In vielen Städten in Deutschland treffen sich jeden Sommer tausende Menschen in altertümlicher Bekleidung und trinken Bier aus Steinkrügen. Dazu gibt es Dudelsackmusik und bei uns auf dem YouTube-Kanal brauchst du nur eine Windmühle über Feldern und davor eine Person auf einem Pferd ins Bild setzen und schon sind Klicks garantiert. Warum finden wir eigentlich alle das Mittelalter so geil? Was hat diese historische Epoche für eine Faszination, die uns alle anspricht und die dazu führt, dass immer mehr rund ums Mittelalter gerade im Spielebereich passiert? Diese Frage möchte ich mit drei Gästen erörtern, die sich damit gut auskennen sollten. Zum einen Stefan Bliemel, amtierender Spieler des Jahres. Der Deutsche Computerspielepreis 1900, sag ich schon, fast im Hippelalter 2025 ging an dich. Du bist Historiker und Content Creator. Tobias Stolz-Zwilling, Communications Director bei Warhorse und frischgebackener Preisträger des BAFTA für das Best Narrative für Kingdom Come Deliverance 2. Herzlichen Glückwunsch, dafür nochmal. Danke. Und Steffi Schlottag aus der Redaktion GameStar, die auch Geschichte bis zum Ende studiert hat und unsere Mittelalter-Expertin bei uns in der Redaktion. Willkommen. Ich habe eine Einstiegsfrage für euch. Stefan, welches Klischee rund um das Mittelalter könnt ihr nicht mehr hören? Puh, das Problem am Mittelalter und die Klischees ist, dass viele auch immer so ein bisschen stimmen. Aber das Mittelalter so lang war, ich meine, wir reden über tausend Jahre, muss man sich mal vorstellen, tausend Jahre, was da alles passiert. Und in der Regel sprechen wir über Europa. Europa ist ja auch groß. Das heißt, das Mittelalter war so unterschiedlich, egal zu welcher Zeit man da hinschaut oder je nachdem, in welches Land man guckt. Deswegen gibt es eigentlich alles. Es gibt Intoleranz, aber es gibt auch große Toleranz. Es gibt die Frau, die nichts zu sagen hat, aber es gibt Frauen, die viel zu sagen haben. Es gibt die schmutzigen Straßen, es gibt die sauberen Straßen. Das ist halt das Verrückte. Nur wenn man halt sagt, so war es, da wird es dann immer kritisch. Aber wenn ich für einen Bereich mich entscheiden müsste, dann würde ich sagen, in diesem ganzen Thema Wikinger-Nordmänner, da sind die, ja, da sind, glaube ich, die meisten komischen Klischees. Also für mich sind das ja, also erstens in der Regel relativ friedliebende Leute, Bauern, Händler und so weiter und die Plünderer, die es natürlich auch gab, das waren am Ende feige Mörder, die nicht irgendwie heldenmutig gegen die stärksten Soldaten angetreten sind, sondern geschaut haben, dass möglichst wenig Widerstand war und Zivilisten verschleppt oder ermordet haben. Du, liebe Zeit, geht ja gut los. Steffi, wie ist es bei dir? Was willst du dich mehr hören? Also bei mir geht es jetzt um bunte Farben, ist ein bisschen netter. Tatsächlich ist das so einer von meinen ganz großen Pet-Peeves, dass immer mal wieder in Filmen und Serien dargestellt wird, im Mittelalter haben alle grau und braun getragen. Und vielleicht auch noch mit einer dicken Schlammschicht drüber. Und das ist so weit von der Realität entfernt. Was in Kingdom Come sehr schön drüber kommt und auch in unserer Art hinter uns hier zu sehen ist, das Mittelalter war viel, viel, viel bunter, als man denkt. Und gerade auch die Wikinger übrigens, die du angesprochen hast. Seit der Serie Vikings verbinden viele, die ja mit so schwarzer Lederkluft und fast schon Rocker-Biker-Style, die haben auch grellblau und rot getragen und hatten fantastische Wollfärbestoffe. Das ist so ein Pet-Beef. Und dann, dass alle Ritter Schwerter als Hauptwaffe benutzt haben. Das ist historisch kompletter Schwachsinn. Das war meistens ein Streithammer. Weil man da durch die Rüstungen besser eindellen kann. Ah, verstehe. Du musst den ja in seiner Rüstung kaputt klopfen und das geht halt besser mit so einem großen Hammer. Großen Dosenöffel. Tobi, ihr habt euch ja mit King & Come Delirance 1 und 2 ein bisschen zum Ziel gesetzt, das Mittelalter möglichst realitätsnah darzustellen. Gibt es Kommentare, die dich erreichen als Communications Director, wo immer noch größere Experten als ihr das seid, euch auf Fehler in den Spielen hinweisen? Das war aber ganz anders damals. Dauernd, aber wir haben ja versucht, so nah wie es geht, aber das geht auch nicht an allen Bereichen. Und ab und zu muss man Shortcuts nehmen, ab und zu muss man das vereinfachen, ab und zu muss man Sachen weglassen, um das halt auch irgendwie in irgendeinem Rahmen zu halten, sonst wird das unendlich groß und wird nie veröffentlicht wie andere Games. Aber ja, die meisten Sachen sind recht witzig. Wir haben eine Anekdote, kleines Beispiel, da hat uns ein Ornithologe aus Polen angeschrieben, der gesagt hat, das ist totaler Schwachsinn, überhaupt nicht realistisch, Kingdom Come, was soll der Quatsch? ich höre im Wald ganz klar sind, Ich weiß jetzt nicht, wie das auf Deutsch heißt, Turteltauben oder Tauben halt zu hören in den Wäldern und die kamen ja erst irgendwann im 17. Jahrhundert oder irgend so ein Quatsch. Das ist eigentlich wirklich ganz witzig, weil wir haben halt im Wald gesessen und dann mit dem Mikrofon aufgenommen, was da jetzt gerade heutzutage so los ist. Aber ja, sowas ist halt, all in all haben wir ja versucht, nicht dass eins zu eins genau so war, sondern so authentisch, wenn wir wussten oder wenn wir konnten oder wenn wir irgendwo Informationen bekommen haben, das so nah wie möglich da hinzuschieben, damit das zumindest alles irgendwie plausibel bleibt, das was da gezeigt wird. Und schwarze Zähne wäre mein, bunten Farben sind ja schon weg leider. Schwarze und ausfallende Zähne und sowas, das wäre mein Klischee. Denn schlechte Zahnhygiene ist eher eine moderne Anbelangheit. Die hat einen Zahnfoster. Ja, und auch nicht überzuckerte Nahrung. Genau. Hochraffinierten Zuckern. Zum Glück kommt ja jetzt die Zucker... Ach, ja. Schau mal. Die Ritter, die Ritter, die Ritter, die Ritter jetzt. Ja, man kann viel vom Mittelalter lernen. Schauen wir mal in unsere, nicht gemeinsame, aber grob parallele Kindheit. Wir sind ja alle mit den Märchern der Brüder Grimm wahrscheinlich aufgewachsen. Schlösser, Wälder, Königinnen, Könige, Prinzen, Ritter und so weiter. Viele von uns haben mit Playmobil Ritterburg gespielt, mit Lego. Das heißt, dieser ganze historische Bereich, den man jetzt als erstes im Kopf hat, wenn man ans Mittelalter denkt, wie wichtig ist so eine kindliche Prägung, was so ein Geschichtenfeld angeht, um jetzt noch von Faszination Mittelalter zu sprechen? Ist es in den USA mit dem Wilden Westen zum Beispiel vergleichbar? Ja, ich habe mit Lego mit Piraten vorangespielt, aber ich finde Mittelalter trotzdem toll und du hast schon recht. Ich glaube tatsächlich, diese Märchen, diese traditionellen, klassischen deutschen Märchen, die haben enormen Einfluss. Auch heute noch, glaube ich. Aber zu unserer Zeit auf jeden Fall. Das stammt allgemein ja so aus dem 19. Jahrhundert, aus dieser romantischen Bewegung, in der man so das Mittelalter im Prinzip als Gegenbild zu dieser Moderne, die man da erlebt hat, gesehen hat. Zu all diesen Industrialisierung, später dann ersten Eisenbahnen. Gut, das war doch zu Grimms Zeiten noch nicht so, aber man merkte schon, die waren irgendwie, es waren Umbruchszeiten und da hat man so eine Tendenz gehabt, so die guten alten Zeiten heraufzubeschwören. und man sah dann die alten Bookruinen um sich herum und hat sich so vorgestellt, wie mag das so gewesen sein. Und da sind sehr viele Stereotype am Ende auch entstanden, die teilweise auch wenig mit dem Mittelalter zu tun haben. Aber das ist super prägend, glaube ich, das 19. Jahrhundert, das Bild, überhaupt die Idee des Mittelalters, das zu benennen und so ein bisschen die, entweder es gab so diese Richtung, das als dunkle Vorzeit zu bezeichnen. Jetzt sind wir dann sozusagen in der Aufklärung in der tollen Zeit und die Gegenrichtung war, jetzt ist alles doof, früher war alles besser und das spiegelt sich schon in den Märchen ein bisschen wider. Kannst du einen Stereotyp benennen, was in Märchen so dargestellt wird, was aber falsch dargestellt wurde? Also Märchen sind ja jetzt keine historischen Romanen oder so, sondern, Und die nehmen halt, also der gute König, sozusagen der fürsorgende König, der sich um das Land kümmert und dann gibt es irgendein Bösewicht. Das sind ja keine historischen Versuche oder so, sondern das sind Fantasien, die mit der Vergangenheit irgendwie umgehen. Da müsste ich jetzt länger drüber nachdenken. Wann und wie hat das bei dir angefangen, Steffi, auch schon in der Kindheit? Tatsächlich, ja. Ich hatte die coole Playmobil Ritterburg, nicht die von Lego. Aber weil du gerade sagst, mit den Märchenklischees, eins, was mir da immer so auffällt, ist die Frauenrolle. Die sind im Märchen halt immer entweder die arme Stieftochter, die böse Stiefmutter, eine Hexe gibt es noch oder eine böse Königin. Das sind so alle Frauenrollen, die du in diesem Märchen hast. Aber das war ja auch viel komplexer im Mittelalter, je nach Epoche. Gerade in Böhmen, das war so ein Bereich, wo Frauen sehr, sehr viel Macht tatsächlich auch hatten. Nicht nur politisch, es gab dann in Polen eine Königin, ich habe ihren Namen vergessen, Jadwiga, glaube ich. Die wurde sogar als polnischer König gekrönt. Aber du hattest Frauen, die haben Geschäfte geführt. Die durften halt nur nicht Mitglied in Gilden sein, aber die waren trotzdem im Alltag genauso vertreten als Verkäuferinnen. Siehst du ja auch im Game zum Beispiel. Das ist so ein Klischee, was bei Märchen mir immer ein bisschen auffällt. Die Prinzessinnen, sie waren alle Prinzessinnen. Warst du als Kind schon ein Mittelalter-Fan oder wie bist du in das ganze Umfeld bei Warhouse reingeraten? In Tischchen ist das Nationalkult. Also das Mittelalter ist da durch und durch in allen Genen und Orten und das gehört absolut zur nationalen Identität im Land. Das sieht man, wenn man dort hinreist nach Prag oder ins Umland oder wo auch immer man hingeht. Alle Kinder oder der Größte der Kinder geht mit den Großeltern oder Eltern sich Burgen und Schlösser angucken weil wir für das kleine Land eine sehr sehr hohe Dichte an Burgen, Ruinen, Schlössern und so weiter haben, also bei uns ist das täglich mit drin und das wird auch kontemporär, also auch in der heutigen Zeit dann auch in Werbungen in Kunst, in Musik, überall spielt das irgendwo eine Rolle deswegen, glaube ich schon, dass auch die ganze Idee von Kingdom Come ist ja, oder Daniel Wawra hat immer gesagt, dass schon als kleiner Junge er zu diesen Burgen gegangen ist und sich dann überlegt hat, ich würde gerne ein Spiel darüber machen, aber halt nicht mit Magie und Drachen, sondern dann versuchen das so ein bisschen. Und zumindest, also wie gesagt, in Tschechien glaube ich, dass da der kulturelle Einfluss extrem groß ist. Deswegen es kommen jetzt auch mehr Mittelalter-Spieler aus dem Land, nicht von uns nur, sondern von anderen Studios. Da gehört das zur Identität und ähm. Wie ich dazu gekommen bin, ich habe mit Mittellinhalb gar nichts zu tun gehabt. Ich habe Journalismus studiert und wollte auch immer, ich bin nach Prag gezogen, um da meinen Master zu machen. Dachte dann, ich komme wieder zurück, aber habe zum ersten Mal alleine gewohnt und sowas. Das war schon eine tolle Sache für mich. Und eines Tages stand ich im Aufzug und dann kam so ein dicker, bärtiger Mann angerannt und hat die Tür aufgehalten. Und dann kam er rein und so, hi, mein Name ist Daniel Barber, wohnst du auch hier? Ich so, ja, ja, ich wohne oben und ich habe mir den angeguckt und dachte, irgendwo habe ich den schon mal gesehen, aber ich hatte halt keine Ahnung wo, bin dann in mein Apartment, habe den ergoogelt und da stand dann hier Gründer oder Entwickler von Mafia und hat jetzt Studios gegründet und Kingdom Kam ist jetzt bei Kickstarter und sowas und da dachte ich, boah, Ich habe dann gegoogelt, wen die so suchen. Da waren nur Programmierer und sowas. Das kann ich alles nicht. Und irgendwann dann zwei, drei Wochen später haben die nach Community Manager damals gesucht. Es war Donnerstagabend so 10 Uhr oder sowas. Da habe ich einen Lebenslauf ausgedrückt. Bin dann runtergegangen, habe an die Tür geklopft. Hat die Tür genagelt. Die Thesen. Und dann hat seine Lebensgefährtin aufgemacht und da ist der Daniel zu Hause. Dann kam er dann in Unabuchse raus, so ich weiß genau, wer du bist und ich finde es total geil, was du gemacht hast. Hier ist mein Lebenslauf. Dann hat er gelacht und gesagt, das wird total beschissen bezahlt. Dann habe ich gesagt, ja, ich bin Freie Journalist. Das ist nicht der Kurs, was auch beschissen bezahlt ist. das ist nicht das Problem und dann habe ich im Mai 2014 angefangen und da bin ich jetzt bald in meinem 13. Jahr. Ah krass. Würdest du sagen, das ist so eine Zäsur in deinem Leben, also beste Entscheidung, die du je getroffen hast oder so? Mein erster fester Job und wenn ich darüber nachdenke, an eine Zeit nach Kingdom Come oder nach Warhorse. Das ist... Dann wirst du traurig. Ich wüsste nicht, ich sag, Also ich wüsste nicht, was für ein Angebot ich wo bekommen müsste, um aus diesem Wohlfühlnest da rauszukommen. Ich finde, wir haben eine richtig tolle Atmosphäre bei uns im Studio. Prag ist toll. Wir haben einen gewissen Stellenwert im Land. Das heißt, die Leute finden uns toll und Medien sind interessiert. Das ist einfach, wir sind, ich bin in einem starken Team und das macht Spaß und wüsste nicht, was ich als nächstes machen sollte, außer Warhouse-Kram. Mal gucken. Ihr seid jetzt gerade beide in der Stadt, Stefan, und Tobi, weil heute Abend, das ist nur zur Info, wir zeichnen das am, ein paar Stunden vor der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises auf. Ihr seid beide nominiert. Du, nee, du bist nicht nominiert. Du bist amtierender Spieler des Jahres. So ist es. Du übergibst quasi den Staffelstab an deine Nachfolger, deine Nachfolgerin. Ihr seid nominiert für das beste internationale Spiel für Kingdom Come Deliverance 2. Du, wie gesagt, bist Titelverteidiger beim Spieler des Jahres. Vor dir war es unser Gewächs Maurice, der ja auch, so sag ich mal, eine gewisse Nähe zum Mittelalter zeigt und spielen in dem Kosmos. Dieses Jahr ist nominiert, wenn das ausgestrahlt wird, wissen wir schon, ob er es gewonnen hat, ist Coppelius auch ein studierter Historiker. Das heißt, da ist irgendwie ein bisschen so ein Trend erkennbar oder ist das Zufall? Wenn es ein Trend ist, warum glaubst du, sind Mittelalter-Creator so beliebt? Oder sagen wir mal historische Creator. Also erstmal fand ich den Begriff Titelverteidiger ganz cool, als ob es die Möglichkeit gäbe, den zu verteidigen. Aber ich hab schon was gehört. Nee. In einem Triost gegen Kopien. Tatsächlich glaube ich, dass Games, seit es sie gibt, sich schon immer mit historischen Themen irgendwie befasst haben oder das als Thema aufgenommen haben. Weil das so ein bisschen in der Natur der Sache liegt. Am Ende sind Games ja auch nur eine Art, wie wir uns irgendwie mit der Welt befassen, ein Medium unter anderem. Und in der Literatur, im Theater, im Kino kennen wir historische Themen genauso. Und das ist logisch, dass das bei Games dann auch gleich von Anfang an eigentlich immer auch ein Thema war. Es ist ja auch super. Wir interessieren uns, eigentlich fast jeder Mensch interessiert sich für die Geschichte, weil es mit uns was zu tun hat, mit unserer Vergangenheit, mit unserer Identität. Und insofern ist das ein großer Bereich. Ich glaube, in Deutschland auch tendenziell sogar noch ein bisschen beliebter vielleicht als in anderen Regionen, könnte ich mir vorstellen. Und dadurch liegt es nahe, dass sozusagen Content-Creator, die sich mit Games befassen, dann auch sich irgendwo so ein bisschen spezialisieren. Und warum das dann für so einen Preis relevant ist, glaube ich, weil Geschichte immer auch, sag ich mal, so eine gesellschaftspolitische Note hat, weil wir beschäftigen uns mit Gesellschaft, mit Politik so ein bisschen. Und das ist was, was bei so einem Preis immer gern gesehen wird, wenn es nicht nur sozusagen um das rein spielerische geht, deswegen glaube ich kommt das ein bisschen aus der Ecke. Du hast es gerade schon gesagt. Ich wollte nur hinzufügen, das meine ich nicht negativ, aber so ein bisschen die Eclair-Bär-Mentalität in der Ecke ist glaube ich auch super sympathisch und interessant. Leute mögen das, wenn man Spiele spielt oder irgendwas macht und dazu noch ein bisschen Kontext hinzufügt Und das ist besonders, easy ist das falsche Wort, aber besonders wichtig. Zugänglich bei Mittelalter-Themen. Das ist bei Sci-Fi dann ein bisschen schwieriger und sowas. Oder bei Everydays-Life-Hack oder sowas. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass das halt mit eine Rolle spielt, warum die Herren nominiert sind oder sogar gewonnen haben. Mehrwert. Stefan hat es gerade schon gesagt, gerade in Deutschland oder du hast es ja von Tschechien auch schon gesagt, in Mitteleuropa, wenn man an das Mittelalter denkt und du hast es ja eben auch schon gesagt, das sind tausend Jahre, also es gibt nicht eigentlich das eine Mittelalter, sondern das sind tausend Jahre mit ganz verschiedenen Regierungsformen, Strömungen und so weiter. Trotzdem ist gerade bei uns in Mitteleuropa das Hochmittelalter, auch aus der Fantasy heraus, so der Goldstandard. Warum, glaubt ihr, ist das so, Steffi? Du mit deiner Gaming-Erfahrung, warum ist es. Dieser Kernaspekt, ist es das Regionale oder kommt da was anderes auch noch mit dazu? Ich glaube, es ist ein Mix aus ganz verschiedenen Faktoren und es ist unter anderem auch so eine selbsterfüllende Prophezeiung, weil die Leute haben jetzt dieses Bild vom Mittelalter, wie wir vorhin auch schon gesagt haben. Ja, es ist halt so ein festes, naja, das war ja irgendwie alles das gleiche tausend Jahre lang. Und du hast aber dann entsprechend viele Spiele, die dieses Bild bestärken und die Leute erwarten vom nächsten Spiel auch wieder, dass es sich so anfühlt. Wenn die Mittelalter in der Werbung hören oder so, dann möchten die vielleicht nicht irgendein total nischiges Thema wie, weiß ich nicht, einen reisenden Königshof sehen, sondern die wollen dann ihre Burgen, ihre Ritterturniere. Und ich glaube, dass das ganz schwierig ist, als Studio davon auszubrechen, weil du musst das ja auch einfach unter einem finanziellen Aspekt sehen. Das müssen genug Leute spielen, muss genug Leute interessieren und dann ist es sehr, sehr einfach, dich auf solche Klischees, sage ich mal, zu konzentrieren. Und ich glaube, was auch dazu kommt, was du vorhin gesagt hast, wir haben das alles vor unserer eigenen Haustür. Und es ist ja normal, wenn du so eine Burg siehst, drüber nachzudenken, boah, wie hätte ich denn damals da gelebt? Das kannst du in einem Film vielleicht ein bisschen in deiner Fantasie erleben, aber ein Spiel ist halt interaktiv. Und das ist quasi deine Reise in diese Epoche. Wie haben vielleicht deine Vorfahren gelebt? Das kommt sicher auch dazu. Und dann ist Mittelalter, gerade so als Fantasy-Grundlage, oder sagen wir das Hoch- und Spätmittelalter, sehr dankbar, weil es ist vertraut genug. Du findest dich sofort zurecht. Du weißt ungefähr, was dich erwartet, aber es ist auch noch fremd genug, dass es faszinierend ist und dass du vielleicht neue Sachen lernst. Und ich glaube, das ist so ein ganz goldener Mittelweg, den da viele beschreiten. Und ich würde mir ja sehr viel mehr Nische wünschen. Ich glaube, da kommen wir noch dazu. Aber ja, das sind so für mich die Hauptaspekte. Ich weiß nicht, wie ihr das seht. Ja, ich bin absolut deiner Meinung. Ich würde sogar diese Traditionslinie noch weiter verlängern nach hinten, weil diese Stoffe, die wir jetzt so ein bisschen als, ich sag mal, Mittelalter-Fantasie, sag ich jetzt mal so wohl, erleben in Spielen, sind Stoffe, die wir eigentlich auch schon aus den historischen Filmen, sag ich mal, des 20. Jahrhunderts so kennen, aus dieser goldenen Zeit der Ritterfilme, so nenne ich es mal, aus so historischen Romanen. Und die wiederum speisen sich aus Stoffen, die im 19. Jahrhundert, ich hatte schon darüber gesprochen, relevant wurden, die wiederum speisen sich aus im Prinzip den alten Mythen und Sagen, denn tatsächlich schon der mittelalterlichen Zeit, Arthussage, Nibelungensage und so. Also da, wenn man sich das mal anschaut, diese Stoffe, da ist im Prinzip alles drin, was wir heute haben. Das ist alles schon angelegt und im Prinzip wieder durch jede Generation irgendwie wieder neu interpretiert. Und insofern tradieren sich diese Themen halt wirklich sehr stark weiter. Und Games setzen einfach immer nur, was heißt nur, die anderen Medien auch einfach an. Und weil das so tief verankert ist, ist es halt viel leichter, diesen Stoff einfach neu und anders zu erzählen. Deswegen gibt es häufig mal auch relativ wenig Varianz bei diesen Themen, muss man auch mal sagen. Wenn man es jetzt mit anderen historischen Epochen vergleicht. Liegt es auch mit daran, dass diese, wie du sagst, Mittelalter-Fantasie, so dieses Rumpf-Mittelalter, feudale Herrscher, Bevölkerung, Konflikte, die verständlich sind, dass das für eine große Menge an Leuten nachvollziehbar darstellbar ist? Verglichen jetzt beispielsweise mit einem 30-jährigen Krieg, was ja ein ungeheuer komplexes Thema ist, wo es nicht mal danach geht, okay, es ist ja kein Glaubenskrieg. Es gibt Länder, die sich bekriegen, obwohl sie dem gleichen Glauben angehören. Also was für jetzt auch jüngere, nicht historisch sehr bewanderte Menschen schwer zu verstehen ist. Hat das damit was zu tun? Ja, das ist im Prinzip das ähnliche Thema, was ich vorhin schon versucht habe anzureißen, dass in dieser romantischen Bewegung das Mittelalter die Zeit ist, in der noch alles gut war. Und das heißt dann unter anderem auch, in der es einen Glaube gab, in dem es sozusagen nicht diese Konflikte gab. Gab es natürlich trotzdem, aber das ist egal. Das ist ja das Bild davon, was man sich macht. Und ich glaube, aus dieser Tradition heraus ist das Mittelalter so attraktiv, weil es so scheinbar klar oder simpel oder so traditionell erscheint. Während dann mit der Reformation, später mit der Aufklärung, da beginnen die Dinge so komplizierter zu werden. Und dann ist das Gefühl, und das hatten teilweise auch Zeitgenossen schon, dass so die Welt auseinanderfällt, dass es keine Wahrheiten mehr gibt. Plötzlich gibt es zwei Glauben. Plötzlich soll der Papst nicht mehr der sein, der uns Gottes Wort irgendwie mitteilt. Plötzlich kann jeder Herrscher bestimmen, was für ein Glaube da gilt. Was ist denn das? Also so. Und ja, und ich glaube, deshalb haben sich schon in der Zeit oder auch im 19. Jahrhundert eben diese Themen oder Stoffe nicht tradiert, weil das für die nicht attraktiv erschien, darauf zurückzugreifen. Schade eigentlich, weil ich finde sowas wie Bauernkrieg, 30-Jähriger Krieg wären super Themen. Tobi, Warhouse hat ja mit Kingdom Come and Feverance 1 und 2 enormen Erfolg gehabt und ihr habt diesen Erfolg genutzt, um die Burg Pirkstein in Tschechien zu restaurieren, beziehungsweise nicht ihr, sondern die Restaurierung zu unterstützen. Wie kam es denn zu dieser Initiative? Also beide Spiele, der erste und der zweite Teil, haben ja generell ziemlich viel für den tschechischen Tourismus getan, obwohl das nie das Ziel war. Das ist so ein Bonus, der dann automatisch irgendwie entstanden ist, dass dann die Leute dann durch den Erfolg des Videospiels dann zu den Locations fahren wollten oder fahren. Und speziell in Rattai, da ist ja die Burg Böckstein, da sind zwei Burgen, obere und untere, Böckstein ist die untere, da hat sich dann so ein kleines Fanfest kristallisiert, in dem jetzt, ich glaube zum fünften Mal jetzt in Folge oder vierte oder fünfmal in Folge sich Fans aus der ganzen Welt treffen, unabhängig, also wir haben damit nichts zu tun im Sinne von, wir organisieren nichts, das machen wirklich alles untereinander, wir supporten das nur selbstverständlich, und dieses Interesse hat dann automatisch auch dazu geführt, mehr Geld in dem Ort ist nichts. Da ist wirklich, da passiert gar nichts. Und sowohl das Tassau-Kloster hat EU-Fördergelder bekommen danach. Ich weiß nicht, ob wir damit zu tun hatten. Ich möchte mal glauben, dass es zumindest geholfen hat, ein bisschen ins Licht zu rücken, das Kloster. Und in Völkstein ist es genauso. Das gehört der Kirche. Also das ist keine staatliche Burg. Das heißt, die wollen da jetzt irgendwie Geld zusammensammeln, um da wirklich nötige Restaurierungen zu machen und haben uns angehauen, ob wir das unterstützen können. Wo wir gesagt haben, selbstverständlich, die machen das schon einige Zeit lang, das Geld sammeln. Und wir haben gesagt, hört mal zu, wir haben eine ganz gute Idee. Wir haben eins. Setzen wir in Sale, kostet dann glaube ich 6 Dollar oder sowas, 6 Euro und von den 6 Euro schicken wir dann 1 Euro pro verkaufte Kopie zu euch dann, plus die haben noch einen offenen Account, wo man sowieso, wenn man das Spielchen hat, kann man das sowieso schon. Und das fanden wir eine gute Idee und das läuft eine Woche bis nächste Woche und ich glaube bis nächste Woche. Könnt ihr es noch verlängern, weil ich glaube, ob dieser Talk hier wird kommenden Dienstag ausgestrahlt. Nicht, dass es dann schon vorbei ist. Wir haben bei GameStar den Artikel, in dem alle wichtigen Daten hinterlegt sind, falls ihr noch spenden wollt. Falls ihr noch spenden könnt. Nein, nein, das Konto ist offen. Ja, aber das läuft richtig gut. Und wir haben mit dem Pfarrer, der sich darum kümmert, der ist begeistert und will eine kleine Tafel dahin machen, was ich cute finde, ist aber nicht notwendig. Deswegen machen wir das nicht. Aber das ist so ein bisschen Giving Back. Und ich finde es total faszinierend, Also ich, vielleicht bin ich ja wieder alleine, aber ich habe das Gefühl, dass Videogames halt immer noch nicht komplett im Mainstream sind, dass das immer noch mit einem Auge so ein bisschen angeguckt wird, nach dem Motto, ja, das ist für die Nerds im Keller und sowas und dass da die Stigmata noch dran sind und dass es vergeudete Zeit und was weiß ich ist, obwohl das absolut gleichzusetzen ist. Das wird jetzt wieder jemandem wahrscheinlich wehtun mit Büchern. Film, Musik, halt nur eine andere Entertainmentform, mit der du anders interagieren musst. Deswegen Spiele wie Kingdom Come Deliverance, die dann einen Einfluss haben auf die echte Welt durch Tourismus, durch Fördergelder von der EU, durch jetzt wir reparieren die Burg, die dann im Spiel drin sind, finde ich total faszinierend und ich hoffe, dass das hatten wir gestern off camera so übergesprochen, ich hoffe, dass auch andere Länder, zum Beispiel Deutschland, mal anfängt, vielleicht Videospiele zu kreieren über ihre eigene Geschichte oder irgendwelche interessanten historischen Begebenheiten oder was auch immer. Und wir haben so ein bisschen gehofft, dass King & Come Deliverance, das ist so eine vielleicht neue Genre oder sowas, also. Gehofft im Sinne von wäre nice, wenn andere das auch machen würden. Das ist so ein neues Genre irgendwie kreiert. Historische Spiele oder irgendwas, was so ein bisschen. Ich habe nämlich mal mit einem Journalisten aus Italien gesprochen, der nach Kingdom 2, glaube ich, bei so einer Preview gesagt hat. Nachdem er sich das alles angehört hat und begeistert hat, er wünschte sich, dass in Italien irgendein Studio da auch mal irgendwas machen würde über Italien. Ja, tatsächlich, warum macht das eigentlich keiner? Das ist interessant. Genug Geschichte wäre ja da in Italien. Wobei deutsche Studios jetzt auch beim DCP jetzt heute auch mit geschichtlichen Themen traditionell nominiert sind. Dieses Jahr wieder Fame Pocket Games mit The Darkest Files beispielsweise. Aber das ist oft eher 20. Jahrhundert. Der neue Spiel spielt ja dann in den 70er Jahren, deutscher Herbst und so weiter, aber dazu an anderer Stelle dann Talk. Bevor wir kurz zum Thema Gaming und Mittelalter kommen, Steffi, du warst ja bei diesen Fanfesten, soweit ich weiß, zu King & Come Deliverance 2. Letztes Jahr, glaube ich, bei allen Events, die möglich waren. Ich war auch in Rattei, wo wirklich nicht viel los ist, fairerweise. Ich bin damals auch eine Strecke abgelaufen, die es im Spiel gibt und die man in der echten Welt auch wandern kann und ich war schneller als Henry. Ja, ich fand die Stimmung unglaublich toll auf allen Events. Wir hatten in Rathai das Fanfest und in Maleschow war von Rohrhaus veranstaltet. Es war überwiegend das gleiche Publikum da und es war super, super schön. Es war damals sehr traurig zu sehen, in welchem Zustand Pörkstein war, die Burg. Also es war etwas vermüllt und es war auch nur eine Ausnahme, dass wir einmal reinschauen durften. Normalerweise ist diese ganze Burg gesperrt. Jetzt wird sie, glaube ich, so ein bisschen, weil sie gemerkt haben, ah, da kommen ja wirklich Leute, um es anzuschauen. Vielleicht zu einem Tourismus-Spot. Wer weiß. In Rattai gibt es auch ein kleines Museum. Das ist ganz süß. Also es wächst. Man kann es mit jedem Besuch sehen, wie da mehr passiert. Und ja, dieses Jahr ist Rattai auch wieder im Juni. Da werde ich auch wieder am Start sein. Da mache ich diesmal beim Bogentum hier mit. Aber das sind so Kleinigkeiten. Rattai hat jetzt auf einmal eine Kneipe, die war jahrelang zu. Und dann sind auf einmal Leute hingereist, die dann sich gewundert haben. Jetzt ist da eine Kneipe, die sich selber am Leben erhalten kann. Um Droski herum, also Kingdom Come 2, habe ich gesehen, dass letztes Jahr die ganzen kleinen Kioske und Restaurants und so, die da waren. Ich will jetzt nicht übertreiben, aber genug Geld verdient haben, dass sie dieses Jahr fast alle renovieren und irgendwie neuen, was weiß ich, neue Boden decken, was weiß ich was, um sich auf die aktuelle Saison vorzubereiten. Und das fände ich so toll. Auch jetzt, egal ob das jetzt unser Spiel ist oder irgendein Spiel, das finde ich total super, dass da das Videospiele so ein bisschen da als modernes Entertainment-Medium so einen Einfluss nehmen kann. Im Positiven. Die Kneipe in Rathai hat übrigens sogar das Logo aus dem Spiel übernommen und hängt jetzt als Garton. Ich habe das nicht gefragt, aber egal. Das sollen die Anwälte dann wahrscheinlich nicht. Wird direkt beschlossen. Jetzt mal abgesehen von Kingdom Camp Fanfesten, Mittelalterfeste sind ja in sehr, sehr vielen europäischen Städten Standard. Wir haben enormen Zulauf. Ich kenne es von zu Hause in Nachbarstadt Neuburg an der Donau. Da ist alle zwei Jahre das Schlossfest und das habe ich das Gefühl, das war, als ich ein Kind war, so ein Ding, da konnte man schon mal hinfahren. Aber inzwischen, das ist Wahnsinn, also wie viel da los ist, über Wochen und Leute, die sich nicht unbedingt verkleiden, aber die sich historische Gewänder anziehen, die dann zwei Wochen in Badezuber in der Anstalt arbeiten und da alles ganz historisch machen. Wie nahe sind denn solche Veranstaltungen am vermeintlich echten mittelalterlichen Alltag dran oder ist das alles nur Momentschanz, Stefan? Also... Ich glaube, das Spektrum ist da sehr groß. Ich weiß, dass wahnsinnig viele Leute aus dieser Reenactment-Szene unglaublich engagiert dran sind und versuchen. Das so original wie möglich zu machen und sich wahnsinnig beschäftigen, auch mit der Forschung zu diesen Themen und so. Also da gibt es richtig intensive Bemühungen. Ja, und dann geht das natürlich bis halt so, ich sag mal, zu so normalen Bierzelt-Gastro. Das Spektrum ist da wirklich groß. Aber am Ende zeigt das ja eine Sache, die wir glaube ich noch gar nicht erwähnt haben, warum glaube ich Mittelalter auch so attraktiv ist. Und das ist so eine Sehnsucht zurück zu irgendwas direktem, materiellem. Wir leben ja eigentlich, würde ich mal sagen, ziemlich, so von der Natur, von den echten Dingen. Wer macht schon noch irgendwie ein Handwerk oder gräbt selber irgendwie seinen Garten um? Und da gibt es, glaube ich, eine große Sehnsucht. Deswegen sind, glaube ich, auch die Spiele ziemlich populär. Gut, das ist dann halt nicht der Schritt dann in die echte Welt, sondern in die virtuelle Welt. Das ist auch ein Weg. Aber der andere Weg ist dann eben, sich so kleine Ausfeiten oder ganze Urlaube zu nehmen, um mal was ganz anderes zu machen, um zu fliehen von diesem entfremdeten, technisierten Alltag. Da kann ich eine kleine Anekdote dazu. Wir haben bei unseren Fanfesten. Diese Mittelalter-Events sind meistens Fantasy-Events. Und das ist in Ordnung. Da wird dann im Mittelalter mit Piraten und laufenden Fliegenpilzen und sowas vermischt. Alles in Ordnung. Die haben halt ihre eigene kleine, das sind Fantasy-Events meistens. Die Re-Enactor, mit denen haben wir sehr gerne gesprochen, weil genau wie du gesagt hast, die waren so penibel, dass das so echt wie möglich sein muss. Da sind dann die Historiker eher so, also die fighten sich dann sehr gerne, die Reenactor und die Historiker, aber die Reenactor konnten uns wenigstens erzählen, so fühlt es sich an, wenn ihr eine Rüstung tragt oder sowas. So fühlt es sich an, wenn du einen Helm hast und dir ja auf den Kopf haut und sowas. Aber zu dem, was du gesagt hast, zu dem Entfliehen, kann ich so unterschreiben, weil wir haben bei irgendeinem Fanfest, was wir gemacht haben, da waren halt die Leute, die dann mit ihren Zelten gekommen sind und sich dann wie reenacted, die dann total auf echt machen wollten und so weiter. Und da war einer, der hat Erbsen und Speck gekocht. Also der hatte auf dem Feuer, hatte so ein kleines Eimerchen gehabt und hatte Erbsen und Speck gekocht. Und das war der war's und da liegt alle da so, Erbsen, oh Alter, kann ich das mal probieren und sowas. Und das sind, wie gesagt, nur blöde, ganz normale Erbsen und ein bisschen Speck und da waren die fasziniert, die Leute von zurück zu ohne Handy, ohne Sterne, Gastro, mal. Ja, kein Löhner. Kein Löhner. Das ist genau, was du gesagt hast. Also ich kann mir sehr, sehr gut vorstellen, dass das so ein bisschen Fluchtverhalten ist, so ein bisschen mal in dieses romantische Leichte. Damals war alles besser und sowas. Und ich konnte die Prinzessin aus dem Fenster gucken und sagen, ach, wer rettet mich und sowas. Ich finde tatsächlich auch der Weg umgekehrt ist ganz spannend zu sehen. Du hast das ein bisschen angeschnitten oder ihr beide, weil wir manche Sachen historisch gar nicht mehr wissen. Zum Beispiel Schwertkampf, den kennen wir nur noch aus Manuskripten. Das sind halt Standbilder. Es ist ein bisschen schwer, das zu rekonstruieren. Die widersprechen sich dann teilweise. Die, die überlebt haben, die wir haben, sind natürlich auch biased, weil von wem auch immer die sind. Ja, der größte Teil ist verloren gegangen, weil die Schusswaffen haben dafür gesorgt, dass diese Kampfkunst bei uns nicht überlebt hat. Das heißt, dadurch, dass Leute das heute wieder reenacten, finden die so ein bisschen retro-perspektivisch raus, wie kann das denn funktioniert haben? Und wie funktioniert zum Beispiel so eine Schwertkampf-Geometrie überhaupt? Was dann wiederum verwendet werden kann in historischen Filmen oder auch in einem Kampfsystem, wie ihr es habt? Das heißt, ich finde dieses gegenseitige Sich-Beinflussen total faszinierend zu sehen, weil natürlich ist es nicht wie damals. Wir wollen alle fließend Wasser haben und Toiletten, die modernen Ansprüchen gerecht werden. Aber so kann sich das trotzdem gegenseitig beeinflussen. Das finde ich immer sehr schön. Wenn wir jetzt das Ganze aus der Gaming-Perspektive beleuchten, natürlich, wie du sagst, es möchte nicht jeder per Zeitreise ins Mittelalter reisen, um dann einen Monat lang da auf einem Bauernhof zu leben. Da stößt man wahrscheinlich auch an gewisse Komfortgrenzen, wo man dann nach ein paar Tagen sagt, wie authentisch können denn dann Mittelalter-Spiele eigentlich sein? Also im Positiven gesehen, was lässt sich alles halbwegs glaubwürdig nachspielen in digitaler Form und wo ist eine Grenze da, wo man sagt, okay, das lässt sich auch spielerisch nicht abbilden? Das ist schwer. Das ist eine sehr schwere Frage, weil das ist ja unser Everyday Struggle gewesen. Einfacher ist es, feste Gegenstände zu replizieren, Burgen wieder aufzubauen, Schlösser schön machen, Landschaften irgendwie nachzustellen. Das ist relativ einfach, wenn man die Daten dazu findet. Was wesentlich schwerer ist und was auch unser größtes Problem war, war Gesellschaften darzustellen, wie wer sich verhalten hat und warum, wie Regeln waren und Strafen und Gesetze. Und weil das, was aufgezeichnet wurde, erst mal oft verfälscht ist oder beziehungsweise die Gewinner machen Geschichte so nach dem Motto. Es war viel oder oft wurde niedergeschrieben, wie sich irgendwelche Lords und Ladies und Könige und was weiß ich, das gehobene Volk, wie die sich verhalten haben oder das wurde oft notiert, aber das gemeine Volk quasi eher weniger, weil wer schreibt schon von denen so nach dem Motto. Da haben wir dann ganz versucht, ein paar interessante Umwege zu machen durch schwarze Chroniken und so. Also die Strafbücher, ein paar von denen haben es überlebt. Also wofür wurde wer bestraft? Und da war dann immer mit einem tollen, witzigen, nicht immer, aber da waren dann ab und zu witzige Kommentare dabei. Der hat hier dies und das gemacht, da haben wir dem erstmal hier eine, was weiß ich was, öffentlich, lächerlich, keine Ahnung, ich kann mich da nicht mehr dran erinnern, aber so Umwege haben wir dann versucht, so ein bisschen darzustellen, wie das dann geht, aber das steht dann im direkten. In der direkten Auseinandersetzung mit neumodischen oder heutigen Ansichten von Sachen, weil wenn du dann versuchst, das zu machen, wie es hätte damals sein können, dann kann es sein, dass es dann heute ganz anders betrachtet wird und dann die Person, die das dann sich ansieht, sich sagt, das fühlt sich nicht richtig an, weil entweder habe ich was anderes im Kopf, weil das eine romantische Vorstellung oder heute ist es ja ganz anders, deswegen ist mir das da fremd. Es ist alles super schwierig und am Ende des Tages musst du immer irgendwelche irgendwelche, eine Balance finden und irgendwelche Kompromisse machen. Aber wir haben halt versucht, dass es zumindest das, was da schon, das, was da drin ist, dass es zumindest plausibel ist. Das kann schon so ein bisschen überzeichnet, übermalt und ein bisschen überspitzt sein, aber es muss zumindest plausibel irgendwie so oder so ähnlich hätte es sein können. Ja, dass diese Struggle-Videos bezeichnen kann ich mir gut vorstellen. Und insofern finde ich, man sollte auch da eine andere, oder Games sind im Prinzip fiktionale Werke und das sind keine Museen, das sind keine wissenschaftlichen Werke. Das ist ein Unterhaltungsmedium, auch in erster Linie. Und insofern würde ich da auch immer vorwarnen, jetzt da ranzugehen an ein Spiel, das erstmal offensichtlich in einem historischen Setting spielt, und wo auch viel versucht wird nachzubauen, wieder auferstehen zu lassen, dass man das jetzt dann alles für bare Münze. Also da sollte man immer auch eine kritische Distanz zu haben und sich bewusst sein. Das ist am Ende auch nur ein Bild, was sich jetzt die Entwickler gemacht haben, auch zwangsläufig. Sie müssen ja, als Wissenschaftler kann man einfach die Lehrstellen bezeichnen, so nach dem Motto, das wissen wir nicht. Wir wissen sehr viel nicht. Wenn man so ein Spiel macht oder auch wenn man einen Film macht, dann muss man diese Lehrstellen einfach füllen. Dann muss man sich irgendwas ausdenken. Und ja, das ist dann am Ende durch unsere Zeit und durch unsere Sicht auf die Zeit geprägt im Wesentlichen. Und da sollte man als Spieler nicht denken, hey, bei Kingdom Come war das jetzt aber so. Dann war das bestimmt so. Also das ist halt kein, das ist halt ein anderer Zweck. Und insofern muss man, das ist so eine Schwierigkeit, Tobi, vielleicht auch Marketing, dass man einerseits natürlich damit Werbung machen kann. Dass das jetzt historisch authentisch recherchiert ist, dass man eine Historik dabei hat, aber andererseits ist es immer noch ein Spiel, ist immer noch eine Fiktion, da darf man dann auch nicht überziehen und nicht so falsche Erwartungen wecken. Ich glaube, das ist auch gar nicht so einfach. Es bewegt sich jetzt gerade im Spiel das Mittelalter. In Feldern, die jetzt vor allem auch aus der mitteleuropäischen Spielerschaft sehr gutiert werden. Aufbaustrategie, ich baue mir ein mittelalterliches Dorf auf, Männerlords. Allgemein Militärstrategie, Rollenspiele in klassischer Fantasy. Dennoch ist es... Meine ich etwas eher Europäisches. Warum ist dann trotzdem das noch das Einzige, was international vermittelbar ist? Also der amerikanische Spieler beispielsweise. Warum ist es die europäische Mittelalter-Fantasie, die den noch am ehesten anspricht? Man sieht es jetzt bei Assassin's Creed Hexe, was gerade in Arbeit ist, das jetzt offenbar extra ein bisschen entzaubert wird, um es ein bisschen mehr grounded zu machen. Warum ist es genau dieser Block, der in den USA oder bei internationalen Spielern besonders noch interessant ist? Cleffi, was meinst du? Ich glaube, das kommt einmal aus der Historie der USA selber, weil die sich teilweise sehr verbunden fühlen mit, ah, wir kamen ja aus Europa. Und wir haben ja gerade, mit England haben sie die gleiche Sprache. Deshalb ist da, glaube ich, sehr wenig Barriere dazwischen. Und ich merke auch immer wieder eine Faszination, die sie haben für noch mehr klischeebehaftete Vorstellungen, wie das europäische Mittelalter denn damals war. Ich finde das natürlich ein sehr vielschichtiges Thema. Das ist schwer, das jetzt runterzubrechen. Aber wenn du überlegst, es gibt halt gemeinsame Werte, die sehr leicht zu vermitteln sind. Das Christentum war damals die Basis, ist auch heute in den USA einfach wichtig. Es wäre sehr viel schwieriger, glaube ich, ihnen eine andere Art von Setting so nahe zu bringen, dass das genauso gut angenommen wird und genauso vertraut ist. Also beispielsweise muslimische, wenn es dann die Nobel-Wien-Dritten ist. Wenn du sowas hast, ich glaube, da ist direkt eine Belastung dabei, die du nicht hast, wenn du dich auf das klassisch europäische, zentraleuropäische Mittelalter stützt. Was auch wieder sehr schade ist, weil gerade das wären solche Settings, die kaum erforscht werden in Spielen oder in Filmen. Das fehlt mir immer sehr. Aber ja, und wie du vorhin auch angesprochen hast, Arthus sage, das ist ja alles so ein bisschen die Basis für das Fantasy-Genre gewesen. Ich glaube, dadurch, dass es von da erwachsen ist. Bleibt das einfach so im Kopf, das Bild. Und das wird sich wahrscheinlich auch nie ändern, dass Fantasy auf was ganz anderem basiert. Das ist dann vielleicht eher im ostasiatischen Raum, wenn wir uns so Final Fantasy angucken. Die vermischen ja auch gerne Moderne mit klassisch Schwertern und Magie. Aber bei uns scheint es sich so ein bisschen eingebürgert zu haben. Und gerade in den USA ist ja auch ein großer Markt für diese Art von Spielen. Und ja, das ist so ein bisschen die Rückschau auf die eigene Geschichte, weil sie halt bei sich, wie du vorhin gesagt hast, Western haben. Ist ja auch ein großes Genre. Red Dead Redemption ist natürlich das Vorzeigebeispiel, dass man da auch ein riesiges Spiel draus machen kann. Wobei das ja am Anfang eher ein Risikothema war. Es hat sich erwiesen, dass es funktioniert. Aber klar, der erste war damals ein Experiment. Und ja, ich glaube, daher kommt so diese Vorliebe für gerade diesen Ort. Das heißt, das Mittelalter wird auch über die Fantasy-Linse gerade im Entertainment betrachtet. Irgendwo statt durch die wissenschaftliche Linse. Würdet ihr dem zustimmen? Ganz klar. Zumindest für uns war das so, als wir in den USA, Kingdom Come läuft, also unsere Top 3 Länder Verkaufszahlen für KCity 1 und KCity 2 im Prinzip sind Nummer 1 ist USA, Nummer 2 ist China, Nummer 3 ist Deutschland. Das ist schon faszinierend in sich selber, aber alle drei stehen stellvertretend, würde ich sagen, für verschiedene Ansichten auf das Mittelalter oder wie wir das Spiel promoten mussten oder wie wir darüber gesprochen haben. In den USA interessiert niemanden, was über die Wissenschaft kein Interesse da ist. Es wird ganz klar über die romantische und Fantasy-Linse betrachtet. Geil, haut drauf, Schwerter, gib ihm. In China oder Asien generell sind die begeistert davon, dass wir versucht haben, so ein Stück tschechische Kultur da reinzuballern und ein bisschen Tradition und ein bisschen Identität. Und wir werden sehr oft verglichen mit Black Miss Wukong bei denen, weil die das auch damit versucht haben, so ein bisschen chinesische Traditionen in die Welt zu bringen und sehr weit gekommen sind damit. Und denen gefällt dieses bisschen Samurai-Denken. Ich habe mein Dorf verloren und muss jetzt meinen Weg finden. Und ich habe ganz, ganz, ganz früher damals Kingdom Come 1, glaube ich, sogar noch in Japan bei Tokyo Game Show oder sowas beschrieben wie, das ist so eine europäische Samurai-Story. Da wussten die sofort, worum ich rede und waren begeistert davon. Also da ist mehr dieses Adventure und Growth und sowas. Und in Deutschland und Umgebung, Europa, da waren die begeistert. Wir bauen die Burgen nach, hier gibt es real Charaktere, die es im Mittelalter gab, die historische Charaktere, die es wirklich gab und so weiter. Und da mussten wir überall ein bisschen anders rangehen, aber ja, in den USA ist vor allem das Mittelalter ist gleich Fantasy. Was würdet ihr denn euch jetzt aus diesen tausend Jahren Mittelalter, die. Dann doch immer recht vergleichbar dargestellt werden in Spielen für Nebenstränge, nenne ich es jetzt mal, wünschen, die auch mal im Gaming umgesetzt werden. Also gibt es irgendein Land, eine größere Geschichte, irgendwas, wo man sagt, ey, lasst uns doch mal meinetwegen die Mauren betrachten, warum gibt es dazu kein Spiel oder ähnliche Dinge? Also erstmal muss ich das unterstützen, was Tobi vorhin gesagt hat. Ich war auch voller Hoffnung, dass mit dem Erfolg von Kingdom Come, das so eine Vorbildwirkung entfaltet und wo Studios sagen, hey, mit so einem rein historischen Thema, da kann man ja auch erfolgreich sein, kann man auch ein gutes Spiel machen, kann man auch Geld verdienen mit. Leider passiert da meines Erachtens relativ wenig. Okay, es gibt viele historische Themen, aber sehr viel so im Indie-Bereich, im Strategiebereich, da ist das traditionell stark, aber ich wünschte mir wirklich also so eine AAA-Produktion, ja, wo diese historischen Settings einfach ähnlich aufgegriffen werden, aber das ist vielleicht ein Grundsatzproblem in Deutschland, dass wir eigentlich keine AAA-Produktion mit auf diesem Niveau haben, aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema, aber wenn wir uns die deutsche Geschichte oder die Mittelaltergeschichte in Deutschland anschauen, boah, da gäbe es so viel coole Stoffe, die mir jetzt einfallen würden. Also, als Norddeutscher muss ich sagen, zum Beispiel Störtebäcker, die Hanse, diese Piratensituation mit dem deutschen Orden, der da noch mitmischte. Krasses Setting, da würden mir sofort 100 Geschichten einfallen, die man da erzählen kann. Zumindest zur Hanse gab es ja Spiele, ne? Patricia ist es auch schon 400 Jahre jahrelang, die veröffentlicht wurden. Ja, aber ich denke jetzt an so ein 3D Open World Rollenspiel, Action, Adventure. Was könnte man da machen? Da braucht man gar kein Black Flag. Man kann die Ostsee sozusagen auch zum Piratenmeer machen. Mit so tollen Storys. Oder ... Das sind auch so eigentlich Nischenthemen, aber die finde ich super interessant sind. Zum Beispiel die deutsche Ostsiedlung, also östlich der Elbe, das war ja stark, das war slavisch, noch nicht christianisiert. Und da gab es halt diese Kreuzzüge, sag ich mal, der Christen, der Deutschen über die Elbe, die Slavenkriege, den Widerstandskampf der Slaven, der dann irgendwann nach 100, 200 Jahren blutigen Kriegen in Christianisierung mündete. Wahnsinnig interessantes Thema, wie so ein Übergang passiert eigentlich zwischen einer, zwischen der slawischen Religion, diesem Leben dieser Slaven, was ja auch hochkulturell entfaltet war, und dann kommen plötzlich die Christen, wie das, also darüber denke ich oft nach, wie das wohl gewesen sein muss, diese Konfrontation dieser Religion, wie du dann sagst, okay, das ist vielleicht die überlegende Religion, die haben so coole Häuser, weiß ich nicht, da wechsle ich, also das ist so auch ein super faszinierendes Thema. Oder die friesische Freiheit, der friesische Bauernstaat, auch ein mittelalterliches Ding, was gar nichts mit Königen zu tun hat, sondern eine selbstorganisierte Gruppe von freien Bauern, die im Prinzip so eine Art frühe Demokratie-Republik gepflegt haben. So viele Themen, die da möglich sind. Ich finde es fast egal, was für eine Story, weil wie gesagt, Story gibt es nicht. Ich würde mich freuen, wenn jemand sich an einen Rollenspiel dran traut und da mal was Gas gibt. Hier kommen, ich hab das Gefühl, aus Deutschland kommen so gut wie keine oder ganz wenige, nur meistens Strategiespiele oder so. Mit den Rollenspielen, wenn der Spieler dann selber Hand anlegt und das dann first person oder was auch immer sieht und dann hat das nochmal, glaube ich, einen ganz anderen Impact und einen ganz anderen Punch. Also irgendein Rollenspiel über was auch immer, wo auch immer ihr sitzt, Entwickler, äh. Es ist fast egal. Hauptsache spielbar, erlebbar, interessant. Hast du da einen Bereich, den du gerne mal spielen würdest? So viele. Ich könnte das ganze Video damit füllen, glaube ich. Aber was mich faszinieren würde, weil aus irgendeinem Grund gibt es da so wenig Filme, Serien, Spiele überhaupt. Das andere Römische Reich. Wir hatten noch ein ganz eigenes Kulturgut, was dann zu uns rüber geschwappt ist und massiv beeinflusst hat. Und es gibt also die Hälfte aller Kaiser da drüben hießen entweder Basileus oder Antronikus und wurden von ihrer Frau vergiftet. Die war es mit dem obersten Militärfürrate. Das ist erstaunlich oft passiert. Ja, ja, ja, ja, sehr special. Das fände ich eine coole Story als Setting. Oder zum Beispiel, wir haben vorher kurz drüber geredet, Karl den Großen mit einem Reisekönigreich. Wie cool ist das denn? Der ist da mit seinem ganzen Hofstaat von Burg zu Burg gereist für viele Jahre, bevor er dann, glaube ich, in Aachen sesshaft wurde. Das ist halt Mittelalter, frühes Mittelalter, nochmal ganz anders, vertraut. Aber du hast auch die Möglichkeit, dass du wahnsinnig viele Orte besuchen kannst und das ist doch für ein Game ein irre gutes Setting. Du kannst ja, weiß ich nicht, einen Höfling von ihm spielen, spielst einen Söldner, der ihn da verteidigt oder whatever. Du kannst ganz viele politische Ereignisse damit einfließen lassen. Das wäre für einen Rollenspiel auch einfach fantastisch. Also, falls wer zuguckt. Darf ich da noch kurz einhaken? Ich glaube auch noch, dass es tatsächlich, weil da fallen dann Byzanz und sowas, da ist mir sofort eingefallen, dass alle uns immer gemockt haben und gedrückt haben, wir sollen doch unbedingt Mittelalter Prag machen und sowas, weil das ist ja so... Faust aufs Auge, das ist doch so klar und sowas, aber mit Kingdom Come 1 haben wir doch gezeigt, dass eine Handvoll Dörfchen, du brauchst doch keine riesen, was du brauchst ist eine coole Story, du brauchst, du musst ja nicht sagen, ich mach jetzt was über Hamburg oder sowas, sondern hier ist irgendwas Interessantes passiert und da drum herum bauen wir jetzt den Rest so. Hamburg war auch im Mittelalter. Ja, also das war nur ein Beispiel. Aber was ich sagen will, ist, dass du brauchst, du musst da nicht jetzt Rom aufbauen komplett oder was weiß ich was, sondern du musst einfach eine coole Story und dann, versuchen, das ein bisschen authentisch rüberzubringen. Genau. Chessy, die eins waren eine Handvoll Dörfchen. Und erst im zweiten Teil haben wir uns an die Stadt herangetraut. Und selbst die wurde verkleinert, weil die einfach zu groß war. Weißt du, was mich an ging, kann man am meisten fasziniert bis heute, wenn ich einen Feldweg langlaufe. Weil ich mir denke, das fühlt sich genauso an, wie wenn ich da, wo ich herkomme, Oberbayern, wenn ich da einen Feldweg langlaufe. Ich merke, wie die Luft riecht. Geht mir ganz genauso. Und wenn ich da ein Dorf sehe, denke ich mir, das könnte jetzt auch der Ort sein. Und so hat es da ungefähr wohl, so hat sich das wohl ungefähr angefühlt. Und das ist, keine Ahnung, das schafft kein anderes Spiel. Du kannst dich auch, sorry, du kannst dich auch heute wahnsinnig gut orientieren, wenn du in Kuttenberg unterwegs bist, wenn du das Spiel gespielt hast, du brauchst keinen Stabdorn. Das funktioniert genauso in Ratai. Wirklich, du siehst dann genau, da war die Taverne im Spiel und da ist heute dann eine Eisdiele, glaube ich, drin. In Sasau, da wo in Teil 1 die Taverne ist, ist die heute auch noch. Und da habe ich wunderbaren Gulasch mit Knödel gegessen. Das war unfassbar. Das Bier ist auch fantastisch. Aber das war dieses Argument, was wir versucht haben, ganz, ganz, ganz, ganz früher den Publishern zu erklären, noch vor Kingdom Come 1 Kickstarter. dass du, wir. Der bombastische Megazauber und die Megadrachen, dass nicht das das Wichtige ist, was wir rüberbringen wollen, sondern eine richtig gut erzählte Story, dass das, dass du da diesen mega fünfköpfigen Drachen nicht dafür brauchst, sondern einfach nur wirklich gut eine packende Story erzählen willst, irgendwie authentisch rüberbringen willst, dass das viel wichtiger ist und, ja, das hat man damals nicht geglaubt, dass das überhaupt funktionieren kann. Erster Teil hat gezeigt, dass es funktionieren kann, Im zweiten haben wir dann gezeigt, dass wir auch Spiele machen können, die nicht verpackt sind. Und dann, ja, jetzt mal gucken, was als nächstes kommt. Super. Letzte Frage an euch. Wohin geht es denn jetzt noch mit dem klassischen Mittelalter im Gaming? Was können wir uns da noch erhoffen? Was wäre die nächste Erfahrungsrevolution nach so einem Spiel wie Kingdom Come Deliverance? Also wenn wir schon die eine Person sind, die in First Person, in fantastischer Optik kleine Dörfer in Böhmen bereist, auf was können wir uns noch freuen? Eine Prognose, bitte. Alle abgrübeln? Also ich wiederhole mich, was ich vorhin gesagt habe. Ich hoffe auch jetzt wieder, dass Kingdome Come 2, dass er jetzt tatsächlich ein internationaler Hit wurde mit Top 6 Spiel des Jahres und sowas, dass das hoffentlich wieder irgendjemanden motiviert, dass man tatsächlich solche Art Spieler machen kann. Und Assassin's Creed geht ja im weitesten Sinne in eine ähnliche Richtung mit Ägypten und Griechenland und sowas. Und auch wenn da jetzt die Magie... Ich will jetzt nicht sagen, alle müssen unbedingt authentische Spiele machen, aber wenn man ein bisschen in diese. Geschichtliche Ebene oder in dieses Fahrwasser reingeht, das würde mir sehr gut gefallen und ich hoffe, hoffe, hoffe, dass es gab mal, da haben wir auch gestern drüber gesprochen, als Kingdom Come 1 rauskam, da gab es da mal kurz Berichte, dass es in irgendwo, ich weiß nicht, Türkei oder wo das war, dass da irgendjemand ein Entwickler ein Spiel gemacht hat, dass irgendeine türkische Geschichte oder sowas, Das hat mir auch mit begeisternd mit begeisterten Augen zugeschaut. Leider ist es da nichts geworden am Ende. Aber ich würde mich wirklich freuen, wenn wir mehr solche a la Kingdom Come, a la Assassin's Creed. Was über Spanien, was über Caballeros, was weiß ich, über Nordic Wikinger, aber halt ohne gehörnte Helm und sowas. Keine Ahnung. Ja, wäre doch total nice. Was würde mir gefallen? Also ich finde ja, im Mittelalter gibt es schon echt viele Spiele in allen Genres. Da fehlt mir tatsächlich so ein bisschen die Fantasie jetzt. Da Neues. Also am Ende so ein Spiel läuft ja immer auf der Gamedesign-Ebene und auf dem Setting oder auf der Story. Und im Gamedesign gibt es natürlich immer Innovation. Wenn ich die jetzt parat hätte, dann sähe ich es vielleicht nicht hier, sondern würde programmieren oder so. Insofern, ich bin in der komfortablen Lage, dass ich mich einfach überraschen lassen kann, was die tollen Entwickler alles so bringen. Rein vom Setting her, hatte ich schon gesagt, würde ich mich freuen, wenn es einfach mehr als Social-Themen in diesem großen Maßstab gäbe und eben, durchaus auch mal unbeackerte Bereiche. Und das muss gar nicht Mittelalter sein. Wir haben ja schon über die frühe Neuzeit gesprochen. Finde ich mindestens genauso faszinierend. 30-Jähriger Krieg, Wahnsinn. Oder, boah, also diese ganze Zeit, da gibt es so gut wie gar keine, also ganz wenige Spiele, die das so thematisieren. Hexenverfolgung ist ja kein mittelalterliches Thema, sondern frühe Neuzeitthemen. Das wird ja Teil tatsächlich von Assassin's Creed Hexe. Das ist dann schon, ich glaube, spätes 16. Jahrhundert. Das ist auch ein wahnsinnig spannendes Thema. Ja, gut. Also Storys, Themen, Stoffe gibt es eigentlich genug. Wir brauchen nur den Mut und das Geld. Auch in Deutschland das Kapital, um mal so richtig große Dinge rauszuhauen. Ja, liebe Teams hier. Ihr habt das nicht zuerst, aber hoffentlich auch nicht zum letzten Mal gehört. Steffi, hast du noch einen Wunsch? Ja, tatsächlich. Ich würde mir wünschen, dass mehr Spiele, die Mittelalter als Setting nehmen, wirklich in die tiefe Immersion gehen und sich dafür auch trauen, ein bisschen unbequem zu sein. Weil was mich im Moment an großen Rollenspielen stört, ist, dass sich viele sehr, sehr casual anfühlen. Und ja, ja, die Story ist wichtig. Nicht falsch verstehen. Story steht im Zentrum. Aber was, glaube ich, viele mich auch an KCD fasziniert hat, du pflückst halt dann erstmal stundenlang Kräuter. Oder du musst im Menü erst mal lernen, wie du dich zurecht findest. Aber das hat alles einen höheren Sinn. Das ist alles für diese Immersion so wichtig. Und ich würde mir erhoffen, dass Studios, die jetzt vielleicht nachwachsen, gerade auch europäische Studios, sich trauen, mehr in diese Richtung zu machen. Und mehr zu sagen, hey, aber wir haben da eine Idee. Wir machen das jetzt nicht, wie ihr das schon tausendmal gesehen habt. Spielmechanisch probieren wir hier was aus, weil wir glauben daran, dass sich das für euch besser anfühlt. Das wäre so mein großer Wunsch. Wunderbar, mein großer Wunsch ist jetzt dieses Gespräch mit euch dreien noch bei einem Krug Bier in einer Taverne zu verlängern dazu wird es leider nicht kommen, denn ihr müsst euch auf den DCP vorbereiten danke, dass ihr da wart, danke Steffi, dass du uns tatkräftig unterstützt hast, kommentiert bitte gerne unter dieses Video alles, was euch zum Thema eure Liebe zum Mittelalter einfällt, in welcher Epoche oder in welcher Gegend ihr euch gerne mal bewegen würdet, welche Game Design Ideen ihr gerne mal im Mittelalter umgesetzt haben wollt oder ob ihr es vielleicht alles ganz anders seht, was ihr lieber anders wollt, bitte gerne alles in die Kommentare. Vielen Dank fürs Zuschauen, danke euch fürs Dabeisein und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Danke, tschüss. Bye.