Music.

Es begab sich im Jahre 2020. Da schrieb ein gewisser Phil Spencer bei Microsoft eine interne E-Mail, in der er alteingesessene Publisher wie Electronic Arts, Activision oder Take-Two kritisierte. Diese E-Mail ist später geleakt, so wie vieles, was Phil Spencer schreibt, sodass wir wissen, was drin stand. Ich zitiere.

Erneuern. Die meisten AAA-Publisher setzen auf den Erfolg von Marken, die vor über zehn Jahren geschaffen wurden. Und weil diese Erneuerung eben nicht klappt, so argumentiert Spencer weiter, wollen sich diese Firmen vom Rest des Marktes abheben, indem sie stattdessen immer noch mehr Geld in diese bestehenden Marken reinpumpen, weil viel Geld, das haben sie ja. Und ja, stimmt, so ist es wirklich. Zu wenig Mut, zu wenig Innovation und zu viel Vertrauen darauf, dass man mit beliebten AAA-Marken samt der Millionen Summen, die da reinfließen, schon irgendwie für immer erfolgreich bleiben wird. Das ist die AAA-Krise auf den Punkt gebracht. Es ist halt nur nicht so optimal, wenn derselbe Phil Spencer fünf Jahre später mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Xbox rauswirft und dabei auch Studios schließen und neue Marken einstampfen lässt. War es am Ende doch nicht so einfach, Phil? Einfach mal eben 70 Milliarden Dollar für Activision rausblasen und alles wird gut? Oder ernster gefragt, hat sich Microsoft, hat sich Phil Spencer als Leiter der Gaming-Sparte verkalkuliert? Genauso wie alle anderen? Oder steckt hinter allem doch ein großer Plan? Darüber wollen wir heute sprechen. Natürlich mit unserem Wirtschaftsweisen, der noch nicht von einer KI ersetzt wurde. Er ist Unternehmensberater bei 1789 Innovations und Podcaster bei Corporate Therapy. Herzlich willkommen, Huma Nagafi. Aber ich glaube, es fehlt nicht mehr viel zur KI. Der Schritt ist nur noch klein. Guten Tag.

Nächstes Mal hier Mitte der... Man muss nur meine Stimme synthetisieren, dann haben wir es schon. Ja, stimmt eigentlich. Okay, also wir haben einen Plan fürs nächste Mal. Ich freue mich derweil, noch einen zweiten Gast begrüßen zu dürfen. Der sagt, ich halte Phil Spencer für keinen guten Manager. Ihr kennt ihn von GameTube und von seinem eigenen Kanal Martin Spielt. Herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, dass du da bist, Martin Lee. Hallo, Micha. Ja, ich rufe Phil Spencer einmal die Woche an, um das zu sagen, aber er geht nie ans Telefon. Ich weiß auch nicht, warum. Ja, aber irgendwann liegt eine E-Mail von ihm, in dem steht, Mensch, der Martin, der beleidigt mich die ganze Zeit.

Deswegen mache ich es jetzt öffentlich im Podcast. Ja, stimmt. Vielleicht will er es so. Ja, stimmt. Jetzt muss er hören. Dann jetzt das muss er hören. Ich muss an dieser Stelle mitschicken, irgendwie haben meine Nachbarn hier beschlossen, entweder ihr Dach abzudecken oder ihr Haus abzureißen. Eins von beidem. Das heißt, wenn man im Hintergrund irgendwelche Geräusche hört, dann bitte ich, das zu entschuldigen. Ich weiß nicht, wie lange die das machen oder was die da machen. Aber kommen wir zum Punkt apropos Abrissbirne. Martin, was war dein erster Gedanke, als du gehört hast, dass Microsoft schon wieder Leute entlässt? Ja, mein Gott, so überraschend kam das nicht. Natürlich dann immer eine Frage der Größenordnung, die ja stattfindet. Aber wir sehen das ja praktisch in den letzten drei Jahren relativ durchgehend, sowohl in der Spielebranche als allgemein in der Tech-Branche. Die ganzen Corona-Nachwehen, die wir da haben. Das klingt bei Microsoft immer ziemlich dramatisch, weil es inzwischen so ein Riesenkonzern ist. Und wenn die dann halt auch drei, vier, fünf Prozent der Leute rausschmeißen, dann sind das halt gleich so viele tausend Menschen. Deswegen, das war per se nicht das Überraschende. Ich fand es dann eher interessant, erst mal, was dann genau die Auswirkungen sind, was sich dann erst in den Tagen und Wochen danach herausgestellt hat. Also, welche Studios sind geschlossen, welche Spiele sind betroffen. Und noch viel mehr fand ich halt gerade die Begründung von Phil Spencer so.

Ich weiß nicht, welche Worte man hier im Podcast nutzen darf. Nur kinderfreundliche. Es schauen noch Kinder zu.

Ja, ich fand die einfach so daneben. Sagen wir es mal so, das kann man jetzt nicht sagen. Völlig daneben, aber auch in sich inkonsistent. Und das ärgert mich fast noch mehr, weil ich kann mit Leuten umgehen, die andere Meinungen haben als ich. Oder wo ich auch sage, mit denen stimme ich nicht überein, das ist alles okay. Aber ich finde es immer so problematisch und seltsam, wenn jemand Sachen sagt oder in diesem Fall vielleicht auch aufschreibt, sogar in einer E-Mail, die dann für sich alleine genommen schon keinen Sinn ergeben. Und das hat mich da am meisten bei beschäftigt. Oh ja, guter Punkt, weil auch diese E-Mail von Phil Spencer ist natürlich geleakt. Wie gesagt, so vieles, was Phil Spencer schreibt, kommt einfach danach an die Öffentlichkeit. Wundervoll. Wo er geschrieben hat, das fand ich auch sehr irritierend, wo er schreibt, ich bin mir bewusst, dass diese Änderungen zu einer Zeit kommen, in der wir mehr Spieler, Spiele und Spielstunden haben, als jemals zuvor. Unsere Plattform, Hardware und Spiele-Roadmaps sahen noch nie so gut aus, und übrigens, ihr seid raus. Okay, der letzte Satz war von mir jetzt rein improvisiert, aber das war ein bisschen die Tonalität dieser Mail, weil er sagt, ja, weil unser Erfolg, den wir bisher hatten, auf schweren Entscheidungen basiert, müssen wir aber auch weiterhin schwere Entscheidungen treffen, um erfolgreich bleiben zu können. Und deshalb ist es nötig, sich zu fokussieren auf die Bereiche, denen man am meisten Erfolg zutraut. So, das war die Begründung. So, jetzt haben wir einen Unternehmensberater in der Runde sitzen. Ist das eine gute Kommunikation? Also da hätte wahrscheinlich auch die KI helfen können, um mal vielleicht die Widersprüche aus dieser E-Mail rauszuarbeiten.

Aber nein, es ist eine schlechte Kommunikation. Also klar, wir hören das so im Sinne der Öffentlichkeit. Aber was macht das im Grunde ja mit den Menschen, die da bleiben? Das ist ja im Grunde purer Zynismus oder beziehungsweise ist Öl für den Zynismus in einer Organisation, der, ich würde sagen, in den letzten Jahren schon genug Futter bekommen hat. Und ich würde sogar so weit gehen, hole schon mal eine finale Argumentation hier raus, aber das spricht ja nur für das, wo Microsoft wahrscheinlich gerade steht, einer strategischen Dissonanz. Es gibt, also ich glaube eine Zeit lang konnte man etwas nachzeichnen, wohin sie hingehen wollen, aber spätestens mit dieser E-Mail muss man sagen, wohin geht es eigentlich? Also da gibt es ja ganz viele offene Fragen und noch mehr der Verwirrung, wenn man solche Nachrichten schreibt. Das hat ja drei Zielgruppen oder drei Ansprechpartner, wenn die so eine Meldung rausgeben.

Hier wahrscheinlich, wenn man das sich so anschaut, ist die primäre Gruppe, sind die Anteilseigner, die da angesprochen werden. Obwohl die ja eigentlich, um die es eigentlich ja nicht geht in dem Augenblick, aber die sind halt immer die Ansprechpartner bei so einem Konzern. Und das ist ja dann, weil sie müssen gleichzeitig irgendwie sagen, wir werfen Leute raus. Und das ist aber auch gut für die Firma. Und gleichzeitig stehen wir aber so gut da wie noch nie. und die Zukunft wird noch besser. Das sind ja alles nur Kekse für die Aktionäre. Und gleichzeitig aber eigentlich sprichst du auch noch dann die Öffentlichkeit, die breite Öffentlichkeit an, weil du auch weißt, die reagiert auch drauf. Das wird in Artikeln, in Videos diskutiert, die Spiele, die auch die Kunden sind, sehen das auch. Und eben, wie Humann richtig eben gesagt hat, und das steht aber, glaube ich, ganz unten in dieser Prioritätenliste, hast du aber auch noch die Mitarbeiter, die auch so eine Meldung lesen und sagen, okay, was bedeutet das für mich und was bedeutet das für meine Kollegen? Aber man sieht dann schon, die drei Sachen stehen in einem Widerstreit. Das ist ein Grund, warum diese Meldungen so sind, wie sie sind. Aber auch selbst dann, da kommen wir vielleicht gleich noch zu, aber ich finde, man darf das diesen Leuten und den Konzernen eigentlich nicht mehr durchgehen lassen. Man muss diese Widersprüche aufzeigen und jedes Mal ins Auge drücken, bis es ihnen zu peinlich ist, sowas zu sagen. Ja, ich würde es größer ziehen. Also ich würde sagen, selbst dann ist es immer noch eine schlechte strategische Entscheidung, weil ich glaube, was wir auch an dieser Stelle erleben, also Microsoft macht ja gerade insgesamt eine große Restrukturierung und da ist Gaming einer der größeren Bereiche, die gerade restrukturiert wird.

Und man argumentiert, glaube ich, aktuell viel über KI, viel über Management-Rollen, die vielleicht in der Form nicht mehr gebraucht werden und so weiter.

Und ich glaube, was wir dort auch erleben, ist, dass da zwei Kulturen auch voreinandertreffen. Wir haben sozusagen Microsoft, ein sehr großes, durch effizient gestaltetes Unternehmen, was glaube ich auch auf seine Organisation guckt im Sinne von sehr viel Produktivität und Effizienz und ich will jetzt nicht den einzelnen Microsoft-Menschen zu nahe treten, aber gegebenenfalls ist auch das Talent, es gibt einen größeren Talentpool, der austauschbar ist und am Ende ist das für die nicht so kritisch, wohingegen wir in der Spieleentwicklungsbranche eine ganz andere Kultur haben. Also dort brauchen wir ja, dass die Mitarbeiter, ich will jetzt nicht sagen, dass die Marktwirtschaft mitarbeitet jetzt alle Angst haben sollten, aber ich glaube, das ist einfach eine ganz andere Arbeitsrealität und in dem Moment, wo, und das ist auch eine Produktion, was ja dort stattfindet und in dem Moment, wenn man anfängt sowas zu kommunizieren und denkt, naja, das ist die unterste Kette, was man ja damit erzeugt ist, das, was ja für den Erfolg notwendig ist, dass die guten Spiele kommen, die kreativen Titel kommen, die gut entwickelt wurden, dann schießt man sich ja genau in den Fuß, den man eigentlich braucht, damit das irgendeinen Weg nach vorne findet. Ja, insbesondere wenn dann Satya Nadella, der Microsoft-Geschäftsführer, noch verkündet, dass inzwischen 30 Prozent des Codes bei Microsoft von KI geschrieben werden. Also wenn er selber noch sagt, hey, das, was früher von Menschenhand gemacht wurde bei der Programmierung, natürlich jetzt nicht nur im Gaming-Bereich oder wahrscheinlich nicht mal fokussiert im Gaming-Bereich, sondern in all den anderen Consumer- und Business-Software-Bereichen, die Microsoft so hat, aber trotzdem.

Es ist, und da stimme ich euch beiden zu.

Es ist eine sehr demotivierende Mail. Also, wenn ich bei Microsoft jetzt mal rein, weg, raus aus der Spielerperspektive, aus der hat es ja noch ganz viel mehr ärgerliche Aspekte einfach, aber rein aus der Perspektive von jemandem, der bei Microsoft arbeitet, würde ich doch jetzt da sitzen und sagen, ja, geil. Es läuft so gut wie noch nie. Also, sagt Phil Spencer in seiner Mail, wenn ich die richtig lese hier gerade. Ich gucke noch mal, ob sie schon geleakt ist. Es läuft so gut wie noch nie. Und trotzdem müssen wir jetzt schmerzhafte Einschnitte machen, damit es auch morgen weiterhin gut läuft.

Und was soll mir das für meine Zukunft sagen? Und was soll mir das auch für eine, gerade auch als kreativer Mensch für meine Zukunft sagen, wenn ich da drin sitze und halt einfach gute Spiele machen möchte für die Microsoft-Zukunft, für den Game Pass, für das, was wir irgendwie an großer Vision haben? Weil es gibt sie ja theoretisch. Du hast vorhin gesagt, man weiß gar nicht so genau, wo es hingeht. Aber theoretisch wusste man ja bisher, wo es hinging, weil das strategische Ziel von Microsoft, was in geliebten Dokumenten stand, war 30, äh, Quatsch, nicht 30, 100 Millionen Game Pass-Abonnentinnen und Abonnenten bis 2030 war es, glaube ich. So, und aktuell stehen sie Schätzungen zufolge bei maximal 38 Millionen. Die letzte offiziell gemeldete Zahl waren 34 Millionen. Da gibt es halt dann so ein bisschen Graubereiche, wo sich Analysten ein bisschen in Schätzungen wagen, also sagen wir mal 38 Millionen, nicht mal 40 Prozent dieses Ziels. Und den Game Pass gibt es seit acht Jahren. Sie hätten jetzt noch fünf weitere Jahre, um 60 Prozent dieses Ziels zu füllen. Und gleichzeitig sagst du, aber viele der Leute, die uns dabei helfen sollten, brauchen wir eigentlich gar nicht. Und teilweise auch die Projekte, die uns dabei helfen sollten. So, und dann sitzt du da wie Martin und denkst, ui, geil, okay.

Das ist halt gelogen. Das ist die, was mich daran so ärgert und dass man so unverschämt ist und das macht und sich dabei anscheinend, dass es nicht so peinlich ist, dass man sich das nicht mehr traut. Weil es gibt ja, was er darstellt, ist eigentlich ein Managementversagen. Er sagt ja im Prinzip, ich habe hier Leute, ich habe gut ausgebildete Leute, die sehr gute Arbeit geleistet haben, aber die schmeiße ich jetzt raus. Und gleichzeitig sagen sie aber, wir denken an die Zukunft und wir wollen wachsen. Das heißt ja, er hat persönlich keinen Plan, wie er gute Mitarbeiter verwenden kann, um Werte zu schaffen, was aber eigentlich nötig ist, um dieses Wachstum, was sie sich ja auf die Fahnen geschrieben haben, zu stemmen. Natürlich sind wir gerade mitten im KI-Zeitalter und es ist natürlich auch Microsoft einer der großen Player in dem Bereich. Die setzen natürlich dann in verschiedensten Bereichen da stark drauf. Deswegen ist das natürlich eine große Sache und da werden wir ganz viel sehen in Zukunft, wie da viele Sachen durch KI erledigt werden. Manche Sachen sinnvoller, manche weniger sinnvoller. Das ist die eine Sache, aber.

Was auch an dieser Stelle, du hast über diese E-Mail von vor fünf Jahren gesprochen und Phil Spencer ist jetzt wie lange bei Microsoft, der Xbox-Chef? Tausend Jahre, also irgendwie. Der ist halt schon ewig da. Er ist praktisch ja nicht nur eben ein Manager, der jetzt mal gerade reingekommen ist und sagt so, was ist das für ein Saftladen, ich muss hier mal aufräumen, sondern alles, was jetzt da ist, Zustand ist, ist in seinem Zuständigkeitsbereich so angefallen. Das heißt, wenn jetzt Probleme da sind, hat er die zu verantworten. Und man kann in beide Richtungen argumentieren. Das ist auch ein bisschen schwierig, weil ich hatte zum Beispiel direkt, als diese ganzen Kündigungen rauskam, mir sehr intensiv das angeguckt, weil ich ein Video dazu machen wollte. Und ich fand es ganz interessant, weil natürlich ist es relativ leicht zu sagen, die fallen jetzt 9000 Leute, was sind das für Arschlöcher? Und das sind ja viel zu viele Leute. Dann kann man sich natürlich aber trotzdem, wenn man sich den Trend anschaut, zum Beispiel, wie viele Mitarbeiter hatte denn Microsoft jetzt vor Corona, im Jahr 2018, 19 und so weiter, wie viele haben sie eingestellt? Und dann kann man auch sehen, na gut, es sind trotzdem jetzt vielleicht noch mehr Mitarbeiter als vorher. Aus dieser Perspektive kann man sagen, ja gut, das ist eine normale Fluktuation im gewissen Rahmen. Dann ist es auch wahnsinnig schwer anzusehen, wie entwickeln sich denn die Spielerzahlen oder die Verkaufserfolge, weil sie eben ganze Zeit große Übernahmen machen und solche Giganto-Übernahmen wie Activision Blizzard zwischendurch, deswegen du dir gar nicht die Mühe machen musst, irgendwie einen Geschäftsbericht schon vor fünf Jahren anzugucken und einen von jetzt weiter, die überhaupt nicht mehr vergleichbar sind. Wenn ich mir das bei EA angucke, geht das sehr gut, dann kann ich da Trends ableiten oder erkennen, welche Bereiche gut laufen und welche nicht gut laufen. Bei Microsoft ist das ja praktisch unmöglich.

Nicht zuletzt auch, weil dann auf der Konzernebene seit mindestens fünf Jahren, vielleicht auch zehn Jahren ganz andere Sachen wieder eine Wachstumstreiber sind, sowas wie Cloud, eine ganz lange Zeit, jetzt KI und so weiter. Dadurch verschieben sich dann diese ganzen Anteile im Umsatz und auch im Gewinn massiv und auch mit den Mitarbeiterzahlen. Also das war so ein bisschen das, wo ich dann leider nicht so richtig vorwärts kam oder zumindest nicht die Argumentation führen konnte, die ich ganz gerne wollte. Aber wo man dann nachher hinkommt, ist, dass unabhängig davon, ob jetzt dann die Mitarbeiterzahlen jetzt dann insgesamt gestiegen sind oder jetzt so und so viel dann doch wieder entlassen werden können und so weiter, Wenn du dann siehst, dass solche jetzt eben zu diesem Zeitpunkt so und so viele tausend Leute in der Xbox-Sparte gekündigt wurden und diese und jene Projekte eingestampft wurden, dann frage ich mich immer, wenn wir uns auf Everwide anschauen oder Perfect Dark oder das Cinemax MMO, wo dann die Entwicklungszeiten teilweise sechs, sieben, acht Jahre waren. Und dann denke ich immer so, ach, das fällt ja aber jetzt auf. Jetzt fällt ja auf einmal auf, alles auf einmal von 17 Studios. Bis gerade eben nicht, so im April 2025 war alles noch super duper und extra fein, aber jetzt alles auf einmal und das ergibt ja keinen Sinn, weil wenn du gerade, das ist ja ganz anders, wenn du so ein kleines Studio bist mit zwei, drei Spielen und dann schlägt eins fehl, das sind ja ganz andere Mechaniken, die da reinspielen, aber er hat ja eigentlich als so ein Manager von so einem riesen Konzern und einer riesen Sparte mit zig Studios her, hat er eigentlich ja die Möglichkeit, sehr viel fluider zu arbeiten, dass er eigentlich.

Regelmäßigen Performance-Review müsstest du eigentlich ja feststellen, dieses Spiel ist jetzt nicht mehr, in dem Zustand oder das ist eine Marktentwicklung, die wir nicht mehr vertreten können und das entwickelt sich und dann entweder entlässt du da auch mal Leute, das ist im gewissen Rahmen normal, oder du shiftest die Leute oder das, aber wenn du dann gerade mal ein paar Jahre am Stück nichts machst und machst dann morgens auf und sagst, aber jetzt muss ich 9000 Leute entlassen, dann habe ich mal das Gefühl, und beides trifft so ein bisschen zu für mich, die Kommunikation ist dann nicht ehrlich, warum du das machst, weil es gibt Gründe, das so zu machen und das machen sie auch, aber die Kommunikation ist nicht ehrlich und zweitens hast du dann auch einfach geschlampt in den letzten Jahren, weil du deinen Job nicht richtig gemacht hast und diese Kombination ärgert mich dann besonders. Ja, exakt, exakt, das ist mein Eindruck. Exakt den Gedanken hatte ich auch, insbesondere bei Perfect Dark, weil die gründen ein Studio, ist ja nicht so, das hat ja mit der Übernahme von Activision oder mit all den anderen Übernahmen von Bethesda und verschiedenen anderen Studios überhaupt nichts zu tun erstmal, dass man neue Studios, integriert, die man gekauft hat, dass dadurch Redundanzen entstehen. Brauchen wir eigentlich drei Marketingabteilungen bei Activision, Bethesda und Microsoft? Weiß nicht. Also solche Sachen, völlig klar. Aber wenn sie extra hingehen und sagen, wir gründen hier ein neues Studio, für das sie dann auch noch den Begriff Quadruple-A ausgegraben haben damals. The Initiative, was Perfect Dark entwickeln sollte. Ein Quadruple-A-Studio, das Studio der nächsten Generation, für das sie unter anderem Führungspersonal von Crystal Dynamics geholt haben, mit denen sie ja dann zusammengearbeitet haben sogar an Perfect Dark.

Und dann passiert da irgendwie von 2018 bis 2025 sieben Jahre lang irgendwas. Und dann merken sie, führt zu nix. Das kann nicht sein. Also das ist genau das, was du sagst. Das ist schlechtes Producing und schlechte Supervision einfach. Also ich meine, ich glaube nicht, Phil Spencer, der Konzern ist riesig. Microsoft, die Gaming-Sparte, die Xbox-Sparte hat irgendwie über 20.000 Leute, glaube ich. Phil Spencer wird natürlich nicht jedes Projekt sich im Detail anschauen können. Und da würde ich, also ich meine, ich führe bei uns die Videoabteilen und es sind 20 Leute und selbst ich habe keine Ahnung, was sie machen. Ja, zwar, weil sie sind. Oder weil sie sind, ja, manchmal begegnen mir Leute auf dem Flur und ich nicke einfach und lächle freundlich in der Hoffnung, dass sie mein Team sind. Ja, genau.

Arbeiten sie genug? Okay, weitermachen. So, also ich glaube nicht, dass Phil Spencer das alles natürlich persönlich überwachen kann, aber es muss natürlich die Berichtsstrukturen geben. Und das Producing geben und die Qualitätskontrolle geben, um früher zu erkennen, dass irgend so was in die falsche Richtung läuft. Und es gab ja sogar bei Perfect Dark dann diese Berichte, unter anderem eben von Insidern von Kotaku, die gesagt haben, na ja, okay, uns haben sie letztes Jahr unter Hitter vorgehaltener Hand schon gesagt, dass der Gameplay-Trailer, der auf dem Summer Game Fest veröffentlicht, äh, Quatsch, da, beim Xbox-Showcase im Rahmen des Summer Game Fests veröffentlicht wurde letztes Jahr, war einfach fake. Das war falsch. Das war einfach ein Vertical Slice, der nicht auch nur ansatzweise das wiedergegeben hat, was von diesem Spiel zu dem Zeitpunkt überhaupt spielbar war. Denn das haben sie irgendwie gut gekonnt, so irgendwie so Fake-Demos bauen und Fake-Trailer bauen, aber halt nichts Substantielles. Und dann gehst du weiter zu Everwild, was bei Ray entstehen sollte und was ja scheinbar kreative Differenzen hatte und auch rebooted wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt, laut Jeff Grubb, einem Industrie- Insider, wo es auch keine so Klarheit gab, was ist denn eigentlich das Konzept? Machen wir ein AAA-Third-Person-Action-Adventure? Mitkämpfen? Ohne Kämpfe? Mit Erkundung? Also was soll das werden?

Sandimax weiß ich nicht, was da alles passiert sein könnte, das will ich auch gar nicht wissen, aber da ist ja jetzt die Maxime, okay, wir stellen dieses MMO ein, weil sollten wir lieber mehr Fallout machen? Wo ich ihm am liebsten seine Mail von vor fünf Jahren vorlesen würde und sagen, aha, wieder zurück zu den alten Marken mit den alten Ideen. Ich meine, ich liebe Fallout, ich will natürlich so viel Fallout, aber ihr wisst, was ich meine. Also es ist eher wieder, klingt eher für mich ein bisschen wie Ubisofts, lass uns mal mehr Assassin's Creed machen, als hey, lass uns mal richtig coole neue Sachen machen mit den Studios. So, und das, also Martin, da bin ich tatsächlich bei dir. Das klingt nach fehlender Aufsicht und vielleicht auch fehlender Vision oder Schärfe der Vision bei den Studios selber, bei sowas wie Rare, was man eigentlich als Microsoft herstellen müsste.

Humann? Großes Wort, herstellen müsste. Ich würde argumentieren, dass in allen großen Strukturen, man nennt ja sozusagen diese mittlere Management-Ebene die Lebensschicht. Ich habe auch mal Permafrost gehört, also wenn Visionen sozusagen da versickern. Aber ich würde gerne mal einen Schritt zurückgehen und sagen, Martin, was du gesagt hast, mit 9000 Leuten entlassen, ist das jetzt viel oder wenig, ist das normale Fluktuation? müssen sagen, es ist auf gar keinen Fall normale Fluktuation. Es ist ja wirklich erstmal ein Bruch, was da stattfindet. Und auch für US-Verhältnisse, würde ich mal sagen, jetzt keine kleine Nummer. Aber ich würde sagen, es ist in diesem Fall noch mehr bezeichnend, weil es ja uns eigentlich eine Tür aufmacht, Dinge vielleicht so rekonstruieren.

Also was wir ja, womit ist Phil Spencer angetreten? Also Phil Spencer hat ja 2014 das Ding übernommen, wollte nach diesem Debakel mit, ey, wir sind hier home, bla bla bla und nicht nur Gamer, sondern alles andere. Hat erstmal Kinect debundelt, hat sich fokussiert auf Gaming. Also man kann ja argumentieren, dass Phil Spencer von 2014 bis 2020 ja schon versucht hat, Xbox oder Microsoft Gaming in eine bestimmte Richtung zu bringen. Und vieles davon, was organisch größtenteils war oder eher kleinere Akquisitionen, waren ja auch gute Sachen. Auch der Game Pass ist als Strategie aufgesetzt worden. Es hat heute eine Relevanz. Hat es die Relevanz, die sie haben wollen? Wahrscheinlich nicht, aber es hat eine Relevanz.

Ich glaube, dabei ist es aber auch wichtig zu verstehen, womit sind sie denn jetzt angetreten? Und ich finde, das war eine klare Strategie. Und die klare Strategie war, wir gehen von Plattform zu dem Dienstleister Netflix. Sie wollen im Grunde Netflix sein. Eigenproduktion wie Disney und Streaming wie Netflix. Und sie haben erkannt, dass wenn sie aber die Plattform noch so weitermachen, dann sie sich gegenseitig kannibalisieren. Also macht es ja Sinn, auch wenn sie noch nicht konsequent von diesen Xbox-Shirt bisher gegangen sind. Aber was zeigt uns diese 9000-Personen- Kündigung jetzt? Wenn sie das sein wollen, was sie behaupten wollen, zu sein, und anscheinend auch investiert haben, die großen Akquisitionen sind ja auch Beweise, dass sie das machen wollen, dann müssen wir uns doch die Frage stellen, du brauchst doch diesen Game Pass, da muss doch Content rein. Du brauchst doch kreative Spiele. Das ist doch die, also du musst das Ding doch mit Content füllen. Die Content-Pipeline muss gut sein, die muss divers sein, die muss viele Leute ansprechen, es muss eine gewisse Wiederholbarkeit geben, es sollten keine Riesenspiele sein und so weiter. Das wissen wir ja alles. Und wenn man dann sich hinstellt und Studios schließt, die gerade Spiele entwickeln, kreative Leute vor die Tür setzt, seinen eigenen Leuten sozusagen vors Knie tritt, dann stellt sich doch die Frage, geht diese Strategie gerade nicht auf? Weil sie hat ja große Schritte nach vorne gemacht, aber jetzt plötzlich kommt sie ins Stocken. Und ich würde sagen, jetzt komme ich zu den Bezeichnenden. Ich glaube, was in dem Nacken sitzt, ist die Activision Blizzard-Akquisition. Also wir dürfen ja nicht vergessen, es ist die größte Tech-Akquisition der Geschichte.

Vorbei, so das Punkt sozusagen. Und wenn man sich anguckt und ich habe recherchiert und das ist regelmäßig ein Thema bei Investoren und Analystensitzungen. Wie sieht es aus mit den Synergien? Wie sieht es aus mit den zusätzlichen, was auch immer? Klar, man kann jetzt sagen, cool, wir packen jetzt diese ganzen Online-Games jetzt auf die Azure-Cloud. Azure-Business hat sozusagen Synergien davon gefunden. Aber die Herausforderung, die wir haben, und da ist, glaube ich, das große Management-Versagen liegt in der Integration von Bethesda, liegt in der Integration von Activision, liegt einfach auch auf einem Versäumnis, es vernünftig zu integrieren, ein Versäumnis eines Verständnisses, wie sozusagen auch radikal kulturelle Unterschiede in den Organisationen integriert werden. Was im Grunde dazu mündet, dass ich glaube, dass Phil Spencer, ihm sitzt die ganze Zeit eine Pistole in den Nacken und er muss halt sozusagen sich dem beugen. Aber das zeigt nur, um jetzt mal so ein bisschen ins Nähkästchen zu schauen, man muss ja nur solche Schritte gehen, wenn man intern ja anfängt.

Legitimation zu verlieren. Wo man merkt so, okay, ich kann meine Argumente nicht mehr bringen. So ein Signal zeigt uns ja eigentlich, dass seine Strategie, die er bisher anscheinend sehr konsequent verfolgt hatte, 2020 und 2021, da hat er richtig Geld in die Hände bekommen, scheint jetzt nicht mehr zu reichen, sondern die Leute sagen, okay, aber wenn du, uns nicht die Synergien lieferst, dann musst du die Kosten cutten. Weil das ist, wie Microsoft tickt. Microsoft ist schon ein Unternehmen, was sehr lange am Markt ist und wenn da die Profitabilität nicht stimmt, dann werden halt die Leute entlassen. Da denkt keiner drüber nach, sich zu hinzusetzen und sagen, ey, lass uns mal ein paar kreative Dinge überlegen, lass uns mal über Spiele reden, anstatt die ersten Köpfe rollen zu lassen. Da müssen wir jetzt mal ein paar Köpfe rollen lassen. Das ist, glaube ich, die Einsicht in diese Nachricht. Das ist das, was er uns nicht gesagt hat, ist klar, da ist ein bisschen was in der Pipeline, aber euer Plan ist doch eigentlich, ihr braucht mehr Pipeline, aber ihr entlässt Leute, okay, es liegt wahrscheinlich an den Kosten.

Der Akquisition. Sorry, der letzte Satz noch, weil wenn wir diese, was war das, 67 Milliarden US-Dollar Akquisition nehmen und den Gewinn gegenrechnen, die sie machen, so 2,5 Milliarden oder so, dann reden wir über 20 Jahre, bis sich das amortisiert hat. So lange wollen die nicht warten.

Was aber keine normalen, oder gerade im Software-Bereich sind das ja keine ungewöhnlichen Multiplen, eher im unteren Bereich, wenn du über Gewinn von 20 Jahren, also Aktienbereich würde man KGV sagen oder halt eben Price Earning, das ist ja 20 jetzt keine abartige Zahl. Ja, aber die Frage ist natürlich, Sie sind ja jetzt die Plattform, also Sie müssen das ja jetzt, Sie müssen ja jetzt den Wert heben, also Sie sind ja kein Private Equity, die das jetzt irgendwie zehn Jahre, fünf Jahre halten, um es weiter zu verkaufen, Sie sind die, die sagen müssen, hier sind die Synergien. Und sie sind nicht da nach drei Jahren. Das massive Versagen von Michael Schott an vieler Stelle. Aber beides. Intern, dass sie es halt nicht schaffen, was man eben sieht, dass das dann auf alles auf einmal fällt. Ich bin da ganz deiner Meinung, dass er da anscheinend die Pistole im Nacken hat, weil er das dann ja auf einmal so macht. Was Versagen war, dass er nicht vorher schon in den letzten zwei, drei Jahren erkannt hat, dass da Sachen schieflaufen. Er ist auch nicht seit gestern eben in der Firma. Er ist jetzt in der Xbox-Chef und vorher auch schon in anderen Positionen da gewesen. der weiß, wie die Firma tickt, der weiß, wie das ist. Er hätte eigentlich schon erkennen müssen vor ein, zwei, drei Jahren. Okay, wir laufen da in eine problematische Situation rein. Ich muss jetzt schon gegensteuern. Und vielleicht auch dann mit sanfteren Methoden, wenn ich das rechtzeitig mache, als dass ich warte, bis es halt fünf vor zwölf ist und dann muss ich halt mit der Axt da durchgehen. Ja, und eine Sache, die ja Microsoft macht, und das nennen sie halt die Agilität erhöhen, das ist Code für mittleres Management abbauen.

Und ihr habt ja gerade gefragt, wieso hat man keinen Durchblick? Wieso wissen, warum kommunizieren die nicht und warum weiß der eine das nicht? Das ist halt, wenn man anfängt mittleres Management abzubauen, reduziert man natürlich sozusagen Kommunikationsdurchläufe. Und ich glaube, das ist aktuell auch, also das ist sozusagen, wie ich das kenne aus der Berachtungserfahrung, also 20 Prozent mittleres Management geht immer. Also das kannst du immer rausschmeißen und schauen, dass da unten dann irgendwas passiert. Und vielleicht noch, also ich habe mich wirklich eine Weile jetzt beschäftigt, ich meine, es ist das größte, eines erfolgreichsten Unternehmens der Welt, es ist eine der größten Tech-Akquisitionen in der Geschichte, aber sie scheint es wirklich verkackt zu haben. Also das ist sehr bezeichnend, wenn man sich die Daten und die Bewertungen dazu anschaut.

Und ich glaube, was auch bezeichnend ist, es gibt ja so Berichte aus, ich glaube, das wird wahrscheinlich Bethesda gewesen, da mit Redfall. Dass sie da einfach alles laufen lassen haben. Also ich habe gelesen, dass da Leute gedacht haben, oh cool, die kommen jetzt, machen mal hier so ein Due Diligence, gucken, dass es dumm ist, was wir gerade machen und stoppen das Ding. So nö, mach mal. Und dann fragt man sich doch wirklich, ihr macht gerade eine Akquisition nach der anderen, ihr schmeißt alles in den Topf, ihr versucht so ein Juggernaut zu bauen, so ein Imperium, aber keiner macht was. Man lässt einfach laufen und dann kommt, wie du es gesagt hast, Martin, und dann, wenn es brennt, jetzt müssen wir die Axt rausholen, weil jetzt ist ja, müssen wir nichts machen. Ja, ich glaube, du hast vorhin gemeint, sie wollen kein Plattformbetreiber mehr sein, aber sie sind ja auch weiterhin, also die Xbox ist ja jetzt quasi ihre Plattform, nicht mehr die Hardware, wie früher die gute alte Konsole.

Sondern die Xbox als Marke sozusagen ist ihre Plattform, der Game Pass ist ihre Plattform und gleichzeitig wollen sie Content Provider sein für ihre eigene Plattform. Und ich glaube, Microsoft ist einfach ein scheiß Content Provider. Also, oder, sagen wir mal, zumindest ein Publisher, der besser sein könnte in dem, was er tut. Und das hat Geschichte. Also, das hat auch nicht mit Phil Spencer erst angefangen. Ich glaube, den Grundstein dafür, dass Microsoft eigentlich sehr viele Trümpfe in der Hand hatte in manchen Bereichen, aber dann nichts damit gemacht hat, das ist ja schon viel früher gelegt worden, wenn man sich nur anguckt, was sie mit Edge of Empires gemacht haben. Nicht, dass Age of Empires heute die allein rettende Marke für den Game Pass wäre, das möchte ich nicht sagen. Wenn man Maurice fragt, vielleicht schon, aber ich möchte es zumindest nicht sagen. Also, aber wie sie damals diese Marke, die Ensemble Studios haben, verkümmern lassen einfach, weil sie keine richtige Strategie dafür hatten. Wie sie bei Halo, klar, Bungie ist ein schwieriger Partner, das darf man auch nicht immer außer Acht lassen. Bungie ist eine wahnsinnig kreative Firma, aber ich glaube, mit denen zusammenzuarbeiten war nicht. Umständlich, chaotisch zum Teil und schwierig einfach. Aber auch da wieder, sie haben es auch nicht hingekriegt. Sie haben sich dann von Bungie getrennt, haben diese Marke Halo zwar behalten, haben sie einen 343 Industries dann gegeben, die damit ein okayes Halo 4 gemacht haben. Und dann wurde es alles schwierig mit Halo 5 und insbesondere Halo Infinite. Also auch da wieder keine konsequente Vision für die Marke, keine klare Führung.

Und damit auch überhaupt keine Chance, sich aus eigener Kraft, aus den Studios, die sie damals hatten, heraus, so eine dominante Marktposition zu erarbeiten, wie es dann in Activision hatte mit Call of Duty. Die halt, wo man sagen muss, egal, was man von Call of Duty hält, die haben es clever gemacht mit den jährlichen Neuauflagen. Bei Call of Duty ist es halt wie ein FIFA oder sowas, da weißt du, was du kriegst.

Im guten wie im schlechten. Aber wenn Call of Duty ein bisschen wackelt, geht der Business Case gar nicht mehr auf. Nee, nee, das ist ja wieder der nächste Punkt. Also in 20 Jahren muss ja Call of Duty so weiterlaufen. Ja, aber schau mal, Microsoft wäre schon froh gewesen, wenn sie überhaupt Call of Duty gehabt hätten. Also du musst ja überhaupt erst mal da hinkommen, dass dir Leute jedes Jahr was weiß ich wie viele Millionen geben, wenn ein neues Spiel kommt. Und das hätte ja auch in Halo sein können, sage ich jetzt mal. Was du gerade gesagt hast, ist eigentlich sehr essentiell. Da weiß man, was man hat. Das ist ja eigentlich jetzt wichtiger denn je. Wenn du halt normales Studio bist und du verkaufst deine Spiele, dann ist okay, dann verkaufst du deine Spiele, wenn sie ready sind. Und wenn sie gut sind, machst du vielleicht einen guten Umsatz. Aber wenn du die Leute in dein Abo holen möchtest, dass sie da jederzeit monatlich ihren Beitrag bezahlen und dann auch irgendwann so drin sind, dass sie sagen, ja, wenn jetzt aber einen Monat lang mal nichts kommt, kündige ich jetzt nicht mein Abo, da bleibe ich einfach dabei, weil im übernächsten Monat kommt was. Dann brauchst du eigentlich eine ganz klare Content-Strategie, die dem Kunden eine Value-Proposition macht, dass du sagst, hier, du kriegst was für dein Geld und du kannst dich da drauf verlassen. Und da müsstest du natürlich auch auf verschiedenen Schienen fahren. Und das hatte aber Microsoft die Möglichkeit. Sie konnten ja eigentlich sagen, okay, guck mal, du holst jetzt den Game Pass, du kriegst von uns jedes Jahr... Drei AAA-Titel, du kriegst zehn AA-Titel und wir geben dir jeden Monat noch ein Indie-Game oder so. Dass du dann ein wirklich gutes Angebot schnürst und das zuverlässig umsetzt. Aber allein so eine Strategie sehe ich ja bei Microsoft überhaupt nicht, dass sie dir dieses Angebot machen. Die Kommunikation ist nicht da. Manche Monate sind sensationell im Game Pass, muss man auch sagen.

Andersrum gesagt ist der Game Pass echt kein schlechtes Ding. Da laufen so viele Sachen drin. Du kriegst für das Geld so viele geile Games. Aber diese ganze Kommunikation, das Gefühl drumherum auch, Ist halt nicht vorhanden. Und das ist aber genau die Aufgabe von Phil Spencer an der Stelle, das einmal vorzubereiten, dass das existiert und dann die Kommunikation dessen. Und ich frage mich halt dann, ich schwanke immer dazwischen, was macht der da eigentlich? Ist der so inkompetent, dass er das alles nicht hinkriegt? Oder hat er so eine Position, in der doch zwar als Chef der Sparte, aber kann gleichzeitig irgendwie anscheinend manche Sachen nicht entscheiden, dass er die Möglichkeiten da nicht zu hat, weil irgendwie schwankt das. Allein dieses Beispiel mit dem Senimax-MMO. Da ging ja diese Headline rum, dass er da ja irgendwie bei Präsentation war und dann mussten sie anscheinend ihn da wegzerren, weil er das so geil fand. Und dann wird das halt irgendwie paar Wochen oder Monate später eingestellt. Und dann frage ich mich, er ist der fucking Chef der ganzen Sparte und das Spiel, was er so geil findet, dass er da kaum sich loseisen kann, Wird eingestellt, heißt das, er hat einfach nichts zu sagen, dass er das nicht, weil anscheinend findet er es ja qualitativ gut. Oder ist sein Einschätzungsermögen so schlecht?

Oder was, das passt mal alles nicht zusammen, was da halt passiert. Und das ist so seltsam. Und gleichzeitig, und das sehen wir dann, das ist ein bisschen das Schwierige, was zum Beispiel leider auch im Geschäftsbericht nicht da ist, doch hier ist es ganz üblich bei amerikanischen börsennotierten Unternehmen, dass die Führungsebene auch mit ihren Gehältern und ihren variablen Gehaltsbestandteilen im Geschäftsbericht aufgeführt wird. Das sind wir bei Satya Nadella zum Beispiel. Das sind wir auch direkt bei den fünf, sechs Leuten, die darunter stehen. Aber Xbox, obwohl es ja eigentlich, dachte ich, wichtig genug wäre, ist nicht Teil dieser zweiten Ebene schon. Das ist dann irgendwie nochmal da drunter. Das heißt zum Beispiel, Phil Spencer wird nicht aufgeführt. Es wird halt Satin and Ella und dann die nächsten 6, 7 unter ihm aufgeführt. Ist das neu? In den letzten Geschäftsberichten war es nicht drin. Ich habe auch mal ein bisschen nachgeguckt, weil es gab so hier 23 so ein bisschen Gerüchte darum, wie viel er wohl verdient. Da wurde verglichen, was verdient denn der CEO von Nintendo und von Sony und so weiter. Und da wurde spekuliert, aber eben auch nicht belegt, dass er 10 Millionen ungefähr im Jahr verdient. Wir wussten jetzt solche, Satya Nadella kriegt jetzt vom letzten Jahr, 2024, kriegt er knapp 80 Millionen.

Das ist halt sensationell. Und dann haben wir ungefähr, als Satya Nadella angefangen hat, war er ungefähr, glaube ich, bei 13 Millionen. Das heißt, das hat sich ganz schön gut entwickelt. War vorher schon nicht schlecht, 80 Millionen sind auch nicht schlecht. Aber da war genau wieder diese Frage eigentlich, wie muss man das eigentlich einordnen? Wie hat sich die Firma in dem Zeitraum entwickelt? Wie sind da Übernahmen stattgefunden in der gleichen Zeit? Aber einen guten Maßstab, den man da nehmen kann, der eben nicht so anfällig ist für solche externen Faktoren, ist ja das Verhältnis zum Beispiel zwischen dem Gehalt des Chefs, des Vorstandsvorsitzenden und das durchschnittliche Gehalt. Das ist ja auch eine Metrik, die man immer in den Geschäftsberichten hat. Und da ist halt jetzt die Metrik bei Microsoft im letzten Jahr 408 zu 1. Und das ist halt komplett abartig. Das war vorher schon teilweise 115 zu 1 und 150 zu 1. Aber das hat sich gerade in den letzten 5 bis 10 Jahren nochmal so massiv auseinanderbewegt. Und das ist zu vermuten, das hat man sich jetzt bei der zweiten Ebene auch angeschaut, da hält es sich ähnlich und deswegen ist davon auszugehen, dass es jetzt bei einem Phil Spencer auch in einem ähnlichen Maßstab stattfindet. Natürlich nicht in einer Ebene Tiefe, aber von den Wachstumsraten, dass wenn jetzt, weiß ich, hat er jetzt eben vor zehn Jahren drei Millionen verdient und kriegt jetzt zehn Millionen oder sowas. Und das sind aber einfach Beträge, man hat auch gar kein Gefühl mehr dafür, was 80 Millionen sind. Das klingt so, natürlich weiß man, was 80 Millionen sind, aber wenn man das mal umrechnet, habe ich solche geschaut, wenn man jetzt so durchschnittliche Werte annimmt von den Microsoft-Mitarbeitern und so weiter.

Dann muss der Satya Nadella 13,5 Tage arbeiten, um so viel zu verdienen wie einer in seinem ganzen Leben, wenn er mit 20 anfängt und bis spät in die Rente praktisch bei Microsoft arbeitet. Aber der hat 13,5 Tage. Und diese ganzen Sachen sind aber für mich nicht zu vereinen, dann jetzt spezifisch eher auf Phil Spencer gemünzt, weil Satin Leller, der Rest läuft für mich auch erfolgreicher als die Gaming-Sparte, weil die Firma insgesamt ist ja so erfolgreich. Aber das ist nicht zu verargumentieren, weil er macht offensichtlich keinen guten Job. Man kann jetzt mehrere Argumente oder Vermutungen anstellen, warum er das nicht macht. Aber am Ende, das Endergebnis ist halt so. und da dann das auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen. Weil es gibt ja auch keine Ansatzweise, dass dann irgendwie irgendwo auch mal in diesen ganzen Meldungen, sei es vor fünf Jahren, was du zitiert hast, in der jetzt oder dazwischen, dass er irgendwie mal sagt, ja, jetzt lief was nicht so gut, da haben wir eine falsche strategische Entscheidung gemacht, deswegen müssen wir das jetzt machen, wir haben das erkannt und ändern uns jetzt und mein Gehalt wird jetzt mal um 10% gekürzt, wenn wir 10% der Leute rausschmeißen, passiert ja alles nicht. Und das ist das, was mich so ärgert. Ich meine, und bei Microsoft ist es gerade so, es läuft ja gut und sie entlassen, deswegen bekommt ihr ja mehr Gehalt. Ja, genau.

Ich würde das Zenimax MMO mal kurz nochmal einordnen, weil das ein ganz spannender Punkt ist. Denn wenn wir Zenimax hören, dann denken wir erstmal an die Elder Scrolls Online. Das sind ja die Entwickler von Elder Scrolls Online, aber dieses Spiel, was die gemacht haben, was eingestellt wurde, war wohl eher wie Destiny. Also so ein Online-Live-Service-Shooter in die Richtung. Und ja, okay, also wenn wir jetzt so gesehen haben, was in letzter Zeit so im Markt der Online-Lifeservice-Shooter alles grandios gescheitert ist, auch mit durchaus hohen Kosten verbunden, von einem Concord über, weiß ich nicht, Suicide Squad über, also ihr kennt die Beispiele. Dann erschließt sich mir schon, dass man sagt, oh oh, also jetzt unabhängig davon, ich weiß natürlich nicht, wie gut das war, wenn es wirklich cool war, okay, schade drum, aber ich würde verstehen, dass wenn man da drauf guckt und dann sagt, Moment, ihr entwickelt, was, den Life-Service-Shooter? Oh, für den Markt, in dem wir uns gerade befinden, wenn schon alle Leute sich drüber beschweren, dass Bungie im Marathon macht, bevor es noch überhaupt raus ist.

Vielleicht keine gute Idee. Dann machen wir lieber mehr Fallout. Jetzt mal super simpel gesagt, aber das könnte ich nachvollziehen. Nur auch da ist natürlich wieder der Punkt, auch das war ja schon jahrelang in der Mache. Und da muss einfach die strategische Perspektive da sein, schon früher zu erkennen, das, was wir gerade machen, könnte sich an einen Markt richten, der dann nicht mehr da ist. Der ehrlich gesagt vor vier Jahren schon absehbar irgendwann nicht mehr da wäre. Zumindest nicht für irgendwelche Sachen, die so mittelmäßig sind oder keine coolen neuen Ideen mitbringen. Also insofern, ich verstehe dann auch wieder, selbst wenn er sagt, ich fand es cool, dann zu sagen, lass uns lieber bleiben, lass uns lieber auf das fokussieren, von dem wir glauben, dass es Erfolg bringt. Den Teil würde ich verstehen.

Das hätte ich ihm aber auch schon vor ein paar Jahren sagen können, dass es eine gute Idee wäre, ein neues Fallout zu machen. Ich glaube, was die auch gemerkt haben, insbesondere in Bezug auf Bethesda, ist, ah, die Bethesda Game Studios brauchen acht oder zehn Jahre für ein Spiel wie Starfield oder halt dann für Elder Scrolls 6. Und erst nach Elder Scrolls 6 soll ja Fallout 5 kommen oder sollte zumindest ursprünglich Fallout 5 kommen. Das heißt, wir kriegen in 30 Jahren, wenn es gut läuft, drei Spiele von denen aus dieser Firma, die wir gerade für über sieben Milliarden Euro gekauft haben, Dollar. Da gehört ja noch mehr dazu, natürlich id Software mit Doom und so weiter. Also es war jetzt nicht nur die Bethesda Game Studios, aber natürlich sind die Bethesda Game Studio Rollenspiele, insbesondere Elder Scrolls.

Quasi potenzielle Wachstumstreiber für das, was sie mit dem Game Pass erreichen wollen. Und Starfield wäre auch ein potenzieller Wachstumstreiber gewesen für das, was sie mit dem Game Pass erreichen wollen. So, und dann fängst du halt an zu rechnen. Ist es eigentlich wirtschaftlich, wenn man ein Studio acht Jahre lang an der Marke arbeiten lässt? Und dann vielleicht sogar an einem Spiel wie Starfield, das zwar, berichten zufolge, irgendwie 14 Millionen Spielerinnen und Spieler gehabt hat oder haben soll, oder inklusive Game Pass natürlich, nicht 14 Millionen Verkäufe, das dann aber auch sehr schnell Leute verloren hat offensichtlich. Insbesondere, wenn man auf Steam drauf guckt, wenn man auf die Steam-Zahlen schaut, da spielen es aktuell noch so um die 3.000 Leute gleichzeitig. Starfield, Skyrim hat über 12.000. Selbst Fallout 4 hat über 12.000. Ja, kann man jetzt sagen, das ist auch Modding. Und da gibt es viele Mods, die Leute spielen. Alles richtig, aber Starfield hat die Leute schneller verloren als andere Bethesda-Spiele zuvor. Ja, und dann machst du die nächste Rechnung auf und sagst so, okay, und das sind dann aber acht Jahre Entwicklungszeit.

Und die Gefahr, dass das wieder passiert mit ihrem nächsten Projekt, ist gegeben. Selbst Elder Scrolls 6, natürlich wird das hoffentlich cool. Wenn Elder Scrolls 6 schlecht wird, ich fahre dahin und beschwere mich persönlich. Aber, oh Gott, das könnte wieder passieren. Und Fallout fängt erst danach an. Das heißt, wenn Elder Scrolls 6 nicht läuft, haben wir erst in 20 Jahren ein neues Spiel von den Bethesda Game Studios, wo wir die Hoffnung haben können, dass es wieder gut läuft. Geht nicht, funktioniert nicht. Und dann musst du es umstrukturieren. Aber auch da hätten sie eigentlich auch schon sehen können, als sie den Laden übernommen haben. Aber dafür habe ich was, worauf ich mich auf die Rente freuen kann. Dann habe ich dann Ruhe und kann es in Ruhe spielen. Endlich Vollertfünf spielen. Endlich habe ich keinen Stress und kann in Ruhe mich hinsetzen. Und das Ding ist, was ja dann daraus folgt, ist, insbesondere wenn sie so potenzielle Wachstumstreiber haben, die aber sehr lange dauern in der Produktion.

Wie füllen wir die Lücken? Und ja, das ist alles. Es ist alles sein Durch... Also, du hast so viele interessante Sachen angesprochen. Also, du hast absolut recht mit dem Cinemax MMO zum Beispiel. Und das ist ja bei allen einzelnen Sachen, kann man immer sagen.

Das kann man immer für gut argumentieren, dass man sagt, das Spiel wurde eingestellt, weil es hat keinen Sinn mehr gegeben. Okay, wir hatten das vorhin schon, aber wenn du halt dann im Juli 2025 merkst, wir haben plötzlich zehn Spiele, auf einmal die Scheiße sind, das hätte dir auch vorher auffallen müssen. Das kann man nicht mehr sagen, wie das Einzelprojekt geht. Dann hast du einfach vorher gepennt. Das ist das eine. Das zweite ist eben, wie ich auch sage, warum kann der das denn gut finden und so? Gut, das ist dann die persönliche Meinung und die Markteinschätzung, kann man auch wieder verargumentieren. Aber richtig spannend ist sowas, was du eben mit Fallout gesagt hast, dass man so einen Switch jetzt dahin macht. Das ist ja total logisch. Aber das ist dann wieder klassisches Management-Versagen, weil, ich sag dir mal, wenn ich jetzt Sanimax 2021 übernommen hätte wie Microsoft und dann weiß ich die Sachen, die man zu diesem Zeitpunkt weiß, zum Beispiel eine Fallout-Serie ist geplant. Sie sitzen schon an Elder Scrolls Sex. Das und das dauert auch so lange. Dann sage ich mal so, stopp, stopp, mir gehört jetzt der Laden. Todd Howard, da hinten sind zehn neue Lederjacken. Schau dir die mal an, damit der abgelenkt ist. Und dann gebe ich halt meine Fallout-Marke an Obsidian, dass die mir halt jetzt in den nächsten drei Jahren ein neues Fallout zusammenstricken. Dann gebe ich halt an Virtuos, ein Remake von Fallout 3 und dann habe ich halt rund um den Release von dieser Serie zwei geile Produkte und muss nicht auf 20 Jahre befestigt werden. Das ist doch genau das Management-Versagen, wo das die Aufgabe gewesen wäre, von dem Phil Spencer zu erkennen, wie sieht unsere Roadmap aus, was brauchen wir, was haben wir an starken Sachen und das mache ich jetzt. Aber es passiert ja nichts, wie du richtig sagst. Eigentlich ist es ja witzigerweise.

Und Microsoft macht ja so ein bisschen das Gegenteil von dem, was wir als böser Publisher sehen. Weil wir dann gucken uns mal EA an und sagen, ja, die gehen dann immer zu den Entwicklerstudios und pfuschen immer die ganze Zeit da mit rein und machen das Studio zu und versauen die Spiele. Wir haben dann von Microsoft ja eh immer so hört, die sind ja so hands-off, die wissen selber nicht, was sie da wollen und was da passiert. Irgendwie muss es ja einen gesunden Mittelweg geben, dass die Management-Ebene sagt, wir haben diese Strategie und manchmal müssen wir Entscheidungen treffen, aber wir machen trotzdem nicht zu viel, wir trauen euch zum gewissen Grad. Und da ist Microsoft genau am anderen Ende des Spektrums und lässt alles laufen und merkt dann hinterher, irgendwie passiert ja gar nichts. Wie kann das denn sein? Ja, und dann holen sie die Axt raus. Also ich glaube, das sind ja zwei Pole.

Also ich glaube, Hands-off ist keine Lösung. Zu sehr einmischen ist keine Lösung. Und die Frage ist halt, wie schaffen wir einen Rahmen, um gemeinsam als Organisation, als Unternehmen ein Ziel zu erreichen. Und da bin ich auch dabei. Ich glaube, Microsoft war ja zumindest so mutig und ist ja diesen Game Pass Weg gegangen. Also man kann ja sagen, das war schon nicht eine triviale Entscheidung. Da haben sie strategische Schritte getroffen. Und als wir damals, als die großen Akquisitionen kamen und wir darüber diskutiert haben, haben wir beide auch gesagt, okay, die meinen das anscheinend ernst. Das ist ja, die nehmen halt richtig Geld in die Hand. Und ich glaube, ich sehe das so, dass sie an vielen Stellen, würde ich sagen, haben sie gute Entscheidungen getroffen auf einer strategischen Ebene, aber sie haben es auf dieser operativen, also die Operationalisierung der Strategie, in dem Moment, wo es groß wurde, mit Bethesda und mit Activision, das ist so krass in die Hose gegangen, dass ich wirklich glaube, also ich glaube, es gibt aus meiner Sicht keine andere Erklärung, als der Druck muss so groß sein. Groß sein und die Ohnmacht vor, ich sag mal, man munkelt ja die Kultur bei Activision ist jetzt nicht die happigste, die ein oder andere toxische Situationen schon stattgefunden haben. Da ist halt diese Microsoft-Effizienz-Produktivitätskultur, dann hast du eine.

Mischmasch an vielen verschiedenen großen Studios und kleinen Studios und ich kann jetzt als Außenstehende nur sagen, die haben glaube ich nicht geschafft, ein Ding dazwischen, eine Drehscheibe oder wie man es jetzt auch nennen, Fachsprache wäre ein Betriebssystem, ein Betriebsmodell, wie man mit diesen ganzen Studios so interagiert, dass man zumindest es schafft, Sachen auszusteuern, Sachen koordiniert zu bekommen, Sachen auch mal zu reshufflen, weil all die Sachen, die du gesagt hast vorhin, finde ich super kritisch und super wichtig. Warum ist Netflix so erfolgreich? Netflix macht Micro-Targeting. Netflix bricht seine Nutzer auf, keine Ahnung, Liebesfilme aus Pakistan mit Anime oder so. Das ist ja so klein strukturiert und dann gucken sie sich die an und fokussieren Content-Entwicklung auch für ganz spezifische Nischen und machen dort ihre Business-Case-Entwicklung und so weiter. wo man sagen müsste, das muss ja der Weg sein. Also für einen Game Pass. Also wenn man auf die 100 Millionen kommen will, aus meiner Sicht, also wenn man sagt, was ist der Weg zu Microsofts Erfolg? Das sind diese 100 Millionen. Also wenn diese 100 Millionen nicht erreichen, dann kann man sich fragen.

Wird das langfristig für Microsoft überhaupt, haben sie das Interesse, das zu halten oder wollen sie das dann irgendwann abstoßen? Und ich habe mit meinem KI-System, das ist ein Management-Berater-KI-System, habe ich mich ganz lange ausgetauscht und ich habe ihnen die einfache Frage gestellt, so was, also nach einer Weile hin und her habe ich gefragt, was sind, was ist das, was Microsoft tun muss, damit sie es schaffen, diesen Pfad zu beschreiten? Und drei Punkte. Punkt Nummer eins, operative Stabilisierung und Vision. Das Fundament schaffen und das bedeutet Ende der Entlassung und Bekenntnis zur Stabilität. Radikale Transparenz einer einzigen Vision. Und dann, das ist die erste Säule, die zweite Säule, neu Neuausrichtung der Content-Portfolios als kreative Offensive. Empowerment des Studios.

Und ein breites Portfolio und nicht mehr sozusagen auf die einzelnen Dinger setzen. Und das dritte ist, sich konsequent für Plattform versus Content zu entscheiden. Und wie gesagt, das ist jetzt hier kein lieber, netter, ich will, dass allen gut geht, ein strategischer Managementberater. Und ich glaube auch, das ist der Weg. Also wenn man diesen Weg machen will, wie sie das machen, breites Portfolio, viele Leute ansprechen, Leute auch drin halten, motiviert halten, kontinuierlich Content bringen, auch Google kuratieren. Aber die Entscheidungen, die wir aktuell sehen, sprechen eher, dass Phil Spencer dort keinen guten Weg oder zumindest nicht die Unterstützung braucht, die er eigentlich nötig hätte.

Ja, auch weil er halt einfach schon wahnsinnig viel Geld ausgegeben hat. Diese 69 Millionen waren wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob es ein Fehler war, aber es war wahrscheinlich nicht unbedingt kein Fehler. Das ist schön gesagt, da kommt der Berater raus, der hat dir das die Karten gesagt. Schön gesagt. Okay, also, kann sein, weiß ich nicht. Aber wenn wir, ich meine, das ist ja auch nur ein, natürlich der mit Abstand teuerste, aber auch nur ein Teil des Geldausgebens gewesen, das sie gemacht haben. Die Bethesda-Übernahme gab's noch. Es gab Übernahmen von einer Menge kleineren Studios. Und es gab einen Bericht bei Bloomberg aus dem Jahr 2024, wo sie nachgerechnet haben, dass Microsoft pro Jahr, also bis dahin, seit Bestehen des Game Pass, pro Jahr eine Milliarde Dollar ausgegeben hat für noch weitere Spiele von Drittherstellern, die im Game Pass erscheinen, Day One. Mit einer Bandbreite von 50.000 Dollar für ein kleines Indie-Spiel. Das sind so 50 Millionen für AAA-Spiele. Es gab ja auch dieses geleakte Dokument im Zuge der Übernahmeverhandlungen bei Activision, wo drin stand, na ja ... Das kann schon ganz schön teuer werden, wenn wir da versuchen, uns solche Exklusivrechte oder Day-One-Gamepass, es ist nicht mal exklusiv, aber dass ein Spiel auch Day-One im Gamepass erscheint, zu sichern, wo sie davon ausgegangen sind, dass ein Star Wars Jedi Survivor zum Beispiel 300 Millionen Dollar kosten wird, ein Mortal Kombat 1 250 Millionen, ein Suicide Squad Kill the Justice League 250 Millionen.

Gut, dass sie das nicht gemacht haben. Überleg mal, was das für ein Geld in den ... Das ist ja so krass. Das ist ein Angeständnis. Das ist ein Eingeständnis des eigenen Versagens. Weil es ist, klar kannst du mal jetzt irgendwie sagen, das ist so ein großes Spiel, das wollen wir unbedingt einen Game Pass haben. Und das wird immer wieder vorkommen, das ist kein Problem. Aber es ist eben nicht so, dass du das Gefühl hast, sie haben eine klare Content-Strategie auf verschiedenen Spanen, um eben, wie Humann richtig gesagt hat, verschiedene Zielgruppen anzusprechen, die ich halt ansprechen muss. Gerade je größer es wird, desto granularer kann ich ja auch werden an der Stelle. Und dann merken wir manchmal aus bestimmten Gründen, Ende, wir haben das operativ nicht geschafft oder kurzfristig hat sich das geändert und dein Studio ist ausgefallen, das Spiel hat sich nicht entwickelt. Um diese Lücken zu stopfen, kaufen wir jetzt dann bestimmte Produkte ein, was ja völlig okay wäre, weil du immer noch eine Strategie hast und dann ganz klar aber Probleme angehst, sondern es wirkte eher so, wir kaufen jetzt nochmal, wir haben noch Geld, wir kaufen jetzt nochmal fünf Spiele für den Game Pass für den nächsten Monat. Und was passiert danach, weiß ich noch nicht, guck mal nächsten Monat.

Wenn du sagst, diese abartigen Preise, dafür kannst du ja selber die Spiele entwickeln. Und das hat der Microsoft, der ist eben schon seit 2014 hin da. Das heißt, eigentlich müsste er diese Konne-Strategie, wenn es ja genau wahr ist, 2025 habe ich, Diese 5 AAA-Titel, die 10 AA und so und so viele Indie-Spiele. Und dann weiß er schon drei Jahre vorher, was in 2028 rauskommt. Und dann weiß er auch schon, was ihm fehlt oder was nicht. Wo Redundanzen sind, wo keine Redundanzen sind und wo Gefahren bestehen. Aber das ist ja alles nicht der Fall. Das ist ja alles nur Gewürfel und Dartscheiben werfen. Und deswegen findet auch kein Erfolg statt. Weil du das Gefühl hast, da ist keine Strategie hinter. Um den Lacher noch kurz einzubauen, Baldur's Gate 3 haben sie damals eingeschätzt mit 5 Millionen Dollar Kosten. Als Second Run Stadia RPG. Also ein Spiel, das schon bei Google Stadia, das es nicht mehr gibt, im Cloud Gaming läuft und dann läuft es halt bei uns auch noch. Aber fair enough, Larian hat auch nicht damit gerechnet, dass sie so erfolgreich sein werden. Aber ja, wie du sagst, diese diese.

Das Gefühl, dass sie zwar dieser Gemischtwarenladen sind und auch sein müssen, so ein bisschen wie Netflix, aber nicht klar den Finger drauflegen können, was ihre Waren sein müssten oder sollen oder können. Manchmal haben sie ja auch so ein bisschen Glücksgriffe wie jetzt in Claire Obscure, was Day One im Game Pass war. Du siehst so aus, als würde du was sagen wollen, Huma. Ja, also, weißt du, ich glaube, ich verstehe, dass wir diesen Content-Blick ziehen und das macht absolut Sinn, aber es gibt so ein paar Punkte aus so einer Strukturebene, wo ich sage, das ist so offensichtlich, Managementversagen, das schreit danach. Also ich glaube, eins der größten Beispiele ist doch Hi-Fi-Rush. Ein Spiel, perfekt Game Pass, Kritikerliebling, man lobt es, nachdem man die Firma geschlossen hat. Also das ist doch ein pures Managementversagen. Also die Frage wäre doch, welches Studio wäre denn besser für einen Game Pass geeignet, als dieses Studio.

Ja, total. Tango Gameworks, das war ja schon die letzte Studioschließungswelle. Und die Begründung damals war ja, es war leicht, dieses Studio zu schließen, weil die hatten gerade kein neues Projekt. Ja, aber dann muss man, wenn dieser Satz formuliert wird, muss man noch sagen, da haben Menschen keine Ahnung. Also, entweder haben sie diesen Satz formuliert, weil sie irgendeinen Satz formulieren mussten, oder sie haben keine Ahnung von der Industrie. Du hast ein erfolgreiches, ein Team, hat ein erfolgreichstes Spiel rausgebracht. Also das funktioniert doch. Also warum nicht weitermachen? Lass sie doch rausschmeißen und dann mit dem nächsten, vielleicht noch nicht erprobten Team, was noch nicht so viel erfolgreich ist. Vielleicht haben die ja mehr Glück. Das ist ja auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht totaler Schwachsinn, gerade in einem Bereich wie Softwareentwicklung oder eben Spieleentwicklung, weil diese Anlaufkosten, um ein Studio zu etablieren, Leute einzustellen, eine Firmenkultur zu schaffen, sind ja wahnsinnig hoch. Da hast du so viele Reibungsluste gerade am Anfang. Und was man richtig sagt, das ist praktisch unbezahlbar, wenn du ein eingespieltes Team hast, die bewiesen haben, dass sie kompetent sind. Und klar kannst du dann, und dann ist dann vielleicht deine Aufgabe tatsächlich schon mal zu sagen, so hey, präsentiert uns mal drei Ideen. Und dann können wir euch sagen, zwei Ideen davon sind am Markt nicht überlebensfähig. Das ist dann die Aufgabe des Publishers. Es heißt nicht, dass einer Publisher alles durchwinken muss, was den Entwicklern gerade so einfällt.

Die kann man auch mal sagen, die Idee, die ihr jetzt habt, ist halt nicht gut. Aber man muss halt die Richtung vorgeben, man muss einen Rahmen bieten für diese Studios. Und der muss halt klar kommuniziert sein. Und was du auch vorhin gesagt hast, Micha, das muss verlässlich sein, dass die Leute dann auch damit arbeiten können. Wenn sich dann gefühlt irgendwie eben vor zwei, drei Jahren noch einstellen, einstellen, einstellen, neue Produkte, macht mal so viel ihr könnt. Zwei Jahre später so, nee, jetzt nicht, auf die Bremse. In zweieinhalb Jahren wieder genau das Gegenteil. Du schaffst dir die eigenen Reibungsverluste in der Firma, die so unnötig sind und auch so viel dann liegen lassen, wo du dir selber einfach die Synergien auch kaputt machst. Wir reden immer über Synergien, gerade bei Übernahmen, die du dann schaffst und das ist ja auch richtig. Und da spielt auch sowas rein, dass man durchaus mal Redundanzen hat. Manchmal wird auch richtig gesagt, man braucht ja nicht drei Marketingabteilungen, weil das ist eine Sache, die kann man sehr gut zusammenlegen. Aber andere Sachen sind eben nicht redundant. Wenn ich zwei Studios habe, die zwei Spiele machen, kann ich nicht sagen, ja, aber ich habe auch schon ein Spiel, ich brauche kein zweites Spiel. Das ist dann einfach fehlende Vision. Ja, oder der Klassiker, lass uns doch alles auf einer Engine machen. Das ist doch auch, da nehmen wir die Redundanz raus. Aber um das, was Martin gesagt hat, noch mal zu bekräftigen, überleg dir mal, du bist jetzt ein Entwickler in Microsoft-Kosmos. Was ist denn jetzt der Maßstab von mache ich gerade gute Arbeit oder nicht.

Ich entwickle in einem Spiel, wir liefen es raus, es ist ein Kritiker-Erfolg, es ist perfekt für diesen Game Pass, aber mein Laden wird trotzdem geschlossen. Halt, ich habe eine gute Begründung, was ein gutes Spiel ist, wenn es sich auf PS5 dann gut verkauft.

Oh Gott. Sehr gut.

Hey, so wie jetzt Forza Horizon 5 lief sehr stark auf der PS5. Ich glaube, die Verkaufsdaten von Indiana Jones waren auch ordentlich, mit immerhin, ich glaube, 300.000 bis Mitte April oder sowas, die PS5-Version. Also jetzt natürlich nicht durch die Decke, aber ja, wahrscheinlich stimmt das nicht. Ich glaube, die Metrik ist, mein Studio hat noch ein Projekt. Dann, ja, also eigentlich müsstest du das machen, was auch viele andere, eigentlich wie so im öffentlichen Dienst, wenn ich sehe, oh nein, wenn ich jetzt, wenn am Ende des Jahres Budget übrig bleibt, muss ich Projekte streichen, nächstes Jahr, oh nein, schnell dieses Budget noch verbrauchen, damit sie nicht denken, wir kommen auch mit weniger Geld klar. Und dann musst du schnell als Studio bei Microsoft dir ein neues Projekt irgendwie angeln, um sagen zu können, wir arbeiten doch an was.

Es gibt ja Kosten. Die sind ja schon entstanden. Wenn du uns rausschmeißt, dann haben wir die Kosten materialisiert. Lieber nicht schnell Geld ausgeben. Ja, warte, das schreibe ich mir kurz auf. Das klingt nach einer guten Management-Strategie. Wenn du wirklich anfängst, eher dann auf einer Meta-Ebene drüber zu denken, wie mache ich meinen Microsoft-Boss glücklich und nicht, wie stelle ich das beste Produkt her? Ja, das ist richtig. Eigentlich darf keine Diskrepanz sein. Das muss ein Ben-Diagramm sein, was sich komplett überlagert. Wie mache ich den Boss glücklich? Wie mache ich das beste Produkt? Aber irgendwann kommst du tatsächlich in diese Situation und denkst, mache ich jetzt das oder mache ich lieber was, was gut aussieht? Und wenn du dann eher tendierst, was zu machen, was gut aussieht, weil das die höhere Wahrscheinlichkeit hat, dass dein Job bestehen bleibt, dann legst du ja den Grundstein schon dafür, dass dann irgendwie hinten raus schlechte Produkte rauskommen. Ja, das ist, glaube ich, wirklich super. Das wäre ja so ein bisschen Hands-off. So zu sagen, ey, lass doch die Kreativen machen und so weiter und so weiter. Aber hier merkt man wirklich, dass das alles nicht ineinander greift. Die Leute zu verunsichern, zu denken, wie schaffe ich meine Position noch zu erhalten in diesem großen Kosmos, dann ist natürlich große Strukturen, ist viel Politik und so weiter. Aber ich glaube, man muss wirklich sagen, auf dieser Management-Ebene kann man nicht anders argumentieren, als zu sagen, das läuft gar nicht. Man muss auch vielleicht den Satz formulieren, vielleicht ist das Phil Spencer zu groß geworden.

Man sieht das, ich kenne auch persönlich ein paar Menschen, die in diesen Größenordnungen, also nicht ganz jetzt von dem Phil Spencer, aber auch schon sehr weit oben arbeiten. Und was da so stattfindet und du hast, du weißt einfach, die Leute haben den Bezug verloren. Also das klingt so extrem, die haben den Bezug verloren zu den normalen Menschen, die haben den Bezug verloren zu den normalen Arbeitsabläufen und was da unten im Maschinenraum des Unternehmens eigentlich passiert, weil sie auf so vielen Ebenen getrennt sind. Und was hat das denn besser gesagt, als zum Beispiel jetzt der Turnbull, der direkt dann nach den Entlastungsferien gesagt hat, die Leute, die jetzt da rausgeflogen sind, die sollten nochmal mit ChatGBT oder Copilot ein bisschen über ihre Kündigung reden, damit sie halt nicht diesen emotionalen Stress haben von der Kündigung. Das ist dir, was jetzt einfällt.

Also wenn du dir jetzt ein Bild, eine Karikatur eines abgehobenen Managers malen wolltest und ihm eure Worte in den Mund legen, könntest du es nicht schlimmer machen, als was er gesagt hat. Aber er hat darüber nachgedacht, hat sich das vorher so vorgenommen und das dann ausgesprochen und hat nicht gemerkt, dass das wie daneben das ist. Dann stellen sich keine Fragen mehr. ich muss leider gestehen, dass es absolut war, Ich habe schon sehr, also man darf nicht so viele Details erzählen, aber ich saß auch schon in Meetings, wo man über Excel-Tabellen diskutiert hat und dass man doch einfach das so und so machen soll. Und meine Frage oft ist, ja, aber wie machen wir das denn? Also wie schaffen wir denn, dass diese Excel-Zahl sich ändert? Also operativ, tausende Menschen hin und her schieben.

Aber das ist die Traurige Wahrheit. Und ich glaube, wie du sagst, Martin, das ist Abstraktionsebenen, aber auch wie Kommunikation sich in großen Strukturen strukturiert. Das hat ganz viel auch mit den unterschiedlichen Ebenen und deren persönlichen Karrieren zu tun. Es ist immer besser, wenn ich gerade ein Projekt verantworte und beim Management aufschlage und ein Projektreporting mache, zu sagen, es ist alles super, als zu sagen, es ist nicht so gut. Es gibt in der Beratung oft diesen Begriff so Management by Watermelon. Nach außen alles grün und wenn man reinschneidet, ist das Projekt tiefrot, weil man nach oben lieber das auch kommuniziert, was die da hören wollen. Und dann läuft es halt gegen die Wand. Aber am Ende verpackt man das auch irgendwie und verargumentiert man das. Und dann ist es leichter, die Leute auf der operativen Ebene sozusagen, die es nicht hinbekommen haben, die nicht performativ genug sind, die es nicht verstehen, die es nicht das Mindset haben. Da gibt es ja genug Argumente, warum die anderen schuld sind als man selbst. Und ich hatte selber vor kurzem ein größeres Projekt gestartet. Und natürlich, wenn ich als Berater auf ein Projekt aufschlage, arbeite ich natürlich, also wir werden im Grunde von der Geschäftsführung beauftragt. Und dann erzählen sie uns ihre Probleme. Es ist so ein interviewbasierter Ansatz. Wir das machen so ein bisschen Schritt für Schritt, so ein bisschen kommen von, was beschreiben die einen? Und dann geht man immer tiefer.

Und ich weiß dann irgendwann, und das war so ein Projekt, ey, wir müssen erst mal auf dieser Führungsebene bleiben, bitte sollten noch nicht zu früh in die Organisation, weil eine Verunsicherung und so weiter. Und dann haben wir das so gemacht. haben erstmal so Probleme identifiziert und dann haben wir irgendwann angefangen, also irgendwann war das Projekt so weit, dass man dann auch mit der Organisation reden könnte und dann weiß ich noch, da satte ich mir an einem Kollegen und meinte so.

All das, was sie uns erzählt haben auf ihrer Management-Ebene, sind ihre Management-Probleme, die sind ein Witz im Vergleich zu der operativen Ebene, was da los ist. Wir haben tatsächlich das gesamte Projekt dann umstellen müssen, weil wir gesagt haben, die operativen Probleme brennen so viel mehr als eure drei Themen, wie ihr eine Entscheidung trifft. Aber so ist das, die sehen nur ihr Ding, Layer um Layer, von Ebenen und Abstraktionen. Und wenn wir wieder auf Microsoft zurückschauen, müssen wir uns jetzt natürlich fragen, wie sieht dieses Ding in der Zukunft aus? Also, wie geht es jetzt weiter? Das hast du gerade gesagt. Die drei Schritte. Ach so, ja gut, dann ist es ja schon gelöst. Ich hoffe, Sie haben es angeguckt. Phil schaut uns jetzt. Ich sage das dem Phil, wenn ich ihn wieder mal anrufe nächste Woche. Ja, genau. Dann kriegst du eine geleakte E-Mail, in der steht, Mensch, die haben die Lösung gefunden. Ich habe auch die Kay gefragt, was steht denn im Weg, dass sie es nicht schaffen? Und? Phil Spencer war die andere. Oh, oh, was war die Antwort? Warte, warte.

Also, die Antwort war, dass das Problem ist, die Unternehmenskultur, eine Cloud- und Enterprise-Gigant versus eine Kreativbranche ist, weil die Kreativbranche ist Erfolg eher unberechenbar, wohingegen in dem anderen Business sehr stark auf Planbarkeit und der Finanzbereich ist sehr stark ausgelegt. Risikovision versus kreatives Risiko und das Talentmanagement, das sieht man ja gerade, wie sie mit Talenten umgehen. Das zweite ist der finanzielle Druck und die Last der 69 Milliarden Dollar.

Die Wall Street Perspektive, die Synergiefalle ist aufgegangen, die Größe und die Trägheit des Apparats, der Supertanker und die Führung und das Mittelmanagement Problem der Lehmenschicht. Vielleicht noch eine, ich weiß nicht, ob das eine lustige Anekdote ist, aber eine kleine Sache. Ich hatte auch mit dem K-System darüber diskutiert und habe folgende Frage gestellt. Kann es wirklich sein, dass Microsoft einer des der größten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt, nachdem es die größte Tech-Akquisition der Geschichte getätigt hat, wirklich die Integration von Activision schlecht umgesetzt hat? Und die Antwort war, ja, absolut. Ja, ist eine gute Antwort. Es gibt noch ein bisschen mehr, aber ich glaube... Ja, kompakt gesagt. Gerade der erste Teil, den du genannt hast, fand ich ganz interessant, dass du gesagt hast, es gibt diese Unberechenbarkeit der Entertainment-Branche und der Entwicklungen der Spielbranche. Das ist ja natürlich etwas, was wir als Spielredakteure schon seit 30 Jahren mitverfolgen.

Aber gerade da hat ja eigentlich Microsoft einen Vorteil. Weil das ist ja der klassische Vorteil von einem, warum sich zum Beispiel jetzt auch den Entwickler an den Publisher wenden. Weil natürlich als Entwicklerstudio, wenn du ein Spiel herstellst, kann das nächste Spiel immer schon dein Tod sein, weil ein Flop reicht dann manchmal aus, um weg vom Fenster zu sein. Und dann bietet eben der Publisher die Sicherheit, die Vorfinanzierung und dann, wenn er mehrere Spiele hat, eben auch das Risiko zu diversifizieren. Und Microsoft ist ja so ein Gigant, die haben eigentlich die Marktmacht, das Geld, die Studios, die haben alle Trümpfe in der Hand, um genau das selber zu machen. Wenn du die richtige Strategie hast, kannst du ja sagen, ich habe, weiß ich nicht, 97 Studios, ich kann jetzt 13 Genres bedienen und das auch mit einem gestafferten Release mit einer Release-Roadmap. Das heißt, diese inhärente Problematik der Spieleentwicklung kann Microsoft eigentlich ausbügeln mit der richtigen Strategie. Also sie haben das, die mögliche, aber sie machen es nicht. Lass mich mal diese Unvorhersehbarkeiten ein bisschen vielleicht einordnen.

Du hast absolut recht mit dem, was du sagst. Und das ist eigentlich die Marktmacht von Microsoft gegen zum Beispiel Indie-Studios und natürlich auch sowas wie, die haben mehr Geld als Activision, Activision haben sie ja gekauft, Electronic Arts. Ich glaube wahrscheinlich, wenn wir über Konkurrenz reden, wäre wahrscheinlich sowas wie Tencent eher so auf so einer Ebene, wo man sagen könnte, dass sie im Grunde auch Kost finanzieren können. Also da hast du natürlich absolut recht. Ich glaube, die Unvorhersehbarkeit ist weniger bezogen auf rein Erfolg oder Nichterfolg, sondern auf die Steuerung nach innen. Also wie steuert man einen Bereich? Und ich glaube, und das ist aus meiner Sicht ein Kardinalsfehler insgesamt der Spieleindustrie, nicht nur von Microsoft, ich glaube, es ist einfach so ein Fehler, wie man macht, ist, wie managt man ein Portfolio von vielen Titeln, wovon vielleicht viele mittelmäßig erfolgreich werden, aber ein paar nicht.

Besonders erfolgreich werden können. Oder sogar noch einen Schritt weiter gedacht, wie sieht das aus in einem Portfolio wie der Game Pass, der sich vielleicht ganz anders managt und steuert. Und ich glaube, diese Logik, diese Übersetzung findet nicht in der Form statt, weil die Gaming-Branche immer noch in der Breite so denkt, alte IP, viel Geld drauf, viel Marketing, je mehr Geld, desto sicherer ist das. Und ich glaube, das ist sozusagen ein doppelt inhärentes Problem. Einmal die Gaming-Industrie an sich, glaube ich, hat dort eine falsche Management-Sicht, aber Microsoft denkt intern sehr stark in ihrer vorhersehbaren Umsatzplanung, Liquiditätsplanung, was sie für ihre Aktionäre brauchen und verkennen, wie die Steuerung von einem großen Kreativkonzern steuern müsste. Vielleicht. Ja, und das ist der Grund, warum ich mit dieser E-Mail eingestiegen bin, weil eigentlich erkennt das Phil Spencer.

Weil er kann ja nicht jetzt da sitzen und sagen, all is fine, so wie dieser Hund in diesem Meme, der in diesem brennenden Raum sitzt, sondern er sieht ja jetzt, dass er gezwungen ist, an dem Punkt, wo sie sind, vielleicht nicht in letzter Konsequenz, einmal ähnlich weit oder in eine ähnliche Richtung zu gehen, wie die Firmen, die er vor fünf Jahren selbst kritisiert hat, nämlich risikoscheuer zu werden und mehr auf das zu setzen, von dem man glaubt, dass es funktioniert, weil es in der Vergangenheit halt schon funktioniert hat. Nochmal, so sehr ich Fallout liebe, jetzt zu sagen, wir machen mehr Fallout, ist genau das, was er kritisiert hat in seiner ursprünglichen Mail. Das Gute, und das will ich ihm zugestehen, Weil das ist eher der Punkt, wo wir sehen müssen, was passiert wirklich und wie weit gehen sie wirklich, ist, dass ich glaube, dass Microsoft zumindest nicht nur das machen wird oder hoffentlich, wer weiß, hoffentlich nicht nur irgendwie alte IPs bedienen wird oder die IPs bedienen wird, von denen sie wissen, dass es funktioniert, sondern dass sie in bestimmten Bereichen halt weiter Risiken wagen. Und ein paar Projekte, die sie gerade am Laufen haben, würde ich zumindest sagen, sind riskant. So was nur kurz, um die Beispiele zu nennen.

Sei es jetzt so was wie ein South of Midnight, was gerade erschienen ist, mit diesem sehr ungewöhnlichen Southern Gothic-Setting und diesem Stop-Motion-Look-Risiko. Oder sei es so was, wie es ein Clockwork Revolution wird, was ja so ein Steampunk-Bioshock-Rollenspiel ist, wo ich mir denke, ich liebe es, will das haben, aber wer soll es denn kaufen? Das wäre das klassische Spiel, wenn du das EA pitchen würdest, Dann schicken sie dich noch raus, bevor du zu Ende geredet hast. Aber hier entsteht es zumindest. Es kann natürlich sein, dass sie danach in Exile zumachen. Aber es gibt noch Nischen, in denen sie Dinge tun, die woanders wahrscheinlich, oder zumindest bei klassischen Publishern so nicht funktionieren würden. Aber eine Frage. Phil Spencer formulierte diese E-Mail 2020. In dem Jahr, wo er auch Activision kauft. Nee, 2020 haben sie Activision gekauft. Ja, das war kurz vorher. Genau. Aber warum hat er die dann gekauft? Weil die haben doch nur IPs, die sie jedes Jahr rausholen. Oder dachte er, ich nehm die Call-of-Duty-Leute und mach mit denen was ganz Neues. Ich glaube, die Innovation, um die es ihm ging, oder die Erneuerung, war halt eher die Plattform-Erneuerung mit dem Game Pass. Das könnte sein, dass er sagt, okay, die erneuern halt auch ihre Geschäftsmodelle nicht und zumindest das kriegen wir hier bei Microsoft. Es ging ihm schon um Content.

Ich glaube, es ging ihm schon um Content, auch, sonst hätte er das ja nicht so hervorgehoben mit, ey, die haben diese alten Marken, aber für ihn ist der Game Pass halt als Geschäftsmodell das Fundament, das es erlaubt, auch dieses Risiko mit neuen Marken zu gehen, weil du hast ja, wenn der Game Pass gut läuft, eine Basis, ein Fundament an Einnahmen, wo du sagen kannst, selbst wenn sich ein Fable nicht verkauft, gut, Fable ist jetzt das Beispiel, das war schon eine Serie vorher, aber wisst ihr, was ich meine, selbst wenn sich ein South of Midnight nicht, klassisch gut verkauft, haben wir einen gut laufenden Game Pass als Fundament, um uns sowas leisten zu können.

Weil der Verlust wäre halt deutlich größer, wenn wir es nur als Pay-to-Play-Spiel machen würden und dann kauft es keiner. Also ich glaube, das war die Idee. Wir haben ein Geschäftsmodell gefunden, um uns ein Stück weit von dieser Risikoscheue lösen zu können und dann halt auch Projekte zu wagen, selbst wir hier als große, große, böse Firma, die bei anderen großen, bösen Firmen in der Form keine Chance hätten.

Ich glaube, das würde ich so interpretieren. Der Content-Mix ist ja auch der richtige Weg. Also weder das eine noch ganz das andere ist der richtige Weg. Sondern du musst ja gleichzeitig starke Marken weiterfliegen und da auch die Kundschaft und die Fans mit neuen Spielen versorgen und immer regelmäßig was Neues wagen. Und es gibt wenige, die so sehr in der Lage dazu sind wie eigentlich Microsoft. Und eigentlich ist Microsoft, die können sich eigentlich kaum gegen den Erfolg wehren. Also wir sehen natürlich jetzt diese Kündigung und die ärgern mich so, weil das halt zu einem Teil oder zu einem guten Teil auf Managementversagen zurückgeht und dann die einfachen Mitarbeiter das ausbaden müssen. Insgesamt geht es der Firma hervorragend. Und ich glaube, wenn sie halt nicht aktiv sich gegen den Markttrend stellen, spielt der ihnen eigentlich gerade in die Hände. Aber was ist der Markttrend? Wir sehen in den letzten zwei, drei, vier, fünf Jahren immer mehr diese Beschwerden über die ausüffelnden Kosten bei AAA-Produktionen und auch zum gewissen Grad zurecht, weil da viel falsch läuft und auf falsche Pferde gesetzt wird. Und im Zuge dessen sehen wir auch bei den Spielern, aber auch bei den Entwicklern, dass so eine Revival von Double-A-Titeln kommt, von mittleren Spielen. Gerade dieses Jahr ist extrem stark im Double-A-Bereich. Haben wir in den letzten Jahren auch schon gesehen.

Und das Bewusstsein ist dafür da, sowohl bei den Entwicklern als auch bei den Spielern, der Willen der Spieler auch und der gute Wille gegenüber diesen Games. Und dafür ist eigentlich ja der Game Pass perfekt, weil wir haben trotzdem immer noch so eine Einstiegshürde. Weil wenn du ein Spiel richtig geil findest oder denkst, dass es geil ist, weil entweder die Franchise so zieht oder das Genre einfach so cool ist und dann ist halt der Blockbuster, dann gibst du dafür auch deine 60, 70 Euro aus. Aber dann hast du diese Double-A-Spiele manchmal mit 50, 40, 35 Euro und da ist bei vielen die Hemmschelle viel größer. Dann gibt es natürlich immer die Überraschungssitz wie Clay Obscure und wo sich dann rumspricht, dass das so toll ist, dann machen die Leute das gerne und kaufen auch das. Aber du siehst auch sowas wie in Eriksholm jetzt, was so ein sensationell gutes Spiel ist und was gnadenlos untergeht. Und das sind eigentlich die perfekten Spiele für den Game Pass, weil da ist die Hemmschwelle halt überhaupt nicht da, groß, du kannst es einfach mal ausprobieren und merken, ob es dir gefällt. Und dadurch haben diese mittleren Titel eine viel größere Chance, ihre potenzielle Zielgruppe zu erschließen. Und dann hast du auf der anderen Seite dann Microsoft als Content-Betreiber, als Plattform-Betreiber so rum, die dann auch sehr viel genauer als jetzt bei einem verkauften Spiel Metriken haben, lohnt sich das Spiel für uns, weil es darüber hinaus geht, ob ich jetzt nur einmal verkauft habe, sondern du hast ja diese.

Nutzerzeiten, wo die Publisher eh schon übergegangen sind, das in den Geschäftsberichten zu nennen, wo du manchmal eher das Gefühl hast, die sagen das, um so ein bisschen zu verschleiern, ob es dieses Jahr besser oder schlechter läuft, weil sie sich immer gerade die Metrik raussuchen können, die irgendwie gerade da steht. Aber tatsächlich bei einem Streaming-Angebot, bei einem Abo-Angebot ist ja die Anzahl der Nutzerstunden pro Monat zum Beispiel, die essentielle Metrik, weil das ein.

Maßstab dafür ist, wie sehr nutzt der Nutzer eben deine Plattform und wie hoch ist damit die Chance, dass er einen Nutzen dann auch sieht, einen monetären, also einen Gegenwert zu seinem monetären Beitrag und wie hoch ist dann die Chance, dass er dabei bleibt. Und da sehe ich gerade, dass wenn du mal ausprobieren kannst, hey, das spiele ich jetzt irgendwie mal an und selbst wenn du dann, du hast ja kein schlechtes Gefühl sozusagen, das ist dann gefühlt wie eine Demo, selbst wenn ich fünf Spiele anspiele und nur eins gefällt mir richtig gut, Habe ich dann trotzdem am Ende der Woche, sag ich will, ein gutes Gefühl. Da fühle ich mich trotzdem gut unterhalten und habe auch nicht das Gefühl gehabt, der Game Pass hat sich nicht gelohnt, weil nur eins von fünf Spielen mir gefallen hat. Wenn ich jetzt fünf Spiele kaufe und davon gefällt mir nur eins, bin ich stinksauer. Ja, weil das ein ganz anderes Gefühl ist. Und dann hast du sofort ein anderes Gefühl gegenüber dem Game Pass und denkst dann am Ende, okay, dieser Monat hat sich gelohnt. Deswegen glaube ich, dass dieser ganze Trend, der so ein bisschen stattfindet, die Blockbuster und AAA und AAA-Games, obwohl sich das auch hin entwickelt, wird natürlich nicht weggehen, weil das bleibt wichtig, genau wie in der Filmindustrie. Aber wir haben gerade, eben wie das auch Netflix gemacht hat, die dann ja Serien hergestellt haben, oder halt so mit Budgetfilme, was ja dann durch Netflix so bis zurückgekommen ist, was ja eine Zeit lang überhaupt nicht gab, richtig auch im Filmbereich. Genau das haben wir im Gaming-Bereich auch und das ist eigentlich das, was meiner Meinung nach auch gut laufen wird. Das kann Microsoft selbst mit Management viel dann kaum verhindern, dass das funktionieren wird. Also ich sehe jetzt solche, so sehr ich über Microsoft und auch für das Ganze schimpfe, ich sehe solche nicht, dass Microsoft da groß.

Übermäßig Probleme bekommen wird. Ich denke zumindest aus meiner Perspektive, dass der Game Pass eine gute Perspektive hat. Es muss jetzt nicht so kommen. Die können schon einiges falsch machen. Aber ich denke, der Weg ist prinzipiell nicht verkehrt, den sie da einschlagen. Und ich denke auch, dass da die Möglichkeit besteht, dass selbst mit solchen Fehlentscheidungen das vernünftig läuft. Das könnte besser laufen. Aber das ist sehr spekulativ. Das ist so mein Gefühl. Ja, ich glaube, die eine Sache, die ich oder wahrscheinlich auch wir nicht wissen, ist, was ist die Anzahl von Abonnenten, bei denen der Game Pass als Erfolg gilt? Sind es diese 100 Millionen? Sind die 100 Millionen so ein Moonshot? Und das reicht schon, wenn es 50 Millionen sind? Also was sozusagen diese kritische Größe, wo man sagt, ey, wenn wir das erreicht haben, das ist sozusagen das Plateau und dann ist es nur noch so, da haben wir die Wachstumsphase gewonnen und danach ist es nur noch so ein kontinuierliches, die Leute am Ball halten und so weiter.

Wenn wir diese 100 Millionen als Maßstab nehmen, würde ich sagen, die haben wahrscheinlich jetzt schon ein Plateau erreicht. Was, ich glaube, wenn das der Business Case sein sollte, den wir leider nicht in der Form kennen, das ist alles Spekulation jetzt, kann ich mir vorstellen, dass die sich hinsetzen werden und sich irgendwann fragen. Also das Ding ist, diese 69 Millionen Euro, die haben sie ausgegeben, Millionen, Milliarden Euro, haben sie ausgegeben für Activision und jetzt könnte der eine sagen, ja was für Volltrottel, hätten sie doch das Geld lieber genommen und einfach Spiele damit produziert, dann hätten sie doch Content ohne Ende. Naja, aber die eine Sache, die natürlich Activision Blizzard ist, ist, man kann es wieder weiterverkaufen. Man muss es ja nicht die ganze Zeit halten. Das ist ja sozusagen der Vorteil, also das Geld ist nicht weg, würde ich damit sagen. Und dann ist halt die Frage, fängt irgendwann eine Deinvestition statt, weil man sagt, naja, wir haben uns daraus mehr erwartet, weil bei Microsoft müssen wir natürlich eine Sache, das ist ein börsennotisches Unternehmen, die müssen schon ihre 20% Rendite im Jahr einholen, weil dann ist ja die Frage, jedes Geld auch woanders für Microsoft investiert, was eventuell mehr als diese 20% bringt, ist für sie der spannendere Business Case. Deswegen ist glaube ich, bei diesen Börsennotischen Unternehmen geht es ja nicht nur um, machen die Gewinn oder nicht, sind die profitabel oder nicht, sondern Machen sie den Gewinn, der in der Durchschnitts- Profitabilität von Microsoft funktioniert. Und das ist, glaube ich, die große Frage. Ja, vielleicht wollen sie einfach nur irgendwann wenigstens so das Gefühl haben, größer zu sein als Steam.

Aber deren aktueller Rekord, was gleichzeitig eingeloggte Leute angeht, sind ja 40 Millionen. Also selbst da wäre der Game Pass noch drunter. Aber vielleicht wäre das ein schöner Tag einfach für Phil Spencer, wenn er sagen könnte, Jetzt sind gerade mehr Leute im Game Pass eingeloggt als auf Steam. Aber geht rechnerisch. Vielleicht, wenn man Steam-Server-Ausfall hat oder so. Genau. Aber tatsächlich, um noch mal kurz auf deine Frage zurückzukommen, warum kaufen sie denn dann Bethesda, warum kaufen sie denn Activision für die Marken?

Von denen sie hoffen, dass sie erst mal die Leute in den Game Pass überhaupt reinbringen. Ich weiß nicht, wie wir damals schon diskutiert haben. Und ich hab gesagt, eigentlich kaufen sie nur Candy Crush und Call of Duty und vielleicht noch ein bisschen World of Warcraft. Das aber nicht mal im Game Pass ist. Aktuell. Obwohl es schon einen Leak gab, dass es reinkommen soll und sie irgendwie auch eine Konsolenversion machen, dann weiß ich, ob es stimmt. Aber aktuell sind es Call of Duty, also zumindest Call of Duty ist halt ein recht wichtiges Game Pass Spiel, wo es dann hinter den Kulissen ja scheinbar auch Streit gab, ob das überhaupt in den Game Pass darif. Weil man eher dachte, vielleicht verdienen wir doch mehr damit, wenn es ganz normal rauskommt, Phil. Aber Phil Spence hat sich durchgesetzt. So, plus die Bethesda-Spiele, plus vor allem die neuen Bethesda-Spiele. Also diese Hoffnung, dass man, na ja, die Elefanten halt einkauft, die einem die Leute in den Zoo bringen. Und auch das ist wieder ein bisschen anders als Netflix. Weil Netflix macht ja eigentlich, das ist ja Makro-Targeting. Das ist ja eben nicht die pakistanische Liebeskomödie mit Anime-Elementen, sondern das ist der, Ja, ich liebe dieses Beispiel. Ich möchte nachher noch wissen, den Titel gerne haben. Ich möchte es am Abend noch schauen.

Ja, genau. Ich frage für einen Freund, ja.

Sondern Call of Duty ist ja quasi das als Serie, an dem keiner vorbeikommt. Oder wenige Leute vorbeikommen. Nicht, dass jetzt jeder Mensch dabei Call of Duty spielen müsste. Aber ihr wisst, was ich meine. Du weißt, das ist eine Marke, die hat Millionen Anhänger da draußen. Die liefert jedes Jahr ihre zuverlässige Spielerschaft ab. Wahrscheinlich auch in Millionenhöhe. Also ist das schon mal ein gutes Fundament, wenn das im Game Pass ist, zu wissen, da sollte Wachstum herkommen. Genauso bei einem neuen Bethesda-Spiel, rein rechnerisch gedacht. Skyrim hat wie viel inzwischen verkauft? 40 Millionen? Weiß ich nicht. Also ja, könnte man davon ausgehen, dass ein neues Bethesda-Spiel ähnliche Wachstumsraten macht. Nur passiert nicht. Weil dann hätte vielleicht der Game Pass mehr und stärker wachsen müssen, auch jetzt in den letzten Jahren. Weil eigentlich sind sie ja jetzt, und das da wieder, um Phil Spencer zu zitieren, sind so stark wie noch nie. Sie haben jetzt diese ganzen Activision-Spiele. Ja. Und es wächst aber nicht so stark. Und vielleicht, um einen Kontrast reinzubringen, vielleicht um die ganze Diskussion nochmal, ja, um eine Perspektive vielleicht zu erweitern. Du hattest gerade gesagt, warum haben sie Activision Blizzard gekauft und dann hast du danach Dinge gesagt. Ich würde... Ich würde... Danke fürs Zuhören, ja.

Aber ich würde gerne noch vielleicht, warum haben sie das gekauft? Ja, das, was du gesagt hast, Aber wahrscheinlich auch aus dem Grund, es war die 2021, 2022, Zinsen waren runter, Geld war da wie Heu, Microsoft musste das Geld irgendwie investieren, was perspektivisch was bringt, als wenn es nur in der Gegend rumliegt und wahrscheinlich Negativzinsen oder was auch immer für die bringt. Und zu der Zeit war Gaming, hatte sein Plateau noch nicht erreicht, was ein Jahr später dann passiert ist. Und ich glaube einfach, in dem Moment war, ja okay, Phil, willst du das Geld haben? Sieht gut aus, nimm es. Und Phil sagte sich so, cool, nimm ich. Damit booste ich mein Business Case, pushe damit meine Abonnementen hoch und hey, win-win. Das Problem ist aber, Zinsen haben sich gedreht, Gaming Mark hat sich auf dem Plateau bewegt Damit auch der Game Pass hat sich irgendwie auf einem Plateau bewegt. Und jetzt hat einfach Phil, und ich weiß, ich bin eine alte Laie heute, Phil hat einfach dieses Ding als Bürde auf den Rücken.

Und ich glaube, das gibt ihm weniger Raum, um sich zu bewegen. Ja, und, aber, und aber. Zusätzlich. Zusätzlich ist ja die Frage, warum denn ausgerechnet Gaming? Weil sie hätten diese 69 Milliarden ja sonst wo reinstecken können. Die hätten damals OpenAI kaufen können. Aber es war nicht heiß. Also OpenWay war nicht heiß. Ja, natürlich nicht. Gaming war heiß. Das war die heiße Gaming-Frage. Exakt, weil sie gedacht haben, dass Gaming der Wachstumstreiber sein wird für Tech. Metaverse. Metaverse war der heiße Scheiß. NFT-Gaming, der heiße Scheiß. Der ganze Bullshit. Ja, okay, NFT-Gaming. Aber wir haben ja damals diese Präsentation von Satya Nadella gesehen. Das war so diese Investoren-Präsentation zur Activision-Übernahme. Wo er doch vorgerechnet hat, im Jahr 2032 oder ich weiß nicht mehr genau, was die Zahl war, werden acht Milliarden Menschen weltweit spielen. Ja, alle. Also jeder wird spielen. Das wird die Tech-Revolution, das Vorfeld der Tech-Revolution ist Gaming. Heute würde man sagen, das könnte man vielleicht, wenn man so die Entwicklung von AI sich anguckt, könnte man nochmal in Relation setzen. Aber so, das war ja ihre Wette, auf die sie gegangen sind. Nicht, dass Microsoft schlecht unterwegs wäre jetzt im AI-Geschäft. Im Gegenteil.

Aber diese Hoffnung und diese Vision, glaube ich, war ja der Grund, warum sie dann da so viel Geld reinstecken. Plus vielleicht das noch kurz als zweiter Baustein. Cloud Gaming, weil wir von Anfang an gesagt haben und glaube ich Microsoft auch gedacht hat, der Game Pass ergibt erst dann am allermeisten Sinn, wenn er verknüpft ist mit Cloud Gaming. Also wenn ich nicht nur eine riesige Bibliothek habe von Spielen, auf die ich zugreifen kann für ein monatliches Abonnement oder für einen monatlichen Beitrag, sondern auch jedes dieser Spiele auf all meiner Hardware einfach mit einem Klick starten kann, um es direkt spielen zu können. So wie ich auf Netflix ja auch einfach eine Serie starten kann, ohne erst 40 Gigabyte runterladen zu müssen. So, das ist die neue Convenience im Gaming, die man sich erhofft hat und für die Microsoft ja auch ideal aufgestellt wäre, weil sie schon ein riesiger Cloud-Provider sind mit Azure. Also sprich, sie haben ja da schon die technische Basis. Ich glaube, es war auch ein Teil des Überzeugens, was sie geleistet haben gegenüber Activision, wo sie gesagt haben, naja, aber schau mal, wenn Cloud Gaming kommt, wo wollt ihr denn hingehen? Wer ist denn hier der Cloud Provider? Facebook? Bobby Kotick, an die du ursprünglich verkaufen wolltest? Beziehungsweise Meta, ne, für die Jüngeren? Nee, wir, Microsoft. Und vielleicht noch Google. Aber mit Google redet keiner freiwillig. Die wollen auch kein Content Provider sein, weil sie clever sind, sondern Plattform Provider.

So, und... Aber dein Beispiel mit dem Cloud Gaming würde ja dann auch potenziell den Markt erweitern. Exakt. Weil ja dann mehr Menschen, also dann, also nicht vielleicht acht Milliarden, aber vielleicht ein paar mehr. Ja, und das ist nämlich genau die Wette, die noch nicht zu Ende ist. Die Pferde sind noch auf der Bahn.

Die Hoffnung, dass Cloud Gaming wächst, ist immer noch da. Und ich habe mal irgendwie so Marktforschungsstatistiken mir angeguckt. Aktuell sind Cloud Gaming weltweit drei bis neun Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Drei bis neun Milliarden ist auch eine gute Spanne, so würde ich sagen. Also irgendwas in dem einstelligen Milliardenbereich kann man sagen. So die Wachstumsprognosen, die von Marktforschern aber abgegeben werden für diesen Cloud Gaming Markt, sind 33 bis 50 Prozent pro Jahr bis 2032. Jetzt könnt ihr mir natürlich sagen, halt doch die Fresse, wir haben gesehen, was Marktforschung prophezeit hat für ein Wachstum im Gaming-Markt. Ich wollte gerade sagen, sind es die, die auch 2022 die Wachstumsdinger berechnet haben? Ja, genau die. Genau dieselben. Also, deswegen ist immer alles mit Vorsicht zu genießen. Aber ich meine, wir wissen ja, dass Unternehmen auch mit diesen Prognosen halt arbeiten. Deswegen haben sich ja auch so viele verschätzt, was das Wachstum auf dem Gaming-Markt angeht. Und dann kann man zumindest sagen, Cloud Gaming ist immer noch hot and coming oder zumindest hoffen viele, dass es hot and coming ist. Und jetzt muss Martin mir seinen skeptischen Blick erklären.

Woher, sagen Sie, sind ja immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Und das ist halt auch eben, du kannst halt natürlich nicht kurzfristige Trends fortschreiben, wie in der Corona-Phase halt. Aber da sehe ich schon das Potenzial. Die Frage ist natürlich, ist das in drei Jahren, in fünf Jahren oder in elf Jahren der Fall? Weil das, das so kommen wird, ist für mich keine Frage, weil das einfach ja die logische Konsequenz ist aus dem technischen Fortschritt und den Möglichkeiten, die wir haben, zusammen mit eben der Usability, die daraus entsteht. Und dann entlegst du dich auch in manch andere Probleme, so wie wir gerade ja bei Microsoft sehen.

Haben wir jetzt noch eine Xbox-Hardware? Haben wir irgendeinen Handheld? Wenn das alles gestreamt wird, ist es ja völlig wurscht, was die Hardware ist. Dann bist du eben der Content-Provider und der Plattform-Provider und wo die Leute das dann konsumieren, ist dir halt gerade mal egal. Genau. Und deswegen, ich glaube nur, dass Microsoft da zum Beispiel einfach zu früh dran ist. Ähnlich wie sie ja zum Beispiel schon mit dem Smartphone und manchen Sachen oder Tablets-Sachen, wenn man sich mal anguckt, drei, vier, fünf Jahre vor Apple schon irgendwelche Sachen hatten, die sehr ähnlich waren, aber einfach zu früh waren und dann noch ein bisschen zu ungelenk und dann kommt halt aber ein Genie wie, mit Apple um die Ecke und macht es einfach mal richtig und findet auch den richtigen Zeitpunkt und ich glaube, so einen Augenblick werden wir auch durchaus bei Cloud Gaming und so ähnlich erleben und wir hatten ja auch schon mal die erste Cloud Gaming-Wende, wann war das? Vor 15 Jahren oder zwölf, also mit On-Dings, wie hieß das damals? Achso, On-Live. Ja, ja. Wir hatten das schon. Die Idee ist ja absolut richtig. Damals war es natürlich total absurd, weil einfach die ganze Infrastruktur überhaupt nicht dafür ausgelegt war, um das auch nur ansatzweise in den nassen Markt zu bringen. Das war dann eine garantierte Nische. Aber das wird natürlich irgendwann sich hin entwickeln. Und dann ist natürlich jetzt Microsoft in einer guten Position, weil sie einfach durch die schiere Größe und durch ihre Bibliothek, die sie haben, also das führt keinen Weg daran vorbei. Aber das ist dann nicht, weil sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben, sondern sie werfen halt ihre Masse und ihr Geld in den Topf und hoffen, dass es dann klappt und irgendwann wird es wahrscheinlich klappen, wenn sie halt nicht völlig falsch liegen.

Ich glaube, absolut. Also ich glaube, wenn man das sich strukturell anguckt, würde man sagen, naja, wer ist denn besser positioniert für das Thema als Microsoft, die jetzt schon mit dem Game Pass einen Subscription Service haben und würden das im Grunde nur adden. Das heißt, sie müssen sich ja gar nicht die Abonnentenbasis aufbauen, großartig, und haben den Cloud-Kram am Start und könnten das im Grunde direkt daran koppeln. Also rein strukturär wäre das absolut der, wo man drauf wetten sollte, wenn man wetten würde. Aber, und mich in dem Moment ist es mir nämlich aufgefallen, ich war ja in meinen Mit-30ern, als wir es ihm erstmal gepostet, äh, podcastet haben und gesagt haben, Cloud Gaming, das ist das große Ding. Und jetzt bin ich schon fast 40. Das ist immer noch nicht das Ding.

Bis du in Rente bist, ist es bestimmt bald dann da. Fallout 5 wirst du halt streamen und Cloud-gamen. Ja, in 30 Jahren. Also da habe ich so ein Neuralink-Ding, dass ich das einfach in meinem Gehirn spiele. Ja, dann ist Valve wieder ganz vorne dabei. Das ist mir viel zu anstrengend, deinen Controller noch mit 60 in der Hand zu halten. Wisst ihr, welche reale Gefahr besteht tatsächlich? Also ich bin sicher, das Problem ist halt zu sagen, Mann, ist es so weit, in 5, in 10, in 15 Jahren. Das wird so kommen. Aber was halt bei Microsoft durchaus sein kann, dass sie eben jetzt da irgendwie drauf setzen und ihr Modell ausbauen und ihren Game Pass pushen und da so viel Geld reinstecken, was, wie Human richtig sagt, dann auch gewissen Return on Investment haben muss, der es dann vielleicht nicht hat über mehrere Jahre und dann sägen sie das irgendwann ab oder stützen das so weit zurück, dass sie dann sagen, ja, wir haben auf das falsche Pferd gesetzt. Wir haben jetzt fünf oder zehn Jahre lang versucht, Cloud Gaming und Subscription zu pushen, hat nicht geklappt, wir hören auf und drei Jahre später kommt halt irgendein anderer Content am Eck und macht es richtig und dann zieht Microsoft genauso da wie mit dem Tablet und dem Smartphone und läuft dann 15 Jahre wieder dem Markt hinterher.

Genau das, also die deinvestieren, so weil sie sagen, ja, auf dem Excel bringt es ja nichts. Und dann ist Phil Spencer vielleicht auch nicht mehr da, weil er keinen Bock mehr hat oder man ihn nicht mehr dabei hat. Also so viele Sachen können ja passieren. Satya Nadella geht in den Ruhestand, Phil Spencer wird woanders hingebeten und dann kommt irgendein Typ und sagt so, ja, die Excel machen es ja nicht. Also lass uns mal deinvestieren und dann passiert genau das, was du sagst, passieren, Martin, und dann kommt jemand anders.

Vielleicht. Ich glaube zumindest, dass sie, also naja gut, du weißt es nicht, natürlich ist es absolut realistisch, dass es so passieren könnte oder möglich, aber man sieht da ein paar Absurditäten gerade auch in ihrem eigenen Cloud Gaming Geschäft, dass das wirklich auf langfristig angelegt ist, nämlich unter anderem, was den Game Pass angeht und was insbesondere xCloud angeht, ihr eigenes Cloud Gaming Angebot, denn sie wurden ja von den Wettbewerbsbehörden im Zuge der Activision-Übernahme dazu gezwungen, die Cloud-Gaming-Rechte an den Activision-Blizzard-Spielen abzugeben. Die haben sie nicht. Call of Duty ist nicht auf xCloud spielbar, Diablo auch nicht. All die Spiele, die sie sich da eingekauft haben, sind nicht in ihrer eigenen Cloud, sondern wer hat die Rechte? Es ist absolut absurd. Ich wusste es nicht, bevor ich hier recherchiert habe. Wer hat die Rechte? Wer liegt auf der Hand?

Ubisoft. Ubisoft hat die Cloud-Gaming-Rechte genau an den Activision-Spielen im Augenblick. Ubisoft macht damit exakt gar nichts. Also man kann natürlich die Activision-Spiele auch, wenn man sie auf Steam hat, über GeForce Now beispielsweise spielen. Das heißt nicht, dass man dafür irgendwie ein Ubisoft-Abo braucht oder sowas. Also es gibt schon Mittel und Wege, die in der Cloud zu spielen, aber Microsoft darf sie eben nicht im eigenen Angebot haben, sondern muss es über Ecken sozusagen möglich machen, dass die in der Cloud gespielt werden. So, und also da wäre es, wenn ich Phil Spencer wäre und so einen Deal aufgezwungen kriege von den Wettbewerbsbehörden oder wer auch immer das für mich verhandelt hat, würde ich halt auch sagen, es spinnt ja eigentlich. Aber auf der anderen Seite, sie können, also, ne, bis diese, bis sie in der Lage sind, diese Cloud-Rechte zurückzuholen für diese Activision-Spiele, ursprünglich hieß es, das wäre auch 15 Jahre hinaus an Ubisoft vergeben, dann hat jemand von Ubisoft gesagt, nee, von 15 Jahren steht nirgends was, das gehört einfach uns. Also, bis sie soweit sind, das wieder zurückzuholen. Wir müssen ja jetzt sehr viele Jahre die Zen hinunterfließen.

Und vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass sie das erlaubt haben, zumindest oder da halt nicht gesagt haben, okay, Wettbewerbsbehörden, jetzt langt's, jetzt brennen wir den Laden ab, dass sie aber das akzeptiert haben, dass sie sagen, okay, das ist halt was, was wir vielleicht, uns in 15 Jahren erst zurückholen. Oder in 12 oder in 20. Oder sie kaufen sich einfach Ubisoft. Ja, da sind sie zu spät dran. Das war vielleicht ein Teil des Kalküls, aber dann hat Tencent angeklopft und gesagt, hey, Ubisoft, wollen wir nicht eine strategische Partnerschaft eingehen? Auch da möchte ich nicht wissen, was Phil Spencer dann gedacht hat. Vielleicht liegt mal eine E-Mail, in der das drinsteht. Das wäre vielleicht auch spannend. Aber ja, ich glaube, eine strategische Partnerschaft mit Ubisoft wäre Ihnen da gut zu Pass gekommen, aber die ist jetzt anderweitig vergeben. Vorerst. Also das ist halt, ich weiß nicht, das beweist jetzt erst mal gar nichts, Aber ich glaube schon, dass sie diese Cloud-Gaming-Vision sehr langfristig angelegt haben. Kann aber trotzdem sein, da habt ihr ja vollkommen recht, wenn morgen jemand anderes das Management übernimmt oder irgendeine Art von Führungswechsel stattfindet in der Firma, dass es halt dann wieder Schnee von gestern ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass Gaming auch bei Microsoft irgendwie gesagt wird, wir haben noch eine Gaming-Abteilung. Was? Da arbeiten noch Leute im Südflügel in diesem Gaming-Team. Xbox, das gibt's noch. Macht es mal zu. Ich habe in der Excel-Tabelle gesehen, das kostet uns ein paar Milliarden im Jahr. Kann immer sein. Wir wissen es nicht.

Aber ich möchte noch ein Land zu brechen für Cloud Gaming, weil ich habe extra, extra, damit ihr es nicht müsst, habe ich extra nochmal mich in Cloud Gaming Services heute Morgen eingeloggt, um die Sachen zu spielen und es wird echt besser. Also ich habe Cyberpunk 2077 vor zwei Jahren, stand sogar noch drin, zuletzt eingeloggt vor zwei Jahren in GeForce Now, jetzt wieder in Cyberpunk 2077 reingegangen und es ist echt besser geworden. Lag freier, der Sound hat damals so Stotterer gehabt, das ist raus und so, also macht einen wesentlich besseren Eindruck in technischer Hinsicht. Selbst Amazon Luna habe ich mir nochmal gegeben und Death Stranding ein bisschen gespielt. Zwei Sachen, von denen ich nicht geglaubt hätte, sie jemals wieder in den Mund zu nehmen. Amazon Luna, Death Stranding. Hat aber auch gut funktioniert. Also die Technik entwickelt sich weiter, vielleicht unbemerkt von vielen von uns, weil wir es halt einfach nicht benutzen, weil wir PC haben.

Aber es kann schon sein, dass sich da einiges tut und einiger Wandel noch passieren wird, auch wenn wir es noch nicht glauben, manche von uns. Ja, und dieser ganze Wandel spielt halt Microsoft bis in die Hände, das ist was ich meine. Die Streaming-Sache, die Double-A-Geschichte, die Spielgewohnheiten, auch der wachsende Markt, also die sind da schon gut positioniert und deswegen und weil sie eben die anderen Geschäftsbereiche haben, die halt im Moment die ganze Zeit Geld drucken, schneller als es Satya Nadella halt verbrennen kann, deswegen wird es halt auch Microsoft keine großen Probleme haben. Und es wäre halt nur schön, dass sie halt das einfach, das ist halt das Ärgerliche, dass jemand als Firma oder als Person wie Phil Spencer in dieser Luxusposition ist, die sie ja sind. Das ist ja eine Luxusposition. Und dass sie die nicht besser nutzen. Das ist ein bisschen das Tragische, ein bisschen übertrieben, aber traurige dann an der Stelle. Du sagst, hey, du hast alles. Du kannst dich praktisch, wovon andere in der Branche träumen, dass sie diese Möglichkeiten haben, finanziell oder auch einfach vom Freiraum ein bisschen. Wo man sagt schon richtig, Man hat immer das Gefühl, den Druck der Aktionäre und muss sich gegenüber den rechtfertigen und das ist auch da. Aber du hast da trotzdem gerade auch bei Microsoft viel Spielraum, weil der Konzern insgesamt so erfolgreich läuft. Also ich denke nämlich, wenn einfach solche Phil Spencer eine bessere Strategie hätte und auch bessere Kommunikationsskills, um die Strategie zu verkaufen, einmal innerhalb des Konzerns an die zwei, drei Chefs, die noch über ihm stehen, aber auch eben an die Aktionäre.

Dann könnte er dann auch andere Sachen durchdrücken und andere Sachen schaffen. Und das ist halt so schade. Er hat diese Luxuspositionen und macht da so wenig draus. Wenn man sich anguckt, was macht er denn da draus? Was ist denn, wo ich wirklich das Gefühl habe, okay, diese positive Entwicklung bei Microsoft geht auf Phil Spencer zurück, aber... Wir haben natürlich nicht alle Einblicke und das ist nicht immer ganz fair, aber es gibt durchaus andere Player, wo du vielmehr das Gefühl hast, okay, da steht eine Strategie hinter, sie verfolgen die und das führt zu diesen Erfolgen. Und es gibt auch diese Personen, unabhängig vom Spielbereich, sehen wir anderswo Personen, die mit ihrer Vision schon über Jahre ganz klar kommunizieren, sich das dann bewahrheitet und zu zählbaren Ergebnissen führt und auch zu guten Produkten. Und diese Stringenz und Kohärenz, die sieht man eben bei Phil Spencer, bei Microsoft und Xbox nicht. Ja. Oder ganz simpel gesagt, wir haben zwei Säulen, die eigentlich für sie klappen müssen. Das eine ist, wie gesagt, die Cloud-Gaming-Säule und dass diese Wette aufgeht. Und die andere ist, einfach gute Spiele machen. Macht halt gute Spiele, schafft eine Struktur. Ich will nicht sagen, die zuverlässig Hits produziert, da kann ja auch mal was schief gehen. Oder sowas. Oder da muss auch mal was schief gehen. Man muss erlauben, dass was schief geht. Haben wir ja vorhin sehr schön herausgearbeitet. Aber baut halt eine Struktur, in der wir davon ausgehen können, auch wenn wir den Game Pass haben. Wir wissen, da kommt regelmäßig irgendwas richtig Cooles, was es wert ist, gespielt zu werden und halt nicht Halo Infinite.

Ja, weil oder Perfect Dark, was dann eingestellt wird. Mein Gott, ich hätte es gerne gespielt. Ich liebe Deus Ex. Mein Gott, was hätte ich gegeben für Perfect Dark? Aber ja. So, gebt mir einfach das scheiß Perfect Dark und alles wird gut. Das ist die Rettung von Microsoft. Sag das mal deiner Kallieus an.

Tja, ich habe mein Abschlussstatement auf Papier aufgeschrieben, weil ich wusste, dass ich dazu komme, das vorzulesen. Sehr schön. Und zwar bin ich natürlich so toll vorbereitet, und zwar die Übernahmen, die Microsoft Content-Probleme lösen sollte. Also, ist ernsthaft. Ich glaube, sie haben sich verhoben. Der Blick nach vorne muss sein, diese Fehltritte nicht mehr zu machen, weil sie checken, aus meiner Sicht, in einer Teufelsspirale. Die hatten ein Content-Problem, die haben Firmen gekauft, die haben dort ein Integrationsproblem. Um das Integrationsproblem zu lösen, entlassen sie Leute und stellen Spiele ein, wofür sie eigentlich die Studios gekauft haben, um Content zu produzieren. Also sie stecken so ein bisschen in dieser Teufelsspirale und ich glaube, meine Hoffnung und ich würde auch sagen, ich würde noch annehmen, dass Phil Spencer noch, wie du auch gesagt hast, Martin, noch wahrscheinlich im Sattel sitzt und der ist auch schon lange genug dabei. Man muss wahrscheinlich durch diese Durstperiode und dann gönnt man ihm es vielleicht, dass dann Stabilität kommt. Aber ich würde sagen, das absolut Wichtige für die Microsoft Game Studios ist, Stabilität, Content Pipeline und dafür sorgen.

Dass die Strategie klar wird und dass das in kreative Ergebnisse führt, wie du richtigerweise sagst, Micha, nicht alles ist ein Hit, aber es ist ja ein Portfolio. Man muss es gut verteilen, anpassen, dies, das und dann wird schon was. Gute Berater sollen helfen.

Ja, das war ein kleiner, nicht mal klein, wir haben ja ewig geredet. Jetzt vielen Dank für eure Zeit, aber das war eine Einordnung, wo Microsoft gerade steht. Eine erschöpfende Einordnung, finde ich. Wir nehmen an, wo sie stehen. Ihnen geht es gut, aber sie müssen Leute loswerden. Ja, wow, das ist nochmal die E-Mail vom Anfang paraphrasiert. Es läuft super, aber nicht für alle. So, genau. Phil, du hast unsere Nummer. Wenn es noch Fragen gibt, ruf da gerne durch oder schick uns eine E-Mail. Wir versprechen sie danach auch garantiert zu veröffentlichen. Das war es für dieses Mal vom GameStar-Podcast. Ganz vielen Dank, Martin, dass du zu Gast warst. Ja, danke für die Einladung. Es war schön, mit euch zu sprechen. Auf jeden Fall. Das kann ich dir zurückgeben. Vielen Dank, Human. Sehr gerne. Wie immer eine große Freude. Vielen Dank an alle, die uns zugehört und zugeschaut haben. Macht's gut. Und, ach, ich weiß nicht, ich würde sagen, bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder bei Microsoft reden, ist es hoffentlich ein guter Anlass. Das hoffen wir jetzt einfach mal. Bis dahin. Tschüss. Tschüss. Adios.

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