Der Black Friday ist gerade vorbei. Und sind wir mal ehrlich, die ganz große Bescherung ist bei vielen von uns ausgefallen. Trotz der Rabatttage fühlt sich der Traum vom neuen Gaming-PC so teuer an wie selten zuvor. Auch bei den Konsolen warten wir vergebens auf echte Preissenkungen. Und das ausgerechnet jetzt, wo Weihnachten direkt vor der Tür steht. Und wir nicht nur andere, sondern vielleicht auch uns selbst mal wieder beschenken wollen. Doch soll ich die Hardware für den Wunschzettel jetzt kaufen oder auf ein Wunder nach den Feiertagen hoffen? Welche Faktoren treiben die Kosten in die Höhe und welche Strategie sollen wir als Gamer verfolgen? Das möchte ich heute mit meinen Gästen besprechen. Er ist nicht nur Hardware-Experte, sondern als Head of Business Development auch der Kopf hinter den GameStar-PCs. Er sitzt also direkt an der Quelle, verhandelt mit den Herstellern und spürt Preissteigerungen und Knappheiten oft lange, bevor sie im Laden ankommen. Schön, dass du da bist, Jakob. Grüß dich, hallo. Hallo, freut mich sehr. Und wir haben nicht nur den lieben Jakob dabei, sondern er hat auch noch einen weiteren Experten dazu überredet, hier dabei zu sein. Und das, obwohl er sich Rippen gebrochen hat, aktuell krank ist, sitzt er jetzt hier, weil er unbedingt darüber reden möchte, wie es aktuell läuft. Und das ist der liebe Sebastian. Schön, dass du da bist, Sebastian. Hallo.

Freut mich sehr, dass ihr beide da seid. Jetzt erstmal zuallererst. Warum sind denn die Preise aktuell so hoch?

Sebastian. Aktuell ist durch den KI-Hype, den sicherlich schon jeder gehört hat, es werden unfassbar viele Rechenzentren für neue KI-Anwendungen gebaut.

Große Firmen wie Facebook, also Meta, Google, Microsoft und OpenAI, planen unglaublich große Rechenzentren, um diesen KI-Bedarf, der kommen soll oder da sein wird in den nächsten Jahren, zu befriedigen. Und das führt zu einem enormen Hardwarebedarf, den die Industrie so aktuell nicht vorhergesehen hat und noch nicht bereitstellen kann. Und das treibt leider sehr die Preise, denn diese Firmen zahlen unheimlich gutes Geld für die Hardware, die wir als Verbraucher sonst so ein bisschen günstiger kaufen würden. Und ja, da stehen wir halt aktuell so ein bisschen hinten an mit unserem Bedarf. Woran merkt ihr das denn ganz konkret, Jakob? Ja, am Geld. Das, was am Ende immer der relevante Faktor ist. Also Sebastian kann da sicher gleich noch mehr zu sagen, aber die Preise gehen durch die Decke ist, glaube ich, der perfekte Begriff oder die perfekte Umschreibung dafür. Das habe ich so noch nicht erlebt in den bald acht Jahren, die ich jetzt mittlerweile mache.

Und also da war Corona in meinen Augen sogar noch, also dediziert ist halt auf, bei Corona waren es die Grafikkarten, aber relativ gesehen ist der Preisanstieg jetzt, glaube ich, deutlich extremer und auch deutlich schneller, als es zu Corona passiert ist. Und also es war damals schon heftig, aber ich würde sagen, jetzt ist es heftiger. Und das hat sich schon, also Sebastian hat mir das schon prophezeit vor längerer Zeit. Er ist mein.

Sprachrohr oder mein Keiner, ja. Mein Prophet in der Hinsicht. Wie soll ich sagen? Keine Ahnung. Prophet spielt ich glaube ich ganz gut. Er hat damals auch gesagt, dass bei Corona die Preise steigen werden. Deshalb glaube ich ihm das seitdem auch.

Und ja, deshalb die, Ja, die Preise. Wir haben jetzt angefangen für den Black Friday, das damit anmoderiert. Machen wir normalerweise, nicht normalerweise, auch dieses Jahr haben wir es wieder gemacht. Gaming-PCs mit einem besonders harten Pricing. Da kooperieren wir dann mit Herstellern und so weiter und so fort. Ist jetzt ein bisschen komplex im Detail. Aber normalerweise, es gibt immer Schwierigkeiten. Wir kriegen es, Sebastian, ich weiß nicht, ob du das so siehst, aber ich hab noch nie einen Black Friday gehabt, wo ich mir dachte, ja, es hat alles perfekt funktioniert. Noch nie passiert, wird noch nie passieren. Aber dieses Mal ist es extrem gewesen. Ich habe ständig von Sebastian gehört, wir wissen gar nicht, ob morgen überhaupt noch genügend Ramm da ist. Das ist immer so auf Sicht fahren und das das Extreme gewesen. Immer wenn ich Teams-Nachrichten bekommen habe und da stand Sebastian dran, hatte ich immer ein bisschen Angst. Das heißt, ja, jetzt haben wir nichts mehr. Jetzt können wir, jetzt haben wir keine Rammregel mehr. Wir machen das Licht aus und wir haben es in zwei Monaten.

Krass, woran lag das, dass es so wenig, also wurde zu wenig produziert oder was ist da das Problem? Oder haben einfach alle KI-Filmen schon alles aufgekauft? Ja, im Grunde das. Im Grunde genommen ist der Unterschied zwischen dem Arbeitsspeicher oder dem DRAM allgemein, der produziert wird und dem, was verbraucht wird vom Markt, relativ gering. Also die Hersteller versuchen natürlich immer genau den Markt sozusagen zu treffen mit ihren Produktionsmengen, sodass keine Überkapazitäten entstehen, damit die Preise nicht verfallen. Jetzt hatten wir eigentlich zwei Jahre sehr, sehr niedrige Preise, weil die Kapazitäten höher waren in der Produktion als letztendlich der Bedarf. Da reichen dann schon ein Prozent Unterschied, dann bilden sich Bestände und dann verfallen die Preise. Und das heißt aber natürlich auch, wenn jetzt ein Zusatzbedarf entsteht, dann sind diese ein Prozent schnell überstrapaziert und entsprechend fehlt dann enorm viel Ware.

Und natürlich ist es auch ein Thema, da wird unheimliches Geld verdient. Also jeder dieser Hersteller, das sind im Grunde leider nur eine Handvoll wie Samsung und SK Hynix, Micron, das sind so die größten drei, die natürlich haben großes Interesse daran, auch viel Geld zu verdienen und wenn sie die Möglichkeit haben, sehen, dass die Preise sich deutlich steigen oder wie jetzt in dem Fall explodieren, dann tun die natürlich alles, damit das nicht morgen aufhört. Da sind natürlich Gewinnerziehungsabsichten ganz klar. Jeder wiederum in der Zwischenkette, der dann Ware im Lager hat, der gibt die nicht mehr raus, sondern hortet die erstmal und wartet auf höhere Preise. Auch wir haben versucht, so gut es geht, unsere Bestände aufzubauen und zu steigern. Das war in den letzten halben Jahren schon gar nicht mehr ungegends möglich, weil es gar nicht mehr genug Ware gab. Also es war schon absehbar, dass da ein Problem entsteht.

Und ja, das führt jetzt eben dazu, dass die Ware momentan ist so eine absolute Panikstimmung und die Preise explodieren. Also so habe ich das persönlich, wie Jakob sagt, seit acht Jahren hat er das noch nicht erlebt. Ich habe es ehrlich gesagt in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt und ich habe auch schon mit Leuten gesprochen, die 40 Jahre in der Branche sind, die sagen, so eine Situation gab es vorher noch nicht.

Wir werden sehen, ob es wirklich alles so wild wird, wie es jetzt aussieht, oder ob es sich vielleicht auch wieder ein bisschen beruhigt. Ist momentan schwer abzusehen. Ja, du hast gerade schon Micron & Vant. Die ziehen sich jetzt mit ihrer Consumer-Marke Crucial ja aus dem Markt zurück. Das wird es ja für uns als Konsumenten eigentlich nur noch schlimmer und teurer machen. Vor allem, weil du dann ja eigentlich nur noch zwei große Marken überhaupt hast, die da den Preis bestimmen können, oder? Jakob, gerne auch. Ja, also Micron ist quasi der Chip-Hersteller, und Sky Hynix und Samsung, die dann Chips an Marken verkaufen oder an anderen Marken weitergeben, die wir kennen, sprich ein Kingston oder ein Corsair, die man halt dann klassisch in seine Gaming-PCs einbaut. Und Micron hat halt festgestellt, dass aktuell der B2B-Markt deutlich rentabler ist, würde ich behaupten.

Und hat in diesem Sinne crucial eingestellt, ob das jetzt, also das ist erstmal natürlich für Konsumentinnen und Konsumenten kein positives Zeichen, weil es ganz klar zeigt, okay, der Konsumermarkt ist der weniger attraktive, also wird es da weniger Supply geben, zumindest mittelfristig. Die Frage ist, ob wir Crucial wirklich brauchen, weil alternativ, wenn sich der Markt wieder stabilisiert, kann man natürlich auch so, das ist alles Spekulation jetzt, natürlich auch sagen, okay, dann liefern sie halt an Corsair mehr und Corsair hat dadurch mehr Marktanteil dann im Konsumermarkt. Fiktives Beispiel, keine Ahnung, ob das genauso passieren wird. Und es ist insofern besorgniserregend, weil dieser Shift wahnsinnig schnell stattgefunden hat. Also das ist nicht so, worüber sie jetzt Jahre oder sowas, zumindest nach außen hin, das weiß ich natürlich nicht intern, nachgedacht haben. Das kam für mich jetzt, ich weiß nicht, wie es für Sebastian ist, sehr ad hoc.

Und das bringt halt dann schon für mich Sorge, weil es halt diesen Shift zeigt, dass wir, wenn es sich wieder normalisiert, dann halt andere Konsumermarken, die Marktanteile von Crucial einfach übernehmen werden. Da gehe ich stark von aus. Und solange halt ein rentables Business winkt, was es hoffentlich tut, was es ja auch immer getan hat, auch wenn die Margen damals in Niedrigpreiszeiten schlechter waren, so ist es trotzdem so, dass es sich immer noch gelohnt hat, weil sonst würde es nämlich keiner machen. Ja, Sebastian, wie schätzt du die Lage da gerade ein? Ich halte es für schwer, da vorherzusehen. Ich habe ehrlich gesagt persönlich große Sorge, dass vom Preis unabhängig, wie gesagt, die Verfügbarkeit irgendwann eventuell nicht mehr da sein wird. Das heißt, wir als Systemintegrator, der Computersysteme baut, es ist natürlich auf den Arbeitsspeicher angewiesen, ohne den geht kein PC und mit Jakob GameStar-PCs wird es dann schwierig mit uns. Das heißt, wenn da wirklich morgen keine Verfügbarkeit mehr herrscht, egal wie teuer die sein mag, dann haben wir eigentlich das größte Problem. Das gilt genauso übrigens auch für SSDs, das ist ja nicht nur der Arbeitsspeicher, sondern die SSDs steigen genauso im Preis aktuell und da bietet sich ein ähnliches Szenario.

Jetzt gibt es aber jeden Tag neue Gerüchte. Samsung hat jetzt verkündet, sie wollen die Speicherproduktion steigern, aber primär in Richtung DDR-Speicher für Server. Da ist dann natürlich die Möglichkeit da, dass da vielleicht auch ein bisschen was runterfällt, was wir in Gaming-Klizes nutzen können. Das ist alles nicht so richtig absehbar aber die Knappheit das Gespräch mit Speichern ist auch zur Hälfte so ein bisschen Religion oder sehr emotional, das ist wenig rational, sondern da wird halt unheimlich viel gehortet, da werden, Bestände geschützt dann wird mit dem Preis gebrokert also es ist schon, wildes Business und es muss gar nicht unbedingt so sein, dass es unglaublich viel wenig Ware gibt, es reicht schon, wenn die Leute einfach drauf sitzen bleiben und es erstmal nicht hergeben, weil sie höhere Preise erwarten oder damit ja auch höhere Preise erzwingen. Also es ist dann so ein bisschen sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wir werden sehen. Ich kann es ehrlich gesagt nicht so richtig vorhersagen. Ja, jetzt die Knappheit gepaart mit dem Ende von Windows 10 ist ja denkbar ungünstig, vor allem für wiederum den Konsumenten. Ist dementsprechend die Nachfrage auch nochmal höher?

Also wir hatten insgesamt im letzten oder in diesem Jahr eine sehr, sehr, sehr gute Nachfrage. Sowohl was das Replacement von Windows 10 PCs angeht, aber wir haben auch gesehen, dass viele Gaming-PCs verkauft wurden. Wir gehen davon aus, dass viele Leute sich zu Corona-Zeiten eventuell einen Gaming-PC gekauft haben und dann gesagt haben, jetzt ist der vielleicht ein bisschen in die Jahre gekommen, es gibt neue Hardware, ich möchte upgraden. Also an sich wäre es ein tolles Jahr gewesen. Wir haben ein gutes Geschäft gemacht, konnten super Angebote machen und hatten auch eine tolle Black Friday Planung, bis dann letztendlich leider die Realität kollidierte mit uns. Wie läuft es denn normalerweise bei dir, Jakob, ab, wenn jetzt nicht gerade Knappheit ist? Und was hat sich seitdem verändert in deinem Job?

In meinem Job hat sich nichts verändert, weil den Wahnsinn haben wir immer. Ich weiß nicht, wie der Sebastian sieht, aber er grinst, das sehe ich. Wir haben immer Wahnsinn, also heute ist es die Speicherknappheit, vor ein paar Jahren war es die Grafikkartenknappheit und gewisse Knappheiten oder Probleme sehen sie durch.

Der stereotypische Konsument gar nicht. Aber es ist trotzdem so, dass eben wenn wir so eine Black Friday Aktion beispielsweise planen, gehen Sebastian und ich in Austausch mit den Herstellern und sagen, okay, was nehmen wir uns denn vor, wie viel Verfügbarkeit brauchen wir und dann gibt es halt eben so einen Wahnsinn. Da kommt von Hersteller A ein tolles neues Mainboard raus, das finden wir super, tolle Preis, Leistung, denken, yes, das ist es, das kaufen wir, das nutzen wir für die meisten PCs, super Gerät. Dann kommt auch die erste Lieferung, da liegen dann 100 bei Sebastian im Lager und dann denken wir uns, super, passt, und jetzt fehlen uns aber auch nur noch, die Zehnfache Menge davon, da können wir loslegen. Und dann, ach, das Mainboard, ja, das haben wir jetzt, da haben wir jetzt die Produktion eingestellt, ja, es gab brandneu, aber irgendwie, ja, haben wir nicht mehr. Also so Sachen passieren regelmäßig und wie ich bereits erwähnt habe, es gibt immer irgendwas, das ist natürlich jetzt ein absolutes extremes Level, weil es in der Geschwindigkeit halt auch so neu ist, wobei man, Sebastian hat es gerade erwähnt, die Geschwindigkeit ist gar nicht so extrem gewesen, weil es hat sich eben schon im Laufe des Jahres so ein bisschen angekündigt.

Aber hinten raus ging das halt schon gigantisch schnell. Und Sebastian kann das sicherlich mehr erzählen. Du kaufst ja immer auf Sicht. Also du kaufst im Prinzip das heute ein, was morgen verbaut wird. So hast du es mal irgendwie erwähnt, Sebastian. Ja, man versucht natürlich immer, das ist ja dieses Just-in-Time-Thema im Einkauf, dass man wirklich das kauft, was man oder im Lager hat, was man auch möglichst schnell wieder verbaut, um die Lieferketten zu optimieren.

Da muss man mehr, habe ich schon selber gesehen in den letzten Jahren, von weg, das ist einfach Quatsch, die globalen Lieferketten sind so unter Druck, ob es Globalismus ist, der zurückgedreht wird überall, die Staaten versuchen irgendwie jeder kocht sein eigenes Süppchen solche Krisen wie jetzt, das führt dazu, dass das immer unsicherer wird, das heißt man muss wirklich schauen, dass man höhere Bestände wieder aufbaut, als es früher der Fall war Das geht für die Autoindustrie genauso. Die mussten das auch bitter lernen in den letzten Monaten.

Und das ist auch durch diese Abhängigkeit der Weltindustrie inzwischen von IT-Produkten wie Speicher ein immer größeres Problem. Denn wenn wir hier über Gaming-PCs reden, das ist natürlich alles klar, wichtig und für uns natürlich auch entscheidend. Aber letztendlich muss man sich überlegen, dass dieselben Speicher auch in Telefonen landen, in Tablets landen, in Konsolen landen, aber auch in Autos, in vielen Industrieanwendungen. Und wenn da eine richtige Knappheit entsteht, Dann sehe ich da wirklich ernste Probleme auf die Industrie insgesamt zu kommen. Deutschland ist ein großer Export-Weltmeister und exportiert unheimlich viele Industrieanlagen in alle Welt, die auch auf solche Chips wiederum angewiesen sind. Ich habe jetzt letzte Woche gehört, dass Micron schon verkündet hat, dass sie nicht nur diese Kuschel einstellen als Consumer Brand, sondern auch ihre Kontrakte, die sie mit den Industriekunden haben, einfach zum Großteil nicht erfüllen werden. Das heißt, da können Sie höchstens 10 Prozent von dem liefern, was Sie ursprünglich mal geplant hatten, was so lokale in Deutschland angesiedelte Verträge angeht.

Das wird sicherlich viele Industrien auch vor Probleme stellen und das wird natürlich auch beim nächsten Autokauf spürbar sein oder beim Handykauf auf lange Sicht jetzt noch nicht, weil die Bestände noch da sind. Aber wenn die Einkäufer jetzt losgehen müssen und neue Sachen einkaufen für die nächste Produktion, dann wird das spürbar sein. Also da können wir uns alle auf Preiserhöhungen einstellen durch die Bank. Das ist allgemein was, was man so festhalten kann, glaube ich.

Bei der Systemintegration ist, wie Sebastian, deutlich mehr on demand. Da würde ich mir zustimmen, als jetzt zum Beispiel der klassische, AAA-Laptop. Also ein Asus-fiktives Beispiel produziert ja in Asien, macht dann Container voll, schiebt die hierher und dann sind das halt Bestände und Chargen, die jetzt gerade verkauft werden, die vor Monaten produziert wurden. Und das bedeutet halt, dass so Preiserhöhungen, je nachdem in welchem Business man ist.

Mit einer gewissen Verzögerung erst kommen werden. Also wenn ich darauf wetten müsste und kein Wunder passiert oder die KI-Blase jetzt morgen aus irgendwelchen Gründen platzt, wovon ich jetzt erstmal nicht ausgehe. Wahrscheinlich. Dann wird auch eine PlayStation, glaube ich, tendenziell eher teurer werden. Und das ist eben das Problem. Aber die Playstations, die wir jetzt eben gerade hier im Mediamarkt-Konsertatoren stehen haben, die sind halt vor mehreren Monaten in Asien produziert worden und damals noch unter anderen Bedingungen. Aber alles, was jetzt nachkommt, wird anders kalkuliert. Und es ist ja allgemein so, dass speziell wenn wir jetzt bei Konsolen bleiben, die ja defizitär schon geplant sind von Sony und Microsoft.

Aber auch Sony und Microsoft da vermutlich irgendwo eine Schmerzgrenze haben und sagen, ja gut, okay, also jetzt müssen wir die Preise anziehen, weil sonst rechnen sie es einfach nicht mehr. Ja, früher war es ja schon so, du hast halt ein bisschen gewartet und dann wurde die Hardware billiger. Das ist aber ja jetzt aktuell nicht der Fall, richtig? Nee, jetzt wird sie nicht billiger werden. Das Problem ist auch bei Grafikkarten, hat Power Color beispielsweise schon angekündigt, dass es teurer wird. In Grafikkarten ist VRAM verbaut, der VRAM kommt aus denselben Fabriken und der ist natürlich auch ein Kostenfaktor bei Grafikkarten und deshalb werden wir uns auch da auf Kostensteigerung einstellen dürfen.

Da wird es auch in einer gewissen Verzögerung kommen, vermutlich, weil auch da bestehende Verträge und Lieferketten und Chargen einfach auch einen gewissen Versatz haben. Aber es wird überall, was Technologie betrifft, teurer werden. Leider. Aber ihr habt ja vorhin auch schon gesagt, dass Sebastian so ein bisschen Prophet war, der das schon voraussehen konnte, dass es in diese Richtung geht. Jetzt ist aber die Frage, konnte das der Markt nicht sehen? Also sind die darauf, die müssen das doch ja auch mitbekommen haben, hey, da kommt jetzt mehr Technologie auf uns zu, deswegen brauchen wir mehr, deswegen müssen wir mehr produzieren, oder nicht? Sebastian? Naja, das setzt natürlich voraus, dass alle Hersteller ein Interesse daran haben, dass ein Speichermodul weiterhin 20 Dollar kostet, was natürlich nicht der Fall ist, wenn ich Speichermodule produziere, weil dann nehme ich viel lieber 80 oder 100 Dollar für dasselbe Produkt. Und Samsung hat schon mehrmals verkündet, auch in aller Öffentlichkeit, dass sie im Grunde genommen gar kein Interesse daran haben, dass sich die Situation maßgeblich verändert. Denn ihrer Aussage nach, und das wird auch stimmen, haben große Player wie SK Heinex und Samsung in den letzten Jahren eher Verlust gemacht in der DRAM-Produktion.

Und das ist eigentlich immer der Zyklus, dass die Preise verfallen durch eine Überproduktion oder einen Überbestand im Markt und dann entsprechend die Hersteller in die Verlustzone geraten. Dann passiert irgendwas oder die verknappen die Produktion, dann steigen die Preise deutlich an und insofern sind die Einzigen, die daran was ändern könnten in der Situation, eigentlich gar nicht daran interessiert, daran was zu verändern. Wenn nicht die Nachfrage der KI-Firmen, sage ich mal, also der Hyperscaler, wie man sie nennt, wegbricht, dann werden da alle fröhlich eine riesige Party feiern, die in dieser Industrie Geld verdienen, nur wenig.

Also ist es ja anders, so vor ein paar Jahren war es das Crypto-Mining, diese Blase ist aber ja geplatzt. Bei KI ist die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ja doch sehr viel geringer. Oder wie schätzt ihr das ein, Jakob? Das ist jetzt Kaffeesatzleserei. Also... Dass eine KI eine Daseinsberechtigung hat, glaube ich, da sind wir uns alle einig. Also sei es in der Medizin, in der Forschung, whatsoever, da kann man jetzt stundenlange Diskussionen führen, aber ich bin der Meinung, eine gewisse Daseinsberechtigung, wie groß die jetzt ist, hat KI. So, und es hängt ja immer davon ab, gibt es so viele Anwendungsbereiche, wie wir jetzt schon Rechenkapazität haben?

Oder hat die potenzielle Rechenkapazität, die jetzt gerade aufgebaut wird, übertrifft die das? Und das kann wirklich keiner sagen.

Wird es noch, also es ist wirklich absolute Kaffeesatzleserei. Sind wir vielleicht noch gar nicht am Ende? Ist dieser Bedarf, den wir potenziell haben mit lauter Anwenderszenarien, die vielleicht noch gar nicht im Kopf haben, ist das schon erreicht oder sind wir schon weitaus drüber und merken das in einem Dreivierteljahr keine Ahnung und dann implodiert es, ist wirklich schwer vorherzusagen Fakt ist, da steckt unglaublich also ein unglaubliches Geld dahinter, ich meine wir sehen das in den Aktienkursen von den von den großen K&A Unternehmen, dass da ein riesiges Budget dahinter steht und, auch ein wahnsinniges Interesse, dass das weiterhin wächst, denn nur dann macht das noch Spaß für die für die Anleger. Aber wann dieses Maximum erreicht ist, kann halt wirklich keiner sagen. Natürlich gibt's da Spekulationen und sowas. Aber in meinen Augen ist das noch so starke Kaffeesatzleserei, dass wir da einfach auf Sicht fahren. Also im Prinzip ich würde behaupten, für die nächsten sechs Monate wird's erstmal keine Entspannung geben im Speichermarkt. Aber auch darüber hinaus, gar keine Ahnung. Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird tendenziell eher nicht besser 26. Aber...

Das mit finaler Sicherheit zu sagen, ist unmöglich. Also das ist selbstverständlich, dass wir jetzt nicht in die Zukunft sehen können. Noch nicht mal unser Prophet Sebastian kann das. Aber trotzdem wäre ja jetzt die Frage, was kann denn jetzt der Konsument tun oder was sollte er tun? Sollte man warten oder sollte man lieber jetzt noch kaufen, solange die Preise nicht noch weiter steigen? Sebastian, wie siehst du das?

Also generell würde ich dazu raten, wenn man dringenden Bedarf hat, würde ich jetzt kaufen, statt in drei, vier Monaten, wenn man vielleicht sieht, okay, jetzt ist die Zeit wirklich um, ich brauche einen neuen PC oder was auch immer. Wie gesagt, viele Produkte werden deutlich teurer werden. Jetzt sieht man ja den Preis und kann sich überlegen, braucht man das wirklich dringend? Alles, wo man kann, sollte man eventuell noch warten, zumindest im PC-Bereich aktuell. Aber dann muss man sich darauf einstellen, dass man vielleicht ein Jahr, eventuell sogar auch länger wartet. Also sinkende Preise sehe ich persönlich jetzt in 2026 nicht mehr. Es könnte tatsächlich noch schlimmer werden. Das hoffe ich jetzt persönlich nicht, aber es ist sehr, sehr gut möglich. Das heißt, also wer dringenden Bedarf hat an dem PC, der sollte das wahrscheinlich jetzt tatsächlich noch was kaufen. Aber können wir irgendwas tun, damit, also sind wir dem Markt einfach ausgeliefert oder können wir irgendwas tun, dass wir sagen, okay, keine Ahnung, vielleicht eben dadurch, dass wir eben jetzt erstmal nicht kaufen, könnte sich das beruhigen oder würde das vielleicht sogar bedeuten, dass die Hersteller noch mehr, noch weniger an den Kunden denken und noch mehr an die großen Firmen?

Ich glaube nicht, dass wir da die Möglichkeit haben, was zu tun. Man muss sich überlegen, dass wenn wir über diese ganze Speicherproduktionsindustrie denken, ob es jetzt SSD, also Nantspeicher ist oder DRM-Speicher, das sind alles, was wir sozusagen ausmachen als Verbraucher, sind grob 15 Prozent, der überhaupt in diesen Bereich fließt. Der Rest geht in die Industrie. Das heißt, wir haben eh schon sehr, sehr wenig Einfluss und auch leider sehr wenig Stellenwert. Dazu kommt, dass die in der Industrie extrem viel mehr verdient wird. Das heißt, wir sind nicht nur marktanteilmäßig sehr klein, sondern margenmäßig noch viel kleiner.

Und da haben wir eigentlich keine Möglichkeit, da irgendwas dran zu verändern. Ob wir kaufen oder nicht, das wird sich nicht rauswirken. Aber grundsätzlich müssen die Hersteller ja trotzdem auch noch an den Normalverbraucher denken oder könntest du dir sogar vorstellen, dass halt noch mehr Firmen den Weg von Micron gehen und sagen, wir ziehen uns da raus? Ja, kann ich mir absolut vorstellen. Also die Vorstellung, das höre ich öfter in den letzten Tagen, dass das ja sozusagen altruistische Motive die Hersteller dazu bewegen werden, den PC-Markt oder wie auch immer im Leben zu halten, ist leider, wäre natürlich schön, halte ich aber für Quatsch. Also das sind Riesenunternehmen mit unglaublichen Gewinnspannen. Die sind letztendlich auch ihren Aktionären verpflichtet und ihren Mitarbeitern, die haben eine klare Gewinnerzielungsabsicht. Das sind keine Vereine, die sozusagen irgendwie da die Verpflichtung haben, dem Weltzweck zu dienen, sondern die wollen einfach Geld verdienen und das ist ihr Sinn und Zweck. Und wenn die sehen, dass sie mehr Geld damit verdienen, dass sie alles in die Serverindustrie schicken, dann werden sie das im Zweifel tun. Ich glaube, die Samsung ist vielleicht auch eher dazu geneigt, den Verbraucher zu bedienen, weil sie natürlich auch viel die im Consumer-Bereich sozusagen unterwegs sind, mit Fernseher, mit Handys, aber auch mit SSDs zum Beispiel.

Aber darüber hinaus, das spielt, glaube ich, keine Premiere-Rolle. Die wollen jetzt Geld verdienen und das werden sie die nächsten ein, zwei Jahre tun.

Und da gibt es nichts, was wir dagegen machen können. Und was ist jetzt für dich zum Beispiel, Jakob, der nächste Schritt? Wirst du jetzt erstmal für GameStar PC ganz, ganz viel einkaufen, damit wir in den nächsten Monaten noch viel verkaufen können? Also Einkaufen übernimmt der Sebastian. Also ich breche mich immer nur mit ihm ab und hoffe einen positiven Einfluss auf ihn zu haben. Das ist im Prinzip grob zusammengefasst mein Beruf. Ich probiere positiven Einfluss zu nehmen. Schön.

Natürlich werden wir weiterhin versuchen, für unsere PC-Linie das Bestmögliche rauszuholen. Es ist aber wirklich gerade sehr frustrierend. Also nennen wir das Kind beim Namen, es ist super frustrierend. Erst neulich haben wir darüber gesprochen, dass es jetzt aktuell keine 8 GB RAM-Module mehr gibt. Das bedeutet, wir haben auch Einsteiger-PCs gehabt, in denen wir 16 GB verbaut hatten, DDR5, was also das ja, die Einsteigergröße ist. Mittlerweile tendiert man eher zu 32 GB RAM, aber 16 war eben so das Low-End und jetzt haben wir festgestellt, es geht nicht mehr. Also es gibt einfach aktuell keine 8 GB Module im Markt. Also haben wir gesagt, gut, okay, bauen wir ein 16 GB Modul rein? Nee, wollten wir nicht. Das ist halt performance-wise echt nicht schön, sagen wir es so. Also haben wir jetzt überall auf 32 aufgerüstet. Und da sind wir halt einfach Opfer der Situation und müssen das Beste draus machen. Wir haben das Games-App-PC-Schiff durch schon ein paar Stürme gesedelt, Sebastian und ich. Das ist, sag ich mal, der rauste Sturm, den ich seit langem, oder der rauste überhaupt, den ich hier erlebt habe, aber auch das werden wir schaffen.

Es wird sich irgendwann entspannen. Wie schnell das passiert, ist halt die Frage und deshalb, ja, fahren wir jetzt, um in der Segel Metapher zu bleiben, auf Sicht und schauen zu, dass wir das gut hinkriegen. Und ja, also für alle da draußen, die sich überlegen, was zu kaufen, ja, wenn ihr was haben wollt, dann eher jetzt. Aber auch jetzt sind die Preise schon sehr weit oben. Das macht es natürlich jetzt nicht wirklich viel leichter. Und ja.

Ja, das ist eine gewisse Ratlosigkeit, muss ich ganz offen sagen, weil wir wirklich ausgeliefert sind von dem, was reinkommt. Und die große Hoffnung ist einfach, Stand jetzt, Sebastian kann doch sicherlich bestätigen, dass überhaupt was reingelassen wird. Also wir sind schon happy, dass überhaupt was da ist. Das Stand jetzt, das wollen wir uns festhalten, dass wenigstens noch was kommt. Also die Herausforderung muss jetzt sein, dass wir sozusagen noch da sind, wenn sich der Sturm legt. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen dramatisch, aber sehe ich tatsächlich so, denn.

Das bringt uns nichts, wenn in ein, zwei Jahren die Preise wieder sinken und viele Marktteilnehmer sind dann einfach verschwunden. Da gilt es jetzt, die Kooperation mit den Herstellern, die wir haben, zu aktivieren und dass da vielleicht auch Einfluss ausgeübt wird, dass wir eben beliefert werden und eventuell auch zu erträglichen Preisen beliefert werden. Ich denke, da sind wir in einer ganz guten Position und ich bin auch optimistisch. Also wie Jakob sagt, klar, es ist alles immer schwierig, aber wir hatten schon einige Krisen. Die ist jetzt einfach ein bisschen größer, aber auch das werden wir irgendwie meistern. Ich finde, das hört sich nach einem sehr guten Schlusswort an. Wir hatten einige Krisen, aber auch diese werden wir meistern. Finde ich ein gutes Resümee, nachdem wir sehr oft gesagt haben, ja eigentlich wird alles schlimmer. War es jetzt so, ja aber wir kriegen das hin.

Das ist schon mal gut, das freut mich. Ich bin ganz glücklich ehrlicherweise, dass ich letztes Jahr meinen neuen PC gekauft habe. Das war noch zu einer Zeit, wo es alles bezahlbar war. Aber vielen, vielen Dank auf jeden Fall, dass ihr beide euch die Zeit genommen habt, hier mal kurz auszuführen, was gerade auf dem Markt los ist, wie es vielleicht auch in Zukunft aussieht. Ja, wir sind keine Propheten, Sebastian vielleicht mehr als wir beide, aber wir haben zumindest versucht, mal so ein bisschen durchzusteigen. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Vielen Dank, Jakob. Ja, sehr gerne. Danke, Sebastian. Gerne. Und schreibt gerne mal in die Kommentare, wie es ihr jetzt machen wollt. Werdet ihr dieses Jahr noch kaufen? Oder wartet ihr lieber, bis sich der Sturm gelegt hat? Ob sich der Sturm legt? Mal sehen. Habt ihr vielleicht, wart ihr so glücklich und habt genau wie ich schon früher zugeschlagen? Vielen, vielen Dank auf jeden Fall, dass ihr dabei wart und zugehört habt. Und bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.