Kinder und Jugendliche operieren. Ein Job, der mit viel Verantwortung einhergeht. Aber auch mit großen Chancen, jungen PatientInnen ein gesundes Leben zu ermöglichen. Ich sage immer, 95 Prozent unserer Patienten verlassen die Klinik geheilt und gesund. Und das kann, glaube ich, kein anderes Fach aufweisen. Weil, wie gesagt, wir behandeln gar nicht so ganz selten wirklich umschriebene Erkrankungen. Und wir haben eben Erfolg. Und der Erfolg, den man da hat, ist das, was einen immer wieder begeistert. In dieser Folge geht es, Trommelwirbel, um die Kinder- und Jugendchirurgie. Unser Gast ist Prof. Dr. Udo Rolle, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie an der Universitätsmedizin Frankfurt am Main und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 2024-25. Mit ihm spreche ich darüber, was es bedeutet, Kinder zu operieren und über die Vorteile, aber eben auch Herausforderungen, die das für die Ausbildung von KinderchirurgInnen mit sich bringt. Wir erfahren, wie man mit Kindern kommuniziert, die noch nicht sprechen können oder die sich gegen eine Behandlung wehren und wie Udo mit der emotionalen Belastung in seinem Beruf umgeht. Udo ist Kinderchirurg durch und durch und seine Begeisterung für dieses Fach hat mich in unserem Gespräch total angesteckt. Was findet ihr an diesem Fach besonders interessant? Stimmt dazu gerne in unserer Umfrage ab und nun viel Spaß mit der Folge. Ruhepuls, der Podcast für uns.

Music.

Kinechirurgie ist ja schon ein sehr besonderes Fach. Was würdest du sagen, ist der größte Unterschied zur Erwachsenenchirurgie? Der größte Unterschied ist, dass wir uns als Kinderschirurginen mit einem sich veränderten Organismus beschäftigen, also einem wachsenden Organismus mit anderen physiologischen Voraussetzungen, als es dann bei den ausgewachsenen Patientinnen der Fall ist. Wir kümmern uns um die Spanne von Patientinnen vom Neugeborenenalter bis zumindest offiziell bis zum 18. Lebensjahr. Deswegen heißt es auch Kinder- und Jugendchirurgie und haben eben die Besonderheit, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Patienten vorfinden mit einer besonderen Physiologie, die wie gesagt noch im Wachstum sich befinden.

Wo sich verschiedene Dinge im Körper auch ändern können. Und wir müssen auch immer beachten, dass wir chirurgische Maßnahmen an Patienten vornehmen, die dann auch noch hoffentlich mindestens 80, 90 Jahre ihres Lebens vor sich haben. Dass wir also Eingriffe vornehmen, die das Langzeit-Lebensqualität der Patienten nicht beeinträchtigen sollen. Und was würdest du sagen, ist bei Operationen an Kindern deutlich leichter und was ist deutlich schwieriger im Vergleich zur Operation an Erwachsenen? Also die Kinder, vor allem die ganz kleinen Kinder, man staunt jedes Mal, wie viel Kapazität zur Heilung die Patienten haben. Also wir haben zum Beispiel Eingriffe bei Frühgeborenen, die schwerstkrank sind mit zum Beispiel nekrotisierender Enderokulitis. Die Kinder sind schwerstseptisch, aber die verstehen diese Eingriffe und haben offensichtlich eine ganz große Tendenz, auch, dass dann, wenn das Immunsystem funktioniert, wirklich auch die Krankenheiten unter Kontrolle zu bekommen. Das ist offengestanden unter uns gesagt sogar ein Vorteil der Kinder- und Jugendchirurgie, dass der kindliche Organismus ein besseres Potenzial hat, Operationen zu verkraften und auch quasi dann zu überstehen mit einem sehr guten Langzeitauskommen. Was problematisch ist, ist natürlich, wie gesagt, wenn es besonders klein ist, Problematisch sind Eingriffe an speziellen Organsystemen, wie zum Beispiel Leber und Pankreas.

Problematisch sind auch Eingriffe bei angeborenen Fehlbildungen, weil wir gerade bei Oesophagus-Athressien oder auch bei anorektalen Malformationen, wie gesagt, die erste Operation muss sitzen. Das ist so trivial, das klingt, die erste Operation muss funktionieren, weil wir wissen, wenn es Komplikationen gibt, Verfordernisse zum Nachoperationen, geht das meistens mit einem schlechteren Ergebnis einher. Ja, ich kenne das aus der Kinderherdchirurgie, dass ich bin immer verwundert, wie gut teilweise die Kleinen das wegstecken im Verhältnis zu den Erwachsenen, zumal die ja auch wirklich hochkomplexe Operationen dann bekommen.

Und das ist schon wirklich verwunderlich, wenn man dann hauptsächlich in der Erwachsenen-Chirurgie steckt und dann plötzlich bei den Kindern reinschnuppert und hört, was die gemacht haben. Und dann hat es noch eine Infektion bekommen und dann noch irgendwie eine Pneumonie obendrauf und so. Und jetzt ist es zu Hause und dem geht es gut und der wächst und gedeiht. Und bei Erwachsenen ist es dann halt komplett anders. Ja, das ist genau so, erleben wir das. Man darf es strafendurch nicht verlassen. Also das ist wie gesagt, das tritt häufig ein, dass die Patienten einen guten Verlauf aufweisen, auch nach komplexen Operationen. Aber wie gesagt, man darf das Strafe auch nicht verlassen. Wir sehen das auch genau, was du gerade beschrieben hast. Also wir sehen manchmal Patienten, die benötigen sämtliche intensivmedizinische Unterstützung, einschließlich ECMO, und überstehen das erstaunlicherweise dann am Ende neurologisch quasi unbeeinträchtigt. beeinträchtigt. Wie bist du in der Kinderchirurgie gelandet?

Ja, das ist glaube ich, das geht vielen von uns so. Also ich bin, ich komme ja, wie man hören kann, aus dem ehemaligen Osten. Ich bin in Leipzig geboren, sozialisiert, habe da auch studiert und bin dann im Frühjahr 89, weiß ich noch ganz genau, da hatte ich eine Formulatur. Aus irgendeinem Grund habe ich die Formulatur in der Kinderchirurgie gemacht und war dann auch gleich, das hat sich ergeben, war da auf der Kinderchirurgischen Intensivstation eingesetzt und habe dann im Prinzip Querschnitt gesehen von allem, was es so gibt. Unfall, Kinderschirurg, bis angewohne Fehlbildungen, bis Kinderonkologie und das war eben faszinierend. Wie gesagt, dieses Erlebnis, dass Kinder auch die größten Operationen und die komplexesten Erkrankungen gut überstehen können, das war nachhaltig und natürlich machen auch die Kolleginnen und Kollegen, die man so trifft, haben auch dann einen großen Einfluss. In dem Fall waren es vor allem auch die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes, mit denen ich mich da hervorragend verstanden habe. Und habe dann seit früher 89 war ich dann mit jedem möglichen Praktikum, einschließlich des praktischen Jahres, immer in der Kinderchirurgie.

Also einmal Blut geleckt und dann hat es sich gepackt. Was gehört denn alles zur Facharztweiterbildung dazu? Also der kinderschirurgische, der heißt jetzt seit fünf Jahren Kinder- und Jugendchirurgische Fachärztin-Katalog, umfasst sehr viele einzelne Dinge. Wir sind, glaube ich, die letzten Generalisten, die es überhaupt noch gibt, insbesondere unter den Chirurginnen. Also das geht von Standardkinderschirurgie, Das ist so das Übliche, was man sich so vorstellt, Leistenbruch, Hodenhorchstand, Appendizitis. Geht das eben bis zur Versorgung angeborener Fehlbildungen, wobei wir jetzt überlegen, ob wir diese ganz speziellen Krankheitsbilder aus der Standardweiterbildung rausnehmen sollten. Das geht hin bis zu kindertraumatologischen Eingriffen, kinderurologischen Eingriffen und auch dann wieder eher spezialisiert Kinderonkochirurgie. Aber Schwerpunkt ist, wie gesagt, allgemeine Kinderschirurgie. Also alles, was chirurgisch beim Kind erkranken kann, das müssen unsere Leute lernen, vor allem die Standardeingriffe und dann die ganz speziellen Dinge, wie zum Beispiel komplexe Neugeborene oder auch komplexe Tumoren. Das machen wir in der Regel nach der erfolgreichen Facharztweiterbildung dann in so einer Art interner Subspezialisierung. Es gibt noch keine offizielle Subspezialisierung, außer für Kinder- und Jugendurologie.

Die wir gemeinsam auch bespielen mit den Urologen. Die können auch diese Weiterbildung, die Subsidiarisierung erwerben. Das ist aber die einzige, die es jetzt im Moment gibt. Wir streben an andere speziellere Aspekte unseres Faches, auch eher nach dem Erlang des Facharztreifers. Dann auszubilden. Zur Kinderchirurgie gehören ja sämtliche Operationen an Kindern, also bistrarchirurgische, unfallchirurgische, urochirurgische Eingriffe. Du hast es schon eben erwähnt. Es ist also ein unglaublich breit gefächertes Fach. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile davon? Das ist eine sehr gute Frage, weil als ich in der Weiterbildung war, beziehungsweise meine kinderchirurgischen Lehrer, die haben sogar noch mehr gemacht. Die haben sogar noch Lippenkiefer, Geimspalten versorgt. Ich habe noch als Assistent auch gelernt, Spina Bifida zu versorgen, Ventricolo-Peritone alle Schands zu legen und auch epidurale Hämatome auszuräumen. Ich glaube, in dem Fall sind wir dann doch zu breit, um dann wirklich in der Spitze auch Qualität abzuliefern. Ansonsten glaube ich, dass gerade die Kombination aus komplexen viszeralchirurgischen Eingriffen, angeborene Fehlbildungen nach Onko- oder urologischen Eingriffen, Und wenn man das alles beherrscht, ist man natürlich in der Lage, zum Beispiel einen komplexen Nierentumor sehr gut zu operieren oder auch einen komplexen Tumor. Das Neuroplastom heißen die, das sind die, die in der Mittellinie sind, von den Ganglien ausgehend oder eben von den Nebennieren.

Das kann man eben nur, wenn man beides kann, sowohl viszeralchirurgisch als auch urologisch relevante Operationen durchführen. Und dasselbe gilt auch für die intrathorakalen Eingriffe. Also wir machen es jetzt etwas weniger als früher, weil es auch viele Dinge nicht mehr operationspflichtig sind. Aber wir sind theoretisch auch in der Lage, sowohl thorachschirurgische Eingriffe an der Lunge als auch am Esophagus vorzunehmen, was eben in der Kombination von größtem Vorteil ist. Und was sind aus deiner Sicht die Nachteile, dass das Fach so breit gefächert ist? Die Nachteile liegen leider momentan auf der Hand. Wir sind extrem breit aufgestellt. Wir haben auch die Generation vor uns den Anspruch noch gehabt, dass man wirklich flächendeckend jedes Kind mit einer kinderchirurgischen Erkrankung vom Kinderschirurg innen versorgen lässt.

Das kriegen wir nicht hin, weil wir können das nicht mehr ausbilden. Weil wenn wir wirklich diese ganz speziellen Dinge in der Ausbildung haben, die sind selten, sind selten Erkrankungen. Nur mal als Beispiel, Ösophagus-Athresie haben wir 250 Neuerkrankte in den ganzen Jahren in Deutschland. und wir auf 100 Kliniken sind die verteilt, was natürlich nicht richtig ist. Und wir haben ein echtes Problem, unseren Nachwuchs kompetent auszubilden.

Wenn man wirklich ein richtiger, kompletter Kinderschirurg, Kinderschirurgin sein will, das können wir nur, wenn wir die relevanten Krankheiten zentralisieren und damit auch die Weiterbildung zentralisieren. Und dann werden wir nicht mehr in der Lage sein, was auch so anzweifelt, ob es überhaupt möglich ist, flächendeckend alles und jedes Kind zu versorgen. Das ist meines Erachtens aber auch nicht nötig. Also diese Idee von einem Generalisten oder einer Generalistin in der Chirurgie finde ich richtig gut. Ich habe in der Uni Kreisfalz studiert und da ist es ja auch in der normalen Erwachsenenchirurgie so, dass man während der Ausbildung alle Fächer einmal durchläuft. Zwar nicht in der Breite, wie man das vielleicht denken würde, aber so, dass man überall mal reingeschnuppert hat und auch so ein Gefühl dafür bekommt. Weil Chirurgie hört ja nicht ab einem gewissen Punkt auf, sondern es geht ja immer weiter. Ob es jetzt die Gefäße sind und man ist in der Vistereichirurgie, davon muss man auch gut Ahnung haben. Deswegen ist es immer gut, auch an der Gefäßchirurgie gewesen zu sein. Und ja, das ist nur so ein Gedanke, den ich hatte. Ich finde es grundsätzlich gar nicht verkehrt, wenn das Personalproblem nicht wäre. Naja, wir werden wahrscheinlich da auch einen Ausweg finden müssen. Wie gesagt, wir müssen unsere Weiterbildung so ein kleines bisschen sortieren.

Dass man nicht von jedem Assistenten in Weiterbildung auch verlangt, dass sie oder er wirklich alle spezialisierten Eingriffe auch tatsächlich gemacht hat, weil das auch nicht mehr nötig sein wird eines Tages. Wir müssen wahrscheinlich dann so einen Standard-Kinderschirurgin ausbilden. Sie oder er kann dann die flächendeckende Versorgung versuchen aufzunehmen, gemeinsam mit allgemeinen Chirurginnen, die Erfahrung am Kind haben. Und das kann man ja organisieren.

Wir glauben schon, dass es wichtig ist, dass jemand Kinder operiert, sie oder er, die auch Erfahrung damit haben. Und auf der anderen Seite, Florentine ist relativ trivial, also wenn man ein 13- oder 14-jähriges Kind appendektoniert, sieht es genauso aus wie bei einem 20-Jährigen. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von einem Assistenzarzt oder einer Assistenzärztin in der Kinderchirurgie aus? Wenn es gut funktioniert, sollten die Assistentinnen und Assistenten in Weiterbildung einen Weiterbildungsplan haben, der also in relativ klar, jetzt nicht bis ins letzte Detail, aber für die sechs Jahre Weiterbildung genau aufzeigt, wann sie in welche Spezialrichtung auch reinrotieren. Unter anderem auch z.B. Intensivmedizin oder eben auch thoraxchirurgische Eingriffe lernen. Ein Standardarbeitstag sieht so aus wie, glaube ich, überall. Also es gibt in der Regel eine Morgenbesprechung, wo die Patienten besprochen werden, die am Tag vorher an der Nacht aufgenommen worden sind. Dann wird besprochen, was mit den Patienten auf Stationen geschieht. Bei uns ist es so, dass wir das Glück haben, dass wir mit vier bis fünf maximal Assistenten in Weiterbildung, die sehr gut einteilen.

Dass also eine oder eine erste ganze Woche im OP-Saal, der andere, die andere in der Ambulanz, der dritte ist auf der Station und sie oder eher der vierte, das schaffen wir an der Universität in Frankfurt, kann dann wirklich Forschung und Lehre machen. Damit garantieren wir, dass sie tatsächlich die mindeste Anzahl von so 150 bis am besten 250 eigene OPs pro Jahr auch haben, was sie dann wirklich nach sechs Jahren über 1000 Operationen gemacht haben und auch die Hands-on tatsächlich das Ganze gelernt haben. Natürlich müssen sie auch das andere lernen, was nicht so riesen viel Spaß macht.

Stationsarbeit, Patienten aufnehmen, mit Eltern Gespräche führen. Das ist ein sehr spezielles Thema, muss man auch wirklich lernen. Und dann... Eben Ambulanzen. Und Ambulanzen können auch spannend sein. Also wir haben bei uns immer einen OP-Saal jeden Tag. Wir haben jeden Tag eine Ambulanz mit bis zu 40, 50 Kindern, die meistens mit Termin kommen, aber auch eine offene Sprechstunde. Und das machen unsere Assistenten. Immer mit dem Hintergrund von einer Fachärztin oder einem Facharzt, die dann auch dabei sind. Und dasselbe gilt aber auch für die stationären Patienten, wobei wir jetzt in der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten, ich durfte das mitverfolgen, haben wir deutlich weniger stationäre Patienten, weil extrem viele Eingriffe im Kindes- und Jugendalter ambulant durchgeführt werden können. Und man staunt jedes Mal, wie einfach das ist. Aber auch das müssen alles unsere Assistenten und Assistenten lernen, einschätzen.

Wie ist es ein elektiver Eingriff, ist es ein Notfall, kann man es ambulant machen, wie muss man die Eltern vorbereiten und vor allem, wie muss man die Patienten vorbereiten. Das ist ein ganz klarer Tag. Frühbesprechung und OP oder Frühbesprechung Station, Station oder Frühbesprechung und die Ambulanz. Dann wechseln die alle Wochen und dann sind wir sehr glücklich. Ich glaube, die Kolleginnen und Kollegen in der Weiterbildung sind es auch, weil wir wirklich das Glück haben, dass wir das so rotieren können. Das klingt auf jeden Fall sehr, sehr gut. Höre ich selten. Und eins noch, wie gesagt, wenn die Kolleginnen und Kollegen ihre OP-Woche haben, heißt das, dass sie primär erstmal für jede OP Operateurin oder Operateur sind.

Ob es dann wirklich so wird, entscheidet dann der Oberarzt oder ich, je nachdem, wie die in der Weiterbildung stehen. Also im ersten Jahr müssen sich keine Sorgen machen, dass die im ersten Jahr dann schon die Tumoren selber rausmachen, da assistieren sie eben. Aber die fangen im ersten Jahr an mit diesen Standorteingriffen wie Leistenherrnien, Fimosen, Hodenhochstand und die machen auch im ersten Jahr natürlich sofort Appendektomien, die machen im ersten Jahr auch sofort Anlage von Enterostomata, weil das sind ja Dinge, die man lernen muss. Standorteingriffe, die man auch im Dienst gegebenenfalls dann auch mal rasch durchführen muss. Und dann baut sich das quasi auf mit der Erfahrung. Und dann in den letzten zwei Jahren machen die eben dann auch die komplexen Eingriffe schon. Nicht die hochkomplexen, aber dann auch schon Behöreranspruch. Welche operativen Eingriffe sind die häufigsten bei euch? Also wir sind ziemlich speziell, weil wir sind wirklich eine typische Universitätsklinik mit einem relativ... Vergleichsweise engeren Spektrum. Wir machen zum Beispiel keine Traumatologie, sonst hätten wir wahrscheinlich am meisten Unterarmfaktoren. Wir machen schwerpunktmäßig Neugeborenen- und Fehlbildungschirurgie.

Kinderonkologie und Kinderjugendurologie. Wobei dann die immer noch häufigsten Eingriffe sind, die wir meistens ambulant montags und freitags machen, sind natürlich Hernien und Döcher Eingriffe, die die auch zum Lernen brauchen. Wir machen aber auch bis zu 50 Tumorresektionen im Jahr Und je nachdem, wie viel es Neugeborene gibt, zwischen 30 bis 50 komplexe Eingriffe an Neugeborenen. Aber Hauptanteil bleibt nach wie vor, leisten herrnigen Jungs wie Mädchen, Hodenhorstände, Zirkunzisionen zu dieser ganzen klassischen Brot- und Buttergeschäften, Kinderschirurgie. Wie kommunizierst du mit Kindern, die noch nicht sprechen können? Ja, das ist ja am einfachsten.

Man muss sich denen einfach zuwenden, man muss sie anschauen. Also man kann mit denen nicht reden, da können auch die Eltern meist nicht helfen. Also wenn man da rauskriegen will, wo das Problem liegt, muss man einfach die Patienten anschauen. Gegebenenfalls auch mal anfassen, aber das ist sowas, das muss man nur wirklich lernen. Also das ist nicht so ganz trivial. Also ich maße mir inzwischen an, nach über 30 Jahren, dass ich wirklich in den Rahmen reinkomme und dem Kind in der Regel ansehe, ob es ein Problem hat oder nicht. Wenn die nicht reden können, dann muss man eben gucken, dass man Augenkontakt kriegt. Aber am Ende, wenn die sich nicht wohlfühlen, ist das sowieso alles zu viel. Und da muss man, wie gesagt, gezielt auch dann die Untersuchungspunkte Schriffe auch haben und gucken, gibt es jetzt ein Problem, dem wir uns sofort widmen müssen oder können wir noch weitere diagnostische Schritte einleiten.

Labor oder irgendwie Bildgebung. Aber die ganz, ganz relevanten Erkrankungen, die erkennt man wirklich einfach durch Anschauen und Untersuchung des Kindes. Wie lange hat das bei dir so gedauert, bis du so ein Gefühl entwickelt hast? Ich glaube, das dauert mindestens 10 bis 15 Jahre, bevor man das wirklich kann, wenn man den Raum betritt und sagt, bei dem ist was nicht in Ordnung und bei dem ist es nicht so schlimm. Das dauert lange. Und was würdest du machen, wenn sich jetzt zum Beispiel Kinder gegen eine Untersuchung oder einen Eingriff wehren, die aber medizinisch einfach notwendig sind? Ja, das gibt es gar nicht so selten. Und wir hatten vor allem noch in Leipzig, hatten wir eine sehr große Ambulanz mit Kindern nach thermischen Verletzungen. Und dann kannst du dir ja vorstellen, die brauchen Verbandswechsel, die brauchen invasive Maßnahmen und relativ trivial. Also wenn die sich wirklich wehren, muss man eben die Kinder an Alkohol sedieren oder narkotisieren. Das hilft ganz einfach nicht. Also wenn die das nicht möchten, nützt auch das Überreden nichts. Also die Zuwendung, sich dahin zu setzen, das gelingt in der Regel nicht. Und wem es auch nicht gelingt, ist den Eltern. Die sind dann eigentlich auch noch eher überfordert und dann wird es eher noch schlimmer. Also ganz offen gestanden, wenn so ein Kind tatsächlich eine relevante invasive Untersuchung oder invasive Maßnahme braucht und will das nicht, dann hilft es nichts, dann müssen sie sediert werden. Und was sind die größten Herausforderungen im Umgang mit den Eltern oder der Bezugsperson der Kinder?

Ja, das kann man sich ja vorstellen. Du bist jetzt auch junge Mutter, also die Eltern sind extrem besorgt, insbesondere wenn es sich dann wirklich herausstellt, dass es ein relevantes Problem ist. Sie sind auch manchmal sehr besorgt, wenn es ein triviales Problem ist und man muss dann sozusagen auch eine vernünftige Form der Kommunikation finden. Auf der einen Seite, gerade bei ganz kleinen Kindern, sind die Eltern auch eine wichtige Informationsquelle, um rauszukriegen, was sich so abgespielt hat im Vorfeld und was es für Symptome gab, die ja berichten müssen.

Seit wann die Bauchschmerzen gehen und ob das Erbrechen grün ist oder nicht grün, das sind ganz wichtige Dinge. Und dann muss man aber wie gesagt auch dann doch die Distanz haben, um entscheiden zu können, um jetzt nicht sich allzu sehr beeinflussen zu lassen von manchmal auch extrem aufgeregten Eltern, bei Kindern, die eigentlich nichts Schlimmes haben. Das gibt es auch andersrum, dass man Kinder sieht, die eine ganz relevante Erkrankung haben und die Eltern haben es bisher noch gar nicht verstanden. Das ist also individuell, wie man das macht. In der Regel sind die Eltern besorgt, aber in der Regel hilft das wirklich sehr gut, wenn man Zeit gibt, wenn man die Zeit hat, denen zuhört, darauf eingeht, eben das Kind dabei auch dem entsprechend aufmerksam anschaut und dann den Eltern klar sagt, was die nächsten Schritte sind, klar sagt, entweder es ist wirklich nichts Schlimmes und jetzt ist es wieder gut oder es ist eine Erkrankung, die wir jetzt diagnostizieren müssen und gegebenenfalls auch operieren. Das Schwierigste ist natürlich, wenn man sagen muss, dass es jetzt, ganz schnell gehen muss, weil es ist Gefahrenverzug. Und es ist auch hin und wieder der Fall, dass wir das Kind gebracht kriegen mit einem Rettungsdienst und die Eltern noch gar nicht dabei sind und wir dann Notfalloperationen durchführen müssen und die dann nur anrufen können. Das ist gar nicht so ganz, ganz selten. Und dann muss man sagen, so tut es leid, aber es ist jetzt einfach so dringend. Wir machen das jetzt.

Und du weißt ja, offiziell braucht man von beiden Eltern die Einwilligung zur Operation. Das ist ja klar, juristisch festgestellt, aber manchmal ist es nicht möglich, so lange zu warten. Und wie gehst du dann mit so emotional belastenden Situationen um? Das gelingt einem wahrscheinlich mit der zunehmenden Erfahrung immer besser. Ich habe jetzt quasi schon nahezu alles erlebt, was man so erleben kann. Sowohl an erfreulichen, auch an nicht erfreulichen Dingen in der Kinder- und Jugendchirurgie. Man muss, das klingt vielleicht jetzt nicht so ganz nett, man muss wirklich die Distanz haben. Man muss das, das kann man üben, also dass man eine Distanz hält. Man braucht eine professionelle Distanz, um das kompetent erledigen zu können, was man machen muss. Also wenn man jetzt wirklich mit jedem Patienten, jeder Patientin mitleidet.

Dann kann man denen nicht mehr effektiv helfen. Klingt ein bisschen schwierig, aber es geht einfach nicht anders. Und das ist das auch, was wir unseren jungen Kolleginnen und Kollegen beibringen müssen, die natürlich anders als ich reagieren auf Zwischenfälle und vor allem, wenn sie selbst noch betroffen sind, ist es manchmal ganz schwierig und da muss man die rausholen, muss denen das erklären, man muss das lernen, man muss diese Distanz, das ist eine professionelle Distanz, also manchmal denke ich auch, das tut mir dann alles sehr leid, aber es hilft einfach nichts, wenn ich da sitze und verzweifelt bin, wir müssen jetzt die Situation irgendwie bewältigen. Also würdest du sagen, das ist eine Fähigkeit, die man definitiv auch erlernen kann? Ja. Definitiv. Das kann man definitiv erlernen und das muss man auch. Wie gesagt, sonst ist man nicht handlungsfähig. Welche aktuellen Entwicklungen oder Innovationen gibt es in der Kinderchirurgie? Ist da sowas zurzeit ganz Besonderes, neu? Das ist nicht neu, aber das ist eine ganz wichtige Entwicklung, dass wir tatsächlich die komplexen Erkrankungen, die kinderschirurgisch vordringlich versorgt werden, natürlich versorgen im Team, interdisziplinär. Und dass wir nur deswegen auch relevante Erfolge zu verzeichnen haben. Also gerade wenn es um komplexe angeborene Fehlbildungen geht, die Kinder mit Esophagus-Adresie oder Zwerchfelllücke, die sind eben vor 50 Jahren alle noch gestorben.

Aber nicht, weil die Chirurgen das nicht konnten, sondern weil einfach die Intensivmedizin, die Unterstützung der jeweiligen kinderärztlichen Fächer oder auch die Unterstützung manchmal von Organspezialisten einfach noch nicht da war. Und jetzt sind wir in der Lage, durch interdisziplinäres Herangehen, die vielen Kinder nicht nur zu operieren, das Überleben zu garantieren, sondern eben auch ein qualitativ hochwertiges Outcome daraus. Richtig, so ganz, ganz trendige neue Dinge.

Wir Kinderchirurgen haben relativ spät das minimalinvasive Vorgehen übernommen von den allgemeinen Chirurgen. Hat sich jetzt bei uns komplett etabliert. Und ich bin auch inzwischen nicht mehr so ganz überzeugt, dass man laboroskopische Chirurgie und minimalinvasive Chirurgie als großen Hype feiern muss. Das ist einfach nur ein ganz klarer Zugang. Also wir machen immer schon minimalinvasive Zugänge, weil wir versuchen möglichst wenig Schaden anzurichten. Wir diskutieren jetzt gerade so ein bisschen über die nun ganz moderne Entwicklung mit roboterassistierter Chirurgie. Das gibt es inzwischen auch für Kinder. Ist aber unter Umständen eine Entwicklung, wo wir uns noch ein bisschen zurückhalten sollten, weil die Robotersysteme, die es jetzt gibt, bis jetzt gibt es auch bis zwei zugelassen für Kinder. Und das eine ist eben das, wo die Trockare 8 mm sind. Und wenn man da bei so einem 10-Kilogramm-Kind fünf von diesen 8 mm Trockaren reinsteckt, dann kann ich auch eine minimalinvasive, offene oder minimalinvasive Labroskopische Operation machen. Acht Millimeter ist schon ordentlich. Wir haben so zwei, drei Indexerkrankungen, wo auch sehr viel geforscht wird.

Ich muss aber ehrlich sagen, der Weg, wie überall, der Weg sozusagen aus dem Labor wirklich in die klinische Anwendung, ist auch da noch sehr weit. Man hört ja an allen Ecken vom Ärztemangel. Wie sieht das in der Kinderchirurgie aus? Wir sind wahrscheinlich das einzige chirurgische Fach, das keinen Ärztemangel hat. Ja, also wir haben natürlich auch eine sehr gute Entwicklung jetzt, das machen viele Universitäten inzwischen. Wir bieten eben für dieses Wahltertial im praktischen Jahr Kinderchirurgie an. Das heißt, dass dann die Studierenden bis zu vier Monate uns begleiten als Studierende. Und von denen kriege ich regelmäßig nahezu von allen eine Bewerbung. Also wir haben jetzt für die Ausbildungsstellen, die wir haben, keinerlei Problem, wirklich sehr gut qualifizierte, sehr motivierte junge Leute zu finden. Das ist, glaube ich, bei Kinderfächern im Moment generell so.

Bei anderen chirurgischen Fächern, die haben eher ein Problem. Es ist eben auch wirklich ein Fach, was jeder machen kann. Also das ist zwar anstrengend manchmal, eher mental, körperlich meistens nicht, kriegt man schon irgendwie hin. Also wir sind wirklich attraktiv und haben keinerlei Nachwuchsprobleme. Was kannst du BewerberInnen denn empfehlen? Was macht eine gute Bewerbung aus? Ja, eine gute Bewerbung macht aus, dass man auf einer Seite eine Übersicht bekommt, was sie oder er tatsächlich möchte. Also was sie interessiert und die Verbindung muss man sehen zu dem Fach, in dem man sich bewirbt. Ein, zwei wirklich auch Sätze aus dem eigenen Background, sage ich mal, warum man das unbedingt machen möchte. Um ehrlich zu sein, Frau Antile, diese Bewerbungen, die sind ja inzwischen alle so fast gleich gut, weil man kann da nicht so ganz gut unterscheiden, wer es jetzt wirklich eignet oder wer nicht. Was wir machen, wenn wir wirklich die Möglichkeit haben, eine Stelle ist zu besetzen, dann laden wir mindestens zwei, drei von den uns am besten geeigneten Bewerberinnen ein, uns einfach mal einen Tag zu begleiten. Also mal einen Tag zu hospitieren, mit uns mitzulaufen und dann schauen wir uns sie an. Und wie gesagt, wir kriegen relativ viele Bewerbungen. Es ist echt dann schwierig, die oder den Richtigen dann am Ende auszuwählen. Aber... Wie gesagt, eine Bewerbung soll nicht, also zumindest dieses Anschreiben, dieses, was man glaube ich auch im Englischen so wie Letter of Interest nennt.

Das sollte nicht länger als eine Seite sein. Also umblättern möchte ich nicht. Ich möchte das auf einer Seite sehen und eben auch eine persönliche Motivation dann erkennen. Welche Eigenschaften sollte man denn mitbringen, wenn man Kinderchirurgin werden möchte? Man muss natürlich wirklich hochmotiviert sein, weil es ist nicht so einfach. Also man muss eben, wie gesagt, nicht nur mit Kindern verschiedenen Lebensaltern umgehen, die teilweise, wie du schon sagst, nicht reden können. Dann haben wir jetzt auch viele Kinder mit einer neurologischen Beeinträchtigung, wo es auch nicht ganz einfach ist, da die Exploration und die Diagnose zu stellen. Sie müssen belastbar sein, weil wie gesagt, wir sind ein sehr breites Fach. Also man kann sein, dass man an dem einen Tag eben eine volle Sprechstunde hat und am nächsten Tag eine ganz volle Station und dann am dritten Tag anspruchsvolle Operationen leisten muss.

Kommunikativ, weil wir eben nicht alleine dastehen in der Versorgung der Kinder, weil wir uns tatsächlich insbesondere interprofessionell gut austauschen müssen mit den Pflegedienstmitarbeiterinnen, mit den MFAs im Röntgen und natürlich interprofessionell vor allem mit unserer Nachbardisziplin. Das sind insbesondere die Kinderärztinnen und Kinderärzte, wo man auch dann wiederum auch belastbar sein muss und auch mal eine Diskussion nicht scheuen darf. Das ist nicht so ganz trivial mit denen auch. Die haben manchmal andere Ideen als wir. Man muss auch dann relativ klar feststellen, dass wir eine unabhängige Fachdisziplin sind und dass wir entscheiden, was mit dem Kind geschieht und nicht die Kinderärzte uns sagen, was wir zu machen haben. Und dann diese üblichen Dinge, wie gesagt, Belastbarkeit, Resilienz, das, was man so alles so glaubt. Und es ist ein chirurgisches Fach. Und man muss auch in der Lage sein, früh um zwei dann aufzustehen und mehr oder weniger festzustellen.

Rasch auch zu handeln. Also das ist nicht häufig, aber das gibt es auch. Was begeistert dich auch nach Jahren noch an deinem Beruf? Das würde mich ja brennend interessieren. Also was mich immer wieder begeistert ist, wir werden auch gefragt, ob das nicht so ganz schwierig sei, dass man mit diesen Kindern, und dann ist das alles so schrecklich. Und manche Leute sagen, das könnte ich niemals machen. Ich könnte jetzt niemals diesem kleinen Kind den Bauch aufmachen, um da was zu operieren. Was mich begeistert ist, das hatte ich vorhin auch schon anklingen lassen, Ich sage immer, 95 Prozent unserer Patienten verlassen die Klinik geheilt und gesund. Und das kann, glaube ich, kein anderes Fach aufweisen. Weil, wie gesagt, wir behandeln gar nicht so ganz selten wirklich umschriebene Erkrankungen.

Und wir haben eben Erfolg. Und der Erfolg, den man da hat, ist das, was einen immer wieder begeistert. Und gibt es Entwicklungen, die du dir für die Zukunft der Kinderchirurgie wünschst? Ja, wir müssen uns entwickeln hier in Deutschland. Wir haben momentan eine dezentralisierte Versorgung auch der seltensten Erkrankungen, zumindest in unserem Fach, in der Kinder- und Jugendchirurgie. Und es ist so nicht in Ordnung. Also wir müssen das zentralisieren. Da gibt es natürlich Widerstände, teilweise nicht ungerechtfertigt, aber in der Regel auch teilweise ökonomisch begründet. Und das ist natürlich völlig falsch. Wir müssen zumindest die seltenen Erkrankungen, das sind eben die angeborenen Fehlbildungen und die kinderonkologischen Eingriffe, die müssen zentralisiert werden. Und da hatten wir jetzt große Hoffnung gesetzt in das Krankenhausreformgesetz, weil das da wahrscheinlich sogar auch vorgesehen wäre.

Aber da muss man erst mal sehen, was jetzt da geschieht. Das würde ich mir wirklich wünschen. Und das ist auch der einzige Ausweg, dass wir als Fach bestehen bleiben. Wir müssen unsere Kernkompetenzen zentralisieren, müssen dann Kernkompetenz auch weniger Spezialisten ausbilden, die anderen in der Breite, um die Breite wirklich zu versorgen. Und das ist eine Aktion, darüber rede ich seit 20 Jahren, versuche das mitzugestalten. Aber die Möglichkeit haben wir als Fachgesellschaft eben nicht in Deutschland. Das kann eigentlich bloß der Gesetzgeber. Und das ist eben eine Maschinerie, wie du weißt, die lange braucht und wo es schwierig ist, das auch nachhaltig zu beeinflussen. Ja, vielen Dank für die Einblicke in die Kinderchirurgie. Es war sehr spannend und mir kommt immer wieder einiges hoch, weil ich eine Freundin habe, die ist tatsächlich in der Kinderchirurgie. Und mit der habe ich mich vor kurzem erst auseinandergesetzt und habe vieles wiederentdeckt, was du heute erzählt hast. Das ist total schön. Schön auch den Einblick zu bekommen für unsere ZuhörerInnen. Also vielen lieben Dank und ich wünsche dir noch einen schönen Nachmittag. Ich danke auch. Vielen Dank. Tschüss.

Das war Ruhepuls, der Podcast für deine Zukunft in der Medizin von Thieme. Deine Begleitung vom Studium bis zum Facharzttitel. Moderation Florentine Klemann. Projektleitung Nadine Spöri. Redaktion Dr. Vera Prenusil, Alina Schulte und Ines Elsenhans Produktion und Technik Wenzel-Börötz.