Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissens-Podcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel. Hey Diggis, so geht Lernen heute. Und heute wieder eine Folge rund um das Thema Medienkompetenz. Ja, und wir freuen uns natürlich schon auf die heutige Folge, müssen aber, bevor wir starten, euch heute einmal kurz hinter die Kulissen mitnehmen. Nämlich, dieses Interview haben wir schon im Juni aufgenommen. Und dann ist etwas passiert, das uns wirklich geärgert hat. Die Datei war beschädigt. Das kann halt mal passieren, ist aber natürlich trotzdem doof. Und wir dachten zuerst, wir hätten echt alles verloren. Stimmt's, Gerd? Genau, aber mit technischen Kniffs und KI konnten wir die Sache herstellen. Und deswegen wollen wir euch das Thema heute vorstellen, weil das Thema so wichtig ist. und es ist weiterhin total aktuell. Absolut, weil Deepfakes, Deep News, Cybermobbing, der Umgang mit Bildern, Fake News, also das hat ja alles in den vergangenen Monaten leider noch weiter Fahrt aufgenommen und betrifft mittlerweile fast jede Schule, fast jede Familie, fast jedes Kind. Also von daher ist es genauso aktuell, wie es im Juni auch war. Absolut, darum sind wir froh, dass wir jetzt dieses Interview senden können.
Denn wir haben mit Deborah gesprochen von ClickSafe. Das ist ein ganz wichtiges Projekt, also ist eine EU-Initiative. Sie koordiniert das Safer Internet Center und führt das Team Medienkompetenz der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Und Deborah erklärt uns, was Kinder heute wirklich brauchen, wie Schulen und Eltern zusammenarbeiten müssen und warum Medienbildung nicht erst in Klasse 7 beginnt, sondern tatsächlich in Klasse 1. Und sie spricht über Entwicklungen, die uns als Schulen massiv herausfordern. Du hast es genannt in Deepfakes, Smartphone, Internet, Social Media. Es beschäftigt uns. Genau, es ist ein Gespräch, das wir wirklich nicht verlieren wollten und uns freuen, es heute präsentieren zu können. Denn vielleicht ist es sogar noch aktueller als im Juni. Los geht's!
Hey Digis, so geht Lernen mit... Deborah Wollne-Michael ist Leiterin der EU-Initiative ClickSafe. Zudem ist sie die Koordinatorin des deutschen Safer Internet Centers, welches eingebettet ist in die Strategie der Europäischen Kommission Better Internet for Kids. Sie leitet außerdem das Team Medienkompetenz bei der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Deborah ist Diplompädagogin und arbeitete zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Medienpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Sie war ebenfalls als medienpädagogische Referentin bei Jugendschutz.net, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet verantwortlich. Wir sprechen heute mit ihr darüber, wie wir unsere Schüler und Schülerinnen sicher durchs Netz begleiten können. Herzlich willkommen, liebe Deborah.
Danke für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein. Starten wir direkt. Für alle, die ClickSafe noch nicht kennen, was genau ist eure Aufgabe und warum ist sie gerade heute so wichtig? Ja, Klicksafe ist eine bundesweite Medienkompetenzinitiative und unsere Aufgabe ist es, für aktuelle Risiken und Gefahren im Netz zu sensibilisieren und die Online-Kompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften für den Umgang mit diesen Risiken entsprechend zu fördern.
Wir entwickeln dabei passende Angebote zur Orientierung und zur Qualifizierung. Und warum das heute so wichtig ist, weil sich unser Alltag, also Spielen, Kommunizieren, Informieren zu einem großen Teil online abspielt. Und weil die Online-Risiken zunehmen, durch KI verstärkt und vereinfacht werden und weil die Online-Räume nicht losgelöst von der Realität existieren, sondern eng miteinander verwoben sind. Und daher ist es sehr, sehr wichtig, dass wir Kinder und Jugendliche analog und digital begleiten, unterstützen und fördern. Aber mich wird jetzt mal so ein ganz konkreter Fall. Interessieren viele Jugendliche, posten und teilen viel, ohne über ihre Präparatsphäre nachzudenken. Erwachsene im Übrigen auch, aber ihr seid für die Jugendlichen da. Was sind da typische Fehler und was sind einfache Tipps, um sich besser zu schützen? Ja, du sagst es. Das machen nicht nur Jugendliche, sondern leider auch viele Eltern, indem sie schon Bilder von Babys und Kleinkindern in ihrem Alltag teilen. Da sind die leider auch keine guten Vorbilder. Typische Fehler sind das leichtwertige, unüberlegte Teilen von eigenen Bildern. Teilweise werden dabei auch sehr intime Bilder angefertigt und geteilt. Also ein fehlendes Bewusstsein für das Recht am eigenen Bild stellen wir oft fest. Da werden dann Aufnahmen von Klassenkameraden ohne Zustimmung angefertigt.
Weitergeleitet über Messenger im Klassenchat. Wir müssen also hier einen sehr vorsichtigen und einen sehr verantwortungsbewussten Umgang mit Bildern im Netz sehr frühzeitig schon vermitteln. Und es muss jedem klar sein, dass Bilder und Videos auch vermeintlich harmlose.
Heutzutage irgendwie dauerhaft gespeichert und missbräuchlich verwendet werden können. Und um sich besser zu schützen, ist es ratsam, keine Bilder von sich zu teilen, auf denen das eigene Gesicht zu sehen ist. Denn durch generative KI kann auch ein vermeintlich harmloses Bild einfach missbräuchlich in einen anderen Kontext gesetzt werden. Die Aufnahmen dürfen auch keine Rückschlüsse auf den realen Aufenthaltsort zulassen. Und natürlich muss die Privatsphäre der anderen Bilder, der anderen, die auf Bildern zu sehen sind, geschützt werden. Also Uri über Recht und die Erlaubnis aller abgebildeten Personen. Das muss einfach sitzen beim Umgang mit Bildern im Netz. Du hast jetzt gerade schon die Bilder im Netz angesprochen, auch in Verbindung mit KI. Ist ja auch ein ganz großes Thema, die Fake News oder die Möglichkeiten, einfach falsche Bilder oder auch Nachrichten entstehen zu lassen. Da haben wir auch so unsere Probleme mit als Erwachsene. Keine Frage, das ist eine ganz neue Technologie, die so schnell voranschreitet, dass es ja auch schwierig ist, das wirklich zu erkennen. Also es verbreitet sich oft schnell und unbemerkt. Hast du vielleicht trotzdem so ein paar Ansätze, ein paar Tipps, wie man als junger Mensch Falschinformationen erkennen kann? Ja, also in erster Linie...
Uns nichts anderes übrig, als auf unser Bauchgefühl zu hören. Also ganz allgemein Online-Informationen mit einem kritischen Verstand zu begegnen, weil durch generative KI, du hast es angesprochen, ist es kaum noch möglich, auf den ersten schnellen Blick Fehler, technische Fehler zu erkennen. Doch können wir uns immer fragen, ob es sein kann, dass die abgebildete Person das tut oder sagt, was sie da auf dem Aufnahme, Bild oder Video macht. Sich immer auch zu fragen, wer profitiert von so einer Nachricht. Und auch wenn wir so Meldungen begegnen, ist die Überschrift bewusst reißerig, möchte uns emotionalisieren, auch da sich nochmal kritisch zu überprüfen, was macht das mit mir. Und dann sollte man natürlich immer unterschiedliche Quellen heranziehen, um zu verifizieren, ob weitere unabhängige journalistische Quellen das gleiche berichten. Man kann technische Tools verwenden, wie die Bilderrücksatzsuche zum Beispiel. Und man kann auch immer Fact-Checking-Angebote heranziehen, wenn man sich unsicher ist. Fact-Checking-Angebote, was meinst du jetzt damit? Wie würde man die heranziehen? Welche Tools sind das? Genau, da gibt es ganz unterschiedliche Angebote. Korrektiv ist zum Beispiel ein Fact-Checker, Mimikama. Es gibt aber auch von ARD den Faktenfinder, Faktenfuchs. Es gibt auch von journalistischen Anbietern Fact-Checker. Also da sollte man einfach mal im Netz einmal recherchieren.
Auch bei ClickSafe haben wir eine Übersicht von diesem Fact-Checking angeboten und da kann man auch die URL von der Nachricht oder auch ein Bild, man kann das einfach nochmal prüfen lassen und da findet man auch sehr aktuell verbreitete Fake News. Also kriegt man einen guten Überblick und kann dann auch gezielt Sachen dort einschicken und prüfen lassen. Wie funktioniert Bilder-Rückwärtssuche? Also auch für unsere Hörerinnen und Hörer, denke ich, wäre das wichtig zu wissen, wie das funktioniert? Genau, da kann man einfach die URL von einem Bild eingeben und dann sieht man, in welchem Kontext dieses Bild zuerst verwendet wurde, weil oft bei Fake News wird das so praktiziert, dass man ein Bild einfach aus dem Kontext entnimmt und dann in einem neuen Kontext dann praktisch mit einer neuen Überschrift, mit einer neuen Meldung falsch informiert. Und da kann man nämlich dann sehen, wann wurde das Bild zuerst gepostet oder veröffentlicht und kann dann anhand des Datums feststellen, wann das zuerst aufgetaucht ist im Netz. Ja, da will ich jetzt nochmal ganz kurz auf die Ausgangsfrage zurückkommen.
Denn das ist ja schwierig. Nehmen wir mal folgenden Fall, man hat ein privates Foto, ob das jetzt von Instagram abfotografiert wurde oder eben ein Foto, was in der WhatsApp-Gruppe geteilt wurde und verfremdet es, nochmal im schlimmsten Fall von einem Jugendlichen oder einem Lehrer, Lehrerin. Früher hat man Memes gemacht, heute geht es weiter, machen wir ein Video. Und Silke Müller hat ja auch darüber berichtet, die hatten wir ja auch schon im Podcast. Da hat man ein Porno-Video daraus produziert oder hergestellt. Da kann ich ja kaum das noch unterscheiden, außer dass ich sage, das ist unmöglich. Oder das ist ja hier ethisch total bedenklich, was dort gemacht wurde, das hätte die Person nie gemacht. Aber da habe ich ja nicht die Möglichkeit, die URL zurückzuverfolgen. Nee, also da kann man nicht. Also es gibt verschiedene generative KI-Tools. Da sieht man dann vielleicht noch ein Wasserzeichen oder eine Markierung. Aber bei solchen Deep-Nude-Tools, Generatoren ist das manchmal auch gar nicht möglich. Das heißt, man kann es schwer beweisen und im Grunde ist es ja egal, ob es jetzt ein echtes Bild ist oder ein künstlich hergestelltes. Für die betroffene Person ist es ja der gleiche Schmerz oder Leid. Also das ist natürlich auch etwas, was wir auf jeden Fall auch ethisch diskutieren sollten und wir hatten es ja auch, hatte ich ja vorher auch schon gesagt, sehr frühzeitig, also wir plädieren wirklich dafür, Medienbildung ab der ersten Klasse.
Ganz frühzeitig diesen Umgang mit Bildmaterial, also wie gehe ich mit Fotos von anderen Personen um und Recht an eigenen Bild, Urheberrecht. Das muss man frühzeitig vermitteln, wenn Kinder noch klein sind, dass man eben nicht so agieren kann, wie es halt viele machen. Und natürlich muss auch im Netz eine gewisse, ja die rechtlichen Konsequenzen müssten viel klarer auch kommuniziert werden. Wie mache ich mich denn da eigentlich jetzt gerade strafbar? Und das muss einfach viel frühzeitiger vermittelt werden und nicht erst, wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist. Also Prävention ist da ganz klar das, was wir da auf jeden Fall fordern. Du hast gerade einen Begriff gesagt, den ich noch nie so gehört hatte, finde ich ganz interessant, möchte ich nochmal aufgreifen, Deep Nude.
Also ist das quasi das Pendant zu Deepfake, Deepnude? Also wenn es jetzt um Pornografie oder Nacktheit geht, ist das richtig? Genau, also früher haben wir ja immer so die Tipps gegeben, naja, nicht zu nackt, keine Bilder zum Beispiel von Kindern zu posten, wenn sie leicht bekleidet sind. Und das alles ist jetzt durch generative KI obsolet. Man kann einfach ein Bild entnehmen von einem ganz normal bekleideten Kind und kann dieses Gesicht dann praktisch auf einen oder beziehungsweise mit einem Deep Nude Generator. Das heißt, dass das Bild dann so generiert wird, dass das Gesicht auf einem nackten Körper dann erscheint. Und also es gibt halt diesen Begriff Deep Nude Generator, aber man kann auch Deep Fake Porno. Also das ist das, was der Gerd gerade erwähnt hatte. Das wird natürlich auch genutzt, um Missbrauchsdarstellungen, um Bilder anzufertigen.
Genau. Und deswegen ist eigentlich dieser Tipp mit, naja, nicht so leicht bekleidet, obsolet geworden. Also sind wir dann eigentlich doch wieder eher in dem Bereich, was du ursprünglich gesagt hattest, nämlich darauf achten, dass keine Gesichter sichtbar sind.
Dann kann man das in jedem Fall vermeiden. Ja, das stellt jetzt natürlich auf viele Institutionen für Herausforderungen, kann ich mir gut vorstellen. Man kennt das ja immer von Schulroompages, dass dann Bilder von Klassen, also da kann ich auch nochmal einen Tipp geben. Es ist jetzt, glaube ich, gestern erst veröffentlicht worden, eine Veröffentlichung von Jugendschutznet mit Save the Children, wo genau dieser Umgang für Institutionen mit Kinderbildern nochmal verdeutlicht wird, worauf Institutionen da jetzt achten können. Packen wir auf alle Fälle in die Shownotes rein, Viola. Wäre schön, wenn uns da den Link noch zukommen lässt. Ich glaube, das interessiert ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele Lehrerinnen und Lehrer. Ja, das ist auch ganz wichtig, weil man normalerweise gar nicht, also wenn ich von mir aus gehe, so um die Ecke denkt, also was eigentlich alles damit passieren kann. Ja, wenn man einfach denkt, haben die Einstimmung jetzt von den Eltern und man zeigt hier ein Schulfest oder was auch immer. Das sind natürlich Dimensionen, die da entstehen, über die man sich zumindest Gedanken machen muss und reflektieren muss. Sind wir natürlich auch im Bereich des Cybermobbings, was ja auch ein Riesenthema in der Schule ist.
Früher gab es vielleicht Auseinandersetzungen in der Schule auf dem Pausenhof. Mittlerweile wird alles mit nach Hause genommen. 24-7 können Kinder erreichbar sein über ihre Phones, über die Gruppen, was auch immer es da gibt. Thema Cybermobbing. Was kann man denn tun, wenn man selbst oder jemand aus dem Freundeskreis betroffen ist? Ja, also man sollte zunächst Ruhe bewahren. Das ist natürlich etwas, was einen emotional trifft. Und wir raten immer dazu, sich jemandem anzuvertrauen, ob das jetzt Verbündete sind, die eigene Vertrauensperson. Und wenn man das nicht hat, dann gibt es auch anonyme Beratungsstellen, also zum Beispiel für Jugendliche gibt es von der Nummer Gegenkummer. Aber auch von youport.de eine Beratungsstelle für Web-Sorgen und Probleme.
Also man muss das auf keinen Fall alleine durchstehen, sondern man braucht Unterstützung und die sollte man sich auf jeden Fall holen. Wenn das jemand aus dem Freundeskreis ist, dann kann man selber diese Person sein und seine Hilfe anbieten. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Angriffe zu dokumentieren. Bei Smartphones, bei den meisten Social Networks und Messenger-Apps gibt es ja auch die Möglichkeiten, Kontakte gezielt zu blockieren und zu melden.
Die Nachrichten, die Postings, die Bilder kann man auch bei den Diensten direkt melden. Man sollte sich verteidigen, das bedeutet aber nicht, dass man zurückbeleidigt, weil das hilft nicht, das Problem zu lösen. Das hängt immer auch von der individuellen Situation ab, ob man sich mit dem Mobber direkt austauscht. Wenn das im Schulumfeld stattfindet, sollte man den Vorfall in Rücksprache auch mit der Lehrkraft, mit der Schule besprechen und gemeinsam weitere Schritte überlegen. Wir bieten bei Clixafe ganz unterschiedliche Materialien an für Jugendliche, für Eltern, für Lehrkräfte. Wir haben zum Beispiel eine Cybermobbing-Erste-Hilfe-App, die wirklich diese ersten Tipps, wenn man betroffen ist, irgendwie dann gibt. Aber auch für Eltern dann entsprechende Ratgeber und auch das Lehrmaterial für die Schulen. Also da versuchen wir immer so ein Komplettangebot zu geben und zum Beispiel auch ein Plakat. Es gibt ja auch viele Bystander in dem Mobbing-Prozess, also viele, die das mitbekommen in der Klasse, aber sich nicht so wirklich trauen. Irgendwie was dagegen zu sagen und dann haben wir so ein empowerndes Plakat vom Bystander zum Abstander, damit sich einfach auch Schülerinnen und Schüler trauen, sich einzumischen und mit zu unterstützen, dem Opfer oder den Betroffenen dann zur Seite zu stehen.
Deborah, kommen wir mal zur Schule. Also was brauchen denn Lehrkräfte eigentlich, damit digitale Aufklärung nicht nur einmal im Jahr passiert, sondern fest im Unterricht verankert ist? Ja, Schulen und Bildungseinrichtungen, die sind eine ganz wichtige Säule, um Heranwachsenden beim souveränen und kritischen Umgang mit Online-Medien zu begleiten und zu stärken. Medienbildung und Medienerziehung gehören aus unserer Sicht ins Standardcurriculum der Schulen. Hier sind die Länder- und Kultusministerkonferenz gefragt. Denn wenn Medienbildung curricular verankert wäre, würde dies die Regelmäßigkeit sichern im Berichtskontext.
Wir sind der Meinung, es gibt genügend Themen und Phänomene, die man mit Schülerinnen und Schülern besprechen und bearbeiten kann. Und wie genau unterstützt ClickSafe Lehrkräfte? Es gibt ja ganz viele, die sich einfach selber nicht so sicher im digitalen Bereich fühlen, wo einfach auch eine Überforderung da ist und die Angst da heranzugehen. Also natürlich verlinke ich gerne ClickSafe in den Shownotes, aber dass man auch weiß, wie kann ich davon als Lehrkraft profitieren? Was bietet ihr da an? Ja, also wir bieten ganz vielfältige Materialien an, die Lehrkräfte nutzen können und sollen, um sich und um ihre Schülerinnen und Schüler zu qualifizieren. Das sind ganz umfassende Lehrmaterialien, so zum Beispiel zur Meinungsbildung in der digitalen Welt oder wir haben ein Material Let's Talk About Porno. Also zu allen Risiken und Phänomenen gibt es sehr umfassende Materialien. Wir bieten aber auch Webinare an, wenn man einfach auch nochmal einen anderen Zugang zu dem Thema möchte. Manchmal auch in Kombination. Wir haben ja zum Beispiel ein neues Material Deepfake Deep Impact. Da geht es genau um diese Deepfake Problematik und Chancen und Risiken. Und da bieten wir dann auch passend immer ein Webinar an und für die Schülerinnen und Schüler, für die Arbeit mit denen kann man unsere Plakate nutzen. Wir haben aber auch interaktive Materialien wie zum Beispiel Wissensquizze für die Jugendlichen. Da steht auch immer dabei, welche Klassenstufe das sich eignet oder ein Actionbound.
Also das sind ganz, ganz unterschiedliche Online- und Offline-Materialien, Plakate, die man auch ins Klassenzimmer hängen kann für die wichtigsten Regeln, zum Beispiel beim Klassenchat. Also ganz unterschiedliche Sachen. Wir haben auch ein ganz neues Format, die digitale Schulstunde und da kann die Lehrkraft ihre Klasse ganz unkompliziert anmelden und teilnehmen mit ihrer Klasse. Das ist dann ein Livestream-Angebot, das heißt, man kann zu einer bestimmten Zeit sich dann einwählen und dann, das hängt davon ab, welches Thema wir machen, von 60 bis 90 Minuten kann man dann an dieser Schulstunde teilnehmen. Und das hilft dann auch den Lehrkräften, in so ein Thema reinzufinden und bestimmte Gruppenarbeit und Projekte fortzusetzen.
Bildschirmzeit ist auch ein Thema und Bildschirmzeit kann man strukturieren, indem man vielleicht gar kein Handy zur Verfügung hat. Wir sehen die Debatte in den Landtagen, in Schleswig-Holstein wird es gerade diskutiert. Wir nehmen heute am 20. Juni auf. Die Thema Bildung hat heute gerade veröffentlicht die Tagesordnung der BMK-Konferenz, also der Bildungsministerkonferenz. Auch dort wird das Thema wieder diskutiert. Da scheint es jetzt in der Politik in den letzten Wochen so ein Umdenken zu geben. Ich erlebe natürlich auch immer wieder die Debatte auf LinkedIn, wo ich unter anderem selbst auf Zielscheibe bin, wo mir vorgeworfen wird, bildungspolitischer Populismus und ich würde mich über die Kinder und Jugendlichen erheben, von Leuten, die selber gar nicht in der Schule aktiv sind. Ich habe es ja in der Schule selber erlebt. Wie ist da eure Meinung, eure Einstellung von ClickSafe zum Thema private Handys und auch Bildschirmzeit? Thema Bildschirmzeit, das ist ein Dauerthema, umtreibt viele Eltern, Familien, aber auch in der Schule ist es ein Thema, weil es da wirklich um eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit geht. Das stellt viele vor Herausforderungen, nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch die Erwachsenen.
Und was wir immer sagen ist, schaut doch bitte genau euch die Nutzungsweise an, denn wir können ja Medien für ganz unterschiedliche Zwecke nutzen. Wir können sie für kreative Zwecke nutzen, wir können sie für Bildungszwecke nutzen oder rein zur Unterhaltung konsumieren. Und hier gilt es genauer hinzuschauen, denn eins ist klar, wir müssen Kinder fit machen für die digitale Zukunft und wir sehen uns ja jetzt auch online, also wir nutzen ja auch ohne jetzt dieses Medium, ohne dieses Tool würden wir jetzt nicht hier zusammenkommen und arbeiten können. Das heißt also da wirklich zu schauen, wofür nutze ich jetzt das Medium, hilft es mir jetzt irgendwie mich weiterzubilden, zu informieren, zu recherchieren oder bin ich jetzt irgendwie vier Stunden auf TikTok und komme hier irgendwie nicht mehr raus. Also da wirklich genauer hinzuschauen und zu differenzieren, denn ja, das ist nämlich genau das Grundproblem. Viele Social Media Apps und Games sind so designt, dass sie uns lange im Dienst halten. Und das macht es schwer. Das erfordert eine enorme Disziplin und Selbstregulation, um gegen dieses süchtig machende Design, ich sage es bewusst, anzukämpfen. Und hier kann es helfen, die Nutzungszeiten der einzelnen Apps einmal kritisch zu reflektieren und natürlich auch im Schulkontext zu verbieten und wirklich zu überlegen, wenn man sich mal irgendwie die Nutzungszeiten angeschaut hat, einzelne Apps.
Da geht es ja auch, glaube ich, auch in der ganzen Debatte auch um Kontrollverlust, also man hat es gar nicht so richtig im Griff. Und die App zieht einen dann unterbewusst immer wieder rein. Und da kann es sich wirklich lohnen, Apps vom Smartphone, vom Tab, der temporär vielleicht auch mal ganz zu entfernen, damit man gar nicht erst in Versuchung kommt. Aber wir plädieren hier für einen sehr differenzierten Umgang. Worum geht es eigentlich? Was wollen wir erreichen? Und wir sind natürlich als Medienkompetenzinitiative immer auf die Befähigung aus. Uns geht es darum, Kinder und Jugendliche zu befähigen für einen guten und verantwortungsvollen Umgang. Und hier müssen wir halt schauen, wie sich das weiterentwickelt. Wir sprechen natürlich maßgeblich darüber, was Schule leisten muss, was Lehrkräfte auf dem Schirm haben sollten, wie wir Lehrkräfte auch gut stärken in ihren Medienkompetenzen, um sie dann vernünftig weitergeben zu können. Aber ich denke, es gibt ja auch eine ganz wichtige Gruppe, die wir nicht rauslassen dürfen in der Diskussion und das sind die Eltern natürlich. Also ich erlebe das ganz oft, dass Eltern zu mir kommen und sagen, Viola, wie machst du das denn mit dem Smartphone? Wie ist denn jetzt der richtige Weg? Also da sind ganz viele Unsicherheiten in dieser Balance zwischen, naja, die Kinder wollen ja unbedingt das Smartphone, aber eigentlich weiß ich schon, das ist nicht so gut, weil dann habe ich keine Handhabe, habe ich keinen Zugang.
Und jetzt kann man einerseits sagen, es gibt ganz viele Informationsangebote auch für Eltern, aber vielleicht ist es teilweise auch ein Überangebot und viele wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen und wo sie sich hinwenden sollen. Also meine Frage zählt eigentlich darauf ab, wie können denn Schulen Eltern besser einbinden, um gemeinsam mit ihnen die Mediennutzung ihrer Kinder zu stärken? Dass das nicht immer nur so ist, die Eltern denken, naja, das wird die Schule schon regeln und die Schule ist sauer, weil die Eltern nicht partizipieren. Wie kann man das besser vernetzen?
Ja, also ein ganz wichtiger Punkt, das sehen wir auch, dass wir uns auch in der Zeit Da ist es sehr, sehr wichtig, dass Schulen Eltern immer wieder einbinden, sei es über Elternabende, das kann in Präsenz stattfinden, das kann über digitale Elternabende stattfinden. Lohnt sich auch ein Blick bei uns auf die Website. Wir bieten auch ganz viele Materialien für Eltern an, also versuchen immer, ein Thema sehr umfassend zu bearbeiten. Ich nehme jetzt mal das Beispiel Cyber-Grooming. Da haben wir natürlich auch ein Lehrmaterial, was pädagogische Fachkräfte nutzen können für den Unterricht, für die Arbeit.
Gleichzeitig haben wir dann aber auch eine Elternbroschüre oder für die Jugendlichen dann auch einen Infoflyer mit einem Webcam-Sticker. Also versuchen immer komplett und ganzheitlich zu bearbeiten und wenn sich jetzt eine Lehrkraft oder eine Schule dazu entscheidet, ich möchte jetzt meine Elternschaft über dieses Thema aufklären, dann findet es immer bei uns auch Checklisten, Checklisten, kleine Ratgeber, Broschüren, auf die sie verweisen können und Eltern da einfach auch mitnehmen, damit Eltern wissen, was ist gerade das Thema und was halt häufig passiert ist, dass dann sich Schulen erst melden, wenn dann irgendein Vorfall ist. Also es gibt einen Cybermobbing-Fall in der Schule oder es ist irgendein Nacktbild im Umlauf in der Schule. Und dann ist es natürlich immer schwierig. Also auch hier präventive Medienbildung so früh wie möglich und aufklären zu bestimmten Zeitpunkten zu sagen, ab Klasse 1 besprechen wir das Thema und da immer die Eltern einzubinden und zu sagen, das sind jetzt die Themen, die besprechen wir in der Schule, das ist wichtig und bitte besprecht das auch zu Hause. Ich glaube, Eltern brauchen hier auch ganz viel Orientierung. Du hast es gesagt, es gibt ganz viele Angebote, viele Eltern kennen sie nicht. Da kann Schule eine wichtige Aufgabe lösen und sagen, das gibt es, es gibt Klicksafe, es gibt aber auch Schau hin. Es gibt ganz unterschiedliche Angebote und dass dann Eltern nicht so lost sind oder wissen, hier gibt es Informationen, hier kann ich mich informieren.
Dann ist es schon die halbe Miete und der Rest. Also wir bieten auch immer digitale Elternabende an. Es gibt ganz viele Möglichkeiten, wie sich Eltern informieren können zu ihrer Zeit für ihre Möglichkeiten. Da glaube ich, es ist schon auch Schule der zentrale Ort, wo alle zusammenkommen. Die Kinder, die Eltern, die Lehrkräfte und die können natürlich hier eine Schlüsselrolle spielen. Jetzt ist dieses Thema Sicherheit im Netz natürlich ein riesiges Thema und wir haben jetzt von KI über Deep Nudes, Cyber Mobbing, Cyber Grooming ganz viel schon angetickert. Natürlich könnte man da ewig noch drüber sprechen und Tipps geben und Hilfestellungen, aber so schwer wie das ist, Deborah, wenn du einen Tipp geben könntest, wo du sagst, das ist jetzt wirklich so der grundlegendste Tipp, den Lehrkräfte und Eltern und Verantwortliche einfach beherzigen könnten, welcher wäre das? Also ich würde jetzt mal so mit Blick auf die Jugendlichen wäre es Think Before You Post. Das ist mein Tipp, immer informiert, reflektiert, kritisch, aber auch fair und verantwortungsbewusst online zu agieren und zu kommunizieren. Und was den Datenschutz und ja auch die Selbstdarstellung angeht, würde ich immer sagen, weniger ist mehr. Also zeigt nicht zu viel. Das wäre mein wichtigster Tipp.
Ein wichtiger Tipp. Im Übrigen, das denke ich sehr oft, wenn ich auf Posts von anderen sehe, die kannten den Tipp von dir nicht. Hast du vielleicht noch auch ein Beispiel, ein Best-Practice-Beispiel von einer Schule oder einer Initiative, außer euch natürlich, ClickSafe, die auch sehr gute Arbeit leisten? Ja, also wir sind ja, das weiß man vielleicht in Deutschland nicht, wir sind ja in einem Verbund von anderen Safer Internet Centern. Also wir sind ja kofinanziert von der Europäischen Union, in Deutschland verantwortet von der Medienstadt Rheinland-Pfalz und unsere Partnerinitiativen, zum Beispiel in Österreich Safer Internet AT oder B-Secure in Luxemburg, die machen auch eine ganz fantastische Arbeit. Also wir sind da auch immer in einem Austausch und nehmen da auch gemeinsam an Training-Meetings teil und wir sind auch immer beeindruckt, was die Kollegen in den europäischen Ländern einfach so auf die Beine stellen. Auch in Großbritannien, die sind auch sehr rürig. Also da gibt es auch ganz viele Initiativen, die man vielleicht in Deutschland so nicht kennt, aber lohnt sich auf jeden Fall auch mal einen Blick zu gucken, was so in Österreich passiert, in Luxemburg. Und super, also toll, dass das natürlich auch länderübergreifend passiert und ihr auch vernetzt seid, euch austauscht, voneinander profitieren könnt. Das ist ja auch ganz wichtig, denn wir wissen, das Internet macht nun sicherlich nicht an der Staatsgrenze Halt. Also lieben Dank an der Stelle für deine wichtige Arbeit, für den tollen Input und die vielen praktischen Tipps rund um Sicherheit im Internet.
Ich fand das wirklich sehr spannend und denke, es wird eine große Hilfe im Alltag vieler Lehrkräfte sein. Lieben Dank, Deborah. Ja, danke für die Einladung. Sehr gerne. Nachgedacht.
Ein Thema, was uns weiterhin beschäftigt. Wo wenig passiert ist und vielleicht ein bisschen mehr politische Bewegung, aber das eigentlich jede Familie betrifft und über das jeder eigentlich sprechen muss. Ja, da hast du absolut recht. Ganz, ganz wichtig. Und ich denke, es wird auch noch sehr wichtig bleiben für lange Zeit. Wir hatten ja im März auch schon Smarter Startup 14 bei uns zu Gast. Und genau die Themen, über die Deborah heute gesprochen hat, stehen ja hinter ihrer Initiative. Kinder früher schützen, Eltern nicht allein lassen und die Verantwortung klar verteilen. Ja, das ist richtig. Aber die Eltern kannst du halt nicht alleine lassen. Du brauchst eben auch die Politik, die so etwas macht. Klar, ClickSafe ist jetzt eine Initiative der Landesmedienanstalt. Da wird Verantwortung übernommen. Es wird Medienkompetenz gefördert. Aber wir haben uns ja auch mit Smarter Start getroffen, die noch mehr fordern, zum Beispiel ein Social-Media-Verbot oder eine Regulierung des Social-Media-Marktes für Kinder und Jugendliche. Da passiert eine ganze Menge. Griechenland hat gerade eine Regelung getroffen.
Schweden verbannt die Handys komplett aus der Schule, schafft aber nicht die Digitalisierung ab. Liest man dann natürlich sofort wieder woanders. Auch Dänemark hat jetzt eine Regelung getroffen. Wer hinterherhinkt, ist Deutschland. Da gibt es aber eine Kommission, Karin Frien, die das Thema auf dem Schirm hat, das ist auch benennt. Die vorige Ministerin hat sich überhaupt nicht darüber gesprochen, da fand das Thema de facto nicht statt. Die hat eine Kommission eingesetzt mit vielen Experten, die wollen aber erst im Herbst 26 Empfehlungen vorlegen. Experten aus Professoren, Medizinern, Eltern und Kinder sind allerdings nicht in dieser Kommission. Ja, aber da muss ich dir auch sagen, wenn ich das schon wieder höre, im Herbst 26 Empfehlungen vorlegen. Na mal hin. Naja, immerhin, aber das ist doch kein Tempo, in dem wir hier irgendwie vorwärts kommen, die Kinder aktiv schützen und da wirklich was bewegen. Also was ist denn dann auch mit den Empfehlungen, die vorgelegt werden? Wie lange dauert es denn dann wieder, bis die in die Umsetzung kommen? Also ich finde das frustrierend. Ja, es ist ein Gesetzfindungsprozess, wo man sich auf eine Expertenkommission verlässt. Martha Staat durfte ja im Bundestag ihre Petition verlesen. Wie gesagt, wir hatten eine Märze hier.
Sind doch dort auf große Zustimmung gestoßen, was die Parteien der Mitte betrifft. Wir sind hier kein politischer Podcast, aber sollte zumindest erwähnt werden. Abgelehnt oder kritisiert wurden ihre Themen ausschließlich von dem rechten und dem linken Rand des parteipolitischen Spektrums, die Mitte des Parteiensystems. Da gab es doch eine Zustimmung und eine Zugewandtheit zum Thema. Naja, zum Glück möchte ich sagen. Also muss ja auch mal deutlich hier machen, dass sowas wie Deepfakes, Deep Nudes, Cybermobbing, die Bildschirmzeit, das sind ja keine Randthemen. Das sind Themen, die wirklich jede Familie in der einen oder anderen Art und Weise betreffen, weil es teilweise die Realität im Alltag von Kindern ist. Also vielleicht nicht unbedingt Deep Nudes, aber Bildschirmzeit, das ist ja nun ein Dauerbrenner. Und wenn wir nicht handeln, dann handeln halt andere Algorithmen, die Plattformen oder Fremde in irgendwelchen Chats. Absolut. Und darum geht es ja. Klar, und manche Eltern haben eben auch nicht die Zeit, die Lust, worüber zu sprechen. Denk auch mal, ein zweites Thema, was jetzt in der Zeit war ein großer Artikel. Auch darüber haben wir dieses Jahr schon gesprochen.
Mit Julia Becker das Thema iPad-Kids. Also die hat das schon viel länger auf dem Schirm. Die Zeit kommt jetzt damit um die Ecke, aber immerhin auch. Christian Füller hat vor zwei Jahren schon gewarnt. Und was will ich sagen, das fängt ja auch noch viel früher an, also dass wir eben die digitalen Endgeräte als, ich nenne es mal, Beruhigungspillen einsetzen. Das ist ja auch ein Thema und da fängt eigentlich schon die Verlotterung von Medienkompetenz an, indem man sagt, hier hast du was, sei ruhig, Kind. Es läuft halt letztlich darauf hinaus, dass Medienbildung kein Zusatz ist, sondern eine absolute Grundbildung und dass Eltern und Schulen zusammenarbeiten müssen, sonst geht es schief. Wir brauchen da ein Team. Und das hat ja Deborah auch so klar gesagt. Think before you post. Also das ist auch was, was wir unseren Kindern mitgeben müssen. Ich sehe das ja bei meinen Kids auch diese Schnelligkeit, mit der die oft einfach tippen. Und da wird kaum überlegt und zack, zack, zack gehen dann auch WhatsApp-Nachrichten raus. Aber einfach mal diesen Moment des Innehaltens, um sich zu verdeutlichen, was kann das vielleicht auch verursachen. Das ist ja einfach ein Satz, der viel retten kann, wenn wir ihn früh genug vermitteln. Ja, der geht uns alle an.
Medienkompetenz. Wir müssen es früh vermitteln, wir müssen in die Schulen damit gehen. Wir brauchen da auch klare Handlungsrichtlinien. Das ist jetzt nicht irgendwie so ein Wischiwaschi. Ich kenne das ja, du weißt das ja, ich bin da auch hart angegangen worden von bestimmten Menschen, die mir dann Adultismus vorwerfen. Nein, es geht um klare Regeln, um Handlungsregeln, um Richtlinien, die den Eltern, die den Schulen, aber vor allem auch den Kindern Sicherheit geben. Und wir wollen ja Kinder und Jugendliche nicht von digitalen Endgeräten ausschließen, sondern wir wollen diese Kompetenz schrittweise und gezielt aufbauen. Darum geht es. Das ist kein Adultismus, das ist Kinderschutz. Das ist reiner Kinderschutz, gebe ich dir völlig recht. Absolut richtig auch, sich dafür stark zu machen. Und dafür stehen wir auch bei den Digis. Natürlich brauchen wir digitale Endgeräte, gar keine Frage. Wir brauchen auch den kompetenten Umgang damit, weil dann können die Kinder auch von den Digis profitieren, können sich da auch weitere Informationen natürlich holen, aber alles, wie du sagst, in einem geschützten Rahmen, indem sie auch ein Bewusstsein für das entwickeln, was sie im digitalen Raum machen. Ja, und ich hatte auch darüber geschrieben, und das jetzt gar nicht, soll jetzt nicht zu albern werden, aber vor kurzem eine Fahrt gemacht habe mit Senioren in einem Zugabteil der Deutschen Bahn.
Medienkompetenz geht über alle Altersschichten hin. Da habe ich auch so einiges erlebt. Man wurde dann ja in die WhatsApp-Chats direkt mit hineingezogen. Man schickte sich nicht noch WhatsApp-Nachrichten, man las sie sich auch gegenseitig nochmal vor.
Es betrifft uns alle, wir können alle Vorbild sein und damit fängt es, glaube ich, schon an. egal welchem Alter man ist und als Erwachsene können wir das auch mal an die eigene Nase fassen und selbst wenn ich schon über 70 bin hört das nicht auf. Aber das bist du ja zum Glück nicht, von daher kann man es... Nein, nein, aber die haben da wirklich, es ging hin und her und dann der, mein Enkel hat doch jetzt das gelesen da ist doch der blaue Haken dran warum antwortet er nicht? Also vielleicht weil er arbeiten muss oder weil er in der Schule ist und dann ging es hin und her und Witzbildchen, die sich dann die im.
Im Grenzbereich unserer Werte, Wertekodex waren, die sich dann, die würden sich dann ja auch nochmal gegenseitig ins Gesicht gehalten. Man beschränkt sich ja nicht nur beim Schmunzeln, sondern auch alle anderen ringsherum wurden mit einbezogen. Es war nicht ganz einfach. Das glaube ich dir, es war sicher nicht ganz einfach und das ist ja, wie man daran auch nochmal merkt. Aber schöne Textgrundlage für mich, für eine kleine Kolumne. Aber halt auch ein Thema, was uns wirklich alters- und generationenübergreifend beschäftigt. Und wo es anfängt mit dem Bewusstsein, sich wirklich auch erstmal bewusst zu machen, was passiert da eigentlich, welche Erwartungen habe ich, was poste ich selber und wie reagiere ich auf die Dinge. Und ich möchte auch noch was dazu sagen zum Thema Vorbild sein. Das ist ja auch genau das für Lehrkräfte, aber auch für die Eltern zu Hause, wirklich auch mal das Smartphone wegzumachen, wegzulegen, auszuschalten. Neulich sagte eine Freundin zu mir, naja Viola, immer wenn ich dir abends dann eine Nachricht schicke, die geht gar nicht mehr durch, was ist mit deinem Handy los? Dann habe ich ihr gesagt, du weißt du was, ab 22 Uhr ist bei mir der Flugmodus an, da ist einfach mal Ruhe, ich möchte nicht dauernd verfügbar sein. Und ich finde, das ist so ein Minimum auch an Selbstschutz und an Umgang mit den Geräten, was man sich auch im Alltag mit den Kindern deutlich machen sollte. Dass die Geräte mal wegkommen, dass man ohne kann, dass es um die Kommunikation geht und natürlich auch die Kommunikation über die Medienbildung an sich. Ich denke, das sollten wir in den Familienalltag genauso wie in den Unterricht mit reinnehmen.
Okay. Ist das auch ein Thema in deinem neuen Buch? Ich habe jetzt bloß eine Frage, ist das mit drin? Das habe ich tatsächlich mit drin, das wusste ich jetzt nicht, ob ich das so genau sagen darf, aber das ist ein Thema, was mich sehr beschäftigt in dem neuen Buch, was dann kommt ab Mai, da werden wir sicherlich auch noch ein bisschen mehr drüber berichten hier, aber ja, genau darum geht es. Alles klar. Also. Wenn ihr hier keine Folge mehr verpassen wollt und auch im Mai darüber mehr erfahren wollt, dann abonniert einfach unseren Kanal, da seid ihr immer die Ersten, die Hey Diggis, so gut lernen heute, hören. Bis dann.