Music.
Ja, liebe Leute da draußen, man kennt das ja. Früher hat man sich ein Modul gekauft, das in die Konsole gesteckt oder eine Diskette in den PC geladen und dann konnte man losspielen. Und egal, auch fünf Jahre später ging das noch ohne Probleme, zehn Jahre auch noch. Aber die Zeiten haben sich geändert. Ein Spiel zu kaufen in physischer Form ist immer mehr am Aussterben. Meistens lädt man sich etwas digital runter, über Steam zum Beispiel. Aber was gehört einem dann wirklich? Und was passiert nach fünf bis zehn Jahren? Es ist ja durchaus mal im Bereich des Wahrscheinlichen, dass dann zum Beispiel ein Online-Modus nicht mehr funktioniert, weil der Publisher gesagt hat, die Server wurden ausgestellt. Und deswegen wollen wir heute dieses Thema aufgreifen. Tote Spiele und wie man das verhindern kann, mit einer Initiative namens Stop Killing Games, die in letzter Zeit für ziemlich viel Aufsehen gesorgt hat. Wir werden heute in dieser Sendung über dieses Thema reden. Und da werde ich mehrere Gäste begrüßen. Im Studio habe ich jetzt aber meinen lieben Kollegen Chris. Schön, dass du da bist. Hallo, schön, dass ich da bin, ja.
Wir reden heute über Stop Killing Games. Ich habe es schon so ein bisschen angerissen. Vielleicht kannst du es du noch mal so ein bisschen erklären, was gerade so passiert, warum sich Leute aufregen, aufregen, was mit ihren Spielen passiert. Naja, die Sache ist ja nicht neu, dass Spiele abgeschaltet werden und diese Initiative, die Bürgerinitiative, die gerade an die EU-Kommission vorgetragen werden soll, läuft jetzt seit ungefähr einem Jahr. Da sollten eine Million Unterschriften gesammelt werden und dann geht es praktisch in die nächste Instanz. Und die sind erreicht worden. Die Initiative läuft trotzdem noch weiter, also die Unterschriftensammlung bis zum 31. Juli. Da können noch zusätzliche dazukommen, weil es gibt immer ein bisschen Schwund. Das heißt, dass zum Beispiel Stimmen ja unrechtmäßig abgegeben worden sind oder wenn irgendwie Bot-Geschichten da passieren, kann es natürlich sein, dass die gemessene Stimmanzahl sich noch verringert. Deswegen ist das noch weiterhin offen, weil bis zu der Frist, die halt gesetzt wurde. Und da kann jeder sich noch eintragen, der eben EU-Bürger ist.
Dass diese Initiative ist, glaube ich, in sieben Ländern gleichzeitig, also aus sieben Ländern, die da genannt sind, der Europäischen Union, werden die zusammengesammelt. Und sollte das dann praktisch in die nächste Instanz gehen, wird es geprüft von nationalen Behörden. Und danach werden Gespräche zwischen den Organisatoren und der EU-Kommission stattfinden. Und dann wird eben entschieden, ob da was gemacht wird rechtlich. Das passiert natürlich nicht ohne Grund. Und es gibt ja auch einen Stein des Anstoßes und der ist zurückzuführen auf das Jahr 2014. Dann erschien nämlich aus dem Hause Ubisoft The Crew. Ein Rennspiel, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, eine gigantische Open World zu bieten in Form der gesamten USA, die man dann bereisen konnte. Man brauchte eine Online-Anbindung, allerdings offline ließ sich das Ganze nicht spielen und, Das Spiel war richtig gut, ich hatte sehr viel Spaß damit. Wie gesagt, es gibt auch Leute, die fanden das weniger gut. Aber das ist gar nicht mal der Stein des Anstoßes, ob das jetzt gut war oder nicht. Sondern der Stein des Anstoßes war dann, als Ubisoft bekannt gegeben hat, dass sie dieses Spiel, dass sie die Server abschalten werden. Und dass das Spiel dann nicht mehr spielbar sein wird.
Und selbst Leute, die sich das Spiel kurz vor dem Abschalten der Server gekauft haben, haben keinen Refund bekommen. Also haben ihr Geld nicht zurückbekommen. Aber Ubisoft ging dann noch einen Schritt weiter und hat die Lizenz zurückgezogen. Was heißt das im Endeffekt für euch als User da draußen? Ihr hattet das Spiel bei euch auf der Festplatte installiert oder ihr hattet es installiert. Ubisoft hat die Lizenz zurückgezogen und dadurch, dass es quasi online verbunden war mit dem Dienst von Ubisoft, wurde das Spiel von eurem Rechner gelöscht. Ihr konntet nicht mal mehr darauf zurückgreifen, darauf zugreifen und das Spiel spielen. Und das gab damals auch einen ziemlich großen Aufschrei bei vielen Leuten, die gesagt haben, das geht doch nicht. Klar, jetzt kann man sagen, hey, das Spiel hatte schon zehn Jahre auf dem Buckel.
Wie gesagt, 2014 kam es raus, 2024 wurde es ausgeschaltet. Aber ich habe dafür Geld ausgegeben. Das kann doch nicht sein, dass Ubisoft dann das Recht hat, dieses Spiel von meiner Festplatte zu löschen. Und das hat eben jemanden auf den Plan gerufen mit dem Namen Ross Scott. Ein YouTuber, der das nicht länger hinnehmen wollte und der dann eben eine Initiative ins Leben gerufen hat, Stop Killing Games. Genau, also die Chronologie war ungefähr so, der Mann ist auch schon seit längerem aktiv, was sowas angeht, hat da auch schon seit mittlerweile fast zehn Jahren eine Webserie dazu gehabt oder so eine laufende Reihe, wo er eben immer wieder gehighlighted hat, wenn ein Spiel abgeschaltet wurde und sich da auch lange schon drüber echauffiert und auch drüber aufgeklärt über eben Dinge, wie die allgemeine rechte Lage ist und was halt auch insbesondere Games, as a Service, dieses Modell, wie da die rechtlichen Hintergründe sind und was ihm da auch sauer aufstößt, dass eben die Endverbraucher praktisch immer weniger Rechte haben an dem Produkt, das sie gekauft haben und das ist eigentlich zweigleisig, sein Zufall.
Aus welchen Perspektiven er das beleuchtet. Es ist einerseits die Sache, die ihm halt am Herzen liegt, die künstlerische Seite, dass man sagt, jedes Spiel, selbst schlechte Spiele, alle Spiele... Genau, es sind Kulturgut und haben ein Recht darauf, bewahrt zu werden. Und das Zweite ist eben die Verbraucherschutz Geschichte, dass man sagt, wenn man da rechtlich dagegen vorgehen will und da was machen will, dann ist das eigentlich so der Ansatzpunkt, den du haben kannst. Dafür haben wir ja nun mal Rechte und es werden sehr viele Dinge da aber durchgewunken, die er halt nicht okay findet und das möchte er angreifen und dazu hat er dann eben diese Initiative nicht alleine, aber eben mit Partnern auch ins Leben gerufen. Hast du schon mal Erfahrungen damit oder hast du schon mal mitbekommen, dass irgendwie ein Spiel, das du gut fandest oder spielen wolltest, irgendwie mal nicht mehr funktioniert hat? Ich selber nicht, weil ich nicht so viele Live-Service und MMOs und so weiter spiele, aber, es gab schon immer mal welche, in denen nicht Interesse hatte, die aber dann schon abgeschaltet wurden, aber ich glaube tatsächlich, dass bei allen, also es gab früher mein Spiel, das hieß The Secret World oder so, da wurden dann Sachen, abgeschaltet, so ein Illuminati mäßiges MMO oder City of Heroes, aber ich glaube, dass bei beiden Fällen da.
Mittlerweile Public Server existieren, dass halt Leute das am Leben erhalten und ja, dann war ich aus dem Alter auch irgendwann mal raus, dass ich in MMOs mich noch reinfuchse. Aber ich finde es schön, dass es das noch gibt. Es gibt ja schon Fälle, in denen sowas auch von Herstellerseite gewährleistet wurde.
Aber es sind ein paar wenige Fälle. Es sind ein paar wenige Fälle. Es ist nicht komplett an den Haaren herbeigezogen, dass sowas technisch möglich ist. Stop Killing Games hat nämlich eine Liste erstellt von um die 900 Spiele, die sie bei der BEUC eingereicht hat. Das ist eine European Consumer Organization, also sowas wie ein europäischer Verbraucherschutz in dem Sinne.
Und aus diesen 900 Spielen, die haben eine Liste zusammengestellt. Das sind Spiele, die Online-Services haben. Also sei es ein Multiplayer-Modus oder sei es ein reines Multiplayer-Spiel. Und da haben sie dann aufgedröselt bei diesen um diesen 900 Spielen, dass 350 davon bereits tot sind. Also dass man die nicht mehr spielen kann. Beziehungsweise deren Online-Feature nicht mehr genutzt werden kann. Und um die 370 weitere Spiele sind gefährdet, wo auch nicht absehbar ist, was passiert, wenn der Publisher sagt, wir werden diese Server nicht mehr weiter online halten, weil man da noch keine Regelung gefunden hat, dass gesagt wird, dass eventuell Fans private Server aufsetzen dürfen oder nicht. Und 201 Spiele wurden von Fans gerettet, also wo Fans selber dann Server aufgesetzt haben. Und nur 36 Spiele aus dieser großen Liste wurden von den Entwicklern selber am Leben gehalten. Also das ist wirklich sehr, sehr gering. Ja, die Industrie scheint wenig Interesse daran zu haben, wenn was nicht mehr profitabel ist, das noch irgendwo am Leben zu erhalten. Das ist natürlich doof für diejenigen, die das mögen natürlich, aber auch für diejenigen, die daran entwickelt haben. Ich denke mal, wenn du so ein Spiel entwickelt hast, über Jahre deines Lebens hinweg, und dein Werk wird praktisch auch einfach dann gelöscht, auch ein bisschen schade. Also es ist schon ein bisschen eine Schande.
Ja, jetzt wird halt versucht, da ein bisschen was zu bewegen. Ich hatte auch zwei Beispiele in meinem Leben, wo mir das passiert ist, wo das Spiel eben nicht mehr spielbar war, weil von offizieller Seite Goodbye gesagt wurde. Das war einmal City of Heroes, ein Massively Multiplayer-Spiel, Online-Multiplayer-Spiel, wo man eben Superhelden gespielt hat. Das fand ich eine Zeit lang ganz gut. Da hab ich dann mitbekommen, dass die Server abgestellt wurden. Und dann auch Matrix Online, auch ein Spiel, das eben die Geschichte nach den Filmen weitererzählt hat, Was dann auch abgeschaltet wurde, Sachen, die dann Fans versucht haben, eben wieder aufzufangen. Hier sieht man jetzt eben so ein bisschen Matrix Online, den Kampf davon, wo dann Leute versuchen, diesen Code von dem Spiel zu knacken, um dann Server zu emulieren. Aber das ist halt auch eine sehr aufwendige Arbeit und so weiter und so fort und funktioniert halt auch nicht immer. Und das sind dann so Sachen, die halt einfach, ja, kann man nicht mehr spielen. Und funktioniert manchmal auch nur, indem man irgendwelche DRM-Dinge knackt. Also es ist tatsächlich so, dass wenn da noch ein Kopierschutz natürlich auch dran ist und so, ist es natürlich deutlich schwieriger, das irgendwie zu öffnen und damit noch irgendwas zu machen. Und das dauert halt ewig und wenn vom Hersteller selber was bereitgestellt würde.
Dann begibt man sich da auch nicht in so solche Gefilde. Also es ist natürlich auch nicht von einem Endnutzer zu erwarten, dass er das technische Know-how hat, das irgendwie am Leben zu erhalten. Also es ist dem zumindest das so leicht wie möglich zu machen, ist schon mal eigentlich eine gute Initiative. Wir werden auch darüber sprechen, ob das Ganze sinnvoll ist, ob es auch Sinn macht, weil es gibt ja durchaus Leute, die vielleicht da draußen sagen so, hey, aber wenn es überhaupt kein Interesse mehr an dem Spiel gibt, warum sollte man es am Leben halten? Das sind ja oftmals Zusatzkosten und so weiter und so fort. Das ist ein Thema, das wir auch beleuchten werden. Aber deswegen möchte ich jetzt bei uns in der Runde den Daniel Andruska begrüßen. Daniel Andruska ist der Sprecher für Stop Killing Games und das Schöne am Daniel Andruska ist, dass er Deutsch sprechen kann. Er ist zwar jetzt nicht muttersprachlich, was Deutsch angeht, habt ein bisschen Nachsicht, aber wie gesagt, wir können mit ihm reden. Wir hätten auch Ross Scott in der Pipeline gehabt, aber dann hätten wir Englisch reden müssen und haben gedacht, für euch als Zuschauer ist es interessanter, wenn wir jemanden haben, mit dem wir Deutsch reden können. Deswegen darf ich jetzt ganz herzlich Daniel und Ruska bei uns hier begrüßen. Hallo, schön, dass du da bist. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast für uns. Lieber Daniel, jetzt möchte ich gleich mal ein bisschen zu dir kommen. Seit wann bist du denn jetzt bei dieser Initiative dabei und was ist deine Rolle?
Ich bin in der EBA tätig, würde ich sagen, seit Anfang letzten Jahres, als Ross Scott dann aufgeworfen hat für Freiwillige, die dann beteiligt sein möchten. Und ich bin eigentlich die Sprechperson für die Initiative, das ist auch in der Initiative dann erwähnt. Und ja, ich bin ein Freiwilliger da unterwegs, um die Spiele dann am Leben zu erhalten. Auf irgendeine Art und Weise. Und ich möchte hier auch hinweisen, ich habe zugehört, City of Heroes ist ein sehr, sehr guter MMORPG und ich habe gute Nachrichten für dich. Fans haben es erhalten und du kannst noch spielen. Das ist das Schöne. Das ist eines der Spiele, das dank Fans am Leben erhalten wurde. Das ist aber nicht immer der Fall, wo Fans dann wirklich selber Server aufgesetzt haben, was man noch spielen kann. Aber wie gesagt, das ist ja teils ganz schön Ungewiss. Wir haben schon die Petition angesprochen, die zurzeit für Europa läuft. Über 1,3 Millionen Leute haben bereits unterschrieben. Was genau ist denn der Zweck dieser Petition? Was im Detail will man hier erreichen?
So, es ist eigentlich ziemlich einfach zu beschreiben, Spiele erhalten und ohne tatsächlichen Kostenaufwand für die Publisher oder die Developer, nachdem der Support für die Spiele endet. Also wir denken, dass wir nichts Spezielles verlangen.
Nachdem ein Spiel abgeschaltet wird, die Online-Features, sollte es funktionsfähig sein. Also man sollte es noch immer spielen können, wenn man es gekauft hat. Wir verlangen keine Urheberrechte, keine Monetisierungsrechte, gar nichts. Nur wenn man das Spiel kauft, man investiert Geld, man sollte dann weiter mit dem Produkt unterwegs sein. Man sollte spielen können. Wir sind uns bewusst, dass nicht alles und alle Features dann natürlich vorhanden sein werden. Aber auf einer reasonable Ebene sollte man sich bewegen. Also man sollte einen Teil des Spiels spielen können, weil man dafür bezahlt hat. Man kann es sich so vorstellen, ich glaube, da war hier ein Argument vorher, da ist kein Interesse. Das ist okay, da muss kein Interesse sein. Ich habe ein Spiel gekauft und nach vier Jahren möchte ich es wieder spielen. Ich habe mein Geld investiert und danach ist es nicht möglich, weil es abgeschaltet worden ist. Aber an mich wurden Rechte verkauft in Form einer Lizenz und die wurden dann entzogen, ohne mich zu entschädigen oder mir erlauben, mein Produkt weiterzunutzen.
Und das ist das hauptsächlich, was wir wollen. Wir möchten keinen endlosen Support oder dass die Publisher endlos ein Spiel unterstützen, auf ihre eigenen Kosten überhaupt nicht. Eigentlich, was wir wollen, ist, dass das Produkt in der Zukunft, es betrifft zukünftige Spiele, nicht die, die derzeitig existieren. So funktioniert die Gesetzgebung nicht, dass das weiter benutzt werden kann von den Menschen, die das gekauft haben.
Was habt ihr denn bis jetzt schon erreicht? Gibt es denn jetzt schon Ergebnisse abseits der Petition? Habt ihr schon irgendwelche Gespräche geführt mit bestimmten Regierungen? Gibt es da schon irgendwelche Ergebnisse? Also ja, die Bürgerinitiative Stop the String Video Games ist ein Teil des Stop Killing Games allgemein. Da wurden schon mehrere Sachen angesprochen, spezifisch auf lokaler Ebene. Zum Beispiel die Verbraucherzentrale wurde angesprochen, ob eigentlich was gemacht wird, derzeitig legal ist.
Weil das europäische Recht selbst definiert Spiele als Kulturgut. Und es gibt mehrere spezifische Artikel, die für die Erhaltung des Kulturgutes dann zuständig sind. Und zum Teil gibt es auch europäische Gesetzgebung und das spezifisch, ich werde so die Richtlinie 9313 EWG des Rates vom 5. April über missbräuchliche Klauseln in Verbrauchverträgen und das haben wir auch angesprochen. Also theoretisch haben wir das mit Verbraucherzentrale, anderen lokalen Verbrauchschutz. Du hast auch BAUC erwähnt und wir haben in anderen Ländern auch außerhalb Europa mehrere Initiativen gestartet. Und dann spezifisch auch im Vereinigten Königreich, also in England. Und da ist es noch unterwegs. Verbraucherzentrale auch. Wir warten noch auf die Äußerungen, auch in Frankreich, DGCCRF. Und außerdem sehen wir, dass zum Beispiel Ubisoft mit Crew 2 und Crew Moto Fest schon eigentlich einen Offline-Modusplan einzubauen. Also wir sehen, dass die Industrie schon auf uns reagiert, aber es ist nicht in dem Ausmaß und es ist zu wenig zu spät aus unserer Sicht.
Okay. Du hast gerade England auch erwähnt. Die Regierung von UK hat aber bereits gesagt auf eure Petition, dass man keinen Grund sieht, bestehendes Recht zu ändern. Würdest du das als Rückschlag werten?
Ich würde hier ein bisschen erläutern. Wir haben zwei Petitionen eingereicht. Die erste wurde eingereicht vor der Wahl in England. Und da haben sie sich geäußert, ja, wir sehen hier keinen Grund, sich zu äußern, aber ihr könnt weiter Unterschriften sammeln. Aber danach hat sich die Regierung geändert, also müssen wir noch einmal eine Petition einreichen. Dazu hat sich derselbe Mensch, höchstwahrscheinlich ein Beamter irgendwo dazu geäußert, das war ein Copy-Paste. Und der hat gesagt, ja, aber falls ihr damit nicht zufrieden seid, bitte jetzt weitere Unterschriften sammeln. Das haben wir tatsächlich gemacht. Und dieser in Ausdruck vertauschen Rückschlag war zuerst, da glaube ich, da sollten nur 10.000 Unterschriften gesammelt werden. Und derzeit haben wir 140 und es geht vor das Parlament. Also das ist schon vor einigen Monaten passiert. Und das haben wir eigentlich durchgebrochen mit den Unterschriften. Und unsere Kollegen und Unterstützer in der UK warten jetzt auf die parlamentarische Sitzung, dass das angesprochen wird. Es gibt ja jetzt auch Gegenstimmen oder zumindest von Industrie-Seite wird behauptet, dass vieles von diesen End-of-Life-Patches, dass das sehr aufwendig ist, sowas bei Spielen durchzudrücken. Gibt es denn da ganz konkrete Fälle, an die ihr euch orientiert, wo ihr sagt, okay, nee, daran kann man sehen, ist nicht so?
Oder ist da was dran? Ja, es gibt Stimmen, aber es sind hauptsächlich Sachen, also misrepräsentative Stimmen, die eigentlich von der Initiative was wollen, was nicht beinhaltet ist oder die misrepräsentiert werden.
Eigentlich sind es hauptsächlich manche Menschen, die sich nur die Developer-Seite ansehen und nicht verstehen, dass das nur zukünftig gelten wird. Also, falls die Publisher das freiwillig auch für existierende Spiele machen möchten, okay, auf irgendeine Art und Weise. Aber was wir sagen, ist so ähnlich wie zum Beispiel dann mit Sicherheitsgürteln oder Airbags im Wagen. Also, da wurde der Pushback gesagt, oh nein, das kann man nicht einbauen, wird zu schwierig sein, wird nicht gelingen, es wird zu teuer sein und so weiter und so fort. Letztendlich ist es jetzt ein Bestandteil. Wenn man es einplant für die Zukunft, ist es nicht so kostenaufwendig.
So etwas einzuplanen. Wir haben Developer, die uns unterstützen, große, kleine, die sagen, ja, es ist möglich und es ist nicht, als ob es eine neue Technologie ist. Die existiert seit 30 Jahren. Nur in den letzten 10, 15 Jahren ist es dazu gekommen, dass Spiele jetzt absichtlich getötet werden, ohne ein Sunsetting oder ein End-of-Life-Plan. Und das wollen wir eigentlich ansprechen. Wieder ein sehr schönes Beispiel, zum Beispiel mit GDPR. Ich kann mich erinnern, also die GSVO, da hat sich Google und Meta geäußert, nein, das wird Innovation töten und es wird nicht funktionieren und wir werden dann vom Markt unsere Services entziehen und so weiter und so fort. Das sind nur allgemeine Industriesachen. Die möchten ihre Arbeitsweisen und Prozesse nicht ändern. Und das ist okay. Wir wollen nicht, dass die Prozesse geändert werden, Nur nachdem Support endet, die Server abgeschaltet werden.
Danach ist das Spiel entweder spielbar, gepatcht oder uns die Möglichkeit geben wird, als der Community für Spiele, die Spiele dann auf unsere eigenen Kosten, auf unsere eigene Art und Weise dann am Leben zu erhalten. Und falls der Support läuft, können die mit dem Spiel machen, was sie wollen. Mit ihren Business-Prozessen haben wir nichts zu tun. Da wollen wir keine Interferenz haben. Und genau diese Gegenstände, die kommen... Wie wir es sehen, spezifisch auf Seite der Publisher, was natürlich ist, und die VGE-Lobby.
Video Games Europe hat sich da letztens geäußert, das ist ja auch eine Lobby, eine Branchenlobby sozusagen. Da sind Microsoft Teil davon, Nintendo ist Teil davon, Sony ist Teil davon. Und die haben halt dann gesagt, die haben argumentiert, dass sie nicht sehen, dass das möglich ist. Zum einen, weil es kostet, dass es Geld kostet, dass es eventuell die Innovation einschränkt, weil kleinere Entwickler nicht die Ressourcen haben, um eben auf dieses Thema einzugehen und Spiele anzupassen. Und sie haben auch noch einen weiteren Punkt gebracht, nämlich, dass wenn man den Leuten ja ermöglicht, private Server zu erstellen, dass ja dann Schlimmes passieren kann mit den Daten der Menschen, die darauf spielen, dass da illegaler Content sein kann und dass es einfach eine unsichere Community sein kann und dass eventuell der Rechtehalter, also der Publisher, dann dafür verantwortlich ist und zur Haftung gezogen werden kann. Was hältst du denn von dieser Argumentation? Weil, wie gesagt, Video Games Europe, das ist ein Branchenverband, da sind viele Große mit dabei. Und die haben sich da explizit gegen Stop Killing Games ausgesprochen.
Ganz genau. Dazu würde ich zuerst sagen, dass nicht alle Teile von Video Games Europe mit diesem Statement dann einverstanden sind. Mindestens wenn man sich manche Developer auf Twitter ansieht, zum Beispiel BeamNG, die haben sie geäußert. Dazu wurde kein Gespräch gehalten. Das haben die nur so rausgelassen, ohne die eigentlichen Teile des VGs anzusprechen, ob sie damit einverstanden sind. Aber die Punkte. Ich würde da nachfragen, also 99 Prozent der Spiele von Indie-Developer sind nicht Live-Service-Spiele und es betrifft nur zukünftige Spiele. Also Kosten mit Anpassung würden dann entfallen. Ich kann diese Argumentierung nicht nachverfolgen.
Zum Zweiten, wer würde dann den Publisher am Ende, wenn der Support endet, dann, wie sollte er haften? Also ich kaufe mir einen Gebrauchtwagen und sprühe etwas an die Seite, was Wolkehetze ist und geht man dann zum Autohersteller und beschwert sich. Ich meine, ich verstehe, ich kaufe mir ein Buch auf Secondhand. Und auf Seite 30 hat jemand etwas Sexuelles gezeichnet, sagen wir mal. Ich gehe nicht zum Verlag und sage, bitte, ich möchte mich beschweren. Da hat jemand etwas gesagt. Nein. Und spezifisch in Ihren EULAs und Terms of Service steht, dass Sie die Lizenz jederzeit entziehen könnten. Okay, super, dann schreibt dort, nach Ende des Supports haften wir für gar nichts. Das ist auf Risiko des Spielers. Und wenn Sie mich vor Epilepsie warnen, zum Beispiel, wenn ich jedes Mal das Spiel starte, wenn Sie Support entziehen, kann da ein Splash-Screen stehen, wir haften nicht für was hier jetzt passiert, wir haben Support aufgegeben und, Dann ist es für die Menschen, die das Spiel legal gekauft haben, dann sind die informiert, der Publisher haftet für gar nicht. Das ist für mich so unverständlich.
Also hier sprechen die so von Spielen, als ob sie Filme wären oder Musik. Also tut mir leid, der Bach ist seit 300 Jahren tot. Ja, jetzt muss all seine Musik verbrannt werden, weil die irgendwo benutzt wird in Filmen, mit denen Bach nicht einverstanden wäre. Die Logik dort ist, die Argumentation dort ist, die Englischen haben einen guten Spruch dafür, Red Herring. Und wenn sie sagen, okay, wir möchten dafür haften, cool, dann wollen sie mehr Regulation, sie wollen mehr reguliert werden oder die personenbezogene Daten, sie sollen sowieso unter GDPR geschützt sein. Ich meine, die Argumentation macht keinen Sinn, mindestens für mich persönlich. Und die netten Menschen, die Teil von WGE sind, zum Beispiel Activision, die verkaufen Spiele, die die Rechner hacken können. Call of Duty Modern Warfare 2, ohne Third-Party Launcher kann ein Rechner gehackt werden, kann komplett gestohlen werden, oder Roblox, die unterstützen ihr eigenes Spiel, aber da gab es diese große Cause.
Da wurden Kindermissbrauchmaterialien veröffentlicht, Kinder wurden gegroomt und so weiter und so fort. Also wir argumentieren gegen sich selbst. Ich verstehe das nicht. Also ich verstehe, das ist eine Erstreaktion aus ihrer Seite. Wir möchten nicht die Prozesse ändern, weil die Prozesse sind für uns günstig. Die sind für uns gut, weil wir Spiel 1 nach fünf Jahren abschalten und wenn der Kunde dann spielen möchte, dann muss er Spiel 2 kaufen. Das haben die dann direkt gesagt in ihren PDF. Ist okay, aber das ist nicht aus Verbraucherrecht gesehen. Wir haben da die EU schon direkt gefragt. Die haben gesagt, es scheint eine Grauzone zu sein und damit muss man sich mehr befassen. Und deshalb befanden sie uns damit. Also ich meine allgemein. Es ist nicht, als ob wir etwas verlangen, das unmöglich ist. Und die EU hat uns zugelassen als EBI, Bürgerinitiative. Die testen das. Wir haben unser spezifischer Artikel im EU-Recht berufen. Die haben zugestimmt. Und deshalb wurden wir dann registriert und mit der Unterschriftssammlung begonnen. Tut mir leid fürs Monolog. Nein, das ist wunderbar. Ich bin ein bisschen zu enthusiastisch. Nein, nein, nein. Ich finde das sehr, sehr schön. Man merkt die richtig an. Da sind Emotionen mit dabei. Du hast viel Passion für das Thema. Ich meine, deswegen bist du ja auch der Sprecher für diese Initiative, weil dir da was am Herzen liegt. Und ich finde das ja sehr nachvollziehbar.
Wir reden ja von einer Aktion, die für uns als Endverbraucher ja eigentlich gedacht ist und die man in dem Sinne nur begrüßen kann. Oder, Chris? Ja, total. Also ich habe mir auch diese Video Games Europe, dieses Position Paper mal angeguckt. Und ich bin da relativ stark auf deiner Seite, dass das halt für mich nicht wirklich nachvollziehbar ist vieles davon. Aber es gibt halt auch Argumente, wie beispielsweise, dass es ein Sicherheitsrisiko darstellt, wenn man Daten rausgibt, dass halt praktisch davon abgeleitet, man für zukünftige Spiele, die der Hersteller rausbringt, Sicherheitslücken offenlegen könnte. Das ist so. Also es ginge vielleicht auch anders, aber das ist definitiv ein legitimer Grund, glaube ich.
Glaubst du denn, das ist ein, also wie schätzt du die Chancen ein? Wenn das jetzt in die nächste Instanz geht, dann müsst ihr das ja vor der EU-Kommission präsentieren. Wie sind denn die Chancen, dass die sagen, okay, das ist eigentlich relativ vernünftig, was ihr da habt. Bei USBC beispielsweise wurde Apple auch gezwungen, sich da endlich mal den Standard anzuhören. Oder denkst du, durch diese Gegenargumente ist es schwieriger? Ich meine, es ist nicht, als ob wir nur da bei der Europäischen Kommission oder Parlament sprechen würden. Da kommen auch die Publisher rein, da kommen Developer rein, da kommen Anwälte rein. Und deshalb ist die Initiative auch so gestaltet, damit man Verhandlungsmöglichkeiten hat. Es wird bestimmt zu Ausnahmen kommen, in denen es nicht möglich wäre, aber dann muss man nach anderen Wegen suchen. Also okay, dann werden nicht die Server-Binaries oder Code dargestellt, es wird eine API oder es wird ein Offline-Patch sein in der Zukunft, falls es so ist, dass auf einem Engine mehrere Spiele existieren und man kann es hacken und so weiter und so fort. Da gibt es Möglichkeiten. Wir haben das spezifisch mit Developern angesprochen, auch großen, kleinen Indie-Studios und so weiter und so fort.
Wir sprechen mit denen und es ist nicht, als ob wir etwas verlangen würden, das destruktiv wäre und es ist nicht, als ob die Publisher sich nicht äußern können. Wie das funktioniert, ist, wir gehen zur Kommission, die hören uns auf, ihre Experten, dann die Publisher, dann wird gesprochen und dann geht es ins Parlament und das Parlament hört uns aus und es erstellt zwei Ausschüsse, einen für, einen dagegen und die werden dann alle Vorteile, Nachteile vorbereiten, dann wird es abgesprochen und danach wird entschieden, falls es zur neuen Legislative kommen soll oder die Legislative, die wir derzeit nicht haben, die Gesetzgebung ist okay, aber muss dann spezifiziert werden. Dann geht es zurück an die Kommission zum Beispiel und die werden dann spezifizieren, okay, in diesen Fällen passiert das und das und das und das und das wird verlangt, ab diesem und diesem Jahr. Also es ist nicht, als ob das von einem Tag zu einem anderen dann gültig ist und die Spiele dann geändert werden müssen. Es ist tatsächlich für zukünftige Sachen und wir verstehen und möchten nicht die Developer zwingen, einen Haufen Geld dafür aufzugeben und die Argumentation ist.
Wir möchten nur unsere Spiele oder die Produkte weiter nutzen. Und wenn es in der Zukunft passiert, können dann neue Art und Weisen entwickelt werden, wie das gemacht werden kann. Du hast das wieder schon angesprochen mit OSBC und Apple. Das war das genau, dasselbe mit GDPR, dasselbe mit Airbags, Sicherheitsgehörter, mit etlichen Technologien. Die Industrie wird sich wehren, weil das ein Cash-Cow für die ist und natürlicherweise dasselbe mit Lootboxes. Aber wenn Pushback existiert, dann müssen sie sich der Lage anpassen. So, wieder Monolog. Ich hätte noch eine Frage, was mich auch interessiert. Jetzt gehen wir mal davon aus, dass tatsächlich so ein Gesetz zustande kommt. Was ist dann? Sagt ihr dann, ja gut, wir waren siegreich und jetzt können wir uns alle wieder hinlegen? Oder wird Stop Killing Games noch in Zukunft auch andere Arbeitsfelder irgendwo für sich erschließen? Oder wie? Habt ihr da irgendwelche Zukunftspläne?
Wir haben Zukunftspläne tatsächlich, aber wir sind spezifisch jetzt mindestens der Teil, für den ich zuständig bin. Wir fokussieren uns auf die Bürgerinitiative. Es gibt auch Teile, die lokal unterwegs sind. In Deutschland, in Frankreich, im Vereinigten Königreich, in der UK. Okay, vielleicht öffnet das dann wieder die Diskussion in der USA, wo die gesetzliche Lage deutlich schlimmer verbrauchsschützlich, also auf Sicht des Verbrauchsschutzes ist. Ich habe gedacht, in den USA ist das Thema bereits durch. Ich habe gedacht, in den USA kann man nicht mehr viel machen, da ist das bereits geklärt. Oder wie sieht es da aus? Jein.
Also die Gesetzgebung und wie das legale System in den USA funktioniert, ist ein bisschen unterschiedlich zu der Europäischen Union. Und tatsächlich wurde da in den 90ern, da haben wir mit mehreren sehr guten Anwälten gesprochen, die haben gesagt, ja, es gibt Präzedenzfälle, wie das funktioniert in den USA, auf Präzedenzfällen, nicht auf direkte nur der Gesetzgebung. Aber das heißt nicht, dass sich die Lage nicht ändern kann. In Kalifornien gibt es jetzt das Gesetz, das sagt, man soll spezifisch darauf hinweisen, eine Lizenz und wie lange und so weiter und so fort. Und uns wurde gesagt, okay, für Gericht werdet ihr wahrscheinlich nicht erfolgreich sein, aber wenn es dazu kommt, kann zum Beispiel das amerikanische Kongress die Gesetzgebung ändern. Aber dafür, das ist so force majeure Sachen, würde ich sagen.
Also tatsächlich ist der Weg in der Europäischen Union deutlich klarer, einfacher und deshalb auch die Bürgerinitiative als ein Tool von direkter Demokratie. Und wir haben das Problem angesprochen und wir werden es dann sprechen, bis es gelöst wird.
Ich finde, der große Elefant im Raum sind ja immer noch die Geschäftsbedingungen von Videospielen, weil wie du ja auch vorhin schon angesprochen hast, wenn man ein Spiel von Activision kauft oder von Zenimax Bethesda, da steht in den Geschäftsbedingungen drin, ihr kauft eine Lizenz und es ist jederzeit für uns möglich, diese Lizenzen zu widerrufen. Und dem stimmt man ja in dem Sinne zu. Ich meine, gefühlt hat man doch da überhaupt keinen Hebel gegen die Publisher, weil das wird seit Jahren so gehandhabt und das hat niemand jemals irgendwie geändert. Im Endeffekt muss man doch diese Verbraucherbedingungen oder Geschäftsbedingungen ändern und gesetzlich regeln, dass das so nicht mehr läuft, um das wirklich zu ändern oder nicht? Die sind schon gesetzlich geregelt, aber es ist eine Grauzone und deshalb sprechen wir das an. Spezifisch, wieso ich den Artikel 9313 EWG erwähnt habe, da die Verbrauchsbedingungen EULAS und TOS stehen nicht über national oder EU-Recht. Die können dort schreiben, oh ja, mit Agreement gibst du uns Rechte auf dein erstgeborenes Kind. Ist das?
Die können das nicht gesetzlich dann enforcen. Also das heißt, die können dort reinschreiben, was sie möchten. Sie stehen nicht über Recht. Und das Recht sagt klar aus, wenn ein Teil des Vertrages missbrauchlich ist gegen eine Partei, dann ist das ungültig. Und das wollen wir eigentlich challengen. Und es gibt noch schlimmere Sachen, zum Beispiel Ubisoft seit 2014, 2016, glaube ich, hat dort in den User-Leitungs-Agreement oder Terminal-Service geschrieben, nachdem es Support endt, muss man das Spiel zerstören, löschen. Falls man eine physische Kopie hat, muss man es zerstören. Ist das okay? Ich kaufe mir ein Auto und Auto 2 in fünf Jahren kommt aus und dann muss ich mein Auto 1 zerstören, weil die mir Auto 2 verkaufen wollen? Ich meine, aus Verbraucherschutz, Kulturgutschutz macht das überhaupt keinen Sinn, aber es hat niemand so gechallenged. Und wir sind eigentlich die Ersten und die Größten bislang, die das challengen wollen. Und es ist verständlich, dass die Lobbyisten, VGE und die Industrie ein bisschen erschrocken werden. Dasselbe war mit Lootboxes. Man kann sich daran erinnern, was in Belgien, Niederlanden und im Vereinigten Königreich passiert ist. Also da wurden Lootboxes zum Gambling zu Kindereier vergleicht. Also ich meine.
Es ist einfach so. Da muss ich nicht so viel am Recht ändern, um die Verbraucher zu schützen. Weil was wir eigentlich wollen ist, der Industrie ein Out zu geben und sagen, okay, das sind die Fälle, das ist die Gesetzgebung und hier ist was noch akzeptabel wäre, damit das Spiel diese Bedingungen erfüllt. Und wenn sie uns nicht den Code geben können, ist okay, aber dann uns Instruktionen geben oder uns erlauben, das Spiel weiter zu betreiben auf unsere eigenen Kosten.
Und wir wollen nicht die Urheberrechte, wir wollen es nicht weiterverkaufen. Alles, was wir möchten, ist das Produkt, das wir gekauft haben oder die Lizenz, weil auch mit der Lizenz werden an uns Rechte übertragen, die dann entzogen werden. Aus beliebigen Gründen. Und das sollte auch nicht passieren. Das ist so ähnlich wie zum Beispiel Recht auf Reparatur.
Also Wagen, die 50 Jahre alt sind, da kann nicht der Hersteller kommen und die zerstören, was tatsächlich jetzt mit dem Spielen passiert. Ich habe das Recht, den Wagen zu reparieren. Und man kann es sich so weiter vorstellen. Also, falls der Support endet, auch zum Beispiel wenn der Publisher und die Devs pleite gehen. Okay, aber dann muss ich das Recht haben, das Produkt auf irgendeine Art und Weise für mich selbst zu reparieren und es weiter zu nutzen. Wieder Monolog. Ja gut, aber bei Autos beispielsweise hat man ja zumindest die Möglichkeit, in die Werkstatt zu fahren. Also da ist ja die Infrastruktur schon da, dass man sagt, jeder kann sein Auto irgendwo reparieren lassen. Während bei Videospielen muss ja schon der Hersteller ein bisschen eingreifen, weil das kann ja der ganz normale Laie jetzt nicht irgendwo das Spiel neu umprogrammieren. Zu Großteil ja, aber es gibt Menschen, zum Beispiel Pirat-Server für World of Warcraft, die haben das selbst dann emulieren können. Sie haben das selbst dekodiert, was illegal ist und sollte sein, weil das Spiel noch verkauft wird und supportet wird. Aber zum Beispiel mit City of Heroes, okay.
Oder zum Beispiel Knockout City Spiel, da wurde.
Da ging der Publisher, der hat gesagt, okay, hier gibt es Instruktionen, wie ein Server aufzusetzen ist, wir können nicht den Code an euch geben, aber hier sind Instruktionen, wie man es machen kann, selber reparieren und die Communities existieren. Es gibt Communities, die Spiele reparieren, die 30 Jahre alt sind. Ich kann Spiele, die für Windows 95 dann gedacht worden sind.
Noch auf meinen Rechner mit Windows 11 spielen. Und wie du sagst, ist dasselbe für mich. Wie du ja auch gesagt hast, das gilt für zukünftige Spiele. Das heißt jetzt nicht, dass Publisher ihre alten Spiele, die nicht mehr funktionieren, jetzt wieder lauffähig machen müssen, sondern das ist für die zukünftigen Spiele. Weil das wäre natürlich ein Haufen Arbeit, diese alten Spiele dann nochmal, das nochmal zu bewerkstelligen. Das ist, glaube ich, nicht machbar. Aber wie du schon eben sagst, wenn man von Anfang an ein Videospiel plant, mit einem Endgame-Prozess oder Abschaltungsprozess und einem Offline-Modus von Anfang an plant, dann sollte das ja wohl auch möglich sein. Jetzt habt ihr letztens auch von Nikolai Stefan Nutter aus Rumänien, einem der Vizepräsidenten der Europäischen Parlaments, Rückendeckung bekommen. Der hat sich für euch ausgesprochen und hat gesagt im Parlament, wenn man ein Spiel kauft, gehört dies dem Käufer und nicht der Firma. Wie hat sich das angefühlt, als ihr das mitbekommen habt? War das ein kleiner Yes-Moment für euch? Ja, tatsächlich.
Es war nicht nur der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, es waren mehrere Politiker und sogar Parteien. Zum Beispiel die Piraten oder die Humanisten haben sich für uns ausgesprochen, öffentlich. Und es fühlt sich gut an, anerkannt zu werden und gesehen zu werden, dass das ein Problem ist und dass es noch Politiker gibt, die sich für den Verbraucherschutz einsetzen möchten und die die Menschen dazu aufrufen, für ihre eigenen Rechte zu kämpfen. Wenn wir schon von Rechten, die wir eigentlich haben, reden. Wenn das ja so klar geregelt ist und diese Eulers geltend im EU-Recht widersprechen oder zumindest da irgendwo eine Grauzone ausnutzen, warum gibt es keine Möglichkeit, auf diesem Recht zu beharren? Also wieso diesen Weg wählen über die Bürgerinitiative? Wäre nicht irgendwie eine Sammelklage oder irgendwas anderes auch möglich gewesen? Oh, das haben wir versucht. Wir haben das alles erforscht und alles versucht. Und die Bürgerinitiative ist eigentlich unsere größte und letzte Hoffnung, wenn ich Star Wars dann boten kann. Wir haben es lokal versucht mit Verbraucherzentrale. Wir haben uns mit Anwälten abgesprochen, Sammelklagen und so weiter und so fort. Und wir haben gesagt, weil es eine Grauzone ist, das Beste, was man erzielen könnte, theoretisch, wäre Geld zur Rückerstattung. Aber das möchten wir nicht. Wir möchten nicht Geld zur Rückerstattung. Wir möchten unser Produkt nutzen.
Woran liegt das denn, dass es eine Grauzone ist, wenn es doch eigentlich klar definiert ist, dass so ein Videospiel, du kaufst diese Lizenzsoftware, ist doch jetzt auch nicht mehr das allerneueste auf der Welt. Aber dieses Modell von Service Games ist relativ neu. Ja, aber da gibt es ein entscheidendes, wurde das einfach so gemacht und jetzt kann man es nicht mehr zurücknehmen? Es ist tatsächlich ein unerforschtes, ein kleines Löchlein in der Gesetzgebung.
Es gab in der Vergangenheit nicht eine Möglichkeit, etwas zu kaufen und dann es für fünf Jahre zu nutzen und dann wird es zerstört. So etwas gab es nie vorher. Auch nicht mit Software. Zehn Jahre her, ich habe mir Adobe Photoshop gekauft und es lief auf dem CD. Falls ich es nicht geupdatet habe, es würde bis heute laufen oder Office 2001 oder was auch immer. Aber mehr und mehr wird nur auf Lizenzgebung, Subscription Models und Subscriptions sind von der Sache dann rausgenommen, weil da wird klar gesagt, für wie lange und wie viel Geld man Zugriff hat. Aber wenn man uns, da steht nicht, wenn ich ein Spiel kaufe, da steht nicht Rent, da steht nicht, you're buying a license und für eine bergängste Zeit des VR-Jährigen. Nein, da steht Buy.
Aber ich kaufe das Spiel und erst dann erscheinen die Nutzungsbedingungen. Und ohne dazu zu stimmen, kann ich nicht eigentlich spielen, kann ich das nicht nutzen. Und es wird mir gesagt, dass der Mensch, der mir das verkauft, dann kommen kann und das zerstören kann oder es abschalten kann. Ich kaufe mir ein Buch und nach fünf Jahren kommt der Verlag und die nehmen mein Buch zurück, obwohl ich es gezahlt habe. Das gab es vorher nicht. Und deshalb ist es so eine Lücke in der Gesetzgebung. Das wurde nicht vorhergesehen. Ist theoretisch mit EU-Recht oder sogar mit Mitgliedstaatrecht im Bruch, aber wurde nie erforscht. Und deshalb haben wir es auch lokal angesprochen bei der Verbraucherzentrale zum Beispiel in Deutschland. Warten wir auch auf Ergebnis.
Du hast gerade etwas Interessantes gesagt, und zwar Subscription-Models. Wir alle kennen es, früher hat man sich Module und Disketten gekauft. Mittlerweile lädt man sich fast alles digital runter. Und jetzt gibt es eben den nächsten Schritt. Die Entwickler wollen am besten, dass man ein Game Pass-Abo hat oder sonst irgendwas Ähnliches wie bei Netflix eben. Ich zahle im Monat 15 Euro und darf dann auf die Spiele zugreifen. Und so wie es aussieht, kommt das ja immer mehr und wird immer stärker und populärer. Ist das eine Sache, die im Endeffekt euch einen Strich durch die Rechnung macht? Weil, du hast ja gerade eben gesagt, Subscription-Models sind davon ausgenommen. Was ist, wenn die Zukunft sich dorthin entwickelt? Dann ist ja wieder die Macht beim Publisher, der sagen kann, hey, Subscription-Model, euch gehört gar nichts.
Ja, aber wenn man dann zum Beispiel in dem Subscription-Model ein DEC kauft, Destiny 2, man kauft sich DLC und das DLC wird abgeschaltet. Ich habe etwas gekauft, was mir entnommen worden ist, obwohl es eine Lizenz war. Rechte wurden an mich übertragen und die wurden dann beliebig entnommen. Sollte auch nicht passieren. Aber ja, Subscription-Models, das ist so ähnlich wie mit Gym-Memberships oder was auch immer. Da wird mir klar gesagt, wie viel ich zahlen muss und für wie lange ich Zugriff habe. Und da steht nicht buy, da steht subscribe. Und um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass das verwirklicht wird, allgemein. Die Tage der Subscriptions der MMOs sind vorbei. Wie viele MMOs gibt es, bei denen noch Subscription Models funktionieren? Ja, aber zum Beispiel bei... Das stimmt, für einzelne Spiele, aber sowas wie Microsoft Game Pass, wo mehrere Spiele drin sind. Ich glaube schon, dass da... Dann steht dort, ich zahle nicht 80 Euro und die Lizenz wird nicht an mich übertragen. Ich habe Zugriff auf Service. Dasselbe wird mit Netflix. Ich habe Zugriff auf ihren Service, wo die Spiele gehostet werden.
Dann ist es etwas Unterschiedliches. Aber wenn ich bei Ubisoft auf ihrer eigenen Plattform etwas kaufe, Motorfest, Crew, und da steht nicht Rent, da steht nicht Subscribe, da steht Buy. Das ist der Unterschied. Also ihr wollt ja nicht nur irgendwo Haarspalterei betreiben und sagen, okay, die sind unehrlich in ihrer Ausdrucksweise und wir möchten, dass die die ändern, sondern ihr möchtet ja, wie der Name schon sagt, verhindern, dass diese Spiele abgeschaltet werden. Also ihr erwartet ja dann doch ein bisschen was anderes. Aber mit den gleichen Argumenten, wie schätzt du denn die Chancen ein, dass das durchgeht? Also ist das so ein No-Brainer? Oder was waren die großen Herausforderungen, die auf euch zukommen? Die größten Herausforderungen sind tatsächlich schon, die fangen schon an, die sind schon begonnen. Die Lobby hatte ich schon noch vor dem Verifizieren der Unterschriften dazu ausgesprochen. Ich schätze unsere Chancen sehr gut ein. Gerade weil sich die Industrie schon so defensiv dazu geäußert hat. Ich glaube, weil wir so laserfokussiert sind, sind es Verbraucherrechte. Wir sprechen keine politischen Lagern, wir sprechen gar nichts anderes. Nur verbraucherrechtlich und Kultur geht es, Kulturgut und Erhaltung. Deshalb denke ich, dass wir eine sehr gute Chance haben. Und ja, die Argumentation ist ähnlich, aber dann...
Wenn es Rent oder Buy oder was auch immer ist, letztendlich bleibt die Euler dieselbe, die Vertragsbingen dieselben, die TOS dieselben und das wollen wir eigentlich ansprechen. Für uns ist das unverständlich, wie lange das ist, weil ich bin ein Gamer seit 20 Jahren. Für mich war es normal, zum Beispiel das Spiel Tribes 2009, unter den Argumenten, die die VGE jetzt released hat in ihrem Statement, das Spiel ist unmöglich zu betreiben. Aber desto trotz ist es auf meinem Laufwerk und ich kann es spielen mit Freunden, mit Peer-to-Peer. Also ich meine, es existiert. Wir verlangen nichts Neues. Und deshalb denke ich, dass wir eine ziemlich gute Chance haben. Wir haben jetzt sehr viel über Kritik aus der Branche gesprochen, über Lobbyverbände.
Es gab aber tatsächlich auch Kritik von Gamer-Seite her an eurer Petition. Und da war federführend im Endeffekt der YouTube-User Pirate Software, so heißt er, der hat sich vehement gegen eure Petition ausgesprochen. Wie kann man sich das erklären und was sind dessen Argumente? Ja. Das war hauptsächlich ein Missverständnis aus Seite der Spiral Software. Der Herr heißt Jason Thorhall.
Und das war hauptsächlich ein Missverständnis aus seiner Seite, was wir eigentlich verlangen. Er hat sich das aus Sicht von AOS-Recht angesehen und zum Zweiten hat er nicht so verstanden, dass das nicht ein Gesetzvorschlag ist, das ist eine Initiative, die dann weiterverarbeitet wird und letztendlich hat er nicht so gelesen, was wir reingeschrieben haben. Der hat gesagt, dass es Spieler zerstören wird, weil die Developer nicht unendlich Support leisten können, was sie auch nicht verlangen und ähnliche Argumente. Das Hauptsächliche war, er hat eine große Plattform, er macht Content für sehr viele Menschen und gerade diese Missrepräsentierung, das Missverständnis war ein großes Problem für uns. Wenn es dazu hauptsächlich kommt, die meisten Argumente, die gegen uns sind, mindestens aus meiner Erfahrung her, stammen aus Missverständnis. Es gibt auch spezifische technische Argumente, was auch heute von euch beiden erwähnt worden ist. Zum Beispiel, wenn der Game Engine für mehrere Spiele zuständig ist.
Security-Sachen, Hacken und so weiter und so fort für existierende Spiele, die nicht supportet werden. Das sind Sachen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, natürlich. Aber die meisten Argumente sind, ihr verlangt, dass die Spiele unendlich supported werden. Nein.
Ihr verlangt das und das. Nein, es steht dort schwarz auf weiß. Es wurde von der EU-Initiative, EU-EC akzeptiert. Ich weiß, Ross Scott hat ja dann auch geantwortet auf die Argumente von Pirate Software. Und Pirate Software hat dann noch mal bestätigt, dass er dagegen ist und so weiter und so fort. Er scheint es nicht so ganz verstanden zu haben. Aber jetzt kommt ein guter Einwand auch bei uns im Chat. Hat jetzt jemand gesagt, dass die Ablehnung von Pirate-Software wahrscheinlich sogar eher positiv für die Initiative war, oder?
Weil dadurch sehr viele Leute aufmerksam geworden sind auf die Initiative. Ganz genau. Aber der Jason Thorhall hat sich dazu vor zehn Monaten geäußert. Und es hat tatsächlich unser Momentum dann damals gestoppt. Und wir haben es nur in den letzten zwei, eineinhalb Monaten adressiert, weil er hat eine große Plattform, er hat sehr viele Menschen misinformiert Und wir hatten nur Glück, dass das Video von Ross auch von anderen größeren YouTubern als Pirate Software dann angenommen worden ist. Und es entstand daraus Internetdrama, was uns dann letztendlich positive Ergebnisse gegeben hat. Aber es ist nicht nur das von Pirate Software. Die Menschen haben dann verstanden, dass sie vielleicht missverstanden haben oder sind dann direkt informiert worden, was die Initiative ist. Und es hat uns letztendlich ein gutes Ergebnis gegeben, aber ich würde sagen, war vielleicht Glück aus unserer Seite als etwas anderes.
Zu dem Moment waren wir, ich glaube, so bei 450.000 Unterschriften, als das explodiert ist. Und Internet-Drama ist Internet-Drama. Aber Menschen mögen das und es hat explodiert und es hat uns deutlich mehr Sichtbarkeit gebracht, natürlich.
Ja, eure europäische Bürgerinitiative hat über 1,3 Millionen Unterschriften. Es geht noch bis zum 31. Juli. Wer will, kann das auf jeden Fall noch unterschreiben, sollte das unterschreiben, weil wie gesagt, hier geht es darum, dass man einfach Verbraucherrechte stärkt. Lieber Daniel, ja? Ich würde nur eine Sache. Bitte unterschreiben nur, wenn man ein Bürger eines EU-Landes ist. Auch im Ausland, man muss Bürgerschaft haben und man muss wahlberechtigt sein. Bitte nicht unterschreiben, wenn man diese Bedingungen nicht erfüllt. Okay. Kleiner Hinweis von dir noch. Danke dir, lieber Daniel. Und danke dir, Daniel, dass du uns ein bisschen Einblicke gewährt hast in eure Initiative, in deine Seite der Dinge und was ihr eigentlich erreichen wollt. Aber wie gesagt, es geht nicht darum, bereits erschienene Spiele noch mal zu ändern, weil das wäre wirklich unglaublich viel Aufwand, sondern für die Zukunft einfach Spiele zugänglich zu erhalten für uns als Nutzer da draußen. Und ich glaube, das ist doch eigentlich etwas, was sich jeder Gamer wünscht, auch wenn er vielleicht selber nicht das Spiel spielt. Gibt es ja andere Leute, die da vielleicht noch Spaß mit haben oder einfach, was man so schön Game Preservation nennt, was ja auch sehr wichtig ist.
Nochmals vielen lieben Dank. Ciao, mach's gut, Daniel. Hat mich sehr gefreut. Ciao, danke schön. Danke. Ja, liebe Leute, fand ich auf jeden Fall sehr, sehr aufschlussreich, was wir gesehen haben. Ich habe heute bei Twitter auch mal eine Umfrage gestellt beziehungsweise die Leute gefragt, wie sieht's denn aus? Mit The Crew hat's angefangen. Ein Spiel wie Concord ist auch nach zwei Wochen wieder verschwunden. Ich möchte eure Meinung zu dem Thema Stop Killing Games wissen. Und deswegen möchte ich mal ein paar Kommentare vorlesen. Ich fange mal an mit Dan de Jong. Der hat geschrieben, weiß nicht, also wie gesagt, ich hatte Concord spezifisch erwähnt, hat er gesagt, weiß nicht, ob Concord nun das Spiel ist, welches man anbringen sollte, da wäre ein Verlust wirklich keiner, jedoch grundsätzlich eine richtige Sache. Und das finde ich einen interessanten Punkt. Es muss ja nicht unbedingt das Spiel sein, das einem selber gut gefällt. Wenn wir sagen, Videospiele sind Kulturgut, sind das alle Spiele. Dann ist auch ein Concord mit dabei. Ich finde, er hat es vorhin gut gesagt, weil da war ja auch das Argument, wenn keine alte Sau das spielt, wieso das dann bewahren? Und ich denke mir, das ist doch eigentlich am Ziel vorbei, weil selbst wenn ich einfach nur irgendwann mal auf die Idee komme, ich könnte das ja mal wieder rausholen, sollte ich einfach die Möglichkeit haben. Auch wenn das Interesse nicht besteht, es ist doch schön, dass dieser Failsafe in Zukunft dann drin ist, dass man sagt, so was gibt's doch.
Also es ist ja unabhängig davon, von wie groß die Resonanz dann tatsächlich sein wird, eigentlich was Gutes, dass man das könnte, wenn man möchte.
Dann hat Mr. Hugelberg geschrieben, absolut lächerlich und dreist, dass es so lange überhaupt so ablief und in Anführungszeichen völlig selbstverständlich war. Auch ist es traurig, dass erst überhaupt so eine Petition vom kleinen Mann aus hergestartet werden muss. Digitalkäufe gehören längst rechtlich überarbeitet. Mich haut es auch komplett um. Ich muss das sagen, auch jetzt im Gespräch mit ihm nochmal, wo er gemeint hat, dass es die letzte... Möglichkeit, das zu machen. Und ich weiß nicht, ich glaube, man hat relativ gut gemerkt, wie fragil so eine Initiative ist. Man braucht eine Million Unterschriften aus sieben verschiedenen EU-Ländern. Und bevor dieser große Hype jetzt vor einem Monat ungefähr noch losging, stand die bei 400.000 und war trotzdem eine der am meisten unterschriebenen Bürgerinitiativen in der Europäischen Union. Das bedeutet, das ist ein absolutes Wunder, dass da überhaupt mal irgendwas durchgeht von Bürgerseite, dass so eine Initiative da praktisch erfolgreich ist. Und ja, dass das von Leuten auch gestartet wurde, also dieser Ross Scott ist, ich glaube, er hat einen Bachelor in Kriminalrecht oder so, aber der ist bei weitem kein Jurist oder Politiker oder großer Aktivist. Das hat man ein passionierter Gamer. Exakt. Und das sind halt Sachen, da muss man sich ja mit so viel auseinandersetzen. Und durch diesen ganzen bürokratischen Spießroutenlauf durch, dass man dann so wenig.
Chance hat auf Erfolg, obwohl ja, es geht ja um jetzt nichts nicht unerhebliches, also es sind unsere Verbraucherrechte, die ja eigentlich schon.
Klar definiert sein sollten. Sehr, sehr schwieriges Ding. Ich habe aber auch einen etwas anderen Kommentar noch bekommen, und zwar von FlexFlexible. Der ist jetzt ein bisschen länger. Ich finde es vollkommen legitim, Online-Server irgendwann abzuschalten, wenn die Spieleranzahlen nicht mehr in Relation zu Serverkosten stehen. Aber dann sollte es, wenn es das Spielprinzip zulässt, einen Offline-Modus geben. Andererseits, in jeder Euler, also Nutzervereinbarung, der man zustimmt, werden genau so Dinge beschrieben. Wer nicht damit einverstanden ist, dass Spiele irgendwann nicht mehr verfügbar sind, sollte diese dann einfach nicht kaufen. Ich denke, das Geschrei ist hier wieder groß von der Community, aber die Anzahl der Leute, die so Spiele wirklich noch aktiv spielen würden, ist sehr gering. Dagegen steht der Arbeitsaufwand der Entwickler, die einen Offline-Modus schreiben müssten. To be honest, mir ist das Thema egal, kenne kein Spiel, welches ich spielen wollen würde, welches nicht mehr spielbar ist. Ja gut, wenn's einem egal ist, ist's einem egal. Da braucht man schwer argumentieren. Aber das andere vorher wurde ja auch schon gesagt, also das Geschrei ist wieder was, ja gut, ich meine, aber da geht es ja um Prinzipien. Genau, es geht nicht um persönliche Präferenzen, es geht um Prinzipien und wie gesagt, selbst sei es Concord oder sonst irgendwas, wenn man ein Spiel nicht gut findet, dann muss man es ja nicht spielen. Aber wie gesagt, wir reden hier davon von dem Thema Kulturgut und man möchte Spiele erhalten.
GOG macht ja sowas auch zum Beispiel und es gibt ja schon Aufregung darüber, auch in der Filmbranche, dass manche Filme eben jetzt nicht auf Blu-ray erscheinen oder du findest sie auf keinem Subscription-Service, du findest vielleicht noch alte DVDs davon, Star Wars zum Beispiel. Ja, all solche Sachen. Die Originalversion.
Was ja auch ein bisschen in diese gleiche Richtung geht. Man möchte eigentlich doch diese Kulturgüter halten und da ist ja nicht nur vordergründig das Spielen davon und die Popularität im Vordergrund, sondern einfach, dass das, für was man gezahlt hat, auch in Zukunft noch da ist und ja. Ja, vor allem auch weil, also es ist ja die Projekt, die ja auch GOG, den GOG gehört, die sind ja zumindest ein bisschen eine Ausnahme, weil es ein Publisher ist, der tatsächlich sich ja Game Preservation verschrieben hat, während die anderen, wie wir es bei dieser Lobbygruppe mitbekommen haben, ja eigentlich eher, dass es denen wurscht, wenn was nicht mehr profitabel ist, warum soll es dann existieren? Das ist ja da praktisch das Motto und ich finde das sehr schwierig, da praktisch auch, dagegen steht der Arbeitsaufwand der Entwickler, die einen Offline-Modus schreiben müssen. Das stimmt ja auch nicht ganz. Weil es ist ja nicht die Rede von dem Offline-Modus, sondern in dieser... Moment, ich hab's hier. Das kann man ganz kurz rausziehen. Die European Citizens Initiative. Da steht... Da steht...
Das bedeutet, es muss ja kein Singleplayer-Modus sein oder ein Offline-Modus. Es müssen auch keine Bots installiert werden. Es würde ja reichen, wenn man sagt, hey, Leute können private Server aufziehen zum Beispiel. Das dürfte nicht mit vielen Kosten verbunden sein für den Entwickler und Publisher. Und Nanotyrann sagt auch noch was Gutes im Chat. Die Details sind ja mit Absicht Verhandlungsmasse. Man geht mit der klaren Forderung in die Kampagne und dann wird etwas ausgehandelt zwischen den Vertretern der Initiative, der Kommission und der Industrie. Natürlich. Auch das, was wir hier formuliert sehen, eben bei der Initiative, ist ja auch so ein bisschen bewusst schwammig gehalten. Weil was ist zum Beispiel eine reasonable state of ... Das ist ja ... Wie legt man das fest? Das ist eine Individualgeschichte.
Und das ist eben das, was dann festgelegt werden muss. Aber es ist schön zu sehen, dass diese Initiative auf EU-Ebene, zumindest anhand der Unterschriften, die da sind, jetzt hoffen wir mal, dass da nicht zu viele falsche Unterschriften mit dabei sind, die Masse von eine Million geknackt hat, sodass es auf jeden Fall besprochen wird und diskutiert wird. Und ich glaube, wir alle könnten davon profitieren, weil ich finde auch, so wie es jetzt ist und die Rechte, die Publisher haben, sind einfach ein bisschen zu krass weitreichend. Ja, total. Es ist auch dieses, dass es nicht absehbar ist, auch wann dir irgendwas weggenommen ist. Das ist ja das Nächste. Ich reg mich ja schon seit Ewigkeiten über die Online-Funktionalität zum Beispiel von WWE 2K auf. Die schalten dir das auch einfach ab. Oder bei einem FIFA alle zwei Jahre. Oder beim FIFA oder so, ja genau. Und das sind halt schon Sachen, wo du als Verbraucher einfach irgendwo der Gearschte bist. Weil die machen es halt so lange, wie sie es dürfen. Und jetzt sagt halt zumindest mal jemand, hey, vielleicht sollten wir da mal drüber reden. Und das finde ich eine sehr schöne Sache eigentlich.
Chris, ich finde es eine sehr schöne Sache, dass du heute hier warst, dass wir heute über dieses Thema ein bisschen geschnackt haben. Ich möchte mich auch noch mal beim Daniel bedanken, der vielleicht noch zuschaut. Schön, dass er da war. Grüße gehen auch raus an Ross Scott und die Initiative. Ich hoffe, ihr habt auch einen schönen kleinen Einblick bekommen daran, was das Ganze heißen soll für uns als Verbraucher. Wenn ihr Bock habt, unterzeichnet ihr das Ganze auch. Bis zum 31. Juli läuft das Ganze noch. Und ja, das war unser kleiner Talk zu Stop Killing Games. In dem Sinne hoffe ich, ihr hattet Spaß damit. Ciao.
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