Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissens-Podcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel. Hey Diggis, so geht Lernen heute. Heute mit unserer neuen Folge. Und wir haben einen Gast, den hatten wir. Das wird, glaube ich, keiner so richtig auf dem Schirm haben. Der ist jetzt damit der meistgehörte Gast sogar bei uns im Podcast. Aber er war noch nie in einem langen Interview. Witzig, oder? Also er ist der Gast, der am häufigsten bei uns aufgetaucht ist. Damit auch ein herzliches Willkommen von meiner Seite. Und ich muss dazu sagen, unser heutiger Gast ist ja Ludwig Thiede von Live Teach Us. Und ich habe dieses Gespräch alleine geführt mit ihm, genauso wie du ihn anderweitig auch schon mal alleine erwischt hast.
Aber Gerd, es ist halt für uns manchmal so, terminlich ist es dann nicht anders möglich. Wir müssen gucken, wann hat der Gast Zeit und von daher war diesmal die Reihe an mir, das Gespräch aufzunehmen. Und das habe ich auch sehr gerne gemacht, denn Ludwig ist natürlich ein wunderbarer Gesprächspartner. Aber bevor wir jetzt in das Gespräch reinhören, würde ich dich gerne mal fragen, was war denn dein erster Gedanke, als ich dir gesagt habe, dass er wieder, muss man ja sagen, bei uns zu Gast ist? Top, vor allem, weil er mit Live-Teachers etwas macht, das nicht aus dem klassischen Schulkontext heraus entsteht, sondern aber gleichzeitig eine Lücke auffüllt.
Also das finde ich total spannend und da ist er ein richtiges Vorbild. Ja genau, darüber sprechen wir natürlich dann auch noch im Interview, aber sag mal, leider im Gegensatz zu mir, ich habe Ludwig noch nie persönlich kennengelernt, was irgendwie ein bisschen absurd ist, denn wir sind beides Berliner, aber es hat noch nicht so face to face geklappt, aber bei dir schon, richtig? Ja, ich habe ihn zweimal on stage erlebt. Einmal bei der OMR letztes Jahr. Da war er eines der ausgewählten Social Impacts, die dort pitchen durften oder konnten. Und er fällt natürlich auch immer auf. Sie haben ja immer diese rosanen Hoodies. So siehst du sie natürlich. Ich habe ihn natürlich dann auch gleich interviewt für unseren Live-Podcast, den ich gemacht habe. Müsst ihr mal gucken, müsste im Mai, ja logischerweise im Mai letzten Jahres. Und das zweite Mal war bei der Fast & Curious Tour von Verena Pauster. Da hat er auch gepitcht. Die hat er ja für drei Startups eingeladen zu ihrer Live-Tour an jedem Standort.
Und ich war in Berlin und da war er auch dabei. Und ich muss ganz ehrlich sagen, also ich glaube, da gab es nicht viele, die jetzt anderer Meinung waren. Der hat das da einfach fantastisch gemacht, hat alle abgeholt. Die Leute waren begeistert. Und es haben sich auch viele der Gästinnen und Gäste nachher noch mit ihm unterhalten im Forum und haben sich noch ausgetauscht. Er ist da auch so ein catchy Typ. Also er kriegt die Leute, also er kriegt sie überzeugt. Er hat eine gute Idee und er kann sie auch gut rüberbringen. Ich würde sagen, wir schauen jetzt mal, ob es bei großen Visionen bleibt oder ob es wirklich konkret wird, auch für den Schulalltag. Mir hat das Gespräch riesigen Spaß gemacht und ganz persönlich viel Mehrwert geliefert. Ich würde sagen, Gerd, wir hören mal rein. Hey Diggis, so geht Lernen mit Ludwig Thiede ist Gründer von LiveTeachers, einer Plattform, die Lernen dorthin zurückholt, wo es wirklich entsteht, ins Leben selbst. Mit echten Biografien, persönlichen Wendepunkten und ehrlichen Geschichten schafft er Lernräume jenseits von Klassenzimmern und Zertifikaten. Sein Ansatz? Bildung beginnt nicht mit Stoff, sondern mit Sinn. Und Lernen passiert dann, wenn Menschen sich selbst im Erlebten wiederfinden. Heute sprechen wir mit einem, der Bildung nicht erklärt, sondern Tag für Tag erfahrbar macht. Herzlich willkommen, lieber Ludwig. Ich freue mich sehr, dabei zu sein. Ja, ich freue mich wirklich auch auf das Gespräch. Ich begleite eure Arbeiter jetzt auch schon etwas länger.
Deine Kollegin Emily habe ich ja schon mal persönlich kennenlernen dürfen, dich leider immer nur onscreen, aber von daher weiß ich auch, wie lange ihr schon dabei seid, aber auch wie krass schnell der Erfolg jetzt gekommen ist, muss ich sagen, von Live Teachers. Bevor wir da nochmal ins Detail gehen, schauen wir erstmal nochmal auf den Anfang. Was war denn der ursprüngliche Gedanke hinter Live Teach Us und welches Problem wolltest du eigentlich damit lösen? Die ganze Geschichte beginnt wirklich noch zu meiner eigenen Schulzeit, über zehn Jahre leider jetzt schon her. Und damals saß ich am Ende meiner eigenen Schulzeit so in der Schule und hatte so ein Gefühl, was glaube ich viele junge Menschen nachvollziehen können, leider ja auch noch immer noch bis heute, dass ich so richtig aufs Leben mich nicht vorbereitet gefühlt habe. Und ich hatte zwar wahnsinnig viel gelernt und der Stoff, der ist auch bis heute wichtig, den man da gelernt hat. Aber trotzdem gab es ganz viele Punkte, wo ich eben sehr unsicher war. Und das war ganz praktisch. So Finanzen, Girokonto, wie mache ich das denn jetzt alles? Und was brauche ich da überhaupt? Bis hin natürlich zu der größeren Frage, die glaube ich auch alle haben. Was mache ich denn überhaupt jetzt, wenn die Schule vorbei ist? Schule ist ja einfach so ein tolles Raster, wo man eigentlich, ich sage mal, wenig über seine Zukunft nachdenken muss, sondern man geht einfach von nächster Klasse in die nächste.
Und dann steht man auf einmal vor der großen Entscheidung, was mache ich denn jetzt aus meinem Leben? Und ich sag mal so, im besten Fall kriegt man da von zu Hause ganz viel mitgegeben, vielleicht auch so eine Guidance, wobei auch da muss man immer schauen, wie gut ist die eigentlich so, wollen die Eltern vielleicht, haben die vielleicht ganz klare Pläne für einen selber und sind das überhaupt die richtigen für einen? Und auf der anderen Seite gibt es halt auch gefühlt immer mehr Möglichkeiten, was alles möglich ist. Und das war vor zehn Jahren damals schon für mich enorm viel. Und ich glaube, das ist jetzt nochmal ein bisschen schlimmer geworden. Durch Social Media hat man einfach noch mehr Ideen oder Bilder von Menschen, die Dinge tun. Und man denkt vielleicht, oh Gott, wo soll ich denn überhaupt erstmal anfangen? Und ich glaube, diese Überforderung war das Grundgefühl, was damals aufkam bei mir, dass das dann dafür gesorgt hat, dass ich gesagt habe, Moment, das kann doch nicht sein. Die Schule hat doch eigentlich die Aufgabe, aufs Leben vorzubereiten. Wie können wir das lösen? Und mir ist dann schnell aufgefallen, Lehrkräfte, die können auch viel Spannendes geben. Die haben leider durch die Fächer oft immer die Verpflichtung, leider nicht über diese Themen zu vermitteln. Zwangsläufig zu reden. Und dann ist es aber auch so, die wissen natürlich auch nicht alles. Die haben zum Beispiel alle schon mal studiert, also haben die jetzt nicht wirklich die große Ahnung über Ausbildung.
Das ist selten, dass du eine Lehrkraft vor dir hast, die mal ein Handwerk oder so gelernt hat und darüber sprechen könnte. Und dann ist mir halt aufgefallen, okay, ich habe so aus der Schule halt rausgeguckt und dann liefen halt immer an jeden Tag spannende Menschen vorbei. So und weil wir damals mal wieder Unterrichtsausfall hatten und ich quasi einfach nur rumsass, dachte ich mir, Moment, wenn wir jetzt statt diesem Auswahl von draußen jemanden reinholen, der oder die einfach mal erzählt, was sie im Leben tut. Dann würden wir gerade diesen Unterrichtsausfall total sinnvoll nutzen und wir hätten, egal was die Person erzählen würde, zumindest mal eine weitere Person kennengelernt und eine Ahnung, was so möglich wäre. Und das war so ein bisschen der Kerngedanke damals, also wirklich ganz aus dem Problem selber heraus, weil ich es so ein bisschen selber erlitten habe.
Kurz danach, nach der Schulzeit, kam dann wirklich noch viel verstärkter das Gefühl dazu, wo ich gemerkt habe, okay, diese Elternhausabhängigkeit, die ich damals auch schon gesehen habe. Also ich komme aus einer Großfamilie, ich habe viele Geschwister so. Meine Eltern haben mir viel Wertvolles mitgegeben, aber natürlich auch nur einen kleinen Bruchteil von dieser Welt. Und ich habe nach der Schulzeit vor allen Dingen dann nochmal mehr realisiert, dass eben manche aus meiner Klasse überhaupt gar kein Glück hatten und von zu Hause wirklich nichts mitgegeben bekommen haben. Und bis heute auch noch, also zehn Jahre später, das immer noch auch sichtbar ist, weil sie bis heute noch keinen richtigen Lebensweg gefunden haben. Und das fand ich dann auch nochmal hochspannend und das ist ja dann das Thema Chance und Bildungsgerechtigkeit, aber das wusste ich damals gar nicht, wie das heißt. Was ich schon damals aber zumindest gesehen habe, dass ich gesagt habe, okay, also diese Lebensvorbereitung hängt vom Elternhaus ab und die Schule ist dann nur bedingt quasi hilfreich in den Bereichen, obwohl wir quasi als Gesellschaft so breit aufgestellt sind und so viele Menschen haben, die so viel spannendes Wissen in sich traben. Dann kam also die Idee zu Live-Teachers.
Jetzt gehen wir mal davon aus, dass die meisten eigentlich von dir oder von euch gehört haben, aber trotzdem nochmal, wer das noch nicht kennt. Sagst du uns nochmal, wie hast du denn die Idee in die Umsetzung gebracht? Was macht denn Live-Teachers, um genau diese Defizite aufzugreifen, die du eben beschrieben hast?
Genauso in einem Satz zusammengefasst sage ich immer, wir bringen Menschen aus allen Bereichen des Lebens immer dann in die Schule, wenn sie gebraucht werden und das Ganze mit einer App.
Und im Grunde, das auch damals war mir schon völlig klar, wenn ich dieses Problem angehen möchte, dann soll das nicht nur in meiner alten Schule funktionieren und vielleicht auch nicht nur irgendwie.
Weil es einfach irgendwie gut durch eine Excel gemanagt ist, sondern für mich war immer klar, das Ganze muss eine App sein. Das war auch damals der erste große Boom der Apps, vor allem Dating-Apps war ein großes Thema und da hat man halt schon mal diese Logik von zwei Seiten suchen was, man bringt die zusammen oder so, hat man da gesehen und da auch dieses Skalierbare fand ich schon damals spannend, dass es wirklich theoretisch, wenn man es einmal ordentlich baut, dann auch an vielen Schulen jeden Tag funktionieren kann. So und das war genau dann auch die Umsetzung. War klar, wir brauchen hier eine technologische Lösung, die quasi dafür sorgt, dass zum einen Menschen, die mitmachen wollen, geschult und geprüft werden, weil das ist ja auch wichtig, Schule ein geschützter Ort, minderjährige Person. Und dann die Hauptaufgabe eigentlich darin liegt, diese Menschen auch passgenau in den Schulalltag zu bringen. Weil, vielleicht auch das ganz wichtig, wir kommen vom Unterrichtsausfall und das ist weiterhin eine Lücke im System, die einfach da ist. Das kann auch niemand bestreiten, wo wir sagen, lasst uns die doch einfach nutzen. Wir sind aber mittlerweile genauso auch und deswegen sage ich, wir kommen dann zum Einsatz, wenn wir gebraucht werden, zur Ergänzung des Fachunterrichts oder auch an Projekttage, wo wir eingesetzt werden. Das heißt, letztendlich sind wir eine Plattform, die... Als eine Art Brückenbauer zwischen Schule und echtem Leben steht, dafür sorgt, dass nur Menschen in die Schule kommen, die auch geeignet dafür sind, eine gute Vorbereitung haben und dann eben auch wirklich so passgenau, dass es wenig Mehraufwand für die Schulen selber ist.
Und deswegen auch diese ganze App dahinter, dafür sorgt, dass zum einen die Freiwilligen, die Live-Teacher, die in die Schule kommen wollen, es so einfach wie möglich haben, das in ihren Alltag einzubauen. Das heißt, es gibt keine Mindestanzahl an Stunden, die man annehmen muss oder sonstige Verpflichtungen. Und auf der anderen Seite, auf der Schulseite genauso, es mit drei Klicks möglich ist zu sagen, ich suche für morgen früh Unterstützung, ob das jetzt themenspezifisch ist, ich möchte jemanden aus dem MINT-Bereich oder ich sage, ganz egal, ich muss morgen, ist die Vertretungsstunde und bevor da immer Stillarbeit stattfindet, holen wir uns einfach jemanden dazu, der zur Klassenstufe und Schulform passt. Dann kann man das auch mit drei Klicks bei uns einstellen und dann wird diese Anfrage rausgeschickt. Und vielleicht das auch nochmal ein ganz wichtiger Hinweis, was viele mal nicht verstehen, wenn sie uns bisher nur kennen, ist die Logik, die dahinter liegt, ist quasi, man kann sich, wir sagen das immer selber, eine Uber-Logik. Das bedeutet, wenn man sich das Fahrgeschäft von Uber anguckt, vor allem die Technologie dahinter, ist es ja so, wenn ich einen Fahrer oder wenn ich eine Fahrt buchen möchte, geht die nicht an einen Fahrer raus, der wird angefragt und der sagt dann, nö, ich habe gerade keine Zeit, sondern es geht an viele Zeit gleich raus und einer findet sich dann, der die Anfrage annimmt und dann quasi zu dir kommt und dich abholt. Und ähnliche Systeme, ähnliche Lüge macht C in unserer Realschule.
Schickt diese Anfrage raus und geht sie an viele Plätze, die für diese Anfrage passen. Und das macht es dann eben möglich, dass man dann ganz einfach mit einem Klick sagen kann, ja, super, die nehme ich morgen früh an. Und bei den anderen, die sie auch bekommen haben, verschwindet sie in dem Moment wieder, wo ich angenommen habe. Und das ist so ein bisschen, um da jetzt nicht zu tief reinzugehen, halt die Technologie oder die Logik dahinter, die es dann eben auch möglich macht, dass das Ganze spontan und auch relativ unkompliziert im Alltag funktioniert. Das klingt ja nach einem wirklich ausgeklügelten System und wirft jetzt in meinem Kopf so zwei Fragen auf, die sind ein bisschen unterschiedlich, aber ich muss sie trotzdem zusammenstellen. Zum einen, wer hat denn diese App gebaut? Also bist du aus der Schule gegangen und hast gesagt, so jetzt let's go, ich baue eine App, die heißt Live Teachers und dann weiß ich genau, was ich machen werde oder hast du dir erstmal ein Team gesucht und gesagt, Hilfe, wer kann mir helfen, diese App wirklich so zu entwickeln, wie ich sie im Kopf habe? Und die zweite Frage, die daran anschließt, wo bekommt ihr denn dann eurem eventuell matchenden Live-Teacher her? Also die muss man ja auch finden, die muss man irgendwie akquirieren. Hören die von euch und melden sich dann einfach an? Oder wie ist so diese Kombination aus der Technik und dem menschlichen Input? Ja, sehr gute Fragen. Also mit der App war das auch damals so. Ich selber bin jetzt kein Informatiker, ich kann das auch nicht programmieren. Was ich damals gemacht habe, ist, ich habe erstmal so ein Klick-Dummy gebaut, um überhaupt den Menschen in meinem Umfeld zu zeigen, worum es eigentlich geht.
Grundsätzlich eh eine Sache, die ich allen immer rate, ist, sich überhaupt nicht zu verstecken mit der Idee, sondern damit rauszugehen, allen davon zu erzählen, sich das Feedback einzuholen und schon mal an der Idee weiterzuarbeiten und nicht irgendwie in seinem kleinen Kämmerchen vor sich hin bauen, dann rausgehen und feststellen, oh, das geht total in der Realität vorbei. Und genauso sind wir auch vorgegangen. Also ich habe erst mal das jahrelang als One-Man-Show gemacht und bin vor allen Dingen einfach mit einem Word-Dokument rumgelaufen und habe Menschen davon erzählt. Sowohl Lehrkräften, Schulleitung als auch Schülerinnen und Schüler bis hin, dass ich dann auch zu Stiftungen gegangen bin, die für uns ja ein ganz wichtiger Partner sind, weil wir haben immer gesagt, wenn wir das machen, machen wir das gemeinnützig, nicht gewinnorientiert, weil es ist für die gute Sache. Wenn man Geld verdienen möchte, dann würde man was anderes machen und das ist hier auf keinen Fall der Anspruch. Und, Dann hat es eine ganze Weile gebraucht, bis ich dann den Simon kennengelernt habe, meinen Mitgründer, der wiederum Informatiker ist, der sich quasi den ersten Prototype von mir genommen hat und dann gesagt hat, pass auf, ich setze mich jetzt mal hin. Jetzt machen wir was ordentliches draus. Genau, wir machen jetzt mal wirklich was, was auch funktioniert und nicht nur nach, also das, was ich damals gebaut habe, das sah erstmal gut aus, aber es hat halt im Hintergrund nicht funktioniert.
Und er hat noch strenger diesen Ansatz zu sagen, das muss auch skalieren können. Das heißt, ihm war immer wichtig, wir bauen hier eben nicht, was nach vorne nur Hui aussieht und hinten dann Fui ist. Und im Hintergrund sitzen wir eigentlich mit Excel-Tabellen und versuchen, die richtigen Leute zu finden. Er hat immer gesagt, nee, das machen wir nicht so. Und da kam es dann wirklich dazu, dass er dann in der ersten Nacht, nachdem ich ihm das gepitcht hatte, eine erste Version der App gebaut hat, die eben auch heute noch dann unsere App ist.
Und mit dieser ersten Version bin ich dann auch zu der ersten Schulleitung gegangen. Und wir haben verrückterweise, rückblickend würde ich es nicht nochmal so machen, halt wirklich mit der ersten Schule auch direkt mit der ersten App gearbeitet. Das heißt, obwohl die vielleicht erstmal wirklich noch rudimentär funktionierte und man hätte es am Anfang, glaube ich, auch wirklich mit einer Excel machen können, war unser Ansatz schon direkt zu sagen, nein, wir wollen von Anfang an sehr professionell auftreten und ohne App geht es gar nicht. Und dann kam relativ schnell auch die Fragestellung, also was du gerade meintest, die zweite, woher kommen denn eigentlich die Freiwilligen, die wir brauchen? So, auch da wieder in der Anfangszeit in der Wilden, das waren Friends und Family natürlich und ich selber. Also ich hatte die meisten Einsätze natürlich selber.
Einzig und alleine, weil die waren natürlich erstmal da, die wollten das unterstützen und wir wollten aufzeigen, es funktioniert erstmal soweit. Dann war aber schnell natürlich auch die Fragestellung, hey, ich will ja die Gesellschaft in die Schute bringen und damit die Vielfalt und damit auch Menschen, die eben nicht in meinem Umkreis sind, sondern eben mal ganz andere, wie schaffen wir das? Und dann hat sich das entwickelt, wofür wir halt jetzt auch, glaube ich, sehr bekannt sind, ist am Ende diese große Marketingmaschine, die wir sind. So nennen wir uns selber intern auch immer wieder. Und das ist nicht, weil wir irgendwie große Lust hatten, uns vor die Kamera zu stellen. Im Gegenteil, ich wollte eigentlich am Anfang immer im Hintergrund bleiben. Ich hatte immer so ein bisschen diesen verrückten Traum zu sagen, dass irgendwann mal jemand mir von Live-Teachers erzählt und ich dann irgendwann im Nebensatz sage, ach, das habe ich übrigens gegründet. Das wird, glaube ich, jetzt nicht mehr passieren, Ludwig. Dafür bist du zu präsent. Das ist ja auch gut so. Das wird nicht mehr passieren. Genau, der Zug ist abgefahren. Musste ich mich aber auch ehrlicherweise daran gewöhnen. Und auch das vor der Kamera sprechen, was wir jetzt tagtäglich machen, ist nichts, was eigentlich so mein Plan war. So und auch die Emily, die dann frühzeitig dazu kam, für die war das auch erstmal eine neue Umgewöhnung, aber uns wurde halt gesagt, gerade im Bildungsbereich, das ist ein sehr personengetriebenes Business, du brauchst am Ende Gesichter, die für das Produkt stehen.
Also wenn ihr nicht bereit seid, das selber zu tun, dann sucht euch Leute, Findet man natürlich nicht und vor allen Dingen, ich glaube, die Begeisterung für das, was wir machen, habe ich natürlich weiterhin in mir und dann habe ich gesagt, okay, egal, dann bin ich halt jetzt das Gesicht und wir haben halt wirklich dann angefangen, ganz klassisch mit Social Media Arbeit und dann haben wir das immer weiter intensiviert, haben dann wirklich, ja, wir posten halt täglich mindestens und dadurch es dann geschafft, die ersten Leute zu erreichen, die gesagt haben, hey, das klingt ja total cool und was dann auch früh auf uns zukam, war halt erste Presseanfragen, weil das, was wir machen, ist nun mal jetzt eine Innovation, Das gibt es so bisher nicht. Ich sage mal, wir schaffen auch eine ganz neue Art von Wissen, also diese Lebenserfahrung. Das wissen wir alle, was das ist und im besten Fall kriegen wir das aus unserem familiären Kontext irgendwie mitgegeben. Aber das wirklich so professionell in die Schule zu bringen und so, das fanden die Medien total spannend. Und das hat uns auch natürlich enorm geholfen, dass wir immer wieder neue TV und auch Artikel hatten, aber auch Radiobeiträge über uns, die dafür gesorgt haben, dass immer mehr Menschen auf uns aufmerksam wurden und dann natürlich auch unsere Social Media Arbeit, die immer professioneller wurde über die letzten Monate, auch weiterhin immer noch am Lernen ist. Aber auch da erreichen wir mittlerweile halt viele tausende Menschen, die dann durch uns inspiriert sind zu sagen, ja cool, ich downloade mir die App und mache hier mit, weil ich total Lust habe, das Projekt zu unterstützen. Und das ist vielleicht noch ein letzter Satz dazu. Das, was mir mittlerweile am meisten Spaß macht, ist gerade in so, ja, es sind ja schon teilweise depressive Zeiten, in denen wir leben.
Irgendwie zu sehen, wie viele gute Menschen es da doch draußen gibt, die sagen, ey, das ist so cool, was ihr macht und ich unterstütze das, indem ich hier mein Wissen weitergebe. Und das eben voll ehrenamtlich. Oder auch natürlich, wir sind komplett spendenfinanziert. Die Menschen, die sagen, ja super, ich finde das so gut, was ihr hier macht.
Ich unterstütze das mit meiner Spende. Und irgendwie diese... Das tagtäglich zu sehen oder auch wir kriegen jeden Tag immer noch Nachrichten von Menschen, die sich für unsere Arbeit bedanken, das macht einfach enorm viel Spaß und das ist, glaube ich, ein Antrieb. Ja, also das ist für uns auch ein ganz, ja, wie so ein bisschen unser Benzin quasi für die tagtägliche Arbeit sind diese Menschen, die wir jeden Tag treffen dürfen, wo man einfach merkt, ja, wir sind doch noch nicht verloren als Land. Im Gegenteil, es gibt sehr, sehr viele Menschen, die haben großes Interesse, dass dieses Land auch in Zukunft immer noch ein schönes Land bleibt. Das ist doch mal eine wirklich schöne Botschaft. Ja, mal was Positives, das brauchen wir auch nicht immer. Alles ist nur Mist und der Unterricht fällt aus und nichts klappt, sondern es gibt Ideen dagegen zu wirken und wirklich Menschen, die sich dafür auch, wie du sagst, ehrenamtlich engagieren, richtig gut. Sag mal, wenn man sich bei euch bewirbt als Live-Teacher, habt ihr da gewisse Auswahlkriterien? Ich vermute jetzt mal, so wie du berichtest, dass ihr die ganze Bandbreite versucht auch abzudecken. Also vom, sagt es vorhin, Handwerker oder von handwerklichen Berufen bis über den Tierarzt zu irgendwie was. Habt ihr da irgendwelche Kriterien? Ich denke jetzt auch unabhängig davon nochmal so eine Art von polizeilichem Führungszeugnis oder irgendeine Art Hintergrundcheck muss es ja wahrscheinlich schon geben, um auch die Sicherheit zu gewährleisten.
Wie macht ihr das? Sagen wir mal, ich lade mir die App runter, ich höre das, denke, das finde ich jetzt richtig cool und möchte gerne mitmachen. Was passiert dann? Also vielleicht ein Satz vorweg. Wir haben wirklich grundsätzlich erstmal die Annahme, dass wir sagen, jede und jeder weiß etwas, was für andere wertvoll ist. Also das ist unsere Grundhaltung. Und ganz viele, die immer von uns hören, sagen immer, was soll ich denn in die Schule bringen? Und das ist immer so für uns so. Was? Hä? Also du hast so viel spannendes Wissen in dir. Ehrlich gesagt, selbst junge Leute, die frisch aus der Schule kommen, können bereits schon was mitgeben. Das ist erstmal unsere Grundhaltung, aber natürlich ist dann die nächste wichtige Fragestellung, natürlich kann nicht jeder Mensch vor einer Klasse stehen, natürlich sollte nicht jeder Mensch vor einer Klasse stehen. Und genau das war eine der wichtigsten Fragestellungen am Anfang. Dafür haben wir uns nicht selber Gedanken gemacht, sondern haben uns einfach mit Schulen zusammengesetzt und auch schnell dann den Verwaltung dahinter und haben überlegt, okay, wir wollen die Gesellschaft in die Schule bringen, was muss dafür geschehen? Und da gibt es quasi so ein paar gesetzliche Sachen, wie ein erweitertes Führungszeugnis, was jede Person, die mitmachen möchte, bei uns einreichen muss, aber genauso auch eine Art von Selbstverpflichtung, die man unterzeichnen muss.
Jedes Thema, was letztendlich über uns eingebracht wird, wird auch nochmal schriftlich in einem Konzept bei uns abgegeben und geprüft und dann freigegeben. Foto ist natürlich auch klar, dass das eingereicht werden muss. Und dann ist es nochmal so, wenn wir quasi diese ganzen, ich sag mal, mehr oder weniger gesetzlichen Hürden genommen haben, dann geht es ja auch noch darum, dass wir nicht nur Menschen in die Schule bringen wollen, sondern wir wollen halt richtig gute Stunden am Ende in dieser Schule auch haben. Und dafür braucht es eine gute Vorbereitung. Und auch da haben wir uns wieder mit den Schulen hingesetzt und haben gesagt, okay, was gibt es denn für Know-how, was man vorher wissen sollte, bevor man das erste Mal in die Schule geht? Ganz wichtig, wir wollen kein Lehramtsstudium nachbilden. Das ist gar nicht unser Ansatz. Wir sind auch keine Konkurrenz zu Lehrkräften. Im Gegenteil, wir sind unterstützend. Und die Menschen, die wir in die Schule bringen, die kommen aus dem echten Leben. Und die müssen das quasi jetzt nicht auf dem pädagogischen Level machen, wie es eine Lehrkraft machen würde, weil es quasi auch kein Unterricht ist. Und mit diesem Ansatz sind wir dann zu Schulen hingegangen und haben uns hingesetzt und gesagt, okay, was sind denn die wichtigsten Elemente, die man vorab wissen sollte? Es ist was anderes, wenn man vor einer Klasse steht. Wir haben super viele Menschen aus dem Business-Kontext, die tagtäglich Vorträge vor Menschengruppen halten. Und die uns dann auch immer wieder als Feedback geben, wow, das war eine sehr, sehr spannende Erfahrung, weil so eine Klasse ist ein sauehrliches Publikum und das sollte man einfach vorab einmal wissen und auch dann, wie man damit umgeht grundsätzlich so. Es ist nun mal so, wenn man dann irgendwie um neun in eine Klasse reingeht und das, Kind, was vorne in der ersten Reihe sitzt, müde ist, dann würde es den Kopf auf den Tisch legen und schlafen.
So, und da kann man nichts machen und davon darf man sich dann auch nicht beirren lassen. Wenn die Restlichen zuhören, dann ist das eigentlich alles okay. Man muss da auch nicht mit jedem irgendwie so einen Einzelkampf kämpfen. Und ich sage mal so, die Pubertisten in den bestimmten Klassenstufen sind einfach auch anspruchsvoll. So, und das sind alles so Sachen, das muss man vorher einmal wissen. Und dafür haben wir Workshop-Module erarbeitet, die man dann auch einmal durchläuft. Wir haben so eine Art Grundausbildung, durch die jeder einmal laufen muss. Und dann haben wir einen digitalen Campus aufgebaut auf dem man wirklich dann ganz, ganz viel Input nochmal bekommt, dass wir teilweise von Schulen selber haben, Weiterbildungsformate. Zu bestimmten Themen kann man sich weiterbilden lassen. Wir arbeiten hier ganz viel mit Partnern zusammen. Wir bieten zum Beispiel auch unser Angebot in Grundschulen an. Und gerade in der Grundschule ist das Thema Vorlesen total spannend. Da haben wir zum Beispiel mit der Stiftung Lesende Zusammenarbeit, die da ihr komplettes Material uns zur Verfügung stellt und auch ihr Weiterbildungsangebot.
Und so haben wir quasi mit verschiedenen Partnern auch im MINT-Bereich und so einfach nochmal Vertiefungsmöglichkeiten, wenn man sagt, okay, nach der Grundausbildung will ich jetzt nochmal mehr wissen. So, und das ist quasi unser Prüfungs- und Qualifizierungsprozess, den jeder durchlaufen muss, der bei uns mitmachen möchte. Wenn du das erzählst, dann klingt das alles so super sinnvoll und gut durchdacht und dann haben wir mit den Schulen gesprochen und dann haben wir das mit der Verwaltung abgeklärt und dann haben wir noch die Menschen geprüft und zack, schon ging es los. Ich würde doch mal vermuten, dass es da einige Stolpersteine auch gab, vielleicht gerade auch hinsichtlich der, Ja, Verwaltung oder auch so die Reaktion an den Schulen. Wie war denn da so euer Weg? Sicher wird es einige gegeben haben, die das verstanden haben von Anfang an und gesagt haben, das ist super, das ist genau das, was wir brauchen. Aber gab es auch viel Skepsis, die euch entgegengeschlagen ist? So nach dem Motto, nein, das ist alles nicht didaktisch fundiert und wir brauchen halt doch eine Lehramtsausbildung und die gibt es nicht ohne Grund und so weiter und so fort. Also wie war da deine Erfahrung? Also zu 100 Prozent. Ich sage mal so, der Anfang war eine Vollkatastrophe.
Denke ich mir. Ja, es ist leider wirklich so. Ich bin damals total naiv gestartet. Die Idee war ja damals schon die gleiche und schon damals haben alle erst mal gesagt, wenn sie die zum ersten Mal gehört haben, total cool. Und genau mit diesem Selbstbewusstsein bin ich dann losgezogen zur ersten Schule hin, zur ersten Verwaltung. Und ich sage mal so, wie kann man es vorsichtig ausdrücken, ziemlich doll hingefallen. Und die wirklich ersten Jahre, also wir haben Live-Teachers über drei Jahre voll ehrenamtlich aufgebaut. Und die ersten Jahre kamen wir überhaupt nirgendwo rein. In keine Schule kamen wir rein. Die Schulverwaltung wollten uns nicht sprechen, weil wir waren ja total uninteressant. Wir haben noch mit einer Schule erst gearbeitet. Sorry, wir haben nicht die Zeit dafür.
Niemand wollte so richtig Zeit mit uns verbringen und die Schulen selber haben uns auch nie geantwortet, weil ich bin auch sehr naiv gewesen. Ich habe einfach auf der Website mir die Mailadresse rausgesucht, der Schulleitung persönlich geschrieben und gesagt, hier, ich habe ein perfektes Produkt, bitte, ab wann wollen wir loslegen? Keine Antwort. Keine Antwort bekommen. Wir sind in keine Schule reingekommen. Selbst wenn ich mal eine Antwort bekommen habe, dann kam die Wiederantwort nicht. Und also ich muss ehrlich sagen, aua, das tat ganz schön weh damals.
Und das war auch wirklich so ein bisschen, dass man überlegt hat, wozu machen wir das hier alles eigentlich noch? Und ich habe in der Zeit damals extrem viel über Schule gelernt, über die Menschen, die in der Schule arbeiten und die am Ende des Tages das gar nicht mal aus böser Absicht machen, sondern wie ich dann lernen musste, ist, die kriegen am Tag bis zu 20 Mails von unterschiedlichsten, vor allen Dingen auch Unternehmen, die halt irgendwas verkaufen wollen. Man geht da komplett unter und es braucht einfach eine Weile, sich dieses Vertrauen zu erspielen im Bereich Schule. Und was niemand bei uns damals verstanden hat, ist, warum machen die das? So, bis heute kriegen wir immer noch mal auch immer wieder diese Frage oder dieses it's too good to be true. Wie kann es sein, dass sich so eine junge Truppe mit den Skills, die wir haben, hinsetzt und an sowas arbeitet, wenn sie das gleiche vielleicht auch, ich sage immer, es ist spaßhalber, eine weitere Dating-Plattform bauen könnte, die kein Mensch braucht. Aber ich glaube, mit den Skills, die wir haben, könnten wir trotzdem eine bauen, die zumindest Geld bekommen würde in einer Höhe, wo wir alle sagen würden, ja geil. Damit könnte man gut arbeiten und leben. Warum setzen die sich hin und kümmern sich um diesen Teilbereich? Die sind alle nicht mehr in der Schule. Wir sind ein junges Team. Die ersten von uns haben jetzt Kinder, aber damals hatte niemand von uns irgendwelche Kinder. Das heißt, wir hatten auch keinen direkten Bezug und alle waren so kritisch. Wer steckt hinter euch? Ist das eine Sekte, die dahinter steht? Das ist ein großes Unternehmen. Also das war auch schon für mich ein herber Schlag, da diese Fragen sich anhören zu müssen. Mittlerweile, ich verstehe, woher das kommt. Und man muss da natürlich auch kritisch sein, weil es natürlich auch viele Organisationen gibt, die versuchen, in die Schule vorzudringen, die da nicht rein sollten.
Und deswegen war das ein sehr, sehr langer Lauf, den wir da hatten. Ich dachte damals, wir nennen es ja immer selber Social Startup, weil wir halt das komplett sozial machen, aber wie ein Startup denken. Und Startups sind ja normalerweise, sprinten die. Das heißt, die haben so einen 100-Meter-Lauf und du gibst alles in diesen 100 Metern und entweder schaffst du es oder nicht. Genauso sind wir auch gestartet, haben nach 100 Metern festgestellt, Mist, das Ganze ist hier ein Marathon, den wir laufen. So, und Marathon bedeutet Kräfte einteilen, Marathon bedeutet sich nicht beirren lassen, wenn man irgendwie nach zehn Kilometern der Kopf sagt, nein, du willst nicht mehr, sondern weiter rennen.
So, und genau so sind wir dann auch vorgegangen und das hat sich dann auch eigentlich als erfolgreich bewiesen, weil wir halt nicht aufgehört haben, weil wir einfach weitergemacht haben, weil wir am Anfang wirklich mit sehr wenigen Schulen gearbeitet haben und es weiterhin sehr, sehr anstrengend war, haben wir trotzdem weitergemacht und immer mehr Menschen sind auf uns aufmerksam geworden. Und ich glaube, diese Hartnäckigkeit, die wir hatten, hat zum einen dafür gesorgt, dass wir dann erste Unterstützer bekommen haben, also Privatspender, die gesagt haben, das ihr macht, ist so wertvoll und so gut und ich will, dass das funktioniert. Ich unterstütze euch mit einer Spende, was man ja nicht vergessen darf. Ich kam damals selber aus der Uni, ich hatte kein Geld und habe trotzdem jeden Cent, den ich übrig hatte, in das Projekt gesteckt. Wir haben alle komplett ehrenamtlich drei Jahre gearbeitet. Das heißt, wir mussten alle, entweder haben es nebenberuflich gemacht oder wie ich damals unter der Woche Vollzeit und am Wochenende mit irgendwelchen Aushilfsjob gearbeitet, damit ich mein Leben finanzieren kann. Das heißt, das war auch wirklich eine anstrengende Zeit. Man sieht so, wie die damals, mit denen man studiert hat, ziehen an einem vorbei, machen irgendwie Urlaub in Amerika, weil sie halt einfach feste Gelder haben und man selber sitzt da und denkt, was mache ich hier eigentlich?
Aber trotzdem, es war immer die hundertprozentige Überzeugung, das, was wir machen, ist wertvoll und wenn wir es schaffen, dann kann das was richtig Großes werden. Vielen Dank. Und genauso hat es sich dann auch Schritt für Schritt entwickelt. Also wir sind auch lange nicht fertig. Ich glaube, wir sind immer noch am Anfang des Marathons. Aber zumindest ist es so, dass wir mittlerweile gut ausgestattet sind mit Snacks, dass wir einfach weiter rennen können. Keine Ahnung, ob wir den Marathon schaffen. Ich glaube, das weiß niemand in dem Bereich. Aber zumindest sind wir mittlerweile deutlich stärker aufgestellt. Und ich bin kein Alleinläufer mehr auf diesem Marathon, sondern ich habe eine kleine Gruppe um mich, mein Team.
Und wir können jetzt arbeiten und sind mittlerweile an dem Punkt, wo wir überhaupt kein Schulmarketing aktiv mehr machen, sondern wirklich gerade so zwei bis vier Schulen pro Tag auf uns zukommen, die mit uns arbeiten wollen. Das heißt, da hat es auf jeden Fall dann eine Wendung gegeben. Aber ich glaube auch das nur, weil wir einfach weitergemacht haben. Die Schulen, die mit uns gearbeitet haben, haben uns weiterempfohlen. Und damit baut sich das dann stetig auf. Und das ist, glaube ich, gerade, also wenn ich die vielen anderen Projekte angucke, die in dem Bereich auch sind, Dieses In-Schule-Reinkommen ist schon mit das Schwierigste und ich bin total froh, dass wir mittlerweile, also deutschlandweit betrachtet, eben gerade es so haben, dass die Schulen auf uns zukommen und wir auf der Seite gar nicht viel machen müssen, sondern uns eigentlich um unsere Kernaufgabe kümmern können, viele Ehrenamtliche zu gewinnen. Jetzt hast du schon ganz, ganz viel von den Fragen, die mich noch umgetrieben haben, vorweggenommen. Das wäre nämlich gewesen, zum einen, ob ihr nur in Berlin, wir sind ja beides Berliner, ob ihr nur in Berlin tätig seid. Aber nein, ihr habt das Angebot auch bundesweit ausgerollt, entnehme ich dem? Ganz genau. Also wir sind wirklich in allen Bundesländern mittlerweile vertreten. NRW, da sind sogar mittlerweile die meisten Ehrenamtlichen, was mich ein bisschen wurmt, weil wir sind hier in Berlin. Ich will eigentlich, dass Berlin der stärkste Standort ist, aber auch da wieder überhaupt kein Ego oder so, sondern im Gegenteil. Ich will, dass das Projekt funktioniert und da, wo es am erfolgreichsten ist, da soll es einfach laufen. Und die Schulen, sagst du, die wenden sich mittlerweile an euch, weil sie von anderen Schulen da von über euch hören und im Austausch sind und so weiter und so fort.
Wie ist denn das, wenn ich mich als Schule oder auch jetzt als Lehrkraft, die zuhört, für euch interessiere? Also ich verstehe, ich lade die App runter, ich melde mich da an, dann würde ich mich vielleicht als Schule vorschlagen. Erste Frage, akzeptiert ihr denn noch jede Schule oder habt ihr auch ein Limit, wo ihr sagt, boah sorry, aber wir können jetzt gerade zum Beispiel in dem Quartal niemanden weiter aufnehmen, weil wir busy sind, um die anderen alle zu koordinieren? Und wenn man aufgenommen wird, du hattest es vorhin schon mal so ein bisschen angeteasert, man kann also auch kurzfristig jemanden anfragen oder man kann vielleicht auch sagen, wir planen in vier Wochen einen Studientag oder einen Projekttag für die Kinder und würden da gerne uns jemanden reinholen. Ist das richtig? Also es ist so ein ganz flexibles Angebot auch, um auf den individuellen Bedarf der Schule einzugehen, komplett.
Genau, also um das mal so richtig zu beantworten, wie du sie die Fragen gestellt hast. Also als erstes ist es so, jede Schule deutschlandweit kann bei uns mitmachen. Wir haben auch die vollen Kapazitäten dafür. Das ist ja wirklich unser Vorteil, dass wir technologisch getrieben sind. Bedeutet, dass wir keinerlei Probleme bekommen, wenn wir jetzt schlagartig mehr werden.
Natürlich muss man immer mal wieder schauen, sodass das alles im Rahmen bleibt. Aber das Wachstum, was wir jetzt gerade erleben, ist absolut im Rahmen und wir können sogar noch mehr vertragen, weil es wirklich so ist, dass die Schulen sich relativ autonom bei uns erstmal anmelden können. Es gibt eine Kooperationsvereinbarung, mit der wir arbeiten. Das ist einfach wichtig, weil wir haben festgestellt, wir bringen ehrenamtliches Engagement in die Schule und uns ist es ganz wichtig, dass das auch wertgeschätzt wird. Das heißt, es soll nicht einfach von Schulen, ah ja, hier super, kommt einfach jemand und wir können uns zurücklehnen, sondern im Gegenteil, wir suchen bewusst nach Partnerschulen. Bedeutet auch, vielleicht so ein bisschen, um das mal so einzuordnen, jede Schule, die mitmacht, macht nicht nur einfach mit, sondern hat auch eine Aufgabe. Und zwar arbeiten wir ganz stark auch mit den Schulgemeinschaften. Das bedeutet, jede Schule, die mitmacht und quasi Menschen aus dem Pool nimmt, die sie quasi für ihren Schulalltag einsetzt, hat auch die Aufgabe zu sagen, wie können wir denn auch welche in diesem Pool mit reingeben. Das bedeutet im Ersten ganz einfach die Elternschaft. An der Schule sind das ja mal schnell 1.000 bis 2.000 Eltern, die da grundsätzlich erstmal vorhanden sind. Und wenn man es irgendwie schafft, davon so ein Viertel, ein Drittel oder so langfristig auch bei uns auf die Plattform zu bringen, dann wächst das natürlich bei uns auch noch mit jeder Schule, die dazukommt.
Und schön ist zu sehen, dass Schulen da sehr offen für sind, weil sie das verstehen. Die sagen, das ist ein Solidaritätsprinzip. Wir profitieren ja auch von den Eltern der anderen Schulen. Es ist quasi ein Win-Win und wir müssen natürlich auch irgendwie was reingeben. Andere Schulen bringen ihre Alumni rein, das heißt ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sie vielleicht ohnehin einmal im Jahr dazu holen, denen schicken sie dann unser Angebot und sagen, hier pass auf, hast du Lust ab und zu immer mal wieder in deine alte Schule zu kommen und aufzuzeigen, was du studierst, welche Ausbildung du machst oder was du arbeitest, dann kannst du jetzt quasi auch über diese Plattform gehen, die wir hier nutzen.
Genau, das wird alles in Kooperationsvereinbarungen geregelt. Und dann ist es so, wenn eine Schule als Partnerschule dabei ist, das ist wirklich ganz einfach. Dann kann sich als Lehrkraft, kann man entweder unsere Web-App nutzen, das heißt über den Browser, man muss nichts downloaden, oder man benutzt unsere mobile App, kann sich dort dann quasi einen Account erstellen unter der Schule. Und das ist vielleicht auch ganz spannend. Jede Schule kann so viele Accounts, wie sie braucht, haben. Das heißt, es ist nicht nur ein Account, über den dann alles läuft, sondern jede Lehrkraft kriegt einen eigenen Account und kann dann individuell für den eigenen Bedarf bei uns Anfragen stellen. Wie du es gerade schon richtig beschrieben hast, kann das eben sein, man muss morgen früh vertreten in einer Klasse, die man selber gar nicht kennt und sagt, bevor ich jetzt hier einfach Stillarbeit mache, holen wir uns doch lieber jemanden dazu. Dafür kann man übrigens dann auch das Online-Angebot super nutzen. Also wir bieten das Ganze sowohl live vor Ort als auch digital an. Und somit hat man dann auch Zugriff auf Menschen, die in ganz Deutschland sind und somit vielleicht auch mal ganz andere Berufsgruppen. Ich sage mal immer ganz stumpfes Beispiel, aber in Hamburg haben wir natürlich Leute, die viel mit der Schifffahrt zu tun haben und dann im Hafen arbeiten. Die kriegst du ja in Bayern so nicht. und umgekehrt. Genauso in Bayern haben wir auch viele Menschen, die auch in der Landwirtschaft arbeiten oder auch da rund um München halt auch ganz stark Technologiestandort, die man vielleicht wieder im ländlichen Raum so nicht hat. Das heißt, dieser Austausch, der funktioniert vor allen Dingen durchs Digitale plus Menschen, die auch im Ausland mitmachen, finde ich auch super spannend.
Genau, und auf der anderen Seite kann man genauso auch sagen, okay, für meinen Fachunterricht als Ergänzung, jetzt haben wir irgendwie vier Wochen lang uns mit den Formeln rumgequält, jetzt hat sie wirklich mittlerweile jeder verstanden. Jetzt lasst uns da nochmal mal jemanden dazuholen, der oder die diese Formeln auch im Alltag anwendet. So und da, das ist einfach eine super Möglichkeit, den eigenen Fachunterricht mal so ein bisschen aufzufrischen und da jemanden dazuzuholen oder auch ein ganz klassisches Beispiel, Thema Bewerbung. Auch da kann eine Lehrkraft super guten Input geben. Aber natürlich, was ist gerade der aktuelle Stand von guten Bewerbungsmappen? Wie läuft so ein Bewerbungsgespräch heutzutage ab? Das ist natürlich, das kann am besten jemand erklären, der oder die auch tagtäglich damit zu tun hat. Und auch diese Menschen haben wir auf der Plattform, die kann man sich dazu holen.
Und das ist dann wirklich so, also ob für morgen früh, man stellt die Anfrage, die in Echtzeit rausgeschickt wird oder in drei Wochen oder sogar erst im nächsten Schuljahr haben wir auch schon gesehen auf der Plattform. Das ist für uns am Ende ganz gleich. Die Plattform funktioniert für all diese Möglichkeiten und soll am Ende auch diese Flexibilität mitbringen. Das heißt, von unserer Seite aus gibt es keine Vorschrift, ihr nehmt das jetzt nur für Ausfall oder ihr nehmt das nur für Projekttage, sondern im Gegenteil. Wir sind die Plattform, wir versuchen das so einfach und unkompliziert zu gestalten wie irgendwie möglich und wie die Schule und die einzelne Lehrkraft das am Ende im Alltag verwendet, das ist ihr ganz alleine überlassen.
Super. Also ich fasse mal kurz zusammen, wer jetzt nicht aus irgendwelchen Gründen die Digis verwendet, um Unterricht zu vertreten oder auch Lebensweltbezug herzustellen, der wendet sich auf jeden Fall an euch bei Live Teachers, weil da gibt es genau das Angebot. Und ich finde auch ganz wichtig, dass du nochmal das in der Ergänzung bringst, dass es auch digital funktioniert, so gesehen. Also dass man nicht die Sorge haben muss, oh Gott, jetzt wohne ich aber irgendwie auf dem Land und dann brauche ich mich dafür gar nicht zu interessieren, sondern einfach mal schauen bei euch und dann gucken, was geht. Ludwig, ich würde gerne zum Abschluss dich nochmal fragen, gibt es vielleicht so eine persönliche Geschichte, die dich mal sehr berührt hat, wo du gemerkt hast, wow, wir machen hier wirklich einen Impact mit Live-Teachers. Entweder ein Feedback von Schülern oder von der Schule oder vielleicht auch von einem eurer Ehrenamtlichen. Also ich glaube, da kann man sogar noch mal einen kleinen Schritt zurückgehen. Teil meiner eigenen Gründungsgeschichte ist, dass ich damals in der Schule, als ich am Ende meiner eigenen Schulzeit stand, also was eine ganz inspirierende Geschichte für mich überhaupt war, dass ich Leipzig das aufgebaut habe. Damals, als ich am Ende meiner eigenen Schulzeit war, hatten wir die große Herausforderung hier in Deutschland mit der ersten großen Geflüchtetenkrise.
Das heißt, damals kamen sehr, sehr viele neue Menschen bei uns ins Land und das war ja überall omnipräsent das Thema. und obwohl man das in allen Medien jeden Tag gehört hat, hat das damals bei mir noch nicht ausgelöst, dass ich mich irgendwie engagiert habe, sondern ich habe das alles registriert, aber nichts aktiv unternommen. Damals kam quasi in unsere Schule selber für so eine 45-Minuten-Einheit eine geflüchtete Frau aus Libyen, die in einem gebrochenen Englisch einfach nur ihre Geschichte erzählt hat. Das heißt, sie hatte jetzt weder große Vorbereitungen noch irgendwie Know-how, sondern hat sich hingestellt, ihre Geschichte erzählt. Ich glaube, da haben wir noch ein paar Fragen gestellt und ich glaube, danach war für uns alle, der Tag gelaufen, weil das eine so fürchterliche Geschichte war, die ich aber bis heute nicht vergessen habe, die bei mir ausgelöst hat, dass ich generell Menschen mit Fluchthintergrund komplett anders begegne seitdem und eben auch eine Inspiration für Live-Teachers war, weil ich im, Dann ja quasi war meine Schule vorbei und dann hatte ich ein paar verschiedene Praktikas ausprobiert.
Und unter anderem war ich dann auch einmal die Woche in einem geflüchteten Heim, wo ich mit Kindern einfach gespielt habe. Das war jetzt auch nichts Weltbewegendes, das will ich jetzt auch gar nicht so hervorheben. Aber Fakt ist auch, dass das in mir ausgelöst hat, dass ich aktiv geworden bin und hat mir einfach nochmal gezeigt, dass diese persönliche Begegnung, die wir da geschafft haben oder die die Schule damals geschafft hat, total prägend ist und dass das natürlich in dem Bereich irgendwie, ja, kann man vielleicht gut nachvollziehen, aber auch für viele andere Bereiche extrem entscheidend sein kann. Also auch das Thema Finanzen, Steuererklärung oder so, das sind Themen, das sind Buzzwords, da hat man vielleicht ein Gefühl, wenn man die zum ersten Mal hört. Wenn aber jemand 45 Minuten vor einem stand und über das Thema Steuererklärung geredet hat, unter anderem auch erklärt hat, warum Steuern auch wichtige Seiten haben für unsere Gesellschaft, dann sind das so Stunden, die man nicht vergisst und dann sind das auch Gefühle, die man mit sich mitträgt. Und das ist oft immer so ein, wir sprechen immer davon, so ein Berührungspunkt, den man zum ersten Mal zu einem Thema hat, was man sonst nie haben würde. Und das kriegen wir auch immer wieder, also wir fragen nach jeder Stunde das Feedback aus den Schulen ab, kriegen wir auch immer wieder in unseren Feedbacks zu lesen, dass genau das quasi der entscheidende Punkt ist. Also wir bringen eine Themenvielfalt in die Schule, die wirklich so breit ist wie das Leben. Also wir haben auch Menschen darüber, die sprechen darüber, wie man mit Stress umgeht oder wie eine Weltreise macht, wie man ohne Geld eine große Weltreise machen kann und so. Und entscheidend ist aber wirklich, dass das für viele so die erste Berührung zum Thema ist, mit dem sie sich noch nie beschäftigt haben.
Und das ist irgendwie total schön zu sehen. Und um jetzt nochmal was komplett Konträres dazu zu sagen, wir hatten jetzt auch schon den Fall, dass jemand natürlich auch mal ein Schülerpraktikum in einem Startup dann gemacht hat. Wo der Gründer einfach auch als Live-Teacher in der Klasse war und da einen Vortrag gehalten hat. Und das zeigt vielleicht auch noch so ein bisschen die Dimension oder was da in Zukunft auch noch möglich ist, dass wir sagen, wir bringen nicht nur die Menschen dahin, sondern wir können vielleicht auch wirklich nachhaltig Verbindung schaffen zwischen der Schule und diesen Menschen, dass man dann eben mit Praktika irgendwie mal in Berührung kommt mit den Berufen, oder vielleicht auch wirklich nochmal eine Anschluss-Session macht, weil die eben so gut ankamen und noch so viele Fragen übrig waren. Das sind alles so Bereiche, wo ich denke, ja, also allein das Feedback, was wir jeden Tag bekommen, zeigt, dass das, was wir machen, einen Wert hat, dass das auch eine Wirkung hat und dass da auch noch ganz, ganz viel Potenzial drin steckt. Also davon bin ich absolut überzeugt und ich denke, was ihr macht, ist genau das, nämlich super nachhaltig und ein riesen Faktor für Bildungsgerechtigkeit und für Chancen, die eröffnet werden. Einfach Dinge kennenzulernen, die man nicht im eigenen Horizont hat, ist so wertvoll und ich vermute mal.
Das größte positive Feedback hört ihr vielleicht oftmals gar nicht, sondern das spielt sich dann in den Köpfen der Kinder ab oder vielleicht dann auch in Köpfen der Ehrenamtlichen, die so inspiriert sind, dass es noch ein paar Jahre später nachhalt. Das kann ich mir durchaus vorstellen und das ist super schön und super wertvoll, einfach was ihr macht. Und von daher ist es natürlich klar, ihr braucht auch Finanzierung, ihr braucht Unterstützung auch auf der Ebene. Wie kann man das machen, wenn man sagt, das ist ja mega und ich möchte vielleicht nicht als Ehrenamtlicher oder als Schule, aber anderweitig meinen Beitrag leisten. Wie funktioniert das, Ludwig? Genau, das geht auch ziemlich einfach. Wenn man einfach auf unsere Website live-teachers.org drauf geht, hat man unten rechts auch immer so ein Dauerspende-Button, weil das natürlich für uns einfach ein wichtiges Element ist. Wir brauchen am Ende Geld, um unsere Arbeit zu machen.
Dann kann man über ein Spendenformular ziemlich einfach uns jede Summe spenden. Wenn man sagt, man hat vielleicht auch Interesse an einer größeren Zusammenarbeit oder möchte vielleicht besonders in einer Region oder so wirken mit seinem Geld, da gibt es auch Kontaktmöglichkeiten. Dann können wir gerne ins Gespräch kommen. Wir sind wirklich extrem offen. Das Tolle ist, glaube ich, bei uns, wir sind komplett unabhängig. Das heißt, wir haben eben nicht irgendwie einen großen Förderer, der uns jetzt sagt, was wir tun müssen, sondern im Gegenteil. Wir können wirklich noch in alle Richtungen uns bewegen und haben auch immer eine extrem große Offenheit der Zusammenarbeit. Das heißt, wenn man jetzt selber irgendwie ein Unternehmen ist oder eine eigene Organisation hat und sagt, da gibt es total viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, auch dann gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Wir sprechen wirklich täglich oder ja doch täglich mit vielen, vielen unterschiedlichen Menschen, die uns einfach mit ihrem Netzwerk auch unterstützen wollen. Das ist für uns weiterhin das Wichtigste. Ich glaube, je mehr Menschen von uns mitbekommen, desto mehr Menschen machen auch mit. Und je mehr Menschen mitmachen, desto wertvoller wird unser Angebot. Das unterstützen wir natürlich gerne auch bei den Digis. Richtig toll. Ich verlinke die Seite definitiv in den Shownotes. Einfach mal schauen und klicken. Und Ludwig, dir und deinem Team weiterhin ganz, ganz viel Erfolg bei eurer wichtigen Arbeit. Vielen, vielen Dank. Hat mich sehr gefreut, dabei zu sein. Nachgedacht.
So Gerhard, jetzt haben wir das Gespräch gehört. Du hast es natürlich auch schon vorher gehört, um mir deinen Daumen hoch für die Veröffentlichung zu geben, aber sag doch wirklich auch nochmal ganz persönlich, was ist so dein Eindruck? Mein Eindruck, ich habe ja schon ein vorgefasstes Bild und das ist nochmal bestärkt worden durch dieses Interview. Er ist wohltuend differenziert, schaut auf das System, sieht natürlich, Lehrkräfte sind auch nur Menschen. Aber was mich eben begeistert, er hat ja genau dieses Gap im Blick, Unterrichtsausfall und gleichzeitig Berufsorientierung. Also er bringt zwei Dinge ganz fantastisch zusammen. Herausforderungen heute, die er zu einer Lösung verbindet. Und das wollen wir, wir sind auch lösungsorientiert, wollen wir doch sein. Ja, absolut. Na klar, das ist ja auch der Ansatz bei unseren Digis, dass die niedrigschwellig einsetzbar sind und wirklich ganz flotte, flinke Lösungen auch für den Unterricht bieten. Aber ich muss auch jetzt nochmal eine Sache sagen. Ich habe sie mir die ganze Zeit im Gespräch verkniffen, aber soll ich jetzt nochmal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern? Ja, bitte. Hört uns ja keiner.
Doch, das kann man ruhig hören, aber es ist wirklich so, mir geht das die ganze Zeit durch den Kopf und auch jetzt, wo du es wieder sagst. Ich hatte nämlich ein ähnliches Erlebnis wie das, was Ludwig jetzt mit Live Teachers 40 Jahre, muss man sagen, leider später aufgebaut hat. Als ich in der Grundschule war, gab es einmal ein Projekt, in dem die Lehrerin Eltern in den Unterricht gebeten hat, damit sie von ihren Berufen erzählen können. Und ich werde nie vergessen, der Vater von meiner einen Mitschülerin war damals Entwicklungshelfer in Afrika. Und das war so interessant und das ist wirklich bis heute, wie du merkst, bei mir hängen geblieben. Jedes Mal denke ich, ich habe keine Ahnung mehr genau, ob das dritte, vierte oder welche Klassenstufe das war oder welches Unterrichtsfach. Aber dass da ein Mensch stand, der extern ist. Ja eben nicht aus der Schule kam, sondern aus dem wahren Leben und mir das erzählt hat, das klingt bis heute nach. Also von daher einfach mega gut, dass Ludwig und sein Team, muss man natürlich auch ganz deutlich sagen, das so gut in den Alltag heutzutage übersetzt bekommen haben. Ja, kann ich ähnlich bestätigen. Damals als Kind oder als Jugendlicher fand ich das sehr fantastisch.
Kam bei uns mal einer Staatseinwältin in den Unterricht und hat erzählt auch so von Fällen, jetzt nichts Politisches. Das kann ich mich heute an diese Unterrichtsstunde auch noch erinnern, weil es sehr, sehr spannend war. Man vergisst vieles. Aber wenn eine Emotion geweckt wird und die sich dann verknüpft, dann lernen wir auch. Und das ist ja sicherlich auch das, was er mit seinem Projekt Live Teach Us schafft.
Und was mir daran auch so super gut gefällt, dass Live-Teachers ja auch den Druck von Lehrkräften nimmt, dass man nicht so das Gefühl hat, man muss alles abdecken und man muss in jedem Bereich super kompetent sein, sondern dass man auch wirklich buchstäblich die Türen öffnet und sagt, hereinspaziert, das Interesse bei den Kindern ist automatisch da, wenn jemand Neues kommt, wenn ganz frische Impulse in die Klasse kommen. Und als Lehrkraft ist das natürlich auch unheimlich schön, dass man die Lerngruppe nochmal anders erlebt, dass man sich auch ein bisschen beobachtend zurücklehnen kann und selber ganz viele neue Impulse gewinnt. Ich kann nur dazu einladen und vor allem auch Vorurteile abzubauen. Wir kennen das ja, das heißt es wieder, Gerd kommt jetzt mit Lehrerschelte um die Ecke, nein, das meine ich gar nicht, aber viele, viele der Kolleginnen und Kollegen, die sind sehr in ihrer Schulblase gefangen.
Oder unterwegs, sagen wir es mal so. Der Bezug jetzt zu anderen Berufen, der ist nicht da. Gleichzeitig soll die Schule ja alles lösen. Das entlastet doch auch, wenn Leute dann in die Schule kommen. Ich weiß, ich habe solche Kollegen, die sehr, sehr offen unterwegs waren. Meine Schule hat auch das Berufswahlsiegel. Und da waren wir tolle Messen gehabt, wo Menschen in die Schule kommen, wo Firmen sich vorgestellt haben. Eine Elternberufsbörse, genau das, was du vorgestellt hast, war bei uns Standard. Dass dann Eltern in den Unterricht gekommen sind, aber es kommt ja noch eine Sache hinzu, ich möchte die Angst davor nehmen. Also wir haben manchmal auch die Tendenz in Schule, oder so habe ich es auch erlebt, ich will gar nicht so andere jetzt hier bei mir reingucken lassen, ich will das gar nicht.
Und natürlich selbst auch so dieser Druck, ich weiß doch alles. Also solche Kollegen gibt es natürlich auch. Also die das Leben in all ihren Facetten kennen und erklären. Wir lieben diese Kollegen auch, besonders in Lehrernzimmern, die das ganze Leben dann erklären können. Was will ich sagen? Mehr Offenheit und als ehemaliger Schuler sage ich natürlich, hey, wenn jetzt hier kein Unterricht ausfällt und jetzt kommt noch jemand und, Die Kinder erleben eine tolle Unterrichtsstunde, sie erleben eine tolle Zeit mit so einer Person.
Fantastisch. Besser geht es doch nicht. Besser geht es nicht. Es ist wirklich auch ein Modell, was mir so gut gefällt, von dem alle Seiten profitieren. Weißt du, auch die Freiwilligen, die ehrenamtlichen Live-Teacher, die sagen ja auch, sie sind begeisterter von den Erfahrungen, die sie sammeln können. Für die Schule ist es ein Riesenmehrwert, auf den Klick wirklich einen tollen Ersatz für eine auszufallende Stunde zu bekommen und natürlich, Lars aber überhaupt nicht liest, für die Schüler und Schülerinnen über den Tellerrand hinaus zu gucken und ja, auch mit Lebensperspektiven in Berührung zu kommen, zu denen sie sonst einfach gar keinen Zugang hätten. Ja, und der dritte Punkt für die Firmen oder auch für die Menschen, die sich dorthin stellen, die sind ja auch immer Repräsentanten, ich sage mal Personal Brand ihrer Firma. Und letztendlich, vielleicht findet man auch eine Nachwuchskraft, die dann dort wieder anfängt oder sich für dieses Thema begeistert. Und das ist doch auch gesellschaftlicher, aber auch ökonomischer Impact. Genau, das hatte Ludwig ja auch schon so ein bisschen angedeutet, dass es zukünftig auch noch in die Richtung gehen soll, da wirklich Verbindungen zu schaffen, die über eine reine Unterrichtsstunde hinausgehen. Also ich würde sagen, wir beobachten Live-Teachers weiter.
Die sind noch lange nicht fertig mit dem, was sie auf die Beine stellen wollen. Und ich denke, insgesamt so unterschiedliche Perspektiven in die Schule zu bringen, das kann uns eigentlich allen nur gut tun. Ja, und eine Verbindung, die über diesen einen Podcast hinausgeht, die schafft ihr natürlich ganz einfach, indem ihr diesen Podcast abonniert. Gebt uns gerne eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast, wo immer ihr uns hört. Dann seid ihr immer die Ersten, die Hey Digis, so geht Lernen heute hören. Bis bald. Das war HeyDiggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.