Ihr wisst ja vielleicht, dass ich hier bei uns die Videoabteilung leite. Und da ist so in dieser Zeit, im Jahr, so Oktober, November, immer der Moment gekommen, wo man die Budgets plant fürs nächste Jahr. Da hat man viel mit Zahlen zu tun, viel mit Tabellen, viel mit Prozentwerten, die sich ändern. Und da habe ich mir überlegt, welches Spiel könnte denn am besten dazu passen? Na klar, Europa Universalis 5. Das Strategie-Monstrum von Paradox erscheint jetzt nämlich etwas früher, als wir es eigentlich erwartet hatten. Und ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut, so sehr wie schon lange auf kein anderes Spiel mehr. Aber leider ist EU5 ein, wie soll ich sagen, ein schwieriges Thema. Deshalb habe ich, Micha der Erste, Graf von GameStar, mein Kabinett für schwierige Themen versammelt. Ich begrüße unseren Strategiespielminister Rainer, der nach über 3000 Stunden in Europa-Universalis 4 auf eine Romanze mit dem fünften Teil regelrecht hingefiebert hat. Im Moment steht ihr Beziehungsstatus aber eher auf. Es ist kompliziert. Hallo Rainer. Hallo, grüße euch und bin gespannt. Ja, wir sind alle gespannt hier. Ich meine, ganz kurz, vielleicht du hast Europa-Universalis 5 für GameStar getestet. Und das sage ich mit den allergrößten Ausrufezeichen in der Stimme, beziehungsweise Anführungszeichen, sagt man, glaube ich, auf Deutsch. Wie geht es dir jetzt nach dem Test?

Ja, wenn der Test nur vorbei wäre, wir sind noch mittendrin, weil es ändert sich so viel in dem Spiel. Wir kriegen neue Patches dazu und so weiter. Deswegen haben wir uns jetzt entschieden, so eine Art Test-Tagebuch zu machen. Also frag mich in ein paar Tagen nochmal. Ja, wahrscheinlich in ein paar Monaten oder Jahren. Dazu kommen wir gleich. Zunächst möchte ich unseren zweiten Gast begrüßen. Ebenfalls am Ratstiff sitzt nämlich Deutschlands amtierender Spieler des Jahres, dessen dynastische Laufbahn einst auf dem Schwedenthron von Europa Universalis III begann. Erhebt euch für seine königliche Hoheit von Mecklenburg-Twitch. Herzlich willkommen, Steinballen. Vielen Dank für die Einladung. Ich hatte mich schon gefragt, welchen Ministerposten ich bekomme, aber so finde ich es auch gut.

Ja, du bist von Adel qua Titel. Letztes Mal, als wir über EU5 gesprochen hatten, das war ja im Mai, als wir eine Preview-Version spielen konnten von dem Spiel. Da wussten wir ja am Ende noch nicht, ob du die Wahl gewinnst zum Spieler des Jahres. Stimmt. Und wir hatten noch dann so zwei Varianten aufgenommen und gesagt, entweder herzlichen Glückwunsch oder schade, du hättest es verdient gehabt. Jetzt wissen wir, jetzt hat es geklappt. Also Glückwunsch nachträglich nochmal. Vielen, vielen Dank. So, du hast Europa Universales 5 wahrscheinlich mehr gespielt als wir oder kennst es wahrscheinlich, hoffentlich, vielleicht, wenn es nicht so viel Druck aufbauen, aber du kennst es auf jeden Fall auch sehr gut. Wir wollen gleich in die Vollen gehen. Wie geht's dir mit dem Spiel? Was sagst du zu dem aktuellen Zustand? Huh, das ist ja schon gleich die komplizierteste Frage vorneweg.

Das Projekt ist größenwahnsinnig, das habe ich ja schon damals gesagt und es bestätigt sich immer mehr. Ich bin trotzdem irgendwie total aufgeregt und denke eigentlich immer zu an dieses Spiel, weil es ein gutes Zeichen ist. Also ich denke darüber nach, was kann man als nächstes machen mit dem Land, das ich gerade spiele, was gibt es für Möglichkeiten und so weiter. Und wenn das so im Kopf passiert, auch wenn man nicht spielt, dann ist das meistens ein ganz gutes Zeichen, dass das Spiel was zu bieten hat. Aber es ist natürlich so, dass dieses Spiel kein, wir haben es schon gesagt, größenwahnsinnig, kein normales Spiel ist. Es wird rauskommen. Es wird, glaube ich, na, wie soll ich sagen, gewissen Leuten viel Spaß machen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es auch nicht wenigen, ja, aus verschiedensten Gründen Probleme bereitet oder nicht Spaß macht.

Denn es ist wirklich komplex bis zu kompliziert. Also das sind ja zwei unterschiedliche Dinge. Es ist aber durchaus auch kompliziert. Es hat technische Macken vermutlich. Es wird Balancing-Probleme haben, es wird Bugs geben und so weiter und so fort. Das ist ein Spiel, das eher so eine Art Projektzustand ist. Es wird rauskommen, es hat ein Fundament und dann wird es über die nächsten Jahre weiterentwickelt werden. Und da hängt es davon ab, wie steht man zu so einem Konzept. Ich persönlich muss sagen, freue mich wahnsinnig darauf. Ich bin absolut bereit, diese jahrelange Reise mitzumachen. Insofern ist meine Stimmung doch eher in Richtung Euphorie gehend sogar.

Aber ich kann jeden verstehen, der sagt, nee, darauf habe ich keinen Bock. Mhm. Bevor wir mit Rainer gleich weitermachen, kurz um es einzuordnen für alle, die, also ich weiß nicht, warum ihr das hier aufgerufen habt, wenn ihr Europa Universalis nicht kennt, aber nur um das mal nochmal aufzurollen, worum es hier geht. Und Europa Universalis V ist ein Geschichtssimulator, eine Sandbox-Simulation der Menschheitsgeschichte des kompletten Globus zwischen April 1337 und Dezember 1836. Also knapp 500 Jahre Geschichte stecken in diesem Spiel, sollen da simuliert werden. Vom 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich bis zur Industriellen Revolution, wo es dann theoretisch in Victoria 3 übergeht, was auch von Paradox ist. Die Landkarte in diesem Spiel, ihr habt schon gesagt, das ist der komplette Globus, ist unterteilt in 27.518 Orte. Also so Provinzen, die man einzeln erobern und bebauen kann, die jeweils einen eigenen Rohstoff haben, der dort abgebaut wird, in der Pops leben, also Bevölkerung lebt, die auch simuliert wird mit ihrer Kultur, Religion und allem, was dazugehört. Nur zum Vergleich, Europa Universitäts 4, also der direkte Vorgänger, hatte 3.272 Provinzen. Also das hat sich mehr als ver... Siebenfacht? Achtfacht? Also Haufen viel mehr, ne? Recht jetzt nach. Ich glaube, mehr als verachtfacht, kann man jetzt mal sagen.

Und das ist genau das, was du mit Größen wahnsinnig meinst, plus die neuen Mechaniken, die reingekommen sind, zu denen wir ja noch kommen, dann jetzt im Laufe des Talks. Also es ist ein Spiel, das hatten wir letztes Mal schon gesagt, dass.

Kompromisslos ist, was man erstmal loben kann, weil sie da keine Abstriche machen. Sie haben sich nicht hingesetzt und gesagt, wie kann man das irgendwie casual-freundlicher machen? Wie kann man da neue Zielgruppen reinholen, die ein Strategiespiel gespielt haben? Unsinn, Unfug, das hat nichts mit Europa-Universales zu tun. Hier geht es um Mechanik und Komplexität. Das ist erstmal gut. Und jetzt, Rainer, klag uns dein Leid. Oder auch nicht, ich weiß nicht, oder stimme Stefan zu, dass es was Besonderes ist. Also in meinem Herzen, meinen ganz persönlichen Gefühlen stehe ich dem Spiel eigentlich auch sehr positiv gegenüber. Ich bin auch begeistert, dass es ein Spiel geworden ist, das ich unbedingt spielen will, weil da war ich mir lange Zeit gar nicht sicher. Ich hatte so ein bisschen die Imperator-Rome-Befürchtungen, dass es im Grunde nur ein schön animiertes Karten-Blob-Spiel ist. Also dass sie sich zu sehr in diesen ganzen Details verlieren und vergessen, auch ein gutes Spiel darum zu bauen. Aber das ist überhaupt nicht so. Das Fundament von diesem Spiel ist wirklich super, es ist einzigartig, es ist ganz anders als der Vorgänger, es ist wie ein eigenes neues Spiel. Es macht super viel Spaß, ausgerechnet sich jetzt mit Innenpolitik und Wirtschaft zu beschäftigen. Aspekten, die vorher in der Serie eigentlich eher stiefmütterlich behandelt worden sind.

Aber gleichzeitig, wenn es dann an meinen Testerhirn geht, wenn es darum geht, irgendwas für die breitere Masse, sage ich mal, selbst im Sinne von Strategiespielermasse zu empfehlen, wird schwierig, weil das Spiel nicht fertig ist und weil es doch sehr viele Bugs und auch Abstürze und also enorme Probleme hat, die dazu führen, dass es eigentlich nicht fertig ist.

Wenn sie es im Early Access rausgebracht hätten, dann wäre das im Grunde, würde das dem näher kommen, wo das Spiel gerade ist. Vielen Dank. Ja, und das macht das so furchtbar schwierig, weil es so eine schizophrene Mischung aus, ich will euch dieses Spiel empfehlen, aber ich kann eigentlich noch nicht.

Ja, du musst es Leuten wie dir, also du musst sagen, du empfiehlst es Leuten wie euch, wie uns. Ehrlich gesagt, ich mag es ja auch, damit ich auch mal was dazu sage. Ich habe es ja in der Einleitung schon gesagt. Ich habe mich auf dieses Spiel gefreut, wie schon lange auf keins mehr, weil ich weiß und schon wusste, jetzt auch aus der Preview-Version im Mai, dass da eben diese wahnsinnige Detailtiefe drinsteckt und auch diese wahnsinnige, historische Tiefe, dass sie sich wirklich auch für alle möglichen Nationen historische Ereignisse, historische Figuren, die da auftauchen, ausgedacht haben. Also jeder Künstler oder viele Künstler, die irgendwie in mein wundervolles Österreich kommen, ich spiele natürlich wie immer Österreich und Europa Universal, das ist einfach mein Ding. Und dann kommen da irgendwelche Künstler an den Hofe und es gibt eine historische Version, sie dann dahin einzuladen oder eine Entscheidung. Ich kann auch sagen, okay, verzieht euch so, aber wenn ich sie einlade, dann sagt mir das Spiel auch, das ist die historische Option. Und dann gibt es auch einen kleinen Text dazu, wer das in der echten Welt war, was sich daraus ergeben hat, was das bewirkt hat und so weiter. Also ein Wust an Details, der da drin steckt. Ich weiß nicht, Stefan, der muss dich als Historiker ja wahnsinnig glücklich machen, wenn du das spielst.

Ja, in der Tat. Wobei, das sind zwei Ebenen. Einmal diese Ebene des dessen, dass dort schon jetzt in einer, quasi in der Release-Version, so viel Flavor drin ist, also so viel Unterschiedlichkeit bei den einzelnen Ländern, da hätte man vermuten können, das lassen sie erstmal weg. Sie machen erstmal nur so die Grundbasis und liefern das mit DLCs danach. Das werden sie auch tun. Darüber werden wir nochmal sprechen müssen, über das DLC-Konzept oder wie die Weiterentwicklung werden wird. Das machen sie, glaube ich, ein bisschen anders. Und...

Aber tatsächlich ist schon jetzt da faszinierend viel drin. Und das machen sie dahingehend, oder das haben sie deshalb hinbekommen, weil sie ganz viel auf clevere Art und Weise Content aus EU4 integriert haben. Und zwar etwas, was man gar nicht so merkt. Also zum Beispiel hat der EU4 ja durch diese ganzen DLCs und so weiter für ganz viele Länder Missionsbäume und nationale Ideen und diese Ideen und diese Elemente dieser Missionsbäume, die tauchen an anderer Stelle in EU5 wieder auf, so zum Beispiel in diesem Forschungsbaum kommen Dinge wieder oder in bestimmten Situationen oder in Institutionen, in Gesetzen, in Privilegien und so weiter. Es gibt also tatsächlich ganz viel Content, der ja schon da ist. EU4 ist ja ein unfassbar riesiges, toll ausgebautes Spiel. Und da wäre es auch einfach schade, wenn man, sag ich mal, den reinen Content irgendwie einfach wegwerft. Und das haben sie sehr clever, wie ich finde, integriert, so sich das Spiel von Anfang an lebendig und voll anfühlt. Was mich aber noch, sag ich mal, mein Herz noch höher schlagen lässt, ist, dass sie auf der Simulationsebene ...

Anders als EU4, das eher so ein bisschen brettspielmäßiger organisiert war.

Versucht haben, weitaus komplexer, also irgendwie so eine glaubwürdige Geschichtssimulation oder Simulation der Welt hinzubekommen. Und vor allem zum Kern dieser Simulation, die Pops gemacht haben. Das wird auch immer wieder betont von den Entwicklern. Und dieses Pops-System, das heißt die Bevölkerungssimulation, mit allen anderen Systemen verknüpft ist. Und das, finde ich, funktioniert im Kern extrem gut, was so Handel, Innenpolitik betrifft, Stände betrifft und so weiter. Und dass man es geschafft hat, da irgendwie eine glaubwürdige Welt zu bauen über die reinen Simulationssysteme, das ist echt cool. Weil ich liebe es an Spielen, wenn ich jetzt nicht Dinge im Spiel mache, weil ich weiß, die Mechanik ist so und so, sondern weil ich weiß, okay, politisch ist meine Situation so, ich möchte jetzt, ich habe hier viel Wolle und jetzt ist es irgendwie logisch, ich habe billige Wolle, ich mache eine Tuchproduktion auf. Und mit der Tube-Produktion kommen plötzlich Bürger in meine Städte, die Bürger, die entwickeln politische Initiativen oder die gewinnen dann politische Macht und daraus ergibt sich dann wieder anderes, dann muss ich mit dem Parlament umgehen. So, das heißt, einfache Entscheidungen haben einen simulativen Effekt, der dann im Spiel irgendwie auftaucht, ohne dass man jetzt das macht wegen der Spielmechaniken. Das ist einfach so cool und das lässt mein Historikerherz hochschlagen.

Ja, kann ich super nachvollziehen. Es gibt, ich glaube, das ist ihr Fluch und Segen, einfach noch mehr ineinandergreifende Systeme, aus denen im besten Fall etwas sehr Cooles entstehen kann und sehr denkwürdige Momente, noch denkwürdigere, als man sie früher hatte. Was ganz Simples, weil ja dieses Wirtschaftssystem, wir kennen es so ein bisschen aus Victoria 3, da gab es ja auch Waren und Produktion, Produktionsmethoden und sowas. Ein ganz simples Beispiel ist etwas, was mir bei meinem Österreich graue Haare hat wachsen lassen, aber im positiven Sinne, weil es ein Problem war, was ich lösen musste, was es so in Europa und das alles früher nicht gab. Es gab zu wenig Holzproduktion auf den Märkten, auf denen ich quasi anwesend war, was dazu geführt hat, dass ich versucht habe, meine Holzproduktion auszubauen, indem ich den Holzabbau erweitere in meinem Land. Das ging aber nicht, weil es zu wenig Werkzeuge gab. Dann muss ich mehr Werkzeugmacher bauen oder versuche es zumindest, mehr Werkzeugmacher zu bauen in meinen Städten. Die können aber nicht arbeiten, weil es zu wenig Eisen gibt.

Dann versuche ich, den Eisenbergbau auszubauen. Das geht aber nicht, weil dafür brauche ich Holz, dass ich nicht abbauen kann, weil ich keine Werkzeuge habe, die ich nicht habe, weil ich kein Eisen habe. Also so eine, So ein Teufelskreis, der dann entsteht, wo man dann auch anfängt, sich noch tiefer mit dem System zu beschäftigen und zu schauen, okay, jetzt gibt es ja ein Handelssystem, kann ich vielleicht, das ich normalerweise automatisiere, weil das ist mir doch egal, wo mein Gold und meine Edelsteine hin verschifft werden, Hauptsache es bringt Kohle. Aber jetzt könnte ich vielleicht schauen, ob ich irgendwo Holz oder Eisen oder Werkzeuge importieren kann aus einem anderen Markt, eventuell sogar auf Verlust, also wo ich draufzahle, damit meine Wirtschaft aber an dem Punkt wieder ins Laufen kommt, damit ich da nicht ins Hintertreffen gerate gegenüber irgendwelchen anderen Ländern. Und wie cool ist das?

Also genau das ist, glaube ich, das ist ja nur ein simples Beispiel, aber so ein Ding, was es so früher nicht gab, wo du wirklich denkst, okay, ich bin jetzt halt nicht, ich minmaxe ja gerade nicht meine Produktion oder ich gehe ja nicht nach Spielsystemen und Spielregeln, sondern ich denke mir einfach, Österreich braucht Holz. Und ich als souverän von Österreich und vielen anderen Flecken der Erde muss dafür sorgen, dass wir irgendwie da dran kommen. Das ist cool. Ja, ich würde auch eigentlich komplett zustimmen. Ich habe nur zwei Dinge, die potenziell noch Probleme, also eines macht schon Probleme, das andere mal sehen. Das eine ist, wir hatten auch, und ich hatte ein ähnliches Gefühl damals auch bei Victoria 3, was die Wirtschaft angeht. Nämlich solange man noch nicht genau versteht, wo die Zahnräder, die wichtigen Zahnräder laufen, wirkt es besser, als es dann war, wenn man dann nochmal 100 Stunden mehr gespielt hat und einfach wusste, wie das Spiel funktioniert. Das kann hier auch noch passieren. Dafür ist es einfach zu groß. Das können wir so noch nicht wissen jetzt, wie die Balance sich dann wirklich im Detail auswirken wird, ob es dann am Schluss überhaupt Sinn macht, auf die kleinen Sachen zu achten, abgesehen mal von der reinen Immersion her.

Und das Zweite ist, das jetzt schon Probleme macht, meiner Meinung nach ist, dass dieser Sandbox-Ansatz in der Simulation aber auch dazu führt, dass die Entwicklung der Welt weniger historisch wird, weil die Welt bis jetzt relativ stark in der Situation von 1337 festhängt und sich in vielen Aspekten nicht so weiterentwickelt, wie sich die echte Welt getan hat. Natürlich will ich nicht in so einem Spiel, dass alles immer genauso läuft, wie es in echt war. Aber ich hätte dann doch schon gern in den meisten Spielen zum Beispiel einen Osmanen oder einen Russen oder ein großes Ming-Reich. Bis jetzt ist es aber so, dass zumindest in Spielen, die ich gespielt habe oder die ich gesehen habe, sich diese Sachen nicht herausbilden, weil die KI relativ passiv bleibt und eben nicht genügend hartgecodet darauf hingeschubst wird, dass sich gewisse historische Zusammenhänge ergeben. Und ich finde, dass das der Immersion, einen Abbruch tut tatsächlich. Ich glaube, das ist genau der Punkt, wo das Spiel einfach über die nächsten Monate und Jahre immer besser werden wird. Das kennen wir aus den anderen Titeln.

Gerade weil diese Simulation so größenwahnsinnig ist, weiß ich gar nicht, wie es überhaupt möglich ist, so was hinzubekommen, dass es einigermaßen vernünftig im Mid- und Late-Game funktioniert. Es gibt ja nun viele, auch Creator, die Hunderte, die jetzt schon mal Durchläufe gemacht haben, KI haben laufen lassen und das Krasse ist, dass mit jedem Patch, wir haben ja auch in den Versionen, die wir haben, immer wieder neue Patches erlebt, dass einfach, die Entwickler kommunizieren das halt auch, dass einfach zwei, drei, vier, möglicherweise simpel anmutende Änderungen plötzlich bei der KI ein ganz anderes Verhalten verursacht. Sodass es sein kann und das ist einfach auch jetzt die superschwierige Situation, über dieses Spiel zu reden, dass in der Version, die dann vielleicht rauskommt oder in zwei Wochen da ist, das Problem schon wieder sich ganz anders darstellt, dass die KI vielleicht total übersteuert oder dass die Osmanen plötzlich overpowered sind. Das ist genau der Punkt, den man verstehen muss. Dieses Spiel wird sich im Fluss befinden. Das, worüber wir jetzt reden, kann in fünf Wochen schon wieder völlig anders sein, weil einfach durch die Mechaniken an drei Variablen sich einfach nur ein paar Sachen ändern können und dann plötzlich agiert die KI ganz anders. Das ist halt so super kompliziert. Und vielleicht sollten wir auf den einen Punkt noch kurz eingehen, weil das sich ja jetzt vielen Leuten Sorgen macht, das Thema Abstürze. Ich finde, das muss man ein bisschen trennen, technische Probleme und diese ganzen Balancing und sowas, alles Probleme.

Ich habe das selber erlebt in den Versionen. Die letzten Versionen, die waren sehr problematisch. Jetzt gab es wieder vor zwei Tagen für uns eine neue Version. Da habe ich jetzt bisher, ich habe nicht so viel gespielt, aber keinen Absturz. Die Meldungen sind auch relativ gut. Ich vermute mal, dass sie wirklich mit diesem Problem in den ersten Wochen sehr schnell aufräumen werden. Könnte ich mir vorstellen. Man weiß es nicht genau, aber sie arbeiten da sehr hart dran und ich bin mir sicher, das wird ein Fokus sein. Ist aber immer, aber auch das kann zum Release passieren, aber ich denke, das wird kein Dauerproblem sein, so schätze ich die ein, was die jetzt mit dem Patch, die Probleme waren irgendwie erkennbar und sie haben sie gelöst erstmal. Wieder neue Probleme, aber ich glaube, da muss man jetzt nicht riesige Sorgen haben, aber was man, Ja, das...

Ja, ich sage gleich was dazu, aber für erst den Punkt zu ändern. Wo man wirklich aufpassen muss oder wo man so eine Haltung entwickeln muss, ist, dass bei diesem ganzen Thema Balancing, wie funktionieren die Systeme, dass da kein Stand erreicht ist irgendwie, wo man sagen kann, jetzt ist es gut nach zwei Wochen, sondern das wird ständig irgendwie in Veränderung begriffen sein. Ja, also das ist vollkommen richtig. Wir haben das ja auch beim Test jetzt gemerkt. Es ist ein bisschen wie eine Operation am offenen Herzen. Also es wird gepatcht, deswegen haben wir ja auch alle Augenringe bis zu den Mundwinkeln, Rainer insbesondere. Es wird gepatcht, während man es testet. Und manchmal kannst du auch wirklich nur einschätzen, was ein Patch bewirkt, wenn du das Spiel wieder von vorne startest, weil er halt nicht voll kompatibel ist zu dem Safe-Game, was du zu diesem Punkt erspielt hast. Und da wird man wahnsinnig, wenn man testet. Also wir hatten das in der GameStar-Historie schon mehrfach, es gab ja so berühmte Kandidaten wie in Gothic 3, aber ungefähr so ist es auch gerade ein bisschen bei Europa Universalis. Und ich bin ein bisschen skeptischer als du, was diese Absturzursachen angeht, weil ich hatte einen Absturz, allerdings noch in der alten Version, der tatsächlich reproduzierbar war, nämlich in der Italien-Krise, also im Heiligen Römischen Reich ist es ja irgendwann so, dass...

Ja, Italien sagt, warum sind wir eigentlich noch Mitglied in diesem heiligen römischen Reich? Prägt uns ja gar nichts. Dann bilden sich in Italien mehrere Ligen, die um die Vorherrschaft ringen. Auch eine kaisertreue Liga, die ich als Kaiser, als Habsburger bin ich ja quasi prädestiniert für den Kaisertron, den ich dann auch hatte, die ich anführe. Plus andere Großmächte, die da um Einfluss ringen. Plus irgendwie Venedig und Mailand und Verona und wie sie alle heißen, die da um Einfluss ringen. Das heißt, eigentlich eine coole Sache. Auch natürlich cool, dass es im Spiel mit drin steckt. Aber ich konnte, reproduzierbar, egal wann diese Krise angefangen hat, hatte ich immer nach so sechs bis acht Wochen einen Absturz. Und ich glaube, es liegt, also keine Ahnung warum, aber ich glaube, es liegt daran, dass ich immer, egal in welcher Situation ich war, ich habe teilweise Savegames geladen, die zehn Jahre zurücklagen, um dann wieder dahin zu spielen. Das Gute ist, das Spiel, wann diese Krise ausbricht, ist nicht historisch festgenagelt auf ein Datum, sondern hängt auch davon ab wahrscheinlich, wie sich Großmächte einmischen. Wenn Frankreich irgendwie sagt, ich erober jetzt mal Genua, das ist ein guter Punkt, dass dann ganz Italien sagt, was geht denn hier eigentlich ab? Und dann diese Italienkrise ausbricht, das ist zumindest meine Theorie. Also es ist immer ein anderer Zeitpunkt, zu dem das passiert, aber der Absturz ist immer zum gleichen Moment passiert. Also meine Theorie wäre, dass es daran liegt, dass ich immer in Personalunion mit mindestens einem italienischen Land verbunden war. Einmal irgendwie Pabia, einmal irgendwie Luca oder sowas. Also ich saß sozusagen auch auf dem Thron eines italienischen Landes.

Vielleicht kommt das Spiel damit nicht klar, weil das irgendwie in der Mechanik, wie sie gerade ist, nicht einbezogen ist. So, lange Rede, kurzer Sinn, was ich damit sagen will, ist, durch diese Sandbox gibt es halt eine Million mögliche Wechselwirkungen in dieser Welt, die nahezu unbeherrschbar sind, wenn sie patchen. Also wenn du, es kann sein, dass sie diesen Aspekt dann irgendwie rausgepatcht kriegen bei der Italienkrise, dann fällt aber hinten woanders eine andere Schraube wieder ab, wenn sie patchen. Das ist sehr oft so. Es repariert ein paar Sachen, macht aber vielleicht andere Sachen auch wieder kaputt oder unberechenbarer. Und deswegen, ja, in der neuen Version, die wir haben, habe ich jetzt auch noch keinen Absturz erlebt. Aber ich, puh, also es würde mich nicht wundern am Ende, wenn es trotzdem noch Probleme gibt, einfach weil man diese riesige Menge an möglichen Kombinationen und Wechselwirkungen, also ich beneide die nicht um die Aufgabe, ne? Absolut.

Wir haben insgesamt auch festgestellt, dass umso mehr man ein LAN spielt, das sehr nur mit den Basisfunktionen hantiert, dann läuft es recht gut. Ich habe hauptsächlich Kassilien gespielt, ich hatte relativ wenig Probleme. Es gab noch andere Probleme, da kommen wir vielleicht noch, aber nicht so krasse Dinge wie bei Micha. Ja, du hast die Wirtschaft verpennt. Das war dann wohl kein Geld gehabt. Ja, genau. Da können wir noch drüber reden. Aber Micha hat halt hauptsächlich den Kaiser gespielt. Und der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs ist so mit einer der Sonderpositionen, also der besondersten Positionen in diesem Spiel. Und da merkt man, er hat viele auch einzigartige Diplomatie-Funktionen und so weiter. Und wenn natürlich was gepatcht wird oder wenn sich irgendwo was ändert, wenn irgendeine andere Situation mit reingreift, dann beeinflusst das natürlich die Sonderlage. Die Sondersituationen viel stärker als ein normales Land. Dadurch können sich die Spieleindrücke auch recht deutlich unterscheiden. Also der eine spielt relativ gut dahin und der andere kommt von einem Problem ins nächste, will irgendwelche Leute dazu bringen, ihn zu wählen, geht aber nicht, weil der wieder in der Personalunion ist und so weiter.

Dazu kommt dann rein, dass meiner Meinung nach der ganze Bereich mit dieser internationalen Diplomatie, also vor allem so Personalunion, wenn Dynastien reinspielen und so weiter, mit am kaputtesten ist. Also fast alles, was mit Personalunionen zu tun hat, führt früher oder später zu Problemen. Stimmt.

Und der zweite Aspekt, der ständig zu Problemen führt, sind diese gesonderten Situationen, also sowas wie die Italienkrise, weil die eben aus diesem eigentlichen Schema ausbrechen und Sonderkonditionen aufstellen. Und eine andere Theorie, warum zum Beispiel bei mir die Italienkriege keinen Absturz verursacht haben, aber bei Micha womöglich war noch, dass bei ihm in einer anderen Situation zuvor, bei dem großen Schisma.

Sich Frankreich durchgesetzt hat und der Papst von Rom nach Avignon gewandert ist. Jetzt gab es in Italien keinen Papst mehr. Das könnte auch schon wieder darauf einzahlen, wie sich die Italienkrise verhält. Und so kann man es vielleicht dann schon erahnen, wie das Spiel sich dann durch seine... Krasse Komplexität in diesen Sondersituationen letztendlich selber ein Bein stellt und noch viel mehr, wenn dann noch schnell gepatcht wird und dann halt vergessen wird, dass zum Beispiel der Kaiser eben irgendwo eine Sonderfunktion hat und dann explodiert alles. Ja, das mal ganz kurz, weil du es erwähnt hast. Das war eine der Absurditäten, die genau auftritt, wenn solche Faktoren irgendwie in Kombination auftreten. Frankreich setzt sich durch im abendländischen Schisma. Der Papst zieht nach Avignon in die Kontrolle oder unter Kontrolle des französischen Monarchen quasi. Das führt dazu, dass in dieser Italienkrise der Kirchenstaat, weil seine Hauptstadt nicht mehr Rom ist, sondern Avignon, nicht mehr als italienischer Staat gilt. Das heißt, der Kirchenstaat, der ja trotzdem noch eine riesige Landmasse ist auf dem italienischen Stiefel, geografisch gesehen, kann nicht in die Italienkrise eingreifen. Wo es aber darum geht, möglichst viel Land in Italien unter der Flagge deiner eigenen Liga zu vereinen. Und ich hätte den Kirchenstaat halt gerne damit an Bord gehabt, weil ich bin ja heiliger römischer Kaiser. Das heißt, ich wohne ja quasi beim Papst im Hinterzimmer, so mehr oder weniger.

Und ging aber nicht, konnte die nicht einladen, weil sie sind ja offiziell in Avignon. Kannst du sagen, okay, irgendwo auch nicht verkehrt, weil wenn der Papst in Avignon sitzt, was schert in Italien? Das wäre doch ein bisschen eine Logik, die da drin stecken kann. Aber das ist halt auch so, was ich meine mit... Viele Wechselwirkungen, die einfach passieren können. Ich finde es gut, dass ihr das so berichtet im Detail, weil das macht das plastisch, was ich vorhin meinte, mit, dass das Spiel ja, dass das Spiel, irgendwie einerseits Spaß macht, aber andererseits halt an allen Ecken und Enden nicht fertig ist und jetzt eine ständige Entwicklung werden wird. Und insofern, genau das sind diese Momente und auf die wird jeder treffen. Die werden natürlich noch irgendwas fixen und so, Aber das wird hundertprozentig passieren. Und am Ende muss sich jeder Spieler oder jeder potenzielle Käufer überlegen, A, vertraut er dem Entwicklerteam, dass sie das dann über die Monate und Jahre hinweg so langsam, systematisch auf die Reihe kriegen? Oder hat man da seine Zweifel? Das kann man ja legitim diskutieren. Und B, habe ich überhaupt Bock auf so eine Art von Spielerlebnis? Das ist halt die fundamentale Frage, die sich jeder stellen muss. Ja, genau das, was ihr beschrieben habt. Jeder hat irgendwo an seiner Ecke der Welt so eine Erfahrung gemacht, dass irgendwo Spielsysteme irgendwie nicht so richtig hinhauen im Moment.

Ich glaube, ich zünde jetzt einfach mal die Kommentare an und sage, es ist ein bisschen der Star Citizen Faktor. Wenn ich unterstützen möchte, dass Paradox sich überhaupt an so ein ambitioniertes Projekt wagt, was ja nicht selbstverständlich ist. Sie hätten ja genauso sagen können, nee, lass das Ding mal kleiner machen. Lass es doch erst mal nur Europa Universales sein zum Beispiel. Und der Rest der Welt wird halt später ausgebaut, so wie es in EU4 ja war. Aber dass sie direkt von Anfang an sagen, keine Kompromisse. Johann Andersson, der Chefentwickler, ist da bestimmt maßgeblich mit daran beteiligt, weil der auch so ein Typ ist, der sagt, okay, ganz oder gar nicht. Der wird wahrscheinlich seine komplette Rente noch mit diesem Spiel bestreiten, weil das auf Jahre hinaus jetzt weiterentwickelt werden wird. Aber wenn man sagt, ich finde es gut, dass die das machen, ich finde es gut, dass die kompromisslos in diesen Geschichtssimulator investieren und ich möchte das durch meinen Kauf quasi unterstützen, dann würde ich auch sagen, das ist ja legitim. Also das ist halt eine bewusste Entscheidung, die man treffen muss. Genauso legitim ist halt auf der anderen Seite zu sagen.

Also dem gebe ich jetzt erstmal noch ein paar Monate oder Jahre, bevor ich halt wieder gucke, auf welchem Stand es dann ist, um dann das Geld reinzustecken. Zumal es ja für 60 Euro rauskommt in der Premium Edition, wo dann die ersten DLCs drin sind, glaube ich noch ein paar Groschen mehr. 85, die Prämie. Genau, also jetzt nicht zum Early Access Preis, was hat Rainer, glaube ich, vorhin schon gesagt, was sie auch hätten machen können, theoretisch, und sagen, okay, es ist jetzt halt erstmal im Early Access und wir gucken erstmal, so wie es bei einem Baldur Skate 3 so ein bisschen war, ist ja auch zum Vollpreis quasi in den Early Access gegangen, aber halt, oder was heißt nicht Vollpreis, aber zu einem ungewöhnlich hohen Preis, aber man hat halt gesagt, okay, jetzt entwickeln wir es gemeinsam mit euch weiter, darauf hat Paradox verzichtet, naja, und dann wird es halt vielleicht doch einige Leute geben, die sich das kaufen und dann so sagen.

Wer ist gerade heiliger römischer Kaiser geworden? Die Leute haben da nicht den GameStar-Podcast gehört. Ja, das ist ja eh mal ein Fehler. Weil dafür sind wir jetzt hier, um zu warnen und einzuordnen. Ja. Also ich würde auch sagen, Paradox hätte die Erwartungshaltung anders managen müssen, damit es ihnen jetzt vielleicht nicht so auf die Füße fällt, weil es hat unwahrscheinlich viel Potenzial. Und was das Team angeht, also ich bin fest überzeugt, ich habe die Leute auch kennengelernt, ich war da in Barcelona, solange Paradox von oben her als Publisher dieses Studio weiter bezahlt, werden die mit dem allergrößten Eifer an diesem Spiel arbeiten. Die sind wirklich massiv begeistert von ihrem eigenen Spiel und man merkt auch tatsächlich an, was für Leute daran arbeiten, in dem, wie das Spiel geworden ist, weil mein Lieblingsbeispiel ist, der Content-Lead-Designer hatte bei der Einstellung keine Spielentwicklung, Berufserfahrung, sondern einen Doktortitel in Geschichte und das merkst du diesem Spiel so sehr an, weil.

Und diesem Content-Judy ist eben wichtig, dass da unfassbar viel Geschichte drin steckt. Und das tut es viel mehr als vorher im Grunde.

Und sie haben auch sehr viele Modder eingestellt. Und auch das merkst du, weil Modder gerne dazu tendieren, so dieses, ich will alles einbauen, was ich cool finde, ich will die ganzen Feinheiten drin haben, ich will, dass es realistisch ist. Und dann vergessen sie manchmal oder können vielleicht auch noch nicht so 100 pro Einschätzen am Anfang, was für ein Ungetüm sie sich da aufbauen und dass sie dann irgendwann so ein bisschen die Kontrolle über das eigentliche Spielerlebnis verlieren. Aber genau aus diesem Grund bin ich eben davon überzeugt, dass die da über die Jahre gute Arbeit liefern werden, wenn Paradox sie lässt. Ja, ich glaube, also ich glaube, das ist der, also das ist, glaube ich, auch der Grund, warum es jetzt erscheint. Das war ja auch ein bisschen das, was uns auf der Gamescom verblüfft hat, als wir den Release-Termin angekündigt haben, am 4. November 2025. Und wir gesagt haben, schon! Am 4. November, was? Also wir hätten im Mai, als wir diese Preview gespielt haben, nie und nimmer erwartet, dass das noch in diesem Jahr kommt. Eher vielleicht dann im Mai 2026. Oder so gut, da kommt GTA 6, vielleicht haben sie sich gedacht, ne? Das ist ja exakt dieselbe Zielgruppe, eigentlich GTA 6 und Europa und Universalis, da kommen wir ein bisschen früher. Nee, aber also wir haben dann oder ich habe da auch mit Paradox gesprochen und gesagt, warum? Also warum bringt ihr das jetzt raus? Naja, und die Antwort war sehr offen.

Irgendwann muss es raus, weil es einfach schon so viel Geld gekostet hat. Also sie haben da schon viel Geld reingesteckt. Das ist ein Studio in Barcelona, was jetzt auch keine billige Location ist, sage ich mal. Also du musst ordentliche Löhne bezahlen und so weiter.

Also irgendwann müssen wir anfangen, mit dem Ding auch Geld zu verdienen. Deswegen muss es raus. Und ich glaube, das steckt dahinter und hoffentlich. Also wenn sie jetzt genug damit einnehmen, das weißt du halt nie so richtig, dass sie es dann weiter supporten.

Aber schwierig. Ja, ich glaube, davon entscheidend wird sein, die Zahl der aktiven Spieler. Also ich glaube, der Release, Einnahmen und wie viele Verkäufe, das ist das eine. Klar, muss eine vernünftige Basis sein. Da habe ich aber wenig Bedenken. Es geht eher darum, wie intensiv werden Spieler dieses Spiel spielen. Das ist gerade mit Blick auf dieses ganze Finanzierungsmodell dieser Spiele ja entscheidend. Also gibt es Käufer der späteren DLCs? Die gibt es nur, wenn man eine hohe aktive oder relevante aktive Spielerbasis hat. Daran ist ja Imperator Rom am Ende gescheitert. Imperator Rom hatte wohl gute Verkäufe, aber sie haben die Spielerbasis verloren und die ist halt auch nicht zurückgekehrt, nachdem sie das Spiel richtig gut gemacht haben, sagen wir es mal so. Sie haben ja wirklich das zwei Jahre mindestens noch supportet und in der letzten Version ist es ein viel besseres Spiel gewesen, aber es hat die Spieler nicht mehr gejuckt, weil sie einfach kein Vertrauen mehr hatten. Und ich glaube, man kann EU5 gar nicht verstehen, wenn man diese Imperator-Rum-Vorgeschichte nicht kennt. Johan Andersen, der Game Director von EU5, war auch der von Imperator Rom.

Und da muss man sagen, Imperator Rom ist, in vielen Punkten fast das Gegenteil von EO5. In anderen Punkten steckt ganz viel Imperator Rom übrigens in EO5 drin. Aber im Gegenteil meine ich dahingehend, dass Imperator Rom ein Spiel war mit einem relativ überschaubaren spielmechanischen Ansatz.

Ein fantastisch grafisch aufpolierten Spiel und ein Spiel, was bei Release in einem technisch sehr guten Zustand war. Ich glaube, es gab meines Erachtens keinen besseren rein technisch, rein balancing und spielmechanischen Zustand eines Spiels von Paradox wie Imperator Rom. Dennoch führte das dazu, dass Spieler das relativ schnell abgelehnt haben, weil ihnen spielmechanisch zu dünn war und inhaltlich zu wenig Flavor, zu wenig ausgearbeitet. Die Länder spielten sich alle ähnlich. Und ich glaube, das war ein tiefer Schmerz für Johan Andersson. Und ich glaube, dass er sich gesagt hat, okay, dann mache ich es jetzt mal ganz anders, dann hat er, Der Imperator Rom ist ja noch in Stockholm entstanden. Ich glaube, das ist auch so ein bisschen so eine Lebensveränderung gewesen. Ich gehe nach Barcelona. Ich mache ein eigenes Studio, was auch ungewöhnlich ist, weil sonst sind alle Strategiespiele von Paradox by PDS in Stockholm entstanden. Ich mache eine eigene Studie. Ich baue das von null auf. Ich nehme zwei Leute mit und alles andere mache ich neu und mache jetzt ein Spiel, was genau das Gegenteil ist. Keine Brettspielmechaniken mehr, sondern voller Simulation, voller Tiefe, voller Inhalt. Also krass die Gegenreaktion in gewisser Weise.

Und ja, und ich... Und jetzt ist die Frage, wie reagieren jetzt die Spiele? Wie reagieren die Fans? Und meine Prognose wird sein, das Spiel wird polarisiert ankommen, aus den Gründen, die wir schon genannt haben. Es wird, glaube ich, auch keine tollen Steam-Reviews bekommen. Aber ich schätze, die Spieler werden es sehr honorieren, dass sie halt diesen krassen Ansatz es da wählen. Und ich glaube, dann wird auch viel verziehen. Das ist meine Einschätzung. Weil jeder, der da ein bisschen drin ist, weiß, so eine Art Spiel werden wir in den nächsten zehn Jahren nicht mehr bekommen. Von nirgend. Das ist was sehr, sehr Einmaliges. Und ich glaube, das wird so eine Kerncommunity verstehen und die werden das Spiel glaube ich tragen. Und ich glaube, deshalb wird es anders laufen als bei Berater Romes. Es wird eine starke also eine relevant große aktive Spielerschaft geben, die das Spiel tragen wird. Das ist meine Prognose. Mal sehen, wie wir in ein, zwei Jahren dastehen, aber ich vermute, dass es so laufen würde. Ich will ganz kurz eine Sache dazu sagen.

Ich glaube auch, also ich stimme da voll zu und was mich auch noch positiv stimmt, ist, dass Paradox zumindest bei seinen, großen Kernmarken immer einen langen Atem beweist. Also die sind ihnen wichtig, was man merkt an Viktoria 3 zum Beispiel. Das ist auch eingegangen bei den Spielerzahlen und trotzdem sind sie dran geblieben und sie haben es mittlerweile auch deutlich besser gemacht.

Also ich glaube, diese Kernmarken sind ihnen so wichtig, dass sie da sehr lange dran arbeiten werden, auch wenn es vielleicht nicht den Erfolg hat, wie sie sich das wünschen. Auch weil sie die wissen, dass diese Spiele so langlebig sind, dass es nicht darauf ankommt, ob ich mal eine Dette zwischendurch habe.

Ja, aber ich glaube, am Ende ist die Kommunikation dann entscheidend. Und ich würde ihm tatsächlich, ich meine, Rainer, du hast es schon gesagt, ich würde ihm echt Minuspunkte geben, was jetzt die Kommunikation angeht bis zum Release, eben gerade weil sie es jetzt auch nicht als Early Access bezeichnen, sondern als normalen Release, dass wenn man nicht den GameStar Podcast hört, man dann vielleicht, deswegen auch die schlechten Steam-Reviews, die du erwähnt hast, Stefan, dass man dann eher wütend ist und sagt, was soll der Unsinn?

Ich glaube, was sie jetzt halt dann an den Tag legen müssen, und ein bisschen zeigen sie es ja jetzt schon, zumindest in der Kommunikation, was ihr den Patch-Prozess angeht, innerhalb dieses Testzeitraums, in dem wir gerade sind, es muss halt jetzt wirklich offen und auch klar kommuniziert werden, was sind die nächsten Schritte, was ist die Patch-Frequenz, wie viel arbeiten sie an diesem Spiel, weil wenn du jetzt, wenn das rauskommt, Und du hast das Gefühl, jetzt juckt es ja gar keinen mehr. Also das würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass Johann Andersen sagt, es juckt mich nicht mehr, aber wenn es jetzt zu lange dauert bis zum nächsten Patch, wenn es jetzt zu lange liegen bleibt, so ein bisschen wie damals bei Age of Empires 4, was rausgekommen ist, und dann hast du gesehen, okay, ein paar Sachen sind halt balancingmäßig schwierig, aber es passiert davon nichts. Oder es dauert viel zu lange, bis es aufgegriffen wird. Also der Community hört auch keiner zu, so richtig. Ich glaube, das... Das ist der entscheidende Faktor. Wenn sie das nicht hinkriegen, dann verscherzen sie es sich auch noch mit dieser Kern-Community, die ja möchte, dass das ein gutes Spiel wird und dass es halt weiter reift. Aber ich glaube, das wird auf keinen Fall passieren, weil das hat Paradox auch bei ihren Kernspielen immer so gemacht. Also was Patch-Frequenz betrifft, kann man sich da nicht beschweren. Gerade wenn es jetzt wirklich Game-Breaking-Bucks gibt, da gibt es dann immer einen Hotfix und wenn es noch am Freitagabend ist. Also da.

Hat man eine sehr, also das sieht man jede DLC-Veröffentlichung hat in der ersten Woche eigentlich große Probleme. Und es kommen dann in der ersten Woche mindestens zwei Updates, die diese großen Probleme bereinigen. Und dann wird die Frequenz ein bisschen entspannter. Dann sind es dann zwei Wochen oder vier Wochen bis zum nächsten Update, wenn das Spiel erstmal solide läuft. Also das wird passieren. Und was die Kommunikation betrifft, gut, dass du das ansprichst, ich glaube, da haben sie auch nochmal aus Imperator Rom extrem gelernt und auch hier eine völlig gegenteilige Strategie fahren. Bei Imperator Home haben sie es ja so gemacht, sie hatten mal jetzt so ein neues Konzept damals so, wir präsentieren erst Spiele, wenn sie fast fertig sind, um jetzt nicht immer so eine ewige, jahrelange Vorkommunikation zu haben, sondern on point, ein halbes Jahr Marketing und dann ist das da. Das führt aber dazu, dass bei Imperator Home ich sag mal, relativ wenig Feedback im Vorfeld kam und relativ wenig bekannt war und das zu den Ergebnissen führte. Jetzt haben sie ja diesen skurrilen Prozess gestartet, dass sie schon vor zwei Jahren angefangen haben, diese Tinto Talks, diese Entwicklertagebücher zu machen, wo sie gesagt haben, ja, es ist ein ganz ominöses Spiel, an dem wir arbeiten und haben jede Woche ausführlichst alle.

Spielmechaniken mit Screenshots und so weiter vorgestellt. Und da gab's, unfassbar viel Feedback von der Community. Es war eine offene, das war ja eben klar, das ist jetzt EU5. Aber die haben da seit zwei Jahren quasi konstantes Community-Feedback mit einfließen lassen. Und ich glaube, es gibt überhaupt gar keinen Grund, warum sie davon abweichen werden. Und was sie noch anders gemacht haben, das jetzt für Spielejournalisten vielleicht ein bisschen doof, aber sie haben Content Creator schon vier Monate vorher einen Zugang gegeben und den erlaubt, über das Spiel komplett frei zu reden. Über jeden Bug, über alle Probleme und so weiter. Das ist ein völlig ungewöhnliches Verfahren. Auch daran sieht man, dass sie sozusagen eine absolute Kehrtwende, zumindest Johann Andersen, für dieses Spiel gemacht haben, was die Konvogation des Ganzen betrifft.

Ja, immerhin. Allerdings hast du zum einen die Ebene der Entwickler, da wo sie wirklich viel dazugelernt haben. Aber du hast trotzdem auch noch die Ebene des Publishers, der sich über die letzten Jahre nicht immer mit Ruhm bekleckert hat. Auch jetzt zum Beispiel mit Bloodlines wieder, mit den DLCs, die sie dann zurückgenommen haben und so weiter. Sie haben sich da immer mal wieder in die Nesseln gesetzt, so ein bisschen diesen Civilization-Move auch immer wieder drin gehabt mit diesem, ja lass uns schon irgendwelche DLCs verkaufen, bevor wir überhaupt irgendwie das Spiel richtig gefixt haben. Stellaris ist auch so ein Problem, das irgendwie so einen guten DLC hat, dann wieder einen unterirdischen, dann wieder einen guten und so weiter, da wo sie auch nicht wirklich dazulernen. Ich meine zum Beispiel, Da haben sie auch dieses 4.0-Update rausgeschoben mitten im DLC gleichzeitig und waren dann völlig überfordert. Also sie haben schon immer wieder solche Momente drin, wo sie gefühlt sich ein bisschen unklug verhalten. Und würden sie jetzt zu sehr in diese Richtung beim Release von EO5 gehen, dann könnte das schon auch einen ganz schönen Backlash geben. Da hoffe ich einfach mal, dass sie in die Richtung gehen, wie das Team, das Entwicklerteam sich verhält und nicht so sehr, wie sich das Marketing Team verhält.

Zumal Paradox ja gerade so einen Alles-muss-raus-Moment hat, habe ich das Gefühl, weil es innerhalb von zwei Wochen kommen ja, oder innerhalb von drei Wochen sind jetzt beim Pipeline 2 erschienen. Das neue Update zu, oder der neue DLC zu Stellaris ist jetzt da. Der DLC zu Cities Canaan 2, auf den wir anderthalb Jahre gewartet haben, weil das Spiel so kaputt war, ist jetzt rausgekommen, Europa Universalis kommt jetzt. Also irgendwie haben sie gesagt, okay, oh mein Gott, wir müssen mal endlich Sachen rausbringen. Und CK3, die Asienerweiterung, eine extrem riesige Erweiterung. Ja, auch noch. Genau, auf die wir auch lange gewartet haben, dass mal richtig viel passiert wieder bei Crusader Kings. Also das ist jetzt irgendwie so eine Flutwelle, die ich mir aber eher dann wirtschaftlich erklären kann, als dass es Sinn macht, all das jetzt zu veröffentlichen, weil sie einfach sagen, naja, gut, zum Weihnachtsgeschäft wäre es schon sinnvoll, halt neue Produkte oder spannende Produkte wieder, da zu haben, als jetzt wieder bis nächstes Jahr zu warten, bis es dann kommt. Vielleicht auch nicht die allerkleverste Idee. Wir können ja über das Thema DLCs mal sprechen an dieser Stelle, wo wir es schon angesprochen haben. Das ist ja durchaus immer irgendwie ein umstrittenes Thema.

Paradox hat ja so den Ruf, da so eine DLC-Spam zu machen. Ich glaube, inzwischen ist das eher so eine Vergangenheitsgeschichte, die sich immer noch weiterträgt, weil die Spieler der Spiele sind eher unzufrieden, dass zu wenig CLCs kommen. So, wann kommt das nächste CK3-DLC? Also, man sieht das ja in den Foren, immer diese Nachfragen. Und hier, was ja offenbar jetzt übliches Marketing- oder Wirtschaftsentscheidung ist, haben sie mit dem Release ja schon so ein Season-Pack angekündigt. Das scheint ja jetzt der Standard zu sein. Und das führt dann immer zu den Diskussionen, ist das irgendwie gut zum Spiel jetzt schon quasi DLCs zu verkaufen. Kurz als Information, also sie haben angekündigt drei.

Inhaltliche DLCs zu Byzant, zu Spanien und Marokko und zu Schottland und Frankreich, die aber alle erst frühestens im halben Jahr, ich glaube Q2, Q3 und Q4 rauskommen sollen. Das ist sozusagen das Konzept. Und dahinter steht, ich habe es ja mal ein bisschen nachgefragt, und das fand ich ein bisschen ungewöhnlich tatsächlich und eigentlich auch mutig, dass Johan Andersson sagt, er möchte, anders als bei den anderen Paradox-Spielen, Spielmechaniken grundsätzlich frei, kostenfrei machen. Also wenn sozusagen die Simulation vertieft wird durch neue Spielmechaniken, soll das immer kostenfreier Update sein. Und er will nur DLCs verkaufen, quasi mit Inhalten für einzelne Regionen und einzelne Länder. Das finde ich ungewöhnlich, weil das haben sie bei vielen DLCs nicht so gemacht. Natürlich gibt es immer diese kleinen Länder-DLCs, aber am wichtigsten waren immer die Spielmechanik-DLCs, weil das die Spiele auch am meisten interessieren. Und ich bin gespannt, ob das System wirtschaftlich tragen wird, weil häufig sagen sich Spieler, naja Gott, was interessiert mich da wie Marokko oder so. Schön, dass es ein neues Abtipp gibt, aber das DLC kaufe ich mir nicht, wenn mich die Region nicht interessiert. Da bin ich gespannt. Also das scheint irgendwie so eine Strategieänderung zu sein.

Das stimmt. Wenn ich zynisch wäre, weil ich natürlich nicht bin, würde ich sagen, ich bin nicht mal sicher, ob die wirklich nächstes Jahr kommen oder ob sie die genau wie bei Citys Calderon 2 dann vor sich her schieben müssen, weil es erstmal wichtiger ist, das Basisspiel zu fixen, als noch ein DLC rauszubringen. Einer davon, diese heiligen Städten, kommt ja schon zum Release, wenn ich es richtig verstehe. Naja, das ist ein reines Grafik Gimmick für Vorbesteller. Das sind aber nur acht oder so Grafik. Ich glaube auch nicht, dass das ein Problem sein wird, weil das andere Leute sind. Also, so wie Steinwallen sagt, das sind dann eher die Content-Leute. Aber die Leute, die jetzt was fixen müssen, sind nicht so sehr die Content-Designer, glaube ich. Also gerade die, die so stärker auf diesen historischen Aspekt gehen, die können sich dann darauf konzentrieren, den Flavor für Marocco zu machen und müssen nicht die Bugs fixen. Und da, glaube ich, überschneidet sich das nicht so sehr.

Und es ist auch nicht ganz neu. Europa-Universal S4 hat sich gegen Ende seiner Stehenszyklus auch in die Richtung entwickelt. Was sind sie weggegangen von diesen Mechaniken in den DLCs und dafür mehr zu den Flavors? Und ich glaube, es hat ganz gut funktioniert. Sie haben ja damals auch gesagt, dass die ganzen EU4-DLCs, die bei Tinto in Barcelona entstanden sind, alle zu den besten internen in der Firma gehört haben. Offenbar auch, was die Verkäufer weiter angeht. Also die haben da lauter so, interne Auszeichnungen für ihre DLCs bekommen. Also ich glaube, sie gehen einfach im Grunde diesen Weg weiter, wie sie ihn am Ende von EU4 gemacht haben. Der Unterschied ist aber, wenn ich kurz einhaken darf, bei EU4 haben sie gesagt, das Spiel ist so voll mit Mechaniken, dass es jetzt das nicht mehr benötigt und es wird auch immer, sie wollen einfach das Spiel mechanisch so sauber durchpatchen, dass es perfekt ist und nur noch sozusagen Inhalte bringen. Das kann man aber am Beginn eines, also am Release eines neuen Spiels so ja nicht argumentieren nach dem Motto, ja gut, man könnte sagen, wir haben jetzt schon so viel reingepackt in der Release-Version, dass das erstmal reicht für die nächsten Jahre und wir machen nur noch Inhalte. Aber die Argumentation war bei EU4 noch ein bisschen anders. Aber ja, du hast recht.

Also insofern hast du recht, es hat ökonomisch funktioniert. EU4 ist ja nach 10 Jahren sind ja immer noch DLCs gut verkauft und die reine Inhalts-Packs waren es. Sie müssen halt einfach gleichzeitig trotzdem auch noch an den Mechaniken arbeiten. Dann halt kostenlos sozusagen. Genau. Wird man sehen. Ja, genau. Das hätte ich jetzt auch gesagt. Wenn sich derweil mechanisch auch was tut, nicht mal, also im Wesentlichen hast du ja recht, Stefan, weil eigentlich steckt genug drin, dass es schon genügend da ist, dass man dieses Spiel überhaupt nicht erweitern müsste für die nächsten drei Jahre. Ja, doch, es gibt manche Sachen, die sind flach. Also ich finde schon, Religionssystem ist irgendwie belanglos. Das Kultursystem, ich fand es ja cool, dass jetzt Künstler da sind, aber eigentlich sind die belanglos. Also da hat man schon auch noch, also mir würden schon Bereiche einfallen, wo man noch spielmechanisch nochmal raufsatzeln könnte. So ist das nicht. Dieses Casual Game. Aber du hast recht, du hast recht.

Das Religionssystem beruht mehr oder weniger darauf, diese Glaubenseinflusspunkte halt auszugeben irgendwie für ein Paragoni. Ja, aber es funktioniert langweiliger als bei EU4. Ich weiß nicht, wie du das siehst, Rainer. Also ich fand das bei EU4, dem Papst, interessanter. Jetzt ist er irgendwie bedeutungslos für mich gewesen. Ich glaube, das liegt auch teilweise ein bisschen an dieser ganzen Situationsmechanik, weil sich jetzt alles in diesen einen Weg reinstopfen, wie man diese Situationen macht. Das hat natürlich Vorteile. Das wird programmiertechnisch leichter sein, es lässt sich leichter erweitern und so weiter. Aber Aber so eine gesonderte Mechanik, wie es zuvor war, ich habe so einen eigenen Bildschirm für das Heilige Römische Reich und für den Papst und so, das hatte doch mehr Style und hat auch tendenziell zu unterschiedlicheren Mechaniken geführt, als jetzt, wo dann sich sehr vieles immer auf, okay, ich habe da einen Bildschirm mit dieser Situation und da ein paar Knöpfe und irgendwann geht es wieder vorbei. Die fühlen sich nicht so einzigartig an wie vorher.

Ich meine, du hast die Bildschirme ja noch. Du hast ja einen Bildschirm für die Kurie, in der es Abstimmungen gibt. Über die nächste päpstliche Bulle und kirchliche Doktrinen oder so. Aber du hast ja den Bildschirm für das Heilige Römische Reich, wo es Abstimmungen im Reichstag gibt und so weiter. Es funktioniert halt nicht. Also nicht so richtig zumindest. Ich mag es sehr. Also wie gesagt, ich spiele Österreich. Mein einziger Spielzweck besteht darin, dieses Heilige Römische Reich auf mich zuzuschneiden, dass da nie wieder einer aufmuckt. Das ist so das Spielziel von meinem Österreich. irgendwann das komplette Ding zu vereinigen. Aber die, es ist halt mechanisch auch unausgereift, sodass oft keine spannende Spielsituation entstehen kann. Das Reich funktioniert nicht gut, das muss man auch mal so offen sagen. Also da wird mit Sicherheit gearbeitet werden. Also die ganze Mechanik des Heiligen Römischen Reichs ist im Moment nicht befriedigend. Also das ist noch, so würde ich es auch formulieren. Das ist die freundliche, aber es stimmt, die freundliche Version davon, weil ich mag, also Grundsätzlich mag ich die Mechanik. Das ist ja mehr oder weniger dieselbe wie in EU4, dass du baust mit der Zeit kaiserliche Autorität auf, dann kannst du Abstimmungen starten und dann schauen, dass du das Reich halt mehr auf dich zugewägst. Jetzt zahlen halt alle ihre Steuern an mich statt an die Staatskasse, weil es ist doch eine gute Idee, dass ich reicher werde und nicht.

Die anderen oder das Reich an sich. Das Problem ist nur Abstimmungen. Und das gilt tatsächlich für fast überall, wo Abstimmungen stattfinden. In jeder Art von Verbund, dem man dem Spiel angehören kann. Also katholische Kirche oder ein Verteidigungsbündnis oder eine Personalunion oder sonst was.

Abstimmungen sind sehr kaputt. Noch. Eine Zeit lang in der Version, die wir getestet haben, war es so, dass wenn ich eine neue Gesetzesabstimmung in den Reichstag eingebracht habe, hat einfach gar keiner abgestimmt, außer mir. Und das Spiel hat die ganze Zeit immer gesagt, 100% Zustimmung im Reichstag, weil ja nur Österreich abstimmt. Was aber nicht stimmt. Es war nur falsch angezeigt. Alle anderen stimmen gegen mich. Und am Ende ist es gescheitert. Es gab nur keine Anzeige dafür. Jetzt mit dem Patch, den wir aktuell haben, ist es so, es stimmen alle ab, aber immer alle positiv. Also die stehen dann bei zustimmend und dann heißt es auch, hey, 100% Zustimmung im Reichstag. Die Anzeige ist aber wieder falsch. In Wirklichkeit stimmen die alle gegen mich. Ich kann aber dann halt Wähler bestechen und sagen, hey, stimmt doch für mich. Dann denkt das Spiel, aber die stehen doch eh schon in dieser Reichstagsabstimmungsspalte, in der Ja-Spalte. Also die stimmen ja eh schon für dich. Deswegen ist es sehr billig, sie zu bestechen, weil sie sind ja deiner Meinung. Was sie aber eigentlich gar nicht sind, weil wenn ich sie nicht bestechen würde, würde am Ende die Resolution scheitern.

Das macht aber Bestechungen sehr billig, wo man auch merkt, da reden zwei Systeme nicht miteinander. Also das meine ich so ein bisschen mit diesem Sandbox-Faktor und sehr vielen Systemen, Simulationsebenen, die da ineinander greifen. Hier gibt es offensichtlich zwei, die nicht miteinander kommunizieren. Die eine Ebene sagt, es ist die vollste Überzeugung des Fürstentums Mainz, dass dem Kaiser nicht mehr Autorität gegeben werde. Wir werden für Nein stimmen in diesem Reichstag. Dann ist das Spiel aber kaputt und setzt sie trotzdem in die Ja-Spalte. Und dann gibt es das Diplomatie-System, das denkt.

Naja, die sind ja in der Jahrspalte, also sind die doch dafür, dass dem Kaiser mehr Autorität gegeben wird. Das heißt, wenn du bestichst, kannst du ihnen einen Dukaten hinschmeißen in den Dreck und sie sagen, gut, dann stimmen wir fürs Erbkaisertum oder sowas.

Weil da halt dann das Diplomatie-System nicht mit der eigentlichen Landes-KI verhandelt, so an dem Punkt. Und das hast du an ganz vielen Stellen. Also wenn man das weiß, kann man damit umgehen. Das ist ja oft so bei Spielen, die ein bisschen buggy sind, weil ich weiß es ja dann, okay, es stimmt einfach nicht, was mir angezeigt wird. Ich besteche sie halt trotzdem und am Ende kriege ich, was ich will. Aber gerade Abstimmungen sind an so vielen Stellen kaputt. Ich habe zum Beispiel, bei mir hat die Reformation jetzt angefangen, die im Vergleich zur EU4 absurde Dimensionen erreicht, wo die sich überall hin ausbreitet, bis Frankreich, Spanien und sonst wo, und die an sich ein super spannender Spielmodus ist, also wo es auch toll ist dann, dass irgendwie Fürsten vom Reich abfallen, weil sie die Reformation annehmen und so weiter, ähm. Aber dann beginnt das Konzil von Trient, wo es um Kirchenreformen geht und mal alle Reformer und die verknöcherte alte Kirche an einen Tisch zu bringen. Und da gibt es auch Abstimmungen über Kirchenreformen. Und zum Beispiel kann man dann darüber abstimmen lassen, dass der Ablasshandel abgeschafft werden soll. Und dann stimme ich dafür, weil ich sage, Ablasshandel ist blöd, schafft das gefälligst ab. Und dann stimmt irgendwie noch Frankreich dafür und noch irgendwie zwei andere Länder. Und dann stimmen 148 andere Länder, stimmen dagegen. Also 148 Stimmen dagegen, steht auch so in der Anzeige. Und dann ist diese Wahl vorbei und es heißt Ablasshandel abgeschafft.

Was? Also ja, schön, okay, danke. Österreich kriegt immer seinen Willen am Ende, aber was für ein Bullshit. Und ganz viele, also das ist alles reparierbar. Und das sind alles Dinge, die gepatcht werden können. Aber das ist genau ein bisschen meine Sorge, wenn sie dispatchen, was geht dadurch wieder kaputt? Und vielleicht bevor ihr wieder dran seid, als allerletztes Beispiel. Ich habe ja schon gesagt, bei diesen Reichstagsabstimmungen war es lange Zeit jetzt so in der Testversion, dass gar keiner abgestimmt hat, das haben sie jetzt repariert. Jetzt stimmen die Leute wenigstens ab, aber halt falsch angezeigt, also könnte man sagen, einen Schritt weiter. Was dafür aber kaputt gegangen ist durch den letzten Patch, ist unrechtmäßiges Terrain oder Territorium einzufordern, wenn jemand irgendwie Stücke vom Heiligen Römischen Reich erobert, denn das kann ich jetzt auch machen, wenn Ägypten irgendein Gebiet am Roten Meer besetzt. Kann ich auch sagen, gib das mal wieder zurück als unrechtmäßiges Territorium, was halt Unsinn ist. Erstens, machen sie es dann nicht. Also ich gebe ihnen quasi Geld, es kostet Geld, das zu fordern, dann gebe ich ihnen Geld und sie geben es einfach nicht zurück. Aber es ist ja auch völlig richtig, dass sie nicht zurückgeben, weil es gehört ja nicht zum Heiligen Römischen Reich, was da unten am Roten Meer passiert. Also das ist jetzt dann wieder etwas kaputter, als es vorher war und das ist meine größte Angst immer, dass so ein Patch immer zwei Schritte vor, zwei Schritte zurück ist.

Ich glaube, dass viel daher kommt, dass sie zwei Container haben, einmal für die Situationen und einmal für die internationalen Organisationen. Das ermöglicht ihnen sehr viele davon, ein Spiel zu bauen, weil die programmiertechnisch alle gleich funktionieren, also alle auf dem Gleichen aufsatteln. Und dann kannst du das, musst du nur die Inhalte sozusagen ändern und dann hast du lauter Situationen für alle möglichen Fälle und für alle möglichen Länder. Aber das führt eben auch dazu, denke ich zumindest, dass dieser Baustein sozusagen sich einfach nicht auf jede Situation richtig anwenden lässt. Und vorher hattest du halt einfach einen Programmierbaustein für das Heilige Römische Reich und konntest dann an dem rumwerkeln, damit diese eine Mechanik richtig gut funktioniert. Und auch bei EU4 hat ja gerade bei diesen Sondersachen auch immer wieder ewig viel nicht funktioniert. Das Heilige Römische Reich wurde, glaube ich, tausendmal gepatcht. Aber jetzt ist es halt von dem her im Release-Zustand noch schlimmer, weil sie haben mehr drin, aber auf Kosten davon, dass die einzelnen Situationen sich weniger auf diese spezielle Situation einstellen können, programmiertechnisch, und dass deswegen da so viel.

Relativ gleich beliebiges und nicht funktionierendes Zeug rauskommt. Also, ich glaube, den Zuhörern ist jetzt klar, was das Problem ist an dem Spiel. Man könnte jetzt noch drei Stunden darüber reden, welche einzelnen Bugs es gibt. Das Problem ist, das kann sein, dass es in drei Wochen völlig irrelevant geworden ist, weil die weg sind. Ich würde gerne nochmal zwei, drei so grundsätzliche Punkte ansprechen und eure Meinung darüber hören.

Was wirklich eine wesentliche Veränderung ist, und da bin ich mir nicht sicher, wie gut das ankommen wird, ist das Missionssystem. Denn EU4 hatte ein sehr beliebtes Missionssystem, wo quasi jedes Land mit der Zeit dann einen komplexen Missionsbaum hatte, an dem man sich so ran langhangeln konnte, wo man bestimmte interessante historische oder alternativhistorische Ziele erreichen konnte und wo es dann Belohnungen gab. Das war sehr befriedigend für viele Spieler. Und das haben sie komplett rausgenommen, muss man sagen. Dieses alte System, auch ganz bewusst, auch programmatisch. Johann Andersson hat gesagt, er ist sehr überzeugt davon, dass er es nicht haben möchte. Auf diesem Berg wird er im Zweifel sterben, auf diesem Hügel, weil er glaubt, das ist halt Railroading.

Das ist irgendwie mit so einem Railroad-Shooter verglichen. Er will halt die Hardcore-Sandbox haben und er möchte nicht mehr die Spieler über die Mission, quasi so auf Stiegen führen. Es gibt ein Missionssystem, das sollte man erklären, aber das ist sehr anders geartet. Das haben sie auch gesagt, das ist eher so eine Art Onboarding-Tutorial-Geschichte, wo du so in bestimmten politischen Bereichen, Wirtschaft, Innenpolitik, so kleine Ziele erreichen kannst, wo du auf so Spielmechaniken gestupst wirst. Hey, mach doch das mal und mach doch das mal. Ich bin sehr gespannt, gerade weil das so populär war bei EO4, ob das nicht vermisst werden wird. Ich weiß nicht, wie ihr das im Spiel gesehen habt. Trägt das Spiel das oder habt ihr die Mission vermisst?

Ich glaube schon, dass es einen Großteil von Leuten gibt, die das vermissen werden, weil es dir eben auch diese Hand reicht, zu sagen, okay, jetzt entwickle ich dahin, jetzt mach das. Man kann sich schon auch ein bisschen verloren fühlen, erst recht mit Ländern, wo man keine Ahnung hat. Also ich habe eine klarere Vorstellung, was ich mit Portugal mache, als mit irgendeinem Staat in, weiß ich nicht, in der Türkei, wo ich historisch nicht weiß. Also wenn ich so dieses historische Gefühl so ein bisschen nachspielen will, dann hilft das schon sehr. Aber ich glaube, andersrum, dass es die richtige Entscheidung ist, das in diesem Spiel nicht drin zu haben, weil es nicht zur Vision des Spiels passt. Und dann ist es mir lieber, wenn sie sagen, okay, wir machen das, was für dieses Spiel am besten ist. Und wenn ihr das andere wollt, dann spielt EU4. Und sie haben das auch so gesagt, dass EU5 wird nicht für jeden was sein. Und es werden nicht alle aus EU4 glücklich damit sein. Das nehmen sie hin. Und ich finde es dafür die richtige Entscheidung. Ob es wirtschaftlich die richtige Entscheidung ist, weiß ich nicht, aber rein spielmechanisch.

Finde ich es richtig. Ja, also ich mochte das System eigentlich früher in EU4. Das liegt aber auch daran, dass EU4 das erste Spiel war, wo ich wirklich versucht habe, in der Tiefe reinzugehen. Ich möchte nicht sagen, dass ich es geschafft habe, aber dass ich versucht habe, zu verstehen, auch mit YouTube-Tutorials. Schaut Steinwallen, da kann man viel lernen tatsächlich.

Aber dann halt das erst mal richtig zu lernen und dann helfen die Missionen wahnsinnig, einfach zu wissen, okay, in welche Richtung sollte ich schauen. Auch gerade, wenn man den geschichtlichen Hintergrund vielleicht nicht im Detail kennt. Was weiß ich denn, ab wann Österreich mit Böhmen zusammen in der Personalunion verbunden war. Mir doch wurscht. So, aber das Spiel hatte ich halt ein bisschen dahin geführt. Jetzt, und ich glaube, das wären, also, ich würde mal sagen, in dem Zustand, wo es jetzt ist und so, wie das Spiel ausgerichtet ist, wären nicht viele es spielen, die vorher noch nie ein Europa Universalis gespielt haben. Das heißt, wenn man grundsätzlich weiß, in welche Richtung man sich entwickelt hat, Mit dem Land, was man spielt, dann brauchst du es eigentlich nicht, weil ich habe ja die Automatismen jetzt, was Österreich angeht, schon drin. Bündnis mit Ungarn, mal schauen, wie ich Böwen auf meine Seite kriege, mich bei Italien einschleimen, dass die nicht allzu weit abfallen, plus gleichzeitig versuchen, das Heilige Römisch Reich irgendwie zu vereinigen. Also dann muss ich keine Mission haben, die mir das sagt. Wenn es jetzt, aber da bin ich bei Rainer, wenn es jetzt irgendein Teil der Welt ist, das Sultanat Delhi oder sowas, wo ich halt wirklich auch wieder keine Ahnung habe, was da die historischen Hintergründe sind, dann würde es mir auch fehlen.

Also eigentlich habe ich jetzt gar keine Antwort gegeben, sondern gesagt, ja, mal so, mal so. Ich glaube, es werden schon einige neue Spieler dazukommen, die EU4 nicht gespielt haben. Echt, glaubst du? Ja, glaube ich. Ich habe da auch einige Kommentare gelesen. Hey, EU4 habe ich verpasst und so. Ich meinte, das Spiel ist ja auch zwölf Jahre alt und hat dann wahnsinnig viele DLCs bekommen. Und wenn du jetzt das alles kaufen wolltest, gut, du konntest das Abo abschließen oder konntest irgendwie 500 Euro ausgeben. Das hat dann auch abgeschreckt. Und ich habe schon viel Feedback bekommen nach dem Motto, okay, jetzt ist der Moment, es kommt neu raus. jetzt steige ich mit ein. Aber für die wird das schwer werden. Das muss man einfach mal sagen. Ja, das war. Es gibt zwar ein Tutorial. Ich finde, das ist auch ganz okay. Es erklärt so absolute Basics.

Aber ja, also man muss einfach so eine gewisse Leidensbereitschaft haben, sich halt so richtig reinzufuchsen in Details. Man muss halt Tooltips lesen ohne Ende. Es gibt schon ein sehr mächtiges Tooltips-System. Ähm, Es ist auch sehr, sehr viel durch die Tooltips transparent gemacht. Leider auch nicht alles. Ich will nur mal ein Beispiel geben, vielleicht als kleine Vorwarnung. Es gibt ein relativ komplexes Nahrungssystem, das Auswirkungen hat auf die Provinzen, aber auch auf die Armeen. Und dann ist es so, dass das Spiel, wenn jetzt in einer Provinz, in einer Ortschaft Nahrung fehlt, dann kaufen die automatisch Nahrung vom Markt. Und wenn man da nicht aufpasst und sich des Problems bewusst ist, dass zum Beispiel, wenn man Städte gründet, gewissermaßen weniger Nahrung produziert wird, aber mehr gegessen wird, da kann man da in eine absolute Todesspirale reinlaufen. Holland ist so ein Klassiker, wo das gerne passiert, wo man dann plötzlich über Winter mal irgendwie Ausgaben hat von 300 Dukaten, ganz plötzlich, die vorher nicht da waren, weil das System auf eine ganz merkwürdige Art und Weise automatisch Nahrung vom Markt kauft.

Und es einen auch nicht warnt, warum es das tut und man kapiert das auch erstmal gar nicht, warum es das tut. Es gibt keinen Hinweis darauf. Man muss also wirklich das System, und das System ist auch ein bisschen merkwürdig. Ich würde ja lieber entscheiden können, sollen die Leute hungern? Sollen sie doch sterben? Ich möchte jetzt nicht, dass sie die 300 Dukaten da haben.

Warum unterstütze ich als Staat deren Nahrungsbedarf? Ja, es muss doch meine Entscheidung sein. Da hätten sie doch Rüben anbauen sollen im Vorgarten. Da macht es das zum Beispiel automatisiert und das Das ist völlig unklar, warum und wieso. Oder noch ein anderes Beispiel. Es ist so, dass ich habe eine Hauptstadt, plötzlich gibt es einen totalen Einbruch bei meinen Produktionsbetrieben irgendwie. Da arbeiten nur noch 25 Prozent der Leute in den Bürgerbetrieben. Totaler Einbruch der Steuereinnahmen und so weiter.

Da kapiert man erstmal gar nicht, warum, wieso, was ist denn los, hat sich doch nicht ganz erendet. Ja, okay, es gab da zwei, drei kleine Krankheiten, die da durchgelaufen sind. Das waren so Events, hat man gesagt, oh schade, ja, in der Hauptstadt ist eine Krankheit, blöd gelaufen. Ja, aber da sterben Leute, das und beziehungsweise vor allem, das führt zu Verwüstung oder so, zum Sinken des Wohlstandes. Das hat eine Konstruktion auf die Produktionseffizienz. Das heißt, die Effizienz der Gebäude ist geringer. Minus 25 Prozent. Einfach minus 25 Prozent klingt doch harmlos. Nein, die können nicht mehr marktgerecht produzieren. Dadurch entlassen die Gebäude ihre Arbeiter. Dadurch arbeiten da keine mehr. Dadurch verdient man keine mehr. Dadurch hat man massive Steuereinnahmen. Und plötzlich hat man einen komplett kaputten Staatshaushalt. Man weiß eigentlich nicht, warum. Das heißt, da muss man sich erst richtig so in die Systeme friemeln. Was ist da jetzt passiert? Ah, es war die Seuche. Ja, das ist aber, also das ist ja eigentlich geil. Also das Spiel kommuniziert es halt nicht richtig, das ist halt blöd. Aber eigentlich, dass diese Simulation, diese Tiefe, das ist doch das, was wir lieben an dem Ding. Man muss auch sehr aufmerksam spielen, tatsächlich. Ich habe an einer Stelle.

Hätte ich gesagt, weiß ich immer noch nicht genau, wie es passiert ist, aber ich hatte irgendwo einen Fehler gemacht, dass ich wahnsinnig viel Stabilität verloren habe. Und das kann passieren, wenn man ein Gesetz ändert, zum Beispiel ohne Zustimmung deines Parlaments. Es kann passieren, wenn du einen Krieg erklärst ohne Kriegsgrund. Es gibt halt viele Gründe, die dich das kosten können. Ich bin mir nicht mehr sicher, was ich gemacht habe. Kostet auch Stabilität, wenn irgendwie die Pest durchs Land rollt und so, weil die Leute dann halt sagen, oh, der Staat kann mir auch nicht helfen.

Aber irgendwas ist passiert, ich habe 100 Stabilität an Gebüß, war da mal minus 88, mein Land geht vor, die Hunde alles stände, Adel, Klerus Bürgerschaft und so, rebellieren fröhlich vor sich hin dann stirbt mein Erbe, bei einem Jagdunfall, dann stirbt mein Herrscher an Altersschwäche, ich bin in einer Regentschaft, verliere den Kaisertitel im Heiligen Römischen Reich, der neue Kaiser, irgendwie so ein Luxemburger Heini, der auf den Thron kommt, wird dann irgendwie Wildes Reich dezentralisieren und senkt erstmal die Autorität des Kaisers, also bewegt es in exakt die gegengesetzte Richtung, die ich brauche mit Österreich und dann sitzt du halt da und denkst, eigentlich super fantastische Spielsituation, großartige Herausforderung, dass das Spiel mir jetzt so eine reinwirkt und mal gucken, ob ich da wieder rauskomme, Aber warum habe ich diese Stabilität verloren?

Weil es halt irgendwo nur als kleiner Menüpunkt steht. Also auch da, wenn man neu reinkommt und nicht wirklich aufpasst, was man macht, kann es echt schief gehen. Aber ich würde sagen, es ist viel, was man sich erarbeiten muss. Und ja, es gibt ein paar Momente, da wo das Spiel auch nicht aktiv kommuniziert und dir nicht sagt, hey, pass mal auf, keine Ahnung, das Bündnis hat sich gerade aufgelöst und hast gar keinen Bündnispartner mehr oder so. Da ist es manchmal nicht so gut drin. Aber durch dieses so mächtige Tooltip-System, das sie auch wirklich gut gemacht haben, weil du fast auf jede Zahl, überall kannst du drüberfahren und dann zeigt es dir wieder an, wie das weitergeht, ist dieser Lernaufwand, finde ich, deutlich weniger frustrierend, als er das früher war. Also bei EU4 zum Beispiel, da musste ich viel mehr einfach ausprobieren. Entweder musst du es mir jemand sagen oder du musst es mit Trial and Error einfach ausprobieren, wie irgendwas funktioniert und dann konntest du es dir vielleicht erschließen. Und in vielen anderen Strategiespielen ist es auch so, dass du oft einfach nur durch Ausprobieren herausfinden musst, wie was funktioniert und hier kannst du es dir aber suchen. Und ich finde, das nimmt sehr viel Frust raus, weil du eben sagen kannst, okay, ich will jetzt verstehen, warum ich nicht viele Einnahmen mache. Dann war bei mir bei Kerstin in meinem ersten Spiel der Fall. Dann schaue ich in meine Nachbarländer, okay, was ist jetzt da anders? Dann havere ich da drüber.

Warum zahlen bei denen die Bürger auf einmal so wahnsinnig viel wie Steuern? Und so weiter. Und ich kann mir dadurch, ich kann das so entdecken, das Spiel. Und ich finde, Das ist sogar teilweise dann noch nicht mal mehr was Negatives. Also dann sage ich nicht mehr, ich muss das alles lernen, wann mache ich das, kann ich auch gleichzeitig meine Doktorarbeit schreiben. Sondern ich freue mich schon fast drauf, dass ich jetzt heute finde ich heraus, wie Steuern funktionieren. Klingt ein bisschen absurd, aber zumindest für unseren Spielertyp, glaube ich, ist das eher was Positives. Und ich finde schon, das macht einen großen Unterschied beim Reinkommen in so ein Spiel. Ja, genau. Aber man muss halt wissen, wenn man keinen Spaß daran hat.

Sowas zu lernen, wenn man keinen Spaß am Lernprozess hat, dann ist das nix. Das ist im Prinzip so eine Art Dark Souls Prinzip, wenn man halt auch Bock drauf hat, sozusagen immer wieder zu probieren, tiefer einzusteigen und so weiter, dann kann man damit Freude haben, wenn nicht, dann nicht. Ja, also stimme ich vollkommen zu. Ich habe es gestern gemerkt, als ich ein neues Spiel angefangen habe, nach dem Patch, um einfach zu schauen, was hat sich geändert, wie ändert sich auch der Spielbeginn und sowas, habe ich gemerkt, hey, du bist jetzt wahnsinnig viel effizienter darin, erstens deine Wirtschaft aufzubauen und zweitens auf die Pest zu reagieren, weil nein, das ist keine gute Idee, Massengottesdienste zu feiern, wenn die Pest anfängt. Also, so haben wir was gelernt, vielleicht lieber Pesthäuser bauen. Hier, kostenloser Tipp für alle. Also, und ich weiß jetzt, worauf ich auch mehr achten muss, was das Wirtschaftssystem angeht, was dieses Kontrollsystem angeht. Es ist wichtig, dass man einen hohen Kontrollwert in Provinzen hat, der nimmt aber ab, je weiter sie von der Hauptstadt entfernt sind, Was halt blöd ist, wenn man irgendwie Tirol beherrscht, aber die Hauptstadt ist Wien, also echt weit weg. Dann kannst du ein Kabinettsmitglied einsetzen, dass da die Kontrolle erhöht, dass die Silberbergwerke in Tirol, die halt wahnsinnig wichtig sind, mehr Kohle abliefern, weil je höher die Kontrolle, desto höher die Steuereinnahmen. Und solche Sachen durchsteigt man dann langsam.

Vielleicht das, um das mal zu dem auszubauen, was ich eigentlich liebe an diesem Spiel, generell an Europa und Versailles, aber auch am fünften Teil, ist, es ist einfach so eine wunderbare Mischung, wenn es funktioniert, aus kurzfristigen Erfolgen und langfristiger strategischer Planung und Intrige. Und das ist so motivierend. Also kurzfristige Erfolge kann sowas sein wie, ich habe es geschafft, die Inflation zu senken oder ich habe durch Forschung einen weiteren Kabinettsministerposten freigeschaltet, der mir jetzt hilft, meine Bevölkerung zu meiner Kultur zu bekehren, weil das führt dazu, dass die Provinz schneller ein Kern meines Landes wird, was die Kontrolle wieder erhöht, was die Steuernahmen erhöht. So, muss erst mal verstehen, aber solche Sachen zu durchdringen, kleine Sachen freizuschalten, eine Stadt erfolgreich zu belagern, das ist jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis. Plus, du machst halt Pläne in diesem Spiel, die 200, 300 Jahre überspannen. Das Heilige Römische Reich auf Kaiserautorität umzukrempeln, geht ja nicht innerhalb von 20 Jahren. Auch weil immer alle pisst sind, wenn ich so eine Entscheidung treffe. Wenn ich dem Reichstag sage, okay, ich stärke die Autorität des Kaisers, verliere ich Ansehen bei jedem anderen Land. Ich habe Trier, seine Kurfürstenwürde, entzogen, weil ich mir dachte, wir haben zu viele Kurfürsten.

Da muss ich zu viele Leute bestechen bei Abstimmungen. Trier, du bist raus. So, da ist die Tür. Das fand Trier aber nicht so gut. Und dann bist du irgendwie 100 Jahre lang ist Trier sauer auf dich. 100 Jahre. Und ich denke mir, ja gut, aber mache ich halt schon mal Pläne.

Ja, aber es geht ja um das Beste für uns alle. Da muss ich halt sagen, da ist Trier auch ein bisschen kurzsichtig jetzt an der Stelle, aber fair. So, aber dann ist halt mein Plan, Was passiert dann in 100 Jahren, in 200 Jahren? Was macht Frankreich? Was ja immer die große Bedrohung ist für das Heilige Römische Reich. Frankreich knabbert ja die ganze Zeit vom Westen her an deinen Provinzen. Und wie lange kann ich das zulassen, bevor irgendwie der große Krieg ausbricht? Aber Frankreich ist halt ziemlich mächtig mit seinen großen Armeen. Also auch das, immer zu überlegen, wie viel kann ich retten? Wo muss ich Abstriche machen? Worauf fokussiere ich mich jetzt auch strategisch gesehen?

So toll. So toll. Ich kriege Gänsehaut. Deswegen habe ich mich ja so auf dieses Spiel gefreut. Und deswegen, ich weiß nicht mehr, wer ist von euch nicht? Ich glaube, Stefan, du hast es vorhin gesagt, dass dich das Spiel auch begleitet, wenn du es abschaltest, so ein bisschen, ja, mich auch. Weil ich mir so denke, okay, was ist der nächste Plan, der aufgeht? Oder halt vielleicht nicht, wenn halt wieder der Erbe bei einem Jagd-Unfall stirbt. Also das ist... Und man muss auch dazu sagen, zur Einschätzung für die Leute, die die Paradox-Spiele schon kennen, dadurch, dass man so viel im Alltag machen kann, sozusagen von dem Start, geht das Spiel auch deutlich langsamer voran. Also ich spiele ewig an einem Jahrhundert rum, also wo ich vorher bei EU4 halt einfach mal durchlaufen lasse, weil ich jetzt einfach nur warte, bis ich ein bisschen Geld eingenommen habe oder so. Ich kann die ganze Zeit was verbessern und also dadurch läuft das so unfassbar langsam, was gut ist, aber bis man da den Endscreen sehen würde, das würde schon sehr lange dauern.

Aber ich habe noch einen anderen Aspekt, den wir noch nicht wirklich hatten weil mich da interessieren würde, wie es Steinwallen gefällt, nämlich das Militärsystem oh, Weil ich finde, dass, ich finde es okay, aber mir gefällt tatsächlich das EU4-System besser. Es ist auf eine gewisse Weise simpler, aber es spielt sich schöner. Und dieses System geht mir persönlich zu sehr in die Crusader Kings Richtung, da wo es zwar tausend Details gibt, aber ich am Ende des Tages einfach alles immer mit Masse erschlage. Und ich auch zu viel Busy Work habe, dass mir der Krieg Spaß macht. Also zu oft habe ich das Gefühl, jetzt muss ich wieder die ganzen Aufgebote zusammenziehen, muss schauen, dass sie während sie marschieren nicht von irgendwas abgefangen werden und so weiter. Also ich finde es eher ein bisschen westig. Es ist besser als in Crusader Kings, aber ich finde es immer noch nicht so gut. Ähm, Also, auf allen Ebenen ist EU5 wirklich ein sehr anderes Spiel als EU4. Und ich finde, das Militärsystem bei EU4 passt sehr gut zu dem Rest von EU4. EU4 ist eigentlich ein ziemliches Straightforward-Spiel. Wenn man weiß, wie es geht, kann man wirklich relativ schnell interessante, lange Kampagnen erleben, die on-point sind. EU5 ist ein sehr granulares, detailliertes, unfassbar detailliertes Spiel. Und ich finde, zu diesem Ansatz passt auch das neue Militärsystem. Ich will zwei, drei Sachen sagen, die es verändert.

Du hast es eben schon erwähnt, es gibt Aufgebote. Das gab es ja bei EU4 nicht. Das heißt, es wird unterschieden zwischen professionellen Soldaten und quasi so dieses mittelalterliche System, dass man einfach seine Lebensleute, Bauern, in den Krieg ruft. Im Prinzip wie bei Crusader Kings. Und am Anfang gespielt, basiert es eher auf die Aufgebote und im Laufe der Zeit professionalisiert man sich. Das finde ich schon mal eine sehr coole Änderung, weil das Aufgebotssystem spielt sich sehr anders. Es gibt keine Manpower, wo das dann wieder aufgefrischt wird, sondern du hast jetzt deine 20.000 Bauern, und mit denen musst du halt irgendwie jetzt diesen Krieg gewinnen, und wenn 10.000 sterben, dann kommen die auch erstmalig wieder. Und es sind auch 10.000 Leute, die dann tatsächlich vor Ort fehlen. Das sind ja Pops. Die sind also weg. Das beschädigt im Zweifel auch deine Wirtschaft, wenn du nicht so viele Leute hast. Das verändert das Spielgefühl sehr, und irgendwie das ist auch ein cooles Gefühl, wenn du dann deine ersten Kasernen baust und professionelle Soldaten hast und dann einen Krieg damit führst. Das finde ich eine super coole Änderung. Das zweite, was sehr anders ist, ist, dass man jetzt so Flanken besetzen kann.

Linke Flanke, Mitte, rechte Flanke und eine Reserve. Und das macht natürlich die Schlachten viel, praktisch interessanter, finde ich auch als EU4, wenn man das mag, sich mit Detail zu befassen. Aber man muss, und da ist das Spiel wirklich gut, man muss einsteigen in diese detaillierten Mechaniken, weil es hat dann so ein Initiative-System, wie schnell erreichen bestimmte oder wie schnell gehen Einheiten ins Gefecht. Und wenn man das aber verstanden hat, dann ist das so fast so ein bisschen Stellaris-mäßig, dass man seine Armee komponieren kann. Das heißt, du hast initiativestarke Einheiten, zum Beispiel so Plänkler oder Bogenschützen, die am Anfang sehr effizient sind, Schaden machen, weil der Gegner vielleicht nur schwere Einheiten hat, die langsam vorrücken. Und so kannst du durch eine Armeekomposition coole Dinge erreichen und dich auch so ein bisschen konzentrieren, wenn man Lust hat, sich darauf zu fokussieren. Das gefällt mir eigentlich wirklich gut. Und dann hat es noch so ein Nachschubsystem, das es von Imperator Rom übernommen hat, das ist auch neu. Das kann ich mir vorstellen, dass das viele Leute nervt, weil das auch etwas unklar ist, wie funktioniert das? Wie weit reicht der Nachschub?

Ja. Leider ist es tatsächlich so, dass das Militärsystem auch jetzt dieses Schlachtsystem noch seine Macken hat. Zum Beispiel ist es so, dass bei EO4 es eigentlich immer so war, wenn eine Armee keine Moral mehr hat und man die dann wieder angreift, dann ist das ein Stackwipe. Dann ist die ganze Armee weg. Das ist jetzt nicht mehr so. Das führt zu Ping-Pong-Schlachten manchmal als das Problem. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich finde das Militärsystem schon spaßig, auch wegen der vielen detaillierten Gebiete, durch die man marschieren kann. Man muss sehr stark auf die Geländeboni achten, das finde ich gut. Also habe ich zumindest den Eindruck, wenn Kissen sind häufig knapp. Mir macht es tatsächlich Spaß für dieses Spiel. Passt sehr gut dazu. Ich könnte es mir nicht anders vorstellen. Also das EU4-System in EU5 würde meines Erachtens nicht gut funktionieren. Aber ich finde, sie hätten mehr mit, also ich finde gerade, dass Terrain zum Beispiel erstaunlich wenig ausmacht tatsächlich. Was? Ganz andere. Also bei mir ist es so, in EU4, wenn in dem Berg zu kämpfen, es macht unendlich viel Unterschiede. Aber hier, klar, wenn du mit jetzt mit einer gleich starken Armee aufeinander gehst, dann verlierst du im Berg. Aber wenn ich halt, und das stört mich auch an den stehenden Truppen, ich finde, dass die Balance da oft nicht passt. Weil, wenn ich halt mit einem 20.000-Mann-Stack daherkomme, der frisst auch gar nicht wirklich viel Attrition, also Abnutzung.

Und auf irgendwie 2000 professionelle, also am Anfang zumindest professionelle, so seelprofessionelle Soldaten in den Berg drauf Laufgewinne ich trotzdem, weil einfach die Masse das komplett erschlägt. 2000 ist vielleicht so ein bisschen viel, aber die werden auch enorm teuer. Am Anfang kann sich das so niemand leisten. Dann baut jemand vielleicht 500 wirklich teure stehendes Heer auf oder vielleicht Zöldern, die auch viel zu teuer sind, meiner Meinung nach. Und dann komme ich halt mit meinem 20.000 Stack und laufe einfach drüber. Das meine ich, was es schlecht, also in diesen Details macht es, die ganze Bewegung und so weiter ist alles weniger relevant, weil ich so viele dieser an sich tollen Details mit Masse immer wieder erschlagen kann. Und auch andersrum, wenn ich jemanden angreife, der einfach deutlich mehr Truppen hat wie ich, dann gibt es einfach keinen vorbei. Ich kann den dann nicht besiegen. In EU4 konnte ich aber mit geschickter Burgenplatzierung und Ausmanövrierung die KI auch als deutlich schlechterer von der Heergröße her trotzdem besiegen.

Und das geht jetzt nicht mehr auch deswegen, weil die Bewegungsfreiheit mir nicht genügend eingeschränkt ist. Also du kannst immer überall hinlaufen. Also mit Kastilien habe ich ringsherum Burgen, Und trotzdem kann jeder Gegner einfach komplett durch mein Reich beliebig durchlaufen. Und das stört mich enorm, weil du dadurch so viel taktische Raffinisse rausnimmst aus dem eigentlichen Krieg. Das mit dem Boom verstehe ich nicht, weil eigentlich das Festungs- und Kontrollsystem ja noch so geblieben ist. Weiß ich nicht.

Das, was du am Anfang gesagt hast, ja, das ist, glaube ich, in der ersten Phase des Spiels so. Und mit erster Phase rede ich von den ersten 100 Jahren. Und das ist sehr viel Spielzeit. Aber ich glaube, die Technologie ist halt so darauf ausgerichtet, dass über die Zeitalter diese professionellen Armeen immer, immer, immer stärker werden. Und du hast dann ab einem bestimmten Punkt dann nicht mehr die Situation, wo du mit 20.000 gegen 2.000 gewinnen kannst, weil die halt immer besser werden und die Aufgebote quasi nicht mehr mithalten können. Das ist so eine eingebaute Progression. Also wenn es so einigermaßen gleich auf ist, finde ich das Geländesystem sogar viel relevanter, Weil zum Beispiel jetzt wird unterschieden zwischen Berg und Berg mit Wald oder Hügel, Hügel mit Wald. Das sind dann eigene Faktoren. Da kann man dann zum Beispiel minus drei Abzüge bekommen, wenn es ein Berg mit Wald ist. Das war vorher auch nichts.

Ja gut, das sind jetzt Details. Ja, ich glaube, das mit dem Burgsystem, dass die Kontrollzone sich nicht mehr so wirkungsvoll anfühlt, liegt daran, dass die Karte halt kleinteiliger ist durch mehr Orte. Also man müsste eigentlich eine noch dichtere Burgenkette bauen am Ende, damit da halt keiner durchkommt. Früher konntest du dann, musstest du halt nicht so feinmaschig bauen und kommst dann leichter daran vorbei. Was ich sehr mag an diesem System ist, wie sehr die Alpen mir in alles reingrätschen, was ich mache als Österreich, weil du halt erstens in den Alpen ohnehin nur durch Pässe laufen kannst und nicht einfach über den Berg drüber, das verstehe ich mit einer Armee, und dann friert es auch noch im Winter zu. Das heißt, wenn es schlecht läuft und eine Armee von mir gerade im Winter auf dem Berg ist oder auf einem Pass ist, ist die da bis April, weil sie fest friert. Autsch, also mehr Planung. Und es gibt bestimmte Bereiche der Karte, wenn ich mir denke, halb wieder nicht blöd, greife ich Frankreich von unten an, so über die Provence an der Mittelmeerküste entlang. Ja, da musst du aber erst mal runter und um die Alpen rum, diesen ganzen Weg über Italien und dann quasi da rein. Was ja halt einfach ewig dauert. Also das finde ich halt wieder cool an diesem Geländesystem und in dieser Kleinteiligkeit, dass es dich teilweise zwingt, andere Wege über die Karte zu suchen oder anders über Terrain nachzudenken vielleicht, als man es früher hat. Ich würde auch gar nicht sagen, dass es ein prinzipielles Problem hat. Ich finde nur, dass die Balance teilweise noch nicht ganz passt.

Und das Einzige, was vielleicht schwierig zu lösen sein wird, ist diese Kleinteiligkeit der Provinzen. Also ich hatte immer wieder das Problem, auf gewissen Zoomstufen überhaupt zu erkennen, in welcher Provinz ist mein Gegner gerade und in welche will er gerade hineingehen. Und das erschwert aber immer mal wieder die taktische Vorgehensweise. Und dann auf einmal ist sie da und die Truppen bewegen sich doch auch relativ flott, also gefühlt schneller als bei EU4. Also ich habe weniger Zeit im Verhältnis zu dem, wie lange zum Beispiel Belagerungen oder Schlachten dauern. Also die dauern relativ lang, aber die Bewegung selber geht ziemlich zackig und dadurch bin ich immer wieder überrascht, wie schnell jetzt auf einmal ein Gegner, den ich gerade erst besiegt hatte, irgendwie schon wieder da ist.

Ja, ich habe mich sehr geärgert, dass manchmal die Kriegspunkteberechnung irgendwie komisch ist. Du verdienst ja wieder Punkte, wenn du Erfolge im Krieg feierst. Und ich wurde in den Krieg reingezogen, als Schweden das Heilige Römische Reich angegriffen hat, um, ich glaube, Lüneburg zu erobern oder sowas Absurdes. Da habe ich gesagt, okay, es geht halt nicht. Du kannst dann versuchen, Frieden zu erzwingen als Großmacht, die ich ja war mit Österreich. Aber Schweden hat gesagt, nein, danke. Und dann trittst du dem Krieg bei. Wenn ihr keinen Frieden wollt, dann habt ihr das Gegenteil zu tragen. Und ich habe halt, also meine glorreiche österreichische Armee hat den Schädel hingehalten, um die Schweden da aus Lüneburg rauszuhalten. Die Schweden zurück ins Meer gefrügelt. Und das lag alles bei mir. Tausende loyale, mehr oder teilweise auch nicht so loyale Soldaten von Österreich haben sich da in die Schlacht geschmissen. Was hatte ich? Null Prozent Kriegspunkte. Also manchmal klappt es auch, manchmal kriege ich die Punkte dann, manchmal kriege ich auch einfach keine. Also da hat mir Schweden einfach immer so einen Pattfrieden angeboten, obwohl ich halt irgendwie 10.000 schwedische Soldaten besiegt hatte und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass sie diesen Krieg verloren haben. Also da sieht man halt, es gibt so viele Systeme, so viele Dinge im Spiel, wo man einfach noch an den Schrauben drehen muss und an den Modifikatoren, die da im Hintergrund und Systemen, die da laufen. Das wird eine Weile dauern. Aber apropos.

Zahnräder jetzt, Schrauben und Zahnräder. Was wir natürlich erwähnt haben, ist auch die Automatisierung, was ich auch eine ganz tolle Sache im Grunde finde, weil, dir das Spiel immer wieder erlaubt, alle einzelnen, alle möglichen Bereiche des Spiels an den Computer zu übergeben, dass der sich jetzt darum kümmert. Bei manchen Sachen wie dem Handel zum Beispiel ist das fast unverzichtbar, weil es zu kleinteilig ist, auf Dauer zumindest. Aber selbst da kann ich dann sogar noch im Detail den Grad einstellen, wie viel Automatisierung ich zulassen will und das hilft zum einen Sachen, dir abzunehmen, die einem lästig sind aber zum anderen auch das Spiel zu lernen, weil ich am Anfang einfach sagen konnte, okay, ich könnte mich jetzt nur mal auf einen Teil und lass halt den ganzen Wirtschaftskram irgendwie den Computer machen und also ich finde, das ist, das gibt es schon irgendwo in einem anderen oder fast irgendwo in einem anderen Spiel und ich finde das eine wirklich richtig coole Sache.

Ja, du kannst ja selbst sowas wie die Kolonisierung der KI überlassen und sagen, nö, kümmert euch doch hier automatisch, dass irgendwie neue Landstriche erobert werden und sowas. Ich erinnere mich ein bisschen, da geht es sogar noch mehr in Sachen Automatisierung an Distant Worlds 2, dieses Weltraumstrategiespiel, was du einfach auch nicht spielen kannst, ohne dass du die Hälfte davon automatisierst, weil da so viel auch gleichzeitig passiert. Da ist EU5 fast schon ein zahmes Biest im Vergleich. Aber das ist eine sehr gute Idee. Also fand ich auch. Gerade Steuersätze oder sowas. Ich will ja nicht micromanagen, wie viel Steuer jetzt der Adel zahlt. Das ist doch total wichtig. Ja, natürlich. Echt? Verhandelt? Ja.

Also das Einzige, was, glaube ich, man automatisieren muss, weil ich kann mir nicht vorstellen, wie es anders ist, sind diese Produktionsmethoden in den Gebäuden. Du hast am Ende irgendwie 10.000 Gebäude. Ich weiß gar nicht, wie das so ohne Das geht ja gar nicht. Ja, genau. Dann irgendwie, woraus soll das Bier gebraut werden? Und dann kannst du da noch die Produktionsmethode wählen. Sechs Methoden gibt es, ne? Ja, wobei ich es ganz cool finden würde, wenn man bei einzelnen Gebäuden das Ausnahmung machen kann. Aber das kann man, glaube ich, nicht. Bei dem Gebäude möchte ich das mal ausnahmsweise selber bestimmen. Da geht es nur ganz oder gar nicht. Beim Handelssystem ist das wirklich besser gemacht. Da kann man zum Beispiel sagen, okay, diese Handelsroute, die ist mir strategisch so wichtig, die bitte ausnehmen von der Automatisierung. Das ist sehr mächtig. Aber ich habe den Eindruck, dass die Produktionsmethoden weniger dafür da sind, dass du sie selber einstellst, sondern dafür da sind, dass sie Möglichkeiten haben. Zum Beispiel im Beispiel von Bayern kannst du dann die bayerische Bierbraukunst als eigenen Fortschritt in diesem Forschungssystem freischalten und bekommst dadurch eine leicht effektivere Weise oder eine wertvollere Weise, Bier zu produzieren. Und deswegen sind diese Details drin, damit sie dann an anderer Stelle Einfluss drauf nehmen können und du dadurch so eine gewisse Spezialproduktion. Industrie zum Beispiel aufbauen kannst. Ich finde gut, dass dieser Podcast vielleicht mit Bierproduktion endet. Das ist immer ein schönes Thema.

Das ist, glaube ich, auch deshalb wichtig, dass die Produktionsministerien sind deshalb da, damit die unterschiedliche Produktionsketten machen können, weil bestimmte Produkte manchmal in anderen Weltregionen andere Vorprodukte, ermöglichen oder erfordern, weil da was anderes gibt. Und dann hat man ein Gebäude, aber kann das gleiche herstellen mit anderen Vorprodukten. Dafür ist das auch wichtig. Ja, ein weiteres Detail sozusagen. Überall auf der Welt auch gutes Bier gebraucht werden kann. Ja, genau. Überall auf der Welt bayerisches Bier gebraucht werden kann. Ich sage Weltösterreich, wir kümmern uns drum. Das Bayern gehört zu mir in Personalunion. Stimmt im Reichstag trotzdem gegen mich, um das auch nochmal gesagt zu haben. Meine Vasallen und meine Personalunion heißt ja, ich sitze auch auf dem Thron eines anderen Landes und trotzdem stimmt es im Reichstag. Also stimme ich ja gegen mich selber in dem Moment. Ich habe schon mal einen Kampagnenplan entwickelt, dass ich Ostfriesland spielen möchte und eigentlich nur Jäfer haben möchte und dann dort die Bierproduktion in die Welt tragen möchte. Und dann, oh, dann bist du so zu so einem Bierexport.

Exportmagnaten. So, dann ist es ein Tycoon-Spiel. Aber Tycoon-Spiel, was ich ausprobiert habe, das ist jetzt aber wirklich der allerletzte Aspekt, ist auch das Spielen als Bank oder als Hanse. Du kannst ja gebäudebasierte Imperien auch spielen, die kein eigenes Land sind, also keinen, Landbesitz im Sinne von eigene Provinzen oder so, sondern die nur aus Gebäuden bestehen in Provinzen, die anderen Leuten gehören und dann baust du halt entweder Banken oder, Hansekontore oder irgendwie auch teilweise Produktionsbetriebe als Hanse in Städten, die dann dort die Steuerbasis erhöhen, die du dann wieder abschöpfst mit deinen Gebäuden und, Also ich glaube, das ist auch eines der Systeme, was vielleicht noch mehr Dynamik braucht, weil so viel machst du einfach nicht. Als irgendwie bankenreich in Italien geht es halt darum, Italien mit Banken zu pflastern, was jetzt nicht super spannend ist. Hin und wieder gibt es da mal Konflikte oder irgendwie solche Sachen, aber es passiert nicht so viel. Als Hanse ist es ein bisschen spannender, auch weil ja da das Damoklesschwert über dir schwebt, dass sich der Welthandel irgendwann wegverlagert von der Nordsee hin zum Handel mit der neuen Welt und dann stehst du als Hanse halt da und sagst, ja, aber die Schiffe in der Ostsee oder der Nordsee will jetzt keiner mehr oder wie. Also das ist wenigstens eine spannende Herausforderung, aber ich glaube auch, dass das einer der Bereiche ist, die, wenn sie mal einen DLC machen wollen, sie auch noch weiter ausbauen könnten für Leute, die es spielen möchten. Finde ich jetzt noch nicht so spannend irgendwie.

Kann ich nicht zu sagen, weil ich tatsächlich keine Zeit hatte, das auszuprobieren. Aber schön, das von dir zu hören. Ja, lass es. Lohnt sich nicht, finde ich. Bis jetzt. Bis jetzt. Auch wenn es großes Strategiespielerbe ist, die Hanse in Deutschland, aber man kann sie natürlich, es funktioniert, sie ist spielbar, ich kann meine Hanse-Kocken bauen und die Ostsee patrouillieren lassen, beziehungsweise nein, kann ich nicht, weil das Patrouillensystem funktioniert nicht. Das heißt, wenn ich eine Flotte anweise, ein Meer zu patrouillieren, macht sie es einfach nicht. Doch, das funktioniert. Doch, doch. Aber sie macht es nicht. Es wird nicht angezeigt. Sie bewegt sich nicht. Sie bewegt sich nicht. Sie steht dort, aber die Effekte werden trotzdem wirken sich aus. Das ist auch so ein System, was halt nicht gut für den Spieler kommuniziert, aber es funktioniert tatsächlich. Okay. Auch da wieder eine Schraube, an der sie drehen müssen. Dann soll sich die Flotte halt ein bisschen bewegen bei der Patrouille.

So, das war ein sehr langes, sehr lehrreiches und, wie ich hoffe, auch für euch informatives, also nicht für euch beide, sondern für alle, die uns zuschauen und zuhören, informatives Gespräch über Europa Universalis 5. Ich würde gerne diesen Podcast beenden mit meinen zwei Lieblingsdetails im Spiel, eins im Positiven, eins im Negativen. Das Negative ist, San Marino fehlt. Das ist unverzeihlich, finde ich. Ich war vor kurzem in San Marino. Das war eine, es ist natürlich winzig klein, aber eine Lokalmacht, die selbst Napoleon beeindruckt hat damals, als er da hingekommen ist und gesehen hat, hey, die kleine Stadt hat sich durch alle Irrungen und Wirrungen in Italien gehalten als eigenständiger Staat, quasi ist aber nicht im Spiel drin. Also, Johann, da mal bitte noch nachpatschen. Mein positives Detail, wo ich sehr lachen musste, ist, wenn du Künstler am Hofe hast, erstellen dir ja Kunstwerke, die dann deine Kultur stärken, deine Primärkultur, die donau-bayerische Kultur in diesem Fall. Und ich hatte einen Künstler am Hofe, der ein Gemälde, das hat einen zufallsgenerierten Namen, ein Gemälde erstellt hat namens Anmut oder Kuh.

Sehr schön. Jetzt lachst du. Wahrscheinlich gibt es das in Wirklichkeit. Wahrscheinlich gibt es das. Ich werde jetzt einfach mal schauen, ob es das gibt oder ich werde es mit irgendeiner Bild-KI erstellen lassen und an diesem Punkt einblenden. Wenn ihr das als Video schaut, dann könnt ihr es jetzt sehen, Anmut oder Kuh, das Meisterwerk des Jahrhunderts. Bis Europa-Universität 5 ein Meisterwerk ist, da sind wir uns alle einig, dauert es noch ein bisschen. Wir werden das weiter begleiten. Also ich bin super gespannt einfach, wie sich das jetzt entwickeln wird und wie es auch in ein paar Monaten aussieht, wie es in einem Jahr aussieht, und wie viel es einfach fertiger wird, ich sage an dieser Stelle, ganz lieben Dank, Rainer, vielen Dank, Steinballen, es war mir eine große Freude wie jedes Mal. Danke euch!

Mich hat's auch gefreut. Jawohl, wunderbar war's. Mehr von Steinwallen und Tutorials zu Europa Universalis 5, wenn ihr sie zum ersten Mal spielt, nenne ich sie, also nicht wenn ihr das Tutorials, sondern wenn ihr das Spiel zum ersten Mal spielt, findet ihr bei Steinwallen. Also schaut auf YouTube vorbei, schaut bei Steinwallen auf Twitch vorbei, da wird's auch wahrscheinlich sehr viel Europa Universalis 5 geben in nächster Zeit, was, das kann ich nur betonen, auch sehr hilfreich ist zu schauen, nicht nur unterhaltsam, sondern sehr hilfreich, weil es einfach hilft, die Spielsysteme zu verstehen. Also ich hab auch wahnsinnig viel gelernt, einfach durch Let's Plays für Europa Universalis 4. Also schaut vorbei und bleibt dem GameStar-Podcast treu, denn wenn euch Paradox nicht warnt, dann machen wir es halt. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Tschüss. Tschüss.