Hey Digi, so geht Lernen heute. Und wir hatten euch versprochen, wir schauen nochmal hinter die Kulissen von Women do Science, dem wunderbaren Projekt von Casio Education Germany. Und dafür haben wir jetzt so ein bisschen die Macher hinter den Kulissen bei uns. Wahan Balayan und Ava Schnurrmeier von Casio Education. Seid doch mal so lieb und stellt euch erstmal vor. Bei Casio, immer wenn ich über Casio mit meinen Freundinnen rede, sagen sie, ach die Uhren oder ach die Taschenrechner. Genau, ich bin Ava und ich bin Team Taschenrechner und bin bei uns für das Marketing und die Kommunikation zuständig, sowohl in Deutschland als auch außerhalb Deutschlands. Und ich habe das große Glück, Teil des Women Designs Projektes zu sein und das eben kommunikativ mit zu unterstützen. Ja, ich bin Vahan Balayan und Public Affairs Coordinator bei Casio Education und auch Teil des Projektteams.

Hier in der Funktion als Netzwerker unterwegs und ja, freue mich auf das Gespräch. Schauen wir ruhig mal ganz kurz, bevor wir in das Projekt schauen, in eure Projektpalette rein. Was bietet Casio Education? Ja, unser Kerngeschäft ist seit Jahrzehnten der Taschenrechner, der Hardware-Taschenrechner, aber wir haben auch Emulatoren, Apps, also auch Softwarelösungen für den Bereich Mathematik, Physik. Also wir haben unseren Fokus auf die MINT-Bildung gerichtet. Women do Science ist ja jetzt euer MINT-Projekt, aber man muss dazu sagen.

Deutschland ist jetzt nicht der erste Standort, wo das Projekt ausgerollt wurde, sondern ihr macht das nahezu europaweit. Ist das richtig, Ava? Das ist richtig. 2018 wurde das Projekt in Spanien ausgerollt bei einem unserer Schwesterunternehmen und die haben dieses Projekt initiativ sehr stark ausgerollt und haben mittlerweile, seitdem es sieben Jahre alt ist, sehr viele starke Wissenschaftlerinnen in ihr Portfolio aufgenommen. Frankreich ist nachgezogen und Italien ist im letzten Jahr mit uns zusammen ebenfalls gestartet. Du sagst gerade, wir haben viele tolle Wissenschaftlerinnen aufgenommen und das ist ja auch das Besondere, was mich und Gerd so dafür begeistert. Die Vorbilder, die ihr euch ausgesucht habt, die sind unheimlich greifbar. Es sind keine Professor, Doktor, die man überhaupt nicht mehr selber akademisch erreichen kann, sondern wirklich eine Studentin, Mara Meier, Studentin der Chemie oder Sophie Charlotte Keunicke, die in der Robotik arbeitet. Wirklich ganz tolle, souveräne Frauen. Wie habt ihr die ausgewählt und gefunden überhaupt?

Den Dank müssen wir unserer Kollegin Rula Tabasch geben, weil sie sich eben sehr stark damit auseinandergesetzt hat. Sie ist selbst studierte Physikerin, hat natürlich dementsprechend auch ein tolles Netzwerk und hat zusammen mit Wahan beim ZDI-Netzwerk nachgeforscht und ist darauf dann eben gestoßen, diese vier Wahnsinns-Vorbilder zu akquirieren und davon zu überzeugen, Teil unserer Initiative zu werden. Jetzt wären diese Wissenschaftlerinnen aber nicht so stark und so sichtbar im wahrsten Sinne des Wortes, wenn die Künstlerin Josephine Rice sie nicht so phänomenal umgesetzt hätte. Und das ist jetzt der Punkt, wo wirklich jeder mal in die Shownotes klickt und auf die Casio Women Do Science Seite geht. Denn da könnt ihr alle die Illustrationen sehen.

Jede einzelne Wissenschaftlerin wurde von ihr gezeichnet. Und auch das Unterrichtsmaterial hat Josephine ganz, ganz toll genannt. Begleitet. Warhan, vielleicht da für dich an der Stelle die Frage, wie war das für dich auch, eine Künstlerin zu Casio zu holen? Ist das was ganz Neues gewesen? Ja, es ist tatsächlich jetzt ein spannender Ansatz, weil wir Kunst mit MINT verbinden. Aber für uns ist eben die Idee, die dahinter steht, durch Vorbilder, die nahbar sind, die greifbar sind, also Brücken zu schaffen und Vorbilder sichtbar zu machen. Und für diese Sichtbarkeit und Nahbarkeit spielt eben die Illustration, die Kunst hier eine ganz wichtige zentrale Rolle. Und wir haben eine Künstlerin gefunden durch AWA, die wirklich auch die Thematik authentisch vertritt, also sich auch für die Sichtbarkeit starker Frauen einsetzt.

Und daher passt das alles sehr gut ineinander. Wie sind denn eigentlich eure eigenen Erfahrungen in Sachen MINT? Genau das hatten wir gestern auch schon besprochen auf der Bühne, auch mit dem Podcast, den wir schon aufgezeichnet haben. Wir haben ganz viele negative Glaubenssätze, wenn es um MINT geht, wenn es um Naturwissenschaften geht und junge Frauen. Und du hast das Gesicht verzogen, weil du selbst anscheinend solche Erfahrungen gemacht hast, obwohl du jetzt selbst in dieser Branche arbeitest. Also ich muss sagen, MINT war nie meine stärksten Fächer. Also ich war definitiv der Sprache mehr zugewandt als den MINT-Fächern. Und ich hatte schon die ein oder andere negative Erfahrung gemacht, was den MINT-Bereich angeht. hatte aber zum Ende hin im Abitur eine wirklich starke Chemielehrerin, die mich dann doch unterstützt hat, mich durch dieses Fach zu bringen und sich dann auch die Zeit genommen hat. Aber es gab viele Lehrkräfte, die sich nicht die Zeit genommen haben, auf die Leute einzugehen und ihnen die Perspektiven zu zeigen, dass MINT auch eine ziemlich coole Sache sein kann. Also wenn ich mir anschaue, was Mara oder auch Ida Hülsbusch als angehende Plasmaphysikerin machen, ich finde es wahnsinnig beeindruckend. Und das sind so Dinge...

Behind the Scenes, die gibt es im Unterricht so in der Art nicht. Wir werden oft konfrontiert mit Ikonen wie Marie Curie, aber das ist eben nicht nahbar. Und wenn ich Vorbilder gehabt hätte wie Ida oder auch wie Karm, ich glaube, dann hätte es mir wesentlich mehr Spaß gemacht, mich in diese Themenbereiche einzufinden.

Eure Protagonistinnen, also die Gesichter der Kampagne, die haben ja auch ihre Erfahrungen gemacht. Ich habe hier bei Carmen Köhler gelesen, die Doktor Carmen Köhler, die angehende Astronautin ist. Ihr wurde auch gesagt, naja, ob das so eine gute Sache ist, werde erst mal Friseurin. Das ist schon hart, wenn man solche Aussagen hört. Wir wollen nicht diesen Beruf abwerten. Und das hat Mara uns ja auch erzählt. Es ist nur dem Zufall geschuldet, dass sie Chemie geworden ist, weil sie eben diesen einen Lehrer getroffen hat. Es ist Zufall und Beliebigkeit. Die ist einfach noch zu groß im System. Ja, und es braucht mehr von diesen Menschen. Diesen einen Zufallslehrer, der junge Menschen supportet, von denen braucht es eben so viel mehr. Und das wäre so wichtig, wenn wir davon mehr erreichen können, um sie zu begeistern, damit sie eben diese Begeisterung mitnehmen, um jungen Mädchen und Frauen Mut zu machen und sie zu unterstützen. Wer das jetzt hört und sagt, ich bin diese Lehrkraft, ich finde MINT ist toll und ich begeistere mich vielleicht selber dafür, ich unterrichte das Fach, aber ich merke, ich lasse doch noch manchmal die Mädchen zurück oder da ist noch Luft nach oben.

Der muss natürlich nicht nur die Didakter besucht haben, sondern, Wahan, ihr habt ja ganz viel zu dem Projekt Women do Science im kostenlosen Angebot. Wenn ich jetzt also Zuhöre als Lehrkraft und sage, super spannend, Illustrationen sehen super aus, ich glaube, ich kann damit meine Kinder im Unterricht sehr gut abholen. Was bietet ihr an und wie bekomme ich die Sachen? Ja, wir bieten Lehrmaterial an, sehr spannend, auch von unserer Kollegin mit erarbeitet, Dr. Rula Tabasch, die selbst Physikerin ist und Astrophysik, wenn ich mich richtig erinnere. Also sie hat auch in CERN eine Zeit lang gearbeitet. Also sie vertritt auch als Vorbild in diesem Projekt wirklich die Sache 100%. Und wir bieten auch Workshops an. Workshops, die wir im besten Fall auch gemeinsam mit unseren Vorbildern, mit den Wissenschaftlern zusammen organisieren können. Vor Ort für die Schülerinnen und Schüler, damit sie auch in den Austausch kommen, auch ins Gespräch kommen. Auch die Lebenswege nochmal aus der Nähe erfahren. Wir sind über unsere Webseite erreichbar, education.casio.de. Und können angesprochen werden, wir können Materialien zuschicken, auch an Schulen, kostenfrei.

Also Workshops, Materialien und Begegnungen mit unseren Wissenschaftlerinnen. Wir haben hier auf dem Tisch liegen, das sieht man zwar nicht, aber wunderschön illustrierte Taschenrechner-Cases mit den Vorbildern da drauf, die zu unserer neuen Taschenrechner-Serie passen. Die gibt es auch auf Nachfrage. Da möchte ich auch nochmal drauf eingehen, weil das ist das, was die Wissenschaftlerin und Josephine uns auch im Talk gespiegelt haben von ihren eigenen Unterrichtserfahrungen. Hängen geblieben sind die emotionalen Begegnungen, hängen geblieben ist das Tun, das Machen, das Selbererleben. Und wenn du jetzt sagst, ihr könnt von Women do Science anbieten, dass auch die Wissenschaftlerinnen an die Schulen kommen, in die Aula ein Panel geben, erzählen von ihren Erfahrungen. Ich glaube, das ist doch wirklich ein phänomenales Angebot, mit dem man nicht nur bestimmte Altersstufen erreicht, sondern wirklich ganz, ganz viele Mädchen motivieren kann dafür, MINT-Berufe zu erwählen. Und dazu muss man jetzt auch sagen, wir wollen ja gar nicht, dass die Jungs keine MINT-Berufe mehr wählen. Das ist nicht der Punkt. Aber wir sehen doch, dass es Nachholbedarf für die Mädels gibt. Das Projekt ist natürlich nicht rein auf die Mädchen fokussiert, sondern es geht auch darum, den Jungs zu zeigen, was Wissenschaftlerinnen, was Frauen leisten.

Dass Geschlecht nicht so der entscheidende Faktor ist, sondern das, was man sozusagen leistet, was man kann. Ich finde das total spannend, diese Perspektive auch aufzubrechen und auch diese gläserne Decke, von der man oft spricht, dann später zu durchbrechen. Das ist ja eigentlich auch das Ziel. Wir sprechen oft von Nachhaltigkeit und hier wird ja ein Keim gelegt. Für eine Nachhaltigkeit, die wir vielleicht jetzt nicht sofort sehen, aber mittelfristig dann doch Professorinnen, viel mehr in der Wissenschaft sind. Nehmt nicht wie bei Mara, nur eine Professorin, die sie kennengelernt hat. Alles andere sind Männer. Vielleicht ist sie die nächste Professorin. Vielleicht gewinnt Sophie Charlotte den Nobelpreis für Robotik. Wir wissen es nicht. Aber das sind die Nachfolgen, die Nachhaltigkeit solcher Bildungsprojekte. Du hast genickt. Willst du noch was sagen? Dem kann ich nur zustimmen. Das ist, glaube ich, genau das, was es braucht, den Grundstein zu legen, um sowohl Jungs als auch Mädchen zu fördern, aber eben diese Diversität eben viel mehr zu stärken, weil beide Perspektiven sind genau das, was zählt. Wenn wir jetzt den Stein legen, haben wir eine tolle Zukunft. Mit Sicherheit und dazu tragt ihr ja ganz viel dazu bei. Von daher einmal der Blick in die Zukunft. Wie lange wird es denn dieses Projekt noch geben? Sagt ihr, wenn wir x Schüler, Schülerinnen erreicht haben, dann haben wir unser Ziel erreicht oder habt ihr euch von Kasi auch einen gewissen Zeitraum gegeben, um zu sagen, so lange unterstützen wir das aktiv. Was ist da so eure Planung?

Oh, das ist eine gute Zukunftstfrage. Wir haben uns das erstmal offen gelassen. Also wenn wir uns Spanien anschauen, die sind mittlerweile sieben Jahre dabei, dieses Projekt mit zu fördern und es gibt, sie erreichen immer mehr. Und es ist total klasse, weil ich glaube, man muss sich da gar kein Limit setzen zu sagen, wir machen das jetzt nur zwei Jahre, weil ich glaube, dass es diese Förderung mit einem Open End geben sollte. Also, dass wir gar nicht dazu kommen, es beenden zu lassen. Also, ich finde es total wichtig, dass wir es fortlaufen lassen, dass wir Wissenschaftlerinnen weiter fördern. Und ich glaube, je mehr wir reinbekommen, je mehr verschiedene Perspektiven können wir mit aufnehmen. Ich meine, wir haben zwei Physikerinnen. Die eine ist Analogastronautin und die andere ist Plasmaphysikerin. Es gibt noch so viele weitere Bereiche in der Physik. Und ich glaube, diese vielen Perspektiven, genau die sind es, die wir verfolgen müssen, wo wir weitere Vorbilder mit dazu bekommen. Und daher ist es so wichtig, dass wir es einfach weiterlaufen lassen.

Natürlich auch als Ergänzung nochmal dazu, auch technische Berufe, also auch der Ausbildungsbereich. Hier sind wir in Deutschland nicht so stark aufgestellt, wenn wir uns das anschauen. Wir können uns natürlich auch vorstellen, in Zukunft, wenn wir das Projekt weiterführen, dass wir natürlich auch aus anderen Bereichen nochmal Frauen dazunehmen, die diese Vielfalt, die die MINT-Berufe bieten, nochmal stärker aufzeigen. In naher Zukunft uns anzuteasern. Am 23. April haben wir an der Universität Siegen am EMI-Nüther Campus eine tolle Veranstaltung gemeinsam mit unseren Vorbildern, eine Auftaktveranstaltung, wo wir dann im Anschluss eine Ausstellung zu EMI-Nüther dort auch für zwei Wochen hängen lassen.

Und diese Bilder, diese Bilder, die wir dort ausstellen, die wurden von Schülerinnen gemalt in Spanien. Und wir wollen diese Idee hier weitertragen, dass wir solche Initiativen, solche Aktionen auch in Deutschland umsetzen. Es hört sich für mich nach einem Schülerwettbewerb an Bayern. Vielen herzlichen Dank. Ihr findet alle Informationen noch in den Shownotes. Dort noch mehr Infos zu diesem spannenden Projekt. Folgt Casio Education auch gerne auf Instagram. Da berichtet ihr regelmäßig darüber. Es ist auch für Schülerinnen und Schüler interessant, da nochmal tiefer hineinzuschauen. Packen wir auch mit in die Shownotes. Ja, und mal sehen, ob wir auch nochmal irgendwo zusammenkommen, um das Projekt noch weiter zu präsentieren. Wir sind jeweils on fire und total 100% committed. Das erste Mal, dass mir seit meiner Schulzeit Physik und Chemie gefühlt wieder ein bisschen Spaß machen. Vielen Dank dafür. Danke euch. Vielen, vielen Dank. Das war HeyDiggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.