Hallo und herzlich willkommen, verehrte Zuschauer. Schön, dass ihr da seid, wo immer ihr auch gerade sitzt. Ob irgendwo unterwegs, zu Hause oder sonst wo. Wir sind jetzt hier zusammengekommen, um einen wunderbaren Talk zu Anno117 zu machen. Das Spiel wird bald erscheinen. Deswegen werden wir heute hier wieder so eine kleine Expertenrunde haben. Und das hat unter anderem auch mit diesem Heft zu tun. Der Retro-Gamer. Da gibt es die neueste Ausgabe mit 40 Jahre Amiga. Ich bin ja auch jemand, der schon ein bisschen Oldschooliger ist und damals mit Mentellivision angefangen hat. Und warum erwähne ich die Retro-Gamer? Nun, weil wir jetzt den Herausgeber davon hier haben und auch den Gamestar-Mitgründer, den Jörg Langer. Deswegen möchte ich dich ganz herzlich begrüßen hier bei uns im Studio. Schön, dass du da bist. Vielen Dank, schön, dass ich da sein darf. Ja, es ist wunderbar.

Du bist auch jemand, der viel, viel zu tun hat. Retro-Gamer, Gamers Global, da bist du auch der Chef von. Und Anno ist wahrscheinlich auch etwas, das dich gerade beschäftigt, oder? Nicht zu vergessen, die Spiele-Veteranen mit Heinrich Lehnhardt mache ich auch noch. Und in den Minuten, in jedem Tag, wo ich Freizeit habe und nicht esse oder schlafe, da spiele ich gerne Strategiespiele tatsächlich. Und von den Aufbauspielen finde ich tatsächlich Anno eine der schönsten Serien, weil es auch noch das Militärpart ein bisschen hat und man so ein bisschen auch dem anderen die Städte kaputt machen kann. Das gefällt meinem Militanten-Gemüt. Und insoweit habe ich mich vor allem auf das 117 gefreut, weil es auch noch in meiner Lieblingshistorien-Epoche spielt, dem römischen Imperium. Das ist schon, du sagst schon viele Sachen, auf die ich dann auch noch im Gespräch eingehen möchte, weil gerade das mit dem Militär und der Epoche, weil mir hat ein Vögelchen gezwitschert, du bist doch jemand, der sehr historyaffin ist, der gerne in der Geschichte wühlt sozusagen und das finde ich sehr spannend, dann deine Perspektive zu bekommen. Aber wir wollen noch jemanden dazu schalten und zwar unseren lieben Fabiano.

Der per Remote zugeschaltet zu uns ist, weil er diesen Test bei uns auch gemacht hat bei der GameStar. Fabiano, kannst du uns hören? Hallo, ja, ich höre euch sehr gut und ich freue mich auch, euch zu sehen und ich freue mich hier zu sein und ich freue mich vor allem über Anno, weil das war wieder mal ein tolles Erlebnis, das zu spielen und zu testen und noch weiter zu spielen, weil das ist ja noch lange nicht vorbei. Es geht ja jetzt erst richtig los mit Anno, wenn man so möchte. Genau, und du hast jetzt viel, viel Zeit damit verbracht, dieses Spiel zu spielen. Jetzt, bevor wir dann so richtig einsteigen, eine kurze Frage an dich, Fabiano. Bist du froh, dass der Test draußen ist, dass du mit fertig bist? Weil's halt schon ein Spiel ist, das wahrscheinlich ein bisschen mehr Zeit von einem frisst?

Also wir hatten überraschend viel Zeit für den Test. Das heißt, es war eigentlich echt schön. Ich konnte sehr ausgiebig spielen und ich konnte ja auch schon das ganze Jahr über immer mal wieder spielen. Das heißt, es war nicht irgendwie so ein Stresstest, der mich irgendwie dazu gefordert hat, jetzt mehr Anno zu spielen, als ich eigentlich will, was fast unmöglich ist. Anno ist halt ein Spiel, das nie langweilig wird, tatsächlich. Auch wenn ich natürlich bei den Tests gelesen habe, jetzt nicht nur gelobt habe. Es gibt auch ein paar Sachen, die ich kritisiert habe, gerade was die Langzeitmotivation angeht. Aber im Endeffekt ist es Anno. Und das wird mir einfach nicht langweilig. Da kannst du mich wirklich mit in den Raum einschließen, zwei Wochen lang, drei Monate lang, ist mir egal. Ich spiele das die ganze Zeit. Von daher bin ich froh, dass der Test jetzt draußen ist, dass ich die Schreibarbeit fertig gemacht habe. Aber hauptsächlich, damit ich dann wieder der Anno spielen kann.

Jörg, ich mein, du bist ein alter Hase der Branche. Wann fing das denn bei dir mit Anno an? Du warst wahrscheinlich auch schon in den frühen Jahren dabei, oder? Na ja, gut, also wir haben das ja damals, was war denn das? 98, als es rauskam, bei GameStar als Titelthema gebracht. Ich weiß aber von einem früheren Heftblättern hier bei euch, dass wir es erst wohl nicht so ernst genommen hatten, nur eine Seite Preview gemacht haben. Aber dann haben wir doch gemerkt, weil wir viel auch, wie ihr seel ich heute noch, auch auf eure Community hört, auf die Leserbriefe damals noch gehört haben, auf die E-Mails und da war sehr viel Interesse da an Anno. Und das hat sich so ein bisschen aufgebäumt und dann haben wir gesagt, ja, dann trauen wir uns eine Titelgeschichte zu machen und sind sehr, sehr gut damit gefahren. Also viel verkaufte Hefte, aber auch viel Zuspruch. Und da war eigentlich klar, dass Anno, das hat irgendwie da so eine Seite angeschlagen bei den deutschen Strategie- und Aufbauspiele-Fans. Und es war ja auch einfach ein sehr, sehr gutes Spiel. Du hast gerade schon ein Thema angesprochen, das ich sehr spannend finde. Das gilt natürlich auch für dich, Fabiano.

Das Thema, dass es in Deutschland in der Community sehr beliebt war. Ich finde, lange Zeit hatte Anno ja ähnlich wie die Siedler so diesen Ruf, dass es so dieses typisch deutsche Videospiel ist, das so innerhalb des deutschen Raumes relativ erfolgreich ist, aber außerhalb vom deutschsprachigen Raum eine weniger große Rolle spielt. Seht ihr das immer noch so, dass es vielleicht sogar in Deutschland einen Wertungsbonus gibt im Vergleich zum Ausland? Oder dass die Serie mittlerweile auch international sich gut behaupten kann? Ich glaube, das war am Anfang schon so.

Und das, was du gerade beschrieben hast, gilt für die Siedler-Serie noch sehr viel mehr. Das war so eine typisch deutsche Serie. Aber ich finde, Anno hat das schon, ohne dass ich jetzt die Verkaufszahlen der letzten 20 Jahre aufzählen könnte, hat schon einen Sprung ins Internationale geschafft. Und das hat es, glaube ich, dadurch geschafft, dass es bei aller Komplexität, die es hat. Nicht fröhlich ist, sondern schön, idyllisch, dass die Spielmechanik funktioniert, aber dass halt auch immer die Schauwerte gestimmt haben. Bei Siedler, da war so ein bisschen Fröhlichkeit immer mit dabei. Und dann hat ja auch Ubisoft versucht, die Serie 3D und actionlastig und so weiter. Und hat sie dann so ein bisschen vielleicht auch in eine falsche Richtung gebracht. Und bei Anno ist eigentlich bis auf die beiden Science-Fiction-Ableger doch eine sehr große Kontinuität da, finde ich. Also man erkennt immer noch das Allererste jetzt im Neuesten, obwohl es sich wahnsinnig viel getan hat.

Fabiano, würdest du das unterschreiben? Siehst du das ähnlich, dass das Spiel oder das Anno als Serie mittlerweile so aus dem Schatten draußen ist, dass es nur so im deutschen Markt so gut ankommt?

Also man muss ja schon dazu sagen, dass Ubisoft jetzt gerade bei Anno 117 aktiv gesagt hat, wir wollen noch mehr in den internationalen Markt. Und das ist ja dann ein bisschen quasi auch ein Zeichen, wenn man sagt, wir hätten das gerne noch mehr, heißt ja auch, wir sind noch nicht ganz da, wo wir gerne wären. Also ich glaube schon, dass Ubisoft sich da noch mehr erhofft. Und man hat das schon gemerkt daran, wie 117 aufgebaut war. Auch die Marketing-Kampagnen, die sie jetzt fahren, sie wollen auf jeden Fall international noch relevanter werden mit diesem Spiel. Und lustigerweise, ich habe heute den Wertungsspiegel geschrieben, auf der Webseite und da auch festgestellt, tatsächlich auch wertungstechnisch war Anno international immer so ein bisschen unterschätzt. Also vor allem die ganzen Teile, die bei Metacritic auftauchen, das sind glaube ich, 1404 ist noch gar nicht dabei, aber so ab 1404, Was war der Teil nach 1404 2070, oder? 2070, genau, ja. Der Teil war auf jeden Fall schon, was Wertungen angeht, international schlechter. Sogar Anno 1800 liegt bei Metacritic nur bei einem Schnitt von 81, was halt irgendwie krass ist, weil das ist so für mich das Anno schlechthin, also das finde ich nach wie vor das beste Anno, das sie ja jemals rausgebracht haben, auch schon zum Release.

Deswegen ist es schon auf jeden Fall so, dass Arno international anders wahrgenommen wird. 117 hat jetzt auch nicht nur Traumwertungen international bekommen, aber schon bessere tatsächlich, als man das in der Vergangenheit gewohnt ist. Ich glaube, sie haben das jetzt mit 117 wirklich geschafft, auf jeden Fall was die Wahrnehmung angeht und was die Wertschätzung angeht außerhalb von Deutschland da ein neues Niveau zu erreichen. Jetzt nur noch die Frage, ob auch die Verkaufszahlen auf der ganzen Welt so stimmen, wie sie sich das vorstellen. Klar, die Serie wird immer größer, es wird mehr Geld reingebuttert, das heißt natürlich, es müssen sich auch mehr Teile verkaufen und dann ist es ja immer dieser, manchmal schwierige Balanceakt, wie zugänglich mache ich so ein Spiel, wenn ich eine breitere Masse ansprechen möchte, fahre ich die Komplexität runter. Habt ihr das Gefühl, das kriegen sie gut hin? Ist es noch so komplex, dass richtige Anno-Fans happy damit sind oder wurde da irgendwie was verwässert. Also ich finde es sogar erstaunlich, wie komplex das Ding geworden ist. Also sie haben schon so Massenmarktgeschichten, die mir jetzt eher übel aufstoßen. Dieses ganze Kinderstuben-Cartoonige mit Prätorinnen und... Was meinst du damit genau? Ja, diese ganze Serie auf wir haben uns alle lieb getritten, Quests und vor allem in der Kampagne diese Geschichten.

Damit kann ich mich arrangieren, aber da klatsche ich jetzt nicht Beifall.

Aber dass man mit dem Spiel es immer noch sich traut, diese sehr komplexe Befüllung der Betriebe zum Beispiel mit verschiedenen Arbeitskräften aus verschiedenen Bevölkerungsstufen zu machen. Was in eine ziemlich komplexe Systemik reingeht und wo du auch ziemlich auf die Nase fallen kannst. Ich nenne das die Spirale des Todes bei den Arbeitern, wenn die ausgehen. Gerade die unterste Klasse, die Wanderer und die Liberti, die auf einmal verloren gehen können. Und dann kommt so ein Kreislauf in Gang, wo du kaum noch rauskommst, weil die fehlende Arbeitskraft wird dann auf alle Betriebe umgerechnet. Du hast keine Arbeiter, du baust mehr Arbeiterhäuser. Das ist genau das Falsche, was du tun kannst. Und auf einmal geht dir das Geld weg und so weiter. Da musst du wirklich wissen, was du machen kannst, um da wieder rauszukommen. Und das für ein doch sehr großes Spiel von der ganzen Produktqualität, von den ganzen optischen Features, die es bietet. Das ist schon mutig und das kann ich auf jeden Fall begrüßen. Du hast gerade gesagt, es gehen einem die Arbeiter aus und es ist ein Fehler, dann mehr Arbeiterhäuser zu bauen. Was macht man denn stattdessen? Naja, du machst, also was da passiert ist, dass du ja fröhlich, wie beim allerersten Anno, wo es fünf Bevölkerungsstufen gab, du die Häuser eben upgradest, wenn die Bedürfnisse der aktuellen Bewohner erfüllt sind.

Und seit Anno 1800 ist es so, dass du eben in den Betrieben verschiedene Arbeitskraftstufen brauchst. Also kannst nicht mehr einfach alles nach oben und dann noch ein paar übrig lassen und so. Und wenn du jetzt fröhlich ausbaust, dann machst du vielleicht auch noch ein bisschen Militär. Militär ist unglaublich, Arbeiter schluckend, Wachtürme, Schiffe, die eigentlichen Kampfeinheiten. Und dann gehen dir die Arbeiter aus. Und dann machst du natürlich keine Arbeiter mehr, baue ich mehr Häuser. Was du allerdings vergisst unter Umständen in dem Moment ist, dass du nicht die Bedürfnisse der Arbeiterklasse dann stillen kannst, wenn du immer mehr Häuser von ihnen baust. Dann werden die unzufrieden, sie fehlen, sie arbeiten nicht mehr, die Produktivität der Betriebe geht runter und was du machen musst, das war ja deine eigentliche Frage. Also was ich mache, keine Ahnung, wahrscheinlich würde ich besser spielen, würde ich gar nicht in die Situation kommen. ist halt ein bisschen forsch, wenn ich spiele und gierig.

Dann baust du als erstes Mal dein Militär zurück. Du reißt die Kaserne ein, vielleicht auch Schiffe, die du freiwillig opferst. Reißt ein paar Wachtürme ab. Du kannst die Kampfeinheiten wieder auflösen. Dann kommt die Zeitverzögerung wieder in den Arbeiterpool rein. Und du stellst auch irgendwann alles, was du nicht unbedingt für die untere Klasse brauchst, stellst du auf Hold. Also irgendwelche Edelsteine, Manufakturen brauchst du in dem Moment gar nicht. Die kannst du noch auf Wartestellung setzen. Und wenn du es noch rechtzeitig machst, bevor dein Konto ganz gegen minus 10.000 geht oder was auch immer, dann erholt sich das System wieder. Okay. Aber es ist besser, nicht so gierig zu sein und langsam dich auszubauen. Es hört sich schon nach ein bisschen Arbeit an, also strategischer Arbeit, wo man genau wissen muss, wie man vorgeht und was man da zurückfährt. Fabiano, bist du happy mit dem Komplexitätsgrad von diesem Spiel als jemand, der eben schon so lange in der Serie auch drinsteckt und so viele davon gespielt hat?

Ja, ich denke auf jeden Fall. Es ist nicht so, dass sie das Spiel extrem runtergedummt haben. Da ist schon noch ordentlich Fleisch dran. Es geht sehr in die Breite jetzt, weil sie eben auch sehr viele optionale Routen eingebaut haben. Das ist ja ein ganz besonderer Alleinstellungsfaktor bei A117, dass sie einem viel mehr Wahl lassen. Mache ich jetzt irgendwie Fische am Anfang oder mache ich eher einen Brei? Welche Technologie bilde ich aus? So viele Sachen, so viele Entscheidungen, die auch durchaus dafür da sind, dass du ja den Schwierigkeitsgrad so ein bisschen dir selber zusammenstöpseln kannst. Also du kannst ja einfach sagen, ich versuche gar nicht alle Bedürfnisse zu erfüllen, sondern du machst so nur die Hälfte. Das finde ich immer ein bisschen unbefriedigend, ehrlich gesagt. Wenn man aber alles machen will, dann ist es immer noch durchaus komplex und vor allem, was sie jetzt auch drin haben, was es bei Anno 1800 gar nicht gab, man kann jetzt relativ frei den Schwierigkeitsgrad auch abseits von KI-Gegnern definieren. Also sie haben viele neue Schwierigkeitsgrad-Optionen, dass du sagen kannst, ich will jetzt, dass die Unterhaltskosten viel höher sind, was nicht nur Geld betrifft, sondern eben auch, was Jörg gerade gesagt hat, die Arbeitskraft, die die einzelnen Betriebe schlucken, werden davon auch geregelt. Das heißt, man kann, wenn man merkt, irgendwie habe ich nicht so das Gefühl, in die Petrouille zu kommen, einfach dafür sorgen, mit der Schwierigkeitsgrad-Einstellung, dass es noch schwieriger wird. Also man hat so viele Optionen, das Spiel anzupassen.

Das Einzige, was ich ja im Test auch ein bisschen kritisiert habe, war, dass mir hinten raus im Endgame, ich würde nicht sagen, der Anspruch fehlt, aber es fühlt sich nicht ganz so langlebig an für mich vergleichsweise zu Anno 1800, wo ich auch gerade aufgrund der Herausforderungen, die die Weltausstellung gebracht hat, die, finde ich, nochmal ein Stückchen happiger waren als das Colosseum jetzt in Anno 117, ist das Endgame nicht ganz so fordernd. Und auch ein wichtiger Faktor, alle 117 hat nicht diesen, wie ich finde, einen coolen Moment von Anno 1800, wo die Eisenbahn ins Spiel kommt. Weil die ist so ein geiler Gamebreaker. Die reißt sich aus seiner Routine raus, die zwingt dich dazu, noch mal umzudenken. Und der Komplexitätsgrad von der Eisenbahn ausgehend ins Endgame rein ist halt die ganze Zeit so ein Faktor, den du bedenken musst. Das ist der Teil, der mir bei 117 ein bisschen fehlt. Aber das sind Details. Und man muss auch dazu sagen, es gibt ja sehr viele Leute.

Die das grade cool finden, dass 117 eben nicht mehr ganz so überfordernd ist wie Anno 1800s eigentlich auch schon zu Release war. Also das lese ich ganz viel in den Kommentaren. Echt viele Leute freuen sich, dass Ubisoft tatsächlich wohl für sie an den richtigen Stellen die Komplexität etwas runtergedreht hat, weil sie halt das Gefühl hatten, von Anno oft überfordert zu werden. Und ich glaube, sie haben da jetzt vielleicht doch eine ganz gute Balance gefunden, mit der sie wirklich viele Leute abholen. Du hast grad die Weltausstellung erwähnt von Anno 1800. Ich bin mir jetzt grad nicht ganz sicher, kam die nicht erst mitten im DLC noch rein? Nee, die Weltausstellung war von Anfang an dabei. Aber es kamen noch andere Wunder dann mit den ganzen DLCs. Also Anno 1800 hat dann irgendwann, glaube ich, vier, fünf verschiedene Wunder gehabt noch mit Empire State Building und Eiffelturm. Ich weiß nicht, wie die in der Anno-Welt heißen, aber das waren die ganzen Gebäude. Das war wirklich cool. Und es kommen ja noch mehr für 117. Also die Rennbahn ist ja angekündigt. Also der Zirkus Maximus quasi soll ebenfalls noch erscheinen. Und da freue ich mich sehr drauf.

Merkt man denn irgendwie, dass das Spiel sehr auf DLCs angelegt ist? Also hat man das Gefühl, dass man sich denkt, wenn man Anno 117 spielt, so, hm, hier fehlt mir irgendwie so ein bisschen was. Da merkt man schon so, hier, Ubisoft will DLCs verkaufen. Oder ist es schon eher so, dass man sagen kann, nee, das ist schon relativ komplett, aber Bonus, ja, sicherlich, why not? Also wie Fabiano schon gesagt hat, wir hatten wirklich erfreulich viel Zeit für den Test. Ich glaub, wir haben die Version jetzt seit über vier Wochen. Selten ist so was, ne? Und das ist super für so ein Spiel. Das zeigt auch, dass der Hersteller ein gutes Produkt zu machen glaubt. Und das ist ihm auch gelungen. Aber mir kommt das nicht zu wenig vor. Im Gegenteil. Ich habe auch noch einen Tipp für dich, Fabiano. Wenn du mal das Gefühl hast, es ist dir zu einfach, führ einfach auf beiden Karten Krieg. Weil das führt in den Wahnsinn und in den Bankrott natürlich. Das ist ja auch eine Neuerung. gut, das gab es so von den 1800 und wer hatte den Orient? Das war 1700...

1404 war das. Wo du halt noch andere Elemente hattest. Aber 1804 ist eigentlich das bessere Beispiel mit Arktis und so weiter. Und du hast die Albion-Karte, du hast die Latium-Karte. Genau. Und einer der DLC soll ja Ägypten werden. Und als ich das so gehört habe und jetzt auch halt es gespielt habe, da frage ich mich schon, brauche ich das auch noch? Also Antwort nein. Ich habe das Gefühl, das ist so, wie es released worden ist, echt von Komplex. Und wer dann nach 500 Stunden Spielzeit noch mehr will, der kriegt halt noch Ägypten und andere Sachen. Aber könnt ihr beide mal vielleicht kurz erklären, wie das funktioniert mit diesen beiden Karten? Wie das sich im Spiel auswirkt? Weil ich hatte das bis jetzt, ich hab das Endlosspiel so ein bisschen angefangen, für mich persönlich hier vor dem Talk und so. Und bin natürlich noch nicht so weit im Spiel und hatte das halt so wahrgenommen, dass ich entweder oder auf einer dieser Karten spiele. Aber so wie ich das verstanden habe, aber spielt man auf beiden dieser Ebenen. Und wie genau wird das dann eingeführt und wie funktioniert das?

Ja und nein. Also es ist so, auf der Weltkarte, wo ja auch noch viel Platz ist, unter anderem für Ägypten, da hast du dein Albion und hast dein Latium. Wenn du die Kampagne spielst, was im Prinzip ein gut gemachtes, bis auf die schon erwähnte, wir haben uns alle lieb, Kinderstuben, Ernsthaftigkeit oder eben fehlende. Es ist im Prinzip ein riesiges Tutorial. So ein 15 Stunden langes Tutorial ungefähr. Und du hast, wenn du das spielst, automatisch einen Ortswechsel. Aber die alte Karte, das musst du auch nicht sofort wissen oder kapieren, die bleibt erhalten. Und da passieren auch noch Dinge. Du kriegst dann irgendwann mal mit, ich hab grad eine Meldung bekommen, die bezieht sich auf die andere Karte, dass da ein Mitbewerber eine Insel besiedelt hat. Und du kannst es auch umschalten, dir das angucken, aber du musst dir erstmal nichts machen.

Du brauchst aber irgendwann unweigerlich für deine höheren Bevölkerungsstufen, es gibt bei Anno dieses Mal vier in Latium und zweimal drei, weil es die Kelten und die Romanisierten gibt, auf Albion.

Brauchst du irgendwann Güter aus der anderen Karte. Das wird ja auch gesagt, weil Anno hat schon immer dieses, du musst verschiedene Inseln besiedeln, weil nicht überall alles vorrätig ist. Und spätestens seit dem 1800, ich glaube aber auch schon seit dem 1704, hast du eben auch auf der Karte nicht immer alles, was du brauchst. Musst mit den Orientstädten handeln oder musst eben jetzt wie bei Anno 117 auf die andere Karte umschalten. Dann richtest du eine Handelsroute ein. Wenn die mal läuft, alles gut. Blöd wird es nur, wenn du zum Beispiel auf beiden Karten gleichzeitig baust. Das solltest du auf gar keinen Fall machen. Du solltest dann wechseln, wenn das alles läuft und Geld reinkommt und alles ist gut. Und dann musst du nämlich nur wechseln, wenn mal ein Feuer ausbricht oder sowas. Und so funktioniert das im Prinzip. Du kannst mit einer kurzen Ladepause zwischen beiden Karten wechseln. Die sind verbunden, sind auch Tricks möglich. Hat mir zumindest der Hagen gesagt, der Haupttester bei uns bei Gamers Global.

Dass er teilweise seine Schiffe, die viel Arbeitskraft schlucken, in Latium gebaut hat und dann quasi rübergeschickt hat nach Albion, dann sind dort die Arbeitskraftkosten nicht angefallen. Also die hängen zusammen, aber du musst nicht ständig wechseln oder so. Okay, also man kommt damit ganz gut zurecht. Und dann Ägypten soll quasi als dritte Ebene noch dazukommen, um das noch komplexer zu machen? Ja, und wie gesagt, ich bräuchte das erst mal nicht. Wie sieht es bei dir aus, lieber Fabiano? Dritte Ebene mit Ägypten oder drittes Land, wird das zu viel des Guten?

Ich meine, ich freue mich riesig darauf. Ich mochte das ja auch bei Anno 1800 schon. Ich war ja einer von den Verrückten, die wirklich dann die Arktis aktiv hatten und En Besa aktiv hatten und dann traurig waren, dass sie dann, glaube ich, ab Jahr drei.

Also ab dem dritten Season Pass gesagt haben, ey, wir machen keine neue Session mehr, das wird zu viel, das schafft ihr nicht mehr alles. Und ich dachte, ach, ich hätte so gerne noch irgendwie was Asiatisches oder so gesehen. Da gab es ja auch einen großen Mod für. Also ich liebe es, immer mehr Sessions zu haben. Auch ich werde da irgendwann überfordert, aber zum Beispiel im Koop ist das mega cool. Man kann ja auch Anno sehr cool kooperativ spielen, wo andere Leute gleichzeitig dieselbe Fraktion spielen. Und dann ist das so fantastisch mit so einer großen Welt und die ganzen Regionen arbeiten füreinander. Und es kommen Waren aus aller Welt herangekarrt. Ich liebe das. Ich liebe mehr Waren. Da gehe ich voll drauf. Ich mag es wirklich kompliziert, auch wenn ich es manchmal wirklich selber gar nicht mehr handeln kann. Ähm, äh, ich will aber dazu noch sagen, sie haben ja bei 117, jetzt ist ja auch die, quasi eine Neuerung, im Vergleich zu 1800, dass die einzelnen Regionen autarker sind als vorher. Also man kann ja, wenn man will, einfach nur in Albion spielen. Und dann siehst du alles, was es in Albion gibt. Das Einzige, was dir dann entgeht, sind quasi, weil ich ja gesagt hab, es gibt optionale Ressourcen, ähm, und, ähm, Manche brauchst du dann halt eben aus Latium. Wenn du aber sagst, ach mir reicht es, wenn ich die Bewohner so halb glücklich gemacht habe und aufstufen kann. Halb glücklich ist schon gut genug.

Dann kannst du halt sagen, ich will quasi jetzt statt ein Römeraufbauspiel einfach nur ein Keltenaufbauspiel machen. Dann gehst du nach Albion und baust da quasi nur keltische Dörfer und wenn du die Bewohner aufstufst, wählst du den keltischen Weg und dann hast du halt ein keltisches Aufbauspiel. Und das wird ja bei den DLC-Regionen dann auch so sein. Also wenn Ägypten dann kommt, kann ich ja coolerweise einfach sagen, weißt du was, das ist mir jetzt zu viel, ich baue das gar nicht in mein Endlosspiel ein, ich beginne eine Partie direkt in Ägypten und spiele einfach nur quasi Pharao.

Anno Pharao. Und das ist halt, finde ich, smart gemacht. Und das ist ja auch der Hauptgrund, warum sie Anno 117 jetzt so offen gestaltet haben. Einmal, weil Entscheidungen cool sind, aber auch mit dem Hintergedanken, ey, wir hatten irgendwann einen Deckel bei Anno 1800, der uns blockiert hat, was wir noch einbauen können, weil das Spiel integral so gebaut war, dass alles miteinander verzarrt sein musste. Und jetzt sagen sie, wir brechen das auf, damit wir quasi unendlich viele Regionen einbauen können. Also so viele Regionen, wie es im Römischen Reich gab, so viele DLC-Gebiete sind theoretisch möglich, weil sie halt nicht mehr alles verzahnen müssen. Man wird es wahrscheinlich optional verzahnen. Also ich fände es blöd, wenn die DLC-Regionen dann komplett autark wären und ich keine Ressourcen mehr nach Latium, ich wollte gerade die alte Welt sagen, nach Latium verschiffen darf, sondern ich will ja, wenn Ägypten da ist, trotzdem immer noch die Verzahnung haben. Und das werden sie, glaube ich, auch machen. Das heißt, man hat da wieder einfach das Beste aus beiden Welten. Man hat die Verzahnung, aber wer da keine Lust drauf hat, kann auch nur in Albion, nur in Latium oder dann nur Ägypten spielen. Und das ist, finde ich, sehr, sehr cool gemacht.

Wir sehen ja gerade hier auch ein bisschen was aus der Albion-Region. Kelten und Römer, für dich als geschichtsaffinen Menschen, passt das zusammen, lieber Jörg? Was ist da deine Sicht der Dinge mit dem historischen Anspruch, den man da vielleicht haben könnte?

Naja, also erstmal, die Römer waren nicht nur deswegen so erfolgreich, weil sie tolle Militärtaktiken hatten. Die waren vor allem erfolgreich, weil sie sehr integrativ waren. Also wer kooperiert hat, der konnte es zu was bringen. Ja, und wer nicht, der wird halt umgebracht. Da haben sie auch nichts gekannt. Und insoweit ist dieses Szenario und auch das Spannungsfeld der Romanisierung gegen die Tradition sicherlich da. Und es gab ja tatsächlich auch, also die Römer wollten, dass es nicht so mit den Traditionen von anderen Völkern, die wollten, dass die romanisiert werden. Und dann haben sie halt auch Dörfer niedergebrannt und so weiter. Das ist ja im Ansatz drin, aber natürlich sehr weichgespült. Also man sollte Anno 117 jetzt nicht als Gefichtsstunde nehmen. Also es ist vieles unglaublich toll und detailliert, die Gebäude und so. Gut, ob da überall dann Konfetti und Blüten flogen bei Festen? Wahrscheinlich schon, ich war nicht dabei. Aber das passt schon halbwegs. Oder wie die Schiffe aussehen und so weiter. Aber ja, also allein, dass man eine Praetorin wählen kann, ist sowas von unhistorisch. Da würden jetzt alle Römer aus dem Grab aufspringen und sich beschweren.

Es ist historisierend und es macht mir auch viel Spaß deswegen. Aber man sollte jetzt nicht zu große Ansprüche daran stellen, was da jetzt im Einzelnen passiert. Man bekommt jetzt keine Geschichtsstunde geliefert. Nee, es ist ja völlig losgelöst. Also es werden aber auch keine historischen Ereignisse dann irgendwie in dem Spiel verwurstet? Meines Wissens nicht. Also vielleicht indirekt, dass es halt Aufstände gab, der Kelten, der Gallier und wo auch immer. Aber ich wüsste jetzt nirgends, dass da mal, wie es jetzt zum Beispiel die Paradox-Spiele machen bei Europa Universalis und so weiter, dass da ganz konkrete historische Events kämen. Was ich übrigens super spannend fände, aber das ist überhaupt nicht drin. Du hast ja vorhin sehr viel auch über die Siedler gesprochen. Deswegen mal einfach ganz konkrete Frage an dich. Was hast du lieber gespielt, Siedler oder Arno? Und damals, wo waren wir denn da bei Siedler 1998? Siedler 3 war da, glaube ich, schon draußen.

Also ehrlicherweise ist da meine Siedlerliebe, war eigentlich Siedler 1 und 2. Das muss ich sagen. Vielen, vielen Siedler-Fans. Und dann ist sie etwas erkalter, dann kam sie durchaus auch wieder. Und heute muss ich sagen, ja, schauen wir mal, was Ubisoft draus macht. Ich habe jetzt auf der Amiga 40 gerade den Thomas Heuser und Thomas Friedmann getroffen von Fanatics. Und die wollen wohl wieder ein Spiel machen auf der Basis von Siedler 2, also auch Back to the Roots. Kann man ja mal gucken, was da passiert. Die haben ja auch immer wieder mit Ubisoft zusammengearbeitet, mit Blue Byte. Vielleicht kommt da was. Aber gerade ist meine Liebe jetzt eher auf Sparflamme. Ich bin jetzt nicht der größte Siedler, moderne Siedler-Fan der Weltgeschichte. Meinst du, da kann überhaupt ein Comeback gelingen? Weil ich meine, da gab es ja schon viele Versuche, die Siedler wieder zurückzubringen. Ich weiß noch, Siedler 5 damals. Und da waren sehr viele Leute sehr entzürnt, weil es viel mehr Richtung Echtzeitstrategie ging. Genau. Und so, denkst du, das ist überhaupt noch möglich oder ist das verbrannte Erde? Naja, es gibt ja gerade, kommt in wenigen Wochen raus, das Set das auf Patagonia vom eigentlichen Siedler-Erfinder. Das geht schon in die Richtung, auch wenn es neue Elemente hat. Und wie gesagt, also sagt niemals nie, warum nicht ein Siedler 2 Remake zum Beispiel und nicht nur eine 10th oder 20th Year Anniversary.

Fabiana, siehst du das ähnlich? Glaubst du, wir werden in Zukunft auch nochmal die Siedler sehen? oder hat es sich ausgewuselt?

Boah, superschwer. Also ich glaub nicht so wirklich daran, dass Ubisoft sich demnächst nochmal an Siedler wagt, außer, wie ja, wie eben gesagt, da den Retro-Zug nochmal ein bisschen durchs Dorf zu treiben. Aber die haben sich ja so krass verbrannt mit neuen Allianzen an Siedler, dass ich glaub, das ist erstmal fertig. Aber wir haben ja die Alternativen, wie Jörg sagt. Also es gibt ganz viele Möglichkeiten, in irgendeiner Form Siedler zu genießen, wenn man das möchte. Und ich denk, das ist auch so cool. Also ich meine, am Ende steht halt einfach nur Siedler drauf. Ob er jetzt auf Siedlerpackung steht oder Pioneers of Pagonia, ist glaube ich am Ende des Tages egal, solange die Spiele Spaß machen. So, ich möchte mal eine Frage aus der Community aufgreifen. Und zwar fragt Felnani, bietet Anno117 zurzeit wirkliche Herausforderungen, insbesondere nicht militärische? Wie sieht es da aus, lieber Fabiano?

Richtige Herausforderungen? Also auf jeden Fall, ja. Also ich sag mal so, wenn man sagt, man will es richtig knackig haben, dann schaltet man wirklich halt die stärksten KI-Gegner ein, die man finden kann. Die sind relativ... In dem Sinne, dass sie mir zumindest keinen Krieg erklärt haben. Also selbst der stärkste KI-Gegner. Ja, die hatten wohl Angst. Ja, ich hab zu viele Türme gebaut. Aber was die machen, ist super aggressiv Inseln besiedeln. Also das kann halt wirklich sein, dass du dann loslegst und in einer halben Stunde hat der einfach die ganze Insel eingefärbt, also die ganze Map eingefärbt. Das ist herausfordernd. Und wenn du halt die Schwierigkeitsgrade, von denen ich vorhin gesprochen habe, in den Optionen richtig hochdrehst, dass die Wirtschaft halt richtig knifflig ist, dann musst du schon wirklich gucken, dass du da clever baust und auch den Platz ausnutzt auf deinen Inseln. Also du kannst Anno 117 so schwer machen, dass du schon dir jeden Schritt ganz genau überlegen musst, um da Erfolg zu haben. Und das ist dann auch fordernd abseits von Militär. Also ich würde sagen, Herausforderung einfach von Beginn an, den Warenkonsum hoch, Steuern hoch Unterhaltskosten vor allem hoch und dann hast du da eine Herausforderung.

Fabiano, wir haben ja schon gemerkt, Jörg, du spielst eher gern mit dem Militär. Du bist da auch so ein bisschen als Schlachtenbummler unterwegs. Wie ist es bei dir, Fabiano? Bist du eher friedlich oder greifst du auch mal zur Armee? Und warum? Also eigentlich eher friedlich, aber ich muss sagen, A917 hat mich so überzeugt mit seinem Militärsystem. Ich liebe ja Total War und das ist halt so eine kleine Variante davon. Also man sollte jetzt nicht die komplette Komplexität einer Total War Schlacht erwarten, aber es ist so ein bisschen Total War Light und das hat mich doch angefixt, muss ich sagen. Also ich habe erst gar keinen Bock auf den Militärpart gehabt, dann habe ich ihn ausprobiert, hatte echt Spaß mit den Schlachten und jetzt bin ich gerade dabei, eine neue Runde zu starten, wo ich mehr auf Militär gehen möchte, weil ich mehr von diesen Schlachten sehen will. Ich finde die richtig cool. Siehst du das ähnlich, diese Total-War-Anleihe? Weil ich weiß, du magst auch die Total-War-Serie ganz gerne und so. Ist das auch etwas, wo du sagst, da hat die Serie jetzt einen größeren Sprung nach vorne gemacht? Nein. Also zuerst wundere ich mich über Fabiano, der so viel besser spielen muss als ich, um sich überhaupt mehr als acht Kampfeinheiten leisten zu können.

Das demütigt mich ein bisschen. Ich versuche jetzt irgendwie mit dieser neuen Realität mich anzufreunden. Es gibt einen Trick, Jörg, für die Arbeitskraft, weil du ja anscheinend da Probleme mit hast. Alle Schiffe und ich glaube auch alle Militäreinheiten haben die Möglichkeit, dass du einstellen kannst, dass sie von einer anderen Insel Arbeitskraft beziehen. Das heißt, du kannst einfach in die Einheiten gehen und dann kannst du das besser auf alle Inseln verteilen. So habe ich das gemanagt. Was mir der Hagen geraten hat, der Haupttester bei uns. Okay, sehr gut. Nee, aber was ich sagen möchte zu dem Nein, also Total War liebe ich und ich finde tatsächlich die Warhammer Total Wars richtig klasse und auch das Neueste, das ja ein bisschen umstritten ist, die haben da echt eine tolle Formel mittlerweile entwickelt, aber bei Anno muss man schon sagen, dass das Militär so ein bisschen Zugabe ist, also dass es nicht... Das Highlight des Spiels. Also Highlights sind die Spielsysteme, die die Bevölkerung schichten, dass die Gebäude jetzt so Radien haben, wo sie ihre Wirkungen entfalten, was auch dazu führt, dass du nicht gar so monolithische Blöcke aus hier ist die Industrie, da sind die Bewohnerbaus, dass es organischer wirkt. Alles wunderbar. Das Militär ist für mich schön, weil ich da einen Grund habe, auf was hinzubauen. Aber ich finde, was da passiert dann in den Gefechten, ist eher so auf dem Niveau von einer Schülerfußballmannschaft. Alle auf den Ball.

Und was man gerade vielleicht sogar sieht, ist, du solltest als Spieler immer in Strandnähe kämpfen. Dann schickst du eins, zwei billige Verbände vor, ziehst die, wenn sie sich das gefallen lassen, fast immer tun sie das. Ziehst die Verteidiger raus an den Strand und da gibst du ihnen dann mit Bogenschützen, mit deiner kompletten Flotte innerhalb von Sekunden quasi einen Grund, in ihr jeweiliges Himmelsreich aufzusteigen. Das habe ich schon gehört, dass gerade die Bogenschützen und die Kämpfer vom Schiff aus recht mächtig sein sollen. Denkt ihr, das wird eventuell in Zukunft noch angepasst, dass man da vielleicht am Balancing noch ein bisschen feilt?

Schwierig, weil das, was Jörg gesagt hat, stimmt schon. Das ist eher so ein KI-Problem, dass die sich halt sehr leicht rauslocken lässt eben. Also eigentlich müsste sie ja vor allem die Villa verteidigen. Aber sie kommt dann halt rausgelaufen und lässt sich am Strand oft abknallen. Und was er sagt, ist natürlich auch richtig. Das ist kein Total War-Ersatz, das wollte ich auch gar nicht sagen. Aber gemessen daran, was wir an Krieg bisher in Anno hatten, finde ich es sehr gelungen. Definitiv, da ist mehr dahinter, ja. Aber ich meine, vielleicht finden sie noch Wege, solche Sachen ein bisschen zu entschärfen. Wir sind ja sehr voll des Lobes hier gerade. Natürlich, so kleinere Mankos angesprochen, jetzt hier auch gerade beim Militär. Es ist eher Kampfleid, wenn man so will. Eine Sache, über die wir gestern auch gesprochen haben, ist natürlich auch die Kampagne. Wie zufrieden seid ihr denn mit der Kampagne?

Braucht ein Anno eine Kampagne oder ist das eher so ein kleiner Bonus? Na, wenn man sich jetzt an die Anno-Hardcore-Fangruppe anbiedern möchte, dann sagt man natürlich, Kampagne ist für ein... Dummerweise habe ich die Meinung aber auch tatsächlich. Also es ist ein Tutorial, es ist ein gutes Tutorial, aber ich finde sie nicht so gut. Also mich schrecken diese ID-Di-Charaktere ab. Keiner ist so richtig böse. Selbst der fiese Kaiser nicht. Die Gegner sind ja eigentlich auch nette Menschen und es ist immer so ein Streben nach Harmonie und Verständnis. Du willst mehr Zwietracht? Ich will mehr Zwietracht, ich will mehr Game of Thrones, ich mag da richtig fiese Halunken, die Dörfer abschlachten, aber das krieg ich halt nicht. Siehst du das ähnlich so Fabiano, dass es ein bisschen zu lieb und brav ist?

Also mich stört das nicht. Ich finde, das ist einfach Teil der Anno-DNA. Ich meine, das ist halt das Ding, eigentlich haben sie ja einen Schurken in diesem Spiel. Es gibt ja diesen, einen Piraten in Latium, der da in seiner Festung hockt und wo sie am Anfang sagen, ah, das ist der Schurke, der hier seine Sklaven nicht gut behandelt und der entführt römische Bürger und versklavt die dann. Also die bauen den richtig als Schurken auf. Mein Problem ist eher, dass die Kampagne das nicht bis zu Ende führt. Also der Anfang, ich finde den Anfang sehr interessant von der Kampagne. Und da sind auch ein paar coole Themen drin und coole Charaktere. Ausdreht halt irgendwann einfach ab. Genau, wie bei Anno 1800 halt auch. Sie sagen halt irgendwann, ja, jetzt irgendwie ist auch vorbei. Also ich baue das Amphitheater, dann wirst du glücklich. Und das ist super schade, weil ich fand, die Story fängt cool an. Ich hätte davon gerne mehr gesehen. Anno braucht keine Kampagne, weil du das ja auch gefragt hast. Anno hatte nur schon mal coole Kampagnen. Also die Kampagne von 1404 war cool.

Heiko schwärmt ja auch immer von der Kampagne von 1701. Hier, Fluch des Drachen, kann Heiko den ganzen Tag von schwärmen. Habe ich leider nicht groß gespielt. Aber es gab schon coole Kampagnen in Anno. Und der Anfang von 117 ist cool. Wenn das die ganze Kampagne gewesen wäre, hätte ich das mega gefunden. Und ich finde ja sogar, dass es gar kein so geiles Tutorial ist, aus dem einfachen Grund, dass es ja sein Tutorial gar nicht bis zu Ende führt. Also die Kampagne hört ja auf, wenn man nach Latium zurückkehrt und zu dem Zeitpunkt hast du, ich glaube, zwei oder drei Bevölkerungsstufen gebaut. Dann fehlen dir noch die vierte, fehlt dir komplett.

Das Colosseum fehlt dir komplett. Tiefer gehende Mechaniken wie Spezialisten, Aquädukte, Handelsrouten, wird alles sehr oberflächlich abgehandelt. Sie haben sehr gute Ingame-Erklärungen. Also bei fast allen Menüs hast du links so ein I, da kannst du draufklicken und das erklärt dir dann die Mechanik sehr gut. Aber das ist noch was anderes als so eine geführte, coole, Story-lastige Einführung in das Spiel, wo du halt wirklich auch mit Abschnitten konfrontiert wirst und jedes Mal quasi ein Story-Ziel hast, was dann besteht, dass du die Mechanik auch wirklich meistern musst und nicht einfach nur nachgelesen hast, wie sie funktioniert. Das war ja bei Anno 1404 so, dass jedes Kapitel eine neue Mechanik eingeführt hat und du dann am Ende den Kaiserdom gebaut hast und alles Mögliche. Und das fehlt mir schon. Ich finde, sie machen es halt. Also wenn sie damit anfangen, dass sie sagen, wir haben eine Story-Kampagne, Und sagen, wir haben das Commitment, das zu machen, dann macht es aber auch. Also wenn ihr sagt, es ist so egal, dass wir es nur zur Hälfte entwickeln, dann würde ich auch sagen, dann lasst es gleich ganz bleiben. Aber sie haben es trotzdem drin und daran muss man sie dann eben auch bemessen, wenn die Kampagne dann nach der Hälfte einfach absäuft.

Jetzt habe ich hier einen Kommentar aus dem Chat und zwar sagt Privateer, klingt nach Copy-Paste von Anno 1800 und hinten raus geht die Puste aus. Das ist ja schon ein relativ hartes Statement. Würdet ihr sagen, dass das der Wahrheit entspricht oder dass das ferner nicht sein kann? Bei der Kampagne stimmt das. Es ist exakt dasselbe Problem wie bei Anno 1800.

Ich glaube, Anno 1800 war sogar noch weniger abrupt, ehrlich gesagt, als bei 117. 117 schon super abrupt. Und das finde ich sehr schade. Es ist exakt dasselbe Problem bei Anno 1800, aber Anno 117 generell ist kein Copy-Paste von Anno 1800. Also das Spiel an sich hat sehr viele coole Neuerungen und ist nicht einfach nur ein Asset-Flip mit Römer anstatt Industrialisierung.

Wie viel von dem Spiel wird denn durch das Setting getragen, durch dieses Rom? Ich meine, das ist natürlich schon ein großer Appeal für jemanden da draußen. Ist das auch spielerisch so gut integriert, dass man sagt, ja, das passt wie die Faust aufs Auge? Sie haben sich schon wirklich Mühe gegeben. Es gibt ja auch diese PR-Geschichten von dem, was war es für ein Tempel, was für eine Gottheit im Firmengebäude in Mainz und so. Also gerade die Götter machen schon eine Auswirkung. Also A, geben sie dir einen Bonus für deine ganze Insel. B, kann es dir passieren, dass halt einer der freundlichen Cartoon-Mitbewerber doch so intolerant ist, wenn du den falschen Gott anbetest oder der Kaiser, dass er dir deswegen die Daumenschrauben anzieht oder dir den Krieg erklärt sogar. Das haben sie, finde ich, ganz gut eingebaut. Ebenso die Aquädukte, die dann auch noch mal dazu führen, dass du deine wunderbar gebaute Stadt noch mal komplett umkrempeln kannst, um die auch dorthin zu bekommen, wo du sie haben willst. Also ich finde, sie haben es schon gut gemacht. Wie gesagt, historisch ist das nicht, aber es ist historisierend. Und für mich persönlich, bei Anno, als ich gemerkt habe, Und nach der ersten Stunde oder anderthalb habe ich mich irgendwie in eine Sackgasse gebaut.

Da hat mich halt das Szenario nicht so interessiert, dass ich dran geblieben wäre. Ich habe schon länger als anderthalb Stunden gespielt, aber ich habe das nie wirklich sehr lange gespielt. Und jetzt bei Anno bin ich dran geblieben mit der beschriebenen Arbeit der Todesspirale und habe mich da wieder rausgekämpft. Und wünscht mir halt jetzt, weil ich habe zwei Partien gespielt, dass ich nochmal komplett neu anfange mit dem, was ich mittlerweile halt gelernt habe. und es halt gleich richtig mache. Also für mich ist es auf jeden Fall ein großer Pluspunkt und ich finde, es steckt auch genügend antikes Rom in den Spielsystemen und natürlich sowieso in den Gebäuden drin. Okay. Ich habe gerade noch einen wunderbaren Kommentar, beziehungsweise eine Frage von Bacillus und der fragt, kann man sich auch seine eigene Karte bauen, um dabei zum Beispiel ausschließlich Land nehmen, ohne Wasser hinzuzufügen? Könnt ihr diese Frage beantworten?

Was meint der ohne Wasser? Einfach kein Meer zwischen den Inseln, weil das geht nicht. Du hast immer, immer, du kannst die Inselgenerierung, ja genau, du hast halt wie bei den meisten Anrufs am Anfang kannst du halt sagen, ich will ein Archipel oder ich will so eine Multiplayer-Karte, wo alle Inseln eher in den Ecken sind, solche Möglichkeiten hast. Du kannst sagen, ich will viele große Inseln, ich will nur kleine Inseln, aber du kannst nicht das Wasser entfernen aus dem Spiel oder die Flüsse, weil die sind spielentscheidend. Du kannst höchstens noch, was wollte ich gerade sagen, die...

Deshalb stehe ich auf dem Schlauch. Irgendwas wollte ich gerade noch sagen zu der Inselgenerierung. Wie sieht es denn mit Flüssen auf der Insel aus und so weiter und so fort? Ist das auch etwas, was wichtig ist, dass man quasi nicht ausschalten kann? Ja, die brauchst du. Das ist ja ganz cool. Man braucht jetzt zum Beispiel für Lehm. Es ist sehr wichtig, dass man eben fließendes Wasser hat, weil da wird halt Lehm generiert und so weiter. Und das funktioniert halt dann einfach nicht ohne. Ja, also jetzt die Flusslots, das finde ich gut. Ich kann die Frage verstehen, weil natürlich bei einem Civilization oder so konntest du dann schon so rein kontinentale Maps machen, aber bei Anno, also es hat schon Grund, dass da immer ein Segelschiff auf dem Cover ist, also, oder du auf einem stehst auf dem Cover, also das ist schon, die Pfiffe spielen immer eine Rolle, allein wegen den ganzen Handelsrouten. Ja, okay, wir haben gerade so ein bisschen festgestellt, die Kampagne, ja, da gab es keine wirkliche Verbesserung im Vergleich zu einem Anno 1800, sie ist relativ abrupt, sie ist mehr so ein Tutorial in dem Sinne, man lernt so ein bisschen, aber auch als Tutorial nicht ganz zufriedenstellend. Aber was gab es denn jetzt noch, was wirklich hat oder verbessert hätte werden müssen von anno 1800 jetzt zu 117? Was waren denn da eventuell Mängel, die man da vorher gesehen hat bei 1800, die jetzt hier nicht mehr so da sind, beziehungsweise die verbessert wurden?

Da muss ich an Fabiano abgeben, weil ich habe 1800 nicht so lange gespielt. Fabiano, hast du da so ein bisschen Einblick da, wo du denkst, ja, da haben sie wirklich was gepackt, was vielleicht bei 1800 nicht so gut war, was sie jetzt hier besser gemacht haben? Also was auf jeden Fall cool ist, dass sie viele Sachen beibehalten haben, die Arno 1800 erst später bekommen hat. Also Arno 1800 hatte ja, als es rauskam, kein Statistikbildschirm zum Beispiel. Kompletter Humbug. den haben sie dann irgendwann nachgereicht und der ist jetzt halt von Anfang an drin wenn auch ein bisschen entschlackt hatte ich das Gefühl ich glaube da fehlen ein paar Tabs die man früher bei 1800 hatte, und was ich ja auch ganz cool finde, dass sie.

Diese Item-Geschichte ein bisschen gestreamlined haben, also bei 1800 hattest du ja noch die Mechaniken mit dem, mit diesen Handelshäusern und noch Hafengebäuden in die du Items einsetzen konntest und die waren teilweise etwas wonky ausbalanciert. Da gab es halt extrem mächtige Items, die komplett die Wirtschaft einfach in die Stratosphäre geschossen haben. Und es war sehr viel Sammelei. Später kam auch noch mit einem DLC so ein Schiff dazu für Unterwasser-Items, die du einsammeln konntest. Es war alles sehr, sehr viel so ein Item-Kram. Ich mochte an 1800 die, Die Zoo-Items und die Museums-Items, weil die auch cool auf der Karte dann aufgetaucht sind und ich fand die im Endgame motivierend, die zu bekommen, um halt die Zoo-Sets zu vervollständigen. Das hat mir Spaß gemacht. Weniger mochte ich eben diese ganzen kleinen Objekte, also ein Motor oder so etwas. Das hat mich nicht so gereizt. Und das haben sie jetzt als Spezialisten zusammengefasst und etwas vereinfacht, dass du eben die Villa hast, wo die reinkommen und dann so Gästehäuser, wo die auch reinkommen. Und die Spezialisten an sich buffen auch seltener sehr spezifisch nur ein Gebäude oder so auf der Insel, sondern wirken sich meistens auf ganze Produktionsketten aus. Das ist, finde ich, ein Bereich, den sie sehr clever vereinfacht haben und besser gemacht haben und schöner gemacht haben.

Und es sieht schöner aus, muss man sagen. Das sieht schöner aus. Das Spiel kommt ja auch auf Konsole raus. Und da denke ich mir immer so persönlich, als jemand, der auch früher sehr viel am PC gespielt hat und so und mittlerweile mehr im Konsolenlager ist. Ich kenne beide Plattformen und ich weiß immer nicht, inwiefern sowas Sinn macht auf einer Konsole. Wie ist denn da eure persönliche Meinung zu? Weil Maus und Tastatur ist schon ein sehr anderes Eingabemittel und bietet sehr viele andere Möglichkeiten als ein Gamepad. Habt ihr von Anno 117 schon die Konsolenfassung irgendwie sehen können, anzocken können? Und wie steht ihr generell zu diesem Art von Genre auf der Konsole?

Ähm, ich hab ein Key für die PS5-Version. Ich hab den noch nicht benutzt. Ich habe 117 mit dem Controller kurz am PC gespielt und ich hab Anno 1800 kurz an der Playstation gespielt. Ist nicht so meins. Also mir fehlt da die Geschwindigkeit, weil es sich irgendwie träge spielt. Mir wird ja auch oft gesagt, Martin Deppe sagt immer, wenn er mir beim Anno-Spielen zukriegt, kriegt er einen Schleudertrauma, weil ich sehr viel über die Inseln husche. Und das geht irgendwie mit dem Controller nicht so gut. Deswegen finde ich das einfach ein bisschen zu schwerfällig. Aber es funktioniert. Das ist ja die Meisterleistung, dass sie das wirklich gut hingekriegt haben, für Anno 1800 eine funktionierende Konsolenversion zu erschaffen. Und ich schätze mal, die für 117 wird jetzt auch wieder solide sein. Aber ich habe es noch nicht ausprobiert. Deswegen nehmt mich da nicht beim Wort. Und gerade was die Technik angeht, die ist ja auch auf dem PC recht anspruchsvoll.

Ähm, und was man auch sagen muss, ich glaube, wir verdanken ja sogar der Konsolenversion von Anno 1800 eines der unterschätzten, coolen, kleinen, neuen Features, auch noch eine Besserung, die sie jetzt drin haben, ähm, dass man beim Straßenbau jetzt quasi auf die Gebäude oder auf die Gebäudeblocks draufklicken kann und dann sofort alles umrundet wird. Und das gab es, glaube ich, wenn ich mich richtig erinnere, gab es das zum ersten Mal in der Konsolen-Version von Anno 1800. Und das haben sie jetzt direkt auch auf die PC-Version von 117 übertragen. Und das ist cool. Also da hat sich dann die Konsolen-Version schon gelohnt.

Wie stehst du generell dazu, diese Art von Spiel auf einer Konsole oder mit Gamepad? Ich bewundere jeden, der es damit spielt.

Gib mir bitte Mausentastatur. Ja, kann ich nachvollziehen. Wie du sagst, das Scrollen. Dann hast du ja wahnsinnig viel so Fitzelmist. Also ich bin ja jemand, der zwanghaft in der Spülmaschine die Messer neben die Messer legt und die Gabeln gegen die Gabeln und das muss seine Ordnung haben. Und bei Anno bin ich jemand, der, wenn er so ein kleines Tal sieht und da ist noch ein kleines Fitzelchenland, dann will ich meine zwölf Gebäude so umkonfigurieren, dass noch ein 13. Reinpasst. Und diese ganze Friemelade kostet mich unglaublich viel Zeit. Aber das ist nicht mit einer Maus machen zu können, wo ich genau auf eine Stelle, ja, es geht bestimmt, aber ich muss das nicht ausprobieren. Ja, ich kann mich noch dran erinnern. Ich hab damals SimCity auf dem Super Nintendo auch mal probiert. Es ging schon, aber für mich damals als PC-Spieler war das trotzdem irgendwie, ich hab mich wie in so einem Käfig gefühlt, der so eingesperrt ist und sich nicht so richtig bewegen kann, weil man, ich hatte mich einfach eingeschränkt gefühlt in diese ganzen Bewegungsfreiheit. Es funktioniert dann schon, wenn man's auch anders nicht kennt und so, dann kriegt man das schon hin. Aber ich find, du hast vollkommen recht, Fabiano, dieses Feature, wo man dann einfach den Häuserblock doppelklickt und dann wird das schön umrundet mit den Straßen, das ist echt einfach nice. Also das ist wirklich, find ich, ein smartes kleines Ding, das innerhalb des Spiels auch einfach Sinn macht. Hat mir auch richtig Spaß gemacht.

Wir haben noch eine Sache aus dem Chat, habe ich gesehen, und zwar Expeditionen. Die sind ja wohl in Anno 117 so nicht drin. Weiß man da schon, ob die irgendwie wieder zurückkommen werden?

Ich bezweifle es, ehrlich gesagt. Ich glaube, das haben sie vor allem auch rausgenommen, weil das eben nicht zum Setting so richtig passt. Also das war eben ein Feature, was sie für 1800 hatten, womit sie eben diesen Aufbruchgedanken und die Abenteuerreisevorstellungen aus dem Jahrhundert abbilden wollten, dass es 1800 gab. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es für 117 machen. Was sie stattdessen haben, sind manchmal so Bewohnerereignisse, dass irgendwie eine Quest aufploppt und dein Berater sagt, oh, sie müssen eine Entscheidung für ihr Dorf fällen und dann hast du irgendwie fünf Antwortmöglichkeiten, die du geben kannst, aber das ist nicht wirklich ein Ersatz für die Expedition. Weil nicht jeder mochte die Expedition. Ich fand sie vor allem cool, weil ich habe ja gerade eben schon gesagt, ich wollte gerne mein Zoo vervollständigen. Deswegen mochte ich die Expedition. Sie fehlen mir als Spielmechanik jetzt nicht, auch wenn mir der Zoo an sich fehlt. Und der wird, glaube ich, auch nicht mehr kommen.

Im Chat wurde gerade noch gesagt, hier, Maus und Tastatur lassen sich an Konsolen anschließen. Ist durchaus möglich, das auf Konsole so zu spielen. Das stimmt natürlich, aber davon würde ich ausgehen, das macht vielleicht ein ganz, ganz kleiner Bruchteil der Leute, weil es ist ja mit Maus und Tastatur nicht getan. Wenn man auf der Couch zocken will, Da muss man ja auch noch irgendwie ein Hilfsgerät oder so ein kleines Tischchen haben, um das zu nutzen. Also das ist, ja, es ist möglich, aber das ist schon eher sehr, sehr exotisch in dem Bereich. Lass uns vielleicht noch ein bisschen über die Zukunft von Anno reden.

Wie wird es denn jetzt hier weitergehen? Wir haben gerade schon gesagt, Gipsen wird kommen. Weiß man schon, wann das kommt, lieber Fabiano?

Die DLCs? Ja. Also die kommen auf jeden Fall nächstes Jahr. Es werden drei Stück geben. Es wird nächstes Jahr, schätze ich, drei Stück geben. Ich glaube, dass sie alle nächstes Jahr kommen. Und die klingen auch cool. Also die erste wird wieder so eine Mega-Insel wie bei 1800 mit einem Vulkan. Diesmal. Keine Ahnung, was der anrichtet. Aber es soll die größte Insel sein, die es jemals gab. Zwietracht sehen. Vielleicht das, was du dir wünschst. Man kann ja mal in die Gefichte verordnen, Vesuv und so. Ja, mit Feuer und Vulkan kennen die Römer sich ja gut aus. Dann kommt das Hypothrom, also der Circus Maximus als neues Weltwunder und dann wahrscheinlich gegen Ende des Jahres würde ich vermuten, also in einem Jahr ungefähr würde ich mit Ägypten rechnen als neue Provinz.

Gibt es für dich irgendwie geschichtlich eine Periode oder eine Zeit, die du bei Anno gerne sehen würdest, die noch nicht umgesetzt wurde oder auch Region? Naja, das Problem hat ja jetzt Ubisoft und die Macher. Und ich würde viel Geld nehmen, wenn ich da die geniale Idee hätte, weil es wird langsam eng. Sie haben natürlich noch beliebig viele Zahlen mit Quersumme 9. Aber so wirklich dediziert andere geschichtliche Epochen, die auch als Spiel Spaß machen. Ich meine, wer will bei der Schwarzen Pest so gucken, wie einfach seine Leute verrecken, das macht ja keine Ahnung. Moment, du bist Mr. Zwietracht. Eben wolltest du lauter Bösen. Die Intrigen und die arme Bevölkerung, die soll gedeihen. Gegen die hab ich nix, aber ich möchte mal ein bisschen mehr Pepp haben bei diesen NPCs. Also das wird langsam schwierig. Also sie können natürlich noch weiter zurückgehen. Anno ist ja das Älteste jetzt, ganz klar.

In die Zukunft, die beiden Spiele, habe ich ehrlich gesagt, nach dem Anspielen ignoriert. Also nicht meins. Ja, also es wird schwierig. Klar, so, ja, was könnte man denn noch machen? Spätantike, ja, Frühmittelalter. Ja, genau, gestern wurde viel gesagt, Mittelalter, so richtig mit Ritter und Burgen. Das fehlt noch ein bisschen. Ich glaube, das ist tatsächlich das Letzte, was noch Spaß macht, weil jetzt in die Moderne gehen, würde mich da nicht mehr so anmachen. Bist du da auch dabei im Mittelalter oder wünschst dir vielleicht was anderes? Weil eine andere Sache, die man vielleicht auch noch nicht so richtig gesehen hat, ist vielleicht im asiatischen Raum was. Ja, das stimmt.

Ich hätte ja mir sogar den asiatischen Raum noch als Provinz für Anno 1800 gewünscht. Das wäre cool gewesen.

1404 war ja eigentlich das Mittelalter Anno. Also das ist ja das Spätmittelalter schon. Und das ist ja die klassische Form des Mittelalters mit Ritter und Burgen. Und es gibt ja den Running Gag von Anno 1305, ist das, glaube ich, was sie mal fälschlicherweise oder halt als Scherz angekündigt haben. Und dann kam es nie raus. Also so eine hochmittelalterliche Version hätte ich auch noch möchtet. Ich mag halt das Mittelalter. Die können immer Anno im Mittelalter machen. Das würde ich feiern. Und was auch viele sagen, ist so Anno 900 oder so etwas. Und dann irgendwas mit Wikingern anstellen. Also das sind so Bereiche, die man noch hat. Ein Wikinger-Anno, ein Anno in einem ganz anderen Gebiet, wie du gesagt hast, in Asien, fände ich auch richtig cool. Also ich glaube, da gibt es schon viele Möglichkeiten. Moderne fände ich auch nicht so interessant. Ich bin da bei Jörgs. Sobald es irgendwie zu sehr in die Gegenwart oder die Zukunft rutscht, je mehr das passiert, umso weiter rutscht auch mein Interesse in den Keller. Im Chat sagt jemand, ein Fantasy-Anno, würde das Sinn machen oder würde das den Kern der Serie etwas verraten?

Reizt mich nicht so, ehrlich gesagt. Ich mag diese Pseudo-Historie von Anno. Deswegen mochte ich, das ist ja auch dumm, warum ich die Zukunfts-Annos nicht so mag, weil das ist mir halt einfach zu viel aus der Nase gezogen. Und das finde ich immer nicht so schön. Also Stronghold war ja auch schon lame, als es plötzlich mit Fantasy-Sachen angefangen hat. Deswegen bleibt ruhig historisch. Das ist das, was mir am meisten Spaß macht. Ja. Und ihr seid ja schon fake-historisch, also noch mehr Fantasy brauche ich da nicht drin. Übrigens, das könnte allerdings auch gegen den asiatischen Raum sprechen, weil ich habe es bei der ja auch von dir sehr geliebten Total War-Serie gemerkt, bei dem ja eigentlich sehr guten China-Teil, hier diesem Romance. Three Kingdoms. Ja, genau, Three Kingdoms. Nicht Romance of the Three Kingdoms, das ist ein ganz altes Strategiespiel.

Und wenn du plötzlich da Hunderte von Fraktionen hast, die du noch nie gehört hast und alle klingen so ähnlich, Dann wird es halt auch schwer. Und genauso bei einem Fantasy-Anno, da würden sie dann womöglich auch noch Handelswaren erfinden, wenn du da aber keine Beziehung zu hast. Dann geht es so ein bisschen historisch hin oder her. Aber du weißt, was ist Lehm. Du weißt, was ist Holz. Du weißt und so weiter. Und wenn sie dann nur so ein Fantasy-Setting machen, wo halt im Prinzip dann Ritter durch Greifenreiter ersetzt werden, wäre es irgendwie auch lahm. Aber wenn sie dann wirklich drangehen und neue Sachen erfinden und da noch eine Fraktion, die mir einfach überhaupt keinen Anknüpfungspunkt bieten, mein Fall wäre es eher nicht. Seht ihr die Gefahr, dass Anno sich als Serie selbst irgendwann überlebt? Also dass man irgendwann der Anno-Serie-Überdruss ist? Man kennt's ja, man sieht's ja so ein bisschen, dass es Ermüdungserscheinungen gibt. Sieht man zum Beispiel auch immer wieder mal im Zusammenhang mit Assassin's Creed, weil's zu oft dasselbe ist. Irgendwie seht ihr, dass das bei Anno ähnlich sein könnte oder glaubt ihr, dass die Serie davor gescheut ist?

Naja, wir reden von einer Serie, die jetzt seit wirklich vielen, vielen Jahren unterwegs ist, 98 bis heute. Ich rechte mal kurz nach, sind das 27 Jahre, um Gottes Willen, was für eine lange Zeit. Natürlich ist die Gefahr immer da, aber bislang und die Abstände sind jetzt auch nicht so knapp hintereinander. Anno 1800 kam, glaube ich, 2019 raus, wurde dann ja noch mit DLC sehr lange noch verändert und aktuell gehalten. Also in so einem Zeitraum traue ich den Machern auf jeden Fall zu, dass sie da eben nicht immer nur dasselbe machen. Was übrigens bei der Total War-Serie gerade passiert, da muss man so ein bisschen Angst drum haben, finde ich, wie es da weitergeht. Warhammer ist, glaube ich, auserzählt, wenigstens seit den Immortal Kingdoms. Und jetzt noch irgendwelche abseitigen Szenarien mit immer demselben System. Also mir fängt es an, öde zu werden. Und ich bin ein Riesenfan von der Serie. Bei Anno habe ich das noch nicht. Bin aber auch nicht ganz so Fanboy wie bei Total War. Also ich sehe da jetzt noch keine Anzeichen für. Würdest du dem zustimmen, lieber Fabiano?

Ja, 100 Prozent, das unterstreiche ich. Das ist genau mein Gefühl. Ich hab auch an Total War gedacht, lustigerweise. Weil Total War eben so ein Beispiel ist für eine Strategieserie, die halt eine verrückte Release-Druck hat. Also jedes Jahr fast, jedes anderthalb Jahre, kriegt man halt ein neues Total War. Wir haben ja jetzt gerade die größte Dürre mal seit, also ich glaub jemals, also so lang wie jetzt, haben wir noch nie auf ein neues Total War gewartet. Also hoffentlich machen die da gerade was richtig Gartes.

Und das ist bei Anno halt nicht so. Man hat natürlich die DLCs, aber ich finde jetzt auf 117 haben wir ausreichend gewartet. Ich war in der Stimmung für ein neues Anno. Ich werde, glaube ich, in fünf, sechs, sieben Jahren wieder in der Stimmung sein für ein neues Anno. Und solange sie es gut machen und solange sie neue Ideen reinbringen, wie jetzt hier eben auch bei 117, wo sie halt nicht einfach nur 1800 neu angestrichen haben, sondern neue coole Ideen reingebracht haben, ähm, Gerne immer weiter. Also gebt mir mehr Anno. Ich finde, das machen sie gerade genau richtig. Das ist exakt die Release-Frequenz, die ich brauche, um weiter interessiert zu bleiben an der Strategie-Serie. Ja, muss man auch dazu sagen. Du hast es gerade eben gesagt, das erste kam 98 raus. Wir haben jetzt 2025.

Also in der Zeit ist jetzt das achte Anno-Spiel, das rauskommt. Das ist jetzt auch nicht so wahnsinnig viel. Also da gab es andere Serien, die haben in der Zeit oder in kürzerer Zeit weitaus mehr Teile rausgebracht. Ich möchte mich ganz herzlich bei euch beiden bedanken, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Dir, lieber Fabiano, der gerade umgezogen ist. Schön, dass du die Zeit gefunden hast, heute remote zugeschaltet zu werden. Und dir natürlich, lieber Jörg Langer, dass du hier bei uns ins Studio gekommen bist, um ein wenig mit uns über Anno zu schnacken und deine Insights uns zu geben. Fände ich sehr, sehr nett von dir. Vielen, vielen Dank dafür. Mir hat es viel Spaß gemacht, danke. Ja, wenn ihr noch etwas mehr vom Jörg lesen wollt, dann holt euch die Retro-Gamer. Da gibt es schöne Artikel für Retro-Freunde. Und wenn ihr etwas mehr zu Anno lesen wollt, da gibt es das große Anno-Sonderheft von uns. 200 Seiten voll mit Strategien und allem Möglichen. Wenn ihr wissen wollt, wie es ausgeht, Poster ist auch am Start. Könnt ihr euch auch bestellen. Wäre sehr, sehr schön, wenn ihr euch das anschaut. Ja, das war es von diesem wunderbaren Tag Talk. Vielen Dank fürs Zuschauen. Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.