Die Facharztprüfung. Für viele von euch sicherlich ein Meilenstein in eurer medizinischen Karriere, auf den ihr früh oder später hinarbeiten werdet. Doch was erwartet euch in der Prüfung eigentlich genau und wie könnt ihr euch vorbereiten? Genau darüber spreche ich in dieser Folge mit Dr. Esma Gasser. Wir haben uns schon vor einigen Jahren in der Herzchirurgie kennengelernt und inzwischen ist sie seit zwei Jahren Fachärztin. Sie erzählt von ihrer Weiterbildung, von ihrer Zeit rund um ihre Facharztprüfung, wie sie sich vorbereitet hat und wie sie mit dem Druck umgegangen ist. Und auch zu sagen für sich, okay, wenn es nicht klappt, ist es nicht schlimm, ich mache es dann nochmal. Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch da, dass ich es schaffe, dass es klappt und dass ich die Prüfung gut bestehe. Denn am Ende des Tages weiß ich und muss mir auch selber nochmal zugestehen, ich bin Herzchirurgin, ich möchte Herzchirurgin sein, ich mache den Job gerne. Kleiner Spoiler schon mal vorab. Mit der Vorbereitung auf den Abschluss eurer Weiterbildung könnt ihr euch gar nicht früh genug beschäftigen. Stichwort ist hier Weiterbildungsermächtigung und Stichwort Logbuch. Also egal, ob ihr euch noch im Studium befindet oder schon in eurer Weiterbildung gestartet seid, reinhören lohnt sich. Was geht euch durch den Kopf, wenn ihr an die Facharztprüfung denkt? Stimmt ab in der Umfrage. Ich bin gespannt auf eure Antwort und jetzt viel Spaß mit der Folge.
Ruhepuls, der Podcast für uns.
Du hast ja deine Facharztprüfung vor so ungefähr zwei Jahren abgelegt. Wenn du jetzt an deine Prüfung so ein bisschen zurückdenkst und die Prüfung so als Filmgenre beschreiben müsstest, was wäre es denn am ehesten? Ein Thriller, ein Drama oder eine Komödie? Ja, gute Frage. Ich würde sagen, so eine Mischung aus Action, Thriller und mit einem guten Ende. Das klingt schon super.
Also war es so, wie du dir das vorgestellt hattest? Es war schon anders. Ich habe mir das sehr viel schlimmer vorgestellt, so ausgesprochen. Und es war am Ende sehr, sehr angenehm und sehr kollegial. Ein fachlicher Austausch zwischen Kollegen. Also wenn du so ein bisschen auf deine letzten Prüfungen zurückblickst, also ich meine, die letzten sind ja auch eine Beile her, so Staatsexame und so, war das kein Vergleich? Nee, das war kein Vergleich gewesen. Das ist wieder Prüfung genannt, Facharztprüfung, aber es ist mehr ein kollegiales Gespräch. So wurde mir das dann auch, als ich dann in den Raum reingegangen bin, bei der Prüfung auch gesagt. Es ist keine Abfrage, wir sind keine Prüflinge, sondern wir sind hier Kollegen und Kolleginnen, die reingerufen werden, mit denen dann ja ein Austausch stattfindet.
Und vorab hatte ich mir natürlich sehr, sehr viele Gedanken gemacht, sehr viele Sorgen, was gefragt werden könnte. Und kurz vorher war ich ultra nervös. Also von der Nervosität war das ähnlich wie in den Prüfungen davor.
Mündliches Examen oder andere Art von Prüfungen, muss ich sagen, war ich da sehr, sehr aufgeregt gewesen. Aber am Ende des Tages war es total angenehm und ein Gefühl, was ich gar nicht beschreiben kann. Es war kaum zu glauben, dass es abgelegt war. Und so ein angenehmes, nettes Gespräch am Ende über Herzchirurgie. Und ich habe mich weniger so gefühlt, als wäre ich ein Prüfling, sondern es war ein Gespräch auf Augenhöhe. Wie bist du eigentlich überhaupt dazu gekommen, Herzchirurgie zu wählen? Also das war tatsächlich am Ende Zufall, muss man sagen, wobei ich glaube nicht an Zufälle. Es war so, dass ich eigentlich in das Studium gegangen bin, mit der Idee, Kinderärztin zu werden. Und ich wollte schon immer, als ich auch klein war, also in der Grundschule Ärztin werden. Das stand fest. Und als ich das Studium begonnen hatte, wollte ich immer Kinderärztin werden. Und im Studium, spätestens im PJ, habe ich festgestellt, dass Kinderheilkunde doch nicht so meins ist, aus verschiedenen Gründen. Und ich habe damals auch im Studium nebenbei im Krankenhaus, im kleinen Krankenhaus in Essen gearbeitet, wo ich in der Unfallchirurgie Orthopädie ausgeholfen habe und das hat mir an sich Spaß gemacht, im OP zu stehen. Und im PJ bin ich durch andere Zufälle in die Herzchirurgie gekommen.
Ich hatte sehr wenig Berührungspunkte mit der Herzchirurgie und bin dann in diese Rotation gekommen im Chirurgietertial und habe festgestellt, dass das absolut meins ist. Es hat total viel Spaß gemacht. Es war so abwechslungsreich. Ich hätte das Glück gehabt, auch einen Ansprechpartner zu haben, der mich dann auch eingeteilt hat. Also erst angefangen auf Normalstation, dann Intensiv und dann in OP-System. Und danach habe ich für mich festgestellt, das ist genau das Richtige. Es ist so abwechslungsreich, es bietet alles an, von normalstationärer Versorgung bis hin zum operativen. Und ja, dann ist es um mich geschehen und ohne groß drüber nachzudenken, habe ich mich dann für die Herzchirurgie entschieden. Das stand dann einfach fest. Schön, das ist quasi dann so ein wirklichen Happy End. Ja, ja.
Und wie lange hat die Weiterbildung bei dir gedauert? Weil gerade Herzchirurgie weiß man ja, dass es schon echt super lange dauern kann, so 10, 12 Jahre. Habe ich jetzt nicht selten gehört. Absolut. Und ich sage dir ganz ehrlich, bevor ich die Weiterbildung angefangen habe, habe ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, wie lange die Weiterbildung überhaupt dauert. Das war mir vorher gar nicht klar. Also ich muss dir vorstellen, es gibt ja Studierende, die wissen seit Anfang des Semesters oder seit Anfang des Studiums, was die später machen wollen. Also bei mir war es ja Kinderheilkunde, was es am Ende nicht geworden ist. Und ich bin ja kurz vorher, kurz vor der Approbation, habe ich mich entschieden, Herzschirurgie zu machen. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung, was das bedeutet, wie lange die Weiterbildung geht, welche Herausforderungen auf einen zukommen. Mir hat das Fach im PJ so viel Spaß gemacht. Und ich habe 2015 angefangen zu arbeiten und habe mich dann in Herzschirurgischen Abteilungen in der Nähe von der Universität Duisburg-Essen beworben. Und wirklich ohne darüber nachzudenken, wie lange es dauert. Und sich damit auseinanderzusetzen. Und bei mir hat die Weiterbildung acht Jahre gedauert. Also ich habe ja dann vor zwei Jahren meinen Facharzt gemacht und durchschnittlich in Deutschland auch das, was man im Jungen Forum an Umfragen ja dann erörtert hat oder auch in den Ärztekammern, da wird ja auch erhoben, wie lange die Weiterbildung durchschnittlich dauert. Und die ist ja so bei neun Jahren, wenn nicht sogar neun Jahre plus.
Und ja, mit acht Jahren liege ich ja noch ganz gut, muss man ja sagen, deutschlandweit. Aber die Weiterbildung ist einfach länger, als sie eigentlich auf Papier sein sollte, nämlich sechs Jahre. Und das auch noch für so eine große Uniklinik in Köln. Ich glaube, an kleineren Häusern ist das wesentlich einfacher. Also unabhängig jetzt vom Fach Herzchirurgie, sondern grundsätzlich einfach eine Fahreradsweiterbildung schneller, gerade mit so einem Operationskatalog durchzubekommen. Und dass du das in acht Jahren dann schon geschafft hast an so einem großen Haus, nicht schlecht. Ja, also Operationskatalog ist ja auch so eine Sache. Man muss ja ganz ehrlich sagen, es wurde ja auch vor mehreren Jahren die Anzahl der Eingriffe mit Herz-Lungen-Maschine von 180 auf 100 reduziert.
Auch 100 Maschinen, also sprich Einsätze mit Herz-Lungen-Maschine, große, also Großoperationen, Bypass-Operationen, Klappenoperationen, die werden auch durchschnittlich nicht vor der Facharztprüfung umgesetzt oder geschafft, muss man auch dazu sagen. Ja, die Weiterbildung ist eine Baustelle, die seit Jahren bearbeitet wird deutschlandweit. Stuttgart 21, Pedizin. Ja, kann man so sagen, ja. Letztendlich, was du so ein bisschen vielleicht andeuten willst, weiß nicht, ob das in die richtige Richtung geht, dass das, was da steht im Operationskatalog, dass man das realistisch fast gar nicht schaffen kann und am Ende man so ein bisschen Pi mal Daumen gucken muss, wie sicher man sich selber fühlt und in enger Absprache mit der Chefärztin, mit dem Chefarzt dann guckt, weil man sich dann tatsächlich zur Prüfung anmeldet. Also wie man das, so habe ich mir das früher vorgestellt, als ich Medizinstudierende war. Ich habe da was, das muss ich abarbeiten und wenn ich alles erfüllt habe, dann melde ich mich an. Aber so ist es wahrscheinlich gar nicht, oder? Ja, also ich kann nur für die Herzchirurgie sprechen. Das ist sicherlich für andere chirurgische Disziplinen anders. In der Herzchirurgie muss man einmal sagen, die Patientinnen werden mit den Jahren immer kränker.
Das heißt, so ein Ausbildungsfall wie zum Beispiel ein Atrium-Septum-Defekt zu operieren, was man irgendwie vor 20 Jahren gemacht hat, diesen Fall hat man nicht mehr. Oder auch beispielsweise einen einfachen Ortenklappenersatz mit kompletter Sternotomie. Das wird heutzutage, ist das nicht mehr der Standard. Das ist ja mal ein Ausbildungsfall gewesen vor zehn Jahren, aber das hat sich sehr stark geändert. Das bedeutet an sich, diese Eingriffe durchzuführen in der Weiterbildung sind sehr herausfordernd und deshalb ist es sehr, sehr wichtig vorab zu verstehen, was sind das für Eingriffe und immer begleitet mit Facharzt oder Fachärzten oder auch mit Oberarzt oder Oberärztin diese Eingriffe durchzuführen.
Es ist schon so, dass... Dass die Kompetenz und die Verantwortung angelernt wird, aber am Ende diese Eingriffe zur Facharztprüfung souverän, routiniert, alleine, ohne Unterstützung durchzuführen, ist nicht immer gegeben. Also man ist auf dem Weg dahin, man macht die Eingriffe, aber es ist nicht so, dass man mit der Facharztprüfung fertig ist und nichts mehr lernt. Also das ist das auf keinen Fall. Das ist so ein bisschen, der Weg ist das Ziel. Man lernt so viel in diesen Jahren und die Anforderungen, die uns gestellt werden im Rahmen des Logbuchs, sind einfach nicht mehr aktuell. Und es geht ja auch alles mehr in Richtung Herzmedizin, bedeutet auch so zum Beispiel kardiologische Rotation, internistische Rotation, Intensivmedizin. Das verschmilzt zunehmend. Herzschurgie, Kardiologie. Und deshalb ist es einfach schwieriger, Fälle zur Facharztprüfung dann alleine komplett durchzuführen. Also so ein Bild von einer Fachärztin, einem Facharzt kann sich auch innerhalb der Weiterbildung verändern und da muss man dann halt.
Agil irgendwie drauf reagieren. Ich finde, zum Beispiel im Medizinstudium ist es ja so, dass viele versuchen, in Regelstudienzeit abzuschließen. Es ist so ein bisschen, glaube ich, aus dieser Schulzeit heraus geboren. Man möchte das Abi in kurzester Zeit mit der Bestnote ablegen. Dann geht es im Studium weiter. Alle sagen einen, mach bloß die Regelstudienzeit, verlängern ist doof. Und dann kommt man irgendwie in den Arbeitsalltag und macht dann seine FachärztInnen aus Weiterbildung. Und ist es denn da genauso? Also ist es dann wichtig, dass man in dieser Regelzeit bleibt? Oder würdest du sagen, gibt es da irgendwie so Stellschrauben, wo man sagt, das ist nicht unbedingt erstrebenswert? Ich denke, es ist erstrebenswert zu wissen, wo man hin möchte und was man lernen möchte. Und das jedes Jahr für sich neu evaluieren. Denn es gibt so viele Zwischenschritte und Meilensteine, die man erreichen kann während der Weiterbildung. Ich würde nicht sagen, dass es vergleichbar ist wie ein Medizinstudium. Denn arbeiten tun wir alle noch lang genug und es ist so wichtig, Erfahrungen zu sammeln und vielleicht auch diesen Welpensturz noch zu genießen. Denn die Erfahrungen, die wir sammeln, die wir sehen, wir sehen ja auch Eingriffe, wir assistieren viel, wir sehen ja auch Komplikationen, wie damit umgegangen wird. Und je mehr ich das gesehen habe, desto besser und sicherer bin ich dann auch, wenn ich am Ende selber operiere oder meine Fälle durchführe. Man kann auch so viel noch während der Weiterbildung machen.
Auslandsaufenthalte, also beispielsweise ein Fellowship oder eine Laborrotation. Wichtig ist für sich zu gucken, dass das, was man an Weiterbildung macht, auch anerkannt wird. Und auch zum Beispiel, auch wenn die Weiterbildung in der Herzschulgie jetzt länger dauert, also sagen wir mal acht Jahre in meinem Fall, dann kann man auch einen Teil dieser Weiterbildung, die auf der Intensivstation erfolgte, also bei uns ist es ein bisschen speziell, weil wir machen nicht nur sechs Monate Intensivrotation, sondern 18 Monate, die kann man sich auch hinterher dann anrechnen lassen für die Zusatzbeteiligung Intensivmedizin. Also an sich muss man für sich immer schauen.
Was lerne ich gerade? Was ist mein Meilenstein? Und am Ende das große Ganze, klar, Facharzt, Fachärztin für Herzchirurgie, aber was dann? Das ist, glaube ich, ganz wichtig zu sehen, denn es gibt sehr viele auch, die zum Beispiel dann den Facharzt haben, aber es geht nicht weiter. Also was lerne ich in dieser Zeit? Was sind so Nischen, die ich mir aneigne?
Und deshalb ist das sehr, sehr wichtig, darauf zu achten. Und ich glaube, geldtechnisch ist es sowieso so, dass wir, wenn wir nach Tarif bezahlt werden, sowieso fast jährlich immer einen Zuwachs erfahren und auch durch Dienste. Deshalb, das ist weniger das Problem, würde ich jetzt sagen, dass man mit dem Facharzt dann einen großen Schwung an Zusatzgehalt erhält, wenn man jetzt, sage ich mal, tarifvertraglich an den Unikliniken angestellt ist. Also eher mehr Verantwortung als Geld. Ja, absolut. Die dann mit einem kommen. Und das finde ich ganz gut, was du gesagt hast. Also mit diesem Wechsel von ich bin Arztärztin in Weiterbildung und bin dann irgendwann Fachärzt. Also so ein Switch, wo man auf einmal die volle Verantwortung hat. Also man arbeitet sich ja auch vom Medizinstudium zu PJ, zu Facharztweiterbildung so ein bisschen immer weiter und kriegt immer mehr von diesen Brocken Verantwortung. Und wenn man sich dafür reif fühlt, dann kann man sich auch, finde ich, anmelden zur Prüfung. Ist jetzt vielleicht eine jahre These, aber wenn man sich noch nicht bereit fühlt, finde ich das auch okay, wenn man sagt, ich mache noch ein halbes Jahr oder ich warte noch ein Jahr, wenn das in Absprache in Ordnung ist vom Arbeitgeber.
Wenn man das Gefühl hat, man braucht es einfach. Ja, absolut. Also wenn ich so an meine Weiterbildung zurückdenke, dann war ich sicherlich ein Jahr vor meiner Facharztprüfung absolut nicht bereit. Allein aus diesem Grund mit der Facharztprüfung übernehme ich dann die volle Verantwortung. Ich habe da Gott sei Dank auch Unterstützung erfahren und mir wurden dann zunehmend Fälle anvertraut und es gab dann auch eine sehr intensive Phase, wo ich sehr viel operiert habe und da auch meine Kompetenzen deutlich gebessert wurden und es war tatsächlich so, dass ich, Monate vor der Prüfung mich dann auch einigermaßen sicher gefühlt habe, auch die Prüfung zu absolvieren und auch für mich das in Einklang zu bringen, dass ich jetzt auch soweit bin. Und obwohl mir von außen gesagt wird, du bist schon lange soweit und ich aber für mich selber das noch nicht so gesehen habe. Und ich habe zum Beispiel auch von meiner Facharztprüfung keinen Urlaub genommen, weil ich mir gesagt habe, es gibt viele, die sich Urlaub nehmen vor der Facharztprüfung oder auch an einem Tag selber, wo die Prüfung stattfindet, freinehmen. Das habe ich nicht gemacht. Oh, Respekt. Und warum hast du dich dagegen entschieden? Ja, deshalb war es für mich ein Action-Thriller. Also ich habe das für mich meine persönliche Challenge. Ich empfehle das nicht nachzumachen. Ich habe es nach dem Dienst gemacht. Und ich wusste auch keiner in meiner Abteilung, dass ich die Prüfung habe.
Ich habe es für mich behalten. Oh Mann, ey. Was machst du? Ja, ich habe es für mich behalten. Also wolltest du dich selber noch ein bisschen challengen und hast es deshalb gemacht? Oder wolltest du den Urlaub aufheben für danach, um dich zu belohnen? Nee, weder noch. Also ich habe auch danach keinen Urlaub genommen. Doch, ich hatte eine Woche danach Urlaub. Doch, ich hatte danach Urlaub. Es war mehr, weil ich gesagt habe, das ist der Alltag. Und die Prüfung ist eine Prüfung, die ja widerspiegelt, wie ich mich im klinischen Alltag mache und welche Krankheitsbilder ich erfahre und sehe. Ich habe parallel auch gelernt und ich habe zum Beispiel auch vom Jungen Forum dieses Seminar wahrgenommen, was angeboten wird, beziehungsweise von der Deutschen Gesellschaft für Herz- und Thoraxchirurgie, so einen Kompaktkurs übers Wochenende, was auch total gut war und mir sehr viel geholfen hat. Aber dadurch, dass ich parallel gelernt hatte, Wochen vorher.
Da habe ich mir gesagt, okay, die Prüfung musst du so bestehen, denn das ist ja dein Alltag. Dein täglich Brot. Genau, dein alltäglich Brot. Und wenn du die Prüfung so nicht schaffst, dann bist du es nicht wert, Herzchirurgin zu sein. Das habe ich so mit mir ausgemacht und wie gesagt, das wusste auch keiner in meiner Abteilung, dass ich da die Prüfung habe. Und das war für mich meine persönliche Herausforderung. Du hast ja vorher zweieinhalb Jahre auch in der Thoraxchirurgie gearbeitet. Konntest du dir viel davon anrechnen lassen. Das ist natürlich auch ein spannendes Thema, was hast du ja vorher auch schon angesprochen, dass so eine Facharzt-Weiterbildung oder Fachärztin-Weiterbildung ist ja keine Einbahnstraße. Das ist ja das Schöne. Viele Sachen kann man sich einfach zusätzlich noch anrechnen lassen, wenn man sich dann doch mal umentscheidet, wie zum Beispiel bei dir jetzt der Fall oder ich denke mal bei, ich würde tatsächlich behaupten, bei 90 Prozent der Leute, dass man sich einfach nochmal innerhalb umentscheidet und dann eventuell was anrechnen lassen kann, ist natürlich gut. Ja, absolut. Also das war eine Entscheidung, die mir sehr schwer fiel, weil ich beide Fächer sehr, sehr spannend fand und insbesondere die Forschung in der Thoraxchirurgie. Und ich musste mich für das ein oder andere entscheiden, um die Weiterbildung fortzuführen.
Von den zweieinhalb Jahren werden ein Jahr angerechnet für den Bereich Herzchirurgie, denn man darf, wenn man sich das dann nochmal genauer durchliest, was die Ärztekammer uns vorgibt, im Weiterbildungskatalog auch ein Jahr in einem anderen chirurgischen Fach rotieren. Und das wird dann auch angerechnet und das war soweit kein Problem gewesen. Und ich bin da auch sehr dankbar, dass wir auch die Möglichkeit haben, in Deutschland die Fächer zu wechseln. Das ist ein sehr, sehr großer Vorteil, denn es gibt ja in anderen Ländern sogenannte Tracks, wo man dann oder nach einem sehr strengen Auswahlverfahren reinkommt und dann auch nicht so einfach wechseln kann. Also das ging problemlos und ich kenne auch viele, die zum Beispiel dann auch aus der Unfallchirurgie gekommen sind und ein Jahr beispielsweise bei uns auf intensivmedizinischer Ebene weiter rotiert sind.
Oder viele wechseln auch in die Anästhesie nach den ersten zwei Jahren oder zweieinhalb Jahren in der Herzchirurgie. Also da kann man sich schon zum Teil was anrechnen lassen. Aber es gibt aber auch Situationen, wo man sich zum Beispiel maximal ein halbes Jahr anrechnen lassen kann, wenn man ein komplett anderes Fach macht. Das hängt ein bisschen davon ab, wo man weitermachen möchte, in welchem Bereich. Aber in chirurgischen Fächern kann man sich ein Jahr anrechnen lassen. Es ist, glaube ich, bei den Internisten nicht viel anders. Internistin. Das ist grundsätzlich, glaube ich, ein Konzept, was ganz gut ist, um halt nicht das Gefühl zu bekommen, ich fange komplett von vorne an. Das ist ja am Ende des Tages auch gar nicht so. Das ist ja nicht so stringent, dass ich nur eine Fahrtrichtung habe und das lerne ich dann und das andere kann ich überhaupt nicht gebrauchen. Das ist ja der ganze Körper des Menschen. Es ist ja irgendwie interessant und spielt in alle möglichen Fächern drein. Also am Ende des Tages ist es ja auch irgendwo Teil dessen, was wir dann auch, selbst wenn wir das Fach wechseln, trotzdem noch gebrauchen können. Deswegen finde ich das auch ganz sinnvoll. Hattest du mal den Gedanken, die Klinik zu wechseln während der Weiterbildung? Ja, also auf jeden Fall. Ich hatte auf jeden Fall mal den Gedanken gehabt, die Klinik zu wechseln. Das war noch während der Covid-Zeit. Ja, es ist auch etwas, was man sich natürlich überlegen kann. Das hat jetzt bei mir nicht stattgefunden. Ich habe nicht die Klinik gewechselt. Ich bin seit Approbation im selben Haus, in der Uniklinik.
Es gibt natürlich andere Personen, die das gemacht haben. Ich habe es am Ende nicht gemacht. Wann hast du eigentlich dich das erste Mal dazu entschieden, für die Facharztprüfung vorzubereiten oder sich damit zu beschäftigen? Viel zu spät aus meiner Sicht. Für mich persönlich viel zu spät. Ich denke, ich habe mich erst richtig damit beschäftigt, als es dann in Frage kam, meine Facharztprüfung zu machen. Also ich würde sagen, so anderthalb Jahre vorher oder zwei Jahre vorher sowas um den Dreh, habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen. Ich denke, es ist sehr, sehr, sehr wichtig, sehr, sehr früh damit anzufangen. Ich habe Gott sei Dank, was mein Common Trunk, das gibt es ja aktuell nicht mehr, Common Trunk gibt es ja nicht mehr, was man beantragen kann in die ersten zwei Jahre, also Basisausbildung. Die habe ich Gott sei Dank damals, habe ich die Unterlagen eingereicht und meinen Common Trunk bescheinigen lassen durch die Ärztekammer. Und dann die Weiterbildung im Bereich Herzschul, also die spezielle Weiterbildung. Da habe ich mich erst, ja, anderthalb Jahre vorher, vor der Prüfung mit beschäftigt. Und so zum Beispiel Logbuch, Katalog, OP-Katalog, dann die ganzen Fälle raussuchen, welche Fälle ich schon gemacht habe, welche Fälle brauche ich überhaupt, was zählt denn überhaupt zu einem Eingriff mit Herz-Lungen-Maschine? Mir war gar nicht klar, dass zum Beispiel Intervention, also interventioneller Klappenersatz oder auch ECMO-Eingriffe auch zu einem Eingriff als Herz-Lungen-Maschine gezählt wurde.
Das sind so Sachen, die lernt man dann erst im Rahmen dieser Weiterbildung oder im Rahmen des Logbuchs. Und dann gab es ja die Umstellung von Papier auf Digital. Und für mich traf es noch zu, auf Papier das Logbuch auszufüllen, die Unterschriften zu sammeln. Ja, das war nicht so ohne. Und ich kann auf jeden Fall empfehlen, je früher, desto besser auch eine Liste für sich anzulegen. Entweder eine Excel-Datei oder sich das Logbuch zu Hilfe zu nehmen und dann zu schauen, welche Angriffe sind denn überhaupt wichtig. was brauche ich denn alles? Ach ja, ganz, ganz wichtiger Punkt in der Herzchirurgie. Da ist es auch wichtig, den Strahlenschutz, die Fachkunden Strahlenschutz zu haben. Und ich weiß, dass es Kollegen bei mir nicht hatten. Und ich habe die Gott sei Dank sehr, sehr früh schon gemacht. Das waren Sachen, damit habe ich mich beschäftigt.
Aber mir war nicht klar, dass es Weiterbildungsinhalt ist. Tatsächlich nicht nur für die Herzchirurgie, sondern auch für die KardiologInnen. Das ist genauso. Es wird jetzt durch diese neue Weiterbildungsordnung haben aber alle trotzdem, egal welche, Weiterbildungsordnen sie machen müssen, diese Fachkunde für Strahlenschutz machen. Ja, das ist wichtig, denn die Fachkunde, dann braucht man ja mehrere Kurse und zwischen zwei Kursen muss ein Jahr vergehen. Und weil man da sich bescheinigen lassen muss, dass man in der Zeit so und so viele Röntgenbilder, wie auch immer, gesichtet hatte.
Also von daher, das sind Dinge, die sollte man vorher dann auch wissen. Bei mir war das so, ich hatte es Gott sei Dank schon gemacht und da traf es nicht mehr auf mich zu. Das mit dem Logbuch finde ich ein ganz guter Punkt, dass man zusätzlich auch noch eine Excel-Tabelle hat. Und das ist unabhängig, würde ich sagen, ob jetzt ein operatives Fach ist oder nicht. Es gibt ja auch viele Sachen wie Echos oder andere Sachen, ZVK-Anlage oder Sonstiges, die auch bei InternistInnen so darunter fallen. gibt es ja immer irgendwas Praktisches, was man sich irgendwie vermerken sollte. Und das ist für einen selber später als Nachweis super, super gut. Auch für die Ärztekammer. Weil es kann auch mal ein Chefwechsel kommen. Dann weiß der eine nicht mehr, was war wirklich jetzt und was war nicht. Und dann weiß man es irgendwie selber auch gar nicht mehr so richtig. Und das klingt zwar sehr aufwendig, dass man jeden Einzelnen dokumentiert. Ich habe das dann auch irgendwann mal angefangen und habe dann jedem Patienten, jeder Patientin irgendwie eine Nummer zugewiesen. Und so ganz standardisierte Stigmata dann so, dass ich ungefähr wusste, was war das so, damit ich das auf dem Plan habe, weil am Anfang ist es nervig, aber am Ende freut man sich richtig über diese Liste. Ja, total. Und ich glaube, das ist auch sehr, sehr wichtig, in seiner Assistentenschaft auch da nachzufragen, auch die älteren KollegInnen anzusprechen, ja, ob es sowas gibt oder ob man sich da mal zusammensetzt und sowas anlegt, für alle dann auch bereitstellt.
Ja, sehr, sehr wichtiger Punkt. Und es lohnt sich. Wie und wo hast du dich für die Facharztprüfung angemeldet? Wie macht man das? Ja, also für mich in Köln ist ja die Ärztekammer Düsseldorf verantwortlich. Erst einmal muss ich ja für die Prüfung zugelassen werden. Das heißt also vorher gibt es eine Übersicht von der Ärztekammer, so eine Art Checkliste, die man für sich abarbeiten kann. Jetzt zum Beispiel im Bereich Facharzt, Fachärztin für Herzchirurgie. Diese Checkliste tatsächlich einfach mal ausgedruckt in der Ärztekammer auf der Webseite.
Kurze Zwischenfrage, wann hast du die ausgedruckt? Gute Frage. Die habe ich, wann habe ich die ausgedruckt? Als es dann so weit war, dass es hieß, ich dürfte mich anmelden, habe ich angefangen, ich kann es dir gar nicht mehr genau sagen wann, aber ich habe angefangen, die Sachen dann abzuarbeiten. Also heißt, man braucht dann ein Schreiben vom Klinikdirektor, das war in dem Fall mein ehemaliger Chefarzt, der dann ein Schreiben unterschreibt. Da gibt es Vorformulare bei uns intern in der Abteilung, so eine Art Zeugnis. Dann ist es wichtig, einmal das Logbuch auszuführen, dass es unterschrieben wird vom Weiterbildenden. Es ist auch wichtig zu gucken, haben wir als Klinik für Herz- und damals auch Thoraxchirurgie die Weiterbildungsberechtigung? Ganz, ganz wichtiger Punkt, bevor man irgendwo anfängt zu arbeiten. Oh ja. Das ist ganz wichtig, da würde ich kurz zu eins nicken.
Weiterbildungsberechtigung ist auch so ein richtig, richtig doofes Thema, wo man sich ärgert. Man denkt irgendwo, man bewirbt sich irgendwo und wenn man sich irgendwo bewirbt und sagt, man möchte ein Ärzt, Ärztin, Weiterbildung für Fach XY sein, dann muss da ja eine Weiterbildungsberechtigung von der Ärztkammer bestehen. Aufpassen ist nicht immer so. Ich würde das auch immer im Internet nachlesen. Die Ärztekammern haben eigentlich überall zu stehen, wer eine aktuelle Weiterbildungsberechtigung hat. Auch gerade für den neuen Weiterbildungskatalog. Weil ansonsten ärgert man sich, wenn man da anfängt, ohne dass eine Weiterbildungsberechtigung besteht. Oder auch wenn so ein Chefarztwechsel, Chefärztinwechsel ist, dann ist es auch so, dass das erst beantragt werden muss und dann nicht automatisch auch schon übertragen wird, die Weiterbildungsberechtigung. Auch so ein Punkt. Ja, ganz, ganz wichtiger Punkt.
Ja, genau. Und dann, wie gesagt, diese Checkliste abarbeiten. Ich meine, ich musste auch Lebenslauf einreichen, dann meine Approbationsurkunde und falls man einen Titel hat, also wie Doktortitel oder Habilitationstitel, den auch mit einreichen. Dann die Fachkunde für Strahlenschutz. Jetzt langsam erinnere ich mich wieder an die Sachen. Das musste man dann halt alles einreichen. Und das dann nicht nur einfach, sondern mehrfach. Einige Sachen mussten dreifach kopiert werden und in den Unterlagen eingereicht werden. Und ich erinnere mich, es gibt eine Zeit, die begrenzt ist, einen Zeitraum, um einen Antrag abzugeben, damit man die Prüfung in den folgenden zwei Monaten machen kann. Und wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sogar, weil ich genau an dem letzten Tag, um dann zugelassen zu werden, oder damit die Unterlagen mussten dann eingereicht werden, damit ich dann in dem Zeitraum, ich glaube zwei Monate später überhaupt die Prüfung machen zu können, habe ich dann meine Schwester gebeten, persönlich nach Düsseldorf zu fahren. Ich habe es nicht mehr geschafft, per Post, per Einschreiben, dass sie das persönlich dort abgegeben hat, damit ich noch in diesen Zeitraum falle. Und meine Schwester hatte auch damals extra noch einen Stempel organisiert mit.
Der Bestätigung, dass es eingereicht ist.
Ach, super. Und genau, also das muss man auch beachten, wenn man jetzt anstrebt, in einem gewissen Zeitraum die Prüfung zu machen, das wird auch auf der Webseite der Ärztekammer aufgelistet, dann muss man vorab zu einem gewissen Zeitraum die Unterlagen eingereicht haben. Und wenn die nicht vollständig eingereicht sind, dann ist man nicht mehr für diesen Zeitraum zugelassen. Dann macht man beispielsweise vier Monate später oder fünf Monate später die Prüfung. Also das muss man auch beachten. Genau. Und wie lange hat das dann gedauert, bis du den Termin für die Prüfung bekommen hast? Das war so, dass vor dem endgültigen Termin ich ein Schreiben bekommen habe. Und zwar war das, ich meine, wenn ich mich richtig erinnere.
Vier Wochen vorab, sowas um den Dreh, wo gesagt wird, in welchem Zeitraum meine Prüfung sein wird. Also ich hatte noch keinen Termin, keinen endgültigen Termin, sondern einen Zeitraum, in dem die Prüfung stattfindet. Und wie groß war der? Ich meine, es waren so zwei Wochen. Zwei Wochen war der Zeitraum gewesen. Und man konnte auch angeben, wenn die Unterlagen eingereicht waren, man das Schreiben bekommt von der Ärztekammer, dass man zugelassen ist, dann konnte man auch angeben, dass man zum Beispiel nicht den nächstmöglichen Zeitraum nimmt, sondern einen Zeitraum später beispielsweise. Wenn man weiß, dass man Urlaub hat oder was auch immer und man möchte die Prüfung später machen, aber das schon alles eingereicht haben, dann kann man das auch verschieben. Und ich habe dann einen Zeitraum bekommen von zwei Wochen und ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie viele Wochen das vorher waren. Zwei Wochen vorher wusste ich dann den genauen Termin.
Zwei Wochen habe ich den Schreiben bekommen, wo dann der Terminort, Uhrzeit angegeben war.
Genau. Super. Ist es dir schwergefallen, so neben dem Berufsalltag noch zu lernen oder ging das gut? Also dadurch, dass ich diesen Kurs von der Deutschen Fachgesellschaft besucht hatte und ich wusste, auf was ich mich konzentrieren muss. Also auf Leitlinien, die verschiedenen oberen, also Überthemen, mit denen ich mich beschäftigt hatte. Am Ende habe ich sehr viel Leitlinien gelernt, wo ich dann hinter mir gesagt habe, das ist etwas, das hättest du eigentlich schon früher anfangen müssen. Das ist etwas, was deinen Alltag ja bestimmt. Häufig ist das so, ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich habe mich wie in so einem Hamsterrad gefühlt, habe immer funktioniert. Ich lerne ja sehr viel durch die praktischen Übungen, durch meine Vorgesetzte, durch Fortbildungen intern in der Klinik. So richtig Selbststudium war nicht viel drin tatsächlich und ich habe gemerkt, dass Leitlinien so wichtig sind und mir diesen Weg nochmal aufgezeigt haben, den ich im klinischen Alltag eigentlich immer angewandt habe, aber nie richtig hinterfragt habe. Also es ist das, was in den Leitlinien drin steht und das, was wir umsetzen, aber am Ende nie so richtig bewusst gemacht.
Und deshalb war das ganz gut, sich mit den Leitlinien zu beschäftigen. Das kann ich auch nur empfehlen. Denn, oder auch so große Publikationen, die unseren Handlungsalgorithmus auch vorgeben, sich damit zu beschäftigen, schon parallel während des Studiums. Und weil das so Spaß gemacht hat, beziehungsweise weil das auch so ein Input war für mich, habe ich versucht, das zum Beispiel so abends oder wenn es irgendwie ging, dann auf dem Laptop oder iPad sich dann Notizen zu machen, was dann so wichtig ist und dann zu wiederholen.
Also deshalb, das war ja das, was ich jeden Tag gemacht habe, die Arbeit. Und da nochmal mit den Leitlinien sich zu beschäftigen und das zu festigen, war ein gutes Gefühl. Deshalb war das Arbeit und Lernen irgendwie gemischt. Warst du quasi diejenige, die durch die Gegend gelaufen ist und gesagt hat, ah ja, wir handeln jetzt nach Expertenkonsens und so? Nicht ganz. Das habe ich mir nicht getraut. Aber ja, es war dann so, okay, jetzt macht es Sinn und Schlagvolumenindex muss dann über, weiß ich nicht, 65 Milliliter sein. Dann sprechen wir von der und der Erkrankung. Also das war dann so für mich nochmal unterstützend in den Entscheidungen auch. Wie lange hat denn deine Facharztprüfung so insgesamt gedauert und wie ist sie so abgelaufen, so während der ganzen Zeit? Also die Facharztprüfung an sich hat, ich meine, eine halbe Stunde gedauert.
Und der Tag ist aber so gewesen, dass ich vorab auch früher da war. Ich glaube, ich war irgendwie zwei Stunden früher da gewesen. Und wenn man sich dort anmeldet in der Ärztekammer, also man hat die Möglichkeit, auch dort was zu essen und zu trinken, dann gibt es einen Vorbereitungsraum, in den kommt man kurz vor der Prüfung.
Also man geht in die Ärztekammer rein, da ist eine große Halle, man kann sich da hinsetzen. Und wenn man dann aufgerufen wird, kommt man dann halt in so einen Vorbereitungsraum und dann wartet man nochmal 10-15 Minuten, bis man dann halt in den Prüfungsraum geht. Und als ich mich angemeldet hatte vor Ort, als ich dann in die Ärztekammer reingelaufen bin, Konnte man dann eigentlich auch erfragen, wer die Prüfer sind. Und dann hatte ich das gemacht und habe dann erst Panik bekommen, weil jemand dabei war, der schwerpunktmäßig Lungen transplantiert und Lungenchirurgie macht. Ich habe kurz vorher panisch, schnell nachgelesen, was Organtransplantation angeht, weil das nicht so unser Schwerpunkt ist in unserer Klinik. Und wurde sehr nervös, bin dann in den Vorbereitungsraum, habe tatsächlich so mein iPad mitgenommen, wo ich meine Karteikarten hatte und mich dann nochmal kurz abgefragt habe. Aber in der Vorbereitung habe ich gesagt, okay, es bringt nichts, sich jetzt kurz vor, nochmal verrückt zu machen. Und als ich dann aufgerufen wurde, wie gesagt, total nett, angenehme Atmosphäre, dann wurde ich so aufgerufen, dass ich nicht das Gefühl hatte, Prüfling zu sein, sondern hallo, Frau Kollegin, dann kommen Sie mal mit. Und dann gab es auch die Möglichkeit, es gab da auch irgendwie Kaffee und Kekse.
Und dann saßen zwei Prüfer und bei der Prüfung habe ich dann meine Gutachten abgegeben. Ich brauchte auch noch zwei Gutachten, stimmt, das ist auch wichtig für die Zulassung. Und diese Gutachten, die habe ich dann zur Prüfung mitgebracht. Ich dachte, dass man die vorher schon irgendwie einreichen musste. In der Prüfung habe ich sie vorgelegt und da haben die Prüfer dann kurz reingeschaut und dann fing der eine Prüfer an. Und wir haben über coronarische Herzerkrankungen gesprochen, also ein Krankheitsbild, das sehr gängig ist. Und die verschiedenen Operationstechniken, anatomische Strukturen. Also wir haben auch Anatomie wiederholt. Und ja, was würden sie dann, welche Bypasse würden sie machen bei dieser Erkrankung, worauf achten sie? Und dann war das andere Krankheitsbild auch ein gängiges, eine Mitralklappenpathologie, eine Insuffizienz, welche Komplikationen auftreten, wenn man da die Mitralklappe behandelt.
Und über verschiedene Techniken und dann auch noch, was man vorab für Untersuchungen machen sollte, auch anatomische Strukturen, Nachbarstrukturen. Ich musste nichts aufmalen. Ich weiß, dass es Kollegen gab, die auch was aufmalen mussten und am Ende des Tages wird man dann kurz rausgebeten und dann wieder reingeholt, wenn Prüfer sich dann entschieden haben, in dem Fall, ob ich bestanden habe oder nicht. Und es gab dann auch noch einen Vorsitzenden, der einen rein- und rausgeholt hat und der dann am Ende mir die Urkunde übergeben hat, nachdem ich dann die Prüfung bestanden hatte. Ich konnte es gar nicht glauben. Also es war die Prüfung, Und ja, ich meine, eine halbe Stunde hat es gedauert und war sehr erleichtert, als es fertig war. Und ich erinnere mich noch, dass der Vorsitzende zu mir gesagt hatte, ja, das ist ja, jetzt haben Sie die Zulassung, wie er das formuliert. Und das hat mich kurz schockiert in dem Moment, jetzt haben Sie die Zulassung zu töten. Und ich war so, was? Wie bitte?
Ich war so, ich habe es gar nicht realisiert. Er war so schockiert in der Situation, weil ich erst mal damit mich beschäftigen musste, weil ich die Prüfung erst mal hinter mich gebracht hatte. Er wollte es irgendwie so witzig machen und aber gleichzeitig auch suggerieren, dass es ein sehr verantwortungsvolles Arbeiten ist. Und ich war kurz irritiert. Ja, das ist schon eine sehr besondere Art und Weise, dir zu gratulieren. Ja, das stimmt. Wie bist du denn mit deiner Nervosität umgegangen? Also das erzählt zwar, dass du nervös warst, aber hast du irgendwas gemacht, was dir geholfen hat, dich innerlich zu beruhigen? Also erst einmal tief ein- und ausatmen. Das hat mir sehr geholfen, einfach zu spüren, okay, ich bin nervös und die Herzsequenz runterzubekommen, indem ich langsam geatmet habe und tief eingeatmet habe. Mir gesagt habe, auch wenn ich es nicht bestehe, ist es nicht schlimm. Dann ist das halt so, ist kein Problem. Du kannst die Prüfung nochmal machen. Es weiß sowieso keiner, dass du die Prüfung hast. Auch eine gute Taktik. Ja, jetzt verstehe ich es nicht mit dem Urlaub und so. Ja, genau, genau.
Und ja, auch, Es hilft, also es hat mir geholfen, dann tatsächlich alles zur Seite zu legen, kurz vorher und nicht mehr in den alten Unterlagen durchzuschauen und auch zu sagen für sich, okay, wenn es nicht klappt, ist es nicht schlimm, ich mache es dann nochmal. Und die Wahrscheinlichkeit ist aber auch da, dass ich es schaffe, dass es klappt und dass ich die Prüfung gut bestehe. Denn am Ende des Tages weiß ich und muss mir auch selber nochmal zugestehen, ich bin Herzchirurgin, ich möchte Herzchirurgin sein, ich mache den Job gerne und am Ende beschäftige ich mich gerne mit dem Krankheitsbild.
Also so ganz praktisch, glaube ich, ist erst mal durchatmen. Aber die Prüfer hast du tatsächlich an dem Tag das erste Mal kennengelernt? Ja, korrekt, genau. Und aus dem Studium kennt man das ja so ein bisschen mit Altprotokollen, wie bei M3 oder so, wo man sich dann so ein bisschen prüferspezifisch vorbereitet. Das ist ja dann schwierig, wenn man die Prüfer gar nicht kennt. Das stimmt. Gibt es aber auch sowas wie Altprotokolle von anderen Prüflingen, die dann halt sagen, so und so muss man sich vorbereiten, die und die Frage kam? Absolut. Also es gibt Altprotokolle, die werden in verschiedenen Bereichen häufiger ausgefüllt als jetzt beispielsweise Herdschuhig. Ich habe damals auch das Internet durchforstet, geschaut, was gibt es denn eigentlich, was werden da so für Fragen gestellt, was gibt es da so für Prüfer, PrüferInnen.
Und ja, gibt es nicht so viele und man kann auch intern in der Klinik nochmal nachfragen. Also es sind ja auch viele Kollegen, Kolleginnen, die eine Facharztprüfung abgelegt haben. Die kann man auch fragen, welche Prüfer die hatten, was da gefragt wurde, was wichtig ist, das hilft auch. Und im Internet kann man auch nochmal schauen, da gibt es auch Altprotokolle, so was, es wird gefragt, dass man was aufmalen muss oder welche Krankheitsbilder sind so gefragt worden. Hast du da irgendwelche Seitenempfehlungen? Oh, wie hieß das denn nochmal? Also wenn man sowas googelt, das ist, meine ich, die Seite, wo man auch die Altprotokolle fürs Examen raussuchen kann. Ach so, okay. Ich glaube, dann wissen die meisten Bescheid. Ja, da kann man auch für die verschiedenen Weiterbildungsprüfungen, Auch raussuchen. Muss man da nur auswählen und dann werden einem ein paar Altprotokolle vorgeschlagen. Das hat mir auch geholfen.
Gab es denn noch Fragen, mit denen du dich so ein bisschen schwer getan hast? Weil das, was du jetzt so genannt hast, finde ich, klingt ja so wirklich alltäglich. Würde ich sagen, damit beschäftigst du dich wirklich jetzt in deinem Beruf eigentlich jeden Tag. So nichts Exotisches. Da habe ich schon ganz andere Sachen gehört. Aber gab es irgendwie auch was, mit dem du dich so ein bisschen schwer getan hast? Also zum Beispiel so anatomische Strukturen, das sollte man gut drauf haben. Beispielsweise was mit dem Sinus Transversus gemeint ist, wie man diesen Bereich nennt, wo man einen Bypass hinter der Orte herziehen kann. Also wie wird dieser Bereich genannt? Sinus Transversus, das sind so wirklich basic Dinge, die im Anatomieabschnitt besprochen werden. Wo ich dachte, ah okay, das will er hören. So und zum Beispiel auch, wo ich mich auch ein bisschen mit schwer getan hatte, ist, dass.
Auch jeder, also es gibt keinen Standard, was jetzt operative Technik angeht und ich habe gemerkt, dass zum Beispiel einer der Prüfer unbedingt hören wollte, dass wenn zum Beispiel eine total arterielle Revasculisierung am Herzen durchgeführt wird, also Bypässe mit Arterien.
Dass idealerweise das rechte und linke Herzkranzgefäßsystem getrennt wird. Und so, es gibt aber auch andere Bereiche, andere Kliniker, Klinikerinnen, die das gerne auch alles über das linke System anschließen. Also die linke Arteria thoracica interna und dann zum Beispiel die rechte Arteria thoracica interna auf die linke angenäht und dann auf alle Zielgefäße. Während andere sagen zum Beispiel, nee, man soll das trennen, man soll das rechte Herzkranzgefäß alleine anschließen und das linke separat. Ja, das ist noch so etwas. So, hausinterne Eigenheiten. Ja, ja, genau. Genau. Aber ansonsten war es alles sehr, sehr gut machbar. Gab es auch Fragen, auf die du nicht antworten konntest? Oder wenn es nicht so war, weißt du, ob das schlimm wäre, wenn man irgendwas nicht beantworten kann? Also am Anfang war das zum Beispiel so gewesen, dass ich nicht ganz genau wusste, worauf der Prüfer hinaus wollte und ich wurde dahin geführt. Wenn es etwas gibt, also was man dann... Das Wort, was einem nicht einfällt und sagt, weiß ich jetzt gerade nicht, ist das auch okay, das zu sagen, denn das ist nur ein Teil der Prüfung, was man dann ja nachschauen kann. Wenn man aber gewisse Techniken oder grundlegende Basiserkrankungen nicht wiedergeben kann, das ist dann schon natürlich ein großes Problem.
Aber an sich hat man auch das Gefühl, dass ich da auch dahin geführt werde und die Fragen dann auch beantworten konnte. Wie hat sich eigentlich dein Arbeitsalltag verändert nach der Prüfung? Also ehrlicherweise gar nicht. Mir wurde dann gratuliert von verschiedenen Mitarbeitenden, von der Pflege, von Kolleginnen, also Ärzten, Ärztinnen, vom Klinikdirektor damals. Wann hast du es denen eigentlich erzählt? Weil ich meine, es wusste ja eigentlich keiner. Ich habe nach der Prüfung meinen Chef angerufen. Damals habe ich meinen Chef angerufen, also direkt unmittelbar nach der Prüfung, als ich raus war. Meine Familie hatte mich begleitet und ich habe dann meinen Chef angerufen. Ich habe dann Kolleginnen angerufen, Kollegen angerufen und denen das mitgeteilt. Und ja, die hatten sich gefreut und haben sich sehr gewundert, dass ich meine Prüfung nach meinem Dienst gemacht hatte. Und ja, und dann halt am nächsten Tag war ich noch auf der Arbeit. Das war, ich glaube, ich hatte am Donnerstag meine Prüfung. Freitag war ich da und danach hatte ich Urlaub. und am Freitag habe ich eine Runde Pizza ausgegeben auf der Station.
Und es hat echt Monate gedauert, das zu realisieren, sage ich ehrlich. Ich habe es mit meiner Familie gefeiert, habe da jetzt nicht so eine große Feier draus gemacht. Es ging weiter, ich habe weiter gelernt und ich wusste, dass mit der Facharztprüfung meine Lernphase nicht vorbei ist.
Und es noch so viele andere Sachen gibt, die zu tun sind. Was ist denn das nächste Ziel? Ja, das nächste Ziel ist unter anderem meine akademische Weiterbildung, die Habilitation und jetzt die nächste Stufe auch Oberärztin.
Jetzt zunächst einmal Funktionsoberärztin und dann Oberärztin. Ja, und ich sage dir ganz ehrlich, ich habe es erst nach dem Chefwechsel so richtig realisiert. Denn dann habe ich erst festgestellt, wie Glück ich auch hatte, diese Weiterbildung genießen zu dürfen. Unter meinem damaligen Klinikdirektor, dass ich auch ein Jahr davor so sehr unterstützt wurde, dass ich meine operativen Skills von 0 auf 100 optimieren konnte. Und dann auch festgestellt, erst nach dem Chefwechsel, wie gut es war, dass ich schon vorher auch meine Facharztprüfung hatte, dass das schon alles unter Dach und Fach war. Und dann geht es einfach immer weiter. Es geht weiter, die Verantwortung wächst, die Arbeit wird nicht weniger, die Arbeit wird immer mehr, die Verantwortung wird mehr. Ja, es ist... Aber es macht mir auch Spaß. Soll ich es nicht machen. Also ich schrecke nicht davor zurück. Ich übernehme gerne Verantwortung und möchte auch junge Kolleginnen, Kollegen weiterbilden. Das fängt ja schon an mit Sternentomie, mit kleinen Schritten auch im OP, die gar nicht mal so ohne sind. Auch so eine Sternentomie, da kann ja super viel schief gehen. Total. Und dann auch auf der anderen Seite zu stehen und zu sagen, hey, ich lasse jetzt die Person mal machen. Und das erfordert für mich auch Mut, Konzentration, Geduld.
Aber jeder hat ja mal so angefangen. Kein Meister fällt vom Himmel. Das ist, glaube ich, auch ein sehr, sehr großes Geschenk, dass dein ehemaliger Chef dich so gefördert hat, weil ich glaube, du bist einfach eine Person, die so viel mehr noch weitergeben kann. Also das, was er dir gegeben hat, ist nicht erloschen, sondern das lebt einfach in dir weiter. Und deswegen finde ich das so schön, dass es an dich gegangen ist. Also nicht nur ausschließlich, aber du weißt, was ich meine. Total. Dass es bei dir an der richtigen Stelle ist und ich weiß auch ganz genau, dass du vielen jungen Ärztinnen einfach weiterhelfen wirst und auch ganz viel noch für deine Karriere machst und besser kann es eigentlich gar nicht sein. Ja, absolut.
Danke, dass du es auch so siehst und das wird mir, wie gesagt, hinterher einfach nochmal so richtig bewusst und ich bin auch sehr, sehr dankbar, denn das Umfeld ist so wichtig, in dem ich arbeite. Und das macht einfach 80 Prozent meiner... Oder meines Arbeitspensums aus und die Motivation dahinter ist auch so, so wichtig. Gemeinsam schafft man auch mehr. Deshalb freue ich mich auch immer sehr, wenn ich da weiter unterstützen darf und gefördert werde. Ja, super. Ich danke dir für deine Zeit. Wir sind tatsächlich leider schon durch. Ich könnte noch viel, viel länger mit dir reden. Geht mir auch so. Schon zu lange her. Ja, geht mir auch so. Aber danke für deine Einblicke. Ich bin der Meinung, dass wir vielen damit einen guten Einblick geben konnten, was Facharzt-Weiterbildung, Fachärztin-Weiterbildung überhaupt bedeutet. Und wünsche dir heute noch einen schönen Tag. Ich glaube, du hast Urlaub, ne? Ja, genau, ich habe Urlaub. Danke. Wir wünschen noch ganz viel Freude und bis hoffentlich bald. Ja, ich freue mich sehr. Vielen, vielen Dank für die Einladung. Sehr gerne. Ciao.
Das war Ruhepuls, der Podcast für deine Zukunft in der Medizin von Thieme. Deine Begleitung vom Studium bis zum Facharzttitel. Moderation Florentine Klemann, Projektleitung Nadine Spöri, Redaktion Dr. Vera Prenosil, Alina Schulter.