zahlreiche Kliniken damit entwickelt. Bisher im Einsatz, die durch unsere Software da gestützt werden. Und man braucht eben diese hohe Datenqualität in der Software. Das heißt, die Arzneimitteldaten müssen strukturiert vorhanden sein. Und bei uns zum Beispiel werden sie sogar noch durch ein Team von Apotheker kontrolliert und editiert, sodass diese sogenannten Validatoren nennen wir die. Das heißt... 30 Werkzeuge, um die Arzneimittelsicherheit zu überprüfen, dass die quasi eine hohe Datenqualität haben. Dann geben wir quasi der Klinik an der Stelle nicht nur einfach die Warnmeldung mit, sondern auch ein klinisches Management und sind so mittlerweile bei 89.000 aktiven Medikamenten mit Arzneimitteltherapie-Sicherheitswarnungen angekommen.
Das heißt, hier können wir viel mit auf den Weg geben. Und was die Klinik auf jeden Fall nicht unterschätzen darf, was oftmals der Fall ist, ist die Infrastruktur, denn man muss sich so einen Unit-Dose-Automat anschaffen. Und genau, das kommt meistens jetzt erst in den Prozess, dass Kliniken haben eine digitale Akte und die haben auch mobile Geräte zur Vergabe der Medikation. Aber dieser eine Schritt fehlt manchmal noch, dass sie keinen Unit-Dose-Automaten haben, um die Medikamente zu verblistern. Und hierfür benötigt die Klinik einen separaten Raum, der klimatisch kontrolliert ist, was oftmals erst mal gefunden werden muss auf so einem Klinikgelände. Und dann muss sich die Klinik noch entscheiden, ob sie eine Unit-Dose-Maschine oder einen anonymen Kommissionierer kaufen möchten. Dieser anonyme Kommissionierer ist noch gar nicht so bekannt. Der blistert zunächst nur die Medikamente ohne Patientenbezug und liefert diese anonymen Blister dann auf die Station und dort werden sie erst Patienten individuell in Schubladen eines Cabinets gefüllt. So muss man sich nach und nach Gedanken machen, was man alles für den Prozess braucht und am Ende, wenn man das Ganze implementiert hat, ist natürlich ein hoher Erfolgsfaktor gute Schulung, dass alle Mitarbeiter mitgenommen werden und dann spüren sie auch direkt die Entlastung.
Wenn sie weniger Rückfragen haben, weil sie jetzt die Arztschrift nicht mehr lesen können, dann macht es den Pflegekräften direkt Spaß, die Software einzusetzen und dann sind alle eigentlich immer richtig mitgenommen und begeistert. Sehr gut. Ja, Nora? Das Mitnehmen von allen Mitarbeitern und Bezugsgruppen darf man nicht unterschätzen. Ich hatte vorhin das Finneser Uniklinikum erwähnt und dort hat die Organisation wirklich gemeinsam mit verschiedenen Bezugsgruppen am Tisch gesessen. Prozesse zusammen verfeinert, auch die Endnutzer, die Pflegefachkräfte durch ein Pilotprojekt aktiv eingebunden und so proaktiv mit den verschiedenen Bezugsgruppen zusammengearbeitet. Und das Resultat ist sehr gut geworden. Vor allem die Pflegefachkräfte wollen die Lösungen, die mobile App und im Endeffekt, dass die Lösungen für das Closed-Loop-Medication-Management wirklich bekommen und genau sind sehr zufrieden damit. Also es ist wahrscheinlich wie bei so vielen Change-Projekten eine ganz große Kommunikationsaufgabe, auch alle Leute mitzunehmen und auch zu begeistern, wobei das System offensichtlich, wie ihr das beschrieben habt, selbst schon durch die Mehrwerte eine gewisse Begeisterung auslöst. Von daher, das ist schon mal gut.
Nichtsdestotrotz, wenn man es realistisch betrachtet, ist es eben auch ein gewisser Aufwand für eine Klinik, so eine Umstellung zu machen. Und wenn man aber einen guten Partner an seiner Seite hat, gute Partnerunternehmen, die sich mit sowas auskennen, dann kriegt man das hin. Und ihr habt ja gesagt, ihr habt da einiges an Erfahrung schon, auch international. Deshalb kann man da sehr gerne auf euch zukommen, denke ich mal. Ich springe nochmal zu einem Begriff, den finde ich faszinierend, bevor wir uns nochmal ein bisschen genauer angucken, was eure beiden Unternehmen oder eure beiden Lösungen machen.
Pharmazeutische Validierung, ich lerne ja auch immer noch ganz viel dazu in diesem Podcast. Das ist sowas, erklärt das vielleicht nochmal genau, welche Rolle spielt pharmazeutische Validierung in diesem gesamten Prozess und was hat das jetzt mit Closed-Loop-Management-System zu tun? Genau, ich finde, das ist ein super wichtiger Prozess, den aber Krankenhäuser erst noch lernen einzuführen. Aktuell arbeitet die Apotheke so ein bisschen im Keller und macht Wurschtel da vor sich hin und Apotheker haben ein super großes Wissen über Arzneimittel und Krankenhäuser. Die haben nachher den Gesamtüberblick über die Medikation eines Patienten. Das heißt, die schauen drauf und schauen sich alles an. Was nimmt der Patient daheim? Was nimmt er in der Klinik? Was sind seine Laborwerte?
Und können das alles miteinander korrelieren und haben diesen Gesamtüberblick. Dabei unterstützt werden sie zum Beispiel bei uns durch diese Validatoren. Das heißt, sie haben einen Button, da drücken sie dann drauf und sagen, prüfe einmal. Und dann wird alles im System überprüft. Und die Apotheker sind letzten Endes an der Stelle da, um eine Einschätzung dem Arzt zu geben, ob er noch was ändern soll an der Medikation. Der Arzt kriegt diese Warnmeldung zwar auch und zwar immer während der Verordnung. Da kann man aber auch drüber hinweggehen und der Apotheker muss dann nachher alles gesamtheitlich betrachten. Wir haben eine Studie, dass 70 Prozent der Ärzte die Therapie anpassen, nachdem sie diese Warnmeldung bekommen. und trotzdem findet die Apotheke dann immer wieder noch Verbesserungshinweise und kann den Arzt die mit auf den Weg geben. Manche Kliniken treiben es sogar dann so weit, dass sie sagen, sie geben die Medikamente nicht nur ärztlich frei, sondern auch pharmazeutisch. Und bevor sie nicht pharmazeutisch validiert sind, also apothekerlich freigegeben sind, dann dürfen sie auch noch gar nicht beim Unidose-Automat bestellt werden. Das ist noch so eine zusätzliche Sicherheitsstufe, die man liefern kann, Wo man sich als Krankenhaus überlegen muss, kann ich da einen Apotheker auf die Seite stellen, der sich damit beschäftigt, wo man aber seinen Patienten nochmal eine riesige Sicherheitsstufe mit dazugeben kann. Diese Palettatoren sind von uns pharmazeutisch priorisiert. Das heißt, auf der anderen Seite sitzen bei uns in der Software auch Pharmazeuten und schauen sich das an, dass sie da gutes Wissen weitergeben.
Okay, das klingt auf jeden Fall nach einem sinnvollen Prozess, einer sinnvollen Ergänzung zu dem eigentlich aktuell ja von den Apothekerinnen und Apothekern abhängigen Prozessen. Also wenn das Gehirn des Apothekers, der Apothekerin macht ja im Grunde alle möglichen Validierungen, Arzneimittel, Korrelationen momentan selber und ihr helft eben digital dabei, das zu unterstützen. So habe ich das jetzt bestanden. Genau richtig. Wir geben da im Prinzip nicht nur Interaktion mit auf den Weg, sondern sagen auch, guck mal, die Dosis muss angepasst werden wegen der Nierenfunktion oder die Frau ist schwanger, die darf das Medikament nicht nehmen. Wir hatten vorhin das Beispiel mit dem Alter. Da beziehen wir zum Beispiel die Priskus-Vorteilliste mit ein und sagen, Achtung, der Patient ist alt, der sollte die und die Medikation nicht bekommen und bieten Alternativen und der Apotheker hat dann das Recht quasi, das dem Arzt vorzuschlagen und mal gesamtheitlich zu bewerten. Sehr gut.
Okay, dann lasst uns mal weiterspringen. Es ist ja... Mittlerweile wahrscheinlich schon klar geworden, dass ihr beide Vertreterinnen seid von zwei verschiedenen Softwarelösungen. Die eine Lösung nennt sich MESALVO und die andere Lösung nennt sich Medanet. Und ihr könnt uns jetzt vielleicht nochmal genauer erklären, an welchem Punkt in diesem Prozess diese beiden Lösungen ansetzen.
Also vielleicht Anne zuerst. Unsere Lösung ist quasi die digitale Verordnung, also die Kurve, wo dann die Medikamente einerseits bei der Aufnahme erfasst werden, wo die Verordnung stattfindet, wo tief integriert dann der Arzneimitteltherapie-Sicherheitscheck stattfindet. Das heißt, das ist in sehr vielen Kurven nicht vorhanden, sondern das ist hier tief integriert, dass wir die Medikation anordnen und den Sicherheitscheck gleich mit drin haben. Man dokumentiert hier zum Beispiel auch pflegerische Tätigkeiten und dann schicken wir das quasi an den Kommissionierer, der ist extern, der ist nicht von uns und nachher arbeiten wir aber bei der Vergabe wieder in der Software, dokumentieren dort die Medikationsvergabe und dann letzten Endes kommen wir zur Verabreichung und hier vergebe ich jetzt an Nora. Ja, genau. Wir als Medanets machen quasi das Scanning for Safety. Also wir machen die letzte Sicherheitskontrolle am Bett. Die Pflegekraft wird beim Einlocken elektronisch identifiziert und dann identifiziert die Pflegekraft quasi den Angriff. Patienten, indem sie den Patientenarmband einscannt und dann scannt sie das Medikament ein und in der App passiert die Sicherheitskontrolle und wenn alles richtig ist, wird die Dokumentation automatisch, die Vergabedokumentation automatisch gemacht.
Die Medanets mobile App hat dann auch viele andere Funktionen zur Pflegedokumentation am Bett, aber in diesem Zusammenhang machen wir das Scanning for Safety. Genau und die Vergabeinformationen kommt dann in die Kurve, wird da quasi in Echtzeit synchronisiert und dann kann man den Loop quasi wieder schließen, wenn man die Entlassung des Patienten vorbereitet und dann hier einen E-Medikationsplan generiert. Das heißt, das Zusammenspiel von den zwei Softwares bietet einerseits, dass man eine digitale Dokumentation in der Kurve quasi hat, wie wir sie alle kennen und dann aber noch direkt am Patientenbett stehen kann und die Vergabe dokumentieren kann.
Ich glaube, aktuell läuft es dann oft so, dass der Barcode-Scanner am Computer angeschalten ist und dann die Pflegekraft mit dem Barcode des Patientenarmbands rausläuft und dort gegenscannt und dann wieder mit dem Barcode und den Medikamenten reinläuft und das dem Patienten dann vergibt. Und so haben wir uns für eine Partnerschaft entschieden und haben gesagt, hey, es ist doch richtig cool, wenn die Pflegekraft am Pflegebett stehen kann und dort direkt scannt. Das ist viel sicherer, als wenn sie mit all den Dingen dann nochmal durch den Flur läuft. Und auch schneller. Ja, sehr gut. Also was ich jetzt mitgenommen habe, der Loop ist im Grunde ja vor allem dann geschlossen, wenn beide Systeme zusammenverwendet werden. Aber theoretisch ist es natürlich auch möglich, jedes davon einzeln zu nutzen, richtig? Genau, richtig. Okay, aber es geht schon darum, dass Sie sagen, beide Systeme sofort. Genau. Also das wäre der einzig logische Vorgang, dass man sagt, okay, wenn, dann macht man es aber auch gleich richtig.
Okay, sehr gut. Ich finde das ja sehr interessant. Nore, ihr kommt ja auch gar nicht ursprünglich aus dem Bereich Deutschland, sondern seid woanders unterwegs. Wie sieht denn da der Prozess aktuell aus? Wie ist beim Medanetz der Einsatz im Ausland? Wenn wir jetzt über das Thema Medikamentensicherheit und lückenloser Medikationsprozess sprechen, das Thema ist international bekannt und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Herausforderungen sind auch überall ähnlich. Ein lückenloser Medikationsprozess lässt sich nicht über Nacht aufbauen, sondern ist ein langwieriger Prozess und die Geschwindigkeit dieses Prozesses variiert. Ich möchte hier kein Land nennen, das in dieser Hinsicht eindeutig am weitesten fortgeschritten ist. In vielen Ländern gibt es Krankenhäuser, in denen die Entwicklung der Prozesse weit vorgeschritten ist und wir arbeiten derzeit sowohl in Skandinavien als auch in Deutschland mit unseren Kunden an diesen Themen. Dann lasst uns doch mal zeitlich noch ein Stück in die Zukunft springen, wenn ihr eine Vision für die nächsten Jahre formulieren müsstet zum Thema Closed-Loop-Medication oder vielleicht auch darüber hinaus. Was wäre eure Vision?
Meine Vision wäre, dass Closed-Loop-Medication-Management so selbstverständlich wird wie Online-Banking. Das heißt, dass jede Klinik, das so easy nebenbei nutzt, mal schnell das Smartphone rausholt, um die Medikation abzuscannen beim Scanning for Safety, dass das gar nicht so eine große Sache ist, sondern zur Selbstverständlichkeit wird. Und ich wünsche mir darüber hinaus, dass wir den Loop noch schließen können. Wir haben jetzt immer nur über das Krankenhaus gesprochen, aber ich würde mir auch wünschen, dass die elektronische Patientenakte so gut und übersichtlich integriert wird, dass über das Krankenhaus hinaus der Loop geschlossen werden kann. Das heißt, dass nicht der Arzt aus dem Krankenhaus seinen Arztbrief per Post an den Hausarzt schickt, sondern dass wir hier auch digital bleiben und keine manuelle Bruchstelle produzieren. Das heißt, das große Ziel ist, dass wir keine vermeidbaren Medikationsfehler aufkommen lassen in Zukunft. Und nur wenn alle zusammen daran arbeiten und alle auch gleichermaßen den Schritt in die Digitalisierung gehen, kann man das schaffen.
Ja, gefällt mir sehr gut. Das ist im Grunde Vision, Zukunftsbild in einem gewesen. Nora, gibt es noch etwas, was du ergänzen möchtest? Ich bin voll bei Anne. Ich möchte vielleicht noch ergänzen, ich möchte die Pflege sozusagen zurück zum Patientenbett bringen. Das können wir mit Ihnen. Intelligenten, technologischen Lösungen schaffen, damit die Pflegefachkräfte nicht mehr so viel Zeit mit Dokumentationsarbeit verbringen müssen, sondern können auf die eigentliche Patientenarbeit konzentrieren. Sehr gut. Ich glaube, da würden die Pflegekräfte dir auch kräftig zustimmen, dass sie das möchten.
Dann lasst uns zum Abschluss nochmal drei Takeaways für Klinikgeschäftsführerinnen und Geschäftsführer formulieren, die aus dieser heutigen Folge ihr diesen Personen gerne mitgeben möchtet. Was wären so die drei wichtigsten Takeaways aus dieser Folge aus eurer Sicht? Also Nummer eins ist, finde ich ganz klar, Close-Doop-Medication-Management rettet Leben. Wir können Risiken früh erkennen und gewährleisten eine sichere Vergabe. Da muss man rein investieren für die Zukunft. Genau. Und der zweite Punkt wäre, mit Close-Doop-Medication-Management können wir Personal entlasten und unsere Prozesse messbar effizienter machen. Genau, und so können wir quasi abschließend sagen, am besten Sie handeln jetzt oder informieren sich jetzt schon. Wir als Missalvo und Medanetz können Ihnen Prozesse an die Hand geben, hohe Datenqualität liefern und eine hohe Expertise, sodass Sie für die Zukunft sicher aufgestellt sind und so die Arzneimitteltherapiesicherheit in Ihrem Krankenhaus gewährleisten können. Sehr gut, wunderbar. Liebe Anne, liebe Nora, schön, dass ihr mit dabei wart. Vielen Dank. Vielen Dank.
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