Hey Dickies, so geht Lernen heute. Und heute geht es um das Lernen ganz im Bereich von Naturwissenschaft und Chancengleichheit. Und Viola, du hast das Interview schon geführt. Erzähl mal ein ganz klein bisschen. Machen wir uns mal ein bisschen Appetit auf das Thema. Ja, das ist wirklich spannend und ich muss sagen, unser Gast ist ja die Frau Dr. Nina Smith von der Siemens Stiftung und das war wirklich ein Gespräch, was ich unterschätzt habe. Ich fand, sie war sehr on point, sehr exakt in ihren Ausführungen, hat mir selber richtig Lust auf MINT-Bildung gemacht, denn sie arbeitet selber weltweit daran, bildunggerechter und wirksamer zu machen. Wie sie das macht, das wird sie uns dann gleich verraten. Ja, das geht eben nicht nur um MINT, es geht auch um Demokratie, es geht um Zukunftsfähigkeit, soziale Teilhabe, praktische Lernräume, MINT-Hubs, internationale Perspektive, du hast es schon angedeutet. Genau, weil MINT ist ja auch viel mehr mittlerweile als Mathe und Technik. Es entscheidet ja wirklich darüber, ob junge Menschen Zugang zu Chancen bekommen, hier bei uns und auch weltweit. Und das ist auch das Spannende bei der Nina Smith. Sie arbeitet international an innovativen Bildungsansätzen von Lateinamerika bis Afrika und natürlich auch bei uns in Deutschland. Ich kann jetzt nur noch eins sagen, jetzt geht's los.

Dr. Nina Smit ist geschäftsführende Vorständin und Sprecherin der Siemens-Stiftung. Sie verfügt über 20 Jahre internationale Erfahrung als Führungskraft in Bildungsinstitutionen und Stiftungen. Dr. Smith tritt als Konferenzsprecherin und Podiumsmoderatorin in Deutschland, Lateinamerika und den USA auf. Sie ist außerdem Autorin zahlreicher Publikationen zu den Themen Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation, Postkolonialismus und transatlantische Beziehung. Unter ihrer Leitung hat sich die Siemens-Stiftung strategisch neu ausgerichtet. Durch ihre operative Projektarbeit fördert sie Zugang und Teilhabe, stärkt zukunftsweisende Kompetenzen und ermöglicht gemeinsames Lernen. In interdisziplinären Zusammenarbeiten verbindet die Siemens Stiftung lokales Handeln mit globalen Perspektiven, um gezielt Resilienz, sozialen Zusammenhalt und regenerative Praktiken zu unterstützen. Ich freue mich, heute mit Dr. Smit darüber zu sprechen, wie MINT-Bildung junge Menschen stark macht und warum sie für gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und eine nachhaltige Zukunft so entscheidend ist. Herzlich willkommen, Frau Dr. Smit. Ganz herzlichen Dank, dass ich heute hier sein darf.

Frau Dr. Smith, Sie sagen, eine gute Schulbildung ist die Grundlage für Demokratie. Warum ist dieser Zusammenhang für Sie so zentral, gerade mit dem Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart?

Als Siemens-Stiftung engagieren wir uns seit Beginn der Gründung der Stiftung, also seit über 15 Jahren im Bereich der Bildung und hier mit einem ganz besonderen Schwerpunkt auf MINT-Bildung und Innovation. Wir haben dabei diesen Bereich ausgerichtet entlang unserer drei zentralen Handlungsfelder. Das ist Grundversorgung, Digitalität und Klima. Also Herausforderungen, die uns aktuell ganz besonders beschäftigen. Und wir denken und sind fest davon überzeugt, dass MINT-Bildung eine ganz wichtige Voraussetzung ist, um mit diesen großen Herausforderungen unserer Zeit umzugehen. Also die notwendigen Kompetenzen zu erlernen und dann auch umzusetzen, um an Lösungen für diese großen Herausforderungen zu arbeiten. Und das geschieht eben nur, wenn man frühzeitig damit beginnt, an den Schulen, aber auch bereits in der frühkindlichen Bildung und auch an außer schulischen Lernorten Kompetenzen und Fähigkeiten für Schülerinnen und Schüler, aber eben auch Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer zu vermitteln. Und darum geht es uns, denn immer noch ist es so, 250 Millionen Kinder und Jugendliche gehen heute weltweit nicht zur Schule und wir sind fest davon überzeugt, dass Bildung der entscheidende Weg nach vorne ist. Bildung ist ein Menschenrecht und wenn wir in Bildung und Bildungszugänge zu investieren, können wir die Herausforderung der Gegenwart und auch der Zukunft sehr, sehr viel besser meistern.

Ja, mit Sicherheit. Das ist natürlich ein ganz wichtiger und zentraler Ansatz. Trotzdem würde ich gerne nochmal nachhaken. Warum gerade MINT? Also wie kann gerade die MINT-Bildung dabei helfen, Chancengleichheit zu fördern und gesellschaftliche Teilhabe, gerade natürlich auch für benachteiligte Gruppen zu ermöglichen? Ja, also das geht zum einen natürlich darauf zurück, wie wir als Siemens Stiftung entstanden sind. Wir sind als Siemens Stiftung ja eine unternehmensnahe Stiftung 2008 vom Siemens Konzern gegründet, aber unabhängig vom Unternehmen. Aber natürlich liegt der ganze Bereich Technik, Digitalisierung, Innovation in unserer Stiftungs-DNA. Und so war es dann auch sehr schnell für uns klar, dass wir als Siemens-Stiftung uns eben nicht nur mit übergeordneten Bildungsthemen beschäftigen, sondern tatsächlich auch gerade mit der Frage, was bedeuten denn die MINT-Fächer, was bedeutet Kompetenzen im MINT-Bereich für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaften, für das Bildungssystem. Das ist der eine Aspekt. Der andere Aspekt ist, wenn wir über MINT-Bildung sprechen, wenn wir über Kompetenzen in der MINT-Bildung sprechen, denken wir nicht nur an die fachliche Ausrichtung, sondern es geht tatsächlich auch über das, was darüber hinaus notwendig ist. Deswegen sprechen wir hier auch von MINT+, also Future Thinking.

Design Thinking Competencies, kreative Fokussierung auf Lernprobleme, Forschendes Lernen. Also all das, was notwendig ist, um auf der Basis von fachlichem Wissen aus den MINT-Fächern auch lösungsorientierte Ansätze zu schaffen, um eben konkret im Unterricht und darüber hinaus an großen Herausforderungen und an Lösungen für diese Herausforderungen zu arbeiten.

Ich möchte dazu ein kurzes Beispiel geben. Wir waren gestern mit einer Delegation bei uns am MINT-Hub in der Siemenstadt Square. Das ist ein Raum für interaktives Lernen, ein außerschulischer Lernort, wo Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen hinkommen können, um zu schauen, wie funktioniert denn eigentlich MINT plus Lernen in der Praxis? Wie gehen wir mit Digitalität, mit KI, mit Robotikum? Und gestern haben wir uns mit einer achten Klasse aus der Umgebung, aus dem Bezirk Spandau angeschaut, wie können wir denn mit so kleinen Mini-Robotern effizient und vor allen Dingen sicher unseren Weg zur Schule planen? Wie sieht unser Schulweg der Zukunft auf der Basis von Robotik aus? Und das wird dann einfach für die Kinder ganz konkret. Das heißt, es geht nicht nur um Lernen von Fachwissen, was natürlich auch notwendig ist, sondern es geht um die konkrete Anwendung. Also was passiert eigentlich, wenn ich MINT-Fächer, wenn ich Know-how auch im Zusammenhang mit digitalen Kompetenzen, mit Robotik, mit KI, wenn ich das im Unterricht und in meinem Alltag anwende?

Spannend. Also gerade diese Verbindung von Praxis und der Theorie ist natürlich etwas, was eine große Herausforderung ist, das auch gelungen miteinander zu verknüpfen, um da Interesse zu wecken. Und Sie haben jetzt gerade schon den MINT-Hub in Siemenstadt angesprochen. Da erreichen Sie ja auch gezielt Schüler und Schülerinnen aus benachteiligten Familien und bieten da wirklich auch so ein Open Space zum Ausprobieren, Kennenlernen. Wie gelingt es Ihnen denn, solche offenen Lernräume auch inklusiv zu gestalten? Ja, wir arbeiten natürlich in erster Linie im MINT-Hub mit den umliegenden Schulen im Bezirk, also im Bezirk Spandau, aber nicht nur im Bezirk. Also wir haben mittlerweile wirklich auch Klassen, die aus der ganzen Bundesrepublik anreisen und für den Tag dann einen Workshop dort belegen.

Es ist tatsächlich uns ein besonderes Anliegen, eben nicht nur Angebote zu machen auf einem sehr hochliegenden Level, sondern tatsächlich auch die Kinder, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen. Und da arbeiten wir mit Partnerorganisationen zusammen, die Workshops mit uns gemeinsam durchführen. Diesen eben gerade erwähnten Workshop haben wir mit einer Organisation entwickelt, die nennt sich Tüftler Lab. Wir haben aber auch beispielsweise einen größer angelehnten Makerson, den wir mit der Universität Osnabrück bereits seit anderthalb Jahren sehr erfolgreich gestalten.

Da geht es darum, in der Community, aus der Community heraus, mit den Schülerinnen und auch mit den Lehrern, wirklich Lösungen für die Gemeinschaft zu schaffen. Also zum Beispiel Umgang mit Mülltrennung oder Nahrungssysteme der Zukunft etc. Also wirklich Lösungen zu entwickeln, Ideen zu entwickeln und sie dann auch in die Umsetzung zu bringen. Und das passiert eben auf ganz unterschiedlichen Leveln und das ist natürlich davon abhängig, mit welcher Klassenstufe man arbeitet, ob das jetzt eine fünfte Klasse ist, ob das jetzt eine neunte Klasse ist, ob das Gymnasialstufe ist oder ob das Sekundarstufe ist oder vielleicht sogar auch mal eine Grundschule. Da müssen wir gezielt schauen, welches Angebot können wir schaffen und wo können wir wirklich die Kinder auch begeistern und wo können wir die Kinder mitnehmen und wo haben die Kinder auch wirklich Lust mitzugestalten und mitzudenken.

Wenn ich das jetzt höre als Lehrkraft, Sie sagen auch, ja, Sie sind ansässig in Siemenstadt in Berlin, aber es kommen bundesweit Klassen zu Ihnen. Ich kann mir vorstellen, dass jetzt viele denken, oh wow, das klingt ja total spannend und nach einem richtig gut aufgestellten, breit gefächerten Angebot. Da wäre jetzt meine Frage direkt mal stellvertretend an Sie. Wie kann ich mich denn anmelden bei Ihnen? Und ja, für welche Klassenstufen ist denn Ihr MINT-Hub überhaupt geeignet? Also Anmeldung erfolgt über unsere Website bei der Siemens Stiftung und dann zum MINT-Hub Siemens Stiftung Square. Dort kann man sich anmelden bzw.

Interesse bekunden, an einem Workshop teilzunehmen und darüber hinaus ist es so, dass man natürlich schauen muss, wie lange diese Workshops konzipiert sind. Also in der Regel haben wir Workshops, die über einen Tag laufen. Das heißt, wenn Schulklassen natürlich jetzt von sehr weit her anreisen, müssen sie entsprechend das einkalkulieren, dass das eben nicht nur in einem Tag zu handhaben ist. Die meisten Programme bieten wir im Moment zwischen der sechsten und der neunten Klasse an, das aber in unterschiedlichen Schulstufen, also sowohl Sekundarstufe 2 oder eben auch Gymnasium. Aber wir haben durchaus auch Programme, die wir schon für jüngere Klassen anbieten. Also wir arbeiten gezielt auch mit Grundschulklassen zusammen und wir haben einzelne Formate, die wir eben auch in der frühkindlichen Bildung anbieten. Hier arbeiten wir aber vor allen Dingen mit der Organisation Zusammenstiftung Kinder forschen, die sich speziell auf die frühkindliche Bildung fokussiert hat.

Aber das ist ja doch ein ganz schön breiter Fächer, den Sie da anbieten und ich würde das jetzt so verstehen, wenn ich Interesse habe und ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob was geeignetes für meine vierte Klasse dabei ist, dann vielleicht einfach mal auf die Webpage gucken und Kontakt aufnehmen, oder? Richtig. Und es ist ja auch nicht nur so, dass wir diesen einen außerschulischen Lernort in Berlin haben, sondern wir haben ja regelmäßig auch Fortbildungsprogramme, Konferenzen, Weiterbildungen, die bundesweit angeboten werden mit einem Schwerpunkt auf unsere MINT-Plus-Ansätze. Und darüber hinaus haben wir ja auch ein Portal, ein digitales Portal.

Das Medienportal der Siemens Stiftung, auf dem kosten- und lizenzfrei Lern- und Lehrmaterialien und auch Weiterbildungsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer heruntergeladen werden können und auch mit weiterentwickelt werden können. Und diese Materialien entspannen der gesamten Bildungslinie, das heißt von der frühkindlichen Bildung bis hin eben zur beruflichen Weiterbildung, die gesamte Spannbreite der Bildungslaufbahn. Ja, prima. Das werde ich natürlich direkt auch in den Shownotes verlinken. Das macht es umso einfacher für unsere Hörer und Hörerinnen da, sich Informationen zu beschaffen und natürlich auch Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Wunderbar. So, Frau Dr. Smith, Sie sprechen ja auch oft vom lebenslangen Lernen. Sie haben schon gesagt, es fängt auch an in der frühkindlichen Bildung, es geht bis zur Berufsorientierung. Wie begleiten denn Ihre Projekte, die Bildungsbiografien von der frühen Kindheit bis sogar ins Erwachsenenalter?

Ja, wie gesagt, wir haben uns als Siemens-Stiftung entschieden, entlang der gesamten Bildungskette zu arbeiten, weil wir eben tatsächlich diese Bildungsreisen so essentiell finden. Wir sagen, Bildung ist wirklich ein lebenslanger Prozess und wir möchten über die gesamte Schullaufbahn und eben auch außerschulische Laufbahn wirklich auch schauen, wie Lernprozesse gestaltet werden, wie Lernprozesse weiterentwickelt werden. Wir sind darüber hinaus auch in der beruflichen Orientierung aktiv. Das tun wir vor allen Dingen mit einem Fokus in Deutschland, aber haben auch Programme dazu in Afrika, die wir mit Partnern anbieten, also vor allen Dingen in Sub-Sahara-Afrika und in Lateinamerika. Wir sind nicht im universitären Bereich als Siemens-Stiftung engagiert. Vielleicht ein weiterer Punkt, weil wir jetzt sehr stark eben auch auf unser deutsches Engagement fokussiert haben und das ist sicherlich hier heute für unsere Hörerschaft auch besonders interessant, aber wir sind als Siemens Stiftung neben unserem Engagement im Bildungsbereich in Deutschland tatsächlich auch international tätig. Das heißt, wir arbeiten zu Bildung in Lateinamerika, aktuell in 13 Ländern. Wir arbeiten in Sub-Sahara-Afrika und wir arbeiten seit dem letzten Jahr auch im Bildungsbereich mit Partnerorganisationen in Indien.

Wow, also da werfen wir gleich mal einen großen Blick auch über unseren Tellerrand hinaus. Sie haben es schon gesagt, internationale Arbeit der Simon Stiftung, unter anderem mit Projekten Indien, Afrika, Lateinamerika.

Gucken wir doch da mal ein bisschen genauer hin. Das ist ja nochmal eine ganz andere Ausgangssituation, die da natürlich auch immer wieder individuell herrscht. Vielleicht können Sie mal ein bisschen schildern, welche Herausforderungen begegnen Ihnen denn, wenn es darum geht, Bildung in sozial benachteiligten oder auch sehr ländlichen Regionen zugänglich zu machen und welche Ansätze haben Sie, um dem entgegenzuwirken? Ja, kann ich sehr gerne mal zwei ganz konkrete Beispiele nennen. In Lateinamerika arbeiten wir in einem mittlerweile sehr großen Netzwerk von Institutionen. Also das sind andere Stiftungen, das sind aber auch Schulen, das sind Bildungsministerien, Universitäten. Wir arbeiten mit diesen Partnern in einem Bildungsnetzwerk, das ist das RedStem-Netzwerk, also ein Netzwerk speziell für MINT-Bildung in Lateinamerika und arbeiten hier überregional in 13 Ländern. Und ein besonderer Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Umsetzung und auch Skalierung von Programmen im Bereich Forschendes Lernen. Wir haben ein MINT-Programm entwickelt, das nennt sich Experimento, Experimento blended, weil es eben nicht nur analoge Lern- und Fortbildungsinhalte sind, sondern weil wir das auch über ein digitales Portal weiterentwickeln und mittlerweile eben in 13 Ländern mit unterschiedlichen Partnern an den Schulen dieses Programm anbieten.

Und darüber hinaus ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist ein Programm zum Thema Klimawandelbildung, wo wir auf der einen Seite direkt mit Schulen, aber auch mit Communities zusammenarbeiten, um das Thema Klimawandel.

Climate Mitigation, Climate Adaptation an den Schulen mit den Kindern zu diskutieren, auch Lösungsansätze zu besprechen. Und auch Lernmaterialien mit den sogenannten Communities of Practice, also hier vor allen Dingen mit Lehrerinnen und Lehrern zum Thema Klimawandelbildung mitzugestalten. Denn Sie können sich vorstellen, es macht natürlich einen Unterschied, ob wir das Thema Klimawandel aus einer deutschen Perspektive, sagen wir mal mit einem Fokus auf eine Region in Potsdam oder vielleicht auch in Hamburg ausrollen, Oder ob wir uns mit diesem Thema in beispielsweise Veracruz in Mexiko beschäftigen. Und daraus ist uns eben besonders wichtig, nicht primär Materialien zu entwickeln aus unserer Perspektive heraus, also vielleicht jetzt auch aus unserer Stiftungsperspektive in Deutschland heraus und die dann zu implementieren, sondern eben mit Communities of Practice, also in der Gemeinschaft, aus der Gemeinschaft heraus mit den Partnern und Zielakteuren direkt zusammenzuarbeiten, um diese Materialien weiterzuentwickeln, zu adaptieren und dann eben auch in den Unterricht einzubringen.

Ja, das macht ja auch definitiv Sinn, die Inhalte nicht von oben aufzustülpen, wie Sie sagen, natürlich auch aus unserer erstmal rein deutschen Perspektive, sondern das Miteinander zu erarbeiten, damit es sicherlich auch besser angenommen wird und einfach auch relevanter für die einzelnen Regionen dann ist. Wie muss ich mir denn die Arbeit da vor Ort vorstellen? Sind dann da Mitarbeiter der Siemens-Stiftung jeweils in den verschiedenen Ländern vertreten und fördern diese Communities of Practice oder wie entwickelt sich so etwas vor Ort? Also wir sind ja als Siemens-Stiftung mit einem relativ kleinen Team unterwegs. Wir sind insgesamt 50 Kolleginnen an den unterschiedlichen Standorten. Das heißt, wir können und wollen nur über Netzwerke arbeiten, über starke Kooperationen. Wenn wir nun beispielsweise in den eben genannten 13 Ländern in Lateinamerika agieren.

Wenn wir dort an den Schulen Programme anbieten, wenn wir Lehrerfortbildung anbieten, wenn wir Materialien für das Portal erstellen, geht es nur über Kooperation, geht es nur über das Netzwerk. Also von daher haben wir ein kleines Team in Santiago de Chile, das viel koordiniert, das viel ausgestaltet, das das Netzwerk betreut, das auch neue Programme mit Partnern gemeinsam erprobt. Aber der Rollout beziehungsweise die Anwendung dann an den jeweiligen Schulen in den einzelnen Ländern, die Abstimmung, das passiert immer über ein Partnernetzwerk. Und dieses Partnernetzwerk, das ich eben erwähnt hatte, das Red STEM Netzwerk, also das MINT Bildungsnetzwerk, besteht mittlerweile aus über 250 Partnerinstitutionen, die sich regelmäßig treffen, über das Jahr verteilt, um genau das eben auch miteinander zu besprechen. Wie können wir noch mehr in die Breite gehen? Wie können wir noch mehr Schulen erreichen? Wie können wir noch mehr Partner gewinnen, die nicht nur in die Umsetzung gehen, sondern zum Teil natürlich dann auch in die notwendige Kofinanzierung? Weil auch als Siemens-Stiftung haben wir natürlich nicht unbegrenzte personelle Ressourcen, aber eben auch nicht finanzielle Ressourcen. Das heißt, wir sind immer auf die partnerschaftliche Kooperation angewiesen, sowohl in der Umsetzung als auch in der Kofinanzierung. Vielen Dank.

Wenn Sie das jetzt mal so vergleichen, Sie haben ja wirklich einen riesigen Überblick über, ich sage wirklich mal die globale Bildungslandschaft. Das ist ja schon enorm, was Sie da auch aus Ihrer Erfahrung berichten können. Wenn wir einfach mal auf Bildungsprojekte zum Beispiel in Lateinamerika für unsere MINT-Arbeit hier in Deutschland schauen, gibt es was, was wir lernen können, uns abgucken können, vielleicht Best Practices von anderen Projekten? Das ist eine sehr, sehr spannende Frage, weil wir das tatsächlich in all unseren Projekten, in all unseren internationalen Projekten sehr deutlich feststellen, dass es so viele Ansätze gibt, wo wir auch für unser Bildungssystem lernen können, wo wir adaptieren können. Wir hatten eben bereits über das Thema Klimawandelbildung gesprochen. In Kolumbien ist es beispielsweise so, dass das schon fester Bestandteil ist der Lehrerfortbildung, der Lehrerausbildung und sehr viel stärker auch im Unterricht verzahnt ist bestimmte Inhalte, bestimmte Grundlagen zum Bereich Klimawandelbildung.

Das sehen wir auch in anderen Ländern Lateinamerikas, wo unsere mit Partnern entwickelten Materialien sehr viel schneller dann auch im Curriculum übernommen werden. Das sehen wir eher schwieriger in den Bemühungen hier in Deutschland auch tatsächlich dieses Thema ganz prominent mit auf die Agenda zu bringen. Natürlich haben wir Programme, wo wir auch mit Schulen zusammenarbeiten, zum Teil im Unterricht, zum Teil eben auch an außerschulischen Lernorten. Aber diese feste Verankerung im Curriculum, das finde ich schon etwas ganz Besonderes. Und ich denke, da können wir tatsächlich auch schauen, wie machen es denn andere Länder? Sei es in Lateinamerika, in Afrika oder auch in Indien. Welche Wirkung wird damit erzielt? Welche auch langfristige Veränderung ergibt sich daraus in den Gemeinschaften und auch in der Einstellung der Lehrerinnen und Lehrer und damit auch der Schülerinnen und Schüler? Und da können wir, glaube ich, auch hier aus der deutschen Perspektive sehr viel mitnehmen und sehr viel lernen.

Mit Sicherheit finde ich ein ganz spannendes Thema, das Miteinander vielleicht noch besser zu verzahnen und einfach auch mehr zu kommunizieren, welche Ansätze es in anderen Ländern gibt. Wie machen Sie das denn? Nehmen Sie die Erfahrung mit und abgesehen von unserem Podcast-Gespräch heute, arbeiten Sie daran, dass solche Inhalte vielleicht auch mehr in Deutschland publik und auch integriert werden in die Curricula?

Ja, also wir haben natürlich mehrere Vernetzungskanäle, wo wir auch probieren, die unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen. Also das passiert natürlich einmal im digitalen Raum über gemeinsame Webinars, über einen gemeinsamen Austausch, auch über ein Teilen von Best-Practice-Erfahrungen, wo es uns eben gerade darum geht, auch zu schauen, was kann denn beispielsweise eine Lehrerin in Kolumbien teilen mit einer Lehrerin in Nairobi? Oder eben einer Lehrerin in Berlin, ja. Also da wirklich diesen Austausch auch zu schaffen. Darüber hinaus sind wir Mitglied in mehreren internationalen Organisationen, die sich das genau auch zum Ziel gesetzt haben, sich zum Thema MINT-Bildung und Zukunft der MINT-Bildung auch auszutauschen und untereinander zu vernetzen und beteiligen uns hier auch regelmäßig an der Ausrichtung von Konferenzen, also sowohl analog als eben auch digital, um diesen Austausch zu ermöglichen. Und nicht zuletzt probieren wir natürlich auch unsere Themen, also auch unsere Themen in Bezug auf Veränderungen im deutschen Bildungssystem.

Gemeinsam mit Partnern in den Bildungsdiskurs und auch in den politischen Diskurs einzubringen. Das tun wir beispielsweise über das Forum Bildung und Digitalisierung. Das ist ein Verein, den wir gemeinsam mit anderen großen Bildungsstiftungen wie beispielsweise der Bosch-Stiftung, der Joachim-Herz-Stiftung oder auch der Bertelsmann-Stiftung sowie der Telekom-Stiftung gegründet haben, um gemeinsam eben zu schauen, was sind unsere Erfahrungen, die wir im Bildungsbereich machen, wie können wir unsere Learnings bündeln und wie können wir auch Empfehlungen an die Politik weitergeben.

Wir haben jetzt eben schon über Themen auch wie Klimawandel gesprochen, haben Sie gesagt, natürlich ganz wichtig Richtung Biologie, aber wir schauen noch mal auf den MINT-Ansatz und der ist ja uns auch bei den Digis sehr wichtig. Wir haben ja ganz, ganz viele Digis in unserer Digithek auch, die sich mit dem Thema MINT befassen und ich würde da gerne mal von Ihnen wissen, haben Sie mal reingeschaut und gibt es vielleicht so zwei bis drei Digis, die Sie besonders gelungen finden? Das würde mich jetzt mal interessieren, ob Sie da vielleicht unseren reindeutschen im Moment noch Digis-Ansatz auch mal unter die Lupe genommen haben. Natürlich, das ist natürlich immer sehr spannend für mich auch zu gucken, was gibt es an Ansätzen, was gibt es an anderen Formaten und Inhalten. Da habe ich reingeschnuppert, da habe ich reingeschaut und finde das tatsächlich sehr, sehr spannend, was mit Digis vorbereitet und eben auch übermittelt wird. Klar, wir haben jetzt gerade über Klimawandelbildung gesprochen.

Da ist natürlich besonders spannend auch die Einheit zum Thema Treibhauseffekt, also komplexe Klimazusammenhänge verständlich erklärt. Das finde ich ist sehr, sehr gut gelungen und spannend. Also habe ich mir gerne angehört. Und dann auch tatsächlich zum Thema asymmetrische Verschlüsselungsverfahren. Finde ich auch toll, wie das Thema eben wirklich auch Schülerinnen und Schülern nahegebracht wird. Also von daher ist auch das für uns immer wichtig zu schauen, was gibt es denn sonst noch für Angebote, wo kann man auch von anderen lernen, wie werden komplexe Sachverhalte erklärt, erläutert, weiterentwickelt. Finde ich immer großartig, da auch reinzuhören und reinzuschnuppern.

Ja, vielen Dank für das Feedback. Also ich verlinke natürlich unsere Digitek ja auch immer in den Shownotes, liebe Hörer und Hörerin. Da könnt ihr direkt mal reinschauen, weil da wirklich wöchentlich immer tolle neue Sachen dazukommen. Und Frau Dr. Smith, Sie haben es wunderbar gesagt, unser Anliegen ist es ja auch, komplexe Sachverhalte so aufzubereiten, dass sie Spaß machen, dass sie interaktiv sind und dass sie wirklich auch nachhaltiges Lernen ermöglichen. Jetzt würde ich Sie gerne nochmal fragen, wenn Sie auf die nächsten zehn Jahre blicken oder vielleicht sagen Sie auch, zehn Jahre sind mir eigentlich zu weit oder zu kurz. Ich habe einen anderen Zeithorizont. Auch das ist völlig okay. Korrigieren Sie mich dann bitte. Aber insgesamt, was wünschen Sie sich für die MINT-Bildung sowohl in Deutschland als auch international? Und natürlich muss ich damit die Frage verknüpfen, was braucht es, um dieses Ziel zu erreichen? Ich wünsche mir mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Zugänge zu hochqualifizierter Bildung und Windbildung.

Ich denke, das ist eine Thematik, die nicht nur für Länder des globalen Südens relevant ist, sondern die auch für uns in Deutschland ganz, ganz zentral ist. Wie können wir denn gewährleisten, dass Kinder und wirklich alle Kinder Zugang zu dieser Bildung haben? Dass sie dort abgeholt werden, wo sie auch stehen, wo sie Förderung, aber wo sie auch Forderung benötigen. Und wenn wir uns manchmal anschauen, welche Klassen zu uns kommen und wie Kinder darauf reagieren, wenn sie zum ersten Mal verstehen, ich kann Mathe oder Robotik, kann ich vielleicht ganz anders anwenden auf meine aktuellen täglichen Probleme. Ich muss nicht einfach nur Formeln lernen oder zuhören, was da vorne passiert. Dann passiert was in den Köpfen der Kinder. Und ich glaube, das ist so wichtig, wenn wir schauen, wo dieses Land sich in den nächsten Jahren hinentwickeln wird, aber wo wir uns auch in der ganzen Welt hin entwickeln werden. Wir brauchen Kinder, wir brauchen Jugendliche, die die Fähigkeiten, die Kompetenzen und das Wissen haben, den Herausforderungen gewachsen zu sein, die kritisch denken können, die neue Lösungen finden können. Und dafür brauchen wir einen gerechten Zugang zu Bildung. Das ist ganz zentral und das ist unser großes Anliegen und das ist auch ganz persönlich mein großes Anliegen.

Ja, das ist ein sehr großes Anliegen. Das würde ich natürlich auch zu 100 Prozent unterschreiben. Sagen Sie noch eine Abschlussfrage, Frau Doktors, mit Wie sieht denn dann für Sie die Schule der Zukunft aus, die das leisten kann? Wie kriegen wir diese Schule hin? Was muss die beinhalten, um die Kinder wirklich so abzuholen, wie Sie es gerade beschrieben haben? Das ist tatsächlich wahrscheinlich nochmal ein Thema für einen weiteren Podcast.

Denn ich glaube tatsächlich, dass die Schule der Zukunft anders aussehen muss. Ich glaube, dass es ein sehr viel stärker interaktiver und an der Realität ausgerichteter Lernort sein sollte. Also weniger ein geschlossenes Klassenzimmer, wo die Schüler zuhören und Input bekommen, sondern wo es gemeinsam darum geht, etwas Neues zu entwickeln, sich neue Gedanken zu machen und wirklich Realität, also Alltag, Lebensumwelt und Schule miteinander zu verbinden. Und dafür braucht es vermutlich auch andere Räume, also andere Räume im Analogen, aber auch im Digitalen und eben nicht mehr diese starren Schulklassen oder Schulzimmerorte, sondern wirklich interaktivere Lernorte, wo ein besserer Austausch zwischen der Realität und dem Schulalltag stattfindet. Und das ist tatsächlich, glaube ich, ein sehr großes Thema, weil das werden wir nicht sofort in allen Varianten umsetzen können. Das ist vollkommen klar. Aber wir können Einblicke in diese Interaktivität, in diesen forschenden Ansatz, in diesen kritischen, in diesen lösungsorientierten Ansatz, diese Elemente können wir schon jetzt stärker im Unterricht verankern. Und das probieren wir. Dazu probieren wir als Siemens-Stiftung unseren Beitrag zu leisten.

Ja, das klingt auch so, als ob Sie da wirklich einen ganz wesentlichen und wichtigen Anteil dazu beitragen.

Herzlichen Dank erstmal an der Stelle für Ihre wertvolle Arbeit und Unterstützung natürlich in dem Bereich. Und ich muss sagen, das Schöne ist ein bisschen von dem, was Sie beschrieben haben, wie Sie sich die Schule der Zukunft wünschen. Wir haben tatsächlich im Podcast auch schon Gespräche mit Menschen geführt, die genau diese Form von Schule schon heute umsetzen. Also zum Beispiel der Stefan Rupana oder auch die beiden Gründerinnen der Freien Demokratischen Schule. Also da gibt es ganz tolle Ansätze, die genau das aufgreifen und die Schule und vor allen Dingen natürlich das Lernen so gestalten wollen. Also die Hoffnung bleibt darauf, dass diese Impulse sich immer weitertragen und dann wirklich auch in die Breite kommen und alle Kinder davon profitieren können. Absolut. Und es braucht eben diese Pioniere. Es braucht Vorzeitprojekte, um dann zu schauen, wie kann man das weitertragen, wie kann man es weiterentwickeln.

Frau Dr. Smith, ganz herzlichen Dank für dieses inspirierende und sehr, sehr spannende Gespräch über unseren deutschen Tellerrand auch hinaus. Also haben wir wirklich gesehen, wie MINT-Bildung über Formeln und Fakten hinausgeht, mich Zukunftskompetenzen stärkt, Lernräume schafft und einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leisten kann, sowohl hier als auch weltweit. Danke, dass Sie uns mitgenommen haben auf diese Reise durch lokale und globale Bildungsinitiativen. Ich habe das Gefühl, ich habe eine halbe spannende geistige Weltreise jetzt absolviert und tatsächlich auch mal Länder berührt, die ich nicht so auf meiner geistigen Landkarte hatte. Also herzlichen Dank dafür und natürlich auch für Ihren Einsatz, junge Menschen stark für die Zukunft zu machen. Ich bedanke mich ganz herzlich für das spannende Gespräch. Nachgedacht.

Wirklich ein starkes Gespräch. Ja, muss ich wirklich sagen. Vor allen Dingen hat mir sehr gefallen dieser globale Blick auf das Thema MINT-Bildung. Denn wir neigen ja doch dazu, so sehr in unserem eigenen kleinen Kosmos gefangen zu sein. Und die Dr. Smith hat uns da mitgenommen auf so eine kleine Weltreise und viele Einblicke gegeben, die sie nicht nur aus der Theorie kennt, sondern wirklich auch persönlich. Und das war so das, was mich sehr berührt hat bei dem Gespräch, weil man schon merkt, da kommt ganz viel aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung rüber. Und das ist toll, wenn man dann in so einer Position arbeitet wie sie und damit wirklich Menschen inspirieren kann. Das Beste weltweit, könnte man auch sagen. Und das erdet uns auch mal. Also wir haben ja manchmal so eine deutsche Arroganz, so eine europäische Arroganz, auf Dinge herabzuschauen und dabei entstehen weltweit oft viel dynamischer und agiler tolle Dinge im Bereich der Naturwissenschaften. Ja, das ist so und das ist gut, dass uns dann mal jemand mitnimmt und uns über den Tellerrand hinausschauen lässt. Genauso fand ich auch besonders gut diesen praxisorientierten Ansatz der Siemens Stiftung. Also die ganzen wirklich Hands-on Möglichkeiten, die da geboten werden. Ich denke, das ist wirklich so der Ansatz, wie MINT-Bildung Spaß machen kann und auch viele mehr junge Menschen begeistert. Und eben auch viele junge Frauen empowert. Also wir unterschätzen das ja auch so ein Thema.

Ich erinnere mich auch nochmal an die Hacker School, an diese Folge, die wir vor einiger Zeit hatten, da hatten wir das Thema auch nochmal. Die Mädchen sind oft in den Fächern, in den Schulen ja auch viel, viel stärker als die Jungs.

Aber hinterher in der Wirtschaft oder in der Wissenschaft haben wir dann doch wieder einen Männerüberhang und wir verlieren eigentlich die talentiertesten auf dem Weg dorthin. Das sind ganz oft junge Frauen. Absolut. Das liegt natürlich auch in Teilen daran, dass sich die Mädchen und jungen Frauen immer noch zu sehr unterschätzen und ihr Licht unter den Scheffel stellen. Aber genau solche Initiativen wie dann auch von der Siemens Stiftung fördern das natürlich, stärken das Selbstbewusstsein, stärken diese Selbstwirksamkeit auch zu spüren. Ich kann das, ich kann das auch gut umsetzen und mein Wissen wirklich überaus produktiv einbringen. Sag mal, Gerd, du warst ja auch selber langes Schulleiter. Welche Erfahrungen hast du denn gemacht? Das ist uns jetzt schon ein bisschen so erzählt auch deine Sicht auf die Mädchen und jungen Frauen. Aber wie war denn das bei dir zum Beispiel mit Siemens, mit der Stiftung, falls es da Erfahrungen gab oder MINT-Projekten? Ja, Siemens Stiftung, da haben wir lange ein Projekt gemacht oder auch mit Bosch Siemens Hausgeräte, das ist ja ein Konzern, ist ja ein Weltkonzern.

Und da haben wir mal ein Medienprojekt gemacht, zusammen mit dem Fokus, ist auch schon fast 20 Jahre her, und Berufsorientierung. Aber auch eine zweite Sache, die noch gar nicht so lange her ist, Siemens bewegt Schule und das wird auch von der Siemens Stiftung unterstützt. Was ist das? Ja, da kommen Experten online dazu und unterstützen Schülerinnen und Schüler für 90 Minuten zum Beispiel. Viele Schulen haben zum Beispiel keinen 3D-Drucker. Das war bei uns in der Schule auch so. Da haben die Schülerinnen und Schüler... Ganz praktisch im Computerraum eine Software bekommen, kostenlos. Und da konnten sie modellieren. Haben 3D-Modelle erstellt. Die wurden dann zu Siemens per Click and Drop geschickt. Und wenige Tage später bekamen wir ein Paket. Da waren dann diese ganzen 3D-Modelle drin.

Ja, das ist toll. Also mit einer ganz einfachen, praktischen Lösung. Wir vernetzen uns. Ihr habt zwar keinen 3D-Drucker, wir haben aber genug Kapazitäten bei Siemens. Wir drucken euch das aus. Und die Schüler waren natürlich stolz wie Bolle. Ja. Und ich habe an meinem Schlüsselbund immer noch, da hatten sie für mich ein Namensschild gedruckt, wo groß Gerd drauf stand. Süß. Fand ich natürlich auch ganz süß, weil dann eine Schülerin kam dann, also der Kollege, Grüße gehen raus an Thomas Köhler und er hatte dann eine Schülerin hingeschickt und er hat gesagt, ich müsste mal, ich muss mal zu Gerd, ich muss ihm das Namensschild bringen. Und das fand ich eigentlich auch ganz niedlich. Das ist wirklich nett. Das durfte ich doch jetzt gar nicht sagen. Sie sind doch Herr Mängel. Sie hat es halt auf dem Schild abgelesen. Ja gut, bevor Sie jetzt Herr Mängel gedruckt hätten. Das war auch in Ordnung und es war in Ordnung. Ja klar. Die war hinterher auch in meiner Klasse.

Aber du siehst ja auch, wie sehr das die Schüler und Schülerinnen abholt, wenn sie wirklich mal händisch was machen können. Wenn diese Praxisorientierung da ist und wenn man doch tatsächlich selber buchstäblich etwas Selbstgemachtes in der Hand halten kann. Das ist doch eine unglaubliche Motivation. Wir teilen ja in Schule immer noch. Und dann diese alten Begrifflichkeiten, leistungsschwache Schüler. Also von welcher Leistung reden wir? Also völlig überholte, menschenverachtende Begriffe.

Sondern hier konnten sich alle einbringen. Oder eben Schülerinnen und Schüler jetzt einbringen, die besonders Kompetenzen am PC hatten. Und das in den Vordergrund stellen. Also wir müssen die Talente der Schülerinnen und Schüler herausfinden.

Leistungsschwach ist eigentlich unser Schulsystem. Ja. Weil es viel zu selten die Individualität, der Schülerin und Schüler wirklich richtig gut fördern. Ja, absolut. Das ist leider so. Aber das ist ja auch so ein bisschen die Essenz, die man mitnehmen kann aus dem Gespräch. MINT ist ein Schlüssel für Teilhabe, für Zukunft und tatsächlich auch, wie du richtig sagst, für soziale Gerechtigkeit. Ja, das sind die zukünftigen Ingenieure und Ingenieurinnen. Das hat unser Land mal stark und groß gemacht und da müssen wir jetzt wieder anknüpfen. MINT ist ein absolutes Zukunftsthema. dürfen wir den Anschluss nicht verlieren. Und ich finde es toll, dass Siemens hier gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Das ist auch in der DNA von Siemens einfach drin. Ja, war ein tolles Gespräch, tolle Stiftung, tolle Frau. Vielen Dank nochmal an Frau Dr. Schmidt für dieses wunderbare Gespräch. Und Gerd, du hast noch eine Sache zu sagen. Genau, wenn ihr keine Folge mehr von HeyDiggis verpassen wollt, dann abonniert doch unseren Kanal. Gebt uns eine 5-Sterne-Bewertung auf Spotify. Dann seid ihr immer die Ersten, die HeyDiggis So geht Lern heute. Hören. Bis dann. Bis bald.