Hey Diggis, so geht Lernen heute. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute für dieses Interview war ich mal nicht im Studio, sondern unterwegs direkt im Ministerium in Stuttgart im Büro unseres Gastes. Ja, super spannend, Gerd. Und das ist natürlich auch der Grund, warum du diese Folge alleine eingesprochen hast mit der Sandra Bosa. Ich war leider nicht dabei, denn Stuttgart und Berlin, ja, das ist dann doch ein bisschen entfernt. Aber ich habe es gehört und freue mich sehr darauf, dass wir es jetzt heute unseren Zuhörern und Zuhörerinnen vorstellen können, dieses Gespräch. Aber sag mal, wie hast du den Sandra Bosa eigentlich ursprünglich kennengelernt? Wir haben uns über das Bündnis für Bildung kennengelernt. Wir waren beide Panel-Gäste und sind danach noch länger im Gespräch geblieben. Schon da habe ich gemerkt, sie hat eben so einen tiefen Einblick in Bildung, eine klare Haltung, auch so ein klein bisschen, ja, aber so eine Nuance provokativ, aber eben sehr sympathisch. Und da habe ich gedacht, die sprichst du mal an, die Staatssekretärin, das wäre doch eine richtig tolle Gästin für unseren Podcast.
Ja, absolut. Und über ganz viele von diesen wichtigen Themen spricht er ja auch heute. Klar, Bildungsgerechtigkeit, zeitgemäßes Lernen, Zukunftsschule, neue Projektformate und wie kann Schule Kinder stärken, statt sie zu sortieren. Das sind unsere Themen. Dann hören wir jetzt gleich mal rein in ein Gespräch mit einer Frau, die Bildung eben nicht nur verwaltet, sondern wirklich gestalten will. Auf geht's! Hey Digis, so geht Lernen mit?
Sandra Boser ist Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg. Außerdem ist sie Abgeordnete im Landtag und dort seit vielen Jahren bildungspolitisch tätig.
Was treibt sie an? Zeitgemäßes Lernen, Digitalität in der Schule und Unterricht, Bildungsgerechtigkeit sowie politische Bildung. Ein Beispiel ist die Einsatz für die Stärkung der Demokratiebildung an Schulen, etwa durch Beteiligungsformate für Schülerinnen und Schüler, sowie durch die Förderung von Medienkompetenz und den kritischen Umgang mit Desinformationen. Ich freue mich, heute mit ihr ein Gespräch zu führen und für mich auch eine Premiere. Ich bin mal unterwegs und sitze jetzt direkt hier im Büro. Ich war ja schon mal am Schloss Bellevue, aber der Ausblick hier in Stuttgart ist deutlich besser. Muss ich eigentlich herzlich willkommen sagen oder begrüßen Sie mich jetzt hier? Ich begrüße Sie ganz herzlich hier und wenn Sie den Ausblick, Sie haben sich auch einen tollen Tag ausgesucht, weil wir haben heute strahlendes Wetter und tatsächlich einen wunderschönen Blick heute.
Und wir wollen so ein bisschen mal in die Bildungspolitik von Baden-Württemberg blicken. Ich möchte vorweg etwas sagen. Heute bin ich hier als Podcaster von Funke Medien, von den Digis. Aber auch das möchte ich vorher klarstellen, dass es hier nicht einen falschen Zungenschlag reingibt. In meiner anderen Tätigkeit bin ich auch an der Schulplattform Schule.atbw beteiligt. Das möchte ich bloß einmal vorwegstellen, damit es hier zu keinen Irritationen kommt. Aber vielleicht kommen wir sogar auf Schule.atbw noch zu sprechen. Wir gucken uns aber erstmal das Bildungssystem an. Was bedeutet für Sie ein Bildungssystem, das Kinder bestärkt und ihnen Mut macht? Sie sind ja seit vielen Jahren in diesem Bereich unterwegs. Ich glaube, das wird immer wichtiger, wenn man sich Kindheit und Jugend anschaut. Und es werden ja immer mehr Studien, die einfach zeigen, wie Mental Health bei Kindern und Jugendlichen derzeit sich verhält, dass wir immer mehr Kinder haben, die unsicher sind.
Auch die Bandbreite mit Fähigkeiten, die Kinder schon in die Kita starten lassen, sind so unterschiedlich verteilt heute. Dass es, glaube ich, immer wichtiger wird, reinzuschauen, zu schauen, wie können wir Kinder sehr frühzeitig unterstützen, ihnen Angebote machen, die vielleicht vom Elternhaus nicht gestemmt werden können, weil wir einfach auch, wenn ich an Al-Mafalani denke, den ich vor zwei Wochen getroffen habe, der einfach von dieser Superdiversität spricht, die wir noch mehr in den Klassenzimmern haben werden, da braucht es ein Bildungssystem, das genau hinschaut, das Kinder und Jugendliche in ihren Lernverläufen direkt unterstützt, die frühzeitig Hilfe anbietet, wenn es notwendig ist und ihnen auch die Zeit lässt und den Raum lässt, sich wirklich entwickeln und entfalten zu können. Ja, wohl da, wenn wir jetzt mal in Baden-Württemberg bleiben. Wir wollen heute nicht über Politik sprechen, aber machen wir es ruhig an der Stelle.
Ihr Kandidat für den Ministerpräsidentenposten, der auch einen Migrationshintergrund hatte, hat man in Baden-Württemberg natürlich lange Erfahrung durch diesen Wirtschaftsstandort und die hohe Einwanderung auch nach Baden-Württemberg. Tatsächlich und ich bin selber als Arbeiterkind aufgewachsen und meine Freundinnen waren alle mit Migrationshintergrund, also ganz wenige, die jetzt schon damals, falls ich bin 76 geboren, waren schon damals sehr divers und trotzdem verändert sich das noch mehr. Also das kann man wirklich nicht vergleichen und deswegen diese Bildungsnostalgie, die manche gerade mit reinbringen. Man kann wieder das Rad irgendwie zurückdrehen und dann kommen wir wieder in Zeiten an, in denen alles gut ist. Das funktioniert einfach nicht mehr. Wir müssen die Realität sehen, dass diese Heterogenität im Klassenzimmer immer mehr zunimmt, dass diese aber nicht allein auf Migrationsgeschichte beruht, sondern dass da Familiensysteme dahinter stecken, die einfach damals andere waren, wo Großeltern entweder nicht verfügbar oder selbst noch in Arbeit sind, wo wir Patchwork Families haben, wo wir unterschiedliche Voraussetzungen bei Kindern und Jugendlichen haben, wo auch die soziale Schere, das müssen wir ja leider feststellen, Egal, ob mit oder ohne Migrationsgeschichte auseinander geht und wir deswegen genau da investieren und da hinschauen, wo wir merken, dass die Herausforderungen am größten sind, um wirklich den Kindern die bestmöglichen Chancen auf ein gerechtes System zu geben. Sie haben gerade schon gesagt, eigene Schulzeit, Ihre eigene Erfahrung. Welche Erfahrungen aus Ihrer eigenen Schulzeit prägen denn Ihr Engagement bis heute?
Genau das. Also auch wenn ich damals Arbeiterkind war, wir hatten jetzt vielleicht im Gegensatz zu heute mehr Bücher zu Hause. Das war so mein Leaking, wo ich einfach mich immer reinversetzen konnte. Und schon damals habe ich gemerkt, Die Kinder, die aus dem gleichen Haus stammen wie ich, wir hatten so ein Mehrfamilienhaus und kleine Wohnungen, die da drin waren, die, die nochmals Migrationsgeschichte dahinter hatten, die hatten es noch schwerer. Also schon damals war die Schere größer, ob ich jetzt aus dem gleichen sozialen Umfeld komme, aber dann vielleicht nochmals einen Rucksack mehr dabei habe, dass es für die noch schwerer war, in der Schule im Bildungssystem anzukommen, dass von denen manchmal weniger erwartet wurde, obwohl sie mehr leisten konnten. Also, dass man schon dort nicht sich allein an dem orientiert hat, was Leistung bedeutet, sondern dass man oftmals rein interpretiert hat, was das äußere Umfeld mitgibt und ähnliches. Das hat mich geprägt und das prägt mich bis heute. Diese Wut teilweise, dass wir manchen Kindern weniger zutrauen als anderen, weil vielleicht ihr Umfeld das nicht unbedingt hergibt. Ja, oder weil man sie einfach anders wahrnimmt. Also, würden Sie so weit gehen, dass man das schon sagt?
Vermutlich Migrationshintergrund und man spricht es vielleicht nicht aus, aber in seiner Haltung, dass das manchmal dann passiert? Nein, das würde ich keinem Lehrer unterstellen und keiner Lehrerin unterstellen. Aber es ist schwieriger für diese Kinder, weil die oftmals das Problem haben, erstmal die Sprache gut zu beherrschen, bevor sie andere Fähigkeiten entwickeln können. Also auf was konzentriere ich mich im Ersten? Und deswegen ist es uns so wichtig, dass wir in der Kita schon mal reingucken und sagen, wer Sprachprobleme hat und zwar egal, ob jetzt das mit Deutsch zusammenhängt oder damit zusammenhängt, dass einfach der Wortschatz noch nicht das hergibt, was es eigentlich für die Altersklasse braucht. Also wirklich mit Sprachstandsdiagnostik hinzugucken und Kindern Sprachförderung zu geben und zwar eine verbindliche. Ich meine, in Baden-Württemberg haben wir das schon seit Jahren und trotzdem können bis heute die Eltern auch sagen, mein Kind muss jetzt nicht unbedingt in die Sprachförderung. Ich sehe da keinen Bedarf. Also das heißt, es braucht heute noch die Zustimmung der Eltern für die intensive Sprachförderung. Alltagsintegriert natürlich nicht, das merken die Kinder ja gar nicht. Aber dass wirklich die Kinder dann auch die Förderung bekommen, die sie brauchen. Und ich glaube, da haben Lehrkräfte einfach eine viel größere Herausforderung in diesem, ja, in diesen Dingen, Kinder dann in dem einen zu unterstützen, dass sie die Sprache gut beherrschen, aber dann eben auch so zu fördern, dass sie in den anderen Bereichen gut sind. Da, glaube ich, hat man es einfach heute sehr viel schwerer noch. Also das würde bedeuten, man braucht eine Gesetzesänderung an der Stelle. Also ich kenne es aus mir in Burg-Vorpommern, da gibt es so Bildungspläne, die dann verpflichtend sind für die Vorschule.
Also tatsächlich sind wir jetzt gerade, ich will jetzt nicht von der Vorschule sprechen, also im Kindergarten ist nochmal was anderes, aber es haben jetzt fast alle Fraktionen, die jetzt zur Landtagswahl zur Verfügung stellen. Denn beispielsweise ist das verbindliche letzte Kita-Jahr mit drin, weil wir einfach merken, dass wir manche Kinder nicht erreichen. Also Kinder das erste Mal sehen, wenn sie in die Schule kommen. Und tatsächlich schalten wir ab dem kommenden Schuljahr nochmals ein Jahr vor. Das entscheidet dann die Schulleitung, wenn das Kind noch nicht schulreif ist. ... eigentlich in die erste Klasse wechseln sollte, dass die dann nochmals ein Jahr in sogenannten Juniorklassen sind, wo sie die Basiskompetenzen nochmals mitbekommen, auch sozial-emotional nochmals gefördert werden und das wird dann tatsächlich auch mit Plänen nochmals hinterlegt... Die Kinder dann entsprechend fördern. Ja, Basiskompetenzen. Aber wenn ich dann in die Kita und die Grundschule schaue, dass man rechtzeitig die Talente erkennt, dass man jetzt, dieses Kind kann noch nicht so gut Deutsch sprechen, aber man sieht noch andere Talente. Ist das auch so ein Ansatz oder interpretiere ich da jetzt so viel rein? Nee, darum geht es dann schon. Also dass man wirklich genau hinguckt. Aber wir wissen ja, wenn Sprache nicht funktioniert, dann funktioniert halt auch Mathe nicht, weil ich ja erstmal ein Verständnis dafür bekommen muss, also was höre ich, was kommt bei mir an Und wie kann ich mich dann auch wieder ausdrücken?
Das heißt, Sprache ist schon erstmal der Schlüssel. Aber gerade in den Juniorklassen geht es dann um mehr. Also da geht es dann nicht nur um Sprache allein, sondern da geht es dann wirklich darum, dass die Kinder stark in die Grundschule starten. Und dort gibt es dann auch weiterhin Unterstützung. Also es bricht dann nicht in der Grundschule ab. Wir haben dort dann auch nochmal zusätzliche Sprachförderstunden. Wir haben jetzt aktuell beispielsweise neben den Lesebändern, die es ja auch schon länger gibt, auch Mathebänder eingeführt, um auch die Mathekenntnisse nochmals zu verbessern, weil wir feststellen, dass Mathe eben inzwischen auch bei vielen ein Thema darstellt. Also wirklich diese gezielte Unterstützung zu haben, zu schauen, okay, wie schaffen wir es, dass sie dann auch in die weiterführenden Schulen gut wechseln können. Aber da muss ich natürlich sagen, Sie haben mit der Allemann-Schule in Wurzöschingen und mittlerweile dem Ex-Schulleiter Stefan Rupana natürlich das leuchtende Schulbeispiel in Baden-Württemberg vor Ort mit so einer Strahlkraft in Deutschland, sogar noch über Deutschland hinaus, ja weltweit. Genau, und da sage ich auch immer, diese Schule ist keine Privatschule, wurde ich nämlich vor kurzem von SchülerInnen angesprochen. Es gibt ja eine Privatschule, die da so frei funktioniert. Dann muss ich mal sagen, das ist eigentlich eine ganz normale Gemeinschaftsschule mit einem starken Schulleiter, der inzwischen im Ruhestand ist. Ja, aber umtriebig überall. Immer noch sehr umtriebig. Man trifft ihn an vielen Stellen, der mit seinem Kollegium einfach eine neue Art von Schule geschaffen hat. Wo wir jetzt gerade auch dabei sind zu schauen, okay, wie...
Schaffen wir es, Vertrauen in die Schulgemeinschaften reinzubringen, auch Wege zu öffnen, Räume zu öffnen, Pädagogik zu öffnen mit unseren Zukunfts-Day-Schulen, die so im Kontext dieser Friday-Schulen sind. Da hat man vor drei Wochen ein Netzwerktreffen, wo man einfach sieht, da passiert gerade an einigen Schulen viel und für andere stellt es einfach noch ganz viele Meilensteine dar, um ja wirklich Schule anders zu gestalten. Okay, jetzt frage ich mal nach, da war ich jetzt nicht drauf vorbereitet, das interessiert mich, aber Zukunftsschule, Freitag, den kenne ich natürlich, aber was können wir uns darunter vorstellen, da würde ich ein bisschen mehr gerne erfahren. Also tatsächlich angelehnt an die Freitag, die sind auch in diesem Netzwerk drin, die sind auch in diesem Netzwerk Lern durch Engagement teilweise mit drin. Also es sind tatsächlich Schulen, die Zeit und Raum in Schule öffnen, die sehr projektorientiert sind. Da waren SchülerInnen dabei, die ihre Projekte vorgestellt haben.
Beispielsweise einer hat erzählt, er hat in seinem kleinen Vorort einen Shop, ein Nahversorgungsangebot will er schaffen, weil es das einfach nicht mehr gibt. Ein Ort, wo man sich eindecken kann mit Lebensmitteln, wo andere in einer Ortsgemeinschaft schon gescheitert sind. Da sitzt ein 15-Jähriger, der sagt, das ist mein Antrieb, das will ich gemeinsam mit den Leuten vor Ort schaffen. Also es sind tatsächlich Projekte dahinter, die nach außen wirken, aber die auch in die Schulgemeinschaft hineinwirken und die das wirklich auch in diesem Konzept schaffen. Ein Tag gehört dem Projekt. Ja, wenn man darüber nachdenkt, das ist eine fantastische Idee. Es wirkt ja direkt auch wieder in die Gemeinschaft. Klar, man könnte sagen, da ist Impact.
Da ist auch ein bisschen Business dabei, weil vielleicht wird er auch noch einen Euro verdienen. Aber es zahlt ja auch auf die Zufriedenheit ein. Also es gibt ja, wir werden jetzt nicht über Wahlkampf reden, jeder weiß von wem wir reden, die dann über solche, jetzt ist ja nicht mehr mehr in den Laden, die haben gar nichts mehr im Griff. Und der Schuler hat eigentlich so eine komplexe Situation, also mit einer guten Lösung aufgelöst, wo andere einfache Versprechen haben. Das ist auch ein Demokratieprojekt letztendlich. Absolut. Also das versuche ich echt immer auch in den Kontext zu stellen, weil Sie hatten es ja vorhin schon mal angedeutet, das, was Kinder und Jugendliche in Zukunft brauchen, ist ja auch so diese Selbstwirksamkeit. Also dass ich auch erlebbar mache, dass wenn ich was verändern will, das kann ich auch. Also ich brauche da Unterstützung. Ich kann das auch nicht alleine. Ich muss da im Team arbeiten. Das war auch eine große Rückmeldung von denen, dass das für sie total wichtig war, in dem Projekt nochmals zu erkennen, okay, ich brauche da andere, die das mitgestalten. Da kann ich nicht allein drauf losgehen. Es braucht natürlich auch Menschen, die das voranbringen. Aber genau, also das hat viel mit Demokratiebildung zu tun. Das hat viel mit Resilienz auch zu tun, weil ich mich damit natürlich mal mit was anderem beschäftige als jetzt Social Media den ganzen Tag.
Ja, also ich fand es echt einen total schönen Nachmittag zu hören, was da passiert an den Schulen, wie das für die SchülerInnen wirkt. Und schon natürlich auch mitzunehmen, dass Schulleitungen sagen, ja, da braucht es natürlich gewisse Rahmenbedingungen, da braucht man ein Kollegium, das dahinter steht. Und man braucht natürlich auch das Vertrauen der Eltern, die dann das mitmachen und sagen, okay, ich glaube trotzdem, dass der Stoff dann am Ende vermittelt wird. Aber an solchen Sachen gehen die härtesten Diskussionen los, also ich war ja auch Schulleiter, Und wir hatten das Thema auch mit dem Friday und dann war das ganz schwierig. Ja, wo packen wir die Zeit hin? Und da haben die Kollegen, nein, das können wir nicht in der und der Zeit machen, weil da sollen sie ja richtig lernen. Da ist einem dann schon immer unwohl. Mit einer Stimme damals wirklich haben wir uns für das Projekt im Kollegium entschieden. Die Schüler waren dafür, die Eltern, da war gar nicht so ein Widerstand. Aber im Kollegium wurde schon sehr hart diskutiert. Ja, und die Stunden können wir doch besser für Deutsch und für Mathe nehmen. Ich würde es ganz gerne mal in einem Beispiel erläutern. An meiner ehemaligen Schule haben Mädchen in der 9. Klasse folgendes Problem erkannt.
Fehlende, frei zugängliche Hygieneartikel für Mädchen in den Toiletten. Wie ist die Situation normalerweise? Es fehlt etwas, dann muss ein Mädchen ins Sekretariat gehen, dann muss nachgefragt werden. Ja, die Sekretärin sagt nett, aber es ist doch so ein kleiner Moment der Beschämung. Vielleicht steht noch ein Kollege mit dabei. Ich muss noch, oder im Klassenraum vielleicht noch den Lehrer fragen, darf ich mal raus. Und in dem Moment, wo solche Automaten da hängen, kommt es nicht mehr zu diesen Situationen. Und das haben die Mädels erkannt, haben sich dann total reingekniet in das Thema, haben mit dem Schulträger gesprochen, haben Hersteller angeschrieben, haben überlegt, wie kann man solche Spender anbringen und so weiter, ein halbes Jahr, nach einem Dreivierteljahr waren diese Hygieneartikelspender da und sie haben ihr Projekt erfolgreich umgesetzt, sie haben ein Problem erkannt, sie haben kreativ gehandelt, sie waren selbstständig, Und sie haben wirklich anderen Mädchen geholfen. Also ganz viel Impact. Aber selbst in diesem Moment gab es dann Anfragen aus dem Kollegium, die gesagt haben, aha, für sowas soll ich jetzt meine Zeit ergeben für Tampons? Die hätten noch viel besser Deutsch und Mathematik gelernt. Witz an der Geschichte. Im Übrigen hat sich dann die Hansestadt Rostock noch bei uns erkundigt, bei den drei Projektleiterinnen, und hat nachgefragt, wie macht ihr das eigentlich? Und die Hansestadt hat das sogar übernommen, aber selbst da haben das Kollegen noch angezweifelt.
Und man kann mit solchen Äußerungen ganz viel Selbstwirksamkeit dann wieder kaputt machen, selbst wenn es nur einer ist, der dann sagt, hättet ihr mal besser Mathe geübt. Also das war echt die meiste Reaktion oder Rückmeldung, die von den Schulleitungen kam, dass die Diskussion im Kollegium, wer gibt jetzt was ab für diese Zeit und wie geht es rein. Wir versuchen das ja jetzt echt auch mit unserer Bildungsreform ein Stück weit zu unterstützen. Also wir haben beispielsweise mehr Stunden in Naturwissenschaften reingegeben, in Physik, Bio, Chemie, aber auch klar mit dem Auftrag, dass das jetzt nicht unbedingt, also im G9, wir haben jetzt noch ein Jahr mehr Zeit.
Dass wir da nicht das jetzt nochmals als Fachunterricht ausweisen, sondern schon den Schulen mitgeben, nutzt es für Projektarbeit, nutzt es für fächerübergreifendes Arbeiten. Wir haben in den Schulen der Sekundarstufe, also HWRS, GMS und Realschule, Realschule, Gemeinschaftsschule, Hauptwerkrealschule, um es auszusprechen, so einen Projektkurs, der heißt Engagement und Verantwortung, wo wir das eben auch mitgeben, geht nach draußen, nutzt da eure Projekte, um da Schule anders zu gestalten. Also wir haben in vielen Teilen jetzt wirklich auch nochmals versucht, die Schulen dabei zu unterstützen, Freiräume zu schaffen und eben auch das mit externen PartnerInnen zusammenzubinden, projektorientiertes Arbeiten reinzunehmen. Wir haben ja echt oft das Thema, wie schaffen wir es, dass wir die jungen Menschen beispielsweise für den MINT-Bereich begeistern. Und das funktioniert halt nicht allein durch Physik- und Chemieunterricht, sondern halt durch praktisches Arbeiten. Obwohl jetzt, will ich nicht verschicken vor Kompliments, aber das ist natürlich in Baden-Württemberg, Ein klein wenig leichter vielleicht ist als in anderen strukturschwächeren Regionen, weil natürlich hier einige große Firmen unterwegs sind und natürlich die Universitätsstädte. Aber gut, es gibt auch ländliche Regionen, aber es gibt halt viele Firmen, wo die Schüler vielleicht auch andocken können, die einfach auch erfolgreich sind. Wenn ich vielleicht irgendwo in Brandenburg, also ich möchte jetzt Brandenburg nicht zu nahe treten, auch da ist ja die Herausforderung, sich dann einen Partner zu suchen.
Aber dann wird es manchmal schwieriger, als wenn ich jetzt hier in der Metropolregion unterwegs bin. In der Metropolregion sicherlich, aber wir haben ja als Flächenland, wir haben 1100 Gemeinden bei uns in Baden-Württemberg. Da haben sie auch Landstriche im ländlichen Raum. Da müssen sie natürlich auch gucken, wo bekommen sie die Projektpartner hin. Aber ich glaube, das Thema MINT spielt einfach in Baden-Württemberg schon lange eine intensive Rolle aufgrund von Wirtschaft. Dass da wirklich auch im ländlichen Raum die Hidden Champions sitzen. Ich komme jetzt aus einer Region, ländlicher Raum, kaum eine Gemeinde über 5000 Einwohner und trotzdem habe ich halt da, also kaum über 5000.
Also da sind dann schon auch die Kleinen dabei mit 1000 und 2000 und trotzdem sitzt da halt zum Beispiel Duravid oder Hansgrohe in der Ecke. Das sind sicherlich Unterschiede, aber das Engagement merkt man auch, dass das tatsächlich in der Fläche auch wirkt, also dass beispielsweise an vielen Orten derzeit Makerspaces entstehen. Die durch die Sparkasse mitgesponsert sind, die als außerschulische Forschungszentren an Einrichtungen angedockt sind und das wirklich jetzt so, wie wir sehen, auch echt eine gute Abdeckung bekommt, dass Schulen sich da jetzt auch einrichten, um da nochmals Angebote zu schaffen. Wir starten im kommenden Schuljahr mit unserem MINT-Exzellenzgymnasium in Baden-Württemberg, ein Oberstufengymnasium für MINT-starke SchülerInnen, das in Bad Saulgau sitzt, das jetzt nicht unbedingt der Nabel der Welt darstellt. Und ich schon ein bisschen Bedenken hatte, kommen die SchülerInnen dorthin? Also konnten sich bewerben, Schulleitungen konnten Schüler empfehlen. Das ist ja mit dem Internat vermutlich. Genau, mit Internat verbunden. Wir hatten über 200 Bewerbungen, was ich am Anfang echt nicht gedacht habe. Also wir können da jetzt tatsächlich nochmals aussuchen. Aber ich halte es auch für so extrem wichtig, weil ...
Natürlich geht es nach wie vor darum, dass die Kinder und Jugendlichen das Fachwissen haben. Also da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren. Auch mit ChatGPT wird es in Zukunft wichtig sein, lernen zu können. Das sind ja immer so die Dinge, die gerade diskutiert werden. Die Diskussion hatten wir bei Google auch schon. Genau, die hatten wir übrigens auch davor schon, wenn es Bruder und Schwestern ausmachen und Eltern, die vielleicht anders sozialisiert sind. Aber wir merken schon, dass das allein jetzt nicht die Kompetenzen der Zukunft sein werden. Also da gehört wirklich noch mehr dazu als jetzt noch vor 20, also ich sage es selbst vor 10 Jahren. Und jetzt kommen wir dazu mal, ich habe es schon mal gesagt, wir sind ja in Schule at BW beteiligt als Firma, deswegen nochmal dieser transparenten Hinweis, aber ich möchte es aus einem anderen Grund schon nochmal sagen, weil sie über Projektarbeit gesprochen haben. Ich komme ja aus der Schule und sehe natürlich jetzt in der IT-Branche, wie wirklich projektbezogen gearbeitet wird. Da arbeite ich auch mit Leuten zusammen auf einmal, die gar nicht in meiner Abteilung sind, weil die eben zum Thema Security was beitragen oder ein Projekt vorplanen. Und dann gibt es ein Kernteam und man arbeitet immer agil.
Das ist in der Schule manchmal, ist das ja immer so ein linearer Prozess. Ich schreibe den Test oder die Klausur und dann viel gelernt habe und das dann gut wiedergegeben und bekomme ich eine gute Note oder habe eben nicht gelernt oder nicht verstanden. Oder noch nicht verstanden, gehen wir mal vom Prozess aus, bekomme ich dann eine 4 oder eine 5, habe aber gar nicht die Chance, mir das auszugleichen, was ja in der Agilität ganz normal wäre. Dann hätte ich jetzt noch nicht das gute Ergebnis, ich bekomme nochmal die Chance, das zu verbessern. Das ist glaube ich auch etwas, wo wir in Schule anknöpfen müssen, wo wir noch viel stärker hingucken müssen. Ja, und da gibt es aber auch die Möglichkeiten. Also ich muss ja beispielsweise in Nebenfächern keine Arbeit schreiben. Ich kann das auch als Leistungstest nehmen, als Lernverlaufstest und schauen, okay, wo steht meine Schülerinnenschaft? Ich habe ja unterschiedliche Möglichkeiten, um Noten zu bilden. Das muss ich aber dann halt wieder in der Fachschaft ausdiskutieren, wie wollen wir unsere Notenbildung machen, nämlich eine Projektarbeit als Einzelbewertung beispielsweise. Also Möglichkeiten gibt es da schon, die man nutzen kann und ich halte es für extrem wichtig, dass wir da hinkommen, diese Lernverläufe im Blick zu haben, dass wir echt schauen, okay, wie kann ich nochmal ein Lernangebot geben, wenn der Schüler, die Schülerin halt noch nicht den Stand erreicht hat, wo ich eigentlich zum Ende des Schuljahres bräuchte. Also wie schaffe ich diese Agilität? Ich bin jetzt keine Pädagogin, das heißt, ich kann am Ende nur Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen und Tools und Angebote, die das unterstützen.
Aber die Rückmeldung, wenn ich gerade mit Schulleitungen oder Lehrkräften spreche, die schon pädagogisch sich anders aufgestellt haben, kriege ich eigentlich immer die Rückmeldung, man kann es an sich schon umsetzen. Ja und da knüpfe ich jetzt mal an, weil ich habe die Überleitung schon gemacht und eine große Hilfe kann natürlich Digitalität sein. Schule at BW ist ein Projekt, was Sie als Land vorantreiben, wo natürlich solche Dinge hinterlegt sind. Nehmen wir mal etwas, ich nehme jetzt mal bewusst etwas, zum Beispiel einen Moodle-Kurs, den ich anlegen kann dort zum Selbstlernen und dann bin ich ja schon in dem Thema Digitalität und neue Lernformen. Da hoffen wir natürlich auch noch mal auf ein bisschen mehr adaptives, intelligentes System. Also ich hoffe schon, dass wir mit dem AES, dass das jetzt kein Fünfjahresprojekt wird und uns andere da komplett überholen. Ich bin eine absolute Freundin von Datenschutz und Datensouveränität im Kontext von Schule, weshalb es uns absolut gelingen muss, dass wir da unsere eigenen Tools haben. Jetzt nicht Ländertools, die jetzt wir als Bavü entwickeln. Das macht überhaupt keinen Sinn, da haben wir gar nicht die Kompetenzen drin.
Aber Tools, die wirklich für Schule geeignet sind. Die Rückmeldung von Schulen zu Tally sind beispielsweise sehr gut. Also wenn man sich damit beschäftigt, hat man da so eine Möglichkeit, Lernwege zu gestalten, wo dann auch SchülerInnen nach vorne und nach hinten sich entwickeln können. Also innerhalb von einem Kurs heißt, ich stelle eine Aufgabe. Wenn ich das noch nicht verstanden habe, dann kann ich dem auch nochmal Fragen stellen, um am Ende zum Ergebnis zu kommen. Also da gibt es inzwischen echt Dinge, wo ich eben auch nochmals die SchülerInnen unterstützen kann, vor allem dann halt auch und das hat, ich habe da mal kritisch nachgefragt beim Schulleiter, ja wie das denn innerhalb der Schülerschaft so angewendet und genutzt wird, also starke und schwache SchülerInnen und Schüler.
Da sagt er, es hilft bei ihm insbesondere auch den Schwächeren, wo sie dann nochmal sich Möglichkeiten schaffen können. Weil nach wie vor die Lehrkraft am Nachmittag nicht unbedingt im Chat sitzt und auf Fragen wartet. Nein, das nicht. Aber wenn man überhaupt erst mal die Möglichkeit hat, sich dort einzufählen, und das ist ja auch eine Form von Chancengerechtigkeit, wenn eben alle Schüler auf das KI-Tool kommen, in dem Fall jetzt in Baden-Württemberg-Telly, zugreifen können, dann ist das ja auch eine Form von Chancengerechtigkeit. Als wir die Schüler, klar, sie könnten auf eine kostenlose Variante von ChatGPT, die Eltern, die es sich leisten können, die haben vielleicht ein teures ChatGPT oder Gemini oder was es da alles gibt.
Aber hier sind wir ja eher, was Sie schon sagten, datenschutzkonform unterwegs und alle, das ist ja auch eine Form von Chancengerechtigkeit, alle haben darauf Zugriff, es ist kein Hexenwerk und ich kann mich da einwählen. Wo es manchmal noch hakt, aber es ist ja oft, dass die Lehrer da immer noch große Bedenken haben. Ich nenne jetzt keinen Verband, ich war da mal Mitglied, bin ich aber ausgetreten und bekomme aber immer noch die Verwandtzeitung. Vermutlich jetzt nicht mehr, ich muss aufpassen. In dem letzten Heft des Jahres war ein kleiner Absatz zu KI, ja man könnte KI jetzt vielleicht in der Schule nutzen, Wir müssen aber auch immer noch das Lernen, also dieses Lehren und die Lehrer werden nicht ersetzt. Ja, das sind ja Sachen, die sind schon lange geklärt, aber in der ganzen Zeitung war nicht ein Thema Digitalität. Wir haben oft noch hohe Widerstände gegen KI.
Obwohl wir die Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft vorbereiten müssen und die Unternehmen das brauchen, aber die Schüler auch für ihre Persönlichkeitsentwicklung, um in dieser neuen, ich sag mal, KI-Welt in Anführungsstrichen bestehen zu können. Ja, vor allem, weil es die SchülerInnen ja sowieso nutzen. Und die Frage ist halt immer, leite ich es an, dieses Nutzen? Oder überlasse ich denen einfach die KI und sie machen damit, was sie für richtig halten? Also ich glaube, das wird extrem wichtig sein, dann einen guten Umgang damit zu schaffen. Also ich habe momentan immer so die Erfahrung oder ja, was ich echt kritisch finde, dass man KI-Nutzung immer gleich mit Plagiaten... Und Betrug. Genau, in den Kontext setzt, weshalb SchülerInnen immer so ganz verschämt die Hand heben, wenn man fragt, wer nutzt denn ChatGPT oder Gemini oder andere KI-Angebote?
Und wenn man dann mal fragt, ja, nutzt ihr es denn, um euren Beispielsweisen mal nachmittags nochmals euch irgendwas zu erklären lassen, was ihr nicht verstanden habt, dann kommen die, also dann gehen die Finger hoch. Es ist ja in der Tat auch so, kann man in verschiedenen Studien gucken. Ich kenne die aktuelle Vodafone-Studie nicht. Wir nehmen jetzt hier Mitte Dezember auf, die ist am Montag rausgekommen. Ich glaube, da ging es auch nochmal um KI. Aber bei der letzten Vodafone-Umfrage vor einem Jahr waren nämlich nicht die Hausaufgaben an erster Stelle, sondern kurioserweise, die Schülerinnen und Schüler nehmen es für Recherchezwecke am meisten. Genau, also tatsächlich auch unsere GYM-Studie hat es nochmals jetzt gegeben und da auch nochmal im Kontext zu Vodafone, letzte Studie, war ja noch so, dass da ein….
Echt ein Digital Divide, so ein Stück weit mit drin war. SchülerInnen von Gymnasium nutzen es mehr. SchülerInnen aus Haushalten mit weniger starker sozialer Herkunft nutzen es weniger. Hat sich jetzt aber in der GYM-Studie angeglichen. Also die Nutzungsrate liegt jetzt bei allen bei etwa 90 Prozent. Und das heißt, wir müssen das in Schule thematisieren. Und wir versuchen das über das KI-Zentrum Schule, dass wir jetzt aktuell beispielsweise erst mal unsere FortbildnerInnen wirklich eine Bleiche geben, damit das in den Fortbildungen immer thematisiert wird, dass die MultiplikatorInnen da auch geschult werden, dass wir das wirklich als Querschutzaufgabe auch nehmen. Also jetzt nicht allein darüber, also gehört auch dazu, was bedeutet KI und was sind deeper Learning-Angebote und ähnliches, bis hin aber eben auch dazu, wie kann ich es gut anwenden. Und wir haben auch schon wieder so einen inneren Bias, weil wir davon ausgehen, Schülerinnen und Schüler wissen weniger als wir. Ein kleines Beispiel, ich habe mit meinen Schülerinnen und Schülern noch einen Elternabend gemacht mit den Schülern zusammen und die Schüler haben für die Eltern etwas vorbereitet. Da ging es auch um Digitalität, da ging es um KI und wer hat denn die... KI-Funktionen in WhatsApp, die einen ja ausspielen, wer hat die von den Eltern deaktiviert? Die Schüler hatten es deaktiviert, die haben bei mir kein Handy genutzt im Unterricht, das war im Tresor, aber wir haben darüber gesprochen.
Kein Elternteil hatte das deaktiviert oder hatte sich damit auseinandergesetzt, man kann das ja auch drin lassen, man ist ja ein freies Land, kann man sich entscheiden, wie man mit seinen Daten umgeht. Aber da hatte auch noch keiner drüber nachgedacht. Es war aber schon drei, vier Wochen in den Medien überall. Das zeigt auch, wir können voneinander lernen. Absolut und trotzdem immer mal wieder doch auch erschreckend, wenn man mit, wenn man so Social Media Screening mal macht und schaut, ja was sind denn jetzt News, wie ordnet ihr das ein, dass da dann echt schon auch das weit auseinander geht über die Fähigkeit einzuordnen, was sind jetzt, wurde das jetzt KI generiert. Also der Katzen-Podcast, der wird wahrscheinlich immer erkannt werden. Wobei ich da auch noch drauf wart, dass die ersten SchülerInnen in die Schule kommen und fragen, warum meine Katze zu Hause nicht sprechen kann. Aber bei anderen Bildern, die gehen ja inzwischen so tief, da habe ich halt keine zwei Nasen oder vier Finger. Und wie News eingeordnet werden, das ist echt unsere Aufgabe. Weil ich habe vor kurzem eine Unternehmerin aus Österreich gehört, die dort das Ministerium für Neugier und Zukunft geschaffen hat. Also es ist kein Ministerium. Ach so, sie hat sich einen schönen Namen dafür. Sie hat sich einen schönen Namen gefunden.
Wohl, ich würde das gut finden. Machen Sie das. Tatsächlich, sie hat auch gesagt, es kam bisher noch keiner auf sie zu, sie dürfte kein Ministerium gründen.
Und die hat die Fabienne Grau zitiert, die für die NATO berät und die EU berät. Die sagte, heute empfangen wir so viele Nachrichten an einem Tag wie ein Bauer im Mittelalter in seinem ganzen Leben. Das heißt, wir müssen Resilienz schaffen für diese Informationsflut, wir müssen Medienkompetenz schaffen für diese Informationsflut und wir müssen schaffen, dass wir auch selber Medien kreieren können. Also wie kommen eigentlich Nachrichten zustande? Ja, das ist es ja. Wir sind große Konsumenten von Social Media und wenn wir denn auch zu Creatern werden, das ist ja nur ein ganz kleiner Teil, im Übrigen auch bei den Schülern, die sind nur auf TikTok und dann posten die was. Von den Schülern, die auf TikTok oder auf Instagram sind, ein Prozent postet nur aktiv. Die anderen kommentieren oder sie nutzen es wie ein Messenger, wo man Nachrichten austauscht. Man ist aber nicht aktiv Creator.
Und dann kommt noch das Elternbeispiel hinzu. Ich habe da schon öfter zitiert, deswegen halt, ja, es betrifft sogar eine... Sagt man bei den grünen Parteifreunden oder Parteikollegen, die jetzt für die UNO arbeitet. Und dann hat ein ehemaliger Klassenkamerad von mir, der hat sehr abfällig geschrieben über Annalena Baerbock. Und ich weiß, dass er eine Tochter hat und er ist auch Kraftfahrer. Und dann habe ich ihm zurückgeschrieben, du, was du hier schreibst.
Möchtest du, dass irgendein Mann auf Facebook so etwas über deine Tochter schreibt? Denk mal drüber nach. Ich sage auch mal Kompetenzkreis, er könnte ja was schreiben. Man kann ja auch unterschiedlicher Meinung sein zur Verkehrspolitik. Schreibt doch was zur Verkehrspolitik, dass die Autobahnen besser ausgebaut werden sollen oder dass der Verbrenner nicht verboten werden soll oder was auch immer. Aber nicht sowas. Du bist sowieso so ein, er hat mich dann, wie sagt man, geghostet oder irgendwas. Hat mich geghostet, war ich raus. Wir können natürlich sowas auch vorleben. Und ich weiß nicht, was es mit den Kindern macht, wenn man sowas von den Eltern liest. Also Vorbildfunktion und dann findet man das vielleicht normal und äußert sich ähnlich. Also wir können da auch was vorleben. Man normalisiert sich gerade sowieso so viel. Ich meine, der Umgang untereinander, diese Distanzlosigkeit teilweise in der Ansprache und das zieht sich ja inzwischen nicht nur auf Social Media so durch, sondern das geht ja inzwischen bis in den analogen Bereich rein. Also teilweise auf Veranstaltungen oder Ähnlichem, wo ich mich schon frage, okay, wer...
Hat jetzt hier eigentlich eine Vorbildfunktion und wie artikulieren wir? Und ich fand es total spannend vor kurzem, wo jemand sagte, ich glaube es war im Afalani.
Dass sich Jugendliche auf Social Media extrem auch über ältere Personen lustig machen, weil die sehr viel weniger Grenzen kennen, also sehr viel peinlicher unterwegs sind als Jugendliche selber. Also so diese ganzen TikTok-Trends, wenn man sich die mal anguckt, das sind weniger die jungen Leute. Da habe ich eigentlich eher Hoffnung, dass da im Verhalten und anderem sich gerade eher eine Gegenbewegung wieder aufbaut. Und bei manchen Generationen, die jetzt so in meinem Bereich auch liegen, wir da teilweise echt Entgrenzungen feststellen müssen. Also auch eine Aufgabe für die Schule, auch wieder etwas, wo man voneinander lernen kann. Und vielleicht auch Formate, da kann ich bloß ermutigen, mal mit den Schülerinnen und Schülern, vielleicht auch als Projekt, so einen Social Media Abend mit den Eltern zusammen vorzubereiten. Sich darüber mal auszutauschen, da kommt man zu ganz interessanten Ergebnissen. Ich sage bloß, wer hat seine KI-Funktion im WhatsApp deaktiviert? Ja, und auch gerne da Medienpädagogen dazu einladen. Also man bietet unser Landesmedienzentrum und unsere Kreismedienzentren beispielsweise, wo ich dann für so einen Elternabend Personen einlage, die eben auch nicht aus der Schulcommunity sind, die das mal vielleicht extern einordnen können, wo man auch mal, also gerade im Elternabend, also das halte ich ja sowieso für den wichtigsten, Partner an der Stelle. Wir können Schule noch so viel regulieren und einschränken und erzählen und.
Vermitteln, wenn ich im Elternhaus was habe, was das unreguliert laufen lässt. Also ich nehme immer mein Beispiel. Die FSK hat bei uns zu Hause in meiner Jugend auch wenig Rolle gespielt. Entschuldigung, Mama. Horrorfilme vermutlich. Horrorfilme, weshalb ich mit 11, 12 halt schon Hellraiser angeguckt habe. Oder andere Dinge, wo ich mir jetzt ... In der Form wahrscheinlich wenig geschadet hat. Aber das war jetzt halt auch doch jetzt nicht der unkontrollierte Konsum, dass ich jetzt da 24-7 vor dem Fernseher saß und jetzt Hellraiser schaute. Aber sowas wünsche ich mir eigentlich für heute, dass man wirklich auch Inhalte kontrolliert, dass Eltern das nutzen, was es gibt. Also Zeiten einschränken, Altersbeschränkungen einsetzen, weil das kann am Ende Schule nicht alleine leisten, was da momentan einfach auf Kinder und Jugendliche reinprasst. Ja, und darüber reden. Also wenn ich nicht gleich verbiete, also ich komme aus der DDR, da war das von vornherein so, die FSK hatte bei uns Beton und Stacheldraht, also die Dinge kamen nicht rein, das ist ja nochmal der Westfernsehen. Da nochmal viele Grüße auch an meine Verwandten in Berlin, die mich Dracula haben sehen lassen, mit Klaus Kinski in der Hauptrolle, ein dramatisches Erlebnis, da war ich elf oder so, aber na gut.
Spaß beiseite, da war das schon so, aber, mit den Kindern drüber reden. Also was bewegt dich? Was hast du auf TikTok jetzt gesehen? Wenn sie es denn gesehen haben und sie haben schon ein Smartphone, auch wenn die 15 oder 16 sind. Nehmen wir mal, und jetzt ist Gott sei Dank da Waffenruhe in Palästina, Israel, was dort auch an verschiedensten Dingen unterwegs war. Ich will das jetzt gar nicht bewerten, aber da waren eben auch viele Desinformationen, mit den Kindern darüber ins Gespräch kommen. Meinst du, das ist wirklich jetzt ein echtes Video?
Oder wir können auch Trump nehmen, die Dinge, die dort im Umlauf sind, dass man einfach mit den Kindern darüber spricht, in den Austausch kommt oder ist es der richtige Umgang, wie man über Mädchen spricht oder über Menschen, die in verschiedenster Form ihr Leben leben. Also dass man da einfach sich darüber austauscht. Absolut, das wäre wünschenswert, wenn man das machen würde. Wir haben halt jetzt eine Generation und das hat einfach jetzt einen Fakt, Ich will jetzt nicht in irgendwie eine Schublade des Elternbashings reingesteckt werden. Auf gar keinen Fall. Ich halte die Eltern für extrem wichtige Partner in der Stelle. Aber wir haben jetzt halt die Elterngeneration, die ebenfalls mit dem Handy aufgewachsen ist, für die das komplett normal ist. Also dass ich halt auch meine Informationen über Social Media und andere Dinge mir hole und das heißt, da braucht es halt noch mehr Sensibilität und gemeinsames Vorgehen und genau auch über Schule Angebote schaffen, um zu gucken, okay, wie schaffen wir es, dass gerade dieser unkontrollierte Konsum da in den Blick genommen wird. Gut, wir kommen jetzt noch ein bisschen auf die Zielgeraden. Sie haben mir sozusagen eine kleine Steilvorlage gegeben.
Sie sind ja auch Mutter von zwei Kindern. Welche Erfahrungen aus dem Familienalltag prägen denn Ihre Sicht auf Bildung? Bei mir war das immer so, als Schulleiter habe ich natürlich von meinen Kindern, die an der gleichen Schule waren, immer so ein paar Informationen bekommen, konnte ich dann auch darauf reagieren. Spielt das auch sozusagen bei Ihrer Arbeit oder bei Ihrer Funktion jetzt eine Rolle? Ich muss zugestehen, ich muss das irgendwo mal abändern. Die studieren inzwischen im dritten Semester. Aber ich habe noch einen Mann, der Lehrer ist und habe dort natürlich meine Erfahrungen, die an der Basis sind, wo ich natürlich mitbekomme, dass auch an seiner Schule sich einfach vieles verändert, sich die Themen verändern. Aber was ich aus der Erfahrung als Mutter noch sagen kann, dass sich da also in der Rückschau die letzten zehn Jahre wahnsinnig viel entwickelt hat. Dass ich als Mutter mich jetzt noch nicht, natürlich haben die auch.
Gott, die schlimmste Phase war Fortnite. Das war wirklich so die krasseste Zeit, wo wir regulieren mussten, wo es echt dann Abende gab, wo man gucken musste, okay, jetzt Bildschirmzeit vorbei. Aber das war kontrolliert. Ich wusste, dass die am PC sitzen und Fortnite zocken. Das heißt, diese Social-Media-Phase, die kam dann zu einem Zeitpunkt, da waren sie dann schon 16, 17, dann wird es sowieso schwierig, das zu regulieren. Da war dann auch Corona, da hatten wir nochmals eine ganz andere Situation.
Aber das, was ich heute sehe, wenn ich höre, dass Kinder im Kindergarten das Wort Porno einfach so über die Lippen kommen lassen, das für die... Also ein normales Wort darstellt, sowas schockiert mich, dass wenn man mir sagt, das erste Handy in der Hand heißt, zwei Wochen später hat das Kind, also ich rede nicht von Jugendlichen, hat das Kind mit Sicherheit seinen ersten Porno in irgendeiner Form reingespült bekommen. Das sind Dinge, die mich wirklich schockieren. Das sind Dinge, wo ich sage, da müssen wir wirklich reingucken als Bildungssystem, dass wir Kinder schützen, dass wir ihnen Möglichkeiten geben, das nicht erfahren zu müssen, weil das merken wir ja gerade aktuell, was das mit den Kindern macht. Ich glaube inzwischen, das was, weil ich es gerade als Stichwort hatte, Corona bei manchen Kindern und Jugendlöchen ausgelöst hat, dass diese Erfahrung wird immer weicher. Manche waren da auch noch gar nicht geboren, die jetzt dann zum Teil in die Schulen kommen. Aber das Thema Digitalisierung, wann habe ich das erste Handy in der Hand, wenn ich Kinder im Buggy sehe, die ohne Probleme… iPad-Kids.
Ja, das sind so Dinge, da wünsche ich mir wirklich mehr gesellschaftlichen Diskurs und kritisches Handeln. Ja, da sind wir alle dran. Mich würde jetzt mal interessieren, mit dem Smartphone ab 14, ist das so, wo Sie sagen, das ist eine gute Einteilung? Und Social Media auch regulieren. Ich frage jetzt einfach mal kritisch nach. Und ich habe tatsächlich mir da, und das darf man als Politikerin nicht immer haben, aber ich habe da keine eindeutige Haltung. Ich würde das gerne mal an einem runden Tisch besprechen. Ich würde gerne mal mit jungen Leuten da in Austausch gehen und sie fragen, wie sie das einschätzen. Auf der einen Seite brauche ich kontrollierte Inhalte, das, was ich vorhin schon sagte. Wenn ein 13-Jähriger auf seinem Handy Paw Patrol sieht und ein TikTok-Video dazu, dann macht mir das nichts. Wenn der aber sieht, wie in Gaza Menschen sterben, dann macht das was mit dem Kind. Und wenn ich sexualisierte Inhalte einfach so hochgespült bekomme, dann macht das was mit Kindern und Jugendlichen.
Das heißt, mein Traum wäre eigentlich, dass Inhalte zensiert werden, dass die Tools, Social Media Tools bei einer Altersbeschränkung. Beim Anbieter selbst. Genau, altersgenerierte Inhalte nur noch anzeigen, dass Eltern Bildschirmzeiten kontrollieren, dass halt nicht täglich sieben Stunden dastehen, sondern ich sage, okay, am Wochenende habt ihr eine Stunde oder ähnliches. Ein kompletter Ausschluss würde auch bedeuten, dass Jugendliche von Informationen abgeschnitten werden, weil wo bekommen sie denn dann Informationen her? Die informieren sich über Social Media. Und dann habe ich eher die Haltung aktuell, aber wie gesagt, ich würde da gerne mal in den kritischen Diskurs gehen, Inhalte kontrollieren, altersgerecht anbieten und nicht verbieten. Ja, die Eltern müssen wir mit abholen. Aber es sind natürlich auch die Anbieter in der Pflicht, dort noch mal stärker aktiv zu werden. Aber ich bringe mal ein Beispiel, das soll jetzt mal noch ein Beispiel sein, wie Eltern teilweise ja auch betrachtet werden, nur junge Familien. Wir waren, das kann schon so anderthalb Jahre waren wir in einem Restaurant. Und in diesem Restaurant war eine Holzküche und sie hatten ein kleines Kind dabei. Das waren auch Eltern, ich würde mal sagen, bildungsprogressiv zumindest unterwegs und nachhaltig gekleidet. Und man sagt manchmal so ein bisschen Spitz-Berlin-Mitte.
Und dann machte das Kind mit den Holztöpfen und machte so ein bisschen Lärm und wir haben dann so rüber geguckt, haben gelächelt. Die Eltern haben mich völlig falsch interpretiert. Die haben gesagt, oh, diese Familie fühlt sich belästigt. Ich bin ja selber Vater von drei Kindern, weiß ja selber, wie das ist. Dann das Kind weggenommen und dann gab der Vater, das Kind wird zu drei, bekam dann ein großes Smartphone in die Hand, ein sehr großes Smartphone und dann wurde irgendwie ein Trickfilm angemacht oder es macht irgendwas. Ich sag's, sie haben das glaube ich jetzt gerade, Sie haben ja gerade falsch interpretiert. Und das ist oftmals auch so. Man möchte dann, dann ist das Eltern vielleicht auch unangenehm. Oder das Kind ist ja auch eine Beruhigungspille. Man greift schon sehr früh zu diesen digitalen Endgeräten wie so eine Art Beruhigungsmittel. Ja, was das macht. Aber das ist auch außen. Wir drumherum müssen einfach akzeptieren, dass Kinder laut sind. Wir können nicht bloß sagen, sie sollen kein Smartphone in der Hand haben. Aber sie sollen auch nicht ruhig in der Ecke stehen. und bloß nicht die Erwachsenen oder die Menschen schon, wo die Kinder schon groß sind, nicht belästigen. Ja, da haben wir, glaube ich, auch die letzten 40 Jahre nicht viel gelernt. Also der Spielplatz in der Nachbarschaft war immer ein Problem oder für manche ein Problem. Und das Kind im Restaurant, weshalb ja viele inzwischen sagen, Kinder abbrüllen.
Erst ab zwölf Jahren oder so. Kinderfreie Restaurants gibt es auch sogar. Kinderfreie Restaurants, genau. Ähnlich wie hundefreie Restaurants. Aber da hatte ich ja auch ein persönliches Beispiel Urlaub dieses Jahr. Ein Kind saß noch im Hochstuhl, also kann nicht so alt. Zwei, drei Jahre. Ja, so etwa. Hatte dann auch das iPad vor sich. Die Eltern wollten jetzt, dass es isst, weil das Essen steht da.
Das Kind wollte, dann haben sie ihm das iPad weggenommen, und dann, was passiert, eingeschlafen. Das hat vermutlich den ganzen Tag noch nicht, der fiel sofort nach vorne hinüber, lag auf dem Tisch und hat.
Also dass selbst der Konsum dann so weit geht, dass ich damit meinen Schlaf im Prinzip ausschalte und ignoriere, was bei dem Kind dann, und das sind so Dinge, also ich glaube, da müssen wir als Gesellschaft, da bin ich komplett bei ihnen. Da muss dann auch klar sein, dass eben mal ein Kind auch im Restaurant rumläuft und vielleicht auch mal zu einem an den Tisch kommt und sagt, hallo, das habe ich lieber, als dass es... Ja, ich glaube, da sollten wir resilient genug sein, das auszuhalten. Letzte Frage und dann ist unsere Zeit auch schon, ja, leider schon um. Wenn Sie an die Schulen in Baden-Württemberg denken und Sie könnten jetzt in die Zeit reisen, 2030...
Was sehen Sie da? Ich hoffe, mutige Schulen, die sich trauen, Dinge zu verändern. Und das kann ich als Politik nicht vorgeben. Das muss ein Prozess sein, der von unten startet, so wie es an einigen Schulen ja bei uns schon der Fall ist, die sich dem annehmen zu sagen, okay, ich brauche ein anderes Schulklima, damit Kinder und Jugendliche natürlich das Fachwissen bekommen, das sie brauchen, um am Ende gut gestärkt in ihr Arbeitsberufs- und Studienleben zu starten, aber genauso eben auch Kompetenzen entwickeln, die in der Zukunft einfach immer wichtiger sind, dass man zusammenarbeitet, dass man, wie recherchiere ich Dinge, wie schaffe ich mir ein neues Lernen an, dass sie auch wissbegierig bleiben, weil ich glaube, das wird in Zukunft so extrem wichtig sein, dass junge Menschen sich auch in ihrem Jobleben nochmal verändern können. Merken wir jetzt gerade aktuell, wie viele, die jetzt eher die Ablösung nehmen, beispielsweise, was wir jetzt ja momentan schon haben, dass auch manche Unternehmen ihre Jobs abbauen, dass halt nicht der neue Job genommen wird, den man ihm vorschlägt, sondern lieber das Geld. Genau.
Dann gab es so schöne Berichte. Der eine hat eine Alpaka-Farm aufgemacht, die andere ein Fitnessstudio. Also ja, aber ich glaube, das wird einfach immer wichtiger sein, weil sich die Berufe verändern werden, weil sich die Themen verändern werden. Also auch Kindern, Jugendlichen so mit ihnen mitzugeben. Ihr müsst immer auch flexibel sein. Ihr müsst eure Kompetenzen weiterentwickeln können. Also das würde ich mir für Schule wünschen, dass sie diese Räume schaffen, wo das gelingt am Ende. Ja, und vielleicht ist es dann ja auch das Ministerium, ich formuliere jetzt mal was, weil mich dieser Name so angespornt hat, ein Ministerium für Resilienz, Neugier und Zukunft. Ja, das wäre doch was, oder? Mal schauen, wem wir das dann vorschlagen können. Oh, was haben Sie Lust dazu? Sie sagen nicht nach. Das wäre doch auch mal eine Ansage. Ja, fände ich tatsächlich auch besser als ein Digitalisierungsministerium, das für mich echt inzwischen so obsolet ist wie nichts anderes, weil das in keinem Ministerium fehlen darf.
Digitalisierungskompetenzen, Querschnittsthema komplett. Und das ist immer so, ich weiß nicht, wenn es nicht funktioniert, dann heißt es, wir brauchen ein Ministerium für Digitalisierung und das richtet das dann auch. Wenn aber dann das Sozialministerium, Kultusministerium, Verkehrs- und die anderen Ministerien sagen, ja, das eine Ministerium, das macht das dann für uns, dann wird es halt nicht funktionieren. Vielen herzlichen Dank. Ich wünsche Ihnen, wir nehmen im Dezember auf, deswegen sage ich das noch, auch selbst wenn es vielleicht jetzt im Januar ist, obwohl die Weihnachtszeit geht ja bis zum 30. Januar. Eine schöne Weihnachtszeit, ein gutes neues Jahr und viel Kraft für die Aufgaben, die jetzt vor Ihnen liegen. Ganz herzlichen Dank.
Gerd, du vor Ort im Ministerium mit Sandra Boser. Sag mal, was nimmst du jetzt hauptsächlich aus diesem Gespräch mit? Drei Dinge. Erstens ihr klarer Fokus auf Bildungsgerechtigkeit. Sie spricht nicht abstrakt darüber, das hat auch mit ihrer eigenen Biografie zu tun. Eine frühe Förderung, Sprachentwicklung, das sind Dinge, die ihr sehr wichtig sind. Unterstützung dort, wo Kinder sie wirklich brauchen. Sie sagt sehr deutlich, die Schere geht auseinander und Schule muss dagegen steuern oder diese Schere eben zusammenbringen oder dass sie zusammenklappt. Auf jeden Fall. Aber ich sage mal so, das ist ja etwas, was wir öfter besprechen, was uns ja leider auch allen schmerzlich bewusst ist, aber was dann doch oft eher so in der Theorie hängen bleibt. Aber ich finde, bei ihr wirkt es nicht so wie ein politisches Schlagwort, sondern wie ihre echte Haltung.
Doch, absolut glaubwürdig. Zweitens, die Schule der Zukunft. Zukunftsschulen, das heißt auch in Baden-Württemberg so.
Projektlernen, das ist sehr stark angelehnt an den Friday. Und das ist für sie nicht so, das können wir jetzt nochmal machen, sondern das ist für sie Kern der Bildung. Kinder können dort etwas lernen, was total wichtig ist fürs Leben, Selbstwirksamkeit und Verantwortung übernehmen. Ja, da fällt mir natürlich sofort wieder Marina Weißband an. Die Folge mit ihr ist ja auch einer unserer persönlichen Favoriten, weil sie einfach da so beherzt für Demokratiebildung einsteht und genau für diese Selbstwirksamkeit. Also das ist ja immer wieder Thema auch bei uns, dass das Lernen Sinn braucht und nicht nur Stoff. Absolut. Und da sind wir beim letzten Punkt. Also wie können wir lernen? Und dazu gehört natürlich Lernen in der Digitalität und KI. Auch das war nochmal ein großes Thema, über das wir uns ausgetauscht haben. Das Land Baden-Württemberg stellt ja seinen Lehrkräften die Plattform Schule at BW zur Verfügung und dort können sie auf viele verschiedene Tools zugreifen.
Und ihr habt ja auch noch kurz über Smartphone und Social Media gesprochen. Ja, das war bemerkenswert. Da hatten wir so eine leichte Dissens, aber gleichzeitig das gleiche Interesse. Na gut, ich habe jetzt den Podcast geschnitten, aber wenn man es sich anhört, sie kommt ja mit einem Beispiel, da stockt mir dann doch auch schon der Atem. Also wenn ein Grundschüler ein Smartphone bekommt, hat er spätestens nach zwei Wochen das erste Mal ein Porno-Video gesehen.
Und das hat sich als Beispiel eingebracht, da war ich kurz, muss ich sagen, da habe ich mal kurz Luft geholt. Ich meine, ich beschäftige mich ja viel mit dem Thema Smartphone-Verbot, Social-Media-Regulierung, aber so deutlich war mir das auch noch nicht.
Ja, es ist schon immer wieder erschreckend. Man muss das aber auch laut aussprechen und sich dessen einfach bewusst sein, auch in der Schule vor Ort, aber natürlich auch als Elternteil. Einfach so ein Smartphone in die Hand zu drücken, ist halt auch in Teilen nicht sehr verantwortungsvoll, um es mal so zu sagen. Ja, aber und sie ringt eben noch bei dieser Frage. Ja, auf der einen Seite sieht sie, Smartphones für Jugendliche ein Teil und auch an der Welt teilzuhaben gleichzeitig. Smartphones schränkt ja auch die Bewegungsfreiheit. Ein, auch mit all den Gefahren und da ist die Frage eben nach Freiheit, wie viel Regulierung, wie viel Freiheit, da hat sie jetzt nicht irgendwelche Parolen rausgehauen, sondern wirklich ganz ehrlich gesagt, da ringt sie noch mit sich, möchte darüber, aber möchte für sich da zu einem klaren Urteil kommen und das fand ich auch ganz bemerkenswert, sie hat so ein bisschen auch mal in ihre Familie hineinschauen lassen und sogar in ihre eigene Geschichte, denn sie hat auch schon sehr früh mal Horrorfilme geschaut, aber gut, Und das Smartphone ist heute sozusagen an vielen Stellen eben ein permanenter Horrorfilm und nicht einmal bloß im Fernsehen. Ja, aber finde ich auch gut, das so offen zu kommunizieren. Absolut. Ich ringe mit mir selber noch bei dieser Frage, weil ich denke, so geht es uns doch auch ganz oft.
Dieser Wunsch zwischen begleiten und da sein und aufpassen und schützen, aber natürlich auch dem Bewusstsein, naja, also ohne geht es ja auch nicht mehr. Wir können es ja auch nicht den Kindern wegnehmen. Das kann ja nun auch nicht der Ansatz sein. Also wie macht man es eigentlich richtig in Anführungszeichen? Wobei ich muss dazu auch sagen, insgesamt habe ich so den Eindruck, sie ist schon eine recht authentische Politikerin, die wirklich zuhört, abwägt und die Schule auch vom Kind her denkt. Also das war so mein Eindruck, den ich auch gewonnen habe. Das ist auch mein Eindruck, da gehe ich absolut mit. Ich fand das sehr sympathisch, jetzt sich da auch kurz vor Weihnachten nochmal die Zeit zu nehmen. Wirklich da eine Stunde sind wir ins Gespräch gegangen und auch sehr...
Empathisch. Das hat mir wirklich gut gefallen. Das war noch mal so ein schönes Highlight zum Ende des Jahres für unseren Podcast. Das kann man so als Eindruck einfach mal so mitnehmen. Ja, also das war zumindest unser Eindruck, muss man sagen. Und uns interessiert natürlich auch immer, was ist euer Eindruck da draußen, die ihr uns zuhört, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen. Schreibt uns doch auch gerne dazu mal über Instagram einfach eine DM an die diggis.de oder auch Gerd und mich direkt anschreiben. Instagram, LinkedIn sind so die Kanäle, die ihr natürlich auch in den Shownotes findet und zum einen interessiert uns eure Meinung, aber auch immer wieder Feedback, Vorschläge zu Gästen vielleicht. Wir sind da für alle Zusendungen offen. Jetzt habt ihr bloß noch eine Aufgabe. Abonniert gerne unseren Kanal, gebt uns ein Feedback auf Spotify, bei Apple Podcast, wo immer ihr unseren Podcast hört oder teilt doch auch mal unseren Podcast mit all den Menschen, die sich auch für gute Bildung stark machen, für, Bildungsgerechtigkeit, für das Lernen in der Digitalität für starke Kinder, für eine gute Kindheit, genau wie es Sandra Boser macht. Vielen Dank, dass ihr uns zugehört habt. Bis dann. Das war Hey Digis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcasts.