Es ist Sonntag und unsere Digi der Woche heißt, woher kommt eigentlich das Fasten? Fasten ist Nahrung für die Seele, so heißt ein arabisches Sprichwort. Der Satz klingt erst einmal ungewöhnlich. Nahrung für die Seele? Was bedeutet das eigentlich und was ist Fasten überhaupt? Wenn wir heute über Fasten sprechen, denken viele zuerst an Diäten, an Kuren, an Programme, an bunte Zeitschriftenreklame, die versprechen, in 10 Tagen 5 Kilo zu verlieren. Oder umgekehrt. Darum geht es hier nicht. Am 18. Februar, dem Aschermittwoch, beginnt die christliche Fastenzeit. Und in diesem Jahr startet am selben Tag auch der Ramadan.
Zwei religiöse Traditionen beginnen gleichzeitig. Das ist doch ein guter Moment, einmal genauer hinzuschauen. Denn Fasten gibt es nicht nur im Christentum und im Islam. Auch im Judentum, im Buddhismus, im Hinduismus spielt Fasten eine Rolle. Und überall geht es um mehr als Essen. Im Christentum dauert die Fastenzeit 40 Tage bis Ostern. Es ist eine Zeit der Vorbereitung, der Besinnung. Manche verzichten bewusst auf bestimmte Speisen, andere auf Gewohnheiten. Aber es geht vor allem, den Blick nach innen zu richten und bereit zu sein für die Auferstehung Jesu. Im Islam ist das Fasten im Ramadan eine der fünf Säulen, Also eine tragende Grundlage des islamischen Glaubens.
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird weder gegessen noch getrunken. Es geht um Selbstdisziplin vor Gott, aber auch um Mitgefühl für die Menschen. Im Judentum fasten Gläubiger am Yom Kippur, dem höchsten Feiertag. Ein Tag der Versöhnung, der Reflexion, der inneren Reinigung. Im Buddhismus steht das Fasten für Klarheit, für Konzentration, für das Zurücktreten von Begierden. Und im Hinduismus gibt es viele Fastentage, an denen bewusst verzichtet wird, um Körper und Geist zu reinigen. Wenn man das zusammennimmt, merkt man, Fasten ist kein Trend, Fasten ist kein Lifestyle oder ein Körperideal. Fasten hat eine lange Tradition in der Religion und in der Kultur.
Es geht um Reduktion, aber nicht um bloßen Verzicht. Es geht um Fokus und die Frage, was brauche ich wirklich? Wie kann ich seelisch wachsen?
Darüber soll unsere neue Unterrichts-Digi die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch bringen. Die Digi heißt Kulturgeschichte des Fastens und ist für Klasse 7 und 8 konzipiert. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen, die Fastentraditionen verschiedener Weltreligionen heraus. Sie vergleichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sie diskutieren Chancen und Grenzen des Fastens und sie reflektieren, was religiöses Fasten von gesellschaftlichen Schönheitsidealen unterscheidet. Die Digi eignet sich besonders für sozialwissenschaftlichen Unterricht, Geschichte oder Religion. Aber gerade jetzt, wo die christliche Fastenzeit und Ramannan gleichzeitig beginnen, ist sie auch ein starkes Instrument für die Klassenleiterstunde. Für Dialog, für Verständnis, für Perspektivwechsel. Sie lässt sich sogar fächerübergreifend denken und mit anderen Digis kombinieren. Wenn es zum Beispiel darum geht, was macht Fasten mit uns, etwa mit der Unterrichts-Digi Regulation des Blutzuckers. Also nicht nur kulturell, sondern auch naturwissenschaftlich können wir auf das Thema schauen. Aber Fasten ist mehr als Verzicht. Fasten ist ein Innehalten, ein Blick nach innen und vielleicht auch ein Anlass, zu Hause mit den Eltern darüber ins Gespräch zu kommen. Das war die Digi der Woche.
Alle Infos findet ihr in den Shownotes. Und jetzt gibt es noch einen Tipp für euch.
Sag mal, Viola, warum sehen wir eigentlich immer noch so wenige Frauen in der Wissenschaft? Ja, das ist eine sehr gute Frage, Gerd. Denn Studien zeigen, Mädchen sind in Mathe- und Naturwissenschaften natürlich genauso gut. Es fehlt oft nur an Vorbildern. Und genau da setzt Women Do Science von Casio an. Stimmt. Mit vier echten Wissenschaftlern aus Nordrhein-Westfalen, die forschen, die erfinden und machen unsere Welt einfach besser. Ganz nahbar, ganz real. Ja, und außerdem mit dabei Mathematikerin Emmi Nöter. Und ohne ihre Arbeit hätte selbst Einstein Probleme mit der Relativitätstheorie gehabt. Krass, oder? Übrigens, erst rund ein Drittel der MINT-Jobs in Deutschland sind von Frauen besetzt. Es wird wirklich Zeit, das zu ändern. Casio unterstützt diesen Wandel mit Workshops an Schulen, Austausch auf Augenhöhe und Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte. Alles komplett kostenfrei. Der erste große Auftakt bei der Didakta im März, bei der wir zwei spannende Panels mit den Wissenschaftlern moderieren werden. Gestartet ist das Projekt übrigens schon 2018 in Spanien. Jetzt vernetzt sich Casio europaweit. Women do Science, weil Wissenschaft vielfältiger wird, wenn alle mitforschen dürfen. Mehr Infos, einfach in die Shownotes schauen, den Link anklicken und gemeinsam mit Casio den MINT-Wandel gestalten. Wir sehen uns auf der Didakta.