In Deutschland studieren derzeit etwa 114.000 Menschen Humanmedizin. Es gibt viele Institutionen, die das Medizinstudium beeinflussen, sei es die Politik, die Kliniken oder die Universitäten. Umso wichtiger, dass auch wir Medizinstudierende ein Sprachrohr haben. Und genau das ist die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, kurz BVMD.
Thieme ist offizieller Partner der BVMD. Höchste Zeit also, dass heute Melanie zu Gast ist. Sie ist Medizinstudentin in Mainz und Vizepräsidentin für Internes in der BVMD. Sie erzählt uns heute, wie die BVMD organisiert ist, wofür sie sich einsetzt und wie wir alle unser Studium aktiv mitgestalten können. Es geht um Arbeitsgruppen und Projekte wie zum Beispiel das Teddybärkrankenhaus und mit Sicherheit verliebt, Aber auch um ein ganz anderes wichtiges Projekt, nämlich das Faire PJ. Dass wir halt qualitativ auch einfach eine hochwertige Ausbildung haben wollen und nicht irgendwie als billige Arbeitskraft in dem Sinne für HIV arbeiten nimmst wird. Ich meine, danach sollen wir als Ärztinnen arbeiten und ich meine, das ist die letzte Chance für uns nochmal wirklich was zu lernen und mitzunehmen. Deswegen unsere Hauptforderung, die wir derzeit haben und es wirkt. Und wusstet ihr schon, dass ihr während eures Studiums über die BVMD zum Beispiel auch ins Ausland gehen könnt? Wenn euch interessiert, wie und wohin, oder ihr euch im Studium mehr engagieren wollt, dann hört unbedingt in diese Folge. Bei welchen Aspekten seht ihr Verbesserungsbedarf in eurem Studiengang? Stimmt gerne ab in unserer Umfrage. Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit der Folge.
Music.
Hallo Melanie, ich freue mich sehr, dass du heute da bist. Was hat dich dazu bewogen, dich in der BVMD zu engagieren? Hi, ich freue mich super, hier zu sein heute. Was mich bewogen hat, eigentlich die erste Woche. Also ich engagiere mich in der BVMD schon seit quasi der ersten Woche meines Semesters. Wir hatten da, ich weiß nicht, ob es das an eurer Uni auch gibt, so eine Vorstellung, was es so für Projekte und Arbeitsgruppen irgendwie an der Uni gibt. Und mich hat damals die AG Austausch total begeistert und ich fand das so cool, dass ich gesagt habe, boah, da habe ich Bock mitzumachen und bin quasi direkt auf die losgestiefelt und war quasi eine Woche später schon dabei und im Austausch sozusagen in Mainz aktiv. So bin ich eigentlich mit dem ersten Fuß in die BVMD gerutscht und habe später noch viel, viel mehr entdecken können.
Wow, okay. Also ich habe von dir erfahren, dass du schon im 10. Semester bist. Du bist also jetzt seit gut fünf Jahren schon dabei, wenn ich das richtig verstehe. Ja, wenn ich die Vorklinik in Regelstudienzeit geschafft hätte, dann ja. Also sind eher so sechs gerade, aber genau, seit sechs Jahren bin ich dabei. Gut, dann kennst du dich auf jeden Fall richtig aus. Und was macht dir da am meisten Spaß? Also woran hast du die meiste Freude, dass du dich da so lange schon engagierst? Die Menschen. Es ist so cool, einfach da zu sein. Du findest, egal wo in der BVMD, in den Sparten, in den Projekten, überall so tolle Menschen, die sich engagieren. Du kommst in Kontakt. Das ist, glaube ich, so mein größtes Highlight einfach. Genau, dass man halt sieht, dass man was erreichen kann. Das ist auch ziemlich cool. Wofür genau setzt sich die BVMD denn ein? Also die BVMD als Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland vertritt mehr als 108.000 Medizinstudierende. Das heißt, wir sind sozusagen die Fachschaft aller Fachschaften, so kann man sich das grob vorstellen. Und genau, wir setzen uns ein, dass wir eure Interessen vertreten. Wir haben den Austausch, den wir euch möglich machen.
Wir vernetzen bzw. unterstützen euch bei den Projekten, bei der Vernetzung. Einfach, dass das Medizinstudium noch schöner und besser wird. Sehr gut. Wie genau ist die BVMD denn strukturiert und organisiert? Ich kann mir vorstellen, dass es sehr kompliziert ist, 108.000 Medizinstudierende oder allein schon die, ich weiß gar nicht, wie viele Fachschaften es gibt, alle zu vernetzen und da alle Stimmen irgendwie zusammenzuführen. Genau, also es gibt tatsächlich über 40 Fassschaften. Ja, meistens ist es ja so, dass die Leute sich oder die Studis sich in den Fassschaften beziehungsweise an ihrer Uni gut auskennen. Weniger wissen, dass sie auch direkt schon Teil dadurch an der Mitglied der BVMD sind. Das heißt, es gibt quasi den Kontakt zu den Lokalgruppen. Es gibt die Projekte und es kommt halt so, dass sich auf den Mitgliederversammlungen, die dreimal im Jahr stattfinden, sich die Fachschaften treffen.
Positionen abstimmen, Leute gewählt werden. Aus jeder Fachschaft kommt dann aus jeder Stadt sozusagen jemand und ihr trefft euch dreimal im Jahr, um dann zusammen dort die B-Form, die sozusagen weiterzubringen oder die Projekte zu organisieren? Genau, das ist das, was auf den Mitgliederversammlungen passiert. Genau, so kommen wir alle zusammen. Es gibt auch Regionalvernetzungen, das heißt Unis halt zum Beispiel in der ÖV-Ost, die ist riesig. Also da gehören zum Beispiel Rostock, Berlin, Dresden, Leipzig. Ganz viele, die treffen sich auch untereinander, sind vernetzt und sprechen darüber, was man ändern kann, wo man angreifen muss und so weiter und so fort. Also das wichtigste Gremium ist halt die Mitgliederversammlung. Wir sind ein demokratischer Verein. Yay, sehr gut. Und damit das alles so ein bisschen funzt und läuft, gibt es natürlich noch den Vorstand, der dann so ein bisschen die Position mit auch vertritt, öffentlich. Die dafür sorgen, dass halt die Lokalarbeit gut vorangehen kann, dass man supportet, unterstützt, genau. Und wenn ich jetzt zum Beispiel, wie kann ich mir das vorstellen, wenn ich jetzt hier in Mannheim ein Thema habe, was mich irgendwie beschäftigt oder interessiert, wie könnte ich das dann einbringen? Würde ich das an meiner Uni erstmal ansprechen und wie würde das sozusagen den Weg ganz nach oben zu euch finden?
Genau, also am besten, nehmen wir mal ein Beispiel. Du interessierst dich, keine Ahnung, für mit Sicherheit verliebt. Also kennst du das Projekt? Super. Genau, das heißt, du hast Bock, dich zu engagieren. Das heißt, du kannst am besten an deine Fachschaft rantreten. Die kennen meistens die Personen, die da gerade super aktiv sind, beziehungsweise an wen du dich wenden kannst. Genau, dann kannst du dich da einbringen.
Kannst da arbeiten. Wenn dir was auffällt, dann gibt es immer die Möglichkeit, an eine Stufe höher sozusagen dich zu melden. Das sind unsere Noras. Das sind quasi die National Officers, beziehungsweise die Bundeskoordination. Und die helfen euch im Zweifel, wenn was los ist. Weiterhin hast du natürlich immer die Möglichkeit, dich in den Projekten zu vernetzen. Das heißt, es gibt regelmäßige Treffen. Wenn dann halt irgendwelche Probleme sind oder so, kann man das hochtragen. Oder wenn man neue Ideen hat, natürlich auch. Du bist Vizepräsidentin für Internes. Was sind deine Aufgaben? Meine Aufgaben sind der enge Kontakt quasi zu den Fachschaften, dass der halt gehalten wird, der enge Kontakt, falls irgendwas los ist, dass ich da Ansprechpartnerin bin. Wichtig, was ich ja schon erwähnt habe, sind die Mitgliederversammlungen, also die MVen, die müssen organisiert werden. Da bin ich quasi auch mit zuständig. Dann gibt es noch einen großen Termin, das ist der Bundeskongress, der Buku sozusagen, der findet auch einmal im Jahr statt, der muss auch organisiert werden. Also ich bin sozusagen für alle Belange für die Fachschaften zuständig. Wenn es irgendwas gibt, was den internen Bereich gibt, was irgendwie Vernetzung angeht, dann bin ich quasi eine gute Ansprechperson, die man fragen kann und die dann unterstützt.
Weiterhin Bescheinigungen stelle ich auch quasi aus für ehrenamtliche Tätigkeit in dem Verein. Genau, das sind so einige meiner Aufgaben. Das klingt nach ganz schön viel. Wie vereinst du die Arbeit bei der BVMD mit dem Studium? Gutes Zeitmanagement. Das lernt man tatsächlich sehr gut. Also priorisieren, auch zu sagen, hey, das ist ein Ehrenamt, Ich habe das jetzt geschafft. Ich bin trotzdem eine Vollzeitstudentin. Genau, also es ist gutes Zeitmanagement, was ich mir wirklich hart erarbeitet habe oder auch gelernt habe tatsächlich durch die Arbeit in dem Verein.
Das geht aber gut. Mein Vorteil ist halt, dass ich gut unter Druck arbeiten kann. Das heißt, das hilft mir tatsächlich, wenn ich ein bisschen mehr zu tun habe. Und hat deine Arbeit bei der BVMD auch Einfluss auf dein eigenes Studium? Ja, ich habe super viel einfach gelernt und mich weiterentwickelt. Also wie gesagt, allein von den Fähigkeiten wie zum Beispiel jetzt Soft Skills wie Zeitmanagement und so weiter, die habe ich echt durch die Arbeit da wirklich verbessert. Dann ohne die Arbeit in der Lokal- oder beziehungsweise die Lokalarbeit in der BVMD hätte ich, glaube ich, die Vorklinik nicht so gut überstanden, weil du einfach auch den Kontakt nöpfst. Das brauchst du im Studium. Also mein großes Learning im Studium ist, du musst Leute kennen, sonst kann es echt schwierig werden. Und wenn du da halt einfach mehr Leute kennst aus höheren Semestern, die können dir natürlich auch so ein paar Tipps geben. So hey, keine Ahnung, in Biochemie, pass da und da mal auf, das ist immer wichtig, was auch immer. Also das sind einige der Bemühungen, die ich halt durch die Arbeit quasi gelernt habe. Die Verbindung zu anderen Menschen und einige Fähigkeiten, die man so im Studium eigentlich nicht so lernt. laut Plan. Ja, auf jeden Fall. Ich finde auch, dafür sind diese ganzen AGs ja und Arbeitskreise da, dass man einfach.
Ein bisschen was anderes auch macht, neben dem Studium noch, aber dass man auch einfach Leute kennenlernt, Freundschaften knüpft. Und wenn man das dann auch noch mit Medizin verbinden kann, ist das natürlich besonders cool. Ja, total. Das ist ein Träumchen. Das ist wirklich schön. Und die bleiben. Also das ist ja eine prägende Zeit, das Studium. Und tatsächlich diese Freundschaften, wie du das so toll gesagt hast, die bleiben auch über das Studium hinaus. Wie können sich Studierende aktiv in der BVMD einbringen? Aktiv, wie gesagt, ihr könnt euch an eurer Uni, an eurem Standort mal umhören, was euch so interessiert. Ich sage mal so, jeder oder jede findet wirklich sein, ihr Thema in der BVMD. Sei es Ernährung, sei es Aufklärung, sei es anderen Menschen, was beibringen, zum Beispiel Soft Skills, kannst du auch lernen in der BVMD. Du kannst dich für den Austausch einsetzen, also für jeden gibt es was. Wenn ihr merkt, hey, ich habe Bock, was zu tun, dann, wie gesagt, fragt mal bei einer Fachschaft nach, was so möglich ist. Oder wenn ihr sagt, okay, hier fehlt vielleicht noch was, fühlt es doch einfach mal bei euch ein. Dafür gibt es halt tatsächlich Menschen im Vorstand, die euch da auch gut unterstützen können.
Genau, und ja, auf geht's, hingehen, Leute treffen und aktiv werden. Es ist tatsächlich einfacher, als man denkt. Jetzt habe ich noch eine Frage zu vorhin, wenn ich so darüber nachdenke. Wo sind diese Mitgliederversammlungen? Du hast gesagt, die sind dreimal im Jahr in Deutschland. Sind die mal im gleichen Ort oder sieht man da auch mal unterschiedliche Städte? Die Mitgliederversammlungen sind immer an irgendwelchen Standorten, wo es auch eine Medizin-Uni gibt. Denn meistens stellt sich eine Fachschaft zur Verfügung, das ganze Event mit zu organisieren.
Eine Person, utopisch. Die nächste Mitgliederversammlung, die wir haben, die ist in Tübingen. Die sind ganz motiviert, die findet Anfang Juli statt. Kommt gerne alle vorbei. Genau, und die letzte war dann in Kiel, die war Ende April vom 25. bis zum 27. Also es läuft halt so, dass man sich überlegt, hey, wir haben Bock, was zu machen. Wir in Mainz haben das auch gemacht, vor zwei Jahren war das jetzt schon. Und dann redet man am besten mit der VPI, sagt, wir haben Bock und dann kann es quasi losgehen mit der Planung. Also das Coole ist, du lernst tatsächlich auch viele Städte in Deutschland kennen, wo man vielleicht sonst nicht hingekommen wäre. Ja, noch mehr Vernetzung. Sehr cool. Wie bringt ihr eure Forderungen in die Gesundheitspolitik ein? Genau, also das ist ja ein bisschen externe Arbeit auch mit, was eine ganz eigene Sparte sozusagen bei uns im Verein ist.
Ja, Position ab. Wir können ja nicht einfach hingehen so, hey, wir sagen jetzt einfach mal, das ist so. Nee, das muss tatsächlich abgestimmt werden, weil wir wollen ja quasi alle vertreten. Das heißt, wir sind oftmals oder einige tolle Studis sind halt auf Kongressen, machen sehr viel Networking. Teilweise haben wir auch sozusagen die Möglichkeit, auf Panels zu reden und unsere Forderungen quasi darzustellen. So versuchen wir das dann quasi gut in die Politik mit einzubringen. Und es wird tatsächlich auch gehört, also wir können schon sehr präsent werden, auch jetzt nicht nur, wenn wir zum Beispiel auf irgendwelchen Kongressen sind, sondern wenn wir auch mal auf die Straße gehen, um zu demonstrieren. Wie zum Beispiel zum fairen PJ, das kennst du sicher auch. In Mannheim, wart ihr da auch auf der Straße in Mannheim? Oder hattet ihr einen Infostand? Ich war auf jeden Fall bei Heidelberg dabei. Ich bin mir tatsächlich gar nicht sicher, ob wir in Mannheim auch waren oder ob wir die Heidelberger unterstützt haben. Gute Frage. Das ergibt sogar Sinn, wenn ihr euch da unterstützt. Ist ja nicht so weit weg.
Ja, und dort ist es auf dem Campus, hat es nochmal ein bisschen mehr gewirkt, weil man da so gut übers Neunheimer Feld laufen konnte. Wie ist denn der aktuelle Stand bei Faires PJ und wofür setzt ihr euch genau ein? Genau, also das Faire PJ ist ja, beziehungsweise die Thematik mit dem PJ ist ja schon super lange ein Thema. Was ich jetzt auch im Laufe der Zeit gelernt habe, dass ja die ersten, also dass dieses Thema ja schon in den 70ern irgendwann mal thematisiert wurde. Also das ist schon ein lange Thema. Unsere Hauptforderung, die wir jetzt ja derzeit haben, ist ja einmal die Trennung von Krankheits- und Fehltagen in der Approbationsordnung. Ich meine, wo ist das, dass das dasselbe ist?
Krankheit ist jetzt nicht irgendwie was, was man gerne macht. Und ja, das ist ein langes Thema, da kann man sich sehr drüber aufregen. Gerade wenn man im Gesundheitswesen arbeitet, sollte man das doch wissen. Ja, man sollte ja eigentlich auch das so bisschen leben, was man ja auch so lernt. Genau, das ist ein großer Punkt, für den quasi das faire PJ mit einsteht. Dann fordern wir eine Aufwärtsentschädigung, mindestens in der Höhe des Barfax-Höchstsatzes. Ich meine, man geht arbeiten. Ich meine, das ist in der Ausbildung auch so.
Manche Leute müssen ja davor arbeiten, um sich das PJ dann leisten zu können. Ja, das ist einfach unglaublich. Oder halt während des Periods, dann hast du, keine Ahnung, deine 38, 40 Stunden, Wochenaufstation und darfst dir dann noch am Wochenende die Zeit, die du eigentlich nutzen solltest, um nicht mal ein bisschen zu regenerieren, dann auch noch weiterarbeiten gehen. Also das, ja, gut. Deswegen, wir fordern quasi eine Aufwärtsentschädigung, dass man quasi auch noch leben kann, seine Miete zahlen kann und auch was essen kann. Deswegen BAföG Höchstsatz. Genau, ein weiterer Punkt ist ja, dass wir einen Mindestabstand quasi wollen zwischen Ende des PJs und quasi dem dritten Staatsexamen, dass man auch einfach die Zeit hat, sich vernünftig vorzubereiten. Ich meine, das ist immer noch eine Staatsexamenprüfung. Es ist kein kleiner Vokabeltest, das ist schon was Größeres und auch dafür muss sich halt vorbereitet werden. Und natürlich noch ein weiterer Punkt ist, dass wir halt qualitativ auch einfach eine hochwertige Ausbildung haben wollen und nicht irgendwie als...
Billige Arbeitskraft in dem Sinne für Hiwi-Arbeiten nennst wird. Ich meine, danach sollen wir als Ärztinnen arbeiten. Und ich meine, das ist die letzte Chance für uns, nochmal wirklich was zu lernen und mitzunehmen. Deswegen unsere vier Hauptforderungen, die wir derzeit haben. Und es wirkt. Also die PJ-Aktionstage kennt ihr vielleicht alle noch aus den letzten Jahren, auch mit der Petition. Und da ist wirklich einiges auch ins Rollen gekommen. Also Erfolge sind zum Beispiel, dass es jetzt in Sachsen-Anhalt den BAföG-Höchstsatz gibt. Also eine unserer Forderungen ist durchgegangen. Dann werden wir halt auch angehört, unsere Forderungen in diversen Bundesländern. Wir haben quasi die Streichung, dass es eine Deckelung gibt von der Mindestbezahlung in dem AO-Entwurf, AO-Approbationsordnung. Das ist durchgegangen. Dann haben wir, ist jetzt leider kein Barverküßtsatz, aber zumindest ist jetzt in Kiel, quasi an der Uniklinik, dass quasi eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird. Das ist erst seit 2023 so. Also da ist noch viel zu tun, aber wir sind auf einem guten Weg. Es gibt Erfolge. Ja, definitiv. Das ist auch gut so. Was können Studierende machen, die in ihrem PJ unzufrieden sind oder sogar Missstände erleben?
Meldet euch immer gerne bei uns. Es gibt außerdem noch die Möglichkeit, es gibt ja sowas wie den PJ-Preis. Da könnt ihr quasi auch noch mal sagen, wenn zum Beispiel was besonders gut läuft, guckt mal auf unserer Website nach. Ihr könnt euch aber auch immer gerne jetzt, wenn euch was auffällt, bei euch an der Fachschaft melden. Meistens gibt es Menschen, die sich quasi auch für das PJ einsetzen. Die haben im Zweifel noch einen guten Draht an die Bundeskoordination und die, Da kann man was machen. Über die Fachschaften und bei den Mitgliederversammlungen treffen bestimmt ganz viele Erfahrungen und Eindrücke und Dinge, die verändert werden müssen, aufeinander. Seid ihr primär Sprachrohr der Medizinstudierenden oder habt ihr auch ein Mitsprache- und Abstimmungsrecht in der Gesundheitspolitik? I wish. Leider haben wir kein Abstimmungsrecht in dem Sinne, aber wir sind tatsächlich ein Sprachrohr. Und wie gesagt, ein ziemlich lautes.
Das ist auch gut so. Und wie gesagt, schon in dem Beispiel mit dem Fernperjord, wenn wir was sagen, man kann uns schon hören und sehen. Also es fängt ja, wie gesagt, bei solchen Sachen an. Redet Beiträgen auf dem Deutschen Ärztetag, Ärztinnen-Tag, dass wir da sprechen, persönlich auf die Menschen zugehen. Das klappt schon ganz gut. Und seit Neuestem haben wir auch quasi eine Kolumne im Ärzteblatt im Deutschen, dass wir da quasi auch manchmal was hinschreiben, was man gut lesen kann. Ja, und was ja auch viele lesen. Das Teddybärenkrankenhaus dürfte sicherlich vielen ein Begriff sein. Das ist ein ehrenamtliches Projekt, das Kindern die Angst vor den Arztbesuchen nehmen soll oder dem Krankenhaus. Wie genau wird das versucht? Genau, also das Tänik-Bern-Krankenhaus ist ja schon ein super langes Projekt, was es auch schon gibt. Und Ursprung hat es ja quasi in Skandinavien gehabt und ist dann quasi über Rostock durch die ganze Bundesrepublik gewandert. Vorgesehen ist ja quasi, dass halt die Kinder sehen können, dass halt Ärzte und Ärztinnen quasi nichts Böses wollen. Also das ist quasi spielerisch und interaktiv, dass man quasi die Angst so genommen bekommt. Vor dem Arzt besucht, dass man halt auch weiß, was passiert da überhaupt und dann halt spielerisch mit den.
Teddybären oder keine Ahnung, anderen Stoffkirchen, dass da quasi einmal untersucht wird und die Kinder können selber aktiv werden und lernen, hey, okay, da passiert was, aber es hilft und es ist nicht schlimm. Ich war tatsächlich selbst schon einmal dabei, weil es bei uns auch immer so eine Aktion gibt in Mannheim. Und das war super süß, weil ich nicht so, ich wusste gar nicht, was mich erwartet. Und dann kamen die Kinder und manchmal hatte das Tier vielleicht nur ein gebrochenes Bein. Aber manchmal war es auch sehr spezifisch und es hatte irgendwie, ich weiß nicht, Augenschmerzen beim Müsli-Essen oder so. Und dann musste man sich erst mal was überlegen. Aber die ganzen Kinder dann so zu betreuen und mit denen das durchzugehen und dann am Ende sie irgendwie die und ihr Tier wieder zu entlassen, das war schon sehr süß. Das glaube ich. Hattet ihr vorher irgendwie so eine kleine Schulung oder sowas bekommen? Weil an manchen Standorten ist das tatsächlich auch der Fall, dass ihr so kurz irgendwie oder ein bisschen länger erklärt bekommt, wie das abläuft und wie ihr damit umgeht? Ja, es gibt einen Leitfaden und auch ein Online-Treffen war es da. Also es gibt auch immer eins in echt, aber es ist natürlich immer schwierig, alle irgendwie bei einem Termin zusammenzufinden, deshalb online. Sehr cool. Ein weiteres eurer Projekte ist mit Sicherheit verliebt, bei dem Medizinstudierende Sexualaufklärungsarbeit in der Schule machen. Über welche Themen wird da genau aufgeklärt?
Genau, du hast es schon super erklärt oder beziehungsweise die Umrisse gemacht. Studis, was super cool ist, es sind nicht nur Medizinstudis, die dahin gehen, sondern auch aus anderen quasi Professionen wie Lehramtsstudis sind da auch bei oder auch Psychologiestudis, gehen quasi in Schulen, um auf Augenhöhe Sexualaufklärung zu betreiben. Ich meine, ich weiß nicht, wie es bei dir war. Ich kann mich noch gut an meinen Sexualkundeunterricht erinnern. War sehr frontal. Ja, bei uns ist das immer ausgefallen tatsächlich, weil die Bio-Lehrerinnen und Lehrer immer wirklich kurz vorher alle krank wurden und dann ein halbes Jahr ausgefallen sind. Also irgendwie mittelmäßig gut war das. Und ja, in der Grundschule wurde so ein Film gezeigt und dann wurde nie mehr was dazu gesagt. Ja, das sollte nicht so sein. Dafür ist das Thema auch einfach viel zu wichtig. Und wir haben wirklich tolle Studis, die an die Schulen gehen. Das Ganze soll halt nicht Frontalunterricht sein. Es geht ja darum, dass halt die Studis an die Schulen kommen und gerade über sensible Themen auch sprechen.
Das heißt, was gehört da eigentlich dazu? Was passiert so in der Pubertät? Was bedeutet Sexualität vielleicht auch? Dann sind natürlich auch so soziale Themen. Was ist dieses Divers überhaupt? überhaupt, was heißt Transgender, also so wirklich wird einmal komplett alles abgedeckt. Natürlich gibt es auch medizinische Themen, wie zum Beispiel STIs werden auch thematisiert, aber meistens ist es tatsächlich auch der Fall, dass vorher nochmal geguckt wird, was interessiert die SchülerInnen überhaupt und was sollte jetzt eigentlich thematisiert werden, sodass halt möglichst viel abgedeckt auch wird, was halt.
Die SchülerInnen halt auch gerade bewegt, gerade in dem Alter. Ja, ich kann mir vorstellen, dass das sehr gut funktioniert, weil man sich vielleicht den Leuten, die eben nicht gerade Lehrerinnen oder Lehrer in der Schule sind, auch einfach einfacher öffnen kann und wir sind ja dann nicht so viel älter. Genau, das ist halt meistens auch noch ein großer Punkt. Es ist ja fast noch Peer-to-Peer. Also es ist halt auch einfacher, sich da wirklich zu öffnen. Neben euren Projekten gibt es auch zahlreiche AGs. Wie unterscheidet sich die Arbeit? Genau, das ist eine extrem gute Frage. Man kann es, glaube ich, so ein bisschen grob darstellen, dass die AGs schon sehr inhaltlich arbeiten. Also es ist meistens irgendwie ein großer inhaltlicher Themenkomplex, die dann quasi unter sich auch noch die Projekte teilweise zugeordnet hat. Vielleicht erklärt es das bisher nicht auch für Torben und Boas aus der Projektkoordination, die für die Koordination der ganzen Projekte quasi in Deutschland zuständig sind. Reißen mir jetzt nicht den Kopf ab. Grüße gehen raus.
Genau, so kann man sich das ein bisschen vorstellen. Also wenn man jetzt zum Beispiel die AG Sexualität und Prävention hat, was einem da sofort einfällt, wenn man sich so ein bisschen in der BVMD auskennt und es schon mal gehört hat, ist ja das Projekt MSV, also mit Sicherheit verliebt. Und die AG Staxpref ist aber nicht nur MSV, die haben auch ganz viele andere Themen. Da gehört auch zum Beispiel Diversität in der Medizin ist da so ein bisschen zugeordnet oder nicht nur ein bisschen, ist da zugeordnet.
Die haben auch viel Kontakt mit der Aids-Hilfe und da quasi Themenschwerpunkt. Also das kann man sich so ein bisschen vorstellen, dass die Arbeitsgruppen sich hauptsächlich mit der inhaltlichen Arbeit in einem groben Umfeld auch befassen. Und die Projekte eigentlich schon sehr spezifisch auf einen Schwerpunkt fokussiert sind. Was vielleicht nicht alle wissen, ihr organisiert auch Austauschprogramme. Welche vermittelt ihr? Der Austausch, meine Heimat in der BVMD, was ich ja vorhin schon mal ein bisschen erwähnt hatte. Also, die Austauschprogramme der BVMD sind relativ vielfältig. Also ihr könnt natürlich die klassische Formulatur im Ausland machen, also quasi ein Formulaturaustausch. Der geht über vier Wochen und kann von Argentinien über Aserbaidschan bis nach Bangladesch, Uganda, überall durchgeführt werden. Dann habt ihr die Möglichkeit, einen Research, also einen Forschungsaustausch zu machen. Das ist mega cool, weil auch da arbeitet ihr quasi vier Wochen in einem anderen Land an einem Forschungsprojekt und könnt da super viel lernen. Und ihr habt noch die Möglichkeit eines Public Health Austausches, der natürlich eine andere Schwerpunktsetzung hat als so ein klassischer Formulaturaustausch.
Genau, also diese drei Austauschformate gibt es tatsächlich bei uns und wir haben ja durch die quasi weltweite Organisation, also die IFMSA. Nicht nur europaweit, sondern wirklich weltweit. Richtig, die weltweite Organisation, das nennt sich IFMSA, die sich auch parallel auch immer zweimal im Jahr trifft und so weiter und so fort. Riesending auch nochmal extra Stunden zu erzählbar. Durch die Vernetzung haben wir einfach die Möglichkeit, auch wirklich kostengünstig für euch toller Austausch zu organisieren.
Also ihr habt dabei auch nicht das Ziel, Geld zu verdienen. Gar nicht. Das ist ja, wir sind ja gemeinnützend, nicht ehrenamtlich. Wir dürfen in dem Sinne auch kein Geld machen. Das heißt, es ist halt wirklich alles ehrenamtlich. Das sind Leute, die organisieren eine Formulatur, die organisieren eine Unterkunft, die organisieren ein Social Program. Das heißt, keine Ahnung, in Mainz sind wir mit den Weinwandern gegangen oder, keine Ahnung, mal nach Frankfurt gefahren oder haben uns irgendwas angeguckt, haben irgendwie eine National Food and Drink Party gemacht. Das wird wirklich alles komplett ehrenamtlich durch die Lokalarbeitenden organisiert. Und es ist einfach eine super wichtige und tolle Arbeit und es macht mega viel Spaß. Sehr cool. Wie gesagt, wenn ihr raus möchtet, es passiert das genau dasselbe auf der anderen Seite auch. Das heißt, ihr fliegt irgendwo hin, das ist schon alles organisiert. Ihr habt eine Bleibe, ihr habt Essen, ihr habt einen Platz. Sehr zu empfehlen. Genau, das wäre jetzt mal eine Frage. Wie bewerbe ich mich dafür oder wie kümmere ich mich darum, dass ich da angenommen werde? Genau, sehr gut. Also, ihr habt die Möglichkeit, immer auf der BVMD-Website zu gucken. Da sind immer super alle Informationen zusammengefasst. Aber auch hier wieder, tatsächlich habt ihr die Expertise auch bei euch an der Uni meistens. Das heißt, wenn ihr Fragen habt, könnt ihr am besten immer zu den Standorten bei euch an den Fachschaften gehen oder uns halt im Zweifel noch eine Mail schreiben, wenn da zum Beispiel überhaupt keiner vor Ort sein sollte, weil das gerade inaktiv ist. Es gibt immer zwei Bewerbungsphasen.
Die eine läuft immer im März, die andere im September für das jeweilige nächste Semester. Das heißt, wenn man sich regulär bewirbt, muss man ein Sprachzeugnis nachweisen, dann gibt man quasi an, was man für Länderwünsche hat, dann gibt man an, ob man sich ehrenamtlich irgendwo einsetzt in der BVMD, weil das soll natürlich auch einen Benefit geben, wenn du dich einsetzt, dass du halt mehr Punkte kriegst. Und je mehr Punkte du hast, desto wahrscheinlicher ist einfach die Tatsache, dass du dein Favoritenland sozusagen bekommst. Genau, dann wird das ganze Geld halt noch überwiesen. Ja, dann wartest du, dass du zugeteilt wirst. Und im besten Falle kriegst du dann die Zusage und kannst dann ins Ausland. Ganz kurz gefasst. Ganz kurz gefasst, okay. Gibt es diese Angebote auch fürs Pflegepraktikum oder tatsächlich erst in der Klinik? Fürs Pflegepraktikum, manche Public Health Austausche können tatsächlich auch als Pflegepraktikum anerkannt werden. Deswegen kannst du gerade den auch schon in der Vorklinik machen. Wichtig ist natürlich, dass ihr euch bei eurem jeweiligen Prüfungsamt nochmal kurz informiert und fragt, ob das passend ist. Das empfehlen wir eh immer. Okay, und für alle, bei denen es dann nicht klappt, die können sich ja dann in der Klinik bewerben. Genau. Letztes Jahr habt ihr als BVMD euer 20-jähriges Jubiläum gefeiert.
Was nehmt ihr euch für die nächsten 20 Jahre vor? Es gibt noch viel zu tun. Also das habt ihr ja vielleicht auch beim Peart gehört. Wir sind noch nicht bei einem angekommen. Wir haben gerade Sachen oder Punkte bei uns auch, zum Beispiel ich in meinem internen Bereich noch auf der Agenda, dass wir noch ein bisschen zugänglicher werden wollen. Wir müssen noch weiter an uns selber arbeiten. Wir haben noch Forderungen an andere. Nicht aufhören, weiter wachsen. Was können Studierende tun, die jetzt nach der Folge merken.
Ich hätte total Lust, mich zu engagieren. Das hört sich super cool an. Ich möchte mitmachen. Sehr cool. Das würde uns natürlich mega freuen. Wie gesagt, ihr seid schon Teil der BVMDE. Also es ist nicht so, dass ihr euch irgendwo erst anmelden müsst oder irgendwie einen Bewerbungsprozess durchlaufen sollt. Nein, das braucht ihr nicht. Ihr seid schon Teil. Wie gesagt, Möglichkeiten ist es einfach, sich lokal mal umzuhören, was es so gibt. Haltet die Augen offen. Und wenn ihr schon auch irgendwie andere Fragen habt, ihr könnt uns jederzeit schreiben. Also entweder den Gruppen oder den AGs, den ständigen Arbeitsgruppen, um mal nachzufragen. Über die Website dann? Ja, genau, richtig. Oder Instagram. Folgt uns auf Instagram. Das ist auch immer eine gute Idee. Da bleibt ihr auch immer up to date. Dann einfach anschreiben. Wir sind wirklich alle sehr nett. Ich habe bis jetzt noch nicht wirklich mit Medizinstudierenden gefunden, die sich da irgendwo auf irgendeiner Ebene engagieren, die unfreundlich sind. Im Gegenteil, die helfen tatsächlich sehr gerne weiter. Genau, schreibt uns einfach. Wir sind für euch da. Wir freuen uns, wenn wir weiterhelfen können. Vielen Dank, liebe Melanie, dass du heute da warst und mir meine ganzen Fragen beantwortet hast und den Zuhörerinnen und Zuhörern auch hoffentlich.
Ich habe selbst total viel gelernt. Ich wusste vorher zum Beispiel nicht, dass es die BVMD heißt. Jetzt bin ich ein bisschen schlauer. Und auch nicht, dass wir alle schon Mitglieder sind. Und ja, vielen Dank, dass du dich so engagierst. Ich finde, man merkt total, wie sehr du dafür brennst. und ja, bis bald. Danke dir, schön, dass ich hier sein durfte.
Das war Ruhepuls, der Podcast für deine Zukunft in der Medizin von Thieme. Deine Begleitung vom Studium bis zum Facharzttitel. Moderation Leonie Albrecht. Projektleitung Nadine Spöri. Redaktion Dr. Vera Prenosil, Alina Schulte und Ines Elsenhans. Produktion und Technik Wenzel-Büritz.