Music.
Es ist mal wieder typisch. Ich komme den ersten Tag aus dem Urlaub zurück, mache mir einen schönen Kaffee und setze mich an meinen Rechner, um in Ruhe ein paar E-Mails zu lesen. Und zack, schlägt die Nachricht ein, dass Electronic Arts aufgekauft wird, beziehungsweise aufgekauft werden soll vom Saudi-Arabischen Staatsfonds und von Finanzinvestoren. Ja klar heißt das Alarmstufe Rot, beziehungsweise wahrscheinlich kein Alarmstufe Rot mehr, weil das Neues Command & Conquer erscheint, ist ungefähr so wahrscheinlich wie Schneefall in Riyadh. Aber wir müssen drüber sprechen, was genau da jetzt passiert ist, woher das kommt und welche Folgen diese Übernahme haben kann für uns alle. Dafür begrüße ich unseren News-Chef und Battlefield-Affissionado Philipp Elstner. Hallo Phil. Hi, grüß euch. Ebenfalls mit dabei ist unsere eigene Übernahme aus Mittelfranken. Herzlich willkommen, Peter Bartke. Hallöle.
Und ich begrüße an dieser Stelle, beziehungsweise ich grüße an dieser Stelle auch ganz lieb Huma Nagafi, mit dem wir normalerweise solche Industriethemen besprechen. Der aber gerade im wohlverdienten Urlaub weilt. Vielleicht hörst du uns ja trotzdem am Strand oder auf dem Berg oder beim Faktorio spielen. Liebe Grüße auf jeden Fall an dieser Stelle. Und ich muss euch was gestehen. Ich bin schuld daran, dass diese Übernahme jetzt stattfindet, weil ich in meinem Urlaub angefangen habe, Let's Plays anzuschauen von Multiplayer-Partien aus Command & Conquer Alarmstufe Rot. Und wie es so ist, immer wenn man sich über irgendwas freut und an irgendwas gewöhnt hat und irgendwas gerne schaut, passiert irgendwas, was es kaputt macht. So, also jetzt wisst ihr, wem ihr die Schuld geben könnt. Die Frage ist, wofür genau? Lass uns doch nochmal rekapitulieren, was genau jetzt passiert ist. Phil, magst du uns nochmal zusammenfassen, was jetzt die Nachricht war in den letzten Tagen? Also ich meine, es haben schon vorher Gerüchte die Runde gemacht. Ich glaube, dass jetzt zum Zeitpunkt der Aufnahme schon vor zwei, drei Tagen es Leaks und Nachrichtenmeldungen gab, EA wird verkauft. Und ja, wie es so ist, wusste man nicht so richtig, woher kommt das jetzt, ist das wirklich vertrauenswürdig und alles, aber wie sich herausstellt, haben diese Gerüchte gestimmt und es wurde ganz offiziell von EA.
In dem Fall von CEO Andrew Wilson bekannt gegeben, man hat ein Angebot angenommen, Das heißt, es beginnt für EA eine neue Zeitrechnung. Es ist eine Kaufabsicht geschlossen worden. Das heißt, alles was wir jetzt auch hier besprechen, die Übernahme ist noch nicht vollzogen. Da gibt es noch Schritte, die in der Zwischenzeit passieren müssen. Zum Beispiel so Kleinigkeiten wie, dass das kartellrechtlich abgeklärt wird. Aber grundsätzlich ist erstmal der Deal eingetütet. EA wird übernommen von einem Konglomerat aus privaten Investoren. Das ist zum einen, was du schon gesagt hast, der PIF, der Public Investment Fonds von Saudi-Arabien, ein Finanzinvestor namens Silver Lake aus Amerika und Affinity Partners aus Amerika. Und insgesamt bezahlen die drei gemeinsam eine Summe von 55 Milliarden US-Dollar. Das sind umgerechnet ca.
47 Milliarden Euro, um sich EA komplett zu 100% einzuverleiben und dann, wenn das Ganze über die Bühne ist, auch zu privatisieren. Das heißt, EA ist dann weg von der Börse.
Ja, weg von der Börse. Das ist ja der Traum aller Unternehmen, die endlich Ruhe haben wollen vor dieser quartalsweisen Denke. Wir kommen gleich noch dazu, was die genauen Folgen sind. Vielleicht zu den kleinen Partnern noch, die da mit drinstecken, diesen Finanzinvestoren. Der kleinste Partner bei diesem ganzen Übernahmeangebot ist Affinity Partners. Das ist die Firma von Donald Trumps Schwiegersohn, Gerald Kushner. 2021 hat er die gegründet. Und Jared Kushner ist eine sehr zentrale Figur in den USA, hat viel politischen Einfluss, natürlich auch dank seines Schwiegervaters, habe ich gerade der Schwiegervater von Donald Trump gesagt, ist der Schwiegersohn von Donald Trump. Donald Trump ist der Schwiegervater, um die Familienverhältnisse hier auch nochmal richtig geregelt zu kriegen. So, also das, die Familie Trump ist da mit dran beteiligt. Der zweite Investor ist Silver Lake. Die sind darauf spezialisiert, Firmen von der Börse wegzuholen und zu sanieren. Das heißt, auf Effizienz zu trimmen, Kosten einzusparen und im Idealfall, wenn es denn geht, die Nutzung von KI zu fördern, damit man sich auch da bei den Personalkosten ein wenig den Rotstift gönnen kann. So, das sind die beiden, die neben diesem Saudi-Arabischen Investmentfonds da noch mit drin hängen. Phil hat es schon gesagt, das ist erstmal eine Vereinbarung. Der Deal ist noch nicht durch. Der soll erst im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 von Electronic Arts durch sein. Das heißt, zwischen April und Juni 2026, nächstes Jahr, wollen sie diesen Deal dann finalisieren. Du hast gerade gesagt, das fand ich klasse, du hast gerade gesagt.
Die Kleinigkeit, dass Kartellbehörden zustimmen. Frag mal Microsoft und Activision. So was kann dauern. Ja, das kann dauern. In den USA vielleicht weniger, denn die Trump-Connection, wie wir es schon in verschiedenen anderen Industriebereichen gesehen haben, kann dafür sorgen, dass US-Behörden sehr schnell dem zustimmen. In Europa in anderen Teilen der Welt ist es aber eine andere Sache. Aber du lachst, aber eigentlich sehe ich das auch so ein bisschen, dass da relativ wenig wahrscheinlich von Kartellbehörden Widerspruch kommt, weil das war ja eine ganz andere Situation bei Microsoft und Activision. Also es ist ja auch einer der Unterschiede und deswegen macht das jetzt auch sowas Besonderes, diese Übernahme von EA, weil damals sind ja zwei Gaming-Konzerne fusioniert und die haben halt in ihrer Branche, da gab es halt durchaus berechtigte Ängste, dass das eine Monopolstellung halt dann eben wird. Ist in dem Fall ja halt einfach nicht gegeben, weil das wird jetzt einfach übernommen, das Unternehmen wird von diesen drei Partnern künftig besessen und da hat halt nichts anderes, keine anderen Faktoren spielende Rolle.
Ja, also es ist zumindest keine Übernahme innerhalb der Gaming-Branche, wo irgendwie eine Firma wie Microsoft Studios Publisher zukauft, um ihr eigenes Gaming-Angebot zu erweitern und dann so eine Monopolgefahr entsteht, entsteht beim Game Pass, das er nicht hat, aber zumindest die Gefahr ist da. Ja. Ich glaube auch tatsächlich, dass Wettbewerbsbehörden vielleicht das geringere Problem sind an dieser Stelle. Eine Sache, die wir vielleicht noch aufdröseln könnten, wenn es um den PIF geht, PIF finde ich wunderbar, also eigentlich PIF, dieser Public Investment Fund, aber PIF finde ich, es klingt wie so eine Comicfigur, eine kleine harmlose Comicfigur.
Dieser Public Investment Fund von Saudi-Arabien ist quasi ein großer Geldbeutel mit vielen Milliarden Dollar drin.
Und was ihr vielleicht auch schon mal gehört habt, insbesondere wenn es um Embracer geht in Schweden, ist die Savvy Games Group, die dort investiert ist und die auch Saudi-Arabien gehört, die zum Public Investment Fund gehört. Also die gehört zu 100 Prozent zu diesem Staatsfonds und ist dafür verantwortlich, die Gaming-Strategie und auch die Firmen sozusagen zu bestimmen, die da übernommen werden sollen. Also wenn man so möchte, ist der Public Investment Fund ein riesiger Geldbeutel und die Savvy Games Group ist die Hand, die reingreift, um zu bestimmen, was mit dem Geld gemacht wird und welche Strategien damit verfolgt werden. Die ist jetzt aber direkt nicht an dieser EA-Übernahme beteiligt, sondern das ist der Public Investment Fund selbst, der das irgendwie macht. Und man muss ja dazu sagen, dass auch vorher schon Beteiligung an diversen Gaming-Konzernen da bestanden hat. Das ist jetzt nicht so, dass dieser Investment-Fund plötzlich aus dem Nichts aufploppt und sagt, wir kaufen EA, sondern die haben schon ganz, ganz, ganz viel an sehr vielen Stellen investiert und hatten vorher auch schon Minderheitsanteile an EA, bevor dieser Deal jetzt überhaupt davon die Rede war. Ja, übrigens lustig, dass du PIF und PIF, wie dollig das klingt. Es ist bezeichnend, dass in der offiziellen Pressemitteilung von EA sie nur an einer Stelle irgendwo Saudi-Arabien erwähnen und immer nur PIF schreiben tatsächlich.
Da hast du jetzt schon gleich gemerkt, da hat jemand das sehr wohl formuliert und eine PR-Abteilung ist da nochmal drüber gegangen. Vielleicht wollen wir das so. Nondescript wie möglich halten, diese Sache.
Ja, befürchtet da vielleicht jemand ein Imagerisiko bei einer Übernahme durch die Trump-Familie und Saudi-Arabien? Man weiß es nicht. Wie sind denn momentan, wie ist denn so die Stimmung? Phil, ich habe es schon gesagt, du bist bei uns News-Verantwortlich und leitest unser News-Team bei GameStar.de. Wie ist denn die Stimmung bei uns aktuell in den Kommentaren? In den Kommentaren bei uns auf der Webseite sehr verhalten im Sinne von abwartend, vorsichtig. Auf der anderen Seite auch viele Stimmen, die direkt sagen, was jetzt her muss, ist der Boykott. Also da fackeln die Leute gar nicht lang rum, sondern durch Blicken auch, das kann man sehr deutlich sehen, sobald die Leute halt mal so über dieses Wording, dieses PIF da, einsteigen und sehen, wer steckt da dahinter, was steckt da dahinter. Und sobald dann eben klar ist, ja, das ist dass der Saudi-Arabische Staat, das ist die Staatsführung, die jetzt hier das Ruder übernimmt, das ist Jared Kushner, der hier auch mit das Ruder übernimmt.
Siehst du sehr schnell, wie die Stimmung umschlägt, dass dann eben nicht mehr gesagt wird, naja, das ist ja gut, dass die von der Börse weg sind, was ein Sentiment ist, was man durchaus haben kann, finde ich, weil dann fällt dieser Druck weg, immer den Aktionären gerecht zu werden und immer von Quartal zu Quartal zu denken und immer die Renditen und die Renditen. Und dann schlägt es aber über zu, naja, was heißt denn das jetzt, welche Leute sind da jetzt wirklich am Ruder? Und man kann, glaube ich, sagen mit Fug und Recht, das sind jetzt nicht die größten Sympathieträger der Welt aus geopolitischer Sicht betrachtet. Jetzt mal vorsichtig ausgedrückt, deswegen ist die Abwehrhaltung dann doch groß, sobald man merkt, die Leute haben sich ein bisschen intensiver damit auseinandergesetzt. Und es ist natürlich noch viel, viel verstärkter, dieses negative Echo in den sozialen Medien. Wenn du auf beliebige Plattformen schaust, auf Twitter, auf Blue Sky, auf Reddit, da herrscht auch auf YouTube übrigens die ersten Content Creator und Influencer, die darauf reagieren, da herrscht teilweise sehr krasse Untergangsstimmung schon. Wo ich sagen muss, ist das verfrüht? Ja, weil der Deal ist noch nicht durch. Das heißt, die Zeit muss zeigen, was das alles bedeutet. Aber du siehst trotzdem an den Reaktionen.
Dass die Tatsache, dass Saudi-Arabien.
Einfach sagt, naja, uns gehört jetzt im Endeffekt, wenn man es vereinfacht ausdrückt, EA jetzt dann demnächst. Das ist nicht was, wo die Leute in Jubelstürme ausbrechen und sagen, na Gott sei Dank ist es jetzt, weiß ich nicht, bei jemandem geparkt, dem die Gamer so am Herzen liegen und die Interessen der Spieler. Ja, wir haben auch bei EA selber mal reingehört über unsere dunklen Kanäle, unsere Kontakte dort und auch dort heißt es bislang ist die Stimmung verhalten neutral.
Also dass man erstmal auch abwartet, was jetzt passiert und was genau sich verändert. Andrew Wilson betont ja auch, der Geschäftsführer, es wird jetzt erstmal so weitergehen, wie es ist. Ich bleibe euer Geschäftsführer. Wir machen weiter unser Ding. Es wird vielleicht beschleunigt, was wir verändern wollen an unserer Firma. Aber das sind eh die Ziele, die wir verfolgt haben. Jetzt geht es nur besser und einfacher, weil mehr Geld und weniger Börsendruck. So, das ist ein bisschen die Message, die das Management dort verbreitet bei Electronic Arts. Deswegen, da herrscht noch keine Weltuntergangsstimmung. Es gibt aber vermehrt jetzt schon Stimmen von außerhalb von EA, auch von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da werden jetzt über die Tage auch noch mehr dazukommen. Ihr müsst verstehen, wenn wir das hier aufnehmen, muss es ja erst noch geschnitten werden und irgendwie hochgeladen und veröffentlicht und sowas. Das heißt, wahrscheinlich werden jetzt auch in der Zeit zwischen unserer Aufnahme und der Veröffentlichung von dem Ganzen, was ihr jetzt gerade anschaut oder anhört, noch ein paar Stimmen dazukommen. Eine, die jetzt schon veröffentlicht ist, ist von Trick Weeks, ehemals Narrative Designer bei Dragon Age, The Vale Guard bei BioWare.
Trick Weeks hat auf Blue Sky einen kleinen Dialog improvisiert, wie er sich diese Übernahme vorstellt, der auch direkt den Finger in die Wunde legt beim Thema Saudi-Arabien, wo wir später auch nochmal im Detail drauf kommen werden. Nämlich, Käufer sagt, also eure Spiele, das ist Waffen und Fußball, richtig? EA antwortet, hauptsächlich Waffen und Fußball, ja. Käufer, also nichts Schwules, nichts Politisches, das uns missfallen würde? EA, haha, auf keinen Fall. Hey, könnt ihr mir einen Moment geben? Ich muss nur schnell ein Studio schließen. BioWare. Ja, also wie insbesondere ein BioWare in die Welt von Saudi-Arabien passen soll und kann, Dann ist Trick Weeks ein Dorn im Auge. Wie gesagt, wir kommen später nochmal ein bisschen näher zu dem Thema. Es gibt ja auch Gründe, warum Saudi-Arabien das Ganze macht. Auch über die werden wir noch sprechen. Aber das war schon mal eine der ersten Reaktionen. Eine, auf die ich noch warte, ist Josef Fares von Hayslight, der ja selbst aus dem Libanon stammt, beziehungsweise seine Familie stammt aus dem Libanon. Und er ist sehr...
Ein sehr, wie sagt man denn, outspoken auf Deutsch, er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Unterdrückung geht und um Unternehmen, die ihm missfallen und sowas. Also das wird auch nochmal spannend. Hayslite, das Studio, das unter anderem A Way Out gemacht hat oder Split Fiction zuletzt. Also da wird sich noch einiges an Meinungsäußerung anhäufen die nächsten Tage. Peter, wie geht's denn dir? Was hast du dir gedacht, als du von diesem Dir gelesen hast Im ersten Moment ist das wirklich wahr, natürlich. Es ist schon eine der größeren Nachrichten auf jeden Fall dieses Jahr. Dann habe ich mir viele Gedanken gemacht über Saudi-Arabien. Ich denke, da kommen wir nochmal dazu. Je mehr man darüber liest und je mehr man darüber nachdenkt, wenn man jetzt einen Staat damit unterstützt mit den Käufen von EA-Spielen, vielleicht ist es so mulmiger wird einem da. Auch Jared Kushner ist ja auch nicht gerade eine Person, über die man gerne nachdenkt oder der super sauber agiert.
Das ist auf jeden Fall die eine Seite, wo ich denke, oh Gott, dann natürlich auch die Folgen davon werden sehr spannend zu sehen sein. Das ist jetzt wirklich echt zu früh, noch darüber nachzudenken. Aber ja, dieses noch Gescherze, BioWare wird zugemacht. Das sind natürlich Sachen, die passieren können. Es würden auch wahrscheinlich sehr viele Leute ihren Job verlieren, wie bei Übernahmen eigentlich fast immer es passiert. Ja, wobei immerhin, also was ich zumindest jetzt erstmal nicht ergeben kann, sind Redundanzen wie bei Microsoft und Bethesda und Activision, dass sie plötzlich merken, hey, wir haben ja drei Marketing-Abteilungen. Brauchen wir die wirklich? Aber sie werden merken, dass sie 20 Milliarden Dollar jetzt im Minus sind plötzlich, weil dieser Deal ja so strukturiert ist, dass quasi die Firma selbst sich verschuldet, um gekauft zu werden.
Und dann ist natürlich immer die Frage, also jeder, der in der Privatwirtschaft irgendwas weiß, ist, dass die Personalkosten immer das meiste, ja, die größten Kosten sind. Und wir wissen es aus der Gaming-Branche, wie oft auch gerade in diesem Jahr Leute entlassen wurden. Da berechne ich fest damit, dass wir da noch irgendwann einen Kahlschlag sehen werden.
Wahrscheinlich. Wahrscheinlich leider ja. Also auch wenn man sich Silver Lake anguckt, das ist ja ihr Spezialgebiet, eben diese Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen, jede Zahl einmal umzudrehen, um zu gucken, ist diese Firma so profitabel, wie sie sein kann. Um das mit der Übernahme nochmal aufzugreifen, was du gerade gesagt hast, das ist ein sogenannter leveraged buyout, eine fremdfinanzierte Übernahme. Da werden Kredite aufgenommen für die Übernahme und die Sicherheiten für diese Kredite, die jetzt halt der Public Investment Fund aufgenommen hat, die Sicherheit für diese Übernahme sind die Vermögenswerte des Unternehmens, das übernommen wird. Das heißt, auch Zinsen für diese Kredite müssen bedient werden aus den Vermögenswerten des übernommenen Unternehmens. Oder auf Deutsch gesagt, wie du schon gesagt hast, EA zahlt seine eigenen Übernahmekosten im Endeffekt. Und ich habe mal den Spaß erlaubt, auszurechnen, wie lange EA bräuchte mit seiner aktuellen Profitabilität, um seine eigene Übernahme, wenn es jetzt wirklich für die 55 Milliarden Dollar über die Bühne geht, um seine eigene Übernahme zu refinanzieren.
Da muss man in den Geschäftsbericht gucken. EA hatte im letzten Geschäftsjahr 1,12 Milliarden Dollar Nettogewinn nach Steuern, Abschreibung und Co. Die wichtigere Zahl, die man sich da angucken muss, ist aber der Free Cash Flow. Das ist quasi, wie viel Geld reinkommt, minus alles, was Gehälter, Mieten, alles, was an Kosten, minus noch dazu Investitionen. Also weiß ich nicht, wenn man irgendwie neuer Privatjet für Andrew Wilson oder sowas, oder ein neues Studio aufgebaut oder sowas. Also das auch noch abgezogen. Und dann ist dieser freie Cashflow von Electronic Arts im Geschäftsjahr 2025, das hat, glaube ich, im März geendet dieses Jahr, 1,8 Milliarden Dollar gewesen. Und damit würde eine Refinanzierung der Übernahme 29,6 Jahre dauern.
Und da siehst du nämlich auch gleich an diesen Zahlen, dass dieser vermeintliche Vorteil von Juhu, wir haben keinen Börsendruck mehr, wir müssen uns nicht mehr von Quartal zu Quartal durchhangeln. Das ist im Endeffekt eine Nebelkerze, weil du stehst jetzt vor einem Schuldenberg von 20 Milliarden Dollar und du hast ein Konsortium aus drei großen Investoren, die sagen, naja, wir wollen natürlich dieses Geld zurück. Wir wollen ja was sehen für das, was wir investiert haben. Und dann ist es auch noch so, dass du dadurch, dass es ja privat ist, auf die Reaktion von dem öffentlichen Aktienmarkt keine Rücksicht mehr nehmen musst, wenn du umstrukturierst. Wenn du sagst, wir wollen jetzt Stellen streichen, wir wollen jetzt Studios schließen, wir wollen jetzt, weiß ich nicht, einfach mehr Geld machen durch diverse Maßnahmen. Können wir noch genauer ins Detail dann drauf gehen.
Dann ist da niemand, der dir sagt, nee, das machen wir nicht. Da sind ja keine öffentlichen Anteilhaber, die sagen, das gefällt uns aber nicht. Sondern ein Privatbesitzer dieses Unternehmens kann, mal salopp gesagt, machen, was sie möchten. Und was sie machen möchten, ist Geld. Ist relativ einfach. Und mit einem Schuldenberg von 20 Milliarden hast du erst mal einiges wieder reinzuschaufeln, würde ich behaupten. Du könntest theoretisch natürlich den Vorteil haben, dass keine Leute vom Fach sind, dass die halt sagen, okay, klar, uns ist wichtig, dass da ein Plus am Ende drin steht, aber wie ihr im Einzelnen das macht, ist euer Ding, ist Andrew Wilsons Sache am Ende. Andererseits ist es natürlich sehr lustig, wenn Andrew Wilson sagt, ja, es wird sich nichts ändern und es ist alles super. Er ist einer, der am meisten von diesem Deal profitiert, weil er natürlich auch sehr viele Anteilsscheine an der Firma hat, die ihm natürlich jetzt vergoldet werden.
Sein persönlicher Wert wird da ins Unermessliche wieder steigen. Er wird jetzt vielleicht ein Milliardär sein statt ein Millionär. Klar, in der Situation würde ich natürlich auch sagen, das ist super. Ich bin der fest überzeugt, andere Leute werden das zahlen am Ende. Also er kommt da natürlich bestens bei weg. Deswegen finde ich immer diese Aussagen von solchen CEOs immer sehr schwierig, wenn man es jetzt ein bisschen näher betrachtet. Ja, ist halt Politik am Ende. Am Ende will ja einerseits natürlich nicht, dass sein eigenes Unternehmen jetzt in Aufstände verfällt, angesichts dieser Nachricht. Also wenn Andrew Wilson jetzt sagen würde, okay Leute, jetzt krempeln wir aber alles um, dann sagen wahrscheinlich auch die Leute, die bei EA arbeiten, so, oh, mache ich schon mal mein Bewerbungsschreiben fertig? Ja, wo will man denn noch hingehen? Ubisoft. Er könnte ja zum Beispiel sagen, ich verdiene an dieser Übernahme nichts. Ich gebe das alles weiter an unsere Firma. Das ist jetzt ein bisschen idealistisch gedacht. Ja, es ist natürlich am Ende, sind wir da in den USA, beziehungsweise Teile von EA sind ja, glaube ich, in Kanada.
Und da ist natürlich auch ein ganz anderes Kapitalismusverständnis dann noch. Also was vielleicht, um wieder zurückzugehen, vielleicht zum Punkt, den Phil auch hatte, was in die Studioschließungen und sie können ja theoretisch machen, was sie wollen angeht. Das stimmt. Ich bin ein bisschen zwiegespalten, beziehungsweise es gibt zwei Sachen. Es gibt eine, die ich hoffe und es gibt eine, die ich befürchte. Die Sache, die ich hoffe, ist... Auch Saudi-Arabien und EA, vielleicht diesen Investmentpartnern vielleicht noch weniger, aber zumindest Saudi-Arabien und EA selbst, dürfte es ein bisschen zumindest daran gelegen sein, nicht sofort in jedes Fettnäpfchen mit Anlauf reinzuspringen, in das man reinspringen kann beim Thema Studioschließungen und was stellen wir ein und was machen wir dicht. Also wenn ihr, das wäre zumindest meine Hoffnung, wenn jetzt morgen die Nachricht kommt, BioWare wird geschlossen, ich würde es nicht wundern, aber ich würde hoffen, dass sie nicht sofort so eine Fülle negativer Schlagzeilen generieren wollen, sobald diese Übernahme durch ist, weil dann gehst du halt schon mit so einer Weltuntergangsstimmung da rein, dass dir wahrscheinlich deine eigene Belegschaft irgendwann aufs Dach springt und sagt, wofür machen wir den Käse eigentlich überhaupt noch. Und das sehen wir bei anderen Firmen ja auch. Ich glaube, bei Microsoft ist die Stimmung jetzt auch nicht so gigantisch nach den ganzen Entlassungen und den Sachen, die da passiert sind.
Also das wäre meine Hoffnung, dass es da mehr Fingerspitzengefühl gibt. Ich komme gleich zu der Angst, aber ich lasse Peter noch was zu hoffen. Genau, wir hatten ja vorhin gesagt, wir wollen noch ein bisschen über die Motive von Saudi-Arabien auch reden, aber ich denke eins, da können wir vorgreifen, ist ja auch, eigentlich ist das ja auch eine PR-Aktion in gewisser Weise. Du willst ja eigentlich deinen Ruf verbessern und willst ja nicht die Vorurteile eigentlich zum Beispiel die westliche Welt vielleicht gegenüber Saudi-Arabien hat, nicht bestätigen, Sondern du willst ja zeigen, hey, wir sind so modern, wir lassen jetzt zum Beispiel Sims ihre diversen Charaktere und wir machen nicht BioWare zu, obwohl die, ja, keine Ahnung, gewisse Werte in ihren Spielen vermitteln, die in der, im Saudi-Arabien dich ins Gefängnis bringen würden, weil wir sind ja modern und wir sind weltaufgeschlossen. Also in der Hinsicht, glaube ich, könntest du recht haben, dass man dann schon sehr genau darauf achtet, was man jetzt mit EA macht. Und man kauft ja auch nicht EA einfach, weil man das Geld übrig hat oder auch nicht im Fall von den Ölscheichs, weil die das Geld brauchen, sondern da ist ja eine Intention dahinter. Du willst ja eigentlich Fuß fassen mit so einer Akquisition, nicht gleich sagen, ja, jetzt machen wir alles anders.
Ja, genau. Das wäre die Hoffnung. Die Angst ist, dass EA jetzt das Geld hat, noch mehr EA zu sein. Wisst ihr, was ich meine? Das hat auch Andrew Wilson gesagt, nämlich, dass sie ihre strategische Vision jetzt beschleunigt verfolgen und umsetzen werden und die strategische Vision von EA beschleunigt.
Ich muss jetzt echt überlegen, dass mir was Freundliches einfällt, aber die ist eher, also, kundunfreundlich, sagen wir. Ja, also, naja, am Ende ist sie, sie geht sehr weit weg von dem, was ich gerne hätte, sagen wir es vielleicht mal so, weil was sie sehr, also das haben sie schon länger als Strategie ausgegeben. Es gab ja auch letztes Jahr die Nachricht, dass EA Sports zum Beispiel getrennt wird vom Rest von Electronic Arts, weil das halt die Spiele sind, mit denen sie sehr viel Geld verdienen. Ihre Priorität ist eindeutig und zu 100 Prozent, fast zu 100 Prozent, Live-Service. Langfristige Bindung, Spiele, einzelne Releases von Spielen. Was ist denn das für ein anachronistischer Mist? Wir machen Spiele als Plattformen, auf denen ihr jahrelang Zeit verbringen sollt und das haben sie ja schon. Schon jetzt verdient Electronic Arts knapp drei Viertel seines Umsatzes, 7, irgendwas Milliarden im Jahr, mit Live-Service. Und Live-Service heißt alles, was verkauft wird, nachdem das Spiel veröffentlicht wurde. Also In-Game-Käufe, Abos, DLCs, das, was sie mit ihren Mobile-Spielen verdienen, die alle Free-to-Play sind. Plus dann gibt es natürlich noch solche Aussagen wie von Andrew Wilson zu Dragon Age the Vale Guard, dass das Spiel ja nur die Verkaufserwartungen unterlaufen hätte, weil es keine Live-Service-Elemente hatte. Weil, wie wir alle wissen, funktionieren Rollenspiele ja nur, wenn sie Live-Service sind. Also, Baldur's Gate 3 kennt er gar nicht, glaube ich.
Und sie gehen jetzt halt noch fokussierter, noch klarer, schneller in diese Live-Service-Richtung mit dem Ausbau zusätzlich von Transmedialität, Filme und Serien zu ihren erfolgreichen Marken plus E-Sport, E-Sport-Fokus für Saudi-Arabien, auch eine ganz wichtige Geschichte, weil da unter anderem ja auch der E-Sport-Worldcup stattfindet und solche Sachen.
Auch diesen Fokus eindeutig setzen oder sie müssen ihn ja auch setzen, was Profitabilität angeht, auf ihre allererfolgreichsten Marken. Also EA FC, Madden, ja, Battlefield, glaube ich, können wir noch dazuzählen, Sims ja auch definitiv. Also das, was groß ist, was viel Geld bringt, das müssen die Cash-Cows von EA noch mehr werden. Und was das für uns ja am Ende heißt, ist, oh cool, gibt es dann noch mehr Monetarisierung? Wenn der Druck noch größer wird, irgendwie Geld zu verdienen, Cashflow zu erhöhen, ist dann also, ich weiß nicht, Phil, kannst du dir noch mehr Sachen vorstellen, die man in Battlefield verkaufen kann in Zukunft? Ja, leider kann ich das.
Es schmerzt mich, mir das vorzustellen, aber jetzt durch die, durch diese Realität, durch diese neue Realität, die bei EA kommen wird, stelle ich mir das vor und ich glaube auch viele Fans da draußen und es sind halt, es ist wie du gesagt hast, sie haben ja Marken, die schon prädestiniert sind oder schon, in diesem Live-Service-Kosmos sowieso drin sind, von FIFA Madden, UFC, NFL, F1, das gehört alles EA. Das ist alles schon quasi perfekt positioniert für Live-Service und für Mikrotransaktionen ohne Ende. Ich sage nur FIFA, Ultimate Team und so weiter und so fort. Ich glaube, dass mehr häufigere DLCs, Abo-Modelle, neue Service-Modelle, dass da jeder Ansatzpunkt probiert wird in Zukunft, um zu sagen, okay, wie können wir diese Marken da wirklich so positionieren, dass sie maximalen Profit abwerfen in Zukunft. Und es geht halt zum Beispiel in Richtung E-Sport, falls Battlefield 6 ein Erfolg werden sollte am Markt, kannst du auch da in Richtung E-Sport gehen. Es wird sogar ein E-Sport-Modus ja angeboten, wahrscheinlich sogar in der ersten paar Seasons, die rauskommen. Das wird ein sehr kompetitiver Modus. Das spielt EA und den zukünftigen Eigentümern von EA voll in die Karten. Sie besitzen schon die ESL. Sie haben schon den weltgrößten E-Sport-Konzern besitzt.
Unter ihrem Schirm. Das heißt, sie können da zum Beispiel mit Apex Legends super viel machen in Zukunft, stärkere E-Sports-Integration. Sie können dasselbe mit Battlefield machen und sie können natürlich bei Battlefield sich überlegen, wie wird da der Live-Service in Zukunft umgestaltet oder gestaltet im Sinne von Season-Content, im Sinne von Abos, im Sinne von, sie haben Battlefield Portal. Im Battlefield Portal wird User-Generated-Content angeboten. Was wäre denn, wenn wir User-Generated-Content verkaufen zum Beispiel? Siehe Bethesdas immer wieder auf die Nase fallenden Bezahl-Mods. Also ich glaube, da gibt es eine erschreckende Fülle an Möglichkeiten, um diese Marken wirklich da zu kanalisieren, maximale Live-Service-Modelle so aggressiv wie möglich, so zurückhaltend wie nur nötig, Microtransactions anbieten und Abos. Also auch dauerhafte Kosten im Sinne von monatliche Subscription kann ich mir sehr gut vorstellen. Dann bietest du halt ein Battlefield Premium an, das kostet dann weiß ich nicht was, ich erfinde jetzt was, 6,99 im Monat und dann kriegst du da irgendwie Zugriff auf mehr persistente Server, auf einen Premium Battle Pass und auf weiß der Teufel noch was alles.
Ja, oder alle fünf Minuten eine Werbeunterbrechung in der Battlefield Partie. Es bringt mich auch wieder sehr schmerzvolle Erinnerungen hoch, als noch bevor Battlefield 1 rauskam, Andrew Wilson öffentlich darüber fantasiert hat, dass man ja die Kugeln auch bezahlen könnte in einem Battlefield, sodass man pro nachgeladene Magazin bestimmte Mengen Geld bezahlen könnte. Hat er gesagt? Das hat er damals gesagt. Hat er es wirklich gesagt? Ich dachte, das war damals ein April-Scherz. Nein, das hat er gesagt und das war damals auch was, was entsprechend Gegenwind ausgelöst hat, wenig überraschend. Aber ich mehr als ich gehofft hatte, dass es jemals wieder der Fall sein wird, denke ich jetzt wieder an dieses Zitat zurück. Oh gott also wenn sie das machen dann also das dann sollen sie lieber bei über schließen falsch gesagt dann auch das nicht aber das wäre glaube ich ein ähnliches niveau von munition kaufen obwohl andererseits konnte auch prima munition in world of tanks kaufen also das gleiche gerade mehr schaden.
Also was man vielleicht noch dazu erwähnen sollte was jetzt diese wirklich für auswirkungen wird, Wo ich mir noch Gedanken gemacht habe, ist natürlich, dass du auch vielleicht jetzt auch den EA vielleicht auch noch andere Märkte erobern könnte. Sie könnten vielleicht mehr in Asien machen, im asiatischen Raum, vielleicht in Afrika, in dem Orient, sagen wir mal ganz grob. Das würde vielleicht auch gut damit zusammenpassen. Und es ist auch nicht gesagt, dass sie jetzt keine alten Marken, denke ich, irgendwie alle nie mehr was dazu machen, sondern eigentlich sind sie ja gerade auf der Suche nach Marken. Und vielleicht führt das ja sogar dazu, dass man wieder was Altes abgestaubt wird und zu sagen, was hat denn Potenzial, um dieses nächste Battlefield zu werden, weil klar, du kannst dich immer wieder darauf zurückziehen, neues Battlefield, neues EAFC.
Aber wie wir es jetzt zum Beispiel auch mit Apex Legends gesehen haben, das war ja auch ein Gamble, das zu machen und es hat sich aber komplett ausgezahlt und das darf man auch nicht unterschätzen, dass vielleicht bei allem macht weiter so wie bisher, was ja auch gut ist am Aktienmarkt, ist natürlich sehr gut, weil du diese lineare Steigerung zeigen kannst.
Aber es könnte theoretisch ja auch so kommen, dass man dann eben sagt, okay, jetzt haben wir ein bisschen mehr Sicherheit vielleicht aus irgendeinem Grund, wir müssen nicht mehr unseren Investoren präsentieren, wir müssen nicht auf den Aktienkurs Acht geben, was haben wir denn noch, was können wir denn Neues machen und das wird natürlich dann monetarisiert wie die Hölle, da mache ich mir keine Illusionen, aber ich würde nicht grundsätzlich sagen, dass es jetzt zu weniger, Vielfalt an Marken führt, sondern vielleicht sogar zu mehr, theoretisch. Also ich hätte fast gesagt, jetzt entwirfst du eine Utopie, wenn du nicht das mit zur Hölle monetarisieren gesagt hättest. Aber das wäre ja schon fast eine romantische Vorstellung, weil das haben sie ja die letzten Jahre so gut wie gar nicht gemacht. Also klar, Apex Legends war halt auch ein Überraschungserfolg, vielleicht auch für sie selbst ein bisschen, aber dass sie mal sagen, okay, wir fördern neue, innovative Spielprinzipien, um zu schauen, was daraus erwachsen kann, vielleicht so. Wir suchen das nächste Minecraft, ja klar haben sie so kleine Projekte wie in Split Fiction oder auch in Tales of Vesa Censera.
Aber dass sie wirklich versuchen halt so eine interne Indie-Kultur aufblühen zu lassen, um so kleine Projekte so sprießen zu lassen, das wäre ja das kann ich so sehr, weil zum Beispiel, warum nicht, ein Common Conquer trotzdem wieder irgendwie, sie haben es ja mehrmals versucht in dem Sinne. Jetzt spiel nicht mit meinen Gefühlen, Das ist gemeint, als Mobile Games. Genau, die ganzen Mobile Games, das ist ja auch die Denke dahinter. Wie können wir die alte Marke jetzt fit machen für Modern? Die haben natürlich keine Ahnung, was CNC-Spieler wollen, aber das ist ja der Gedanke dahinter. Wie können wir denn mit dieser alten Marke noch Geld verdienen? Wie können wir die denn irgendwie pushen?
Und das kann ich mir schon vorstellen, dass da jetzt jemand noch mal durchs Archiv geht und sagt, okay, was können wir denn da wieder, was hat denn noch einen Namen? Und was können wir groß machen? Ja, aber das ist ja noch schlimmer. Ja, natürlich ist das schlimm. Ach so, Entschuldigung, ich habe dich falsch verstanden. Ich dachte, du hast was Positives gesagt. Niemals. Aber ich glaube da auch, gerade kreative Freiheit, vielleicht ja, aber nur dann, wenn sie nicht wirklich so lang zyklische Entwicklungs, also die Titel nicht so lang in der Entwicklung sind, dass wenn sie dann nicht erfolgreich sind, dass ein größer Loch wirklich in die Bilanz reißt, weil damit kriegst du einen Schuldenberg von 20 Milliarden definitiv nicht abgebaut, sondern du musst dann wirklich Marken rausholen und die in Konzepte zwängen, wo du wirklich sagen kannst, ja, damit werden wir definitiv Profit erwirtschaften und es schließt in meiner Wahrnehmung zumindest allzu experimentelle Dinge und auch weitestgehend Singleplayer wahrscheinlich aus an deren Wahrnehmung. Also ich rechne nicht damit, sie haben jetzt schon, und das war noch vor der Übernahme, dieses Black Panther Spiel eingestellt von Marvel, weil es ein reines Singleplayer-Spiel war, wo sie nicht genug Ansatzpunkte gesehen haben für den Live-Service und ich bin mir ganz sicher, dass sich dieser Trend da fortsetzen wird.
Wobei, je weiter ich darüber nachdenke, desto weniger überzeugt mich ich davon, dass diese 20 Milliarden jetzt so eine große Auswirkung haben werden, wenn wir darüber nachdenken, wie Kapitalismus funktioniert inzwischen, wie Schulden weggezaubert werden in der Bilanz, wie viel Geld dahinter steckt hinter diesem PIF oder PEF und auch was die Intention auch dahinter ist. Ich weiß gar nicht, ob dieser Druck wirklich so groß sein wird, wenn ich jetzt darüber nachdenke, ob das das Tagesgeschäft so beeinflussen wird. Also natürlich werden alles, was jetzt neu gepitcht wird bei EA, die erste Frage wird sein, die zwei ersten Fragen wird sein, wie machen wir daraus eine Serie? Alles andere ist schon egal. Und zweitens, wie können wir es monetarisieren? Also das ist vorher, glaube ich, auch schon so. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass das gar nicht mehr, wenn du sagst, Saudi-Arabien, die dahinterstehen, wollen das auch ein bisschen so als Showcase haben, wollen zeigen, wie sie in der Gaming-Branche durchbrechen können. Vielleicht hat das dann gar nicht so den Sinn, ich meine, soll das wirklich, das ist ja die Frage, soll dieser Deal jetzt wirklich Geld bringen für Saudi-Arabien? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, weil wir reden da doch von ganz anderen Summen. Wenn jetzt die Ölbranche im Vergleich zu so einem Gaming-Publisher und wer 55 Milliarden, auch wenn es natürlich jetzt leveraged ist, rausschmeißt.
Ich kann es mir kaum vorstellen, dass die jetzt erwarten, dass die da, die müssten ja jetzt denken, okay, in zehn Jahren machen wir damit das Doppelte Gewinn. Das kann ja gar nicht funktionieren. Ja, also vielleicht nicht so, wie ich es vorhin dargestellt habe, weil natürlich so rechnet man ja nicht. Du sagst ja nicht, okay, wenn die Firma weiter auf dem Gewinn- oder Cashflow-Niveau arbeitet wie jetzt, dann spielt sie in 30 Jahren ihren Gewinn wieder ein. Also stell schon mal den Wecker. Also so rechnest du ja solche Übernahmen nicht. Also es war ja nur, um es zu veranschaulichen, wo das gerade steht und wie hoch der Kaufpreis ist. Aber du übernimmst ja auch kein Unternehmen, um dann weiter Geld reinpumpen zu müssen. Das wäre ja total idiotisch. Also die müssen ja weiter auf dem Niveau arbeiten, dass sie diesen Cashflow auch beibehalten oder noch steigern. Also sie werden, ich meine, du sagst es ja, sie werden auch weiter an der Monetarisierung dranbleiben müssen und dran schrauben müssen, weil auch Saudi-Arabien und die anderen beteiligten Investmentunternehmen wollen ja, also du kaufst ja nichts, was profitabel ist und sagst, okay, Leute, jetzt habt ihr alles Geld der Welt. So wie es EA früher gemacht hat bei den Studios, dass sie irgendwie hier Origin übernommen haben oder Westwood und gesagt haben, hey, jetzt habt ihr Geld, um zu entwickeln, was ihr wollt. Ihr macht was? Ein Weltraum-Online-Rollenspiel? Kein neues Command & Conquer? Ach so, und was macht Origin? Oh, auch ein Online-Spiel, was nie fertig geworden ist, zu Wing Commander?
Also, wo sie einfach die Kontrolle verloren haben. Ich glaube, dass es durchaus eine Kontrolle geben wird. Auch Silver Lake, wie gesagt, ist ja darauf spezialisiert, zu kontrollieren, dass da Kosten- und Effizienzsteigerungen passieren. Die Savvy Games Group ist ja jetzt, auch wenn der Public Investment Fund jetzt keine Gaming-Expertise hat, aber die Savvy Games Group wird geleitet von Brian Ward. Der war vorher selber Executive bei Activision und bei anderen großen Gaming-Firmen. Also der weiß ganz genau, wie diese Branche funktioniert. Und der wird da auch drauf gucken und sagen, hey, läuft's bei euch eigentlich gut? Also geht die Kurve nach oben oder geht die Kurve nach unten? Wenn die Kurve nach oben geht, dann könnt ihr wahrscheinlich mehr oder weniger machen, was ihr wollt. Wenn die Kurve nach unten geht ...
Freunde, jetzt müssen wir reden. Also deswegen meine ich, das sind jetzt diese Strategien, die wir skizziert haben oder die ich vorhin erwähnt habe, sind ja nicht neu. Es war ohnehin die Richtung, in die Electronic Arts vorhatte zu gehen. Was sie jetzt aber haben, ist mehr Geld, um es zu investieren, beispielsweise in technische Infrastruktur. Wenn ich zum Beispiel sage, okay, wir machen Battlefield, das ganze Battlefield-Universum, Battlefield 6, Battlefield Portland, E-Sport-Ableger, wer weiß, was noch alles kommt, die Kampagne, alles in diesem Battlefield-Universum, wir setzen das auf eine eigene technische Plattform, eine eigene Online-Plattform, eine eigene Server-Infrastruktur, wer weiß, was noch für KI-Tools dazukommen in Zukunft, dann Editoren, mit denen man eigene Sachen bauen kann, ich spinne jetzt mal ein bisschen, aber theoretisch ist das ja alles vorstellbar. Und das kostet ja einen Haufen Kohle, das überhaupt aufzusetzen und diese Investmentkohle, um das zu tun, die haben sie jetzt.
Das hätten sie nicht gehabt, wenn sie so weitergearbeitet hätten wie bisher. Da hätten sie wahrscheinlich jahrelang sparen müssen, um irgendwie, weiß ich nicht, eine eigene Cloud aufzunehmen. Eine eigene Cloud würden sie eh nicht aufbauen, aber ihr wisst, was ich meine. Das ist halt ein großer technischer Schritt einfach, der viel Geld kostet, den sie da gehen müssen für Battlefield, für EA FC wahrscheinlich auch, wenn das irgendwie noch wachsen soll als Plattform. Für Sims wahrscheinlich auch, wenn das jetzt in die nächste Iterationsstufe geht. Sims 5 gibt es ja nicht, wissen wir, aber halt Sims 4 plus dann keine Ahnung, was daraus wird irgendwie an Plattformen. Also um all diese Systeme zu bauen, braucht man ja erstmal Kohle, die man reinsteckt. So, und die hätten sie jetzt halt. Ich glaube nicht, dass EA jetzt anders agiert, als sie es getan hätten, wenn sie noch unabhängig wären. Sie machen es jetzt nur schneller und konsequenter. Und ehrlich gesagt, also sollen sie doch Command & Conquer bitte in Ruhe lassen. Entweder verkauft ihr die Marke an irgendwen, der was damit anfangen kann und mir wieder Singleplayer Command & Conquers macht. Oder lasst es einfach.
Lasst es einfach alles ruhen. Irgendjemand hat ein Newsletter heute geschrieben, irgendein Gaming-Newsletter, ich weiß nicht mehr wer, wo der Einstiegsatz war, Electronic Arts, der Publisher von Sims, Battlefield und Wing Commander. Und man dachte, das ist doch ein Troll-Move. Wann ist denn das letzte Wink-Commander erschienen? Ja, in den 90ern. Ich glaube, da kann man da auch dran ablesen, wie alt die Person mindestens gewicht sein muss, die den Newsletter verschickt hat. Ganz genau. Ja, und wie alt die Leute sind, die ihn abonnieren. Ja.
Absoluter Vollmut. Vielleicht ein Element dieser Strategie, weil wir es gerade auch schon hatten, dass EA auch noch kommuniziert hat, was ihnen sehr wichtig sein wird in Zukunft. Gerade wenn sie Spiele zu Plattformen machen, heißt es ja, Spiele, oder die Spiele, die sie vorrangig betreiben wollen, sollen ja von Millionen Menschen gespielt werden. Die berühmten Billion-Dollar-Franchises, wie von Bobby Kotick damals bei Activision. Und dazu gehört auch Community. Natürlich, diese Millionen Menschen versammeln sich dann halt auf diesen Plattformen. Und Community muss man regelmäßig bespaßen. Und eine Bespaßungsform, die sie fördern wollen, noch viel mehr, als sie es aktuell schon tun, ist User-Generated Content. Also Inhalte, die von Spielern selbst gemacht werden. du hast vorhin schon die Bezahlmods erwähnt und was man alles verkaufen könnte für Battlefield. Für Sims gilt genau das Gleiche, hat auch eine wahnsinnig aktive Community, die sehr viele Sachen baut und die er eventuell auch verkaufen könnte. Und ich glaube, Das Ideal, wonach auch in EA da strebt, ist einfach das Roblox-Prinzip, dass man so ein eigenes Wirtschaftssystem hat innerhalb der eigenen Spiele, wo Creator, also Programmierer, Leute, die da eigene Sachen entwerfen, eigene Maps, eigene Spielmodi.
Dinge auch selbst verkaufen können. So wie in Roblox halt auch, da bauen ja auch Leute dann Rennspiele, Shooter, kleine Abenteuer, wie auch immer, und können die verkaufen auf dem Roblox-Marktplatz. Und ich glaube, das ist ihr Idealbild, wo sie gerne hinwollen würden mit ihren Spielplattformen. Millionen Leute drauf und dann auch eine eigene Ökonomie auf diesen Plattformen, an der sie natürlich mitverdienen. Also immer, wenn was verkauft wird auf dem Battlefield-Marktplatz in fünf Jahren, kriegt EA da natürlich auch ein Sümmchen. Und das würde auch sehr gut passen, glaube ich, zu dem, wie Silver Lake vor allem vorgeht, jetzt von diesem Investorenkonglomerat ausgehend, dass sie halt sagen, es muss verschlankt werden und es muss Rendite abwerfen und das kann man am besten mit KI erreichen. Das haben sie schon häufiger so gemacht.
Und mit KI kannst du natürlich Frameworks bauen für sowas, dass du sagst, okay, wie kann so ein Connected Universe oder so ein Marktplatz oder sowas aussehen, wie kann ich da die Spielfläche für schaffen und ich finde, dass sie mit Battlefield Portal jetzt genau diesen Weg halt schon sehr offensiv einschlagen oder vorzeichnen. Falls das erfolgreich wird, dann hast du da eine aktive Community von potenziell tausenden oder hunderttausenden Leuten, die in einem Open-Source-Editor dir die Battlefield-Maps nur so um die Ohren knallen. Und dann kannst du sagen, okay, dann machen wir jetzt hier Cherry-Picking. Die 50 besten Maps, die werden verkauft. Die 50 besten Maps gibt es im Premium-Abo oder wie auch immer das dann ausgestaltet ist. aber das gibt dir sehr viel Angriffsfläche, dass du als Firma.
Sehr kostengünstig den Content geliefert bekommst und dann nur dir überlegen musst, wie monetarisiere ich den ganzen Kram jetzt. Und auch KI-gestützte Editoren. Auch natürlich ein ganz großes Thema, dass man in Zukunft nicht mal mehr Programmierfähigkeiten braucht, um beispielsweise sowas wie ein Roblox-Spiel zu entwickeln, sondern vielleicht funktioniert das einfach mit Sprache- oder Textangabe, dass du sagst, okay, mach mir ein Level, der komplett aus blauen Kühen besteht und dann generiert dir das Ding halt ein Level mit blauen Kühen oder Oder eine Pilzwelt oder was auch immer. Und das halt dann für Battlefield.
Für die Sims ist ein KI-Editor ja ein No-Brainer. Es gibt es ja auch schon in ... Ah, jetzt ist mir der Name entfallen. Insoy. Insoy, genau. Wo ich sagen kann, okay, ich will ein lila Blümchenmuster auf blauem Grund für meine Bettwäsche. Und dann generiert er dir das. Ich habe mir von mir selber in Insoy eine Statue generieren lassen auf Basis eines Fotos. Die kann ich dann als 3D-Micher-Statue in Insoy aufstellen. Zeigen wir aber nicht, sieht furchtbar aus, aber funktioniert. Und solche Sachen machen es halt sehr viel mehr Leuten möglich, dann User-Generated-Content zu bauen für die Spiele. Ich glaube, für eine Micha-Statue wird keiner Geld bezahlen. Also ich hoffe nicht, dass irgendjemand auf einem ... Obwohl, andererseits schreit's mir, wenn ihr für eine Micha-Statue Geld bezahlen würdet, dann kriegt ihr eine in Sims für 30 Euro. Bald exklusiv bei GameStar Plus. Die Micha-Statue zum Download. Ja, genau.
Okay, aber das User-Generated-Content auf jeden Fall auch ein großes Thema. So, das ist ein bisschen die strategische Ebene von EA selbst. Inklusive der missverstandenen Bartke-Utopie, dass sie vielleicht doch noch ein Herz haben für kleine Projekte oder für Experiment zumindest. Wollen wir mal nach Saudi-Arabien gehen? Nicht physisch, aber thematisch. Müssen wir. Müssen wir. Peter, was macht Saudi-Arabien? Ja, Saudi-Arabien. Oder warum? Warum? Warum? Warum Saudi-Arabien? Saudi-Arabien hat ja eine Vision für 2030. Da wird es übrigens ein bisschen knapp langsam, aber gut. Das ist, da muss man dazu sagen, Saudi-Arabien wird mehr oder weniger vom Kronprinzen, wie heißt er nochmal? Mohammed bin Salman. Genau, regiert, ist ein Königreich, ist keine Demokratie und.
Die Bin Salam oder auch die Oberen des Königsreichs haben eben einen Plan für 2030. Das heißt, sie wollen einerseits Saudi-Arabiens Stellung in der Welt ein bisschen verbessern. Sie wollen einfach, dass sie ernst genommen werden, mehr auf der Bühne, sagen wir mal, der Welt. Sie wollen sich wirtschaftlich diversifizieren. Das heißt, natürlich kennt man Saudi-Arabien vor allem für das Ölgeschäft, aber sie haben jetzt eben halt identifiziert, dass gerade im Gaming-Bereich sehr viel Potenzial ist, dass man sich da eben früh reinsetzen sollte, auch in Sachen E-Sport, immer mit Blick auf die Zukunft, dass dann eben da neue Jobs entstehen können, dass auch die überraschend junge Bevölkerung Saudi-Arabiens eben neue Jobs da finden kann. Gerade im Gaming-Bereich, denke ich, bei einem Durchschnittsalter von ungefähr 30 Jahren würde es viele Möglichkeiten geben und auch viele überschneidende Interessen, dass Leute eben sagen, okay, ich möchte da jetzt mit an der Gaming-Zukunft arbeiten, entweder in Saudi-Arabien oder außerhalb für saudi-arabische Unternehmen.
Dann ist es so. Ja, kurze Korrektur zwischendurch. Das Median-Alter sind 30 Jahre in Saudi-Arabien, also die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 30, die andere Hälfte ist älter als 30, aber die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 ist ein wahnsinnig junges Land, also da gibt's Millionen und Abermillionen von jungen Leuten, die natürlich digital interessiert sind, Videospiel-affin, die an digitaler Unterhaltung interessiert sind, die vielleicht Lust haben, in der Tech-Branche zu arbeiten und digitale Jobs zu machen, statt.
Öl-Türmen, weiß ich nicht, was man da macht, aber in so einer althergebrachten Industrie zu arbeiten. Und denen wollen sie halt einerseits Unterhaltung bieten und Arbeitsplätze, weil sonst hauen dir die jungen Fachkräfte einfach ins Ausland ab, wenn sie sagen, in Europa, in den USA, irgendwo anders auf der Welt sind meine Chancen, da einen Job zu finden, größer. Und das möchte Saudi-Arabien natürlich nicht zulassen. In Deutschland ist es median Alter 47 Jahre. Also, falls ihr euch fragt, warum in Deutschland die Gaming-Industrie nicht so sehr gefördert wird, äh.
Also sind wir halt einfach, zum Glück, ich liege immer noch drunter, muss ich sagen, das, erleichtert mich an der, ich bin immer noch in der jüngeren Hälfte der Bevölkerung, das Aber nicht in Saudi-Arabien Nicht in Saudi-Arabien, nee, da bin ich altes Eis. Ja, und dann ist natürlich noch der Faktor des Whitewashing oder des, Sportswashing ein großer Faktor also, ja, da kommt man nicht vorbei Saudi-Arabien wurde 2012 vom The Economist Als eine absolute Monarchie, die an der 163. Stelle von 167 Ländern beim Demokratieranking geführt wurde, lag damit unter den zehn autoritärsten Staaten der Welt. Es werden da grundlegende Menschenrechte nicht beachtet und wird von Freedom House, dieser Gesellschaft, als nicht frei eingestuft mit dem höchsten Grad, also in Richtung politischer Rechte quasi, es gibt eine Skala von eins bis sieben und eins ist die größte Freiheit, sieben die geringste oder nicht frei und da ist es auf sieben.
Dann gab es 2018 ja auch den sehr berühmten Mord an einem Journalisten, Jamal Khashoggi. Da ist bis heute die Indizienlage sehr, sehr klar, dass offensichtlich der Kronprinz selbst dessen Mord in der Türkei angeordnet hat und der wurde dann in der saudi-arabischen Botschaft tatsächlich ermordet. Also das sind alles Fakten. Und es ist so, dass diese Vision 2030 sehr klar auch das Ziel hat, davon ein bisschen abzulenken und zu sagen, das ist nicht das, worüber wir sprechen wollen, sondern wir wollen zeigen, Saudi-Arabien ist modern, ist ein Zukunftsstaat. Wir investieren in Branchen mit Wachstum, wir haben diese junge Bevölkerung, wir sind hip und eigentlich ist doch alles super, auch wenn es keine Demokratie ist. Schaut mal, was wir alles für die Menschen machen. Das wäre so meine Zusammenfassung des ganzen Unternehmens.
Ja, du hast es schon gesagt, Sportswashing ist ein Begriff, den wir aus der Sportwelt kennen. Saudi-Arabien investiert ja auch sehr stark in beispielsweise Fußballclubs. Newcastle United ist in saudi-arabischer Hand, deswegen konnten die 90 Millionen Euro für die Gwoldebarer ausgeben. Also da fließt viel Geld hin.
Und zu diesem Sportswashing gehört eben auch, wenn man es erweitern möchte, das Gameswashing, das ihnen helfen soll, sich auch als offenes, unterhaltungsorientiertes Land zu präsentieren. Auch deshalb findet ja der E-Sport World Cup in Saudi-Arabien statt, sozusagen eine E-Sport Olympiade mit zuletzt über 71 Millionen Dollar Preisgeld. Also auch da stecken sie cool rein, ohne Ende. Einerseits, um Unterhaltung zu schaffen für die eigene junge Bevölkerung, weil die hat halt wahrscheinlich keinen Bock, irgendwelche angestaubten Serien im Fernsehen zu gucken, sondern will halt cool E-Sport und Games.
Andererseits, um sich halt auch da als weltoffenes, sportorientiertes, cooles Land darzustellen. Bei dieser ganzen Transformation, muss man aber auch deutlich sagen, in dieser Vision 2030 geht es auch ein bisschen um eine hohe Lebensqualität, auch höhere Lebensqualität für junge Leute, auch ein bisschen um Liberalisierung, dass man Frauen mehr Zugang geben möchte zum Arbeitsmarkt, klappt auch, also es sind inzwischen mehr Frauen, dort stehen in Lohn und Brot und haben auch mehr Zugang zu Jobs, die sie bis vor ein paar Jahren noch gar nicht ausüben durften. All das ist aber kein Weg zu einer westlichen Demokratie, im Gegenteil. Es bleibt eine absolute Monarchie, Parteien sind dort verboten, Wahlen gibt es nicht, soll es auch nicht geben. Das Einzige, was sie wollen, ist die Wirtschaft stärken, weil sie einfach für die Stärkung der Wirtschaft, insbesondere auch in digitalen Bereichen, also weg vom Ölgeschäft, hast du schon gesagt, bei dieser Diversifizierung, auch natürlich Frauen als Arbeitskräfte brauchen. Wenn sie das nicht bräuchten, gäbe es vielleicht die Vision 2080 und das hätte alles noch mehr Zeit. Also all das ist ein...
Image polierender, wirtschaftlich orientierter, sehr müchterner Plan, dieses Land ja als weltoffener darzustellen und der eigenen Jugend mehr Perspektive zu geben, aber aus dem Grund, dass man sonst halt wahrscheinlich glaubt, dass man langfristig nicht mehr wettbewerbsfähig ist, auch was Wirtschaft angeht und das Öl hält ja auch nicht ewig, also ist ja auch nicht unendlich Öleboden. Übrigens, was mir gerade noch unter die Finger gefallen ist, wo wir ja vorhin auch von Jared Kushner geredet hatten.
Dass Saudi-Arabien zum Beispiel jetzt 600 Milliarden quasi den USA bezahlen wird für zum Beispiel Waffen. Und Jared Kushner hat schon mal einen 110 Milliarden Deal zwischen Saudi-Arabien und den USA vermittelt. Das sind alles so Sachen, ich denke, die muss jeder wissen, wenn wir über diese Sachen reden. Da sind im Hintergrund Prozesse laufen da, die manche Leute vielleicht auch schlucken lassen. Deswegen zum Beispiel, wo wir am Anfang geredet haben, warum Boykott aufrufen und so, wegen solchen Sachen auch. Ja, ich finde, da kommst du halt, wenn du das jetzt überträgst, auf die Spielewelt, auf die inhaltliche Spielewelt, dieser ganze Hintergrund, den du jetzt genannt hast. Auch, Micha, was du gesagt hast, dieses Zitat von Patrick Weeks von BioWare, der dann sagt, hat das Spiel Gay Stuff, ja, dann muss ich noch schnell ein Studio schließen gehen. Das sind natürlich Sorgen und ich finde auch durchaus berechtigte Sorgen in den Communities unter Gamern, unter Spielern, die dann sagen.
Muss ich jetzt Angst davor haben, dass eben Inhalte, also tatsächlich der Content im Spiel, die Story oder die Settings der Spiele, dass darauf Einfluss genommen wird. Das ist für mich etwas, das ist eine, glaube ich, berechtigte Sorge. Ob es so kommt, wissen wir nicht, aber wird das, was EA macht, die Spiele, werden die diesen geopolitischen Zwängen und diesen Vorgaben eines Staates unterworfen, bei dem die Website von Human Rights Watch halt rot aufglüht? Du erinnerst dich an Fälle wie The Last of Us 2, das in Saudi-Arabien verboten wurde, wegen der Repräsentation von LGBTQ-Content. Und es gibt eben Marken unter EA, die halt wirklich groß sind, die super beliebt sind, die populär sind, wie die Sims oder Dragon Age, die ja auch sehr stark davon leben, zum Beispiel gleichgeschlechtliche Beziehungen darzustellen. Und da ist eben diese Sorge, finde ich, sehr berechtigt und deswegen auch verbundener diese Wut- oder Boykottaufrufe von Spielern, die dann sagen, das werden die killen. Es wird natürlich keine Queer Representation da geben.
Da würde ich natürlich meine Lieblingsspielemarken nicht gerne sehen unter diesem Dach. Und das ist durchaus was, wo ich mitgehe mit dieser Abwehrhaltung, die ich jetzt sehe, obwohl es die Nachricht noch nicht, sozusagen die Tinte noch nicht getrocknet ist auf dem Papier und wir noch gar nicht wissen, wie es kommen wird, wie viel inhaltlichen Einfluss am Ende Saudi-Arabien wirklich nehmen wird. Ich glaube auch langfristig, wenn wir weniger oder ich befürchte weniger, dass da jemand kommt und sagt, nö, das nicht, es wird sehr viel diese Sperre im Kopf, glaube ich, kommen, dass du sagst, dass schon Produzenten oder Teams dann schon sagen, okay, lass uns das mal lieber vorsichtig formulieren oder Battlefield, lass uns mal lieber keine Map in Saudi-Arabien einfügen oder der nächste Gegner, ja, jetzt haben wir ja gerade irgendwie so eine private Armee bei Battlefield 6, der wird bestimmt nicht aus Saudi-Arabien kommen. Also da wird einfach so ein Schutzmechanismus auch bei den Angestellten kommen, dass die sagen, okay, lass uns mal lieber das ein bisschen zurückfahren. Und weniger, glaube ich, so ist es nämlich häufig, dass da jetzt jemand sagt, nö, das nicht. Aber klar, du hast natürlich recht, Saudi-Arabien hat schon Spiele verboten aber du siehst auch zum Beispiel, gerade auch in China ist es ja ähnlich dass dann halt schon.
Zum Beispiel Blizzard hat Sachen in WoW anders designt um mit dem chinesischen Gesetz halt konform zu gehen, damit sie ihr Spiel da auch verkaufen können und solche Geschichten werden denke ich, passieren, ich kann mir ehrlich gesagt nicht vollständig auch wegen, wie das aussieht draußen, dass da jemand hinkommt und sagt, nö, ihr dürft jetzt keine.
Gleichgeschlechtlichen Beziehungen reinmachen, sondern das wird sehr viel subtiler passieren. Das glaube ich auch und ich glaube auch nicht, dass es zu offensiv wäre und auch entsprechend der Image-Schaden zu stark wäre, wenn sie jetzt hergehen und sagen, so, wir löschen jetzt aus die Sims alles, was irgendwie mit Sexualität zum Beispiel zu tun hat. Das kannst du gar nicht machen. Und Saudi-Arabien Man hat zum Beispiel ja auch in Take-Two investiert, die GTA 5 gemacht haben und GTA 5 war die längste Zeit verboten in Saudi-Arabien.
Wurde, glaube ich, erst im Sommer diesen Jahres, also 2025, dort von der Sperrliste runtergenommen. Und trotzdem, obwohl sie ja offensichtlich sagen, das ist nicht vereinbar mit unseren, in Anführungszeichen, Werten, haben sie ja durchaus gesagt, klar, Anteil an Take-Two und GTA 5 verkaufen und dafür international Geld kassieren, ist gar kein Problem. Also ich glaube nicht, dass sie da vielleicht dem Rest der Welt sehr offensiv was aufdrücken, irgendeine Agenda, sondern dass sie dann vielleicht halt auch sagen... So abstrus, wie es vielleicht klingen mag, das Spiel erscheint dann nicht in Saudi-Arabien. Das ist hier auf der Bannliste. Aber im Rest der Welt darf das verkauft werden. Das bringt uns ja Geld. Oder es kommt eine eigene Version. Vielleicht kommt dann einfach eine Version von Sims, wo alle Frauen, keine Ahnung, keine Autofahrt. Nee, das ist ja inzwischen nicht mehr. Aber wisst ihr, was ich meine? Wo dann vielleicht diese gleichgeschlechtlichen Beziehungen nicht mehr der Fall sind. Das sind nur Freunde oder so. Die herzen sich einfach nur.
Aber haben kein Wuhu. Und sowas könnte ich mir sehr gut vorstellen tatsächlich.
Ja, also ich glaube, dass wir, ich meine, wir dürfen nicht vergessen, die Beteiligungen, die wir bisher gesehen haben, waren ja was anderes. Bisher waren sie Minderheiten beteiligt an Spielepublishern. Das ist ja jetzt ein Kauf. Also Electronic Arts wird in Zukunft mit den Finanzinvestoren zusammen, die ein Konglomerat bilden, direkt in saudi-arabischer Hand sein. Das gehört dem Staat. Also es ist ein bisschen eine andere Qualität. Ich glaube auch nicht, da bin ich bei euch, dass wir kurzfristig irgendwie sehen werden, dass sie Sachen aus Spielen rausschneiden, insbesondere im Westen nicht, weil nimmt der Sims-Community jetzt ihre gleichgeschlechtlichen Beziehungen weg und das Internet brennt. Das gehört zu dieser Serie von Anfang an. Das ist Teil der DNA. Selbst in Saudi-Arabien, wo Sims 4 erhältlich ist, soweit ich weiß, wie die Recherchen ergeben haben, sind gleichgeschlechtliche Beziehungen möglich. Das Einzige, was dort nicht erschienen ist, ist der DLC Meine Hochzeitsgeschichten, weil da war so eine Storyline drin, wo es unter anderem um eine lesbische Beziehung ging und dann halt auch eine gleichgeschlechtliche Hochzeit. Und da hatte sich EA auf einen Aufschreiter-Community hin geweigert, das aus dem Spiel zu entfernen, woraufhin es nicht auf dem saudi-arabischen Markt veröffentlicht wurde. Und ich glaube, solche Fälle, dass sich EA weigert, etwas zu ändern, woraufhin es nicht auf dem saudi-arabischen Markt veröffentlicht wird, ich glaube, die werden wir nicht mehr sehen.
Und das ist so ein bisschen der erste Schritt. Also, dass es dann heißt, okay, wir werden ein Spiel nicht ändern, nur weil ihr darin keine LGBTQ-Inhalte haben wollt. Ich glaube, das wird eine Denkweise sein, die es bei Electronic Arts so nicht mehr geben wird. Also diese Abwehrhaltung, die es nicht mehr geben wird. Vielleicht noch unterstützt durch die Trump-Connection, Also durch dieses konservativ-religiöse dann auch in den USA, was ja eine ähnliche Sicht der Dinge ist. Also sie werden mindestens angepasste Versionen machen für den saudi-arabischen Markt. Jetzt ist es aber so, dass Saudi-Arabien ja selbst eine eigene Gaming-Industrie aufbauen möchte, deshalb auch diesen Kauf getätigt hat, um auch Spiele zu machen für die eigene Jugend und die eigene Region.
Also Spiele, die auch in der arabischen Welt gespielt werden, in Saudi-Arabien selbst von den jungen Leuten gespielt werden. Und da würden sie natürlich, also, wüsste überhaupt nicht, was BioWare da pitchen soll. Also welche Art von Spiel BioWare da machen sollte mit dem, was sie bisher gemacht haben, mit der Wichtigkeit von queeren Charakteren in den BioWare spielen bisher.
Das wäre eher meine Befürchtung, dass eine Firmenkultur bei EA entsteht, dass man sagt, hey komm, lass doch, also klar gibt es eine Million Rollenspielszenarien, die nichts mit LGBTQ zu tun haben oder man muss das nicht einbauen, also lass doch lieber irgendwie auf so einer neutralen Ebene bleiben und wandeln, soweit wir können, damit unsere Spiele eben dann auch für diesen saudi-arabischen Markt oder den arabischen Markt insgesamt funktionieren, wo sie ja auch verkauft werden sollen. Also, dass man so schrittweise einfach eine andere Firmenkultur und eine andere Sichtweise entwickelt, welche Themen man in den Spielen behandelt. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich. Man weiß selber nicht, wie schnell das geht oder wie lange es dauert oder wie auch immer, aber es ist zumindest eine Möglichkeit. Und das würde ja auch dann wieder, da sind wir wieder beim CEO sprechen ein bisschen, das würde dem entgegenstehen, was Andrew Wilson ja gesagt hat. Er sagte, bei uns wird sich nichts ändern. Es bricht sozusagen lediglich eine neue Ära der Kreativität und Innovation an, aber wir halten an unseren Firmenwerten fest. Und ich glaube, dass genau das ist etwas, was für viele Leute leicht durchschaubar ist, dass das so nicht stimmen kann, zumindest nicht in Gänze. Denn wie kannst du an diesen Werten festhalten, die zum Beispiel ein Dragon Age klassischerweise mitvermittelt oder die Teil dieser Markenidentität sind.
Wenn du Chefs hast, die im saudischen Königshaus sitzen? Das kannst du halt niemandem.
Wirklich ernsthaft verklickern, dass da sich irgendwie nicht vielleicht kurzfristig, mittelfristig, ja, aber dass sich langfristig da keine Einflussnahme draus ergibt. Ich denke, es ist berechtigt, dass die Leute da skeptisch sind und sagen, ha, ich weiß nicht, ob ich da jetzt den Worten von so einem CEO, der sagt, ah, alles bleibt gleich, alles bleibt wunderbar bei uns, genauso wie ihr es gewohnt seid. Das sehe ich einfach nicht es tut mir leid, aber da ist der Skeptiker in mir zu groß der Realist meinst du also ja gut, das ist natürlich so aber ja, ich glaube ich sage da nicht so viel wenn es auch bei uns jetzt viele Fragen aufwirft, die wir die Branche jetzt schon seit vielen Jahren beobachten, weil es schon für mich auf jeden Fall eine Zäsur ist etwas was vorher in dem Umfang und in der Art noch nicht gab, wirft auch viele Fragen für die Zukunft auf. Wie wird es jetzt mit anderen Publishern gehen? Wird das jetzt die Norm?
Was passiert da, wenn jetzt noch mehr quasi Firmen, die nichts mit Gaming am Hut haben, die Kontrolle über Firmen haben, die ja eigentlich unsere Spiele machen sollen? Wo geht es hin durch diese komplette Monetarisierung? Wo bleibt da noch der Raum für Spielspaß? Und auch sind wir vielleicht einfach das Problem? Ich meine, wir drei sind ja auch mehr im anderen Median. Sind wir das Problem? Eine Frage, die ich mir täglich stelle. Was ich halt immer sehe, wenn ich diese Zahlen sehe und Millionen von Leuten haben Spaß damit und sind froh, Geld in EA, FC zu stecken und so. Aber wir sitzen hier immer noch rum und sagen, Ach, ja, das ist der Untergang des Abendlandes. Vielleicht sind wir auch einfach die aussterbende Art. Und das ist alles ganz toll. Und Leute da draußen finden das super. Und die wollen einfach nur neue Spiele haben. Scheißegal, wer dahinter steckt. Das denk ich mir manchmal dabei. Ja, also vielleicht ein bisschen. Aber dieses bisschen ist mir insofern egal, dass ich sage ...
Mein Gott, ich kenne halt diese alten Marken noch, die haben einen besonderen Platz in meinem Herzen und es würde mich trotzdem freuen, wenn sie so bleiben, wie sie sind, beziehungsweise wenn sie zurückkämen oder wenn sowas wie, weiß ich nicht, halt Dungeon Keeper noch gäbe, was EA halt einfach hat verkümmern lassen oder nicht mehr irgendwie gefördert hat oder nicht mehr gemacht hat, einfach dann. Da würde ich sagen, okay, das ist eine persönliche Sache.
Schreibt in die Kommentare, ob ihr das genauso seht oder ob ihr sagt, es ist so alles cool, was EA macht, alles gut. Ich glaube, wir sind ja trotzdem Leute, die auch Service-Games gerne spielen, die in Dien. Ich glaube, Phil freut sich nicht unwesentlich auf Battlefield 6 zumindest. Das ist wahr. Ja, genau.
Das ist nichts, was an uns komplett vorbeigeht. Was ich aber halt einfach aus strategischer Sicht Und das haben wir auch schon mehrfach im Podcast besprochen, auch mit Humann. Was ich aus strategischer Sicht halt sagen muss, ist, diese Strategie, nur das immer weiter zu melken, was gut funktioniert, führt irgendwann an die Wand. Weil wenn du es nicht schaffst, dich zu erneuern, dir neue Konzepte, neue Ideen auszudenken, aus dir selbst heraus so eine kreative Energie zu entwickeln, auch Dinge zu wagen und auch Dinge tatsächlich zu riskieren, diese ganzen Publisher, auch durch die Börsennotierung, sind ja wahnsinnig risikoscheu, weil sie nur noch das zu machen versuchen, was Maximum Geld bringt und maximale Profitabilität, damit sie ja halt weiter auf dem Niveau bleiben. Oder hoffentlich noch weiter wachsen, als sie es gerade sind. Aber es entsteht nichts Neues, zumindest dort nicht. Während um diese Publisher herum auf dem ganzen Indie-Markt und sonst wo ständig irgendwas Neues entsteht und irgendwas Cooles und irgendwas Kreatives. Minecraft kam aus dem Indie-Bereich. Fortnite kam jetzt nicht komplett aus dem Indie-Bereich, aber war halt ein kleines Projekt, was dann gewachsen ist. Counter-Strike, tausend Sachen, Faktorio, hallo Humann.
All diese wundervollen kleinen Spielkonzepte können halt ... Im Kleinen irgendwo entstehen, aber bei den Großen passieren sie nicht mehr. Und es gab mal eine Zeit, da war das anders. Da haben auch Publisher es geschafft, sich hin und wieder zumindest neue Sachen zu erfinden, neue Sachen auszuprobieren. Ubisoft war da früher mal richtig gut drin, zu sagen, okay, hey, es kommt eine neue Konsole raus, lass uns doch irgendwie ein 2D-Jump'n'Run mit so einem arm- und beinlosen Typen machen, direkt zum Launch und bam, Rayman lief super auf der Playstation. War ein riesen Verkaufsschlager, weil es natürlich keine innovative Idee oder kein neues Spiel-Design-Konzept in dem Sinne. Aber sie haben es einfach probiert und es hat geklappt und es ist beliebt. Und Leute, liebe Grüße an den Kollegen Christian Fusi, es gibt Leute, die lieben Rayman bis heute innig.
Und das fehlt mir so ein bisschen. Diese großen Publisher verlernen es, uns zu überraschen oder uns irgendwas zu präsentieren, wo wir sagen, hey, das ist ja mal richtig mit Liebe gemacht. Und das meine ich mit ein bisschen der strategischen Sackgasse, weil irgendwann, wenn du es nicht mehr schaffst, diese Erneuerung hinzukriegen, wenn du nur noch versuchst, das immer weiterzutreiben und vor allem auch die Monetarisierung immer weiterzutreiben, dann fährst du gegen eine Wand. Ja, zumindest gegen eine kreative Wand. Und ich glaube, dass das Gefühl da draußen, was inzwischen vorherrscht, dass diese ganzen Konsolidierungen, und das ist jetzt wieder so ein Fall, dass die dieses Problem verschlimmern und zuspitzen. Dass du irgendwann das Gefühl hast, diese komplette Gaming-Welt, zumindest im AAA-Bereich oder wenn es um diese großen Budgets geht, das ist alles in der Hand von zwei, drei, vielleicht vier gigantischen, gesichtslosen Konzernen. Irgendwann hast du dann nur noch Tencent und Microsoft und jetzt eben EA und vielleicht noch ein oder zwei andere, Embracer vielleicht und dann hört es auf. Und dadurch, dass das alles so funktioniert.
So corporate ist, dass das alles so in diesen gigantischen, auch mit diesen gigantischen Summen, alles so zusammengehalten wird und dann geführt wird von Leuten, die sagen, naja, der Profit muss her, ob das jetzt Aktien sind oder ob das privatwirtschaftlich ist, egal, sondern es geht am Ende um den Profit. Es geht nicht darum, den Spielern ein qualitativ hochwertiges Spiel mit, was liebevoll gemacht ist, was kreativ ist, anzubieten, sondern es geht darum.
Ausgetretene Servicepfade rauszumelken bis auf den letzten Cent. Und das ist, glaube ich, ein Sentiment, was den Leuten inzwischen total auf den Keks geht, wenn sie von sowas hören wie diesem EA-Aufkauf jetzt.
Und die Wahrheit ist, wir sind eigentlich schon über diesen Punkt hinaus. Die Spiele, die groß sind, die Spiele, die jetzt gerade groß werden und erfolgreich werden, das sind gar nicht mehr diese AAA-Service-Dinger.
Siehst du doch, wo ein Concorde gelandet ist und die ganzen Dinger. Du bist an einem Punkt, wo das eigentliche Geld und der Spaß im Gaming kommt von den AA-Studios und aus dem Indie-Bereich, Kommt von einem Baldaskate, kommt von einem Valheim, kommt von Palworld oder diesen kleinen Butzen, wo ich mir denke, dass jetzt überhaupt noch jemand sagt, wir werfen mehrere Milliarden auf Projekte, die Live-Service-Abo-Modell-Shooter sind und versuchen irgendwie das nächste Call of Duty zu werden oder geschweige denn das nächste Fortnite zu werden. Die fallen doch sowieso reihenweise auf die Schnauze gerade. Die gehen links und rechts flöten von Hyperscape bis, ich rede jetzt viel vom Shooter-Bereich, weil ich mich da am besten auskenne, aber all diese Versuche enden zu 90 Prozent im Mülleimer und kosten nur Geld. Das heißt, ich frage mich da schon, wohin führt das langfristig? Und da bin ich bei Micha, das führt gegen die Wand. Und diese Konzerne werden sich in den nächsten zehn Jahren ziemlich umschauen, glaube ich, in vielerlei Hinsicht und merken, das funktioniert nicht, wenn wir nur noch weiter den nächsten Battle Royale machen und nur noch weiter den nächsten Survival Game Open World Krempel machen und den versuchen mit Seasons abzumelken. Das wird nichts.
Und ich glaube, der Kern der Logik, nachdem diese Spielpublisher ja gerade arbeiten, ist, ein Projekt muss so groß sein, dass es quasi too big to fail wird, also zu groß, um zu scheitern. Also müssen wir immer mehr Geld in immer weniger Projekte stecken. Die müssen dafür aber maximalen Erfolg und damit auch maximale Profitabilität haben. So ist ja überhaupt diese ganze AAA-Bubble entstanden, dass man gesagt hat, es wird immer teurer und größer und wir müssen mehr Kohle da reinstecken für noch geilere Grafik und noch eindrucksvollere Präsentationen und so noch geilere Trailer. Und nur so können wir halt in Zukunft noch wachsen mit diesen Riesenprojekten. Und genau das ist ja die Logik hinter dieser Übernahme von EA. Andrew Wilson sagt ja seit Jahren schon, dass Electronic Arts ein Übernahmekandidat ist, weil sie mit sieben Milliarden Dollar Umsatz im Jahr, über sieben Milliarden Dollar Umsatz im Jahr, sich eigentlich diese großen Projekte nicht mehr leisten können. Also deswegen hat ja Activision Microsoft als Partner, deswegen ist jetzt Ubisoft mit Tencent verpartnert. Deswegen, Good Take Two ist ein bisschen ein Sonderfall mit GTA, das druckt halt einfach Geld, Glück gehabt. Aber sie sind ein EA, ein so riesiges Unternehmen wie EA, die so viel mehr Geld verdienen als der GameStar-Podcast, möchte ich mal hier anmerken.
Empfindet sich selbst nicht als groß, weil sie in dieser Liga dieser Monumentalprojekte, die sie glauben zu brauchen um weiter wachsen zu können, nicht mehr mitspielen können. Das ist halt dieser Größenwahnwitz der da herrscht und genau das ist ja das was ich vorhin meinte, mit dieser Idee Spiele zu Plattformen zu machen, alleine was da wieder in Investments reinfließen muss in Infrastruktur, Server, Technik und so weiter, natürlich musst du da Milliarden erstmal reinpumpen, also wenn man so denkt wenn man denkt, okay es muss immer größer werden die Projekte müssen immer größer werden, Also ich bin jetzt kein Wirtschaftswissenschaftler, aber irgendwann stößt du doch an eine Decke, wo es einfach nicht mehr ertragbar ist oder wo es nur noch zwei Firmen gibt, die einfach so viel Geld haben, dass sie die einzigen sind, die solche Projekte noch stemmen können. Also, ich weiß nicht. Also, es ist eine ... Ich kann nachvollziehen, woher das kommt. Und ich kann nachvollziehen, wie es entstanden ist. Und ich habe leider gerade keinen Tipp für große Publisher, wie man es anders machen könnte. Außer, macht kleine Sachen und erfreut euch dran, wie sie erblühen. Und verdient nicht so viel Geld. Aber das fände Andrew Wilson, glaube ich, nicht so gut. Das ist der beste Tipp. Verdient nicht so viel Geld. Das verdient aber nicht so viel Geld. Schreiben wir über den Talk drüber, oder?
Genau, aber dieses, es muss immer größer werden, es kann nur noch die Megaprojekte, die Billion-Dollar-Franchises geben oder es gibt uns gar nicht mehr. Na, weiß ich nicht, ob das eine nachhaltige Strategie ist. So, und um den Bogen kurz zu schlagen, Entschuldigung, es war jetzt ein sehr langer Exkurs, aber nein, Peter, es liegt nicht nur an uns. Gut, agree to disagree, aber gut. Oh, da müssen wir das wohl nochmal ausdiskutieren in Ruhe.
So, das war eine erschöpfende Analyse der bevorstehenden, der geplanten Übernahme von Electronic Arts. Mal gucken, ob sie denn am Ende wirklich so standfindet, wie sie aktuell geplant wird. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen, die Aktionäre müssen noch zustimmen, wobei die kriegen ja einen Haufen Geld einfach für ihre Aktien. Der aktuelle Börsenwert von Electronic Arts, bevor diese Übernahme angekündigt wurde, also die Marktkapitalisierung sozusagen, der Wert aller Aktien insgesamt zusammengerechnet, waren um die 40 Milliarden. Jetzt kriegen sie 55 Milliarden dafür, also locker ein Viertel nochmal mehr obendrauf. Das heißt, da wäre ich als Großaktionär jetzt nicht ungeneigt, meine Aktien abzugeben, wenn dieses Angebot kommt. Aber grundsätzlich ist es noch nicht durch. Und was dann am Ende die Folgen sein werden, kurzfristig, mittelfristig, langfristig, das werden wir einfach sehen, weil auch so einen Fall gab es noch nicht. Es ist ein Novum in dieser Branche, diese Übernahme. Ich sage an dieser Stelle vielen Dank an Finn und Peter, dass ihr dabei wart. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ja, gerne, immer. Sehr, sehr gerne. Ich lasse mich gerne einladen. Wenn du auch mal investieren möchtest in mich, nur zu. Ja, vielleicht keine 55 Milliarden, aber... 55 Euro, 55 Cent.
Mal ein Softgetränk oder sowas vielleicht. Da könnte ich mich zu überreden lassen. In diesem Sinne, vielen Dank an alle, die uns auch heute wieder zugeschaut und zugehört haben. Letzte Korrektur, ich habe vorhin gesagt, das Spiel heißt Tales of Censera. Das war natürlich falsch. Es heißt Tales of Kenzera-Zao. Ein Spiel, in dem der britische Schauspieler Abu Bakr Salim die Trauer um seinen verstorbenen Vater verarbeitet. Auch sowas hat EA veröffentlicht. Weiß keiner mehr, ist letztes Jahr erschienen. Aber hat sowas eine Zukunft bei EA? Wir werden das erleben. In diesem Sinne, macht's gut und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao. Ciao.
Music.