Hey Diggis, so geht Lernen heute. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Und heute ist unsere große Weihnachtsfolge, unsere letzte Folge für dieses Jahr. Vielleicht gibt es noch ein kleines Special. Da schrauben wir gerade dran. Aber Viola, bist du schon in Weihnachtsstimmung? Ja, die Frage musste ja jetzt kommen, kurz vor dem Heiligen Abend. Ja, Gerd, ein bisschen muss ich sagen. Also nicht so mit Lametta und Dauerplaylist, weil die Lieder kann ich teilweise wirklich, wirklich leider nicht mehr hören. Und habe dann auch das Gefühl, wenn ich nach einem Jahr wieder Last Christmas höre, es war gerade vorgestern, dass es lief. Also das ist von außen so ein bisschen schwierig. Aber ich sage mal, so innerlich mit den Kerzen am Advent und die Stimmung und so ein bisschen Innehalten, das fühle ich schon. Und bei dir? Ja, was diese Playlist betrifft, diese Musik, da bin ich ja mittlerweile der Meinung, das muss sein. Ja, gesetzlich auch. Wir müssen vieles regeln hier in diesem Land. Vieles müssen wir nicht regeln. Aber laute Popmusik, also vielleicht schalten jetzt sofort welche aus. Helene Fischer, Wolfgang Petry, dann immer mit den Weihnachtsliedern. Ich habe manchmal auch so den Eindruck, wenn nichts mehr geht bei so einem Künstler, dann mache ich noch eine Weihnachtsplatte. Und dann ist immer so ein Klingel, so ein Geläute und Gescheppere da drunter.
Von wem ich allerdings eine Weihnachtsplatte kaufen würde, den habe ich ja dies Jahr kennengelernt und eben gefeiert sogar bei alkoholfreiem Bier. Olaf der Flipper, da bin ich jetzt großer Fan, hätte ich auch nicht gedacht. Also so kann es gehen, wie das Leben so spielt. Also ein ganz dufter Typ, vielleicht kriegen wir den hier mal auch im Podcast. Wir können ja auch mal das Thema Schlager machen. Interessanter Typ, aber wir haben ja auch jetzt einen interessanten Typen. Oh ja, auf jeden Fall eine ganz spannende Folge, die wir haben, denn wir sprechen mit Prof. Dr. Hermann Bühlbecker und wer jetzt denkt, na sag mal den Namen, kenne ich doch irgendwie, aber wie soll ich den einordnen? Ich sage mal ganz einfach so, er ist der Lebkuchen- und Printenkönig. Man kennt die Firma Lamberts, aber es gehört ja noch viel, viel mehr dazu.
Und ja, du sagst es ja auch, er war eigentlich so der Erste, mit der Personal Branding richtig für sich entdeckt hat. Man hat ziemlich schnell ein Bild von ihm vor Augen, wenn man den Namen hört. Groß, weißhaarig, mittlerweile mit dem Bart. Sportlich. Sportlich, absolut und wirklich sehr, sehr on point. Ganz sportlich, drahtig. Ich sage jetzt nicht, wie alt er ist. Aber der ist top fit. Ich habe ihn in Bonn getroffen bei einer Messe, bei einer Entrepreneurship-Messe. Und wir waren kurz im Fahrstuhl. Also der war da flinker raus als ich. Ich bin mir nicht so ganz sicher. Das haben wir ja nicht gefragt. Wir haben das Interview schon geführt vor einiger Zeit. Es ist ja auch nicht so leicht, ihn zu bekommen. Ich habe vergessen zu fragen, ob er selber auch ist. Oder habe ich es doch gefragt? Ich weiß nicht. Aber ich glaube, dass er nur eine ganz kleine Kante abbeißt von seinem Beruf. Du hast ihn gefragt, er hat sich aber genau um die Frage so ein bisschen rumlawinert, hatte ich den Eindruck.
Hat er sich rumgeschlängelt? Aber warum er sich nicht rumgeschlängelt hat, und das werden wir ja jetzt gleich hören, und wir spannen euch nicht länger auf die Folter, jetzt habe ich es, ist, was es beim Unternehmertum in Deutschland braucht und was er sich da wünscht. Und da hat er ganz klare Vorstellung, ja, als Vorzeigeunternehmer weiß er, was Deutschland braucht. Und als Professor, ja, er lehrt ja auch Gründen und Wirtschaft an der Hochschule. Ja, ein Mensch wirklich mit sehr vielen Facetten. Aber wir wollen natürlich auch zur Weihnachtszeit uns ein bisschen zurücklehnen und den Printenduft in der Nase genießen. Und auf diese kleine Reise wollen wir euch jetzt mitnehmen mit dieser heutigen Weihnachtsfolge. Los geht's mit einer Stunde Hermann Bühlbecker und bleibt unbedingt dran, denn wir machen unseren Jahresrückblick gleich noch hinten ran. Es wird also eine XXL-Folge. Los geht's. Hey Digis, so geht Lernen mit.
Hermann Bühlbecker, ein Unternehmer, der nicht nur ein Unternehmen führt, sondern eine Geschichte. Eine Marke, die seit über 350 Jahren besteht, älter als viele Staaten, älter als moderne Industrie. Lamberts ist nicht einfach ein Hersteller von Gebäck, Lamberts ist wirklich ein Stück deutsche Kulturgeschichte. Die Aachener Printe der Lebkuchen, das, was viele Menschen ganz selbstverständlich mit Weihnachten verbinden, das alles trägt die Handschrift eines Hauses, das regionale Tradition bewahrt, sie weiterentwickelt und sie zugleich in die Welt trägt. Und genau das macht Hermann Bühlbecker so besonders.
Er bewegt sich zwischen Aachener Weihnachtsmarkt und internationaler Bühne, zwischen Backstube und gesellschaftlichen Empfängen, zwischen Handwerk und Weltöffentlichkeit und hält beides zusammen, ohne die Wurzeln zu verlieren.
Heute wollen wir darüber sprechen, was Lebkuchen erzählt. Über Heimat, über Erinnerung, über Geschichte, Handel und Kultur. Und wie man eine Marke, die so tief in Tradition verwurzelt ist, in die Zukunft führt, ohne sie zu reduzieren, zu verflachen oder zu verfremden. Herzlich willkommen, Herr Dr. Bühlbecker. Einen schönen guten Tag. Freue mich, bei Ihnen zu sein. Wir freuen uns auch sehr, mit Ihnen diese ganz besondere Weihnachtsfolge von Hey Diggis, so geht Lern heute gestalten zu können. Ich würde Sie gerne zum Anfang einmal fragen, wenn Sie über Lebkuchen und Printen sprechen, worüber sprechen Sie denn eigentlich? Über den Geschmack, die Geschichte oder vielleicht auch über Kultur? Ich glaube, das kann man gar nicht auseinander defilieren. Das ist im Grunde eins. Wir als Firma Lamberts sind im Grunde so ein Stück deutsches Kulturgut. Und die Firmen, die im Laufe der Jahre zu uns gekommen sind, sind in der Summe über 1200 Jahre alt. Und wir stehen für geografisch geschützte Herkunft, eben nicht nur für Aachener Bründen, auch für Nürnberger Lebkuchen, auch für Dresdner Stollen. Jede einzelne Firma hat seine Geschichte, hat seine Marke, hat seine Tradition.
Die Firma Weiß, vor ein paar Wochen haben wir in Neu-Ulm 100 Jahre Lebkuchen Weiß gefeiert, hat ihre Lebkuchentradition Dresden, Dresdner Stollen, auch da gehört die Firma Dr. Quen zu uns, hat ihre Dresdner Stollen Geschichte und Lamberts, das ist jetzt meine Familiengeschichte, so etwas wie Aachener Printen, hat ihre Geschichte, da ist die erste Printe erfunden worden und das ist auch wieder Familiengeschichte, weil das erste Gebäck mit Schokolade, war die Schokoladenprinte um 1880, die bei Lamberts erfunden wurde. Also das ist eine solche Verflechtung, dass ich gar nicht in der Lage bin zu sagen, ich denke an das eine und das andere. Im Grunde denke ich immer an alles. Viele Menschen erleben Lebkuchen ja als etwas sehr Regionales. Gleichzeitig steckt darin aber Weltgeschichte, sogar Globalisierung, könnte man fast sagen. Also wenn man an die ganzen Zutaten denkt, die da drin sind. Wie erklären Sie Ihren Kunden diese Verbindung von Heimat und Welt in so einem traditionellen Gebäck? Ja, es ist ja total spannend, wenn man mal sieht.
Was in unsere Produkte insgesamt eingeht, da steckt vielleicht auch ein Stück Motivation hinter, die nicht nur aus der Familie, sondern auch aus den Produkten, aus der Produktgeschichte kommt. Und die Gewürze, die ja Zimt, Nelken, Anis, Kardamon, die alle ihre Weltgeschichte haben sozusagen. Und diese Gewürze sind ja auch Teil der Rezepturen, die zum Teil über Jahrhunderte gepflegt, ja auch geheim gehalten werden in vielem. Es sind aber nicht nur die Gewürze und der besondere Zucker. Für die Aachenapfen ist der Kandiszucker schon wieder sehr speziell. Es sind auch die anderen, die Nüsse, die aus der ganzen, aus Türkei oder sonst wo kommen, die Mandeln, die aus Kalifornien kommen. Und das Allerwichtigste bei uns ist die Schokolade. Wir selbst verarbeiten mehr als 25.000 Tonnen Schokolade in unseren acht Werken und das ist für uns der wichtigste und teuerste Rohstoff. Das hat auch dazu geführt, dass ich dann auch Konsul für die Ivory Coast, Elfenbeinküste geworden bin, einer von zwei in Deutschland, weil das ist für uns der wichtigste Rohstoff.
Und Schokolade geht über fast alle unsere Produkte, zumal wir auch das erste Gebäck mit Schokolade ja erfunden haben. Das heißt, diese Kombination der Rohstoffe mit den besonderen Rezepturen macht am Ende den Geschmack aus und die Rohstoffe kommen im Grunde aus der ganzen Welt. Gerade in Nürnberg kann man Geschichten erzählen über den Gewürzhandel, der früher stattfand und dann über Nürnberg. Aachen hat seine Geschichte auch über Belgien und so weiter. Also die Rohstoffe und die Produkte selbst sind geschichtlich sehr miteinander verbunden und so kommen wir es auf, dass gerade diese alten Unternehmen eben auch mit diesen Produkten verbunden sind. Und Eberlein Metzger, unsere Nürnberger Firma, die früher Hoflieferant des Königs von Bayern und auch von Österreich war, geht bis 1450 zurück. Und selbst der vorletzte amerikanische Präsident schrieb mir mit großer Freude, nämlich zur Kenntnis, dass Lambert älter ist als Amerika. Und das klingt verlustig, aber das ist so. Das ist jetzt die Firma und die Produkte und die Rohstoffe. Also hier ist wirklich ein so großer Fundus und das ist ja auch der Grund, warum.
Frühere Kanzler, Bundespräsidenten immer unsere Produkte verschenkt haben zu besonderen Anlässen, weil eben diese Produkte eben in Deutschland ihre Geschichte haben und in anderen Ländern, wenn wir sie nicht exportieren, im Grunde so nicht zu finden sind. Schokolade als Tafel, wunderbare Pralinen, andere Süßwaren gibt es in ganz vielen Ländern. Aber diese Lebkuchen-Stollen-Tradition, die ist sehr deutsch, sehr historisch, sehr speziell verbunden mit diesen schönen Dosen und Truhen als Geschenk, ist natürlich was ganz Besonderes. Das macht ein Stück deutscher Identität auch aus.
So, also jetzt muss ich zum einen sagen, ich kriege jetzt langsam Hunger. Ja, so fängt es mal an. Sie machen mir wirklich Appetit. Ich sehe die guten Stücke bildlich vor mir. Natürlich ist es auch für mich ein Teil meiner Kindheit und meines Aufwachsens, Ihre Produkte bei uns auf dem Tisch zu Hause zu sehen. Aber jetzt haben Sie schon mal so einen kleinen Einblick in Ihre Produktwelt gegeben. Ich würde gerne mal wissen, was ist denn eigentlich so Ihr persönlicher Favorit? Die Produkte sind sehr unterschiedlich. Die Aachener Printen haben eine sehr westdeutsche Ausprägung und die Nürnberger Lebkuchen haben eine sehr süddeutsche Ausprägung. Die sind sehr unterschiedlich. Aber insofern hat jede Produktgruppe auch ihre besonderen Spezialitäten. Wir stellen auch noch Produkte her, die da nichts mit Weihnachten zu tun haben. Fast die Hälfte unseres Umsatzes. Wir sind zum Beispiel Marksführer im Bio-Gebäck in Deutschland.
So, das war die Vorgeschichte. Wenn ich die Frage jetzt konkret beantworte. Also in der Aachener Sektion gefällt mir am besten die Lambertsvollmilch-Mandelprinte. Die ist sehr weich. Da kann man den Kandiszucker sehen. Da kommt Vollmilch herum und die Mandeln. Bei den Nürnbergern der Elisen-Lebkuchen. Da gibt es wunderschöne Elisen-Lebkuchen mit mehr Art. 25 Prozent Ölsamen, die aus der ganzen Welt kommen und bei den normalen Gebäcken esse ich sehr gerne Salamberts Vital Gebäck. Also insofern, das ist so schwer. Wir machen auch Mozart-Kugeln, die mir auch gut schmecken. Also weil wir heute so breit aufgestellt sind mit Gebäck und Schokolade und so weiter, ist es eben auch schwer zu sagen, was schmeckt mir am besten. Man muss die Segmente sehen und in jedem Segment habe ich so meine Favoriten. Also mit Süßwaren oder mit Gebäck oder überhaupt mit Lebensmitteln verbindet man ja auch eigene Geschichte. Ich bin jetzt im Osten groß geworden und für mich war immer das Highlight. Wir bekamen zweimal im Jahr von meinem Onkel, der lebte im Ruhrgebiet, was sie sagen, westdeutsch geprägt. Die Print ist ja nicht so weit weg, obwohl ich glaube, alles, was jenseits schon von Aachen in die eine Richtung geht, ist ja schon fast Moskau.
Da bekamen wir immer ein Paket Weihnachten und da waren Aachener Printen drin. Und das ist für mich so eine Kindheitserinnerung, also auch die Vorfreude darauf, jetzt wird es wieder dieses Paket geben und die wurden auch erst Heiligabend aufgemacht. Also es war für uns ein ganzes Ritual, auch dieser Kandisucker, dieser Geruch. Und das war wirklich ein Highlight, das man dann genossen hat, weil es eben selten war. Es ist wirklich etwas Besonderes. Und das hat sich total eingeprägt. Und das ist bis heute. Und als ich dann das erste Mal 1989 in den Westen reisen durfte und dann bei meinem besagten Onkel dann eingeladen war, gab es natürlich auch Aachner Printen. Und ich habe mir die dann so eingeteilt. Er sagte, jetzt musst du die nicht mehr einteilen. Jetzt kannst du richtig reinlangen. Also das ist auch so, was so geblieben ist, Die Maueröffnung und solche Dinge haben ja auch Sachen verändert. Sie haben selbst gesagt, sie sind unternehmerisch ja auch im Osten unterwegs, in Dresden. Also da ist ja wirklich so viel Geschichte auch darum, die persönlich ist, aber bis in die nationale und in die Weltgeschichte hineinreicht.
Was mich dann nochmal interessieren würde, Sie haben jetzt schon gerade Weltbühne gesagt, die Bundespräsidenten, Bundeskanzler, Bundeskanzlerin, weiß ich nicht, Angela Merkel, ob sie auch Produkte mitgenommen hat. Ich verfolge das ja immer so ein bisschen auch auf LinkedIn, was sie dann so posten oder auch bereitstellen.
Bill Clinton, Elton John, Leonardo DiCaprio, die greifen auch gerne zu den Printen. Da habe ich ja schon mal was mit denen gemeinsam.
Also erstmal ist schön, das, was Sie sagen, dass diese Produkte ja auch wohl einen emotionalen Charakter haben. Absolut. Und wir bekommen viele schöne Briefe, auch von Deutsch-Ländern aus Amerika, die sagen, oh, wir haben da ihre Produkte entdeckt, das erinnert mich an meine Kindheit, Weihnachtsbaum und so weiter, weil ich die hier normalerweise nicht so finde. Da ist viel mit verbunden. Wir hören auch sehr oft, wenn unsere Produkte neu in die Märkte kommen, September, Oktober, dass die Menschen ganz glücklich sind und sagen, oh, die waren ja zehn Monate da, die sind jetzt wieder da und die sind mittlerweile auch schon ab Anfang September in den Märkten. Früher waren das reine Weihnachtsprodukte, heute sind das Herbstweihnachtsprodukte geworden, die im Grunde, die die ganze Zeit von September bis Dezember versüßen. Aber auch da ist es so, das sind so die Vorboten vom Herbst, des Weihnachtsgeschäftes. Und auch das gibt den Menschen sehr viel Emotion. Und in der Tat ist es so, weil wir ja im Grunde eine geografisch geschützte Herkunftsbezeichnung herstellen. Mit Aachener Prünken, Neuenberger Lebkuchen und Dresdner Stollen. Und die EU sagt immer, das sind unsere größten Schätze. Da gehört ja auch zum Beispiel Champagner zu. Der muss ja auch in der Champagne hergestellt sein, sonst darf man ihn nicht in Champagner nennen. Das heißt also, diese Produkte sind wirklich etwas Besonderes. Die haben ihre Geschichte und ihre Herkunft und das ist der Grund.
Warum sie dann auch gerne verschenkt werden. Ich sage mal fast, natürlich hat auch Frau Merkel unsere Produkte an den amerikanischen Präsidenten. Und damals war das Obama, als er in der Nähe von München war.
Haben wir eine große Dose Heberleit-Metzger genommen und haben die Produkte der Lamberts-Gruppe als deutsche Spezialität geschenkt. Wir haben mittlerweile von allen amerikanischen Präsidenten, von Jimmy Carter folgen, Boussinho, Junior, vor allem auch Clinton, mit dem ich selbst viele Jahre eng zusammengearbeitet habe, in der Clinton Global Initiative. Von all denen haben wir sehr nette persönliche Briefe, Auch nicht nur von den Präsidenten, auch von Außenministern wie Kissinger oder vielen Stars, die mit den Produkten in Berührung gekommen sind. Das heißt, für die ist das immer etwas Besonderes, auch diese schönen Dosen, dieses schöne Geschenkcharakter. Das ist auch Basis unserer Amerika-Umsätze auch zum Teil, dass wir diese schönen Dosen dann nach Amerika verschicken. Das heißt, wir haben hier schon etwas, das etwas sehr speziell ist, das deutsche Geschichte hat, das Menschen an diese Produkte erinnert in der ganzen Welt und... Das freut uns eben sehr, dass wir nicht irgendwelche Produkte herstellen, sondern ja, wir sind quasi Vorboten des Weihnachtsmannes. Die Firma Weiß Lebkuchen aus Neu-Ulm hatte sich früher immer genannt Hoflieferant des Weihnachtsmannes.
Das ist ja eine deutsche Tradition, diese Produkte in der Vorweihnachtszeit zu verkaufen. Wir haben zwei Werke in Polen, doch verkaufen wir Lebkuchen von Januar bis Dezember. Und die können das nie verstehen, dass es Menschen in Deutschland gibt, die Anfang oder Ende August schon mal sagen, warum sieht man schon mal Lebkuchen im Markt? Das ist doch eigentlich was für Weihnachten. Das sind natürlich alles Traditionen, etwas Gelerntes über gewisse Zeiträume und wenn man Lebkuchen wie in Osteuropa von Januar bis Dezember isst, dann gehört das zum Leben, dann hat das natürlich auch nicht mehr diesen ganz besonderen Charakter und das ist auch der Grund, warum wir selbst auch daran festhalten, dass wir sagen, für uns sind das Herbst-Weihnachts-Gebäcke, die viele Monate verschwinden, dann aber den Menschen wieder viel Freude machen. Ich weiß auch nicht, ob wir am Ende des Tages mehr verkaufen würden, wenn wir die in Deutschland von Januar ein bisschen entzaubern. Und auch bei gewissen Pralinen freut man sich, wenn die im Sommer weg sind und die kommen dann im September wieder. Wir leben ja auch vom Entzug und von der Vorfreude auf das, was dann kommt. Und wenn man diese Emotionen dann auch mit den Produkten hat und damit auch etwas, was man in die ganze Welt schenken kann, dann ist das was Besonderes und wir meinen, das sollte man erhalten und das ist natürlich ein bisschen das Kutschstück auch für ein so altes Unternehmen wie Lamberts, einerseits die Tradition zu erhalten, auf der anderen Seite aber dann auch.
Für die jüngeren Verbraucher dann irgendwann wieder mal spannend zu sein. Also insofern ist das insgesamt eine spannende Aufgabe, aber es macht Freude, solche emotional aufgeladenen Produkte herstellen zu dürfen, sage ich heute. Ja, das ist spannend, wie Sie das gerade so beschrieben haben, weil das ist ja eigentlich genau das Ding. Also diese ständige Verfügbarkeit, die heute eigentlich von allen Dingen da ist, sei es Streaming oder Nahrungsmittel, alles kann ich immer haben. Aber da gibt es eine Grenze. Und sie sagen ganz bewusst, sie fangen das jetzt mit dem Herbst und dann Weihnachtsgeschäft an. Ich erinnere mich schon in meiner Familie an lebhafte Diskussionen, weil mein Vater immer Ende September oder Ende August dann losrannte, um die ersten Aachener Printen zu kaufen. Und dann von meiner Mutter geschimpft wurde, warum er also jetzt schon Weihnachten einläuten würde. Dann sagt er, die sind am frischsten. Ich muss die jetzt haben. Die ersten Spicke am besten, sagen wir immer. Ja, die kommen jetzt gerade aus dem Werk und von daher ließ er sich seine Freude daran auch nicht verderben. Aber ich denke genau, das ist die Emotion, die damit ja auch transportiert wird und die nur so erhalten werden kann.
Aber wie sagen Sie, nehmen Sie uns trotzdem ein bisschen konkreter noch mit. Sie haben gesagt, es ist schwierig, das aufrechtzuerhalten. Aber mit so einer Marke, mit hunderten von Jahren Tradition, mit auch Ansprüchen, die daraus natürlich entstehen. Sie sagen, Sie bewegen sich da auf Ebene der Präsidenten. Jeder schätzt Ihre Produkte. Das sind ja auch gewisse Qualitätsstandards, die gehalten werden müssen. Wie können Sie die Geschichte weiterführen und dabei wirklich, ja, trotzdem im Kern sich selber treu bleiben?
Wir bemühen uns natürlich, diese Traditionen weiterzuführen. Ja, sie leben eigentlich schon von sich. Ich glaube, wir brauchen sie gar nicht bewusst zu aktivieren, sondern September, Oktober geht das von alleine wieder los. Es gibt zum einen immer die, die sagen, die ersten schmecken am besten, ich muss sofort kaufen. Und dann gibt es die anderen, die echten Traditionalisten, sage ich mal, die sagen, ja, aber für mich gehören die unauflöslich zum Weihnachtsgeschäft. Und ich fange höchstens am Nikolaustag damit an und esse die dann bis Weihnachten. Aber das ist ja auch gut so. Das ist ja auch das Schöne bei uns. Jeder kann es machen, wie er möchte. und das führt dazu, dass am Anfang schon ein gewisser Drive ist und am Schluss dann auch nochmal ein Drive kommt. Und wir stehen gewehr bei Fuß. Wir produzieren ja schon im Juli, August, September. Wir müssen ja auch die Produkte auf Knopfdruck lieferfähig haben. Wir haben, es gibt da genau 150.000 Paletten auf Lager stehen, in denen wir eben diese Saisonprodukte im Juli, August vorproduziert haben und geben die dann sozusagen Ende August frei und dann gehen die von den Lägern in den Handel hinein und der Handel verteilt das wieder auf seine Geschäfte. Vom Businessmodell ist das sehr, sehr schwierig, sehr...
Das ist aufwendig auch, zumal sie auch gewisse Monate haben, wo sie dann drei Schichten fahren und andere, wo weniger los ist. Also ein solches Geschäft zu managen ist sehr, sehr schwierig. Deshalb meinte ich auch, man muss schauen, dass man das auf Dauer auch sicherstellt, dass man das schafft. Das ist heute bei der Schwierigkeit des deutschen Standorts manchmal auch ein Problem der Beschäftigung, dass man überhaupt Menschen findet, mit denen man produzieren kann, dass man vernünftige Energiekosten hat, dass man die Nachteile Deutschlands als Wirtschaftsstandort versucht auszugleichen durch andere Dinge. Das meinte ich, das ist im Grunde eine anspruchsvolle Aufgabe auch heute, diese Unternehmen weiterzuführen. Wobei ich immer sage, unser Anspruch ist ja gerade der, zu versuchen.
Aus den schwierigen Bedingungen das Beste zu machen. Und wir haben die Verantwortung eben über Jahrhunderte. Wir sind sozusagen Nachhaltigkeit in der DNA und wir haben viele Kriege überstanden. Nicht nur Zeiten, wo man davon redet, sondern Zeiten, wo es wirklich Kriege gab und wo auch Unternehmen, wo Fabriken zerstört wurden. Und ich denke, wir ziehen auch die Motivation aus der Geschichte und wir tun alles dran, dieses Unternehmen auch als Familienunternehmen zu erhalten, weil Lamberts hat es auch ein bisschen geschafft, für andere Familienunternehmer, die nun mal wirklich nicht mehr wollten, auch als Aufwandbecken zu dienen, die gesagt haben, dem Bübecker bei Lamberts, den verkaufe ich in meinem Laden, weil ich weiß, dass der auch meine Marke weiterführen würde. Also ich hatte eine Reihe von Unternehmern, wie zum Beispiel auch bei der Firma Dr. Quint oder auch bei Weißlebkuchen, da sagte der Unternehmer, bei Ihnen weiß ich, und Sie haben das ja mit meinem Netz vorgemacht, dass Sie auch meine Marke weiterführen würden, selbst wenn ich Ihnen das verkaufe, dass das nicht untergeht im großen Konzern.
Auch Dr. Quent Dresdner Stollen, der hat vor zwei Jahren den Preis bekommen für den besten Stoll in Deutschland vom Preis-Leistungs-Verhältnis von Stiftung Warentest für unseren Dresdner Stollen. Da hat mir kein Mensch gratuliert, weil mich auch keiner damit in Verbindung bringt. Und das ist auch gerade gebeugt und das ist auch gut so. Wir wollen diese Authentizitäten, diese Regionalitäten erhalten, weil ja auch in Dresden produziert wird, weil ja auch in Nürnberg produziert wird und weil in Aachen produziert wird. Das heißt, wir wollen das sogar stärken und das weiter pflegen und insofern pflege ich auch gerne diese Marken weiter. Wir haben, wie gesagt, vor zwei Wochen, vor drei, vier Wochen Weiß 100 Jahre gefeiert und da habe ich mich nochmal daran erinnert, dass ich dem Herrn Weiß versprochen habe, seine Marke weiterzuführen. Heute verkaufen wir in der Saison mehr unter Weiß als unter Lamberts. So sehr habe ich mich dieser Verpflichtung auch hingegeben. Das heißt also, aber nicht, weil ich mich verpflichtet habe alleine, sondern auch, weil ich es auch gut finde. Ich finde, diese schönen alten Unternehmen, diese Vielfalt muss erhalten werden. Und das ist gerade unser Problem heute, dass leider durch die Schwierigkeiten der Produktion in Deutschland viele Unternehmen aufgeben.
Vom Markt verschwinden oder aufgehen in große internationale Konzerne und dann die Unternehmen und auch die schönen alten Marken verschwinden. Und da kämpfe ich ein bisschen so als Hüter der alten deutschen Marken, zumindest im Gebäckbereich, bemühe ich mich, diese Zoo zu erhalten und diese Traditionen auch aufrechtzuerhalten.
Wie oft passiert das eigentlich? Das würde mich auch mal interessieren. Sie haben ja wirklich auch einen phänomenalen Umsatz. Ich weiß nicht, ob man die Zahl kommunizieren kann. Ja, die ist ja bekannt. 600 Millionen Umsatz mit Herbstlichen und Adventgebäck. Ich passe mich der Sprache an. Aber auch mit Jahresgebäck. Und Jahresgebäck und Mozartkugeln. Ich habe aufgepasst. haben wir auch, sonst könnten wir die Konditoren und Techniker gar nicht halten heutzutage, wenn wir die nicht das ganze Jahr über auch mit anderen Produkten beschäftigen können. Ja, wie oft kommen da so Berater an und sagen sie, die Dosen müssen jetzt mal anders gemacht werden, Hoflieferant, das ist doch, will doch heute keiner mehr. Und wie oft waren sie da standhaft und sagt, nein, ich habe das hier versprochen. Weil was sie gesagt haben, was sie diese Geschichte, die sie gerade erzählt haben, auch mit Weiß und Quent, das ist ja gar kein Verkauf. Sie haben ja eine Tradition Und aufgenommen, das ist ja ein bisschen mehr, als nur ich kaufe jetzt etwas, um etwas zu haben, sondern man hat ihnen ja Vertrauen geschenkt. Wenn man so Unternehmen übergibt, das ist ja ein bisschen mehr als ein Verkauf. Aber dann kommen ja Berater und die haben gute Ideen. Sie sagen es, das ist genau auch ein Knackpunkt des Ganzen. Wenn wir im Dezember aus dem Markt gehen und kommen September wieder, dann kauft der Verbraucher ein gefülltes Herz oder einen Herzensterne, Brezeln oder Printen, Dominosteine. Und die schmecken plötzlich etwas anders, weil wir gedacht haben, oder die Verpackungen sind super modern.
Dann bekommen wir böse Briefe vom Verbraucher, der sagt, hör mal, so habe ich das nicht in Erinnerung, so kenne ich das nicht, das hat seine Wertigkeit verloren, das ist einfach anders.
Das ist zu modern oder wie auch immer. Das ist, was Sie im Grunde schon in Ihrer Frage implizieren. Diese Traditionen, die möchten von den Menschen gepflegt werden und da muss man sehr, sehr vorsichtig sein, wenn man da etwas ändert.
Denn da verliert man auch ein bisschen Identität, Vertrauen, Vergangenheit. Es sind ja auch Rezepte und die haben besonderen Geschmack und die dürfen nicht plötzlich anders schmecken. Das heißt also, da muss man allen Beratern zum Trotz sagen, hier pflege ich die Vergangenheit, kultiviere sie, mache vielleicht sogar noch ergänzende schöne alte Motive von Frühjahr und Wechsel und variiere da noch, aber immer bei Beibehaltung der Identität des Produktes. Wenn ich mich jetzt modern weiterentwickeln will, muss ich das in anderen Geschäftsfeldern machen. So sagte ich zum Beispiel eben en passant, dass wir eben auch ein großer Anbieter von Bio-Gebäck sind. Wir machen sogar Herzen, Sterne, Brezeln auch in Bio. Wir machen vegan. Wir folgen allen Ernährungsempfehlungen.
Das heißt aber dann bei anderen Produkten, bei Produkten, wo es auch passt, wo es in den Zeitgeist hineinpasst. Also man muss das sehr wohl auseinanderhalten, wo pflege ich die Tradition und wo versuche ich das Unternehmen in neuen Feldern als Unternehmen weiterzuentwickeln. Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass diese Verbindung zwischen Tradition und Moderne sicherlich auch oftmals ein Spagat für sie ist. Denn natürlich sind da die althergebrachten Produkte, die geschätzt werden, die immer in den gleichen Verpackungen kommen oder halt wirklich traditionell auch geprägt sind. Aber sie sind ja auch Unternehmer und müssen natürlich sich neue Märkte eröffnen und von daher auch andere Zielgruppen ansprechen. Dann ist ja heutzutage auch noch so ein Thema Nachhaltigkeit oder Herkunft der Rohstoffe, Lieferketten etc. Sind das alles so Themen, die sich auch im Laufe ihrer langen Berufserfahrung geändert haben? Ja, das ist jetzt sehr weitgehende Frage, die sehr wichtig ist.
Wenn ich nochmal ein bisschen zurückgreife, auch wenn ich bei meinen Lebkuchen bleibe, haben wir uns dort auch als Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte sehr dynamisch verändert. Als ich bei Lamberts anfing, das war ja Familienunternehmen, meine Mutter, mein Onkel, meine Tante waren OHG-Gesellschafter, ich hatte Betriebswirtschaft studiert und kam dann dahin.
Dann bin ich zum ersten Mal zum Handel gegangen und dann sagte mir der Einkäufer von Leckerland, es ist schön, dass mal jemand von Lamberts kommt. Ich glaube, irgendwann stirbt die Frau Kommerzienrat und dann stirbt auch der letzte Lamberts-Kunde. Der wollte mir also damals sagen, ihr seid sozusagen am Ende eurer Vergangenheit, ihr seid nicht mehr zeitgerecht. Und man kann auch schon zeitgerecht werden. Und das haben wir dann gemacht.
Indem man zwar dieselben Produkte herstellt, diese aber im Grunde ganz anders aufmacht und die Sortimente erweitert und verbreitert. Wir hatten früher ein Produkt, das war Printen, das war saisonal und wir haben nur die schönen Fachgeschäfte beliefert. Und meine Aufgabe war es dann, die Produkte im Grunde dem veränderten Märkten entsprechend auch in den Lebensmittelhandel zu tragen. Ich selbst bin dann zu den großen Lebensmittelketten, wo sie heute alle einkaufen gehen. Da waren wir nämlich nicht vertreten und habe unsere Produkte dann dorthin gebracht. Und dann musste ich erst mal neue Verpackungen machen, ein neues Design, nicht mehr nur teure Kisten und Truhen, sondern Verpackungen schaffen, die man auch preisgünstig im Lebensmittelhandel verkaufen kann. Und musste die Sortimente erweitern mit Printen. Alleine wären wir heute nicht mehr auf dem Markt, sondern wir haben dann eben erst mal in unserem eigenen Segment mit Spekulatius, Baumkuchen, Herzen, Sterne, Bretzen, gefüllte Herzen und all diese Dinge hergestellt und wurden damit zu einem Anbieter, der für den Handel interessant ist. Das haben sie im Handel auch seine Eigenmarke gemacht, was auch ganz, ganz wichtig ist. Das heißt, sie kaufen, im Moment haben wir 100% die Distribution.
Aber es steht gar nicht so oft Lamberts drauf, weil wir eben auch neben unseren anderen Marken, Lamberts Weiß, Heberlein Metzger, King, Karls Otten, Dr. Quent, auch dem Handel seine Eigenmarken machen. und da treten wir an unter den Marke des Handels und sind dadurch eben auch breit vertreten. Das heißt also, das ist auch ein Anpassungsprozess, den man erstmal machen muss oder ein Entwicklungsprozess in dem Segment, in dem man ist, um überhaupt in dem sich so dynamisch verändernden Markt überhaupt halten zu können. Das heißt, das ist also mal der erste Schritt, selbst wenn man Produkte hat, die eine gewisse Zeitlosigkeit haben, dass man dann eben die so aufbereitet, dass sie aber auch den normalen sich verändert habenden Strukturen entsprechen.
Das heißt also, dass wir Produkte haben, bei denen ein Lebensmitteleinzelhändler sagen könnte, ja, das kaufe ich von Lamberts und auch in großen Gruppen. Also das alleine ist schon ein sehr langer, aufwendiger Prozess und ist auch Teil unserer Geschichte der letzten, ja, ich weiß nicht, 30 Jahre, wo wir von Belieferungen eines Fachhandels im Grunde zu einer breiten Distribution gekommen sind, indem wir im Grunde das alles verändert haben. Und ich habe immer gesagt, man muss alles ändern. Damit es am Ende bleibt, wie es ist, damit man das Unternehmen also auf dem Markt hält, muss man sich ständig auch in seinen Verpackungen und in Designs und auch in allem anderen eben den Veränderungen des Handels anpassen. Und jetzt kommt Ihr zweiter Teil Ihrer Frage da oben drauf, was ist denn jetzt? Jetzt haben Sie Lieferketten, Nachhaltiges, kommen plötzlich noch wieder neue Dinge dazu. Und ich muss Ihnen wirklich sagen, wir haben wirklich den Eindruck, dass man es uns immer schwerer machen möchte, dass man auch auf den Mittelstand keinen großen Wert mehr legt. Denn das, was an Gesetze auf die Industrie zukommt, in einer Zeit, in der es ja sowieso schon nicht besonders gut geht, ist schon so, dass man fast meinen möchte, man will den Mittelstand nicht mehr haben. Das muss man fast sagen. Das ist im Grunde in Deutschland schon schwer zu produzieren. Wir waren ja mit dem Standort Deutschland in der Spitzengruppe innerhalb von Europa. Wenn man danach fragt.
Wo würdest du gerne produzieren? Wo hast du die richtigen Kosten? Wo ist Energie, Mitarbeiter, Steuern und all das, was da eine Rolle spielt. Und mittlerweile sind wir, glaube ich, drittletzter in Europa. Vor 20 Jahren haben wir eine Produktion in Polen gemacht. Da hat man gesagt, meine Güte, sei dir mutig, da war ja noch keine EU, das ist ja noch fast kommunistisch und da produziert ihr da. Heute muss man sagen, nach diesem Ranking liegt Polen weit vor Deutschland und Deutschland ist das Letzte. Das ist eh schon sehr schwer. Und dann kommt noch so eine Art europäischer Hammer obendrauf. Das heißt also, diese ganzen Gesetze, Lieferkettenpflichten, Sorgfaltsgesetz und Entwaldungsverordnung, die sind alle wunderbar gedacht, aber im Grunde so realitätsfremd gemacht, dass sie am Ende all denen Schaden, denen man helfen wollte und den Unternehmen es so schwer machen, dass die kaum mehr konstruktiv produzieren können. Ich sage Ihnen mal ein Beispiel.
Neben dem Standortnachteil in Deutschland sind wir seit langer Zeit auch sehr dadurch in die Defensive gekommen, weil der Kakaomart so dramatisch gestiegen ist. Ich weiß das selbst von meiner Ernte in der Elfenbeinküste. Da kommt weniger Kakao, dann wird er teurer, dann gehen die Preise hoch und so weiter. Jetzt wäre es ja schön, wenn man Kakao auch noch aus anderen Ländern beziehen könnte, aus Südamerika oder sonst wo. Also diese Länder bieten das jetzt aber schon gar nicht mehr an, weil die sagen, die EU-Vorschriften, die sind so kompliziert, wir können das gar nicht in die EU liefern und dann kommen die irgendwann und dann wollen die das bis in die letzte Plantage verfolgen. Das können wir gar nicht, deshalb bieten wir den Kakao gar nicht mehr an. Das heißt also, das, was uns jetzt helfen würde, auch den Preis für den Verbraucher runterzubringen, indem wir aus anderen Ländern auch noch Kakao integrieren.
Wird gar nicht mehr gemacht. Diese Gesetze sind so kompliziert formuliert. Anderer Süßwarenladen sagte mir neulich, ich wusste jetzt 30 Leute neu einstellen, um überhaupt die Formalitäten des Lieferkäptensorgfaltspflichtengesetzes aufrecht zu erhalten. Das können mittelständische Unternehmen nicht. Die Preise im Handel, die wir dem Handel anbieten, stehen so unter Druck, auch weil Deutschland sowieso schwierig ist zu produzieren. Wenn dann noch die Rohstoffe, jetzt kommen auch die Nüsse wieder und werden teurer aufgrund von schwierigen Ernten, dann kommt irgendwann ein Punkt, wenn ich da noch 30 Leute einstellen muss für irgendwelche Gesetze, weil ich die ständig buchhaltungsmäßig verfolgen muss. Das ist etwas, da hat sich eine Bürokratie implementiert in Europa.
Sodass man sagen muss, statt dass man uns hilft, schadet man uns. Und ich sehe das im Moment, ich bin lange ja auch Vorsitzender der Gebäcksparte, stellvertretender Vorsitzender der deutschen Süßwarenindustrie. Ich sehe mit großem Bedauern, dass mehr und mehr Unternehmen in Schwierigkeiten kommen, auch aus unserem Umfeld und das nicht zuletzt, weil die Rahmenbedingungen, die man schafft aus der Politik und auch aus Europa, immer schwieriger werden. Das heißt also, es wird immer schwerer, heute noch zu produzieren und all diesen gesetzlichen Voraussetzungen zu entsprechen. Und das liegt eben daran, dass die, die Gesetze machen, zum Teil noch nie gearbeitet haben und gar nicht wissen, wie die in der Umsetzung ablaufen müssen. Und das ist so schwierig heutzutage. Es ist immer schön, vom Green Deal zu sprechen, aber man muss es ja auch umsetzen können. Und im Moment leiden viele Unternehmen darunter und wir werden eine weitere Konzentration sehen. Und mit großem Bedauern werden wir auch feststellen, dass wir, wir merken ja jetzt schon, dass wir wieder mehr Insolvenzen haben. Wir werden leider viele schöne Hersteller nicht mehr auf dem Markt haben. Und ein Großteil dessen ist im Grunde in der Wirtschaftskolitik und der europäischen Politik in der Verursachung zu sehen.
Wir kämpfen und werden mal an alles, was wir machen können. Da kommt jetzt wieder die Motivation. Wir sind deutsche Geschichte, deutsches Brauchtum. Wir sind Aachener, Nürnberger und Dresdner. Wir sagen immer, wir müssen den Finger in die Wunde halten. Aber unser Job auch als Unternehmer ist heute, zu versuchen, aus diesen schwierigen Bedingungen das Beste zu machen. Das ist unsere Aufgabe und das tun wir auch. Wir sagen zwar unsere Meinung, aber wir kämpfen, um das Beste noch zu machen und um so viel wie möglich noch zu erhalten. Aber es ist traurig, dass wir eigentlich heute in einer Situation sind und ich muss auch offen sagen, ich merke auch im letzten Jahr keine wesentlichen Fortschritte. Also insofern werden wir weiter kämpfen müssen für uns. Aber wir haben doch den Herbst der Reformen. Wir müssen auf den Lebkuchen wieder zurückkommen. Ich glaube, wir können jetzt hier zwei Stunden. Wir haben jetzt viel über herbstliches und Adventsgebäck gesprochen. Gesprochen war uns aber politisch ein Herbst der Reformen. Wir nehmen Mitte November auf. Noch ist er nicht da. Eigentlich sind wir schon fast im Winter.
Wir nehmen diese Folge Mitte November auf. Wenn ihr sie Weihnachten hört, vielleicht ist ja was passiert. Auf alle Fälle ist es so. So viel wie bei den bildungspolitischen Reformen. Wie bei den bildungspolitischen Reformen. Das gehört auch alles zusammen. Ja, das bringt es an. Ich habe ein Zitat gehört. Wenn man Transformation machen will und sich angucken will, wie man es nicht machen soll, dann sollte man jetzt momentan nach Deutschland gucken. Das war so ein Zitat. Aber kommen wir mal zum Marketing, würde ich mich noch interessieren. Sie sind ja auch, nehmen Sie mich falsch, ein Marketing-Fuchs und haben sich dort ja wirklich auch als Markenbotschafter eigentlich, heute reden wir ja schon von Personal Branding und, und, und. Das haben sie ja schon vor, das haben sie ja im Grunde genommen erfunden. Aber TikTok, so weit würden sie nicht gehen, sage ich jetzt mal.
In der Tat, Marketing spielt eine Rolle. Ich muss der Fairness halber vielleicht noch erklären, dass unser Marketingkonzept aus der Not geboren wurde, weil ich eben schon sagte, das ging dem Unternehmen damals nicht so gut. Als ich anfing, ich musste sogar noch Verkaufsgespräche, die schon liefen, abwimmeln, um zu gucken, dass ich noch ein bisschen Chance bekomme, das Unternehmen am Markt zu halten. Wir hatten also große Schulden und mussten schauen, dass wir uns überhaupt am Markt hielten. Das heißt, wir hatten kein Geld für Werbung. Die Diplomkaufbahn habe ich gelernt im Marketing, um überhaupt in Marke zu sein, Werbung sicherlich eine wichtige Voraussetzung ist. Damals meinte man sogar Werbung auf Fernsehen und so weiter, Radio und so weiter, als Voraussetzung für eine Marke. Das heißt also, da wir kein Geld hatten, haben wir gefragt, was haben wir denn für Mittel? Und dann haben wir gedacht, okay, wir haben eine tolle Geschichte, Hoflieferant und so, wir haben viel zu erzählen und wir haben den Inhaber auf und dann haben wir gesagt, so was in der Mode und vielleicht in anderen Fällen normal ist.
Der Herr Versace und die Frau Armani und umgekehrt und rauf und runter, der Herr Armani und die Frau Versace. Also da gibt es Personen, die stehen für ihre Marke. In der Lebensmittelindustrie war das aber sehr unüblich, da gab es das eigentlich nicht. Da gab es mal Unternehmer, die Sendezeiten kauften als Werbung und sagten, ich stehe für meinen Namen. Aber das war im Grunde auch gekaufte Werbung. Aber es war nicht... Und Storytelling. Und wir sind im Grunde, kann man vielleicht sagen, mit Red Bull zusammen der Erfinder des Content-Marketings. Die machen es heute auch anders, aber am Anfang haben wir auch keine Fernsehwerbung gemacht, sondern die haben Geschichten erzählt, tolle Aktionen gemacht und so weiter. Und so haben wir das auch gemacht. Über viele Jahre. Wir haben keine Fernsehwerbung geschaltet, übrigens bis heute noch nicht. Wir haben eben versucht, durch andere Art und Weise auf die Firma aufmerksam zu machen, indem wir auch richtige Geschichten erzählt haben. Die Geschichte von der Aachener Printen, von den Nürnberger Lebkuchen, als wir ein Hoflieferant waren. Und wir haben auch versucht, Ereignisse zu kreieren mit unseren Produkten. Wenn wir auf Moden schauen, in Schokoladenkleidern oder irgendwas, dass wir immer wieder versucht haben, auf unsere Produkte hinzuweisen. Aber immer mit netten Geschichten und was Hintergrund hat. Und so haben wir jahrelang Content geliefert und haben im Grunde Content-Marketing gemacht, ohne gekaufte Werbung.
Das ist natürlich ein Modell, was über viele Jahre auch funktioniert hat. Da brauchen Sie natürlich auch einen Außenminister oder eine Person, die dann auch bereit ist, dafür gerade zu stehen. Ich habe das in dem Fall gemacht, wie gesagt, weil wir keine Mittel für Werbung hatten. Bin aber auch immer nur da aufgetreten, wo es auch für mein Unternehmen ist. Selbst wenn es im Charity-Bereich ist oder im Sportbereich, dann war eben Lambert Sponsor. Oder habe ich immer versucht, das mit dem Unternehmen zu verbinden. Ich glaube, in all den Jahren gibt es keine Home-Story von mir, irgendwas oder sowas, sondern es ist immer der Repräsentant des Unternehmens, der an das Unternehmen und die Produkte gebunden ist. Und das war der Hintergrund und das ist im Grunde auch eine seltene Geschichte im Rahmen der Lebensmittelwirtschaft, dass ein Unternehmer für seine Marke steht. Das ist in dieser Form, in dieser Branche außergewöhnlich für andere Branchen wie Mode etc.
Wäre es überhaupt nichts Besonderes, aber hier war es so und das musste natürlich auch erstmal gelernt und kommuniziert werden und das hat sich von der Zeit dann eben auch selbst entwickelt, dadurch, dass das Unternehmen auch gewachsen ist und andere Geschichten dazukamen, ich sagte schon Nürnberg, Dresden etc. Und insofern sind wir unser eigenes Modell und für unser eigenes Marketing stehen wir dann über die Zeit. Und ich glaube, das ist das, was überhaupt, und das kann man vielleicht auch mitgeben, das Wichtigste ist, dass man für ein Unternehmen, ein USP, entwickelt, USB also etwas, was einen anders macht als alle anderen Unternehmen und so habe ich mir damals überlegt, wie jetzt 1600 Unternehmen auf der größten Syswarenmesse der Welt in Köln stehen und wie schaffst du es auf die kleine Firma Lamberts sozusagen ein bisschen Fokus zu richten und so ist im Grunde auch unsere Nacht der Schokolade in Köln entstanden, die wir über viele Jahre, wir feiern über das nächste Februar.
Unser 25-jähriges Jubiläum dieser Veranstaltung und die war mal gestartet, weil wir vom Deutschen Fachverlag, Lebensmittelzeitung den goldenen Zuckerhut verliehen bekommen hatten und dann als Unternehmen und dann habe ich zur Süßwarenmesse gesagt, machen wir mal eine Zuckerhutparty und laden dazu mal die ein, denen wir das zu verdanken haben, nämlich die Händler, die sind sowieso auf der Süßwarenmesse und da kommen die dazu und damit die sich langweilen, zeigen wir jetzt mal, was man mit Schokolade.
Besonderes veranstalten kann und ich glaube, das ist der Punkt, Man muss immer schauen und sowas damals mit unseren Content-Geschichten. Was habe ich, was andere nicht haben? Was macht mich besonders? Was kann ich on top liefern? Und ich glaube, das ist der Schlüssel für jedes Unternehmen. Da gibt es aber keine Richtlinie, sondern da muss sich jedes Unternehmen seine Values rauspicken und muss versuchen, aus diesen Values dann etwas Tragfähiges zu machen. Das muss jeder für sich sehen, aber irgendwie, glaube ich, bei der Vielzahl der Wettbewerber und der Vielzahl der Produkte gehen Sie mal heute in den Süßwarenmarkt, jetzt in der Saison und sehen mal, wie viele Produkte da präsentiert sind und dann überlegen wir mal, wie viele Tausende Hersteller es gibt auf dieser Welt. Und um dann in die Regale des Handels zu kommen, wir denken ja noch sehr stark direkt über den Einzelhandel, es gibt ja viele, die gehen eben über Versand, Oder andere Kanäle. Aber dann müssen sie schon etwas bieten, was man irgendwo anders nicht so schnell findet. Und das ist eben die Aufgabe, einen eigenen USB zu finden und den dann auch so zu kommunizieren, dass er auch doof kommt. Ich habe gerade mal in unserem Kalender spontan nachgeguckt, Viola.
Auch nach Köln. Ja, genau. Haben Sie noch frei am 2. Februar, Montagsabend in Köln. 25 Jahre Lambert's Monday Night. Wir machen ein kleines Feedback. Wir haben viele bekannte Leute aus aller Welt, viele große Sportler.
Hollywoodstars und große Politiker bei uns gehabt. Und wir freuen uns immer, weil die Schokolade natürlich auch ein Anziehungspunkt ist. Und wenn man sich um seine Gäste bemüht und macht einen besonderen Abend, auch diese Veranstaltung, eine ähnliche Veranstaltung, gibt es nirgendwo. Die Oscar-Preisträger kommen immer zu mir und sagen, mach das doch mal in Hollywood. Und da sage ich immer, ja, aber wir sind doch nicht Veranstalter. Wir sind ja Süßwarenhersteller und wir machen das, um einen tollen Abend für unsere Kunden zur Süßwarenmesse zu machen. Wir wollen kein Format entwickeln und damit durch die Welt tingeln. Das würde sicherlich auch gehen, da kann man eine separate Firma nochmal aufmachen. Aber nein, es geht einfach darum, dass man Aufmerksamkeit in Positiven schafft und Interesse und auch Freude. Sie sagten am Anfang, man bekommt schon Lust auf die Produkte und ich glaube, das ist das, was man eigentlich schaffen muss. Ja, absolut. Und wenn man Ihnen so zuhört, also mir wird da nochmal so ganz deutlich, wie unglaublich viele Learnings Sie auch einfach im Laufe der Zeit für sich eingesammelt haben und daraus auch neue Ideen entwickelt haben, neue Wege gegangen sind und somit wirklich diese Vernetzung von Tradition und Moderne ja bisher auch super geschafft haben. Und das ist ja auch das, was wir bei den Digis wollen. Wir wollen Lust machen auf lebenslanges Lernen. Also nicht stillzustehen, sondern einfach zu gucken, welche Wege tun sich auf, welche Herausforderungen gibt es vielleicht auch, aber wie kann ich die bewältigen?
Wenn Sie jetzt mal so schauen, unser Thema ist ja natürlich digitale Bildung, aber insgesamt geht es darum, sich klug aufzustellen für die Herausforderungen der Zukunft. Was würden Sie denn jungen Menschen raten, die jetzt noch so ihren Berufsweg vor sich haben? Welche Learnings würden Sie teilen? Was hat Sie und damit auch Ihre Firma so wirklich nach vorne gebracht? Ich glaube, erstmal ist es schön, wenn man offen für alles ist.
Und sich dann am Ende doch konzentriert. Also ich persönlich habe immer gesagt, ich bin zwar die Broke-Kaufmann, aber es ist schön, wenn man sich breiter aufstellt. Und nicht nur in Richtung Wirtschaft, sondern vielleicht auch in andere Felder. Und unsere Veranstaltungen waren immer ein Spiegelbild. Da waren eben Menschen aus Kultur, aus Musik, aus Film, vor allem auch aus Sport und natürlich Wirtschaft und Unternehmertum dazu und Politik. Das heißt, ich finde es gut, wenn man Brücken schlagen kann zwischen verschiedenen Disziplinen und man lernt auch von dem einen ins andere. Also eine gewisse Allgemeinbildung finde ich ist nach wie vor gut, weil das den Horizont eröffnet und man bekommt ein großes Verständnis für vieles. Und das ist vielleicht dann auf der Hintergrund, wenn man das hat, von wo kann ich absorbieren, von wo kann ich was nehmen, etwas verändert, auf meine Firma oder meinen Bereich übertragen. Also erstmal eine große breite Offenheit, Networking, Brücken schlagen, ganz, ganz wichtig, die unterschiedlichsten Bereiche.
Und dann aber schon fokussieren am Ende des Tages auf sein Produkt und seine Firma und das, was man möchte. Und es ist natürlich auch wichtig, dass man offensiv auf die Dinge zugeht. Also für mich war das damals nicht ganz einfach, als ich studiert hatte und dann nach dem Studium und Doktorarbeit direkt ins Unternehmen kam. Und dann bin ich zur Rewe, zur Edeka, zu den Händlern, zu Leckerland gefahren. Und das war auch für meine Persönlichkeit gut, wenn die mir erst mal sagten, also eigentlich habt ihr ja gar keine Chance.
Das heißt also offensiv in die Gespräche gehen, die Menschen ansprechen und keine Berührungsängste haben. Und das hat mir auch nachher geholfen, muss ich sagen, wenn ich dann zehn Jahre mit Clinton gearbeitet habe. Und bei dem waren dann Buffett, Branson, Gates und die großen Unternehmer. Und da waren auch die Staatschefs und da waren auch die großen Sportler, die großen Schauspieler, Angelina, Greg Pitt und so weiter, Jolie, die auch ihre Foundations hatten, die selber da waren, weil sie Leute suchten, die ihnen für ihre Foundations hätten. So hat jeder im Runde sein eigenes Interesse, wo er gerne was machen will. Und diese Offenheit auf Menschen zuzugehen, Auch hinzugehen und jemanden zu begrüßen, der mal vorher Präsident war.
Das ist immer eine große Freude. Und dann zu merken, dass man mit ihm und der Familie auch über 10, 12 Jahre eine gute Beziehung entwickeln kann. Also eine totale Offenheit, auf Menschen zuzugehen, glaube ich, das ist wichtig.
Und aktiv, aber immer sehr freundlich, immer ein bisschen, ja fast ein bisschen devot. Also immer zuhören, ja nicht nur sich selbst verkaufen, sondern erstmal hören, was hat der andere zu sagen. Denn ich werde ja nicht schlauer, indem ich mich selbst darstelle, sondern ich werde schlauer, indem ich etwas Neues höre, was ich vorher nicht wusste. Aber trotzdem zu schauen, wo sind die Wege und wer könnte ein Gesprächspartner sein, der mir helfen kann, den muss man natürlich schon erklären, wo man seine eigene Herkunft hat, damit der auch zuhört. Aber im Grunde denke ich, mehr den anderen kommen lassen, aber immer aktiv rausgehen und sich aktiv bemühen, nie Berührungsängste zu haben. Wenn man das auf eine liebenswürdige, charmante Art und Weise macht.
Dann wird man sich wundern. Ich merke es oft bei mir, wenn mich Leute persönlich auf der Messe ansprechen. Mensch, sie sind ja sogar noch auf der Messe. Das ist ja toll. Was meinen Sie denn, ich will ja meine Produkte verkaufen. Wo soll ich denn sonst sein? Oder das Design-Menschen, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, sie sind ja ganz anders, als ich immer dachte. Weil jetzt werden ja Bilder über Medien kommuniziert. Und aus Bildern bildet man sich Meinungen. Und ich finde, die persönliche Begegnung ist immer das Wichtigste. Dass es nicht ganz einfach ist, an manche Leute heute ranzukommen. Das ist klar. Aber auch da kann ich mir überlegen, wenn sie für mich wichtig sind, wie mache ich das und wie suche ich das Gespräch und wie kann ich dem auch das Gefühl geben, einen Mehrwert aus dem Gespräch mit mir zu bekommen. Also insofern positiv, offen auf die Dinge zuzugehen, aber positiv.
Zurückhalten und doch ein bisschen aggressiv. Positiv, aggressiv. The King's Speech, weil sie sagten Devote, da ist es ja sehr schön zu sehen, wie der Trainer mit dem König, also Hoch- und Hiebspieler sagt man in der Schauspielkunst. Vielen herzlichen Dank, jetzt ist unsere Zeit leider schon vorbei. Ula hat auch noch eine Frage, ich hätte eine letzte Frage, damit wir den Lebkuchen wieder kriegen, aber dann mach du erst deine Frage und dann komme ich noch mit einer ganz einfachen Frage am Ende. Ja, ich habe eine Frage von einer kleinen Zuhörerin bekommen, nämlich von meiner Tochter.
Die muss ich unbedingt weiterreichen. Sie möchte Markenbotschafterin werden.
Genau, die ist schon Markenbotschafterin, so viel wie sie davon ist, aber unabhängig davon würde sie gerne wissen, Herr Dr. Bühlbecker, was finden Sie denn eigentlich so schön an Weihnachten, ganz persönlich? Worauf freuen Sie sich? Die Frage kann ich ganz konkret beantworten. Weihnachten ist ja eigentlich Teil unseres Geschäftsmodells. Ich habe mal einen Nikolaus kennengelernt in einer Talkshow und der sagte ich, ich bin vom Beruf Nikolaus, der ist tatsächlich auch zum Papst und überall, der hat jetzt schon sein Grab in der Türkei, der eigentliche Nikolaus kommt zur Türkei schon gebucht und so weiter und den haben wir dann engagiert als Nikolaus. Solange er lebt, geht er von Land zu Land und von Krankenhaus zu Krankenhaus über viele Monate. So haben wir uns kennengelernt. Also Lamberts Weihnachten, das ist sozusagen Teil des Geschäftsmodells. Und ich freue mich immer, wenn ich Menschen finde, die auch in ihrem Leben in diesem Zusammenhang sehr aktiv sind, wie dieser Nikolaus. Für mich persönlich ist es aber natürlich am Ende des Tages auch, und das muss ich ganz offen sagen, eine Zeit, in der ich dann wirklich mal entspannen kann und wirklich mal abschalten kann. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen haben wir ja Weihnachten. Ende Januar beginnt die Süßwahlmesse in Köln und da stellen wir unsere kommenden Herbst-Weihnachtsprodukte vor. Also wir haben Weihnachten im Grunde fast das ganze Jahr. Und das ist für mich dann ein Zeitpunkt, wo ich gerne entfliehe. Und meistens fliege ich dann irgendwo ganz weit weg in die Sonne in den Süden.
Und dann ist auch nicht mehr viel Telefon. Weihnachten, Silvester machen viele Leute auch frei. Da kann ich wirklich entspannen. Ich muss aber der guten Ordnung halt sagen, selbst wenn ich an die entlegensten Plätze komme, nach Bali oder auf meine Diven, am Weihnachtstag finde ich da Lebkuchenhexenhäuser. Auch in islamischen Ländern mit Weihnachtsgebäck, Vanillekiepferl und Ähnlichem. Und dann sage ich mir, meine Güte, also die Produktgruppe hat es doch geschafft, bis ans Ende der Welt irgendwo zu kommen und auch da zu sein, wo man es nicht annimmt.
Annimmt von vornherein. Und das ist dann eigentlich auch schön, aber für mich bedeutet es dann doch primär auch ein bisschen Abschalten und Entspannung. Das habe ich jetzt auch. Das haben Sie auch verdient. Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich hier die Zeit... Die einfache Frage... Ey, die einfache Frage, das ist so schön. Ich stelle keine Frage mehr. Dann gehen wir damit sozusagen in die Weihnachtstage. Wir gehen damit in die Weihnachtstage. Wir müssen nicht nur Kekse und Gebäck, sondern auch viele schöne Familienmomente, religiöse Momente bescheren und auch ein bisschen Kraft geben, damit wir wieder den Herausforderungen, ich sage jetzt nicht das Standort Deutschlands alleine, sondern den Herausforderungen des Lebens gerecht werden und weiter positiv bleiben und uns nicht durch manches in die Bedrängnis bringen lassen, sondern uns immer fragen, was kann ich jetzt hier noch Schönes, Besseres machen, um am Ende auch ein zufriedenes Leben zu führen mit meiner Familie und den Menschen, die ich mag. Ein wunderbares Schlusswort, Herr Dr. Bülbecker, vielen Dank. Danke Ihnen auch, alles, alles Gute. Und frohe Weihnachten.
So wie Ola, da muss man erst mal wirken lassen. Besser als die beste Brinte war doch dieses Gespräch. Reich an vielen Zutaten, an besonderen Gewürzen und mit einer ganz persönlichen Note. Oder wie findest du? Ach, das hast du jetzt aber schön gesagt, Gerd. Ja, das war wieder aus der Moderationsschule von Florian Silbereisen. Ein Träumchen, wunderbar.
Ich hätte es nicht besser sagen können. Nein, aber du hast natürlich auch recht. Also der Hermann Bülbecker ist eine sehr besondere Person und Persönlichkeit, muss man auch sagen. Und das schimmert natürlich bei ihm in jedem Satz durch, auch sein reichhaltiger Erfahrungsschatz. Er hat ja nicht so dieses laute Unternehmertum, aber eher so eins, das aus Verantwortung entsteht. Für die Produkte, für Regionen, für Menschen. Und musst du ja auch sagen, für die ganze Geschichte, für die Tradition, die er weiterträgt. 330 Jahre Firmengeschichte. Also wenn ihr, wir bekommen hier kein Geld für Werbung, muss man auch nicht machen. Aber wenn du jetzt eine Packung Printen kaufen würdest, da steht ja auch drauf, 330 Jahre Tradition. Ja, das muss man erst mal schaffen heutzutage. Das ist schon enorm. Ich sage mal eins, wir kommen ja vielleicht gleich nochmal, können wir ja nochmal auf das Thema Unternehmertum eingehen. Wenn kein Mercedes, kein BMW, kein Pharma-Produkt mehr aus Deutschland kommt und in die Welt geht. Wir waren ja Weltmarktführer in vielen, vielen Dingen und sind es sogar noch. Die Aachener Printe und der Nürnberger Lebkuchen als Spitzenprodukt der Lebensmittelindustrie, die wird es auch noch in 330 Jahren gehen. Ich hoffe es. Das sage ich jetzt einfach mal so und davon bin ich überzeugt. Und ich sage mal so, du wirst es nicht kontrollieren können, Gerd. Nein, noch nicht. Also Longevity, wer heißt die Longevity?
Nein, aber es geht ja auch darum, einfach zu sagen, wo kommen wir her und wo gehen wir hin und welche Perspektiven haben wir? Und da hat der Hermann Bülbecker ja auch geschildert, wie schwer es aktuell ist und wie sie auch kämpfen müssen als Firma, als mittelständisches Unternehmen, um da wirklich weiterhin am Markt bestehen zu können. Überlege mal, wie viel Umsatz er macht. Also circa 700 Millionen habe ich mir jetzt so hergeleitet, weil ich habe glaube ich 600 gesagt, das hatte ich mal gelesen. Und er sagt ja, ja, noch etwas mehr. Also würde ich mal das mal so einordnen. Das sind ja auch Steuermittel, die da wieder zurückführen. Es ist ein Familienunternehmer. Also jemand, der Verantwortung trägt, auch in schwierigen Zeiten. Also nicht jetzt, ich habe jetzt auch nirgendwo gelesen, dass er irgendwie ruft, gibt mir Fördermittel oder macht nichts und jenes. Er möchte die Rahmenbedingungen verbessert haben. Und das, irgendwie erinnert mich das auch schon wieder fast an Schule. Also wir sagen, gebt uns andere Rahmenbedingungen, geht gar nicht immer um Geld, sondern wir brauchen andere Rahmenbedingungen. Und was ich natürlich auch sehr, sehr interessant fand, neben seinem klaren Botschaft für Unternehmertum, für Mindset, für Vorangehen. Er hat selber Klinken geputzt am Anfang. Da war die Firma fast pleite. Jetzt sind sie in Deutschland führend, also mit Abstand führend, was diese Produkte betrifft. Weltweit denke ich auch.
Er kann ja nur Marktführer sein in Aachener Brinde, die darf man ja nirgendwo anders backen, aber natürlich auch Lebkuchen, haben wir auch gehört, er globalisiert, also auch in anderen Ländern. Also nicht nur in Deutschland Verantwortung zu übernehmen, also wo die Tradition ist, auch in Ostdeutschland Verantwortung zu übernehmen, was ich natürlich sehr wichtig finde und aber auch europäische Verantwortung zu übernehmen, wenn man dann in anderen Ländern auch produziert. Und das gehört ja alles zusammen, dieser Wirtschaftsraum, das finde ich klasse. Das finde ich auch sehr klasse und ich finde es halt auch spannend, da er so viele Jahre, man muss sagen Jahrzehnte hat, auf die er zurückblicken kann, konnte natürlich da auch einen enormen Bogen spannen und uns da wirklich mit auf die Reise nehmen. Aber apropos Reise, fand ich auch interessant und kann ich komplett verstehen, dass er gesagt hat, Weihnachten, ganz ehrlich.
Das ist dann die Zeit, in der ich weg bin und unter der Sonne liege und einfach mal alle Fünfe gerade sein lasse, weil dann reicht es auch mal. Und die Zeit braucht er als Auszeit für sich zum Akku aufladen, das kann ich komplett nachvollziehen. Ja, aber das Gute war doch, dass er gesagt hat, dass das Hexenhäuschen mit Lebkuchen, der dann auch noch auf den Malediven oder dort, wo er dann den Urlaub verbringt, ihn auch noch einholt. Also auf der einen Seite nimmt man sich die Auszeit, aber ich glaube, dann freut er sich auch, dass das selbst in dieser Region diese Produkte dann vordringen. Und deshalb können wir auch stolz sein. Und das haben wir ja vielleicht auch verlernt. Also das ist ja auch wieder vorbildlich, dass wir auf die Dinge stolz sein dürfen, die wir in diesem Land hervorbringen. Wir reden das ja viel zu oft auch immer schlecht oder verstecken uns dahin. Und jetzt komme ich mal ein bisschen auf die Schule. Du hast das ja auch gelesen, da ist ja auch vor kurzem eine neue Studie rausgekommen.
Dass dieser negative Blick aufs Unternehmertum auch eine Auswirkung hat auf das Bruttoinlandsprodukt. Also wenn ich in Schule einen sehr, sehr, sehr kritischen Blick auf Unternehmer habe, der vielleicht neidgetrieben ist, der aber auch aus Unkenntnis beruht, aber auch aus Arbeitsmethoden, die anders sind, dann zahlt das wieder darauf ein. Also wenn ich sage, wir brauchen noch mehr und diese Unternehmer, die stopfen sich die Taschen voll. Das habe ich ja alles in der Schule erlebt. Also nicht nur zu der Zeit. Also das war klar. Ich komme aus einer Familie.
Mein Urgroßvater, die hatten eine Gießerei, enteignet worden. Onkels und Tanten, Fleischerei. Mein anderer Großvater hatte eine Gärtnerei. Alle enteignet worden. Da war das natürlich Staatsräson. Unternehmer waren Kapitalisten, Ausbeuter, die wurden beschämt. Der Staat hat versucht, selber zu wirtschaften. Wir haben gesehen, wo es hingeführt hat. Der Staat kann nicht wirtschaften. Der beste Unternehmer ist immer ein Unternehmer. Der Staat hat andere Aufgaben, die soll er machen. Aber wenn es ideologisch wird, dann wird es immer schwierig. Da müssen wir aufpassen. Da müssen wir aufpassen, denn wir müssen auch so ehrlich sein. Und das passiert auch in Schule oft. Ja, aber ohne Unternehmertum gibt es ja auch keinen Wohlstand. Also wir brauchen ja auch die Unternehmen, wir brauchen die Arbeitsplätze, die sie schaffen, die Steuern, die sie abfühlen etc.
Und das dürfen wir natürlich auch in der Schule nicht nur ausblenden, sondern da muss man auch aktiv ran und die Kinder fördern in dem Bereich und ihnen vielleicht auch Lust machen auf diese Art der Arbeit. Ja, pass auf, ich bring dir mal ein Beispiel. Ich durfte ja mit den Schulen des Deutschen Gründerpreises dieses Jahr einen Workshop machen. Da waren alle Schulen aus Deutschland, waren zehn Schulen. Ein ganzes Wochenende auf einem Schloss wurde bezahlt vom Deutschen Gründerpreis, von den Sparkassen, vom ZDF, Porsche und sind einige, die das fördern. Ich habe mit den Schülern fantastisch gearbeitet. Die haben so Marketing haben wir besprochen und Podcast. Und am Nachmittag, ja am Samstagnachmittag, war die eine Gruppe weg. Ich sage, na wo sind die denn? Das war im Übrigen die Gewinnergruppe, die eine App entwickelt haben. Das waren drei junge Männer zur sexuellen Aufklärung.
Liebe Grüße an dieser Stelle auch an Paula Lembert nochmal. Die Folge haben wir auch vor kurzem nochmal wiederholt. Ja, wo sind die? Ja, die haben noch zu tun. Ich sage, na sag mir doch mal, wo die sind. Ja, ja. Ja, die müssen lernen, die schreiben Montag Klausur. Also die Schule hat gewusst, das war das Gewinnerteam, die beste Gruppe, die es in Deutschland gibt zum Unternehmertum. Sie konnten nicht am Marketingseminar daran teilnehmen, sie durften ihre Auszeichnung nicht genießen, weil am Montag eine Klausur geschrieben wird. Und das kann nicht sein, aber das ist in vielerlei Hinsicht Deutschland. Ich habe die Zeitung des Philologenverbandes aufgeschlagen, die bekomme ich immer noch, werde ich sie vermutlich nicht mehr bekommen, wenn das hier jemand hört. Da steht nur wieder drin, wir wollen mehr Geld, die Lehrer, Besoldungsgruppen und wir kämpfen fürs Gymnasium. Und dann steht ein Satz drin, die Schülerinnen und Schüler leisten nicht mehr genug. Da muss man durchatmen. Also für die Schülerinnen und Schüler soll alles so bleiben, wie es ist.
Wir wollen, also Lehrerinnen und Lehrer wollen mehr Geld. Auch das geht es nicht um Beamtenbashing. Aber wir müssen die Rahmenbedingungen ändern für die Schülerinnen und Schüler. Und wenn ich die beste, ich muss doch stolz sein, wenn ich hier junge Leute habe, die auch die Schule repräsentieren. Nein, sie müssen Klausur schreiben. Gab es keine Abweichung. Was wäre denn gewesen, wenn sie über ihren Preis, über diese Erfahrung oder wenn sie den Podcast, den sie präsentiert hätten, als Klausurersatzleistung genommen hätten? Wer hätte einen Schaden gehabt? Diese Schüler, die sind jetzt hier beschädigt worden und marketingtechnisch, also Hermann Bühlbecker hätte ihnen gesagt, wie man das so machen hat, der hätte das gut vermarktet, wenn er Schulleiter dieser Schule gewesen wäre, da bin ich mir ziemlich sicher, davon kann man lernen. Entschuldigung, ich komme gleich wieder runter. Ich wollte gerade sagen, jetzt hast du dich hier aber kurz vor Weihnachten nochmal richtig in Rage geredet. Ja, weil es mich ärgert. Ja, es ist ja auch, du hast ja völlig recht, es ist eine komplett falsche Prioritätensetzung natürlich, das ist ja gar keine Frage.
Aber wenn wir jetzt auch nochmal von Weihnachten ein bisschen weggehen und gucken mal so ganz rückwärts aufs komplette Jahr. Ich sag mal so, Gerd, das war ja auch einer der Gründe für dich, warum du deinen Schulleiterposten geräumt hast, weil du gesagt hast, ganz ehrlich, Mittlerweile gibt es so viele Dinge, die mich stören, wo ich an Grenzen stoße. Das kann ich nicht mehr mitmachen. Und damit bist du ja quasi mir ein Stück weit gefolgt als Lehrerin, wie ich diesen Weg schon früher gegangen bin. Ja, in dem Moment, wo ich gegangen bin, war ich ja mental sehr angegriffen. Also der Weg war ja schon länger. Also wenn ich jetzt mal zurückblicke, ich habe das in einem anderen Podcast auch schon mal erzählt. Manchmal muss man ja noch mal reflektieren, tiefer reflektieren. Ich war letztes Jahr im Mai in München. Mit unserer Mannschaft haben die Basketballer begleitet und die konnten nicht schlafen, war auch ein bisschen angeschlagen, krank und habe nachts im Bett gelegen, hat fürchterliches Nasenbluten. Und was macht man dann? Man macht sich Podcast an, Fast & Cues, Sophia Kramer, Verena Pauster und manchmal hört man die Botschaften ja auch, die man hören will. Und dann ging es darum, ja, wir können im Leben immer nochmal neu anfangen, man ist nicht festgelegt, Aufbruch ist jederzeit möglich. Und das habe ich gehört und dachte, bist du zufrieden, wie du jetzt arbeitest? Nein. Liebst du Schule? Nein. Magst du die Kinder? Ja.
Dann ist mein Vater krank geworden, dann ja auch verstorben und dann konnte ich diesen Tag, also diese, was ich eigentlich schon innerlich entschlossen hatte, mich aus dem Schulsystem zu verabschieden, konnte ich nicht umsetzen. Und habe dann nochmal richtig mit einer Klasse angefangen und allem. Aber jetzt im Nachgang war das nur ein Herausforderung, muss ich ganz ehrlich sagen. Also Braus natürlich. Ich habe da fantastische Schülerinnen und Schüler gehabt. Da bin ich auch sehr dankbar für dieses Dreivierteljahr. Und ich bin auch sehr dankbar für die vielen Chancen, die ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hatte, gerade mit denen wir die Schule aufgebaut haben. Den ich mal ganz persönlich den Thomas Wessler, unseren ersten Stiftungsdirektor, Aber ich kann natürlich sehen, dass die Rahmenbedingungen immer schwieriger wurden, Freiheiten immer eingegrenzter wurden, Chancen nicht ergriffen wurden. Schule muss ein Ort der Hoffnung, des Mutes sein, wo man vorangeht. Also nicht immer nur Bedenken tragen, Konzepte schreiben. Manchmal muss man einfach machen, aufbrechen. Letztendlich war das dann der letzte Schritt im Februar oder im Januar, Silvester und dann wirklich dann rauszugehen. Vielleicht hätte ich auch Lehrer noch gemacht bis zum Sommer. Das hat sich dann halt nicht so ergeben, so drücke ich es mal aus. Aber die Schulleitung abzugeben, das war ganz klar. Und soll ich dir was sagen? Ich bereue es nicht.
Glaube ich dir. Mir wirklich fehlt es in vielen Kollegen, die engagiert sind, die sich aufreiben, die auch an anderen Kollegen vielleicht scheitern. Das sage ich jetzt nicht nur für die Schule, sondern allgemein in Deutschland. Das können wir ja beobachten, die aufgrund ihrer progressiven Haltung teilweise auch beschämt werden, belächelt, ja vielleicht auch ausgegrenzt werden. Ich lobe mir solche Schulen wie die von Stefan Rupana oder denk an diese beiden Gründerinnen, die einfach machen in Friedland, die wir dieses Jahr hatten, die einfach anfangen.
Solche Leute brauchen wir. Ich konnte es nicht mehr. Aber das ist ja auch der Grund, warum wir hier bei den Digis sind. Denn wir glauben ja prinzipiell an die Schule. Wir glauben an unsere Kinder und wir glauben daran, dass wir als Lehrkräfte auch die Zukunft so positiv gestalten können, dass eigentlich alles möglich ist, wenn wir es machen. Und die Digis bieten ja da in ganz vielen Bereichen auch wunderbare Ansätze. Aber ja, es ist ein schwerer Koloss, unser Schulsystem. Und es lebt wirklich davon, dass es ganz, ganz, ganz viele tolle Kollegen und Kolleginnen da draußen gibt, die täglich wirklich großartige Arbeit leisten. Und das probieren Gerd und ich ja auch auf unseren Wegen. Ich war ja zum Beispiel unter anderem in diesem Jahr bei ProSieben in einer großen Bildungsdoku auch zu sehen, weil mir auch wichtig ist, dieses Thema Bildung mehr in die Öffentlichkeit, in die Medien zu bringen, dass es wirklich wieder auf die Tagesagenda kommt und nicht nur so eine Randerscheinung ist, die alle vier Jahren zu den Wahlen mal rausgekramt wird, sondern wir müssen den Fokus darauf wieder richten. Denn anders als gesamtgesellschaftlich werden wir das Problem so nicht gelöst bekommen. Die Doku absolut sehenswert. Nicht nur wegen dir, aber auch Stefan Rupana ist ja dabei. Den hatten wir hier auch im Podcast. Eine unserer Top-Folgen. Du machst ja immer die Show Notes. Wir raten hier Betriebsgeheimnisse.
Und pack doch unbedingt den Link nochmal mit rein. Ich glaube, kann man jetzt noch einige Wochen, kann man das noch sehen? Und warum nicht auch mal das mit den Kindern sich zusammen anschauen? Und darüber diskutieren. Ich habe damals immer einen Podcast gehört, Schule geht besser oder so.
Ist ja auch schon eine Zeit lang her, war zu Corona und mein Sohn mochte das immer nicht. Hinterher haben wir auch Micky Beisenherz und so, das fand er gut, wenn er die Stimmen imitiert hat von Politikern und da war er relativ jung und wir haben das morgens in meinem Auto gehört, das waren immer so 20, 30 Minuten und dann haben wir darüber noch diskutiert oder auf dem Rückweg. Man kann mit seinen Kindern das auch mal sehen, also einfach mal die Perspektive der Kinder mit reinholen. Wie sie auf Schule blicken. Ja, absolut. Und das ist wirklich, also unabhängig von mir, ich wusste ja letztlich nicht, was beim Gesamtergebnis rauskommt. Du drehst dann einen Tag lang. Ein großes Puzzle. Genau, ein großes Puzzle und filmst zusammen mit Linda Zawakis, die ja durch diese Dokumentation geführt hat. Aber ich war wirklich positiv auch überrascht, weil die sind ja wirklich nach Estland gefahren, haben sich da das Schulsystem angeguckt, waren in, ich meine, Südkorea oder so. Also es ist wirklich ein richtig umfassender Blick auf. Die führenden Länder. Aber auch so Schulen in Deutschland, die keine Sportplätze haben. Da gibt es Initiativen, die an die Schulen kommen, Kinder in Bewegung bringen und so. Also das sind wirklich 90 Minuten. Man kann das noch streamen auf Join kostenlos, die sich wirklich lohnen. Ja, jetzt kommst du mit den Schulen, die keinen Sportplatz haben, trägerst du mich direkt wieder. Das war ja auch so ein Kampf, den ich wirklich acht Jahre geführt habe, weil unsere Schule keine Turnhalle hat.
Also es ist wirklich auch mit der Stadt, mit dem Träger, den ersten Bewusstsein schaffen beim Träger für das Thema. Dann hat man kein, also es war so nervenaufreibend. Mein Kollege, der schon länger im Amt ist, der sagt, seitdem er in Schulleitung war, also von der Grundschule, begleitet ihn das Thema. Der hatte da zwei Aktenordner voll mit diversen Entwürfen und Plänen.
Aber ja, ich glaube, jetzt ist ein Grundstück besorgt worden oder das ist in Planung. Ich bin da ja nicht mehr drin und halte mich auch bewusst aus der Schule raus. Ein bisschen was bekommt man ja immer noch mit. Es geht voran, aber bis die wirklich die Schule dann eine Tonhalle hat, das dauert. Also das ist auch Realität. Ja, auch das ist Realität. Und ich würde sagen, jetzt gucken wir vielleicht auch mal ein bisschen nach vorne, nach 2026. Was haben wir denn da alles so, was uns erwartet, lieber Gerd? Was können wir denn da schon aus unserem Diggis-Nähkästchen plaudern? Na, ich erwarte ja jetzt eigentlich noch eine Einladung von Hermann Bülbeck, als der Schule anlacht.
Als großer Storyteller hat er noch nicht die beiden Bildungspodcaster Deutschlandrenger eingeladen. Wir hätten Zeit. Also die Message geht raus. Wir kommen gerne nach Köln und lernen vom Grandfather of Storytelling Hermann Bühlberger. Also auch das nochmal an der Stelle. Folgt ihm unbedingt mal auf Instagram oder LinkedIn oder ich weiß nicht, ob er Facebook hat, vermutlich auch. Aber auf Insta, das haben ja viele. Also ich glaube, da gibt es keinen Star, mit dem er nicht auf dem Foto war oder mit dir auch kennt oder dir beliefert hat mit Lebkuchen. Also sämtliche USA-Präsidenten, Schauspieler. Also stellt euch die größten Superstars vor, sucht die mal und die findet ihr. Die hat ja alle getroffen und mit Lebkuchen versorgt. So, das ist das eine Thema. Aber das ist jetzt nicht nur unser Dickies-Nähkästchen. Jetzt kommt das Dickies-Nähkästchen. Ich habe gesagt Köln. Und wir werden natürlich auch Verdidakter sein. Da werden wir was moderieren. Ja, mit einem großen japanischen Konzern zusammen. Das darf ich auch noch nicht verraten. Da wird es was ganz Tolles geben.
Aber ihr könnt euch freuen. Es gibt wieder mehr Digis-Folgen, denn im nächsten Jahr haben wir neue Partner mit an Bord. Dieses Jahr hatten wir schon den Deutschen Schulleitungskongress. Also ganz liebe Grüße auch nochmal an unsere Gäste, die wir da hatten. Hört ihr auch bedingt nochmal in die Folgen rein. Das war ganz fantastisch. Aber jetzt kommt ein neuer Partner mit an Bord. Denen verrate ich immer noch nicht. Das erfahrt ihr am 6. Januar oder wollen wir den schon nennen. Mach du das. Ja, das ist von der Digi der Woche. Ihr wisst immer, sonntags habe ich die Digi der Woche gesendet. Kurz und knapp eine Digi ausgewählt für euren Unterricht und das kann man ruhig sagen. Da wird uns ab Januar die ACS Group bei unterstützen, die wir persönlich auch sehr schätzen, weil die Rundum-Tablet-Lösungen für Klassen anbieten. Aber da werden wir auch nochmal ein bisschen mehr dann Anfang des nächsten Jahres drüber erzählen. Also das kommt wieder und wir werden natürlich auch live zu sehen sein und wir freuen uns einfach auf ganz viele neue Formate und Dinge, die kommen werden, denen wir beide natürlich zusammen mit den Digis Bildung weiter voranbringen werden.
Ich habe schon gesagt, wir sind auch wieder live sein, auch für die DAG da. Du hast auch noch nicht alles abgeschlossen, wird vielleicht noch ein, zwei mehr Formate geben. Aber unser gemeinsames Buchprojekt, wo wir zusammen einen Text verfasst haben beim Haufe Verlag, im Übrigen mit vielen führenden Digitalunternehmen haben wir uns irgendwie mit reingemogelt zum Thema KI und Bildung. Und dann kommt ja auch dein Buch raus im Mai. Ja, da bin ich natürlich sehr gespannt drauf. Mein Kind kann KI heißt das Buch und es ist ein Elternratgeber, wo meine ganze Erfahrung natürlich auch in vielen Teilen aus den Podcastgesprächen mit den wunderbaren Experten und Expertinnen, die wir hier hatten, zu dem Thema eingeflossen sind.
Und ich glaube, das wird richtig gut, denn wir müssen an das Thema KI ran. Wir müssen die Eltern auch mitnehmen. Wir müssen Mut machen, sich daran zu trauen. Und genau das will mein Buch. Und das erscheint Ende Mai. All das, was ich geschrieben habe, wird noch wunderbar eingeleitet in einem genialen Vorwort von einem der ganz Großen in der deutschen Bildungsszene. Ja, der von LinkedIn. Was habt ihr euch dabei gedacht? Als KI-Experte. Ja, das bist du, Gerd. Ja, ja. Aber man muss sich ein Richtchen rauszusuchen. Nein, vielen herzlichen Dank. Das passt schon. Das beschäftigt mich ja auch das Thema und wir werden nicht drumherum kommen. KI wird eine Welt ohne KI nicht mehr geben. Es gibt immer mehr Tools, die auf den Markt kommen. Funktioniert auch in der Wirtschaft nicht. Ich bin jetzt in der Wirtschaft, bin ja auch sehr dankbar bei Manage Now. Ist auch ein Thema, mit dem wir uns ganz intensiv auseinandersetzen. Und wenn man die Kinder darauf vorbereiten kann, ist es auch am besten in der Familie. Wie wir vorhin gerade gesagt haben, sprecht mal über Social Media, dann sprecht doch auch über KI.
Die Brücke ist da ziemlich kurz. Und dann bringt es in die Schule. Und wer, Jola, wir haben ja schon gesagt, wir werden vermutlich auch live damit mal auftreten. Bleibt da dran. Und wenn ihr uns vielleicht in eure Schule oder in die Buchhandlung einladen wollt, dann schreibt uns an. Dann kommen wir gerne vorbei und gestalten einen Elternabend oder für alle Interessierten zum Thema KI in der Schule und darüber auch noch ein bisschen mehr und zeigen, wie man damit umgeht. Umgehen sollte ganz analog im Gespräch, aber auch ganz digital mit ganz praktischen Beispielen. Genau, also das Buch ist auch jetzt schon vorbestellbar. Ich packe gerne den Links in die Shownotes, da kann man schon mal ein bisschen reinschauen. Und ich denke, jetzt schauen wir mal, Gerd, dass wir wirklich über die nächsten Tage hinweg das Analoge zelebrieren, dass wir miteinander sprechen, dass wir die Handys vielleicht mal ausschalten. Genau, in den Handy-Tresor. Mein erfolgreichster Artikel auf LinkedIn, mehrere Millionen Impressions.
Handys in den Handytresor genau, die Aachener Printen in den Mund ich glaube, das ist die Kombination, die jetzt angesagt ist. Wir hatten ja als Managed Now Lambert's Lebkuchen als Präsentist. Und die waren gut das machen wir. Richtig gut das machen wir jetzt, ich esse davon jetzt nochmal zwei, drei Stück Die habe ich mir einfach mal weggepackt. Ich hoffe, ich kriege jetzt nicht eine Abmahnung. Und euch wünsche ich ganz tolle, gesegnete Weihnachten, guten Rutsch. Guckt ruhig mal in den Kanal rein, vielleicht gibt es noch ein kleines Boni. Wir wünschen euch gesegnete Weihnachten. Bleibt gesund und im Januar gehen wir hier richtig wieder richtig Power. Frohe Weihnachten, ihr Lieben. Alles Gute, wunderbare, erholsame Ferien. Auch mal nicht an Schule denken, einfach mal loslassen, einfach mal ein bisschen achtsam sein, regenerieren und sich erholen und dann 2026 wieder mit vielem guten Enthusiasmus und voller Energie in die Schule und in das neue Jahr starten. Alles, alles Liebe von Gerd, mir und den Digis und bis bald. Das war Hey Digis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel.